Endlich vorbei!
Nach dem dreifach PTQ in Hanau sind wir endlich dieses kreuzdämliche Zendikar Sealedformat los. Ich musste leider an jedem der drei Tage erfahren, was so nervig ist an diesem Format. Ich kann damit leben, aber so richtig gefallen will es mir einfach nicht.
Nicht, dass die Karten nicht schön und gut designed wären oder die Mechaniken langweilig wären. Das ist es nicht. Das Problem ist die gigantische Menge an Offensichtlichkeiten, die dieses Sealedformat zu einem der einfachsten macht, die ich jemals miterleben durfte. Obwohl das Format jetzt ja offiziell tot ist schreibe ich hier eine Art Grabrede an ein Limitedset, das zwar enorm schön zu draften, aber eben auch sehr schlecht im Sealed ist.
Problem 1:
Schwarz ist strikt besser und tiefer, als jede andere Farbe, gleiches gilt für Rot, nur dass hier eben Schwarz darüber steht. Ich glaube das dürfte bis jetzt jeder gemerkt haben und ich muss nicht ellenlang erklären, warum das so ist.
Problem 2:
Bis auf sehr wenige Ausnahmen bauen sich Sealedpools von selbst. Sealedbau war in Zendikar nach diesem Muster zu betreiben:
1. Schwarze Karten rauslegen.
2. Rote Karten rauslegen.
3. ???
4. Profit!
So gut wie jedes Sealed, das nicht Schwarz und/oder Rot spielte war nicht konkurrenzfähig. Weiter gestaltet sich auch der Bau sonst sehr leicht, da man meist gerade so zwei Farben hat, die überhaupt genug Playables abwerfen. So endete ich in Hanau jeden Tag in RW, weil ich jedes mal in den drei anderen Farben gerade mal je um die 5 playables hatte. Komischerweise schloss das jedes Mal auch Schwarz mit ein. Varianz eben. So geleitet verbauen auch unterdurchschnittliche Spieler ihre Pools weniger häufig und gute Spieler können sich keinen besonderen Vorteil verschaffen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich jeden Tag mein Deck bis auf ein bis zwei debattierbare Choices bei den Fillern korrekt gebaut habe. Aber eine richtige Wahl hatte ich nie. Wenn ich mich an Ravnica erinnere, bei dem man durch das gute Fixing und die Multicolorkarten riesige Möglichkeiten hatte, es zu verbauen oder sich einen Vorteil zu verschaffen, wird mir bewusst, das Wizards das Spiel eben für jeden zugänglich machen will. Auch für Leute, die keine Ahnung haben. Man nimmt sie eben einfach an die Hand und gibt ihnen weniger Möglichkeiten sich mit ihren Choices reinzureiten. Positiv für das Spiel (die drei PTQs hatten etwa 185-165 Spieler), schlecht für gute Spieler.
Gute Pools schneiden in der Regel gut ab und schlechte Pools schlecht. Als Spieler kann man nicht viel versauen oder herausholen.
War es in vielen der vorangegangenen Formate noch so, dass man, wenn man fünf Leute gefragt hat, was sie aus den Pools gebaut hätten, sechs verschiedene Decks gebaut bekam, so unterscheiden sich die Decks die gebaut würden in Zendikar nur um die 23te, maximal noch die 22te Karte.
Problem 3:
Die funktionsweisen des Formates lassen Zufallsfaktoren enormen Einfluss erlangen.
Durch die hohe Geschwindigkeit des Formates und die Chance, dass auch schlechte Decks mal eben Kurve legen, können solche Dinge wie Flood, Screw und Mulligans viel verheerender werden, als das bisher der Fall war. Besonders der Mulligan on the Play ist beinahe ein verlorenes Spiel. Unter anderem deshalb spielte man in diesem Format 18 Länder. Wer Manaschluckauf bekommt, so um Turn drei oder vier, der verliert das Spiel höchst wahrscheinlich. Dadurch passiert es übrigens auch, dass wahnsinnig lächerliche Pools irgend wann zwischen Runde 1 und 8 mal zufällig unter die Räder des gegnerischen Goddraws kommen oder am eigenen Draw eingehen. Das passiert auf jeden Fall häufiger, als früher.
