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Magicuniverse Team Linz
Vom Küchentisch zur Pro Tour

MMA - Mixed Magical Arts

23. März 2010 von Kenshin

Nach einer klausurbedingten Durststrecke habe ich in den letzten Wochen wieder vermehrt Pappkarten seitwärts gedreht. Auch wenn es dann nicht für die PTQs gelangt hat, weil die dann doch zu viel Zeit fressen oder sich schlicht mit Klausuren überschnitten (ja, wir schreiben hier Samstags Klausuren. Stimmt, finde ich auch unangenehm). Hauptsache wieder etwas zocken!

Fangen wir mal mit einem wilden Potpurri an Themen an.

Johnny´s Addiction

Der Herr Pischner hat in seinem Blog letzte Woche ein recht interessantes Thema angeschnitten: Magic als Sucht. Um es zusammenzufassen, zumindest so wie ich seinen Artikel verstanden habe, spielt er darauf an, dass Magic als Spiel deshalb erfolgreich ist, weil es eine Sucht ist. Er fühlt sich ganz schlecht, weil er es als Spielwarenverkäufer an Kinder verkauft hat und sie aktiv dazu gebracht hat. Er erklärt weiter, dass Magic immer mehr zur Sucht umgebaut würde. Wen es interessiert sollte den Eintrag am besten selbst lesen.

Meiner Meinung nach übertreibt er aber durchaus ein wenig. Selbstverständlich ist der Suchtcharakter nicht von der Hand zu weisen, aber kein Leben geht an Magic zu Grunde, die Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen sind vergleichsweise harmlos. Aber wo er Recht hat, ist sicherlich beim Thema Kinder und Magic. Ich kenne das ja von mir selbst. Als 14 Jährigem fehlt einem einfach der Bezug zu Geld und die Fähigkeit sich selbst zu zügeln. Die Rationalität obsiegt so gut wie nie über den Zwang. Somit kauft er Booster und reisst diese einfach auf, statt sie halbwegs sinnvoll zu verdraften, oder sich die Einzelkarten die er braucht gezielt zu ertauschen und zu erkaufen. Und in dem Drang ständig neue, coolere Karten zu haben, werden eben mehr Booster aufgerissen. Mehr Geld wird investiert. Mehr Geld, als es Sinn macht (also als man im Gegenzug Spass bekommt).

Der erwachsene Spieler versucht in der Regel den Spass pro Euro zu maximieren und zumindest ich persönlich überlege mir, wie viel Geld ich im Moment habe und ob das nicht sinnvoller in etwas anderes Investiert oder schlicht gespart würde. Als Kind tat ich das nicht. Das Geld brannte mir immer unter den Nägeln. Das Konzept des Sparens war mir völlig fremd und so hatte ich mein Taschengeld oft schon in der Monatsmitte ausgegeben. Ich gab mehr Geld für dieses Spiel aus, hatte aber wesentlich weniger gute Karten als es jetzt der Fall ist.

Allerdings ist die Frage, wie stark das Sucht ist. Auf der einen Seite hat man das Bedürfnis dieses Spiel zu spielen, da es Spass macht. Es bewegt einem zu irrationalen Taten (morgens früh aufstehen für Turniere, Geld ausgeben für Pappe, frewilliges Abhängen in stickigen Läden). Genau so kommen die wenigsten Spieler jemals komplett vom Spiel weg. Es ist wie mit Alkoholikern. Auch wenn sie für den Rest ihres Lebens nüchtern bleiben, so werden sie doch immer Alkoholiker bleiben, die bei der geringsten Dosis wieder massiv zurück fallen. Man bleibt immer Magicspieler. Es zeigt also definitiv Parallelen zu Suchtverhalten auf.

