Germany`s State of Magic
Wo steht das deutsche Magic eigentlich gerade. So an sich. Ich habe ein wenig darüber nachgedacht, gebt unten einfach Euren Senf dazu! Der nächste Blog wird dann wieder etwas positiver, versprochen.
Ich will hier einfach mal mit Bildern aus dem Fußball, unserem allerliebsten Freizeitvergnügen, arbeiten.
Steht Deutschland im Sturm?
Nein, eher nicht. Höchstens so wie Klose. Und obwohl ich sowohl Fan von eben jenem Fußballer bin, als auch von einigen unserer Profis finde ich es sehr schade, dass man sich da gerade in einer Art Formtief befindet. Sicherlich, zumindest einer hat eine ansprechende Zahl an Propunkten auf seinem Konto. Andere dafür genau 0. Die konstanten Spitzenergebnisse fehlen leider. Liegt es an Zeitmangel und daraus resultierender Mangelnder Vorbereitung? Oder ist das Interesse verloren gegangen. Lohnt es sich nicht? Sicher, mit dem schwachen Dollar ist selbst ein Gewinn beim Grand Prix nach Abzug aller kosten kaum noch für 3 Monate Leben ausreichend (und bevor mir hier jetzt Realitätsferne vorgeworfen wird:
4000$ / ca. 1,5 =2666. Abzüglich Reisekosten z.B. nach Rimini: 300 Euromacht 2333. Abzüglich Kosten für die Vorbereitung für Karten, Hüllen und MoDo: 2100 Euro übrig, das reicht gerade für 3 Monate Miete, Versicherungen und Essen, dass ist nämlich ungefähr der Satz für Hartz4, also keine großen Sprünge).
Aber woran liegt es wirklich? Ketzer könnten jetzt behaupten, ähnlich wie dieses Jahr bei Olympia: Die Deutschen sind zu integer, sie spielen einfach zu fair. Die anderen aber haben sich da weiterentwickelt. Das optimiert die Gewinnprozente. Man weiß es nicht. Ich persönlich traue einem Jan Ruess kein Cheating zu!
Steht Deutschland eher im Mittelfeld?
Nein, auch da sind wir nicht zu finden. Es gibt keine breite Basis mehr an Spielern, die sich die Grundpunkte erarbeiten um regelmäßig an der Protour z.B. teilzunehmen. Sicherlich ist das auch schwerer geworden, nach der Änderung bei den Levels, aber diese Mittelklasse gibt es nicht mehr. Ist keiner bereit, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen zu tätigen? Sicher, wir haben den Raul, den Robin und solche Leute, die immer wieder nur knapp scheitern, und die es sicherlich mal schaffen werden, aber wer denn sonst?
Und stehen wir vielleicht in der Verteidigung?
Darunter verstehe ich die Basis: Gute Spieler im Hobbybereich, auf den kleineren Turnieren, und eine gute Grundlage an Artikeln. Aber wer schreibt denn im Moment? Also da wäre der A.P. Die Sachen sind zwar sehr nett geschrieben, erheben aber schon keinen Anspruch an neueste Magic-Erkenntnisse. Dann sind da Marcus Malden, Phillip Wiest und TobiH in ihrer jeweiligen Funktion als Chefredakteure, auch dort findet man nur alle paar Wochen die Auseinandersetzung mit neuester Materie, was Innovation angeht ist´s aber auch da eher Mau (was kein Vorwurf ist, ehrlich!). Und dann sind da die Artikel von mir. Auch nichts Bahnbrechendes. Der einzige Lichtblick: Die Analysen vom Trash,T die aber auch nicht unangefochten sind (mir aber zu einem 5-2 bei der DM verholfen haben, dass ist einfach ein Fakt!), und die Tech aus Österreich vom MU-Team, und da kommt auch nur vom Phips Material, dass für eine hohe Platzierung im GP reicht.
Also bleibt nur eins: Wir stehen momentan im Abseits.
