Nein, ich war kein Prerelease spielen. Sogar jetzt, wo 76,825% der deutschen Magicspieler ihren ersten RoE-FNM-Draft genießen, sitze ich zu Hause und schreibe einen Blogeintrag. What Happened?
In letzter Zeit wollte ich bewusst mal weniger Magic spielen. Viel weniger war es letztlich dann zwar doch nicht, aber ich habe es problemlos geschafft nur noch zu spielen wenn ich Lust darauf hatte, statt wie vorher panische Jagd auf Qualifier-Points zu machen. Seit dem NQ in Frankfurt habe ich mit echten Karten nur beim PTQ in Köln gespielt, wo ein getopdecktes Scapeshift mich von 2-0-1 auf 2-1-1 und somit auf die Verliererstraße brachte. Für die DM bin ich auch immer noch nicht qualifiziert und selbst der GP Lyon wird (wie Brüssel) aller Voraussicht nach geskippt. Und ich fühle mich tatsächlich besser dabei, suche alternativen Zeitvertreib und freue mich des Lebens, aaaaaaaber ich spiele natürlich manchmal trotzdem noch Karten. Sonst wäre das hier ja ein dummer Eintrag, denn nur um euch von meinem neuen Leben zu erzählen schreibe ich den dann doch nicht - wäre ja auch reichlich widersprüchlich.
Am meisten habe ich in letzter Zeit M10-Draft gespielt, aber davon wollt ihr jetzt wohl eher nicht so lesen. Wenn mans drauf hat genug Baneslayer aufzumachen ein reichlich tolles Format, zwei Stück warens bis jetzt schon. Etwas Standard habe ich auch gespielt, darüber schreibe ich dann nach der Musikpause:
Das ist ein Lied vom neuen Album von Turbostaat und meine Hoffnung ist, dass der Kanne es sich endlich mal anhört, nachdem er das Lied hier gehört hat. Ansonsten kann man dazu nur sagen: Geiles Album, hat alle Qualitäten des Vorgängers und überzeugt zusätzlich noch mit mehr Abwechslungsreichtum und tollen Ideen.
Jetzt aber zu Standard: RoE ist bekanntlich auf Modo noch nicht veröffentlicht, dennoch dreht sich das Meta dort einfach immer weiter. Es werden die komischsten Decks gebastelt, die irgendwie die Decks to beat schlagen sollen. Es mag Zufall sein, aber gestern beim Daily durfte ich in 4 Runden drei Mal gegen Decks mit Howling Mines spielen. Runde 1 und 3 (bei 2-0) gegen Runeflaretrap-Kombo, irgendwie so hier halt, dann bei 3-0 noch gegen einen UW-Build mit Open the Vaults, recht seltsam, aber scheinbar doch erfolgreich. Ein anderes noch nicht sonderlich bekanntes Deck ist das “Jund mit U statt G”. Ich nenne das so, weil es eigentlich recht ähnlich wie Jund funktioniert. Blightning und Bituminous Blast hat man ja eh im Deck, dann Sedraxis Specter und die Sabbernden Nullen (Slavering Nulls, aber wie geil ist bitte dieser deutsche Name?). Zusätzlich spielt man Spreading Seas, damit man Jund auf allen Fronten angreifen kann.
Während das aber eher die random Randerscheinungen sind (oder nicht?!), haben die Pro Tour und der GP Brüssel das von Jund dominierte Meta endlich etwas durcheinander geworfen. Dieses Grixisdeck baut seinen Erfolg nämlich auch darauf auf, dass der ganze Discard auch recht stark gegen UW ist, während die Howling Mine Decks schon immer gut gegen Kontrolle waren, und da sind wir auch schon beim Thema:
Geheult wurde in letzter Zeit ja mal wieder viel. Nicht nur beim Prerelease, sondern natürlich auch über Standard. Die neuen blauen Karten sind ja (genau)so schlecht (wie die alten), Jund ist langweilig, aber unbesiegbar (außer von sich selbst versteht sich), und außerdem sollen WotC bitte keine 3/5er für 4G drucken. Als ob man keine anderen Sorgen hätte. Und dann waren da, ohne dass jemand es bemerkt hätte, diese PTQs auf Modo. Ich fasse mal kurz zusammen:
1. Sa, 16 Uhr MEZ: Es treten ca 250 Leute an, das war zu erwarten. Kreuz verliert die Runde um Top8, das war nicht zu erwarten - der verliert sonst immer erst danach. Die Top8 besteht aus zwei Jund, einem Jund mit U statt G und fünf UW Controls. Das war nicht zu erwarten. Woran liegt das wohl? Bestimmt nicht daran, dass das Deck so billig wäre. Manche Leute hielten UW zwar vorher schon für stark, aber die meisten waren leider noch immer damit beschäftigt über Jund herzuziehen, statt sich mal die andern Decks anzuschauen. Ins Halbfinale packen es dann zwei UWs und zwei Junds, im Finale treffen sich dann…. genau, die beiden UW Control.
2. Gestern irgendwann nachts: Keine Ahnung wie viele Leute mitspielen, aber es sind bestimmt nicht allzu wenige. Nach 8 Runden Swiss steht ein Jund 8-0, zwei UWs lucken sich mit 6-2 noch in die Top8, die andern Decks bei 7-1 sind jeweils ein weiteres UW und Jund, außerdem ein Boss-Naya, ein Allydeck, sowie ein Br Vampirdecks mit Blightning, Terminates und Manlands. Die UWs gewinnen alle ihr Viertelfinale, während das Nayadeck das Allydeck auseinander nehmen darf. Was dann im Halbfinale passiert könnt ihr euch selber ausmalen. Jace kostet seit heute knapp 60 Tix, Baneslayer ist auch nicht für unter 50 zu haben.
Und da schließt sich der Kreis: Mal schauen wie viele Baneslayer ich mir noch erdrafte. Hauptsächlich versuche ich aber mir die Message es folgenden grandiosen Musikstücks zu eigen zu machen:
So, wo waren wir stehengeblieben? Der Kreuz hatte sich also fix das Deck mit den 14 Mythic Rares plus 4 Knights plus 4 Hierarchen plus Manlands plus Fetchlands plus was weiß ich noch gebaut, da fuhren wir auch schon los. Natürlich bekam ich die Karten für das Junddeck nicht alle zusammen, und während ich mehr Karten last-minute verlieh als auslieh keimte in mir der Verdacht, dass ich keinen vierten Maelstrom Pulse finden würde. Zum Glück hatte der JK noch genau einen da, den er mir für äußerst faire 15 € überließ. Somit konnte es losgehen. Achja, wie der Spam so passend sagt: Deckliste gibts nicht, war halt Jund. Gnädigerweise erzähle ich euch noch, dass ich im Maindeck 4 Pulse, 1 Bituminous Blast, keine Garruks, 2 Terminates und 27 Länder hatte, davon 6 Manlands. Den Rest könnt ihr euch irgendwie zusammenreimen.
Runde 1: UW
Lustigerweise hatte ich das MU am Vorabend noch gegen den Kreuz getestet und war zu dem Schluss gekommen, dass UW so 40-60 sein müsste. Oder auch 60-40. Vllt sogar 70-30. Wovon hängt das ab? Vom Spieler, der einem gegenübersitzt! In guten Händen ist UW schwer zu schlagen, aber schlechte Spieler (die ihre Karten zur falschen Zeit spielen oder den Jace nicht bedienen können) erleichtern das MU deutlich. Wie dem auch sei, mein Gegner entscheidet sich dazu sowieso nicht gut zu ziehen, und so hat er einmal zu viele Länder und einmal nicht genug, und ich gewinne relativ locker 2-0.
1-0, 2-0
Runde 2: WW
Ich darf dankenswerterweise gegen den Jan ran. Waren ja auch nur 80 Leute oder so bei 1-0, da darf man sich dann auch mal gegenseitig raushauen müssen. Dieser legt Spiel 1 eine mächtige Kurve, die mit Conqueror's Pledge in Runde 5 und Eldrazi Monument in Runde 6 abgeschlossen wird. Man muss halt auch nicht immer den Pulse haben… Im zweiten Spiel nimmt er einen Mulligan und ich starte ganz gut, lege bei 17 Leben auf das eigentlich gestallte Board einen Siege-Gang Commander. Ihr vermutet es am Wort “eigentlich” schon: Nächste Runde kommt mal wieder das Monument, und lächerlicherweise kann er es so einrichten, dass er für 6 schlägt und einen Blocker hinten lässt, damit er nicht im Gegenzug sofort tot ist, um dann in der nächsten Runde eine Kreatur zu opfern und dank Dread Statuary genau für 11 anzugreifen.
1-1, 2-2
Runde 3: Boros
In dieser Runde wartet Jörg Unfried auf mich. Hm, da hab ich mir irgendwie einen leichteren Gegner erhofft… Dass er Boros spielt macht die Sache eigentlich nicht besser, aber es kommt wie es kommen muss: Im ersten Spiel flutet er wie die Nordsee, und im zweiten ist er leicht angescrewed, was seine Steppe Lynxen und Plated Geopeden nicht grade besser macht.
2-1, 4-2
Runde 4: MonoR
Ja danke, das hat mir grade noch gefehlt. Im zweiten Spiel fehlt mir immerhin nur eine Runde, das kann man fast schon als Erfolg werten.
2-2, 4-4
Runde 5: Bant
Von diesem Bantdeck hatte ich auf Modo eigentlich nur immer dick auf die Fresse bekommen, dass das Deck von Manuel Faber pilotiert wurde macht die Sache auch nicht besser, denn der kann bekanntlich auch noch spielen… Im ersten Spiel bin ich dann auch einfach mal so tot. Mein Plan gegen das Deck ist: Einfach alles Spotremoval boarden und hoffen, dass keine Kreatur beim Gegner liegen bleibt. Klappt dann mit Unterstützung seines Mulligans auch ganz hervorragend. Im dritten Spiel haben wir eine ziemlich seltsame Situation: Er behauptet in meiner fünften Runde, dass ich letzte Runde vergessen hätte mit meinem Thrinax anzugreifen. Auf meinem Zettel hatte ichs ihn aber ganz klar von 19 auf 16 gesetzt, und darunter noch den Lebenspunkt vom Fetchen abgezogen, das hatte er danach in seiner Runde gemacht. Nun konnte ich mir aber gar nicht vorstellen, dass ich einfach nur Leben abziehe ohne anzugreifen und war auch sicher, dass ich gesagt hatte, dass ich angreifen wollte. Ob ich den Thrinax dafür getappt hatte konnte ich zwar nicht 100% sicher sagen, aber mir wäre es doch aufgefallen, wenn ich den Thrinax nicht ENTtappt hätte, oder? Naja, wir rufen dann mal den Judge und schließlich gibt Manuel fairerweise klein bei, der Judge hätte aber aufgrund der korrekt abgezogenen Lebenspunkte wohl eh eher zu meiner Aussage tendiert. Letztlich sind die drei Lebenspunkte aber auch egal, weil bei ihm sowieso nichts liegen bleibt. Dass ich in einer Runde Maelstrom Pulse spiele statt Deathmark und Putrid Leech war trotzdem nicht gut, aber nunja. Die Konzentration und so halt…
3-2, 6-5
Da wir grade bei der Halbzeit sind gibts eine kleine Musikpause, diesmal ziemlich neue Musik von meiner momentanen lieblings-Indie/Electro-Band:
So, genug Pause gemacht? Ich hab die Zeit genutzt um ein Stück Schokolade zu essen und eine tolle TK-Pizza in den Ofen einzuführen. Leckerlecker. Dann mal weiter mit
Runde 6: ??