Auf der anderen Seite hat es aber so gut wie keine Nebenwirkungen. Es kostet Geld, aber so gut wie niemand würde sich für Magic verschulden oder mitten in der Nacht schweissgebadet aufwachen und an nichts anderes denken, als an das nächste Spiel. Genau so geht niemand Anschaffen für Magic oder braucht Morgens erst mal einen Booster zum aufreissen, damit ihm die Hände nicht unkontrolliert zittern. Es beschädigt nicht das Gehirn (eher im Gegenteil), man trägt keine gesundheitlichen Schäden davon (mal abgesehen von denen, die ein Hobby, das im Sitzen ausgeführt wird und das zum massiven Konsum von Fast Food verleitet, mit sich bringt). Es gibt keinen Kater, keine Halluzinationen und man steckt sich nicht aus Versehen mit irgend etwas an, weil man sich Karten teilt.

Magic ist also genau so eine Sucht, wie es Bücher und Computerspiele sind. Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich nicht mindestens ein ungelesenes Buch im Regal liegen habe, für den Fall, dass das aktuelle zu Ende ist. Ich kann ein spannendes Buch nicht so einfach weglegen und ich bin enttäuscht, wenn der Papiertrip dann vorbei ist. Ich gehe auch selten ohne ipod aus dem Haus, ich gebe viel Geld für Platten aus. Man könnte also sagen, ich bin Musiksüchtig, Büchersüchtig usw. Aber keine dieser Süchte ist so stark, dass sie mich davon abhält zu Essen, Freunde zu treffen oder mein Leben zu leben. Zugegebenermaßen ist es manchmal nicht leicht, sich vom PC loszureissen oder sich dazu durch zu ringen zu lernen, aber der Schaden hält sich in Grenzen.

Ich bin sicher, man kann nach allem süchtig werden. Alles, was einem irgendwie Freude verschafft und Glückshormone ausschüttet trägt die latente Gefahr in sich, einen süchtig nach Endorphinen werden zu lassen. Es gibt Sportsüchtige, Arbeitssüchtige usw. Aber selten endet es so destruktiv, wie es die wahren Süchte tun. Magic ist kein Crack, Bücher kein Koks und Computerspiele kein Alkohol.

Man könnte es auch mit Shopping bei Frauen vergleichen. Magic ist eine Art Schuhtick für Männer. Die Lust am Konsum, das irrationale Verhalten, das man an den Tag legt, wenn einen etwas glücklich macht.

Abschließend muss man also festhalten, dass es zwar immer Menschen gibt, die einer Sucht verfallen (Workaholics, die den Kontakt zum Leben verlieren, WOW Spieler, die das Haus nicht mehr verlassen und Frauen, die sich für Klamotten verschulden). Aber diese “kleinen” Alltagssüchte treiben den aller größten Teil der Menschen nicht in den Untergang, so wie es andere Drogen fast sicher tun.

Wo man allerdings aufpassen sollte ist bei Kindern. Allerdings liegt es hier in der Verantwortung der Eltern den Kindern beizustehen. Man sieht es an Spielen, die kaum Erwachsene spielen. Hier werden Unsummen bewegt, die in noch weniger Relation zum Ergebnis stehen, wie bei Magic. Manche YGO Karten kosten jehnseits der 100 Euro und es gibt einen Markt für diese Karten. Hier sieht man, was passiert, wenn die Ratio noch überhaupt keine Kraft hat und nur das Geltungsbedürfnis, der Siegestrieb und die kleine Sucht regiert. Es gibt einen guten Grund, warum Kinder unter 18 nicht geschäftsfähig sind. Sie sind nicht rational genug. Und hier verstehe ich schon, warum sich Andreas schlecht fühlt, auch wenn ich glaube, er nimmt sich zu hart ins Gericht. Für diese Kinder ist es das scheinbar wert und keines trägt Folgeschäden davon.

Bevor es zu weit ausartet, mache ich hier Schluss und überlasse es euch darüber nachzudenken. Ich finde es interessant sich über diesen Aspekt des Spieles Gedanken zu machen. Man kann tief in sich hineinschauen und prüfen, in wie weit einen dieses Spiel in den Fängen hat. Für mich ist es dann zu viel, wenn es mich von meinem sozialen Leben abhält und sich über Gebühr mit meinem Studium überschneidet. Ich komme auch mehrere Wochen ohne aus. Ich freue mich natürlich, wenn es dann wieder los geht, aber ich kriege kein “Magic-Jucken”.