Abseits des Fokus der Bosse bei Wizards, schlecht betreut, und die Spieler helfen auch nicht. Immer wieder hört man: „Ach nee, FNM, keine Lust, Draften von SSE vor dem Prerelease, wofür,“ oder auch: „FNM braucht man nicht!“ Was für ein Unsinn. FNM ist die Basis des Spieles. Und selbst wenn man mal etwas weniger Lust hat, man sollte einfach hingehen. Denn sonst gefährdet man den Standort, wie wir hier schmerzlich erfahren mussten. Und das so Leute wie Roland Bode kein FNM zur Vorbereitung brauchen ist zwar richtig (vor allem deshalb, weil der nun mal der beste Magicspieler in Deutschland ist, zumindest momentan), aber viele andere können nur da spielen, und vor allem nur da auch mal was gewinnen. Und wenn dann immer wieder Leute quersteuern muss das irgendwann in die Hose gehen.
Wir müssen bereit sein, für unser Hobby auch mal Opfer zu bringen. Nicht immer nur alles vor den Hintern getragen bekommen. Auch mal hingehen, wenn es weniger Preise gibt, wenn es nur ein GPT ist, oder wenn es draußen regnet. Zum Training für die Sportart Eurer Wahl (nehmen wir Fußball) geht Ihr doch auch bei jedem Wetter, weil Ihr sonst aus der Mannschaft fliegt. Nun haben wir hier keinen Mannschaftssport im engeren Sinne. Aber ohne Gegner spielt es sich schlecht Magic. Und wenn 2 Wochen hintereinander mal wieder nur 5 Leute im Laden waren, dann werden diese 5 nicht mehr kommen in der Woche drauf. Und dann kommen die 3 Hanseln wieder, die vorher keine Lust hatten, und stehen alleine im Laden. Was dann? Großes Geschrei, viel weinen, und der Laden verliert nach 3 Sekunden schon sein FNM für immer, weil dass ja scheinbar gerade so gemacht wird. Wenn alle sich immer bemüht hätten sicherzustellen, das es funzt, wäre das nicht passiert.
Und dann ist da noch MoDo. Alle jammern drüber. Es gibt da eine Lösung: Gateway. Geht doch in den Laden zocken! Denn testen bei MoDo ist scheiße, sagen viele. Aber man kann mit ganz vielen Leuten testen, sagen viele. Und dann testen sie mit wem? Mit den Leuten, die sie aus dem Laden kennen, weil sie sich auf die verlassen können. Da können sie auch im Laden testen, da gibt es keinen Lag! Und Netdecken kann man im RL auch!
Soviel dazu von mir, schönen Tag erstmal, Euer Teardrop.
P.S.: Ja, ich produziere auch keine „Secret Tech!“ Ja, ich habe auch keine Propunkte oder andere gute Ergebnisse. Ich will hier auch gar keinen angreifen, ich stelle nur Fragen. Im Grunde ist es mir wurscht, ob wer wie viele Propunkte hat. Ich bemerke eben nur eine Veränderung. Und es scheint ja einige andere auch zu stören.
Gepostet in Allgemein
15. September · 21:54
erstmal: ich lese deine beiträge in letzter zeit immer gerne, so auch diesen. Der Stand des deutschen Magics ist ein thema, was noch viel intensiver diskutiert werden sollte.
- es gibt einfach viel weniger gute deutsche oben, nicht zuletzt weil die neuen pro-regelungen dafür sorgen, dass die leute an der spitze dort auch erstmal bleiben, weil sie sich die All-GP-All-PT-Season leisten können. Wir haben jetzt schon viel zu lange phasen wo wir maximal 2-3 lvl 6er (damals 4) und dann sporadische lvl 5er (3) hatten, Wesimo oder Jaymo fallen mir ein. Wenn Deutschland sich in 2009 profilieren will, dann geht das nur an der Basis - und das will ich erstmal sehen.
Zu fair spielen die deutschen sicher nicht
15. September · 22:11
Ich weiß auch nicht… Es scheinen sich über PTQs auch ziemlich viele Tröten zu qualifizieren (oha selbst gedisst…), die man eh niemals Tag 2 sehen wird bzw sehen dürfte. Die richtig guten Spieler scheinen im Moment eher mit dem “echten Leben”(TM) beschäftigt zu sein oder einfach in eine Art Formtief gefallen zu sein.
