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Jetzt gibts Ramazotti!

Dies und das und das alles zusammen!

27. Oktober 2009 von schmirglie

Hallo liebe Leserschaft,

die ganze letzte Woche habe ich es vor mir hergeschoben einen letzten Eintrag zu meinem Verbleib in Austin zu schreiben. Besonders viel gibt es da auch nicht zu erzählen, aber da ich jetzt auch noch das ein oder andere Thema habe, kann ich zum Rundumschlag ausholen und über dies und das plaudern.

Die Pro Tour an sich war für mich mit 3-4 Drop eher wenig erfolgreich. Genaueres gibt es bald auf mu.de zu lesen, das hab ich EB und Atog mittlerweile versprochen. Vermutlich nächste Woche, also seid gespannt, ich denke es wird trotz allem lustig.
Durch mein verfrühtes Ausscheiden konnte ich wenigstens rechtzeitig zum Hostel zurückkehren, um beim Grillen zwei Burger abzusahnen. Anschließend war ich mit Roxanne im Kino verabredet, sodass ich doch noch ein wenig Austiner Nachtleben genießen durfte. Wir schauten “A Nightmare on Elm Street”, allerdings mit einer Besonderheit: Drei lustige Typen saßen in der ersten Reihe und gaben via Mikro Kommentare zu dem Film, während er lief. So wurde sich dauernd über kitschige Poster an den Wänden, knuddelige Kuscheltiere und die extra großen und häufiger als nötig gezeigten Wodkaflaschen der Mutter amüsiert. Ich wusste häufig nicht, ob ich der Spannung des Films folgen oder über die Kommentare lachen sollte. 20 Minuten vor Schluss des Films wurde dieser schließlich sogar gestoppt um eine kleine Theatereinlage aufzuführen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir sowas auch in Deutschland antun würde, wenn das denn in der Form angeboten würde - habe ich aber noch nirgends gesehen. Wir schlenderten anschließend noch etwas über die 6th Street, aber da Roxanne erst 19 ist, war ein Besuch einer der Bars ausgeschlossen. In der 6th Street war üngeheuer viel los, so viele Leute wie an diesem Abend habe ich in der ganzen anderen Zeit nicht in der Stadt gesehen, abgesehen von den Kartenspielern natürlich. Mir kamen die Leute in der Stadt wir Vampire vor, die abends aus ihren Löchern kriechen um die Partymeilen unsicher zu machen, das liegt wahrscheinlich an einer Überdosis Zendikar und From Dusk Till Dawn…

Am nächsten Tag spielte ich nur einen 8-4 Draft, welchen ich gewann, und am Sonntag dann noch einen GPT mit 26 Teilnehmern, bei dem ich das Halbfinale erreichte und trotzdem Rating verlor. Zum Teamdraften bin ich nicht gekommen, da ich komischerweise immer dann essen ging, wenn die andern spielten, und anschließend alle anderen hungrig waren. Schlechtes Timing würde ich sagen.

Nachdem die Tage der Pro Tour wie im Flug vergangen waren musste schließlich die Heimreise angetreten werden. Der Rückflug verlief ganz entspannt, außer, dass ich in Frankfurt furchtbar lange auf mein Gepäck warten musste, was zur Folge hatte, dass es am Bahnsteig gleich mit dem Warten weiterging. Während des Flugs von Houston nach New York schaute ich “Ray” (äußerst sehenswert), leider wurden anschließend beim Flug von New York nach Frankfurt nur wieder die gleichen Filme wie beim Hinflug angeboten. Ich schaute also noch “My Sister's Keeper” (sehr traurig, aber auch ganz ok) und schlief etwa 3,5 Stunden. Demnach war ich, als ich um 12 Uhr Mittags in Karlsruhe ankam, immer noch reichlich müde und schlief erstmal bis 18:30. Damit war der Jetlag unvermeidbar, am nächsten Tag stellte ich jedoch fest, dass so ein amerikanischer Tagesrhythmus sich verdammt gut zum Party machen in Europa eignet. Am Samstag allerdings musste ich um 8 Uhr aufstehen, da nach Ludwigsburg zum PTQ gefahren wurde. Und damit wären wir schon beim nächsten Thema.

Ich öffnete also einen Pool mit Misty Rainforest und Lotus Cobra und bekam dafür Nissa und einen glitzernden Sumpf zurück. Schlechter Tausch. Ich baute UG mit Splash für zwei Shepherd of the Lost. So richtig gefallen wollte mir das Deck nicht, aber die Alternative war ein RW, welches nur ein Burst Lightning als Removal spielte, und da ich keine Lust hatte meine Offensive gegen einen einzigen Kor Skyfisher einzustellen, verzichtete ich darauf. Die Spiele waren zwar knapp, aber nicht allzu spannend (Sealed halt), ich verlor ein Match gegen Explorer's Scope-Beschleunigung into Hellkite Charger (in beiden Spielen), eins gegen Screw in Verbindung mit Baloth Cage Trap mit Predatory Urge, und eins gegen ein sehr starkes RB-Aggro, das mich sogar nach Mulligan auf 5 noch gut unter Druck setzen konnte. Insgesamt bin ich immer noch nicht sicher, ob man in diesem Format lieber ein mittelmäßiges Aggrodeck oder ein leicht überdurchschnittliches Controldeck spielen will, aber ich denke mit Terra Stomper und Roil Elemental kann man letzteres schon probieren. Mit dem unspektakulären 4-3 ging es also nach Hause, wo ich wieder begann Sealed-Queues auf Magic-Online zu joinen. Und damit sind wir auch schon beim letzten Thema für heute.