Tja, da ist es soweit. Ich weiß einfach nicht mehr gegen wen ich in der Runde gespielt hab. Außerdem kann ich deswegen meine tolle Spiel-Statistik nicht weiterführen. Sehr traurig das alles.
Runde 7: Jund
Mein Gegner ist der Flo aus Karlsruhe. Die ersten beiden Spiele waren ziemlich episch, grade im ersten geht es ziemlich bald mal wieder nur darum, wer die besseren Karten oben auf dem Deck liegen hat. Nachdem er einen Commander topdeckt ziehe ich den Bolt um ihn zu erschießen, bevor er böse Sachen anstellen kann, danach zieht er zwei Runden nichts und ich schließlich meinen Commander, um das Spiel knapp nach Hause zu bringen. Im zweiten Spiel hat er das glücklichere Händchen und ich bin recht bald geschlagen. Dafür darf ich im dritten dann ordentlich die Kurve mit ganz vielen Leechs, Thrinaxen und Elfen auspacken. Der Jan saß neben mir und ich meine mich daran zu erinnern, dass ich an einer Stelle noch unfair getopdeckt hab, Bolt für Great Sable Stag oder so. Also um es kurz zu machen: Es war ein Mirror.
5-2
Runde 8: Jund
Uuuuuuuund noch eins. Mein Gegner nimmt fleißig Mulligans und ich lege immer den Drachen in Runde 6. Ich glaube einmal sogar noch einen in Runde 7. Hab ich da ein leises “random” gehört?
6-2
Runde 9: Wg
Die Standings verraten mir, dass ich 15. bin und ein Draw demnach wohl nicht reichen wird, zumal ich normalerweise gegen den 16. gepaart werden sollte, der erst recht nicht drawen kann. So ist es dann auch. Christoph spielt wohl ziemlich genau die Liste, die Nico Bohny von William Cavaglieri kopiert hat.
Das erste Spiel darf ich, gebe ich auch offen zu, eigentlich nicht gewinnen, weil ich 6 Länder plus Lightning Bolt einfach mal halte. Ich ziehe dann fleißig Spell um Spell, kann aber leider den gegnerischen Baneslayer und zwei Rhox War Monks nicht handeln, dafür muss er bei mir einen Commander liegen lassen. Ich vermute an der Stelle hat ihn etwas die Panik gepackt, denn er greift einfach mal mit den drei Kreaturen an, und ist im Gegenzug sofort tot - Grund Nummer zwei, warum ich das nicht gewinnen darf. Der Engel hätte mich wohl ordentlich in Schach gehalten, allerdings hatte ich auch noch einen Drachen und folglich war es alles nicht so einfach.
Mein Plan alle Kreaturen zu erlegen versagt im zweiten Spiel wieder, da irgendwann ein Baneslayer liegen bleibt. Ich ziehe drei Runden lang kein Removal und verliere. Nach etwas Überlegen komme ich aber zu dem Schluss, dass ich mein Removal nicht anders hätte spielen können, und dass ich mir wohl keinen Vorwurf machen muss.
Da das erste Spiel sehr lange gedauert hat kommen wir im dritten Spiel nicht weit, bis die Zeit ausgerufen wird. Im vierten Extrazug kann ich einen Commander legen und habe noch einen und ein Deathmark auf der Hand, während er einen Mystic und eine Cobra im Spiel hat, außerdem kenne ich von seinen drei Handkarten eine: Behemoth Sledge. Ich zeige ihm also meine Hand und hätte sagen sollen: “Schau mal her, ich sehe mich in dem Spiel schon recht weit vorne, weil ich dein Board hiermit vermutlich abräumen kann und zudem noch zwei Manlands auf dem Tisch habe. Überleg mal, ob du mit deiner Hand noch gute Chancen gehabt hättest mitzuhalten, und wenn nicht, dann wäre es sehr fair, wenn du aufgeben würdest, weil mit einem Draw sind wir beide raus.” Was ich sage klingt vermutlich nicht sooo viel anders, aber wohl unsympathisch genug, dass er es in den falschen Hals bekommt. Er versteht es so, dass ich der Meinung bin, dass ich das Spiel auf jeden Fall gewinne, und dass ich verlange, das er aufgibt, oder so ähnlich. War natürlich nicht so gemeint, und so ganz werde ich das auch nicht gesagt haben, aber er meint jedenfalls, dass er schon noch Chancen hätte mit dem Path to Exile auf seiner Hand und nicht aufgeben will. Er schaut sich - obwohl er es nicht darf - noch die obersten Karten der Bibliothek an und da liegen 2 Baneslayer und ein Fetchland. Die sehen natürlich toll aus, hätten aber selbst mit dem Path und dem Hammer zusammen gerademal nur gereicht um meine Commander und das Deathmark abzutauschen. Letztlich hilft es aber alles nichts und ich muss mich mit dem Draw zufrieden geben. Selber aufgeben möchte ich aus drei Gründen nicht:
1. Ich sehe mich vorne in dem Spiel, und dann bin ich nicht in der Situation aufzugeben,
2. Ich habe mit dem Draw die größere (aber immernoch nur sehr kleine) Chance doch noch 16. zu werden, zumal es noch eine DQ gab und wir nicht genau wussten wie sich das auswirken würde. Die Ergebnisse der anderen Tische kennen wir ja auch nicht,
3. Ich will mein Rating behalten, da mit dem Ergebnis vom Vortag die Ratingquali wieder realistischer wird.
Dadurch werde ich dann wie bekannt 17. Kann man halt nix machen. Ein Wort noch zum Abschluss dieser Runde:
Natürlich kann ich von meinem Gegner nicht verlangen, dass er aufgibt, und tue es auch nicht. Aber wenn ihr selber mal in so einer Situation seid, überlegt euch doch einfach mal, wie hoch eure Gewinnchancen so stehen. Wenn ihr das Spiel wahrscheinlich verlieren würdet ist es nur fair aufzugeben und seinem Gegner den Slot zu geben. Der wird sich sicher sehr dankbar zeigen (auch wenn er das natürlich während des Spiels nicht sagen darf), und am Ende ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr beide mehr davon habt. Das gilt auch, wenn es um den Einzug in PTQ-Top8s oder GP-Day2s geht.
Zum Abschluss will ich mich nochmal bei Isabell bedanken, die extra aus Karlsruhe gekommen ist um uns vier Hanseln abzuholen, und dem Steffen zur Quali gratulieren. Wies bei mir weitergeht weiß ich noch nicht, der NQ wird wohl erst nächste Woche reportet, dann schau ich mal wie mein Rating aussieht. Falls ich doch nach Brüssel fahre werde ich sicher kein Jund mehr spielen, aber wahrscheinlich mache ich sowieso mal eine Pause mit den echten Karten. Auf Modo läufts auch grad nicht so, vielleicht sollte ich einfach mal mehr Lesen oder Sport machen oder mir ne Freundin suchen oder was für die Uni tun (ok, das dann doch nicht), oder, oder, oder. Irgendwas hab ich jetzt noch vergessen, aber ich erinnere mich nicht mehr was es ist. Scheinbar werde ich doch alt. Gehabt euch wohl, und Brenner, du hast immer noch meine Canonisten…
P.S.: Die Pizza war bis grade im Ofen und so ein Blogeintrag schreibt sich auch nicht in 10 Minuten…
Ergänzung: Was ich noch sagen wollte war, dass der Herr Winkler dem Christoph und mir noch ein Dankeschön, oder meinetwegen auch ein “HAAAHAAA” schuldet, weil wir dumm genug waren ihm den Platz zu überlassen. Bitte, bitte.
Was ist denn hier los? Seit einer Woche kein neuer Blogeintrag? Waren keine Legacyturniere in letzter Zeit oder was? Dazu muss der Kanne noch Mathe lernen und hat nix zu erzählen. Traurige Sache das.
Ich wollte am Wochenende auch mal wieder mit echten Karten spielen, sogar Constructed! Außer am Freitag, wo ich wieder ein grandioses 2-2 im Draft erreichen konnte. Am Samstag wollten wir, das sind der notorisch hysterische Ekop und ich, von dessen Vater zu Kanne gefahren werden und von da aus zum PTQ nach Frankfurt fahren. Wie es von da aus weitergehen sollte war noch nicht klar, denn mittlerweile habe ich mir angewöhnt es wie die andern zu machen und einfach mal nix zu planen. Warum auch?
Das Problem waren 15 cm Schnee, die über Nacht in Karlsruhe fielen. Manchem Landbewohner scheint das lächerlich vorzukommen, aber man muss wissen, dass in Karlsruhe bei geschlossener Schneedecke sofort das große Verkehrschaos ausbricht, sowas ist man hier einfach nicht gewohnt. Also schlug der Jan, so heißt der Ekop nämlich eigentlich, vor mit der Bahn zu fahren, worauf ich keine Lust hatte, sodass der Jan auch keine Lust mehr hatte und dem Kanne absagte, der daraufhin auch keine Lust mehr hatte. Ich drehte mich um und schlief weiter, während in Frankfurt PTQ und NQ gespielt wurde. Abends ging ich feiern, bekam drei Körbe, wachte Sonntags mit unglaublichem Kater auf und gammelte vor dem Fernseher, bis ich wieder ins Bett gehen konnte. Und so flog das Wochenende vorbei und ich konnte mich mal wieder nicht für die DM qualifizieren.
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Was, das glaubt ihr nicht? Ok, die Geschichte mit den drei Körben klang auch echt unrealistisch…
Da der Eintrag also doch weiter geht muss ich nach guter alter Tradition erstmal ein Video zwischenschalten, und weil ichs grade höre gibts das hier:
Nachdem ich mich also zwei Mal umgedreht hatte rief ich den Jan an, erklärte, dass ich jetzt eh nicht mehr schlafen könnte, und dass er seinen Hintern in die S-Bahn Richtung Bahnhof bewegen sollte. Was ich hörte war: “O. M. G. Mathias du hast Nerven! Klick, tuuut, tuuut, tuuut.” Fünf Minuten Später erhielt ich einen Anruf, dass er es grade so noch in die Bahn geschafft hätte, und wir waren auf dem Weg. Bis Frankfurt lief dann alles glatt, da der Jan zum Glück nochmal nachfragte, ob ich am Bahnhof wirklich “Ok, und der Kanne weiß Bescheid!” gesagt hatte, oder ob es doch eher “Ok, und der Kanne weiß Bescheid?” war. Es war nämlich Letzteres, und den Kanne nochmal anzurufen und auf die Reise zu schicken war schon der bessere Plan, sollte unser Unternehmen nicht am Mannheimer HBF enden. Wir kamen also pünktlich in Frankfurt an, hatten zur Abwechslung sogar alle Karten dabei, außer den Perimeter Captains, die der Jan sich grade bei JK kaufte, als die Seatings ausgehängt wurden.