Was mir persöhnlich fehlt ist einfach der Nachwuchs. Zwar sind durchaus neue Spieler vorhanden, aber der Drang zur Tour bzw. zum Pro Play fehlt einfach. Vielleicht auch, weil es nurnoch 4 gibt und selbst da alles hinten und vorne wegrationalisiert wird (Ich hab mir ernsthaft überlegt nicht nach Berlin zu fahren, weil die die Pro Lounge gestrichen haben… wo bleibt da denn bitte das “Pro Gefühl”? Fühlt sich dann doch eher an wie ein kleiner GP, bei dem man recht geringe Chancen auf Kiddies hat und mit extra vielen Runden.) Wieso soll ich auf die Pro Tour, wenn ich eh NUR draufzahle?
Vielleicht macht auch diese “everybody can win” Tour von Wizards viel kaputt, weil die Spiele immer mehr in der Beliebigkeit versinken? Kaum noch gute Counter, damit ja auch jede Scheisscombo klappt und das Kind nicht weint? Möglichst behinderte Kreaturen drucken, damit auch mal wieder Fattys was reißen? Der bessere Spieler gewinnt einfach weniger sicher. Eventuell sind es dann die unsportlichen Tricks mancher Spieler die ihnen einen Platz auf dem Train sichern müssen, keine Ahnung, aber für mich hat das Spiel viel von seiner Intensität, die eben auch durch gute und komplizierte Controldecks gesteigert wird, verloren! (Jetzt nichts gegen meine Freundin, aber ich dürfte in Magic eigentlich nie gegen sie verlieren, aber man tut es eben, weil es am Ende vom Tag doch ein Glücksspiel ist. Ohne Glück gewinne ich keinen PTQ, aber leider verliere ich ohne Glück auch gegen die meisten Spargelstecher, selbst wenn sie ihre Karten kaum grade halten können…)
Das ist vermutlich vor allem für saubere gute Spieler schwer zu verkraften, dass man gegen viele Hairstylisten und Traktorfahrer einfach verliert, weil man Pech mit Ländern oder einfach einen miesen draw hatte.
Zum Thema Weltreise zum GP. Naja wenn ich ehrlich bin, juckt es mich auch hier und da den GP zu spielen, aber wenn ich ehrlich bin ist Magic zwar mein Hobby Nummer eins, aber ich habe auch noch andere Beschäftigungen und Geldabflüsse. Und im Endeffekt ist es zwar ganz lustig drei Tage mit Freunden zu verbringen, aber das kostet dann auch immer gleich 300 Euro+ und deswegen Arbeiten zu gehen, nein danke… Wenn ich in Berlin mehr als 1000 Dollar gewinnen sollte - was ziemlich unwahrscheinlich ist (ich hab überhaupt keine Ahnung wie man cheated um seine schreckliche Konzentrationsschwäche und seine Unaufmerksamkeit auszugleichen, von daher…) - bin ich ziemlich sicher bereit in der Weltgeschichte rumzufahren, sofern das Studium es erlaubt (denn ein ordentliches Gehalt > Magic).
Das mit den Artikeln stimmt auch, da kommt fast nichts tolles aus Germania. Und ohne Artikel wird der kleine Mann auf der Straße einfach nicht besser. Dann kopiert er halt das letzte GP oder PT Top8 Deck und guckt mal ob er es zwirbeln kann. Und wenn das nicht klappt hat er halt keine Lust mehr. Es fehlen die kreativen Köpfe, die das auch rauslassen und den Leuten Wissen vermitteln. Die Pischner Artikel sind schon seit geraumer Zeit total belangloser Schrott die nurnoch der Selbstweihräucherung eines selbsternannten Gottes dienen, der doch in Wirklichkeit nur sein eigenes Denkmal schändet (”its better to burn out than to fade away!” Aber bitte das mit der Schrotflinte unterlassen…). Manchmal schreibt der random PTQ Gewinner noch wie er es sich unglaublich reingelucked hat. Ich hab das wenigstens in nem Blog verwendet, aber dafür noch Booster bei PMTG abzugreifen ist fast schon dreist! Die Qualität lässt doch oft deutlich zu wünschen übrig. Das einzig gute an TrashT´s extended Artikel war der Hinweis auf ein Big Red Deck mit Deus und Demigod… Der Rest aufgrund mangelnder Verfügbarkeit eines kompletten Shards Spoilers total hinfällig. Von daher ein ziemlich unnötiger Artikel.