Man hat ja schon so einiges über Modo gehört, meistens nichts Gutes. Ich hatte mir daher auch mal vorgenommen etwas über die positiven Aspekte dieses Programms zu schreiben, denn die muss es ja auch geben, immerhin spielen tausende Leute damit. Momentan kann man sich über die Inkompetenz von WotC aber wieder mal nur wundern. Dazu erzähle ich euch kurz die Geschichte meiner Zendikar Releases: Ich wollte also am Sonntag Nachmittag eins der Draft-Releases spielen. Das sind 64-Mann-Turniere, die im KO-System ausgetragen werden, und die ein sehr ordentliches Payout haben. Um einen Slot zu bekommen musste ich mich schon am Samstag anmelden, aber tja, da muss man halt durch. Nicht so toll ist dann aber, wenn man am Sonntag Modo öffnet und sehen muss, dass die Release-Drafts für den Tag abgesagt wurden, wegen Serverproblemen. Sie werden durch mehr Sealed-Events ersetzt, die aber keinen Top8-Draft haben, weil, ja weil, man weiß es nicht… Hm, das macht dann natürlich keinen Spaß. Am Montag konnte ich nicht spielen, also wurde abends wieder einer der inzwischen wiederauferstandenen Drafts gejoined, welcher heute (Dienstag) um 16 Uhr stattfinden sollte. Ja, SOLLTE. Denn als ich eben online ging musste ich feststellen, dass die Drafts bis auf Weiteres wieder abgesagt wurden. Paradoxerweise ist der Grund dafür aber, dass scheinbar mehr Leute als erwartet Zendikar-Releases spielen wollen. Offenbar haben die technischen Mängel also keinen Einfluss auf den Andrang der Spieler. Naja, dann hat WotC ja wohl alles richtig gemacht. Immerhin muss man ihnen zu Gute halten, dass die Refund Requests (die man stellen kann, wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat) sehr schnell bearbeitet werden, vermutlich, weil sie einfach jedem sofort einen Code zuschicken, weil sie sonst nicht fertig würden mit den Anträgen. Ich gehe dann jetzt mal wieder Sealed spielen und hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch noch zum Draften komme. Hoffentlich habe ich dann bis Paris Ahnung von dem Format, ich bin gespannt wie das wird. Es würde mich mittlerweile nicht mehr wundern, wenn GP Paris mit mehr als 2000 Teilnehmern aufwarten könnte.

Man sieht sich dann da!

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Meine erste Pro Tour / Mathias in Austin - Teil 3

14. Oktober 2009 von schmirglie

Hier ist er also, der lang erwartete dritte Teil dieser epischen Saga. Die letzten Tage war ich recht viel unterwegs, und auch nicht sonderlich motiviert etwas zu schreiben. Ich fange erstmal mit ein paar Bildern an, oder noch besser, mit Musik. Das neue Kasabian-Album hat sich mehr oder weniger zum Soundtrack dieser Reise entwickelt, daher folgender Auszug:


(ich hoffe, dass das Einbetten funktioniert, und ich habe ausserdem keinen Sound hier, also keine Garantie, dass das das richtige Stueck ist!)

Also zu den Bildern, quasi ein Schnelldurchlauf durch die ersten Tage, von denen ich schon berichtete. Eins der Bilder von Manhattan, die ich vom Flughafen aufgenommen habe, ist doch was geworden:

Links im Bild kann man zumindest das Empire State Building erahnen, das in der Realitaet aber viel besser zu erkennen war…
In Austin angekommen konnte ich das recht schoene Wetter am Donnerstag noch nutzen um dieses Bild des Zentrums vom Hostel aus zu machen:

In der Mitte sieht man den Frost Bank Tower, welcher eines der wenigen Wahrzeichen der Stadt ist. Ein anderes ist das Capitol (ehemaliger Amtssitz von Vater und Sohn Bush), das ich bei meiner naechtlichen Rundfahrt durch die Stadt fotografierte:

Hier nochmal der Frost Bank Tower von der 6th Street aus, in der eine Bar neben der anderen steht, und die nebenbei so ziemlich die einzige Strasse in der Stadt ist, wo tatsaechlich mal mehrere Haeuser nebeneinander stehen - und nicht riesige Luecken mit Parkplaetzen und sonstigen Freiflaechen vorhanden sind:

Fuer die Leute, die sich immer gefragt haben, wie das eigentlich aussieht, wenn Kartenspieler zu Tisch sitzen, habe ich mal folgende Spielsituation aufgenommen. Es spielte grade ein Deutscher gegen einen Schotten (die Schotten hatten sich lustige Outfits ueberlegt, aber ich wollte nicht einfach so Bilder von ihnen machen). Bei WoW ist es wesentlich ueblicher mit Spielmatten zu spielen, auf denen bevorzugt Frauen mit grossem Vorbau abgebildet sind. Der Schotte hat geschickterweise grade seine Karten drueber gelegt. Ja, WoW-TCGler sind im Schnitte etwas nerdiger als Magicspieler, aber komischerweise spielen trotzdem mehr Frauen bei den Turnieren mit, und sie sehen sogar wie Frauen aus!

