Krakau, das Fazit (I)
Zum Abschluss möchte ich natürlich noch mal in die Tasten hauen: 5 Tage Krakau liegen (lange) hinter mir. Unser Flieger landete am 5.11. um 22 Uhr in Dortmund, um 1:30 Uhr fielen wir in Aachen ins Bett, zwar musste ich am Dienstag dann schon um 8 Uhr aufstehen, aber abends ging es früh ins Bett und nach 8 Stunden ununterbrochenem Schlaf fühlte ich mich dann auch besser.
Das Krakau-Wochenende begann für uns Donnerstag Morgen und endete Montag Nacht, so dass wir neben den zwei Tagen auf dem GP viel Zeit hatten uns Krakau anzusehen. Die Stadt ist wirklich wunderschön und ich würde jederzeit wieder einen Kurztripp dorthin unternehmen. Das ist neben den günstigen Zimmerpreisen und der schönen Stadt auch der großartigen polnischen Küche zu verdanken und den netten Leuten. Die gab es dort nämlich zu genüge.
Bis auf die Taxifahrer, bei denen der Fahrpreis zur Site zwischen 25 und 35 Zloty schwankte. Je nachdem welche Strecke sie gerade fuhren. Der Beste war aber der Fahrer der uns einfach mal am anderen Ende der Altstadt aussetzte und anzeigte, dass wir einfach weiter geradeaus gehen sollten. Wir hatten zu dem Zeitpunkt bereits 30 Zloty bezahlt und liefen weitere 10 Minuten, bis wir unser Hostel erreichten. Ist eben echt beschissen, wenn man der Landessprache nicht mächtig ist, keinen Schimmer hat wo im Stadtbereich man sich gerade befindet und noch dazu wie ein reicher deutscher Tourist aussieht. Gott sei dank sind derartige Ausgaben beim derzeitigen Zloty-Kurs leicht zu verkraften.
Aber zurück zum GP. Samstag begann noch in alter TSP Manier mit einem “Delay”. Offenbar scheint das Suspenden in Mode gekommen zu sein, nach Amsterdam und Valencia hat es nun auch Krakau erwischt. Zum einen war man sich auch Samstag morgen nicht sicher wie viele Spieler erscheinen würden und wartete bis zur letzten Sekunden damit die Site auf zwei getrennte Turniere vorzubereiten. Zum anderen gab es da die Byes. Oder auch nicht.
Auf jedem GP gibt es eine Menge Spieler die sich auf die ein oder andere Art einen (oder zwei oder drei) Bye(s) erspielt haben. GPTs, Rating, eine gutaussehende Schwester. Wie auch immer sie es schaffen, es gibt sie zu genüge. Außerdem gibt es auf jedem GP die Anweisung der Judges sich auf den Aushängen zum Players Meeting zu vergewissern, dass die richtige Anzahl Byes angegeben ist. Das heißt, dass da eine drei stehen sollte, falls man drei Byes hat und keine Byes, wenn man auf dem örtlichen GPT nur zweiter wurde. Das wurde in Krakau schon deswegen schwierig, weil die Hälfte der Spieler sich auf keinem der Aushänge der beiden Turniere wieder finden konnten. Offenbar hatte der DCI Reporte entschieden, die Hälfte der Spieler zu droppen und die andere Hälfte beiden Turnieren zuzuordnen. Nachdem dieses Problem gelöst war, gab es neue Listen.
Es scheint nun für die überwältigende Mehrheit der Spieler nicht möglich zu sein diesen kurzen Check nach den Byes durchzuführen.
So kam es dazu, dass zunächst vor dem Players Meeting die ersten Fragen auftauchten nach verlorenen Byes oder solchen die zuviel waren. Im Players Meeting meldeten sich dann auch einige Spieler bei den Decklisten sammelnden Judges, und wurden an den Scorekeeper verwiesen. Soweit so gut, zu diesem Zeitpunkt lassen sich alle Probleme relativ problemlos beseitigen und so passierte es dann auch. Wer versicherte er habe Byes, der bekam welche, wer sagte er habe keine, dem wurden sie gestrichen. Dann kamen die Pairings zur ersten Runde.