Die Spiele mit meinem Zoodeck liefen dann erstmal wie gewohnt und erhofft: Ich gewann die erste Runde gegen Thopterdepths, Runde zwei gegen Feen, dann verlor ich das Mirror gegen den Goddraw in Game 1 und Jitte in Game 2, bekam als nächstes einen Borosspieler, der sein Ghostquarter vor der Zektar Shrine Expedition ausspielte und daher Spiel 1 verlor, weil ich ja in der Runde davor auch noch den Bolt für die andere Expedition geluckt hatte, während ich das zweite ganz skillig mit “Chump deinen Jötun Grunt mit meinem Goyf, dann Bolt drauf” gewann. Während Kanne schon auf dem Heimweg und der Jan auch nicht mehr in Contention war durfte ich anschließend gegen Meervolk ran. Ich überlegte noch kurz, ob ich den “M is for Merfolk” Song singen sollte, der dann so ähnlich wie der hier geklungen hätte:
Aber dann vernaschte ich die Fische lieber direkt und stand 4-1. Wie üblich konnte ich nicht drawen und musste mich mit Babak um den Slot in der Top8 schlagen. Der spielte leider Affinity und vernichtete mich im ersten Spiel nach Strich und Faden, ich hatte aber auch nur zwei Länder. Das zweite Spiel lief dann andersrum und ratzfatz zogen wir zum dritten Mal in gefühlten 10 Minuten 7 Karten. Jetzt muss ich etwas weiter ausholen: Am Morgen wurde ich von zahlreichen Personen noch davon überzeugt den Mountain aus dem Deck zu nehmen und ein weiteres Fetchland zu spielen, was die meiste Zeit auch gut war, obwohl ich in einem Match zwei Mal mit einem Scalding Tarn kein Land mehr im Deck finden konnte. Nun sah es in diesem Spiel aber so aus, dass ich Temple Garden und Hallowed Fountain auf dem Tisch hatte, weil ich nur ein Fetchland gezogen hatte und mit Temple Garden und Steam Vents keinen Pridemage ausspielen hätte können. Als Babak dann Path to Exile auf meinen Goyf spielte ärgerte ich mich erstmal kräftig, dass ich keinen Mountain im Deck hatte. Dann zockte ich mit dem gesuchten Forest die zwei Bant Charms, die ich natürlich schon die ganze Zeit auf der Hand hatte, während ich kein weiteres Land nachzog. Ich ging auf zwei Lebenspunkte und während der arme Babak einfach nichts nachzog, fand ich ein Fetchland für einen getappten Mountain mit einem weiteren Basicland-Subtype und gewann das Spiel schließlich, nachdem ich fünf Runden lang jeweils eine rote Karte aus meiner Hand ausgespielt hatte.
In der Top8 musste ich dann erstmal gegen Elfen spielen. Im ersten Spiel reichten drei Removal einfach nicht um ihn vom komboieren in Runde 4 abzuhalten, was mir aber immerhin Zeit verschaffte meine Pizza zu essen. Frisch gestärkt gewann ich das zweite Spiel, ohne dass mein werter holländischer Gegner sich stark gewehrt hätte. Im dritten Spiel behielt er seine ersten sieben Karten, während ich auf die starke Hand mit vier Fetchländern, Path to Exile und Lightning Helix mulligierte. Ich zog dann erstmal einen Kird Ape und ein Wild Nacatl nach, während auf der anderen Seite überraschend wenig passierte. Mit den Marsh Flats (ihr erinnert euch vielleicht noch an die Geschichte mit dem Mountain und der einen Marsh Flats und so) suchte ich mir aus irgendeinem unterbewussten Grund eine Plains und fand die Entscheidung richtig gut, als er Blood Moon ausspielte. Netterweise blockte er dann mein Nacatl mit Nettle Sentinel, Elvish Visionary und noch einem 1/1 Elfen, sodass er nach einem Lightning Bolt nur noch einen Llanowar Elfen auf dem Tisch hatte und mein Nacatl immernoch lebte. Hätte der Llanowar Elf vllt besser mal mitgeblockt… Nachdem er wieder drei Elfen zusammen hatte konnte er das Nacatl schließlich erlegen, woraufhin zuerst der 1/1 Kird Ape, dann der nachgezogene 1/1 Loam Lion in die Offensive gingen. Als er auf drei Lebenspunkten war und so langsam wieder ein Board aufbaute zog ich schließlich einen Bolt und hatte gewonnen. Episch.
Im Halbfinale spielte ich bekanntermaßen gegen den Herrn Gräfensteiner mit Hive Mind, der allerdings auch noch Kiki-Jiki und Pestermite irgendwie ins Deck gequetscht hatte. Im ersten Spiel legte ich nach Mulligan erstmal Nacatl und dann zwei Affen. Als er Runde drei die letztgenannte Kombo ausführen wollte waren meine letzten beiden Handkarten zwei Lightning Bolts, die ich gegen seinen Pact of Negation auch beide brauchte.
Im zweiten Spiel legte ich Meddling Mage auf Hive Mind und wurde im nächsten Zug, wie man so schön sagt, gelevelt. Er spielte mit drei Ländern auf dem Tisch den Pact of the Titan, um meinen MM totzublocken. Nun wusste ich, dass er wusste, dass ich Bant Charms spiele. Ich dachte mir also, dass er sich nicht auf Seething Song verlassen würde um seinen Pact zu bezahlen, denn dann hätte er gegen den Charm ja sofort verloren, und dass er wohl zwei Simian Spirit Guides auf der Hand hätte. Somit spielte ich PtE auf den Token - davon hatte ich wegen der Kiki-jiki-Kombo zwei dringelassen - , um meinen MM zu retten, was aber remanded wurde. Somit konnte ich nur meinen MM in den Friedhof legen und einen Goyf nachlegen. Er tappte in seiner Upkeep einfach noch die dritte Insel und legt einen Seething Song in den Friedhof. Zwei oder drei Runden später kam der Blood Moon und noch eine Runde später die Kombo.
Das dritte Spiel begann wieder mit einem MM, diesmal aber unterstützt von einem Loam Lion, unpassenderweise waren meine Länder Steam Vents, Hallowed Fountain und (zwei Züge später) Treetop Village, sodass meine Clock nicht sonderlich furchteinflößend aussah. Ein Firespout musste ich Negaten, danach hielt ich zwei Runden lang Bant Charm offen, bis er in seiner Mainphase Slaughter Pact auf meinen MM probierte. Er hatte grade drei Länder auf dem Tisch und neun Lebenspunkte. Mein Gedankengang war: Wenn er Pact of Negation hat verliere ich sowieso, hat er ihn nicht kann ich entweder Seething Song oder den Pact, der mich zusammen mit Hive Mind umbringen soll, countern, und gewinne direkt, weil er den Slaughter Pact nicht bezahlen kann. Die Sache hatte zwei Haken: Erstens beschleunigte er mit zwei Simian Spirit Guides und einem Rite of Flame auf die benötigten sechs Mana, andererseits klappt gerade das Countern mit einem Hive Mind auf dem Tisch nicht so gut, was er mir aber grade noch erklären musste, bevor ich einsah, dass ich verloren hatte. Da bin ich wohl einfach zu gierig gewesen…
Immerhin konnte ich an dem Tag lernen, dass mangelnde Planung nicht immer schlecht ist, da der Danny E. mich und den Jan für die Nacht bei sich aufnahm, wofür ich ihm hier nochmal allerherzlichst danken muss und will! Leider war die Situation für mich eher ungünstig: Zuerst musste ich mich dem pränoctalen kreuzschen Redefluss aussetzen, der zudem etwas frustriert darüber war, das erste Spiel im Halbfinale einfach weggeworfen zu haben, dann wurde mein Schlaf von Jans Geräuchkulisse merklich gestört. Irgendwann war es Zeit sich auf zum NQ zu machen, aber natürlich nicht, bevor Alex sich noch spontan dazu entschlossen hatte ein anderes Deck zu spielen, das erst noch gebaut werden musste. Was unserem Helden am Sonntag widerfahren ist erfahrt ihr dann im nächsten Teil, den ich schreibe wenn ich Lust dazu habe.
Ja, das ist ja schon etwas länger her, dass ich hier meine Weisheiten zum Besten gegeben habe. Woran liegt das? Vermutlich akute Magic-Online-Sucht… Problematischerweise ist Mittwoch immer Serverdowntime, daher muss ich mir da andere Beschäftigungen suchen. Traurig. So recht weiß ich auch noch nicht was ich euch berichten soll, aber ein Einblick in mein virtuelles Leben ist vllt ganz interessant - ok, mein reelles Leben ist wahrscheinlich sogar etwas spannender, aber ihr müsst ja auch nicht alles über mich wissen.
Extra für den Kanne mach ich auch noch bisschen Musik, muss man wahrscheinlich aber zweimal hören um durch den Blog durchzukommen, dauernd nur 2:30 Minuten (grob geschätzt):
Diese geniale Band gibt es leider seit letztem Jahr nicht mehr, zum Glück habe ich sie zweimal zu ihrer aktiven Zeit gesehen, auch live ein großartiges Erlebnis!
Aber zurück zu den Karten: Nachdem ich also die Limited-Saison ziemlich unerfolgreich verbracht habe muss ich nun dafür sorgen, dass ich für die DM qualifiziert bin. Die Online-Qualifier für San Juan laufen zwar auch schon, aber dafür braucht man ja ein virtuelles Extendeddeck. Und das kostet momentan leider unmenschlich viel Geld, weil man ja nicht klug genug war sich die Karten vor zwei Monaten zu kaufen, als sie noch 1/3 des momentanen Preises gekostet haben. Gut gemacht! Für die, die sich da nicht so auskennen: ein Tarmogoyf kostet online grade so 45 Tickets, Steam Vents, Breeding Pool und Stomping Ground sind mittlerweile wieder knapp unter 20 gefallen. Ein Playset Scapeshifts kostet auch so 30, Dark Depths sind ja reell schon kaum zu bezahlen, und wenn man sich überlegt, dass auch Baneslayer Angel nicht so billig sind und man für Affinity und Dredge auch ziemlich viele Karten kaufen muss die man sonst nicht gebrauchen kann, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass außer Burn irgendwie alles ziemlich teuer ist, und da hab ich grad keine Lust drauf, ebenso wie auf die 25 Tix Startgebühr pro Turnier, von der ihr sicher schon gehört habt. Die wäre übrigens gar nicht so schlimm, wenn es dafür wenigstens ordentlich Preise gäbe, aber wenn man selbst für Platz 17 noch nicht sein Geld raushat, dann ist das schon etwas blöd. Ich weiß auch nicht ob WotC mit der Lage des Extendedformats so zufrieden sind, ich denke aber, dass sie mit Teilnehmerzahlen von 150-250 Leuten bei den PTQs leben können (die Limited-PTQs waren natürlich deutlich größer). Immerhin fangen sie mittlerweile wieder an ein paar alte Karten unters Volk zu bringen, zum Beispiel mit dem RGD-Sealedevent letzten Samstag, bei dem man selbst für ein 3-3 noch ein Draftset bekam, das man dann im NixTix-RGD-Draft verdaddeln konnte. Habe ich auch gemacht, war aber alles in allem nicht erfolgreich… Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die Preise der Extendedkarten nach der PTQ-Saison entwickeln.