Am Wochenende spielte ich noch 2 Turniere, am Samstag ging ich nach einem 3-1-Start nur 4-4, hatte aber morgens schon eine 25 Euro Lootkarte geoeffnet, was dann ok war.
Jan schaffte es nicht sein Kunststueck von letztem Jahr, mit 6-0 am zweiten Tag noch Top8 zu machen, zu wiederholen, erreichte mit 10-4 aber einen Platz in der Gegend der besten 16, und somit 2500$ (abzueglich Steuern). Da sein aergster Konkurrent im “Hero-of-the-Year-Race” aber mit 0-2 in den zweiten Tag startete war bald klar, dass er diesen Titel und die zugehoerigen Boni gewinnen wuerde. Vitus ging am zweiten Tag leider etwas ein, Bernd gewann 450$, wuerde am Sonntag aber nochmal einen 500$ Amazon-Gutschein draufbekommen. Vitus und Jan hatten immer noch nicht genug und spielten noch einen iPod-Draft, bei dem sie beide scheiterten. Waehrenddessen ging ich auf Anraten der netten jungen Dame an der Rezeption des Hostels zum Mexikaner, bei dem ich fuer 6,50$ einen Burrito bekam, der so gross war, dass ich ihn nicht ganz essen konnte. Die Bedienung konnte uebrigens weniger englisch als ich…

Am Sonntag war mein Deck ziemlich gammlig, aber gleich in Runde 1 hatte ich ein lustiges Erlebnis: Ich setzte mich also an den mir zugewiesenen Tisch und wartete auf meinen Gegner. Nach etwas laengerer Zeit (die anderen sassen alle schon) kam ein Spieler angerannt, der sich hustend und keuchend auf die andere Seite des Tisches setzte. Scheinbar war die Pause zwischen Deckbau und Paarungen zu kurz gewesen, um noch vernuenftig zu rauchen. Wir begannen also zu spielen, kamen aber nicht sonderlich weit. Nach zwei Minuten kam ein Schiedsrichter, fragte mich, ob ich der Mathias waere, und erklaerte mir, nachdem ich das bejaht hatte, dass ich gewonnen haette, da mein Gegner Randy nicht zum Spiel erscheinen wuerde. Etwas verdutzt schauten mein “Gegner” und ich uns an. Daraufhin sagte der Schiedsrichter zu meinem Gegner: “Well, I don't know who you are, but you're not Randy, I guess”. Ein Blick auf den Ergebniszettel zeigte mir, dass mein Gegner tatsaechlich Randy heissen sollte, und ein Blick zu meinem Gegner, dass er nicht Randy hiess. Nachdem er nochmal zu den Pairings gegangen war war klar, dass er sich einfach auf gut Glueck an einen Tisch gesetzt hatte, in der Annahme, dass er der letzte ankommende Spiele waere, und dass der Platz dann wohl seiner waere. Die anderen leeren Plaetze (es gab mehrere) hatte er wohl uebersehen. Ich hatte jedenfalls Runde 1 gewonnen. Leider reichte es dann nur zu einem 3-2, und ich bekam 3 Booster (Zufallspaeckchen) als Preise. Bis dato war der Tag noch nicht sonderlich erfolgreich verlaufen, aber lucky wie ich bin oeffnete ich die 150 Euro Lootrare, die nur in jedem 288. Booster drin ist. Nice, da war der Tag fett gerettet. Anschliessend gingen wir noch mit den anderen Spielern (darunter auch die Minis-Spieler, das ist ein anderes Spiel mit Figuren, aehnlich Batteltech, aber auch in der WoW-Welt) zum Mongolen um die Ecke, wo man sich frische Zutaten und Sossen zum Selbermixen auf einen Teller schaufelte, um dann zuzusehen, wie die Koeche sie auf ziemlich grossen Herdplatten brateten. Anschliessend war ich froh meinen Geiz ueberwunden zu haben, denn dieses Essen war jeden Cent der 15$, die ich bezahlte, wert! Ich hatte leider meine Kamera nicht dabei, nur Henriette hat ein Foto gemacht, aber ich weiss nicht, wie ich da dran kommen soll…

Damit war das WoW-Wochenende beendet, und nach ein paar Partien mit den Blockdecks und unseren Magic-Highlandern (wo man sich endlich wieder ueber Screw und Flood beschweren konnte, yay!) gingen wir schlafen. Die anderen waren schon aufgebrochen, als ich endlich einmal gut ausgeschlafen aufstand. Nach dem Fruehstueck hiess es:


Da die Busplaene hier nicht sonderlich toll sind, beschloss ich einfach zur Endhaltestelle meiner Standardlinie zu fahren, da sich dort die “Highland-Mall” befindet. Die Fahrt dauerte etwa 50 Minuten und ging auch ueber den Unicampus, aber generell sah die Stadt vom Bus aus nicht sonderlich besichtigenswert aus. Auch die Mall sah weder von aussen noch von innen besonders ansprechend aus, und viel los war auch nicht (aber es war ja auch Montagnachmittag). Zur Abwechslung hatte ich mal Glueck mit dem Wetter und es begann erst zu regnen, als ich die Mall betrat - am Wochenende war ich noch ein weiteres Mal ziemlich nass im Convention-Center angekommen…
Fast alle Geschaefte hatten irgendwelche “Sales”-Angebote, also kaufte ich fuer unglaublich wenig Geld zwei Shirts und eine Jeans (schonmal eine Levi's fuer umgerechnet 23 Euro gekauft? Ich vorher jedenfalls nicht!), ass bei einem aeussert leckeren Asiaten zu Mittag, und fuhr wieder heim, wo ich mich etwas mit Roxanne, die Halbasiatin ist und grade eine Wohnung und einen Job sucht, unterhielt. Anschliessend testete ich mit Alexandro aus Argentinien fuer die Tour und schaute anschliessend noch mit den anderen Hostelbewohnern “Zack and Miri make a porno”, der uebrigens ganz lustig ist. Am naechsten Tag wurde die Magicspieler-Gemeinde im Hostel von Stefan aus Suedafrika und Matt aus Neuseeland verstaerkt. Letzterer hatte auch die WoW-WM mitgespielt. Dass sich vier Menschen aus komplett anderen Gebieten der Welt, die aber gleichermassen verrueckt nach und fasziniert von diesem Spiel sind, zum Kartenspielen in Austin treffen, ist eines der schoenen Erlebnisse dieser Reise. Nachdem ich am Dienstag also in einer anderen Mall nochmal drei Shirts gekauft hatte testeten wir ziemlich lange, assen im KFC zu Abend und testeten weiter. Schliesslich wurde wieder ein Film geschaut, diesmal Cloverfield, den die anderen irgendwie nicht so toll fanden. Als ich heute morgen aufstand sassen schon einige Italiener am im Gemeinschaftsraum, sodass heute wohl auch hauptsaechlich Karten gedreht werden. Zum Abschluss noch ein Bild der zweiten Mall, die durchaus huebsch eingerichtet und auch ziemlich gross war, letztlich aber doch nicht wesentlich anders als ein deutsches Einkaufszentrum aussah:

Bis dann, ich denke ich melde mich am Samstag oder Sonntag nochmal (aber nur kurz, vermute ich)!

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Meine erste Pro Tour / Mathias in Austin - Teil 2

10. Oktober 2009 von schmirglie

Den ersten Teil findet ihr hier. Dort gab es Donnerstagnachmittag europaeischer Zeit auch noch ein Update zu meiner Anreise. Stehen geblieben war ich beim Donnerstagmorgen.

Nachdem ich also gebloggt hatte machten Jan und ich uns auf um etwas einzukaufen. Als wir das Hostel verliessen lief ich erstmal gegen eine Wand aus dicker Luft. Die Mischung aus hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit war kaum ertraeglich - die anderen, das sind Vitus und Bernd, die wirklich so heissen, schon am Montag angereist sind und auch bei der WM teilnehmen - versicherten mir aber, dass es in den Tagen zuvor noch anstrengender gewesen waere. Noch schlimmer aber ist eigentlich, dass hier alles, was ein Dach hat, auch eine leistungsstarke Klimaanlage zu beherbergen scheint, das gilt insbesondere auch fuer Busse. Diese Leistung muss dann natuerlich auch genutzt werden, sodass ich teilweise dermassen friere, dass ich es bevorzuge mich nach draussen zu bewegen, nur um mich aufzuwaermen.

Aber zurueck zum Einkaufen: Wir wurden von einer netten jungen Dame zu einem Allround-Supermarkt etwa 5-10 Minuten zu Fuss vom Hostel geleitet. Ueberhaupt sind die Amerikaner aeussert freundlich, wenn man sie etwas fragt antworten sie geduldig und ausfuehrlich, oft sprechen sie einen auch von sich aus an, wenn sie glauben, dass man Hilfe braucht.
In diesem Laden gab es jedenfalls ca alles, darunter auch eine Apotheke und eine Werkzeuggecke(?!). Die Lebensmittel waren recht begrenzt, aber wer will schon Obst und Gemuese kaufen? Ich zahlte also fuer eine Packung Frosties, zwei Liter Milch, ein paar Cracker und eine Wochenration Wasser 10$ und nach dem Fruehstueck machten wir uns auf zur Site. Die Busfahrt verlief wenig aufregend, auch wenn ich den Plan nicht verstand, obwohl ein anderer Passagier es auch gerne mehrmals versuchte, ihn mir zu erklaeren. Wir meldeten uns zum Turnier an, und ab hier wird es jetzt wahrscheinlich fuer die Leser, die sich nicht mit der Materie auskennen, etwas komplizierter. Ich versuche mich einigermassen kurz zu fassen.