Und plötzlich meldeten sich Spieler die sich auf den Pairings nicht wieder finden konnten, weil ihnen nämlich Byes zugesprochen worden waren, die sie gar nicht haben sollten. Und das waren gar nicht mal so wenige. Nachdem zunächst überlegt wurde den Spielern diese Byes einfach zu lassen, um den Fortgang des Turniers nicht zu behindern, wurde die Anzahl irgendwann zu groß und man machte sich daran auszuklamüsern wer nun Byes haben sollte und wer nicht. Und die beste Art das zu machen war altmodisch: analog und händisch. Ein Team aus zwei Judges bekam einen Teil der Listen der Spieler auf dem GP und den gleichen Teil der Liste der GP Trial TOP4 Teilnehmer ganz Europas. Ich glaube wir hatten F bis K oder L. Und dann wurde verglichen. Wer hatte 3 Byes und durfte diese auch haben und wer durfte keine haben? Es dauerte dann ca. 30 Minuten bis alle Listen durchgesehen waren und noch mal 30 Minuten, bis die Scorekeeper den DCI Reporter entsprechend angepasst hatten. Dann aber konnte es endlich losgehen.
Hätten sich alle Spieler so verhalten, wie es vorher erbeten wurde, dann hätte man vermutlich maximal eine Verspätung von 30 Minuten gehabt anstatt der 3 Stunden die es letztlich waren…
Der Rest des Samstags verlief dann ruhig und ich bekam mal wieder nichts mit vom Turnier und musste mich mit den Berichten anderer Begnügen. Als Judge ist man was das angeht wirklich schlecht dran, weil man einfach keine Zeit hat sich um etwas anderes zu kümmern. Dafür bekommt man aber andererseits ein Wochenende voller Herausforderungen und Interessanter Situationen geboten, das ich um kein Geld der Welt missen wollte.
Ich mache hier erstmal eine Pause, sonst wird das ganze einfach zu lang. Weiter geht es morgen oder Donnerstag mit dem Bericht was am Sonntag und Montag noch geschah.
Gepostet in Allgemein
13. November · 15:12
Ach, da macht man sich die ganze Zeit krumm für diese GPT und dann kann man einfach sagen “ich habe drei Byes” und das kontrolliert schon keiner, weil es… ja… warum eigentlich?
Und wenn man dann das schon nicht rafft und bei den Pairings mit “Bye” steht, dann steht man auf und sagt “Ich ‘abe gar keine Byes?” Sicher, dass das bei allen so war?
13. November · 15:30
Woraus entnimmst du das denn? Ganz so einfach ist das nun nicht. Man kann das nicht problemlos und schnell vor Ort kontrollieren, aber hinterher ist das nie ein Problem und wird sicherlich routinemäßig auch getan.
Und ich möchte nicht in der Haut des Spielers stecken der die DCI anlügt, um sich 3 Byes zu sichern. Turniere spielen würde ein solcher Spieler sicher so schnell nicht mehr.
Und natürlich kann man es auch vor Ort klären,wenn man genug Zeit hat, genau das ist ja letztlich auch geschehen.
Eben nicht, deswegen wurde schließlich auch alles nachgeprüft. Das ist was ich sagen wollte: wenn es darum geht ob man 850 Mann spielen lassen soll oder nicht, kann man 2 Mann mit Byes vielleicht mal ignorieren (z.B. spielen die dann einfach nicht mit, wenn sie zur dritten Runde auftauchen oder bekommen nach dem Turnier Post von der DCI). Werden es dann aber 10 und mehr, muss man das Turnier eben doch aufhalten und 800 Mann warten auf den Rest.
Ich möchte außerdem an dieser Stelle vorbeugend anmerken, dass dieses Blog meine Meinung/Kommentare/Erklärungen wiedergibt und keine offizielle Quelle ist. Nicht, dass es hinterher heißt ich hätte ja gesagt, dass … und deswegen müsste man ja jetzt…
16. November · 12:22
Nachdem Attila nun ähnliche Sachen schrieb: http://www.planetmtg.de/articles/artikel.html?id=3392&typ=2&action=comments
habe ich glaube ich das Chaos verstanden, was da herrschte. Irgendwie kam es hier mehr “zufällig” rüber, fand ich.
16. November · 12:55
Das mag daran liegen, dass ich diesen Blogeintrag frei von der Leber weggeschrieben habe. Einen Artikel liest man eben doch noch Korrektur und überlegt ob das was man sagen will auch so rüberkommt. Beim Bloggen nimmt dieses Verhalten aber irgendwie den Spaß weg. Deswegen sollte man Blogeinträge immer erst durchdenken und im Zweifelsfall hinterfragen.
16. November · 14:44
Ob nun Blog oder Artikel… das ist immer gut.