Nach diesem Exkurs zu Extended zu den Formaten, die ich auch tatsächlich spiele: Block und Standard. Im Block spiele ich seit Wochen ein Vampirdeck, und das im Großen und Ganzen auch mit gutem Erfolg. Das Format ist allerdings ziemlich ausgelutscht grade, es gibt halt viele Vampire und UW-Controls, dann ein paar Rg-Valakuts und hier und da ein White Weenie. Ich bin aber schon sehr gespannt wie Worldwake das Format verändern wird. Insgesamt ist es schon sehr abhängig von Einzelkarten (Mind Sludge sei da mal als erstes genannt), aber es hat gereicht um ein Vielfaches der Tix, die ich für das Deck ausgegeben habe, wieder reinzuholen.
Standard hingegen ist momentan so weit geöffnet wie nie. Man hat gute Chancen gegen folgende Decks zu spielen: Jund, UWR-Control, UBR-Control, Vampire, WW à la Cavaglieri, Boros Bushwhacker, BGW Z3, UW Fog, MonoR, und vergessen habe ich bestimmt auch noch welche. Was ich hingegen in letzter Zeit nicht mehr so oft gesehen habe waren Bant- und Nayadecks, warum weiß ich aber nicht. Selbst besitze ich UBR-Control und Jund, die leider beide Probleme mit den in letzter Zeit deutlich häufiger gespielten Vampiren haben (Stichwort Mind Sludge, aber Grixis hat auch Probleme mit Bloodghasts). Ansonsten schlagen sie sich aber sehr gut (was bei Jund ja auch keine allzu neue Erkenntnis ist). Ich hoffe, dass das Grixisdeck mit Worldwake noch etwas besser wird, dann hat man vermutlich gute Chancen, dass bald wieder mehr Cruel Ultimatums auf den Turnieren zu sehen sein werden. Meine Liste sieht momentan ungefähr so aus: . Ich bin aber großer Fan der Essence Scatter, da sie gegen Jund unendlich wichtig sind. Siege-Gang Commander kann man zwar manchmal auch noch mit einem Earthquake entsorgen, Broodmate Dragon oder Sprouting Thrinax will man aber nie resolven sehen, solange man keine Sphinx kontrolliert. Noch unschlüssig bin ich bei der Frage ob man Spreading Seas oder Courier's Capsule spielen will. Gerade wenn man zu Beginn des Spiels nicht viele Länder hat sind die Seas deutlich besser (und natürlich, wenn der Gegner als erstes Land Savage Lands spielt), aber gegen die meisten Decks sind die Extrakarten schon wichtig, zumal man mit der Kapsel trotzdem meistens gut Countermana offen halten kann. Zu den Spreading Seas sei noch gesagt, dass sie ca gegen die Hälfte der Jundlisten eh nicht sooo toll sind, da Rampant Growth doch sehr verbreitet ist, und nach einem Growth ist das Mana der Jundmagier normalerweise ganz gut gefixt. Ich werde das Deck jedenfalls für die National Qualifier im Auge behalten und hoffe auf einen guten Carddraw (dieser 5-Mana-Instant gefällt mir nicht so in dem Deck, für 5 Mana will man schon andere Sachen machen und hat eh nie soviel auf einmal frei) und/oder ein besseres Massremoval in Worldwake, denn Earthquake ist oft schon schlecht, weil:
a) Man will keine Lebenspunkte verlieren, manchmal darf man es auch nicht, weil man nicht mehr viele hat (Beispiel MonoR, Bushwhacker, und oft auch sogar Jund)
b) Es räumt keine Flieger ab, das betrifft vor allem Vampire Nocturnus, Broodmate Dragon und Emeria Angel
c) es ist oft teuer, und man will sich mit dem Deck im Prinzip nie austappen, außer für Gamewinner (Ultimatum, manchmal Sphinx, manchmal Sorin)
Das führt dazu, dass ich das Earthquake die meiste Zeit benutze um eine Runde früher zu gewinnen, was ja irgendwie nicht die Hauptanwendung sein kann.
Insgesamt bin ich der Meinung, dass momentan fast alles wieder dafür spricht Jund zu spielen, Vampire kann man auch besiegen wenn man gut topdeckt (was das Deck bekanntlich am besten kann), man mal einen schnellen Start hinlegt (Turn 3 Bloodbraid, Turn 4 Siege-Gang oder so), oder der Gegner einfach kein Mind Sludge zieht, MonoR sollte mit den mittlerweile weit verbreiteten Dragon's Claws im Sideboard auch wieder einigermaßen ok sein, und gegen alle anderen Deck gewinnt man entweder über Kartenvorteil (Aggrodecks) oder stupides Zerstören von Ländern und Abwerfen von Handkarten (Controldecks). Insbesondere die blauen Controldecks, die sich für besonders klug halten, weil sie einfach keine Ziele für Terminate, Bituminous Blast und mit Abstrichen Maelstrom Pulse und Lightning Bolt bieten, bekommen nach dem Boarden plötzlich Probleme, wenn die Jundmagier diese Karten durch Mind Rot, Duress und Goblin Ruinblaster ersetzt haben…
Soviel zu meinem kurzen Ausflug in die Constructedwelt, bis bald (wenn hoffentlich die Sonne scheint und es nicht mehr so furchtbar kalt ist).
die ganze letzte Woche habe ich es vor mir hergeschoben einen letzten Eintrag zu meinem Verbleib in Austin zu schreiben. Besonders viel gibt es da auch nicht zu erzählen, aber da ich jetzt auch noch das ein oder andere Thema habe, kann ich zum Rundumschlag ausholen und über dies und das plaudern.
Die Pro Tour an sich war für mich mit 3-4 Drop eher wenig erfolgreich. Genaueres gibt es bald auf mu.de zu lesen, das hab ich EB und Atog mittlerweile versprochen. Vermutlich nächste Woche, also seid gespannt, ich denke es wird trotz allem lustig.
Durch mein verfrühtes Ausscheiden konnte ich wenigstens rechtzeitig zum Hostel zurückkehren, um beim Grillen zwei Burger abzusahnen. Anschließend war ich mit Roxanne im Kino verabredet, sodass ich doch noch ein wenig Austiner Nachtleben genießen durfte. Wir schauten “A Nightmare on Elm Street”, allerdings mit einer Besonderheit: Drei lustige Typen saßen in der ersten Reihe und gaben via Mikro Kommentare zu dem Film, während er lief. So wurde sich dauernd über kitschige Poster an den Wänden, knuddelige Kuscheltiere und die extra großen und häufiger als nötig gezeigten Wodkaflaschen der Mutter amüsiert. Ich wusste häufig nicht, ob ich der Spannung des Films folgen oder über die Kommentare lachen sollte. 20 Minuten vor Schluss des Films wurde dieser schließlich sogar gestoppt um eine kleine Theatereinlage aufzuführen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir sowas auch in Deutschland antun würde, wenn das denn in der Form angeboten würde - habe ich aber noch nirgends gesehen. Wir schlenderten anschließend noch etwas über die 6th Street, aber da Roxanne erst 19 ist, war ein Besuch einer der Bars ausgeschlossen. In der 6th Street war üngeheuer viel los, so viele Leute wie an diesem Abend habe ich in der ganzen anderen Zeit nicht in der Stadt gesehen, abgesehen von den Kartenspielern natürlich. Mir kamen die Leute in der Stadt wir Vampire vor, die abends aus ihren Löchern kriechen um die Partymeilen unsicher zu machen, das liegt wahrscheinlich an einer Überdosis Zendikar und From Dusk Till Dawn…
Am nächsten Tag spielte ich nur einen 8-4 Draft, welchen ich gewann, und am Sonntag dann noch einen GPT mit 26 Teilnehmern, bei dem ich das Halbfinale erreichte und trotzdem Rating verlor. Zum Teamdraften bin ich nicht gekommen, da ich komischerweise immer dann essen ging, wenn die andern spielten, und anschließend alle anderen hungrig waren. Schlechtes Timing würde ich sagen.
Nachdem die Tage der Pro Tour wie im Flug vergangen waren musste schließlich die Heimreise angetreten werden. Der Rückflug verlief ganz entspannt, außer, dass ich in Frankfurt furchtbar lange auf mein Gepäck warten musste, was zur Folge hatte, dass es am Bahnsteig gleich mit dem Warten weiterging. Während des Flugs von Houston nach New York schaute ich “Ray” (äußerst sehenswert), leider wurden anschließend beim Flug von New York nach Frankfurt nur wieder die gleichen Filme wie beim Hinflug angeboten. Ich schaute also noch “My Sister's Keeper” (sehr traurig, aber auch ganz ok) und schlief etwa 3,5 Stunden. Demnach war ich, als ich um 12 Uhr Mittags in Karlsruhe ankam, immer noch reichlich müde und schlief erstmal bis 18:30. Damit war der Jetlag unvermeidbar, am nächsten Tag stellte ich jedoch fest, dass so ein amerikanischer Tagesrhythmus sich verdammt gut zum Party machen in Europa eignet. Am Samstag allerdings musste ich um 8 Uhr aufstehen, da nach Ludwigsburg zum PTQ gefahren wurde. Und damit wären wir schon beim nächsten Thema.