Musik

Zur Auflockerung ein Video. Ich habe diese Band durch Zufall entdeckt und ich bereue den Kauf des Albums nicht. Für die meisten wird die Musik wohl zu heftig sein. Es geht um Monotheist von Celtic Frost. Man kann es wohl am besten als Doom Metal bezeichnen. Langsam, schleppen, bedrohlich und atmosphärisch klingt das alles. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes. Es hat so gut wie keinen Popappeal. Ich muss allerdings selbst zugeben, dass ich durch dieses Stück am Anfang erst total verstört war, aber mittlerweile finde ich es sehr gut. Das Gefallen entwickelt sich langsam aber sicher immer weiter.


Chasing the Planes

Vor wenigen Wochen hatte ich meinen ersten Kontakt mit den großen Pappkarten aus Planechase.

Format der Wahl war, wie immer, Highlander. Meine Kumpels hatten sich allerdings die Planechase Karten zugelegt. Ich muss zugeben, zu Anfang war ich skeptisch und dagegen. Mir kam das schlicht zu unfair und zu random vor. Das ist es zwar teilweise, aber der Spass kommt dadurch zu stande, dass man sich der Situation ständig anpassen muss. Abwechslung hält das Gehirn fit und macht sehr viel Freude.

Bevor ich euch erzähle, warum das so viel Spass macht, sollte ich vielleicht erwähnen, dass wir two-headed giant spielen und es auf der Tischmitte einen Stapel Planes gibt. Sobald alle gespoiled haben wird die oberste Karte revealed und schon geht es los. Die Würfeleffekte gelten immer nur für den Würfler, es sei denn sie sind global. So enttappen zum Beispiel bei Aeon Flux nur die Premanents der erfolgreichen Würflers.

Die Vorteile dieser Planechase Karten sind:
- Man muss sich bei den meisten Planes stark anpassen, was die Spiele nicht gleichförmig ablaufen lässt
- Man muss abschätzen, in wie weit man von der aktuellen Plane bevorteilt wird und ob und wie stark man versuchen muss, sie zu entfernen
- Sie geben einem Spieler, der gerade nichts tun kann, etwas Sinnvolles zur Beschäftigung, was die oft aufkommende Langweile, die man je nach Deck im early- oder lategame erfährt, stark abmildert
- Viele Planes sind lustig, da sie reichlich abwegige Spielsituationen hervorrufen (z.B. Glimmervoid Basin)
- Sie sind relativ ausgeglichen und bevorteilen mal den einen Decktypen, mal den anderen
- Es macht einfach unglaublich viel Spass, da man aus dem ewig gleichen Trott, den ein gefestigtes Metagame mit wenigen Spielern auf Dauer erzeugt, heraus kommt

Nachteile gibt es leider auch:
- In gewissen Reihenfolgen sind die Planes extrem unfair und sorgen für so unfaire Verhältnisse, dass die Spiele schnell und unbefriedigend für eine Seite verlaufen. Das ist aber natürlich recht selten. Die extraturns gebende Plane ist stellenweise auch absurd unfair.
- Manche Planes sind, wenn sie länger liegen bleiben, unglaubelich nervig. Wenn man zehn Züge lang erfolglos versucht Cliffside Market oder Aeon Flux wegzubekommen versaut das viele Spiele.
- Je nachdem, welche Planes man im Stapel hat, kann sich ein Ungleichgewicht zu Gunsten von Control oder Aggrodecks ergeben.
- Die Decks sind “format warping”. Die meisten Planes bevorzugen es, wenn man früh viel legen kann. Ein Kreaturenarmes Deck hat reichlich tote Planes und eines ohne one- und twodrops ebenfalls. Allerdings gewinnen diese Decks um so mehr durch einige wenige Planes.
- Die Spiele werden um ein Zufallselement reicher, manche Spiele werden schlicht durch die erschienende Plane herumgerissen.