Es war ein “Sealed-Turnier”, d.h. man bekommt sechs Zufallspaeckchen und muss sich aus denen ein “Deck” bauen. Natuerlich kann man bei Zufallspaeckchen Glueck haben, oder eben auch nicht. Bei mir war eher ersteres der Fall, und auch wenn ich beim Bauen etwas ueberfordert war (immerhin habe ich dieses Spiel noch nicht so oft gespielt), fanden die anderen anschliessend das Deck gut, und auch richtig gebaut. Dank eines laecherlichen Spoilers (= Karte, die viel zu stark ist) konnte ich meinen Erstrundengegner, der am naechsten Tag auch WM spielen wuerde, im ersten Spiel besiegen, und auch das zweite sah super aus, bis ich eine Karte spielte, die eigentlich nicht in meinem Deck haette sein duerfen. Das quasi gewonnene Spiel wurde daher als verloren gewertet und ich musste die Karte tauschen. Das dritte Spiel und somit auch das Match konnte ich aber gewinnen, also nochmal Glueck gehabt. Ich verlor anschliessend die zweite Runde knapp und konnte in der dritten gegen einen anderen WM-Teilnehmer die geballte Spoilerpower fuer mich wirken lassen. Dann wurde ich gegen den Jan gelost, der mich leider im dritten Spiel gluecklich besiegte, sodass ich nur noch 2-2 (2 Siege, 2 Niederlagen) stand und der Traum von der 80$-Karte, die man fuer ein 4-1 bekam, begraben werden musste. Ich gewann die letzte Runde, bekam drei Paeckchen Karten dafuer und machte mir wenigstens noch die 18$-Karte auf. Immerhin, als Einstieg zufriedenstellend.

Jan und Vitus wollten noch einen iPod-Draft spielen und anschliessend in eine Sportsbar Baseball schauen gehen, worauf ich aber so gar nicht stand, da ich seit dem Fruehstueck nur Cracker gegessen hatte und ziemlich muede war. Bernd spielte noch, da er an einem anderen Turnier als wir teilgenommen hatte. Ein iPod-Draft kostet uebrigens 30$ und letztlich hatten darauf so wenig Leute Lust, dass es bei sechs Spielern zwei iPods zu gewinnen gab. Karten, die man behalten darf, gibt es fuer jeden Spieler auch noch dazu.

Planlos was zu tun waere ging ich einfach mal Richtung Innenstadt und suchte eine Haltestelle unserer Buslinie. Leider konnte ich mit dem Busplan immer noch nichts anfangen, also stieg ich einfach mal irgendwo ein, dann am Capitol wieder aus, wo ich noch ein Bild machte (Bilder gibt es bald, wirklich!), und schliesslich ging mir waehrend des Irrens durch die Stadt doch ein Licht auf, wie die Karte und die Uhrzeiten auf dem Plan zu verstehen waren. Mit dem neugewonnenen Wissen fand ich bald eine Haltestelle der richtigen Linie und kam um 22:30 am Jack-In-The-Box (amerikanische Fast-Food-Kette) in der Naehe des Hostels an, wo ich mich zwang ein Burgermenu fuer 4,41$ einzunehmen (fuer das man in Europe deutlich mehr bezahlt haette, Fast-Food ist hier wirklich billig). Anschliessend wollte ich zuerst noch etwas lesen, aber da Jan den Schluessel zu unserem Schliessfach hatte kam ich nicht an meine Lektuere ran. Muede genug um schlafen zu gehen war ich aber, also suchte ich mein Bett auf.