Ich öffnete also einen Pool mit Misty Rainforest und Lotus Cobra und bekam dafür Nissa und einen glitzernden Sumpf zurück. Schlechter Tausch. Ich baute UG mit Splash für zwei Shepherd of the Lost. So richtig gefallen wollte mir das Deck nicht, aber die Alternative war ein RW, welches nur ein Burst Lightning als Removal spielte, und da ich keine Lust hatte meine Offensive gegen einen einzigen Kor Skyfisher einzustellen, verzichtete ich darauf. Die Spiele waren zwar knapp, aber nicht allzu spannend (Sealed halt), ich verlor ein Match gegen Explorer's Scope-Beschleunigung into Hellkite Charger (in beiden Spielen), eins gegen Screw in Verbindung mit Baloth Cage Trap mit Predatory Urge, und eins gegen ein sehr starkes RB-Aggro, das mich sogar nach Mulligan auf 5 noch gut unter Druck setzen konnte. Insgesamt bin ich immer noch nicht sicher, ob man in diesem Format lieber ein mittelmäßiges Aggrodeck oder ein leicht überdurchschnittliches Controldeck spielen will, aber ich denke mit Terra Stomper und Roil Elemental kann man letzteres schon probieren. Mit dem unspektakulären 4-3 ging es also nach Hause, wo ich wieder begann Sealed-Queues auf Magic-Online zu joinen. Und damit sind wir auch schon beim letzten Thema für heute.
Man hat ja schon so einiges über Modo gehört, meistens nichts Gutes. Ich hatte mir daher auch mal vorgenommen etwas über die positiven Aspekte dieses Programms zu schreiben, denn die muss es ja auch geben, immerhin spielen tausende Leute damit. Momentan kann man sich über die Inkompetenz von WotC aber wieder mal nur wundern. Dazu erzähle ich euch kurz die Geschichte meiner Zendikar Releases: Ich wollte also am Sonntag Nachmittag eins der Draft-Releases spielen. Das sind 64-Mann-Turniere, die im KO-System ausgetragen werden, und die ein sehr ordentliches Payout haben. Um einen Slot zu bekommen musste ich mich schon am Samstag anmelden, aber tja, da muss man halt durch. Nicht so toll ist dann aber, wenn man am Sonntag Modo öffnet und sehen muss, dass die Release-Drafts für den Tag abgesagt wurden, wegen Serverproblemen. Sie werden durch mehr Sealed-Events ersetzt, die aber keinen Top8-Draft haben, weil, ja weil, man weiß es nicht… Hm, das macht dann natürlich keinen Spaß. Am Montag konnte ich nicht spielen, also wurde abends wieder einer der inzwischen wiederauferstandenen Drafts gejoined, welcher heute (Dienstag) um 16 Uhr stattfinden sollte. Ja, SOLLTE. Denn als ich eben online ging musste ich feststellen, dass die Drafts bis auf Weiteres wieder abgesagt wurden. Paradoxerweise ist der Grund dafür aber, dass scheinbar mehr Leute als erwartet Zendikar-Releases spielen wollen. Offenbar haben die technischen Mängel also keinen Einfluss auf den Andrang der Spieler. Naja, dann hat WotC ja wohl alles richtig gemacht. Immerhin muss man ihnen zu Gute halten, dass die Refund Requests (die man stellen kann, wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat) sehr schnell bearbeitet werden, vermutlich, weil sie einfach jedem sofort einen Code zuschicken, weil sie sonst nicht fertig würden mit den Anträgen. Ich gehe dann jetzt mal wieder Sealed spielen und hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch noch zum Draften komme. Hoffentlich habe ich dann bis Paris Ahnung von dem Format, ich bin gespannt wie das wird. Es würde mich mittlerweile nicht mehr wundern, wenn GP Paris mit mehr als 2000 Teilnehmern aufwarten könnte.
Hier ist er also, der lang erwartete dritte Teil dieser epischen Saga. Die letzten Tage war ich recht viel unterwegs, und auch nicht sonderlich motiviert etwas zu schreiben. Ich fange erstmal mit ein paar Bildern an, oder noch besser, mit Musik. Das neue Kasabian-Album hat sich mehr oder weniger zum Soundtrack dieser Reise entwickelt, daher folgender Auszug:
(ich hoffe, dass das Einbetten funktioniert, und ich habe ausserdem keinen Sound hier, also keine Garantie, dass das das richtige Stueck ist!)
Also zu den Bildern, quasi ein Schnelldurchlauf durch die ersten Tage, von denen ich schon berichtete. Eins der Bilder von Manhattan, die ich vom Flughafen aufgenommen habe, ist doch was geworden:
Links im Bild kann man zumindest das Empire State Building erahnen, das in der Realitaet aber viel besser zu erkennen war…
In Austin angekommen konnte ich das recht schoene Wetter am Donnerstag noch nutzen um dieses Bild des Zentrums vom Hostel aus zu machen:
In der Mitte sieht man den Frost Bank Tower, welcher eines der wenigen Wahrzeichen der Stadt ist. Ein anderes ist das Capitol (ehemaliger Amtssitz von Vater und Sohn Bush), das ich bei meiner naechtlichen Rundfahrt durch die Stadt fotografierte:
Hier nochmal der Frost Bank Tower von der 6th Street aus, in der eine Bar neben der anderen steht, und die nebenbei so ziemlich die einzige Strasse in der Stadt ist, wo tatsaechlich mal mehrere Haeuser nebeneinander stehen - und nicht riesige Luecken mit Parkplaetzen und sonstigen Freiflaechen vorhanden sind:
Fuer die Leute, die sich immer gefragt haben, wie das eigentlich aussieht, wenn Kartenspieler zu Tisch sitzen, habe ich mal folgende Spielsituation aufgenommen. Es spielte grade ein Deutscher gegen einen Schotten (die Schotten hatten sich lustige Outfits ueberlegt, aber ich wollte nicht einfach so Bilder von ihnen machen). Bei WoW ist es wesentlich ueblicher mit Spielmatten zu spielen, auf denen bevorzugt Frauen mit grossem Vorbau abgebildet sind. Der Schotte hat geschickterweise grade seine Karten drueber gelegt. Ja, WoW-TCGler sind im Schnitte etwas nerdiger als Magicspieler, aber komischerweise spielen trotzdem mehr Frauen bei den Turnieren mit, und sie sehen sogar wie Frauen aus!
Am Wochenende spielte ich noch 2 Turniere, am Samstag ging ich nach einem 3-1-Start nur 4-4, hatte aber morgens schon eine 25 Euro Lootkarte geoeffnet, was dann ok war.
Jan schaffte es nicht sein Kunststueck von letztem Jahr, mit 6-0 am zweiten Tag noch Top8 zu machen, zu wiederholen, erreichte mit 10-4 aber einen Platz in der Gegend der besten 16, und somit 2500$ (abzueglich Steuern). Da sein aergster Konkurrent im “Hero-of-the-Year-Race” aber mit 0-2 in den zweiten Tag startete war bald klar, dass er diesen Titel und die zugehoerigen Boni gewinnen wuerde. Vitus ging am zweiten Tag leider etwas ein, Bernd gewann 450$, wuerde am Sonntag aber nochmal einen 500$ Amazon-Gutschein draufbekommen. Vitus und Jan hatten immer noch nicht genug und spielten noch einen iPod-Draft, bei dem sie beide scheiterten. Waehrenddessen ging ich auf Anraten der netten jungen Dame an der Rezeption des Hostels zum Mexikaner, bei dem ich fuer 6,50$ einen Burrito bekam, der so gross war, dass ich ihn nicht ganz essen konnte. Die Bedienung konnte uebrigens weniger englisch als ich…
Am Sonntag war mein Deck ziemlich gammlig, aber gleich in Runde 1 hatte ich ein lustiges Erlebnis: Ich setzte mich also an den mir zugewiesenen Tisch und wartete auf meinen Gegner. Nach etwas laengerer Zeit (die anderen sassen alle schon) kam ein Spieler angerannt, der sich hustend und keuchend auf die andere Seite des Tisches setzte. Scheinbar war die Pause zwischen Deckbau und Paarungen zu kurz gewesen, um noch vernuenftig zu rauchen. Wir begannen also zu spielen, kamen aber nicht sonderlich weit. Nach zwei Minuten kam ein Schiedsrichter, fragte mich, ob ich der Mathias waere, und erklaerte mir, nachdem ich das bejaht hatte, dass ich gewonnen haette, da mein Gegner Randy nicht zum Spiel erscheinen wuerde. Etwas verdutzt schauten mein “Gegner” und ich uns an. Daraufhin sagte der Schiedsrichter zu meinem Gegner: “Well, I don't know who you are, but you're not Randy, I guess”. Ein Blick auf den Ergebniszettel zeigte mir, dass mein Gegner tatsaechlich Randy heissen sollte, und ein Blick zu meinem Gegner, dass er nicht Randy hiess. Nachdem er nochmal zu den Pairings gegangen war war klar, dass er sich einfach auf gut Glueck an einen Tisch gesetzt hatte, in der Annahme, dass er der letzte ankommende Spiele waere, und dass der Platz dann wohl seiner waere. Die anderen leeren Plaetze (es gab mehrere) hatte er wohl uebersehen. Ich hatte jedenfalls Runde 1 gewonnen. Leider reichte es dann nur zu einem 3-2, und ich bekam 3 Booster (Zufallspaeckchen) als Preise. Bis dato war der Tag noch nicht sonderlich erfolgreich verlaufen, aber lucky wie ich bin oeffnete ich die 150 Euro Lootrare, die nur in jedem 288. Booster drin ist. Nice, da war der Tag fett gerettet. Anschliessend gingen wir noch mit den anderen Spielern (darunter auch die Minis-Spieler, das ist ein anderes Spiel mit Figuren, aehnlich Batteltech, aber auch in der WoW-Welt) zum Mongolen um die Ecke, wo man sich frische Zutaten und Sossen zum Selbermixen auf einen Teller schaufelte, um dann zuzusehen, wie die Koeche sie auf ziemlich grossen Herdplatten brateten. Anschliessend war ich froh meinen Geiz ueberwunden zu haben, denn dieses Essen war jeden Cent der 15$, die ich bezahlte, wert! Ich hatte leider meine Kamera nicht dabei, nur Henriette hat ein Foto gemacht, aber ich weiss nicht, wie ich da dran kommen soll…
Damit war das WoW-Wochenende beendet, und nach ein paar Partien mit den Blockdecks und unseren Magic-Highlandern (wo man sich endlich wieder ueber Screw und Flood beschweren konnte, yay!) gingen wir schlafen. Die anderen waren schon aufgebrochen, als ich endlich einmal gut ausgeschlafen aufstand. Nach dem Fruehstueck hiess es:
Da die Busplaene hier nicht sonderlich toll sind, beschloss ich einfach zur Endhaltestelle meiner Standardlinie zu fahren, da sich dort die “Highland-Mall” befindet. Die Fahrt dauerte etwa 50 Minuten und ging auch ueber den Unicampus, aber generell sah die Stadt vom Bus aus nicht sonderlich besichtigenswert aus. Auch die Mall sah weder von aussen noch von innen besonders ansprechend aus, und viel los war auch nicht (aber es war ja auch Montagnachmittag). Zur Abwechslung hatte ich mal Glueck mit dem Wetter und es begann erst zu regnen, als ich die Mall betrat - am Wochenende war ich noch ein weiteres Mal ziemlich nass im Convention-Center angekommen…
Fast alle Geschaefte hatten irgendwelche “Sales”-Angebote, also kaufte ich fuer unglaublich wenig Geld zwei Shirts und eine Jeans (schonmal eine Levi's fuer umgerechnet 23 Euro gekauft? Ich vorher jedenfalls nicht!), ass bei einem aeussert leckeren Asiaten zu Mittag, und fuhr wieder heim, wo ich mich etwas mit Roxanne, die Halbasiatin ist und grade eine Wohnung und einen Job sucht, unterhielt. Anschliessend testete ich mit Alexandro aus Argentinien fuer die Tour und schaute anschliessend noch mit den anderen Hostelbewohnern “Zack and Miri make a porno”, der uebrigens ganz lustig ist. Am naechsten Tag wurde die Magicspieler-Gemeinde im Hostel von Stefan aus Suedafrika und Matt aus Neuseeland verstaerkt. Letzterer hatte auch die WoW-WM mitgespielt. Dass sich vier Menschen aus komplett anderen Gebieten der Welt, die aber gleichermassen verrueckt nach und fasziniert von diesem Spiel sind, zum Kartenspielen in Austin treffen, ist eines der schoenen Erlebnisse dieser Reise. Nachdem ich am Dienstag also in einer anderen Mall nochmal drei Shirts gekauft hatte testeten wir ziemlich lange, assen im KFC zu Abend und testeten weiter. Schliesslich wurde wieder ein Film geschaut, diesmal Cloverfield, den die anderen irgendwie nicht so toll fanden. Als ich heute morgen aufstand sassen schon einige Italiener am im Gemeinschaftsraum, sodass heute wohl auch hauptsaechlich Karten gedreht werden. Zum Abschluss noch ein Bild der zweiten Mall, die durchaus huebsch eingerichtet und auch ziemlich gross war, letztlich aber doch nicht wesentlich anders als ein deutsches Einkaufszentrum aussah:
Bis dann, ich denke ich melde mich am Samstag oder Sonntag nochmal (aber nur kurz, vermute ich)!