Planechase ist also genau das richtige, um in eingefahrenen Multiplayergruppen den Spass wieder zu erhöhen. Free for all ist für mich ziemlich nervig, da die ständige Diplomatie das Spiel nicht wirklich spassiger sondern abstruser werden lässt. Eine ganze Weile haben wir nur one on one Highlander gezockt, was an sich auch am meisten Spass macht, aber dann doch etwas unkollegial ist. Durch Planechase ist das 2hg viel spannender und reizvoller geworden.

So, da es schon spät geworden ist, lasse ich das mit dem Highlanderliste abtippen mal sein und verschiebe das auf unbestimmte Zeit in die Zukunft.

Das soll es erst mal gewesen sein.

Denkt ihr, dass Magic eine Sucht ist? Gar eine Gefahr für Kinder? Und was haltet ihr von Planechase? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Gepostet in Alltag

18 Kommentare

  1. jjrotzo

    Meiner Meinung nach ist das größte Problem von Planechase (abgesehen von der randomness) die Anordnung der Symbole auf dem Würfel. Mit ein bisschen Geschick und böser Absicht kann man die Wahrscheinlichkeit auf eine Aktion beeinflussen, wenn man um die richtige Achse würfelt.

  2. Dennis

    Der Unterschied von Magic, Büchern, Platten etc. zu Crack, Heroin und Amphetaminen ist, dass sie zwar gleichfalls “süchtig” machen, aber nicht illegalisiert sind. Nur deswegen “treiben [sie] den aller größten Teil der Menschen nicht in den Untergang, so wie es andere Drogen fast sicher tun”. Alkohol mag als das wohl schwerste, schädlichste (und nichtsdestotrotz legale) Suchtmittel eine Ausnahme bilden - es führt wohl tatsächlich trotz seiner Legalität in den von dir beschworenen “Untergang”.

  3. Ormuss Avatar
    Ormus

    “Magic ist eine Art Schuhtick für Männer.”

    Danke. Jetzt weiss ich auch, wie ich meiner Frau meine Magic Spielerei erklären kann :-D

  4. Pornobob

    @jjrotzo:
    Wenn du ein solches Fun-Format mit Leuten spielst, die versuchen dabei zu bescheissen, würde ich mir mal über die aktuelle Auswahl der Freunde Gedanken machen…

    @Dennis:
    Der Unterschied von Magic, Büchern, Platten etc. zu Crack, Heroin und Alkohol ist vor allem, das erstere psychisch abhängig machen, zweitere aber (auch) körperlich. Das ist eine weitere Hürde, die bei einer “Flucht aus der Sucht” überwunden werden will. Im Übrigen finde ich den Artikel sehr präzise geschrieben. Alles kann zu Sucht führen, und zwar durchaus auch zur Sucht die in den Untergang führt - Stichwort Arbeiten bis zum Herzinfarkt. Das heißt aber nicht, dass deswegen Arbeiten jetzt verboten werden sollte (wobei… ;) ).

  5. Chickenfood

    check. der mit den schuhen war gut.

  6. gulu

    @jjrotzto:

    wie wäre es dann mit Würfelbechern?

  7. eddos

    @Sucht:
    Ich finde schon auch, dass es etwas von Sucht hat.
    Es fällt mir schon verflucht schwer, in nem Geschäft an den Karten einfach nur vorbeizugehen…
    Meine Freundin ist da zum Glück das vernunftbegabte Wesen. Wohlgemerkt: Die spielt selber UND kauft sich nur Schuhe, wenns nötig is.
    Ich hab schon ziemlich viel Asche in die Pappe investiert in den letzten 3 Jahren und muss zugeben, dass ich es nur einmal bereut habe (1 Saviors of Kamigawa-Display für 29,99….”Da is nix verloren dran”).
    Nachdem ich mir in meiner Jugend alle Mühe gegeben habe, meinen Verstand abzutöten, bin ich jetzt froh um ein sehr zeitaufwändiges Hobby, dass eben diesen -oder was übrig ist- wieder zu reaktivieren.

    @Planechase:
    Gekauft, geholt, lustig, seitdem im Eck. Wir sollten mal wieder die großen Pappen rausholen.
    Es ist einfach nur Fun, nicht mehr kompetitiv, also kann jeder, der dieses Spiel nicht zu Ernst nimmt, damit Spass haben. leider fehlen mehr neue Planes.