Als ich in der Nacht kurz aufwachte hoerte ich, dass draussen wohl ein starkes Gewitter zu Gange war. Um halb 8 konnte ich wiedermal nicht schlafen und stand auf. Als ich aus der Dusche kam sassen die anderen aber auch schon im Aufenthaltsraum und bauten noch an ihren Decks rum. Da die WM um 9 Uhr losgehen sollte mussten sie sich etwas beeilen, und waehrend ich die Hoffnung hatte, dass es bald aufhoeren wuerde zu regnen, begaben sie sich auf ihren Weg durch die Naesse. Meine Hoffnung wenigstens trockenen Hauptes anzukommen versiegte nach zwei Stunden aber, und schliesslich musste ich mir auch den Weg zur Bushaltestelle bahnen. Natuerlich hatte ich nur einen Pulli und keine Jacke von zu Haus mitgenommen, und natuerlich waere dafuer noch unendlich Platz im Koffer gewesen, aber wer hoert schon auf den Wetterbericht??? Relativ nass kam ich also an der Site an und meldete mich zum “Beginner's Sealed” an. Dank meines guten Coaches war ich zuversichtlich die ganzen Neulinge ordentlich an die Wand fahren zu koennen, aber ganz so einfach wurde es dann doch nicht. Von den neun anderen Teilnehmern kannte ich zwei vom Namen: HaJo Hoeh (deutscher Alles-Zocker, der dank seines Riechers fuer Spiele mit hohem Payout und schlechten Gegnern reich wurde) und Antti Malin (amtierender Magic-Weltmeister!). Gegenueber von Letzterem nahm ich dann auch zum Deckbau Platz, und er erzaehlte mir, dass es sein drittes WoW-TCG-Turnier waere, und er nur hier sei, weil es sich eben wegen des Magic-Turniers naechste Woche so anboete. Meinen Pool fand ich auch diesmal wieder nicht wieder sonderlich einfach zu meistern, aber die andern meinten, dass ich hoechstens drei Karten verbaut haette, und es im Grossen und Ganzen schon ein gutes Deck waere. Allerdings fand Titus auch diesmal wieder eine Karte, die nicht ins Deck durfte. Ich konnte das den Schiedsrichtern noch vor der ersten Runde mitteilen, sodass ich diesmal ohne Strafe davon kam und einfach eine andere Karte spielte (die Listen wurden registriert, also konnte ich nicht einfach so tun, als waere nichts gewesen). Die Deckbauregeln sind bei diesem Spiel schon deutlich anspruchsvoller als bei Magic…
In Runde 1 wurde, wie in jeder der drei Runden und uebrigens auch am Tag zuvor, eine sogenannte “Loot-Karte” verlost. Der Schiedsrichter nannte zuerst den Tisch - das war meiner - , dann den Vornamen des Spielers. Etwas enttaeuscht dachte ich zuerst er haette Thomas oder etwas Aehnliches gesagt, auf den Namen meines Gegners hatte ich vorher nicht geachtet. Dann legte er die Karte zu mir und mir wurde klar, dass er einfach Probleme hatte meinen Namen auszusprechen. Die Karte wird dann wohl morgen fuer 75-80$ an einen Haendler verkauft. Nachdem ich meinen Gegner 2-0 geputzt hatte musste dieser naechste Runde gegen HaJo ran, obwohl dieser gewonnen hatte. (Beim schweizer System spielen immer die Gewinner gegen die Gewinner und die Verlierer gegen die Verlierer, aber bei 5 Gewinnern und 5 Verlierern muss halt ein Verlierer gegen einen Gewinner ran, das waren dann die beiden). Soweit hatte der arme Ross es also so ungluecklich wie irgend moeglich erwischt, aber dann begann das Glueckskarussel: Beim Auslosen wurde erstmal Ross erwischt. Er bekam den “Spektraltiger”, den man durchaus fuer 600$ loswerden kann. Er verlor dann das erste Spiel gegen HaJo, welcher sich aber schon fuer ein anderes Turnier angemeldet hatte, welches begann, waehrend sie grade im zweiten Spiel waren. HaJo fragte, ob sein Gegner nicht aufgeben wuerde, da er ja den Tiger habe und HaJo so wenigstens auch einigermassen gut dastehen wuerde. Ross war grade alles egal, also schenkte er HaJo einfach den Sieg (den er, wenn er nicht weggemusst haette, natuerlich auch so bekommen haette). HaJo stand also nun 2-0, wie noch zwei andere Spieler - einer davon war ich, nachdem ich in Runde 2 Antti Malin besiegt hatte. Bei drei ungeschlagenen Spielern musste natuerlich einer runtergelost werden, und das war wieder HaJo, der aber auf Grund des anderen Turniers nicht mehr antrat, und nur den Preis fuer ein 2-1 haben wollte (immerhin auch noch 50 Euro oder so wert). Das wiederrum freute seinen Gegner, der somit automatisch gewann, auch 2-1 stand und den gleichen Preis erhielt.
Wem das jetzt alles zu verwirrend war: drei Spieler, alle gluecklich! Ebenso wie ich, nachdem ich die letzte Runde auch noch gewann und mit dem deutlich ueber 100 Euro teuren Hauptpreis nach Hause ging. Ich besuchte wieder den Supermarkt vom Vortag, bekam mehr Zweifel, wie ich mich die naechsten 9 Tage ernaehren will, fand im Hispano-Laden nebenan wenigstens noch ein Sixpack Budweiser fuer 7,50$ (Inhalt einer Dose: ein Pint), ass leckeres Mikrowellenessen und begann hier zu schreiben.

Von der Stadt habe ich, wie man merkt, noch nicht so viel gesehen, das wird dann naechste Woche erledigt. Generell sieht es hier aber doch eher wie im Vorhof zur Hoelle der Trostlosigkeit aus, als in einer Stadt mit viel Nachtleben, aber vielleicht habe ich auch einfach die falsche Ecke erwischt.

Bestimmt habe ich jetzt wieder die Haelfte vergessen, aber dann wird das beim naechsten Mal erzaehlt.

Viele Gruesse nach Hause, Mathias

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Meine erste Pro Tour / Mathias in Austin - Teil 1

6. Oktober 2009 von schmirglie

Update 1! 08.10.09
(zu finden mit strg+f ->update 1)

06.10.09
Liebe Leser,
dieser Eintrag muss leider sofort mit einem Disclaimer beginnen.

Disclaimer Anfang
Ich hoffe, dass dieser und die folgenden Einträge auch von Personen gelesen werden, die mit dem Begriff Magic nicht genug anfangen können, als dass sie hier von ganz vielen Karten und Spielen lesen wollen. Daher werde ich versuchen hier mehr von dem Drumherum zu erzählen, das man bei einem Kartenspiel-Urlaub, wie ich ihn vorhabe, erlebt. Wer also ausgefeilte Decks, meine Gedanken zum Format und Spielbeschreibungen von den Turnieren erwartet, wird enttäuscht werden. Das alles wird es aber hoffentlich bald auf www.magicuniverse.de zu lesen geben. Ich bitte um Verständnis.
Disclaimer Ende