Mal abwarten, was die deutschen Pros in Berlin so zeigen, vielleicht gehts ja wieder bergauf. Ich selbst habe meine Hoffnungen auf Tag2/Geld noch nicht aufgegeben, mal sehen ob wir ein gutes Deck finden.
15. September · 22:16
Achso das klingt etwas missverständlich: Ich verliere nicht gegen jeden Bauern, wenn ich normal ziehe, aber ich meinte, dass ich mit genügend relativem Pech auch als besserer Spieler einfach Sang- und Klanglos untergehen kann. Das nervt manchmal.
15. September · 22:44
Ich kann dir in allen Punkten recht geben Teardrop wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen.
Bei uns in Essen passiert momentan genau das was du beschrieben hast wenn es so weiter geht verliert Essen eine FNM Lokation.
Letzten Freitag sass ich mit 4 Spielern beim FNM inklusive meiner Wenigkeit als TO.
Von der deutschen Community kommen leider wirklich wenig neue Ideen welche Veröffenticht werden.
Was vieleicht aber auch der deutschen Community allgemein liegt. Niemand hat lust immer geflamed zu werden.Ich spreche ja aus Erfahrung.
Ach ja was ist jetzt mit den FNM Karten braucht ihr in MD noch welche ?Wenn ja melde dich per mail bei mir (die bekommst du schon raus).
15. September · 23:33
In der Zeit, in der ich intensiver gespielt habe, hatte ich immer das Gefühl, dass in meiner Playtest-Group durchweg fähige Leute sitzen. Kaum bis keine Spielfehler, Decks wurden getestet und letztendlich hat von ca. 5 Mann pro Turnier nur einmal einer “was gerissen” (GP T8). Aber sich auf GPs oder PTs ins Geld zu bringen ist auch schon fast random: Die Skills unterscheiden sich meist wirklich nur im letzten Detail. Dazu extreme Luckabhängig durch die Pairings (GP T8 spielte 5x gegen ein Traummatchup (Legacy Rift vs Goblins, wer suchen will
), dazu 3 byes..). Zusätzlich hoher Spritpreis sowie lange Strecken zu fahren zu unbequemen Zeiten. Für mich hat der Zirkus schon lange den Reiz verloren, aufspringen kann man eh nicht, wenn man sich keinen PT-Gewinn reinluckt. Und wie wahrscheinlich ist das, selbst bei super Rogue-Deck und perfektem Skill? SEHR gering… (außer das halbe Deck muss nach dem Turnier gebannt werden)
15. September · 23:52
Größtenteils gebe ich Kenshin recht. “Größtenteils” deswegen, weil dieses Gejammer über zu starke Kreaturen und zu schwache Counter dem Reality Check einfach nicht stand hält.
Aber ansonsten sind da durchaus valide Punkte. Der EV ist v.a. auf GP's nicht besonders hoch. Dank der gestiegenen Sprit-Preise und dem Rumgecutte am PT-Zirkus sind auch immer weniger Leute bereit, mal 200 Kilometer zu nem PTQ zu cruisen. Hinzu kommt, dass Magic einen etwas zu hohen Glücksfaktor für richtig ernsthaftes Tournament Play hat, das ist dem Spiel einfach inhärent. Der Glücksfaktor ist in Poker zwar genauso vorhanden, aber da werden auch viel mehr Spiele absolviert, so dass sich das viel eher wieder ausgleicht.
Insgesamt entpuppt sich der Profi-Spieler, der von Magic leben kann, immer mehr als Märchen. Genau das ist jedoch der Reiz für viele Spieler.
Das ist jedoch kein exklusiv deutsches Problem. Wie viele gute Newcomer haben wir denn bislang dieses Jahr gesehen?