Problem 4:
Es gibt kaum gute Tricks, vor allem kaum onboard. Angreifen ist nicht besonders gefährlich, man spielt um erstaunlich wenig herum, das Format wird weniger komplex zu spielen.
Problem 5:
Vampire Nighthawk. Schlecht zu entsorgen, unglaublich gut, uncommon. Macht mit dem gegnerischen Deck das hier:

Ich habe Geschichten gehört, von Leuten, die gegen Turn 3 Nighthawk einfach aufgegeben haben, weil ihr Deck nichts dagegen ausrichten kann.
All diese Faktoren führen in meinen Augen dazu, dass man von den bekannten Sealedtugenden Glück, guter Pool und Playskill in diesem Format von den vorderen zweien um einiges mehr braucht.
Das komische ist aber, es macht trotzdem Spass… vielleicht, weil man es nicht so oft verzockt und sich weniger über sich selbst, als über die unbeeinflussbaren Zufallsgrößen aufregen müsste? Ich hatte drei Tage lang das Gefühl meinem Pool und den Draws ausgeliefert zu sein. Ich hatte nie das Gefühl es selbst herausgespielt oder verzockt zu haben.
Naja, immerhin war der Draft schön zu spielen.
Denkt ihr genau so wie ich, oder weichen eure Ansichten und Erfahrungen nach der abgeschlossenen Season von den meinen ab? Ich freue mich auf eure Meinungen.
Gepostet in Alltag
1. Januar · 23:27
Hachja, der Nighthawk und das gute .gif
netter Blog, das Format is aber nu rum, von daher lassen wir es doch in Frieden ruhen und freuen uns einfach auf Extended
2. Januar · 01:00
Und du musstest wirklich 75 EUR locker lassen, um zu solchen Schlussfolgerungen zu gelangen?
Das nenne ich mal wirklich gut angelegtes Lehrgeld! Wizards kann wirklich stolz auf seinen Schüler sein!
2. Januar · 01:46
Ilja, wo bist du eigentlich gewesen? Wir haben sehnsüchtig auf deinen glorreichen Auftritt gewartet, aber du hast uns schnöde im Stich gelassen. Aber wir haben schon verstanden, die Tour ist natürlich für dich viel zu simpel gestrickt. Das muss sich einer wie du natürlich nicht anttun. Da rennen ja nur Fische rum…
2. Januar · 01:50
Tachen,
was mich ja interessieren würde, wie du abgeschnitten hast/ was deine Decks beinhalteten oder allgemein ein Turnierbericht.
Und so tot ist das Format nicht, wird halt öfters bei FNM's noch gespielt, nur keine größeren Turniere.
2. Januar · 02:04
Sealed auf FNMs?
Abgeschnitten habe ich bescheiden. Ich überlege halt, ob ich darüber wirklich einen Artikel auf MU machen soll aber vermutlich werde ich die Tage mal meine Pools hier posten und euch fragen, wie Ihr das gebaut hättet.
Die Sache ist halt, dass ich das Gefühl hatte, nichts großartig falsch gemacht zu haben, und dass die Pools wirklich nicht all zu viel hergaben, aber genau wie der ganze Blog kann auch das total falsch sein. Mir geht es hier nicht um mimimi sondern um Erkenntnis.
Deshalb bin ich daran interessiert, ob es bei den werten Lesern ähnliche Ansichten gibt, oder ob meine Erfahrungen einfach falsch sind. Meine Stichprobe ist ja vergleichsweise klein und da schleichen sich eben Fehler ein.
Viele Leute, mit denen ich Sprach, gaben mir Recht, aber ich habe eben auch andere Ansichten vernommen, die sich nicht mit meiner Einschätzung decken.