Morgen ist es also so weit: Dann fliegen der Jan und ich nach Austin, und wenn ich ehrlich bin freue ich mich wie ein kleines Kind auf seine Junior-Tüte, bzw sein Happy Meal für die Jüngeren unter uns…
Was machen wir in Austin? Wir spielen Karten, so viel haben die meisten schon mitbekommen. Es geht dabei nicht um Karo-Dame und Pik-Ass, sondern um Karten, die etwa so aussehen:

null

Oder so:

null

Dabei ist das eigentlich nicht ganz richtig. Der Jan ist nämlich eher wegen Karten dabei, die etwa so aussehen:

null

Ich muss daher wohl etwas genauer darauf eingehen, wie unser Plan ist: An diesem Wochenende ist die diesjährige Weltmeisterschaft des “World of Warcraft Trading Card Game”s. Es spielt in der berühmt-berüchtigten Warcraft-Welt (das Online-Rollenspiel kennt hoffentlich jeder, bzw ist es vielleicht auch besser falls nicht), hat sonst aber mit dem Rollenspiel nur am Rande zu tun. Der Jan ist ziemlich gut bei diesem Spiel und wird die WM mitspielen, ich besuche ein paar der “Sideevents”, bei denen es auch ganz ordentliche Preise zu gewinnen gibt. Dann fliegt der Jan am Montag wieder Richtung Heimat, während ich noch eine Woche bleibe, unter Anderem, um die “Magic Pro Tour” zu spielen, die, wie der Zufall so will, an der gleichen Stelle, nur eben eine Woche später, stattfindet. Zwischen den Wochenenden wird aber einiges an Zeit bleiben um die Stadt Austin anzuschauen, etwas shoppen zu gehen, und was man sonst halt so anstellt, wenn man im Urlaub ist.

In diesem / meinem Blog habe ich vor euch ein wenig davon zu erzählen, wie ich meine Zeit verbringe und wie die Pro Tour aus Sicht eines Neulings aussieht. Dabei werde ich erstmal diesen Eintrag hier mehrmals updaten, damit ich nicht die ganze Startseite von mtgblogs.de einnehme. Ich denke man wird immer mitbekommen, wenn es etwas Neues gibt. Die Daten der Einträge schreibe ich immer ganz oben hin, damit man sie auch von der Startseite aus sieht (was man, wie ich grade feststelle, doch nur bei den letzten beiden Einträgen tut, nunja. Es wird irgendwie funktionieren).

Als kleine Einstimmung ein paar Informationen, die ich zusammen getragen habe:
Austin ist eine Stadt in etwa der Größe Kölns. Es ist die Hauptstadt von Texas, aber dennoch recht liberal und alternativ - mehr, als man es von einer texanischen Stadt erwarten würde. In Austin wohnen etwa 50000 Studenten, was sehr ansprechend klingt. Auch wenn der Wetterbericht für die nächsten Tage eher mäßig ausfällt, erwarte ich doch, dass ich nächste Woche noch im Town Lake (neben dem unser Hostel steht) oder einem der anderen Seen, die ich übrigens in Texas auch nicht unbedingt erwartet hätte, baden gehen kann. Die Temperaturen werden zumindest deutlich angenehmer als hier in Deutschland sein.

Die Reise beginnt morgen um 8 Uhr am Karlsruher Hauptbahnhof, ankommen werden wir wohl ca 23:00 Uhr Ortszeit (müsste ca 6 Uhr morgens europäischer Zeit sein) am Hostel, wenn alles läuft wie es soll. Da wir dann am Donnerstag erstmal unterwegs sein werden gibt es das nächste Update wohl Donnerstag Abend (Austiner Zeit, d.h. der Kanne wird es bestimmt noch um 2 oder 3 Uhr morgens lesen, Leute mit einem Schlafrhythmus, den man nach gesellschaftlicher Konvention als “normal” bezeichen kann, werden wohl bis Freitagmorgen warten müssen).

Ich möchte schonmal folgenden Personen danken:
- dem druFFF dafür, dass er diese Woche noch Fetchländer nach Hamburg schickt, die dann eine Woche nach mir nach Austin fliegen
- dem Jan (ein anderer Jan) dafür, dass er mir heute seine Digi-Cam geliehen hat, damit ich auch ein paar Fotos machen und hier reinsetzen kann
- den Franzosen in Metz dafür, dass sie mich gewinnen haben lassen
- allen Leuten, die dauernd gute Ratschläge und Erinnerungen parat hatten, auch wenn einiges davon mich eher verrückt gemacht hat, anstatt mich zu beruhigen.

Als Teaser werde ich jetzt noch zum monatlichen Highlander-Turnier in Karlsruhe gehen und mich ordentlich vermöbeln lassen.

Bis bald, der Mathias!

Update 1, 09.10.09, 8:30am

Da ich frueher wach bin als erwartet kann ich euch doch schon berichten, was gestern so passiert ist. Diese amerikanischen Tastaturen gehen mir uebrigens jetzt schon auf die Nerven…