16. September · 00:41
endlich mal ein beitrag auf einer deutschen magicseite, der mich interessiert (aka mal ausnahmsweise nix vom pischner
), da geb ich auch mal meinen senf dazu.
ich spiele zwar nicht so lange magic (seit 04/05), aber selbst in dieser zeit kommt mir die entwicklung des spiels so vor, wie kanne (kenshin) sie beschrieben hat: die esel werden immer stärker, die zauber immer schlechter.. und mit shards of blubb scheint das so weiterzugehen, zumindest, wenn das stimmt, was ich darüber gehört habe 5/4 esel für 3 etc). damit verkommt das spiel doch zum eselduell, was mit magie nur noch wenig zu tun hat
ich habe mich jetzt nach der dm dazu entschlossen, mit dem spiel aufzuhören, da einfach der zeitliche und finanzielle aufwand in keinem sinnvollen verhältnis zu den erträgen stehen. mir ist klar, dass ich auf keinen fall “perfekt” spiele, aber wenn ich mir anschaue, wer sich so alles für die pt berlin qued hat, während ich selbst bei x ptqs scheiterte, glaube ich nicht mehr daran, dass skill eine hinreichend große rolle spielt, um magic für mich noch attraktiv genug zu machen.. bei den ptqs gab es zwei arten von spielen: die, in denen ich dem gegner haushoch überlegen war (jaja, disst mich ruhig dafür) oder die, in denen durch unausgeglichene draws der sieger fast genau so schnell fest stand. wirkliche interaktion gab es fast nie und damit fehlt dann auch der spaß. die meisten events in letzter zeit habe ich nur noch wegen der leute gespielt, die ich das wieder gesehen habe.
wenigstens habe ich mich nach der dm mit einem 19xx rating in constructed und limited zur ruhe setzen können, so dass ich nächstes jahr mal wieder zur dm vorbei schauen kann und die vielen leute wieder sehe, die ich durch dieses spiel kennen gelernt habe.
wie ich schon gesagt habe, macht mir magic im moment zu wenig spaß, um dafür zeit und geld investieren zu wollen. jetzt habe ich mehr zeit zum pokern (booo, wie lame) - da sehe ich wenigstens direkt, ob/wie gut ich bin und was dabei rumkommt. leider fehlt da eine coole community fast vollständig, dafür ist es durch die einfachere zeiteinteilung auch jobkompatibler…
zum thema fnm kann ich noch sagen, dass ich überall, wo ich bisher gewohnt habe (mannheim, koblenz, mainz, hamburg) so oft, wie es ging, fnms gespielt habe. dass die zum testen megasinnlos sind, ist klar, aber für mich sind das auch keine turniere, sondern eher casualrunden, bei denen die nachwuchsspieler sich was von “den großen” abschauen können. so habe ich das spiel auch gelernt und ich habe mich immer bemüht, meinen gegnern so viel wie möglich zu helfen, ihr eigenes spiel zu verbessern. in koblenz z.b. habe ich den leuten überhaupt erstmal das draften näher gebracht, was es vorher dort überhaupt gar nicht gab.
mich würde allgemein mal interessieren, ob das abnehmende interesse an fnms und magic im allgemeinen ein deutsches phänomen ist…
falls mein kommentar kacke ist - ich bin betrunken… urlaub, juhu!! leider nur noch ein tag
16. September · 00:45
Also zu der Sache mit den Grand Prixs und Randomness in Magic:
Ich kenne genug Leute, die das perfekte Beispiel sind, dass Skill zum Schluss eben doch zählt.
Mein Kumpel Martin Juza hat etwa von seinen letzten 8 GPs 6 mal Day 2 und Geld gemacht.
Ich habe aus meinen letzten 6 GPs 5 mal Day 2, zweimal Top 8 und (eigentlich) immer Geld gemacht, wenn da nicht anderweitige Dummheit meinerseits am Werk gewesen wäre.
Jan Doise aus Belgien hat sogar eine gefühlte Day 2 Streak von etwa 15 GPs.
Diese Beispiele könnte ich endlos erweitern mit Kollegen wie Saito, Potovin, Ruess, Nakamura, Bucher, David Besso etc. und auch ein paar andere Leute, die ihr möglicherweise nicht so kennt (z.B aus der tschechischen Republik).