2. Januar · 05:52
Hmmm also ich finde Kenshin hat leider recht. Es geht gerade im Sealed nicht mehr darum wer besser spielt sondern eig nur noch wer den besten pool hat (80% Glück mit dem pool 10%Deckbau 10% Skill) und das finde ich sehr schade. Ich finde das hat sich irgendwie geändert in den letzten Jahren. Ich weiß nicht ob es diese Packregeln nicht mehr gibt (also das von jeder Farbe ungefähr gleichviele Karten in einem booster sind) oder es mir einfach so vorkommt das manche pools einfach schon von Anfang an zum scheitern verurteilt sind, weil sie zb wie in dem Format zu wenig Schwarz und zu viel Blau enthalten. Vlt täusche ich mich da auch… aber ich finde seald ist kein besonders gutes Format.
2. Januar · 09:01
Na ja, Sealed war schon immer wie ganz Limited im Prinzip dicke Treter+Removal(+Kurve). Bloß das man früher mit Combattricks wieder aufholen kann/unscheinbare Karten unglaublich gut sind(Dawnglow Infusion war ein mehrfacher Timewalk im Lategame). Ich muss zugeben, dass ich Zendikar noch nicht gespielt habe(hier in Blenheim ist nichts und nach Christchurch sind es 4 Stunden Fahrt). Aber M10 habe ich 2x Sealed+1x Draft gespielt(je 2./3. gemacht) und da gab es noch diverse Tricks/Spielereien(Rightousness zB, hat Baneslayer gekillt und Child of Night freut sich auch darüber) um mit etwas überlegen die Situation wieder zu drehen.
Ach ja, Sealed beide schwarz/weiß(ohne Massremoval/Baneslayer), Draft g/w ohne Spoiler mit unendlich viel rumziehen.
2. Januar · 14:52
Draft ist der selbe Klump. Das Landfallzeug ist viel zu stark. Bin zb letzten Draft 2 mal an t1 Lynx t2 Geopede eingegangen. Und nein, es gibt ausser seismic shudder ziemlich weniger was man dagegen machen kann. Wenn man Gu war, dann schiebt man direkt ein. Bin gestorben bevor ich mein viertes land legen konnte und mein 3drop war ein gladeheart. Andererseits habe ich einen Gegner auch turn 4 getötet mit Welkin Term, Adventuring Gear , doppel Harrow und Vines of Vastwood.
2. Januar · 16:36
Nunja ich finde eben im Draft kann man sich nicht nur auf Glück verlassen. Man kann durch erkennen von Signalen usw. schon eine menge rausholen (nicht das ich das könnte) deswegen ist draft nicht soooo luck abhängig. Aber gut da scheiden sich warscheinlich die Geister.
2. Januar · 19:32
Ich finde es gibt im Format zu viele gimmik-Karten. Die ganzen nutzlosen enchantments die zwar falvourful sind, aber einfach immer schlechter als ein Basic land sind. Gibt irgendwie zu viel Gammel im Pool und dazu kommt noch, dass das Format so schnell ist, dass langsame Karten die etwas interessantes machen erst gar nicht zum Zuge kommen und auch mit aussortiert werden. Und dann bleibts eben bei den üblichen Decks und card choices.
Nighthawk ist echt affig, bzw alles was evasion hat und 3 toughness kann man kaum abstellen.
2. Januar · 23:20
das problem beim nighthawk ist ja mehr, dass allles zusammen kommt.
man kann ihn kaum racen (mit gear/machete fast unmöglich).
er kann alleine ein ganzes gegnerisches board stallen.
er kann wie gesagt schwer abgestellt werden.
2. Januar · 23:22
achso @ topic
jo sealed in zendikar ist wie ein einarmiger bandit, 30€ rein und mit glück kommt top 8 raus, meist aber nur eine niete
3. Januar · 02:26
Tja wenn man Sealed so wie es früher war, haben will, muss man einfach nur T2 zocken, am bestenn noch mit Jund.
Da gibts dann die volle Bandbreite an Gegnern, das lächerliche Deck das alles hat (Jund), das Spoilderdeck (BGW für 600 € !!!111einself), das Aggro Deck (Boros), dann noch Random Control Haufen, und natürlich ein paar Leute die irgedwas zocken weil sie keine Spielentscheidenden Elemente aufgemacht haben.