  8. Sind das die besten Länder

    Naja…Sucht definiert sich auch dadurch das man einfach nicht mehr aufhören kann obwohl man will. Also nicht dadurch das man sich was zuzieht oder viel Geld ausgibt.

  9. Joey


    “Magic ist eine Art Schuhtick für Männer.”

    Danke. Jetzt weiss ich auch, wie ich meiner Frau meine Magic Spielerei erklären kann :-D

    So habe ich es auch erklärt und seitdem sagt sie nichtsmehr wenn MKM wieder Geld sehen will ;-)

  10. orthothopter

    wie ≠ als

  11. Kenshins Avatar
    Kenshin

    @orthopter: Ich bin Pfälzer, ich darf das.

  12. wannabevintages Avatar
    wannabevintage

    “Magic ist eine Art Schuhtick für Männer.”

    Made.My.Day.

  13. hendi

    Äuserst geiler Blog!
    vielen Danke fürs verfassen :D

  14. wannabevintages Avatar
    wannabevintage

    Zum Thema Sucht: Die Definitionen von “Sucht”, die hier rumgeistern, sind alle sehr flauschig und unpräzise.
    Süchtigkeit ist ein graduelles Maß, und es gibt sicher einen Unterschied zwischen einem körperlich Abhängigen, dessen Hemmschwelle bei Entzug so weit sinkt, dass er bereit ist, alles für die Droge zu tun, und einem Magicspieler, der zwar nicht aufhören kann, aber eben auch nicht mehr als das, was er an Geld übrighat, in das SPiel investiert.

    Bei APs Artikel fiel mir auf, dass er irgendwie meint, dass “das Spiel spielen” in etwa gleichbedeutend ist mit “die Spoiler 4x haben” oder “perfekt ausgestattete Turnierdecks bauen können”.
    Er kritisiert die Veröffentlichungspolitik von WotC dahingehend, dass man diese Karten “brauch” um das Spiel zu spielen.

    Ich stelle fest, dass es eine Menge Leute gibt, die sich teure Karten einfach proxen oder andere Formate spielen und trotzdem sehr glücklich mit Magic sind. Nicht zu vergessen sind die ganzen Limited-Freaks, die dieses Problem gar nicht haben.

    Ich stehe eher auf deiner Seite, was das Suchtargument angeht.

    Es ist auf jeden Fall falsch, den Erfolg von Magic darauf zu reduzieren, dass es systematisch zu einem Suchtmittel ausgebaut wird. Wenn überhaupt, dann gilt das im Blog beschriebene Verfahren nur für einen sehr kleinen Teil der Magicspieler.

  15. Kenshins Avatar
    Kenshin

    Aber wenn ich ehrlich bin sehe ich bei mir als Jugendlichem genau das, was der AP beschreibt. Dieses Gefühl all die neuen Karten “zu brauchen”. Mittlerweile kaufe ich mir nur die Karten, die Formatübergreifend wichtig und/oder wahnsinnig schlecht zu leihen sind. Früher hatte ich zum Glück nicht das Geld für den Kram, heute habe ich die Vernunft auch mal Nein zu mir selbst zu sagen.

    Ich denke Magic erzeugt auf Grund seiner Natur als sammelbares Spiel wirklich einen als Druck emfpundenen Wunsch immer auf der Höhe der Zeit zu sein. Das ist wie der Druck der entsteht, wenn Toni der Tiger einem tolle Spielsachen verspricht, wenn man Märkchen auf den Packungen sammelt. Die Meisten essen halt immer noch die selbe Menge Frosties und freuen sich, wenn es denn für eine Prämie genügt. Manche fangen dann an nur noch das zu essen. Oder dieser Payback Kram. Es soll Leute geben, die wegen des marginalen Rabattes (der natürlich draufgeschlagen wird, von dem gläsernen Kunden, zu dem einen das macht, mal abgesehen) immer in die selben Läden gehen.