Den ersten Teil findet ihr hier. Dort gab es Donnerstagnachmittag europaeischer Zeit auch noch ein Update zu meiner Anreise. Stehen geblieben war ich beim Donnerstagmorgen.
Nachdem ich also gebloggt hatte machten Jan und ich uns auf um etwas einzukaufen. Als wir das Hostel verliessen lief ich erstmal gegen eine Wand aus dicker Luft. Die Mischung aus hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit war kaum ertraeglich - die anderen, das sind Vitus und Bernd, die wirklich so heissen, schon am Montag angereist sind und auch bei der WM teilnehmen - versicherten mir aber, dass es in den Tagen zuvor noch anstrengender gewesen waere. Noch schlimmer aber ist eigentlich, dass hier alles, was ein Dach hat, auch eine leistungsstarke Klimaanlage zu beherbergen scheint, das gilt insbesondere auch fuer Busse. Diese Leistung muss dann natuerlich auch genutzt werden, sodass ich teilweise dermassen friere, dass ich es bevorzuge mich nach draussen zu bewegen, nur um mich aufzuwaermen.
Aber zurueck zum Einkaufen: Wir wurden von einer netten jungen Dame zu einem Allround-Supermarkt etwa 5-10 Minuten zu Fuss vom Hostel geleitet. Ueberhaupt sind die Amerikaner aeussert freundlich, wenn man sie etwas fragt antworten sie geduldig und ausfuehrlich, oft sprechen sie einen auch von sich aus an, wenn sie glauben, dass man Hilfe braucht.
In diesem Laden gab es jedenfalls ca alles, darunter auch eine Apotheke und eine Werkzeuggecke(?!). Die Lebensmittel waren recht begrenzt, aber wer will schon Obst und Gemuese kaufen? Ich zahlte also fuer eine Packung Frosties, zwei Liter Milch, ein paar Cracker und eine Wochenration Wasser 10$ und nach dem Fruehstueck machten wir uns auf zur Site. Die Busfahrt verlief wenig aufregend, auch wenn ich den Plan nicht verstand, obwohl ein anderer Passagier es auch gerne mehrmals versuchte, ihn mir zu erklaeren. Wir meldeten uns zum Turnier an, und ab hier wird es jetzt wahrscheinlich fuer die Leser, die sich nicht mit der Materie auskennen, etwas komplizierter. Ich versuche mich einigermassen kurz zu fassen.
Es war ein “Sealed-Turnier”, d.h. man bekommt sechs Zufallspaeckchen und muss sich aus denen ein “Deck” bauen. Natuerlich kann man bei Zufallspaeckchen Glueck haben, oder eben auch nicht. Bei mir war eher ersteres der Fall, und auch wenn ich beim Bauen etwas ueberfordert war (immerhin habe ich dieses Spiel noch nicht so oft gespielt), fanden die anderen anschliessend das Deck gut, und auch richtig gebaut. Dank eines laecherlichen Spoilers (= Karte, die viel zu stark ist) konnte ich meinen Erstrundengegner, der am naechsten Tag auch WM spielen wuerde, im ersten Spiel besiegen, und auch das zweite sah super aus, bis ich eine Karte spielte, die eigentlich nicht in meinem Deck haette sein duerfen. Das quasi gewonnene Spiel wurde daher als verloren gewertet und ich musste die Karte tauschen. Das dritte Spiel und somit auch das Match konnte ich aber gewinnen, also nochmal Glueck gehabt. Ich verlor anschliessend die zweite Runde knapp und konnte in der dritten gegen einen anderen WM-Teilnehmer die geballte Spoilerpower fuer mich wirken lassen. Dann wurde ich gegen den Jan gelost, der mich leider im dritten Spiel gluecklich besiegte, sodass ich nur noch 2-2 (2 Siege, 2 Niederlagen) stand und der Traum von der 80$-Karte, die man fuer ein 4-1 bekam, begraben werden musste. Ich gewann die letzte Runde, bekam drei Paeckchen Karten dafuer und machte mir wenigstens noch die 18$-Karte auf. Immerhin, als Einstieg zufriedenstellend.
Jan und Vitus wollten noch einen iPod-Draft spielen und anschliessend in eine Sportsbar Baseball schauen gehen, worauf ich aber so gar nicht stand, da ich seit dem Fruehstueck nur Cracker gegessen hatte und ziemlich muede war. Bernd spielte noch, da er an einem anderen Turnier als wir teilgenommen hatte. Ein iPod-Draft kostet uebrigens 30$ und letztlich hatten darauf so wenig Leute Lust, dass es bei sechs Spielern zwei iPods zu gewinnen gab. Karten, die man behalten darf, gibt es fuer jeden Spieler auch noch dazu.
Planlos was zu tun waere ging ich einfach mal Richtung Innenstadt und suchte eine Haltestelle unserer Buslinie. Leider konnte ich mit dem Busplan immer noch nichts anfangen, also stieg ich einfach mal irgendwo ein, dann am Capitol wieder aus, wo ich noch ein Bild machte (Bilder gibt es bald, wirklich!), und schliesslich ging mir waehrend des Irrens durch die Stadt doch ein Licht auf, wie die Karte und die Uhrzeiten auf dem Plan zu verstehen waren. Mit dem neugewonnenen Wissen fand ich bald eine Haltestelle der richtigen Linie und kam um 22:30 am Jack-In-The-Box (amerikanische Fast-Food-Kette) in der Naehe des Hostels an, wo ich mich zwang ein Burgermenu fuer 4,41$ einzunehmen (fuer das man in Europe deutlich mehr bezahlt haette, Fast-Food ist hier wirklich billig). Anschliessend wollte ich zuerst noch etwas lesen, aber da Jan den Schluessel zu unserem Schliessfach hatte kam ich nicht an meine Lektuere ran. Muede genug um schlafen zu gehen war ich aber, also suchte ich mein Bett auf.
Als ich in der Nacht kurz aufwachte hoerte ich, dass draussen wohl ein starkes Gewitter zu Gange war. Um halb 8 konnte ich wiedermal nicht schlafen und stand auf. Als ich aus der Dusche kam sassen die anderen aber auch schon im Aufenthaltsraum und bauten noch an ihren Decks rum. Da die WM um 9 Uhr losgehen sollte mussten sie sich etwas beeilen, und waehrend ich die Hoffnung hatte, dass es bald aufhoeren wuerde zu regnen, begaben sie sich auf ihren Weg durch die Naesse. Meine Hoffnung wenigstens trockenen Hauptes anzukommen versiegte nach zwei Stunden aber, und schliesslich musste ich mir auch den Weg zur Bushaltestelle bahnen. Natuerlich hatte ich nur einen Pulli und keine Jacke von zu Haus mitgenommen, und natuerlich waere dafuer noch unendlich Platz im Koffer gewesen, aber wer hoert schon auf den Wetterbericht??? Relativ nass kam ich also an der Site an und meldete mich zum “Beginner's Sealed” an. Dank meines guten Coaches war ich zuversichtlich die ganzen Neulinge ordentlich an die Wand fahren zu koennen, aber ganz so einfach wurde es dann doch nicht. Von den neun anderen Teilnehmern kannte ich zwei vom Namen: HaJo Hoeh (deutscher Alles-Zocker, der dank seines Riechers fuer Spiele mit hohem Payout und schlechten Gegnern reich wurde) und Antti Malin (amtierender Magic-Weltmeister!). Gegenueber von Letzterem nahm ich dann auch zum Deckbau Platz, und er erzaehlte mir, dass es sein drittes WoW-TCG-Turnier waere, und er nur hier sei, weil es sich eben wegen des Magic-Turniers naechste Woche so anboete. Meinen Pool fand ich auch diesmal wieder nicht wieder sonderlich einfach zu meistern, aber die andern meinten, dass ich hoechstens drei Karten verbaut haette, und es im Grossen und Ganzen schon ein gutes Deck waere. Allerdings fand Titus auch diesmal wieder eine Karte, die nicht ins Deck durfte. Ich konnte das den Schiedsrichtern noch vor der ersten Runde mitteilen, sodass ich diesmal ohne Strafe davon kam und einfach eine andere Karte spielte (die Listen wurden registriert, also konnte ich nicht einfach so tun, als waere nichts gewesen). Die Deckbauregeln sind bei diesem Spiel schon deutlich anspruchsvoller als bei Magic…
In Runde 1 wurde, wie in jeder der drei Runden und uebrigens auch am Tag zuvor, eine sogenannte “Loot-Karte” verlost. Der Schiedsrichter nannte zuerst den Tisch - das war meiner - , dann den Vornamen des Spielers. Etwas enttaeuscht dachte ich zuerst er haette Thomas oder etwas Aehnliches gesagt, auf den Namen meines Gegners hatte ich vorher nicht geachtet. Dann legte er die Karte zu mir und mir wurde klar, dass er einfach Probleme hatte meinen Namen auszusprechen. Die Karte wird dann wohl morgen fuer 75-80$ an einen Haendler verkauft. Nachdem ich meinen Gegner 2-0 geputzt hatte musste dieser naechste Runde gegen HaJo ran, obwohl dieser gewonnen hatte. (Beim schweizer System spielen immer die Gewinner gegen die Gewinner und die Verlierer gegen die Verlierer, aber bei 5 Gewinnern und 5 Verlierern muss halt ein Verlierer gegen einen Gewinner ran, das waren dann die beiden). Soweit hatte der arme Ross es also so ungluecklich wie irgend moeglich erwischt, aber dann begann das Glueckskarussel: Beim Auslosen wurde erstmal Ross erwischt. Er bekam den “Spektraltiger”, den man durchaus fuer 600$ loswerden kann. Er verlor dann das erste Spiel gegen HaJo, welcher sich aber schon fuer ein anderes Turnier angemeldet hatte, welches begann, waehrend sie grade im zweiten Spiel waren. HaJo fragte, ob sein Gegner nicht aufgeben wuerde, da er ja den Tiger habe und HaJo so wenigstens auch einigermassen gut dastehen wuerde. Ross war grade alles egal, also schenkte er HaJo einfach den Sieg (den er, wenn er nicht weggemusst haette, natuerlich auch so bekommen haette). HaJo stand also nun 2-0, wie noch zwei andere Spieler - einer davon war ich, nachdem ich in Runde 2 Antti Malin besiegt hatte. Bei drei ungeschlagenen Spielern musste natuerlich einer runtergelost werden, und das war wieder HaJo, der aber auf Grund des anderen Turniers nicht mehr antrat, und nur den Preis fuer ein 2-1 haben wollte (immerhin auch noch 50 Euro oder so wert). Das wiederrum freute seinen Gegner, der somit automatisch gewann, auch 2-1 stand und den gleichen Preis erhielt.