Das ist eine Vielzahl an Spielern, die ein ums andere Mal konstant 5-1 oder 4-1 nach den Byes gehen, und die meist an Day 2 so in etwa weiter machen.
Klar haben wir dabei meist 3 Byes gehabt, aber jeder halbwegs ambitionierte GP-Spieler sollte keine großen Probleme haben, sich durch Rating ein bis zwei Byes oder durch die guten 10-Mann Trials eben auch mal drei Byes zu holen.
Es geht darum: Es ist heute, genauso gut wie früher, möglich, konstant gute Ergebnisse zu erzielen.
Und dabei geb ich nen Fick drauf, ob einer mein, immer screwed zu sein oder nich. Einen Teil seiner Matches gewinnt oder verliert man manchmal einfach, ohne viel zu tun.
Konstanz bedeutet, im Bereich dazwischen gute Ergebnisse zu erzielen.
Das es geht, beweisen zahlreiche Leute ein ums andere Mal. Es ist nur verdammt schwer und dauert lange. Und damit komme ich zu dem Problem, dass ich bei den Deutschen sehe.
Dabei kann ich mich, wie ich vor einiger Zeit noch war, als bestes Beispiel anführen:
Die Deutschen (sprich: diejenigen, welche wirklich versuchen etwas zu erreichen), so wie ich sie kennengelernt habe, haben aus irgendeinem Grund manchmal völlig abgehobene Vorstellungen davon, wie gut sie denn sind. Meistens spielen sie aber einfach nur scheiße und schieben ihre Niederlagen auf alles andere.
Sie fangen an, sich darüber aufzuregen, dass der gewünschte Erfolg nicht eintritt, bleiben aber weiterhin bei ihrer Arroganz und stehen sich dabei selber im Weg, bis sie vielleicht sogar die Lust daran verlieren.
Ich weiß genau, wie das läuft, weil das bei mir phasenweise genauso war.
Was die Deutschen brauchen, ist Ausdauer und Durchhaltevermögen. Wenn man stets sein Game verbessert und weiterhin die PTQs und GPs spielt, wird man zwangsläufig Erfolge sehen.
Das Rating steigt erstmals über 1800, ein Bye ist drin. Dann folgt 1900, vielleicht die Quali zur Deutschen, vielleicht ein GP Day 2 etc. und ehe man sich versieht, spielt man seine erste Pro Tour.
Im Moment aber sehe ich in Deutschland diese ausdauernden, aufstrebenden Spieler seltener.
Da gehen Leute wie Tai Scharfe mit 10 PTQs pro Saison und Ashraf, der mit seinem England PTQ-Trip den Spirit bewiesen hat, vereinzelt mal mit gutem Beispiel voran.
Ansonsten aber ist das im Moment das große Problem hier in Deutschland.
16. September · 00:48
4 Tarmogoyf
54 Forest
Das ist das neue DTB! Hier habt ihr es zuerst gesehen…
Die stärkeren Kreaturen kann ich nur verteidigen. Die Zeit von zigtausend Anti-Kreatur-Karten war sowas von frustrierend, dass es mir momentan viel Spass macht, wieder Noggele zu summonen.
Dabei sind die Kreaturen gar nicht so stark, sondern es sind eher die Umstände, die sie stark machen. Besonders nennenswert sind gegen Removal teilresistente Noggele (Reveillarkähnliche, Indestructible, Persist).
Die Entwicklung, dass auch schlechtere Spieler gegen bessere gewinnen ist für den einzelnen Spieler möglicherweise niederschmetternd - für das Spiel ist es paradoxerweise aber gut.
16. September · 00:48
@SimonG: Wie meinste
“Wenn Deutschland sich in 2009 profilieren will, dann geht das nur an der Basis - und das will ich erstmal sehen.”
Auch wenn ich mich damit als dumm oute, würd ich das gerne näher verstehen, bevor ich da meinen Senpf dazu gebe.
16. September · 00:49
2 Birds… zählen müsste man können…
shizz, ich bin auch betrunken… OBV.
