Ascherbechermittwoch
18. Februar · Team Super PeopleSchon lange hat man hier nichts mehr gesehen und gehört vom Team Super People, von gelesen ganz zu schweigen. Seis drum denken sich bestimmt einige, schade drum dachte ich mir und widme diesen Blogeintrag allen Antifaschingsten.
Doch ich fange besser mal hinten an und verrate euch so viel, dass ich Oli heiße und in diversen Foren unter den Nicks Johnny bzw. K1LO unterwegs bin und dort v.a. die Puplic Relation in Sachen MtG für den Fantasy Stronghold in Ludwigsburg übernehme. Magic spiele ich seit ungefähr zehn Jahren, derzeit leidenschaftlich gerne Legacy und seit Mitte vergangenen Jahres habe ich mich dem Team Super People angeschlosssen.
Blabla, blabla, blabla!
Auf dem Rückweg vom UNITHEKLEgacy diesen Dienstag, über Stuttgart Hauptbahnhof nach Ludwigsburg, ereignete sich folgendes:
Hechel, hechel, hechel, hatte ich es doch gerade noch so auf die S-Bahn geschafft und, nebst der unfreundlichen Fahrkartenkontrolle um kurz vor Mitternacht, ganze zwei Stationen meine Ruhe. Dann stiegen nämlich die ersten rotgesichtigen, augenscheinlich volltrunkenen Kaneken, eine Mischung aus “Kanaken” und Jeken, ein und unterhielten sich lautstark darüber, ob es jetzt in Köln oder in Frankfurt mehr Gangster gibt. “Nee Alter, in Köln gibts doch nur schwule Schwanzlutscher”, wurde der ganze Zug lautstark unterrichtet und schier unendlich zogen sich die weiteren Stationen bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof hin. Dort durfte ich dann umsteigen und kam widererwartend vom Regen in die Traufe, hätte ich doch beim besten Willen nicht gedacht, dass es wirklich noch schlimmer kommen könnte.
Oha, oha, oha!
In der S-Bahn nach Ludwigsburg sitzend, fühlte ich mich wie im falschen Film. Vor mir saß eine Gruppe aus sechs Frauen, die Haare weißgebleicht wie Schnee und die Haut braungebrannt wie Ebenholz, allesamt Anfang 30 und entweder als glitzernde Kätzchen und Häschen inklusive pailettenbesetzter Ed Hardy Chucks, oder als herzende Marienkäfer verkleidet. Zur Verstärkung hatten sie einen Mann an ihrer Seite, wohl der Chef des Friseursalons. Dieser hieß, zu meiner Belustigung, ebenfalls Oli und hatte eine lila Perücke und eine giftgelbe Warnweste an, zudem noch zwei Bauchtamburine umgeschnallt auf denen die ganze Fahrt über Ti amo und Michaela begleitet und das My Happy Ending aus irgendeinem Handy übertönt werden musste.
Tata, tata, tata!
Schalalala, heyheyhey, oioioi gröhlend saß hinter mir der, zumindest auf seiner Bomberjacke stand es so, Master of Hardcore und rauchte mit seiner Nazibraut den ganzen Zug voll. Dong, ertönte eine Durchsage: “Sehr geehrte Fahrgäste, die Weiterfahrt verzögert sich aufgrund einer Signalstörung, wir bitten um Entschuldigung”. Ja nee, ist klar.
Nene, nene, nene!
Den Vogel abgeschossen hatte allerdings ein Typ links von mir, der nach schweißtreibendem Kampf den Mülleimer randvoll kotzte
und danach eine hefebraune Spur durch das S-Bahnabteil, hinaus auf den Bahnsteig in Zuffenhausen, zog. Ehe sein Freund reagieren konnte, schlossen sich jedoch die Türen und die Fahrt wurde ohne ihn fortgesetzt. Immerhin hatte er uns ein übelriechendes Andenken hinterlassen, danke auch. In Ludwigsburg angekommen machte ich erstmal drei Kreuze und freute mich höllisch, dass die närrische Zeit endlich ein Ende hat. Mal ehrlich, dachte ich mir, dieses Fasching aka Karneval ist echt das Allerletzte und freute mich fortan nur noch auf kommenden Samstag, den National Qualifier in Ludwigsburg.