    Genau so gibt es Leute, besonders junge mit zu viel Geld (und mal ehrlich, das heutige Taschengeldniveau ist absurd, im Vergleich zu dem, was Kinder früher hatten), die sich nicht gegen diesen Sog aus Sammelwut behaupten können. Der vernünftige Mensch besitzt nur das, was er braucht. Aber als ich mal zu Geld kam (Job, Zivi) Habe ich plötzlich Ravnica fast komplett gehabt. Wozu? Kein Plan, ich kann eh nur ein Deck auf einmal spielen. Die Duals alleine hätten es erstmal getan. Ich wollte jede scheiss Karte haben. Ich hatte auch mal Forces und son Dreck, aber ich spiele kein Legacy! Aber aus den Fehlern habe ich teilweise gelernt. Meine letzte Investition waren alle neuen Fetches (wobei ich dafür alle meine alten hergegeben habe) und Knight of the Reliquary. Formatübergreifende, gute Karten…

    Aber der neue Jace, er juckt. Die Proxy im Highlander ist einfach hässlich! Ich weiss, dass ich ihn nicht kaufen werde. Aber ich würde gerne!

    Auf der anderen Seite ist das, was an YGO und Magic gut ist, dass sich diese Kinder unter die Leute begeben. Jemand der affin für solche Spiele ist tendiert auch dazu, andere Hobbys zu haben, für die man nicht vor die Tür muss.

    Bevor ich meinem Kind jegliche soziale Kompetenz durch WOW nehmen lasse, bringe ich es lieber dazu ein Spiel zu spielen, das Gesellschaft fördert.

    Aber es ist doch nur das kleinere von vielen Übeln.

    Aber was ist denn kein Übel? Soll das Kind im Fußballverein gemobbt werden, wenn es eher der gemütliche Typ ist? Soll ich es zum Tennis zwingen, wenn es nicht gerne in der Sonne ist? Soll ich ihm ein Instrument aufzwingen, wenn es lieber die Plastikgitarre schwingt? Ich weiss es nicht, ich habe keine Kinder…

    Ich sehe nur den Schaden und den Nutzen, den ich durch meine Kindheit zwischen Sportvereinen, Computerspielen, Magic und Musikunterricht genommen bzw. gezogen habe.

  16. Dave

    Also erstmal gefällt mir der Soundtrack sehr gut, aber der Song war für mich anfangs ebenfalls sehr verstörend.

    Zum Thema Planechase:
    Wir spielen in unserer Casual-Runde ab und zu PC und ich teile deine Ansichten. Aber im großen und ganzen finde ich Planechase nicht besonders gut. Es macht die spiele teilweise so random und noch dazu sind einzelne Planes zu mächtig. Bei mir kam manchmal der Drang auf, Planechase-Karten extra zu kaufen um mein Planechase-Deck zu optimieren. Diesen Plan habe ich jedoch recht schnell verworfen, weil es mit zu blöd und teuer war. Noch dazu spiele ich am liebsten ohne PC und kaufe mir dann doch lieber ‘normale’ Karten.
    mfg

  17. Kenshins Avatar
    Kenshin

    @Dave:

    Wir spielen mit einem gemeinsamen PC Deck. Wenn wir das Gefühl haben, eine Plane ist zu stark/nicht lustig, dann wird sie eben gekickt.

    Durch den gemeinsamen Stapel wird vermieden, dass sich jeder die Planes auf sein Deck zuschneidert und im Laufe eines Abends wird jeder mal einen besonders passenden Vorteil genießen dürfen.

    Nebenbei braucht man nur ein Planechase Deck.

  18. Anonym

    Ich ignoriere SÄMTLICHE Kommentare schreite daher gleich zur Tat.
    Magic hat mein Leben zerstört, das meine ich ernst.
    Ich habe fast jeden Tag Schule geschwänzt nur um drei Stunden vorm Laden zu warten bis der aufmacht um wiederum im Laden 2 Stunden zu warten bis nen Spieler kommt.
    Das ging vier Jahre so.
    Ich habe es trotz allem in die 12. Klasse geschafft aber die wegen Magic abgebrochen >..

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