Ich verliess das Haus um halb 8 europaeischer Zeit, danach lief erstmal alles reibungslos, auch am Flughafen. Um halb 12 hoben wir ab. Nachdem ich mir das Entertainment-Angebot des Flugzeugs angeschaut hatte war ich zuversichtlich, dass die Reise schon nicht allzu langweilig werden wuerde. Als erstes wurde mal der neue Ice-Age geschaut (die Bildquali war leider nicht so toll und der Bildschirm klein, aber es ging), waehrenddessen gab es Mittagessen. Danach schaute ich die leider einzige Folge von “The Big Bang Theory”, die angeboten wurde, und da die Verzweiflung langsam zunahm auch noch “Samantha Who?” Der Versuch etwas zu schlafen scheiterte, Lesen ging irgendwie auch nicht, und nachdem ich den Jazz- und den Klassiksender des Flugzeugradios durchgehoert hatte stellte ich fest, dass seit Ice Age grade mal drei Stunden vergangen waren. Das bedeutete: Nochmal drei Stunden bis New York! Die Dame im Sitz vor mir borgte mir dankenswerterweise den Stern, der aber auch nach einer halben Stunde durchgelesen war. Die Zoll- und Einreiseformulare wurden ausgefuellt, es gab noch einen kleinen Imbiss, und irgendwann erreichten wir tatsaechlich New York. Bei der Landung hatte man einen grandiosen Blick auf die Skyline von Manhattan, leider sind die Bilder aus verschiedenen Gruenden alle nicht so toll geworden.

In meinem Kopf war es sofort halb 3 nachmittags, ich brauchte eine Viertelstunde, bis mir auffiel, dass es ja eigentlich grade halb 9 abends war (nach europaeischer Zeitrechnung).
Bei der Passkontrolle durften wir einem Officer erklaeren, warum wir gerne sein Land besuchen wuerden. Wie erwartet bekam ich auf die Antwort “Holidays. And there's a card-game-tournament, where I participate” die Gegenfrage: “Oh, Poker?” Nachdem ich ihm erklaert hatte, dass es eher um etwas anderes ging stellte er mir noch eine Reihe Ja/Nein-Fragen, und ich sollte noch was zu meinem Studium erzaehlen, ich vermute der Grund dafuer war aber nicht persoenliches Interesse an meiner Person. Letztlich schien ich vertrauenswuerdig zu sein und wurde eingelassen. Bei der Gepaeckausgabe patroullierte ein anderer Officer samt Drogenhund. Dieser witterte auch etwas bei einer aelteren Dame, die daraufhin zuerst ihre Tasche und dann ihr Zollformular vorzeigen musste. Scheinbar hatte sie aber alles wahrheitsgemaess angegeben und so bekam der Hund sein Leckerli und er machte sich mit seinem Herrchen auf den Weg zu anderen Schmugglern. Ich denke man kann erkennen, dass die Kontrollen in den USA etwas strenger sind als in Europa. Nachdem wir unser Gepaeck wieder aufgegeben hatten mussten wir eine knappe Stunde am Flughafen totschlagen. Ich fotografierte nochmal die Skyline, aber fuer die Kamera war die Entfernung dann doch zu gross. Mama wurde angerufen, anschliessend erklaerte Jan mir noch in Grundzuegen die Baseball-Regeln (es waren ueberall Bildschirme aufgehangen, wo gerade ein Spiel uebertragen wurde), irgendwann durften wir dann Flieger Nummer zwei besteigen. Dieser konnte aber noch nicht starten, es gab wohl Probleme wegen einem Gatewechsel. So sassen wir bis zum Start eine geschlagene Stunde im Flugzeug, die ich komplett(!) damit verbrachte, den faszinierenden Anblick der Skyline in der langsam untergehenden Nachmittagssonne zu bewundern. Da die Alternative gewesen waere diese Stunde am Flughafen Houston zu verbringen, war ich darueber auch nicht besonders aergerlich.

Im Flugzeug gab es recht bald Abendessen, welches sich nicht nur wegen der Groesse eher wie ein Mitternachtsimbiss anfuehlte. Anschliessend schlief ich etwas. Als ich aufwachte waren wir schon im Landeanflug auf Houston, draussen war es, bis auf die vielen Lichter der Stadt, schon stockduster. Beim Verlassen des Flugzeugs war es unerwartet warm und schwuel, trotz der spaeten Uhrzeit. Das Thermometer zeigte 28 Grad Celsius, und ich hatte den Eindruck das texanische Klima eventuell etwas falsch eingeschaetzt zu haben.

Jan nutzte die Zeit am Flughafen um sich bei Wendy's ein Burgermenu zu ordern und konnte mit seiner Sprite die These, dass man in Amerika Getraenke immer ohne Eis bestellen sollte, deutlich untermauern (der Chlorgehalt des Leitungswassers ist enorm). Der Burger sah genau so aus, wie ich mir amerikanische Fast-Food-Burger immer vorgestellt hatte.
Nach einem weiteren Start und einer weiteren Landung kamen wir frueher in Austin an als erwartet, die Gepaeckausgabe dauerte gefuehlte 3 Minuten und nach einer recht kurzen Taxifahrt kamen wir nach insgesamt 22 Stunden Reisezeit im Hostel an, wo ich recht schnell einschlief. Grade eben bin ich um halb 8 aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen, was wohl darauf zurueckzufuehren ist, dass mein Koerper eher glaubt, dass es grade halb 3 nachmittags waeren. Mein Schlafpensum ist naemlich noch nicht im Soll. Dafuer haben wir jetzt Zeit die Stadt zu erkunden und etwas einzukaufen, bevor wir das erste Turnier spielen. Wie das laeuft (und, fuer den Stefan, wie die Gewinnchancen beim WoW-TCG so sind), erzaehle ich dann das naechste Mal. Ob sich meine Schleimhaeute bis dahin erholt haben, auch.

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