Wem das jetzt alles zu verwirrend war: drei Spieler, alle gluecklich! Ebenso wie ich, nachdem ich die letzte Runde auch noch gewann und mit dem deutlich ueber 100 Euro teuren Hauptpreis nach Hause ging. Ich besuchte wieder den Supermarkt vom Vortag, bekam mehr Zweifel, wie ich mich die naechsten 9 Tage ernaehren will, fand im Hispano-Laden nebenan wenigstens noch ein Sixpack Budweiser fuer 7,50$ (Inhalt einer Dose: ein Pint), ass leckeres Mikrowellenessen und begann hier zu schreiben.
Von der Stadt habe ich, wie man merkt, noch nicht so viel gesehen, das wird dann naechste Woche erledigt. Generell sieht es hier aber doch eher wie im Vorhof zur Hoelle der Trostlosigkeit aus, als in einer Stadt mit viel Nachtleben, aber vielleicht habe ich auch einfach die falsche Ecke erwischt.
Bestimmt habe ich jetzt wieder die Haelfte vergessen, aber dann wird das beim naechsten Mal erzaehlt.
Update 1! 08.10.09
(zu finden mit strg+f ->update 1)
06.10.09
Liebe Leser,
dieser Eintrag muss leider sofort mit einem Disclaimer beginnen.
Disclaimer Anfang
Ich hoffe, dass dieser und die folgenden Einträge auch von Personen gelesen werden, die mit dem Begriff Magic nicht genug anfangen können, als dass sie hier von ganz vielen Karten und Spielen lesen wollen. Daher werde ich versuchen hier mehr von dem Drumherum zu erzählen, das man bei einem Kartenspiel-Urlaub, wie ich ihn vorhabe, erlebt. Wer also ausgefeilte Decks, meine Gedanken zum Format und Spielbeschreibungen von den Turnieren erwartet, wird enttäuscht werden. Das alles wird es aber hoffentlich bald auf www.magicuniverse.de zu lesen geben. Ich bitte um Verständnis. Disclaimer Ende
Morgen ist es also so weit: Dann fliegen der Jan und ich nach Austin, und wenn ich ehrlich bin freue ich mich wie ein kleines Kind auf seine Junior-Tüte, bzw sein Happy Meal für die Jüngeren unter uns…
Was machen wir in Austin? Wir spielen Karten, so viel haben die meisten schon mitbekommen. Es geht dabei nicht um Karo-Dame und Pik-Ass, sondern um Karten, die etwa so aussehen:
Oder so:
Dabei ist das eigentlich nicht ganz richtig. Der Jan ist nämlich eher wegen Karten dabei, die etwa so aussehen:
Ich muss daher wohl etwas genauer darauf eingehen, wie unser Plan ist: An diesem Wochenende ist die diesjährige Weltmeisterschaft des “World of Warcraft Trading Card Game”s. Es spielt in der berühmt-berüchtigten Warcraft-Welt (das Online-Rollenspiel kennt hoffentlich jeder, bzw ist es vielleicht auch besser falls nicht), hat sonst aber mit dem Rollenspiel nur am Rande zu tun. Der Jan ist ziemlich gut bei diesem Spiel und wird die WM mitspielen, ich besuche ein paar der “Sideevents”, bei denen es auch ganz ordentliche Preise zu gewinnen gibt. Dann fliegt der Jan am Montag wieder Richtung Heimat, während ich noch eine Woche bleibe, unter Anderem, um die “Magic Pro Tour” zu spielen, die, wie der Zufall so will, an der gleichen Stelle, nur eben eine Woche später, stattfindet. Zwischen den Wochenenden wird aber einiges an Zeit bleiben um die Stadt Austin anzuschauen, etwas shoppen zu gehen, und was man sonst halt so anstellt, wenn man im Urlaub ist.
In diesem / meinem Blog habe ich vor euch ein wenig davon zu erzählen, wie ich meine Zeit verbringe und wie die Pro Tour aus Sicht eines Neulings aussieht. Dabei werde ich erstmal diesen Eintrag hier mehrmals updaten, damit ich nicht die ganze Startseite von mtgblogs.de einnehme. Ich denke man wird immer mitbekommen, wenn es etwas Neues gibt. Die Daten der Einträge schreibe ich immer ganz oben hin, damit man sie auch von der Startseite aus sieht (was man, wie ich grade feststelle, doch nur bei den letzten beiden Einträgen tut, nunja. Es wird irgendwie funktionieren).
Als kleine Einstimmung ein paar Informationen, die ich zusammen getragen habe:
Austin ist eine Stadt in etwa der Größe Kölns. Es ist die Hauptstadt von Texas, aber dennoch recht liberal und alternativ - mehr, als man es von einer texanischen Stadt erwarten würde. In Austin wohnen etwa 50000 Studenten, was sehr ansprechend klingt. Auch wenn der Wetterbericht für die nächsten Tage eher mäßig ausfällt, erwarte ich doch, dass ich nächste Woche noch im Town Lake (neben dem unser Hostel steht) oder einem der anderen Seen, die ich übrigens in Texas auch nicht unbedingt erwartet hätte, baden gehen kann. Die Temperaturen werden zumindest deutlich angenehmer als hier in Deutschland sein.
Die Reise beginnt morgen um 8 Uhr am Karlsruher Hauptbahnhof, ankommen werden wir wohl ca 23:00 Uhr Ortszeit (müsste ca 6 Uhr morgens europäischer Zeit sein) am Hostel, wenn alles läuft wie es soll. Da wir dann am Donnerstag erstmal unterwegs sein werden gibt es das nächste Update wohl Donnerstag Abend (Austiner Zeit, d.h. der Kanne wird es bestimmt noch um 2 oder 3 Uhr morgens lesen, Leute mit einem Schlafrhythmus, den man nach gesellschaftlicher Konvention als “normal” bezeichen kann, werden wohl bis Freitagmorgen warten müssen).
Ich möchte schonmal folgenden Personen danken:
- dem druFFF dafür, dass er diese Woche noch Fetchländer nach Hamburg schickt, die dann eine Woche nach mir nach Austin fliegen
- dem Jan (ein anderer Jan) dafür, dass er mir heute seine Digi-Cam geliehen hat, damit ich auch ein paar Fotos machen und hier reinsetzen kann
- den Franzosen in Metz dafür, dass sie mich gewinnen haben lassen
- allen Leuten, die dauernd gute Ratschläge und Erinnerungen parat hatten, auch wenn einiges davon mich eher verrückt gemacht hat, anstatt mich zu beruhigen.
Als Teaser werde ich jetzt noch zum monatlichen Highlander-Turnier in Karlsruhe gehen und mich ordentlich vermöbeln lassen.
Bis bald, der Mathias!
Update 1, 09.10.09, 8:30am
Da ich frueher wach bin als erwartet kann ich euch doch schon berichten, was gestern so passiert ist. Diese amerikanischen Tastaturen gehen mir uebrigens jetzt schon auf die Nerven…
Ich verliess das Haus um halb 8 europaeischer Zeit, danach lief erstmal alles reibungslos, auch am Flughafen. Um halb 12 hoben wir ab. Nachdem ich mir das Entertainment-Angebot des Flugzeugs angeschaut hatte war ich zuversichtlich, dass die Reise schon nicht allzu langweilig werden wuerde. Als erstes wurde mal der neue Ice-Age geschaut (die Bildquali war leider nicht so toll und der Bildschirm klein, aber es ging), waehrenddessen gab es Mittagessen. Danach schaute ich die leider einzige Folge von “The Big Bang Theory”, die angeboten wurde, und da die Verzweiflung langsam zunahm auch noch “Samantha Who?” Der Versuch etwas zu schlafen scheiterte, Lesen ging irgendwie auch nicht, und nachdem ich den Jazz- und den Klassiksender des Flugzeugradios durchgehoert hatte stellte ich fest, dass seit Ice Age grade mal drei Stunden vergangen waren. Das bedeutete: Nochmal drei Stunden bis New York! Die Dame im Sitz vor mir borgte mir dankenswerterweise den Stern, der aber auch nach einer halben Stunde durchgelesen war. Die Zoll- und Einreiseformulare wurden ausgefuellt, es gab noch einen kleinen Imbiss, und irgendwann erreichten wir tatsaechlich New York. Bei der Landung hatte man einen grandiosen Blick auf die Skyline von Manhattan, leider sind die Bilder aus verschiedenen Gruenden alle nicht so toll geworden.
In meinem Kopf war es sofort halb 3 nachmittags, ich brauchte eine Viertelstunde, bis mir auffiel, dass es ja eigentlich grade halb 9 abends war (nach europaeischer Zeitrechnung).