4. Januar · 01:15
Bin anderer Meinung.
Genau weil das Format so schnell ist gibt es wenig unfaire Bomben.(Nighthawk ist unfair, aber unfairer als Fireball in M10?)
Genau weil ALLE BR sind lässt sich, wenn das eigene BR zu schwach ist, auch im Sealed metagamen.
Und unscheinbare Karten, die dann doch gut sein können, gibt es in Zendikar zuhauf, siehe Karten 20-27 jedes Sealedpools.
Zendikar spielt sich einfach komplett anders als alle anderen mir bekannten Sealed-Formate. Weil wenn der schlechte Spieler sein Removal sofort wegschmeisst und Druck macht, muss er damit nicht unbedingt falsch liegen.
4. Januar · 12:10
@Zyklopf:
Bombenlastig ist das Format wirklich nicht so sehr, aber ob es so ein großer Unterschied ist, ob man jetzt lucky Bombe ziehen muss oder ob man lucky Kurve/Mana in den richtigen Mengen ziehen muss, mag ich bezweifeln.
Das Format ist anders, sehr sogar, aber gerade darum in meinen Augen weniger anspruchsvoll und offensichtlicher.
Es gibt natürlich auch hier schwere Entscheidungen und Möglichkeiten gut zu spielen (man nehme z.b. die Frage, ob man CiP Tiere wie Hookmaster oder Shortcutter wirklich Runde 3/2 legen möchte, oder sie aufhebt für den späteren swing).
4. Januar · 15:35
naja du hast selber deine draftdecks aufn day2 in paris verbaut und schreibst darüber wie einfach die seald decks zu bauen sind;
es kann schon vorkommen das man 2, 3 oder 4 fast gleich gute/mittelmäßge farben hat im seald; welche kombination gegen welchen gegner gut ist bzw welche weniger gut gegen die farben/karten des gegners ist, erfordert meiner meinung schon skill; ich ändere eigentlich schon sehr häufig eine farbe/mehrere karten nach dem boarden;
4. Januar · 18:01
@derek: wir reden hier jeweils von einer Karte… und ich habe es in den jeweiligen Fällen auch selbst gemerkt. Ich habe lediglich Grim Discovery über Narrow Escape gespielt. Das kann man in einem Deck mit Nighthawk und so vielen CiP Tieren auch durchaus logisch begründen. Dass die Escape im Nachhinein besser gewesen wäre, macht das Deck ja nicht komplett “verbaut”. Wir reden immernoch von der 22. bzw. 23. Karte, bei der man sich nicht so sicher ist.
Wenn man mit einer Karte von dem abweicht, was jemand anderes spontan gebaut hätte, kann man da wohl nicht von verbaut reden. Nicht perfekt trifft es wohl eher.
Verbaut wäre es wohl gewesen, wenn man komplett falsche Farben spielt oder die Manabase versaut, hirnlos Spoilern hinterherhetzt usw.
Und zu guter letzt: Draft ist nicht gleich Sealed.
4. Januar · 18:07
jo draft ist nicht seald, eben; wenn es nichtmal im draft gelingt das deck perfekt zu bauen, dann ist es unlogisch das es im seald immer der autopilot ist!
4. Januar · 20:45
Wenn du glaubst, du baust deine Limiteddecks immer richtig, dann bist du entweder ein Pro, den ich nicht kenne, oder du überschätzt dich maßlos… Bei den schwachen Karten hintenraus ist es immer eine Sache der Präferenz oder der aktuellen Einschätzung des Decks, was man denn gerne hätte. Da kann man in der Meinung anderer danebenliegen, ohne sich gleich als Fritte darstellen lassen zu müssen.
4. Januar · 21:09
ich hab nirgends behauptet das ich limiteddecks immer richtig baue bzw bin ich nicht der meinung das:
“So geleitet verbauen auch unterdurchschnittliche Spieler ihre Pools weniger häufig und gute Spieler können sich keinen besonderen Vorteil verschaffen”
7. Januar · 10:56
Sealed ist sowieso ein dooofes Format…