Bei der Passkontrolle durften wir einem Officer erklaeren, warum wir gerne sein Land besuchen wuerden. Wie erwartet bekam ich auf die Antwort “Holidays. And there's a card-game-tournament, where I participate” die Gegenfrage: “Oh, Poker?” Nachdem ich ihm erklaert hatte, dass es eher um etwas anderes ging stellte er mir noch eine Reihe Ja/Nein-Fragen, und ich sollte noch was zu meinem Studium erzaehlen, ich vermute der Grund dafuer war aber nicht persoenliches Interesse an meiner Person. Letztlich schien ich vertrauenswuerdig zu sein und wurde eingelassen. Bei der Gepaeckausgabe patroullierte ein anderer Officer samt Drogenhund. Dieser witterte auch etwas bei einer aelteren Dame, die daraufhin zuerst ihre Tasche und dann ihr Zollformular vorzeigen musste. Scheinbar hatte sie aber alles wahrheitsgemaess angegeben und so bekam der Hund sein Leckerli und er machte sich mit seinem Herrchen auf den Weg zu anderen Schmugglern. Ich denke man kann erkennen, dass die Kontrollen in den USA etwas strenger sind als in Europa. Nachdem wir unser Gepaeck wieder aufgegeben hatten mussten wir eine knappe Stunde am Flughafen totschlagen. Ich fotografierte nochmal die Skyline, aber fuer die Kamera war die Entfernung dann doch zu gross. Mama wurde angerufen, anschliessend erklaerte Jan mir noch in Grundzuegen die Baseball-Regeln (es waren ueberall Bildschirme aufgehangen, wo gerade ein Spiel uebertragen wurde), irgendwann durften wir dann Flieger Nummer zwei besteigen. Dieser konnte aber noch nicht starten, es gab wohl Probleme wegen einem Gatewechsel. So sassen wir bis zum Start eine geschlagene Stunde im Flugzeug, die ich komplett(!) damit verbrachte, den faszinierenden Anblick der Skyline in der langsam untergehenden Nachmittagssonne zu bewundern. Da die Alternative gewesen waere diese Stunde am Flughafen Houston zu verbringen, war ich darueber auch nicht besonders aergerlich.
Im Flugzeug gab es recht bald Abendessen, welches sich nicht nur wegen der Groesse eher wie ein Mitternachtsimbiss anfuehlte. Anschliessend schlief ich etwas. Als ich aufwachte waren wir schon im Landeanflug auf Houston, draussen war es, bis auf die vielen Lichter der Stadt, schon stockduster. Beim Verlassen des Flugzeugs war es unerwartet warm und schwuel, trotz der spaeten Uhrzeit. Das Thermometer zeigte 28 Grad Celsius, und ich hatte den Eindruck das texanische Klima eventuell etwas falsch eingeschaetzt zu haben.
Jan nutzte die Zeit am Flughafen um sich bei Wendy's ein Burgermenu zu ordern und konnte mit seiner Sprite die These, dass man in Amerika Getraenke immer ohne Eis bestellen sollte, deutlich untermauern (der Chlorgehalt des Leitungswassers ist enorm). Der Burger sah genau so aus, wie ich mir amerikanische Fast-Food-Burger immer vorgestellt hatte.
Nach einem weiteren Start und einer weiteren Landung kamen wir frueher in Austin an als erwartet, die Gepaeckausgabe dauerte gefuehlte 3 Minuten und nach einer recht kurzen Taxifahrt kamen wir nach insgesamt 22 Stunden Reisezeit im Hostel an, wo ich recht schnell einschlief. Grade eben bin ich um halb 8 aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen, was wohl darauf zurueckzufuehren ist, dass mein Koerper eher glaubt, dass es grade halb 3 nachmittags waeren. Mein Schlafpensum ist naemlich noch nicht im Soll. Dafuer haben wir jetzt Zeit die Stadt zu erkunden und etwas einzukaufen, bevor wir das erste Turnier spielen. Wie das laeuft (und, fuer den Stefan, wie die Gewinnchancen beim WoW-TCG so sind), erzaehle ich dann das naechste Mal. Ob sich meine Schleimhaeute bis dahin erholt haben, auch.
Jeder Turnierspieler träumt davon, einmal eine Pro Tour zu spielen - das heißt, falls er es nicht schon geschafft hat. Dann träumt er davon, einmal eine Pro Tour zu gewinnen, oder es nochmal zu schaffen, sich zu qualifizieren. Für mich wird zumindest der erste Traum bald wahr, denn gestern war ich mit AlexK und den Westphal-Brothers im schönen Metz (das “schön” ist bloß der Höflichkeit geschuldet, denn woher soll ich wissen, ob Metz schön ist oder nicht? Ich war da ja bloß Karten spielen!) und habe den lokalen PTQ mit über 100 Franzosen und noch ein paar zugereisten Spielern gewonnen. Ein Turnierbericht würde sich wahrscheinlich recht langweilig lesen, daher hier nur das Deck und ein paar Sätze dazu:
Mit der gleichen Deckliste (ok, -1 Kitchen Finks, + 1 Deathmark im Sideboard) habe ich es schon ins Halbfinale des PTQ Frankfurt geschafft, und auf der DM wurde ein 5-3 im Constructedteil erreicht, obwohl ich in ein oder zwei Runden nicht so toll gespielt habe. Was kann ich zu der Liste sonst erzählen?
1. Ich spiele weder Volcanic Fallout noch Jund Charm im Maindeck.
Das sollte man wahrscheinlich ändern. Mein Gedanken dazu war: Fallout ist nur gegen Feen wirklich wichtig, gegen Kithkin meistens solide, aber bei so vielen Pumpeffekten nunmal nicht immer hilfreich. Gegen Meervolk kann man sie gebrauchen, aber auch hier muss (und kann!) man die Lords teilweise vorher separat entsorgen, und ohne die Lords sind die restlichen Fische sowieso keine wirkliche Bedrohung mehr. Außerdem können sowohl Meervolk- als auch Kithkinlisten mit Harm's Way oft gut um die Karten herumspielen und, zu guter Letzt, gibt es ja auch noch den Forge-Tender, der sonst zwar nicht besonders spektakuälr gegen das Deck ist, aber die Massremoval bekanntermaßen im Griff hat. Gegen jegliche Kontrolle, gegen alle roten Aggro-Listen und auch im Mirror sind Fallouts einfach schlecht und Jund Charms auch nicht sonderlich toll. Honorable Mentions: Jund Charm ist gegen das lästige Time Sieve-Deck gar nicht so schlecht.
Da momentan Feen aber wieder richtig stark sind und Kithkins auf PTQs immer reichlich zu erwarten sind, würden sich 2-3 Jund Charms wahrscheinlich ganz gut machen. Generell wollte ich aber Karten haben, die immer was machen, sprich: Mehr Schläger!
2. Aus etwa den gleichen Gründen (viel rot, Kithkins, Feen auf PTQ-Ebene) sind die Anathemancer im Maindeck nicht gut aufgehoben, das waren sicherlich die am häufigsten ausgeboardeten Karten.
3. Das Tolle an der Liste ist, dass sie ziemlich ausgewogen drei Sachen besonders gut kann: Bedrohungen legen, Sachen kaputt machen, und Kartenvorteil generieren. Das ist nebenbei nicht nur eine super Erfolgsgarantie, sondern macht auch sehr viel Spaß!
Soviel zum Deck, um was es hier aber eigentlich gehen soll, ist etwas Statistik zu betreiben (siehe Titel). Wie bin ich dazu gekommen, dass ich schließlich meinen ersten PTQ gewonnen habe? Zeit die letzten Jahre Revue passieren zu lassen!
(Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr, und wer meine Lebensgeschichte langweilig findet muss sie nicht lesen. Ich denke aber, dass man hier die Entwicklung eines semi-professionellen Magic-Spielers gut nachvollziehen kann.)
Meinen ersten PTQ spielte ich 27.11.2005 in Stuttgart, zu dieser Zeit hatte ich allerdings schon mehrere PTQs als Lvl1-Judge betreut. Ich weiß zwar noch ganz genau, was ich am Vorabend gemacht habe, aber an den PTQ selbst kann ich mich kaum noch erinnern. Ich startete jedenfalls Draw-Win-Draw und nach einer Niederlage in Runde 6 landete ich mit 4-1-2 auf dem 16. Platz. Im Jahr 2006 spielte ich nur einen einzigen PTQ: Ravnica Sealed, Saarbrücken, 4-3.
2007 begann ich etwas ernsthafter PTQs zu spielen, und erreichte bei meinem sechsten PTQ die erste Top8-Platzierung. Das war am 12.08. in Basel, Timespiral Blockconstructed. Ich schied im Viertelfinale gegen ein schlechtes Matchup aus. Bei meinem neunten PTQ erreichte ich mit Dredge in Mannheim erneut das Viertelfinale, am 3.2.2008. Der zwölfte PTQ, erneut in Mannheim, im Dezember letzten Jahres, brachte mir im Shards-Sealedformat das erste Mal das Halbfinale, ebenso wie der 18. PTQ in Frankfurt vor zwei Wochen. Wie man sieht habe ich dieses Jahr deutlich mehr PTQs besucht als zuvor, oft mit durchwachsenen Ergebnissen, drei der PTQs beendete ich bei 2-3. Das Extendedformat lag mir nicht besonders, ich wechselte oft das Deck, war kein sicherer Pilot. Alles Dinge, die nicht gerade zum Erfolg beitragen. Allerdings konnte ich in Hannover trotzdem fast Tag2 erreichen, was aber bei meinem unterirdischen Spiel kaum verdient gewesen wäre.
In dieser Standardsaison hingegen blieb ich einem Deck treu, auch wenn das so ganz auch nicht stimmt. Den ersten PTQ spielte ich mangels Karten mit Kithkin (einer der “2-3-Drop”s), danach konnte ich das Jund Deck leihen, das ich nun drei Wochen getestet und erprobt habe. Es hilft wirklich sehr oft, sich Spielsituationen noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen, und sich zu überlegen, ob ein anderes Play nicht besser gewesen wäre. So bin ich, glaube ich, ein doch recht sicherer Pilot geworden, der sogar manchmal dem AlexK widersprechen kann, wenn er meine Plays als schlecht erachtet Übrigens handelt davon (ACHTUNG, Werbung!) auch mein Artikel, der morgen auf MagicUniverse erscheint.
Um den Bogen zu schließen: Bei meinem 19. PTQ erreichte ich zum fünften Mal die Top8 und gewann zum ersten Mal. Daher darf ich versuchen mein Verhältnis zu Extended etwas zu verbessern, indem ich gut vorbereitet nach Austin fliege. Zum Abschluss noch ein paar Tipps (ich weiß, die habt ihr schon 1000 Mal gehört, aber sie sind sooo wahr):
- Spielt ein Deck, das euch nicht überfordert, und an dem ihr Spaß habt
- habt Sideboardpläne für die wichtigsten Matchups
- spielt einige Testpartien gegen die wichtigsten Matchups, um ein Gefühl für das Deck in verschiedenen Situationen zu haben
- verbauert es nicht zu arg, und denkt manchmal auch mal 10 Sekunden länger nach.
Ich hoffe, dieser erste Blogeintrag an der Stelle hat euch nicht allzu sehr gelangweilt, und wünsche euch viel Erfolg bei dem Versuch, auch mal (wieder) zur Tour zu kommen!