16. September · 00:55
zum thema “vom magic spielen leben”: das ist ein traum, der einfach nicht funktioniert.
amiel tenenbaum hat das mal nach einer season vorgerechnet, die er als (alter) level 5 zauberer beendet hat: nach abzug von reisekosten etc. hatte er ca. 7k eur übrig. wer davon leben will, muss das wohl noch im hotel mama tun.
seit oktober letztes jahr verdiene ich netto so viel als würde ich jeden monat einen gp gewinnen (sonderzahlungen, überstunden etc. kommen ab und zu noch drauf). ich kann nicht behaupten, dass es mir schlecht ginge, aber wenn man sich mal an geld gewöhnt hat, will man immer mehr
leute wie kaib oder finkel hätten in ihren aktiven zeiten mit anderen dingen auch x fach mehr verdienen können. finkel hat das ja dann auch gemacht - als er aufgehört hat, immer pt top 8 zu machen, lag das daran, dass er lieber 100te k $ durch black jack verdient hat.
16. September · 01:03
Ich kann SimonG und Raul einfach nur zustimmen… Klar werden einerseits die Skillunterschiede vielleicht kleiner, der Luck-Faktor etwas größer. Aber das alles sollte nur einen Anspruch an sich selbst stellen, NOCH besser zu werden. Wenn der Gegner gewinnt, und man kann nix machen - Pech. Wenn der Gegner nach 15 Topdecks gewinnt und man hat selbst nur ein kleines Misplay gemacht - selbst Schuld. Mir mehr als einmal so passiert in Kopenhagen. Nichtsdetotrotz hätte ICH allein was dran ändern können - und nicht mein rumgeweine… ;o)
16. September · 01:12
@raul: es kann sehr gut sein, dass du mit deiner theorie in sachen ungeduld recht hast. aber ich habe die letzten 2 ptq seasons auch “den spirit gezeigt” und gefühlt jeden möglichen ptq gespielt (in 2 tagen nürnberg+hamburg, berlin+hannover etc.) und bin auch mal ca 450 km zum n(!)q gefahren. das 1800 rating hatte ich nach ca. 1,5 jahren, über 1900 bin ich relativ konstant seit knapp 2 jahren, übers rating bei der dm war ich letztes und dieses jahr, aber zu mehr hat es eben bisher nicht gereicht. in den letzten paar ptq seasons habe ich eigentlich immer eine/mehrere top 8s gemacht, nur um gegen irgendeine tröte rauszufliegen.
ich bin glaube ich ein ziemlich ehrgeiziger mensch, aber meine frustrationstoleranz hält sich in grenzen. normalerweise bin ich auch relativ erfolgsverwöhnt, da alles, womit ich mich einigermaßen ernsthaft beschäftige, auch durch sichtbare erfolge belohnt wird (studium, 3 tage diplomarbeit, job etc.). bei magic klappt das allerdings nicht so, wie ich mir das vorstelle. da spiele ich lieber poker, weil ich da auch für die zwischenerfolge belohnt werde und den fortschritt leichter visualisiert bekomme…
16. September · 01:30
Mal von Besoffenem zu Besoffenem: kann es sein, dass du es nicht sehen willst? Wenn du konstant über 1900 bist (erster Absatz) dann hast du einen sichtbaren Erfolg für dein Spiel. Vielleicht musst du mal deine Vorstellung anpassen.
16. September · 01:38
ich bin halt ein klassisches opfer unserer gesellschaft / diverser hiphop-songtexte / meines bwlstudiums: all i care about is money
16. September · 01:38
und fame, chicks, koks obv
16. September · 01:46
@Raul:
Du hast wahrscheinlich Recht, aber schau dir mal an, was es dem Tai und dem Ashraf gebracht hat? An sich nichts! Die beiden sind zweifelsohne Teil der Creme des deutschen Magic, aber auch nach x PTQs haben sie die Quali doch nicht erreicht, oder? Wenn der Tai 10 PTQs spielt müsste er sich, wenn nur skill ausschlaggebend wäre mindestens einmal qualifizieren, das war aber nicht der Fall, oder? Top8 war zwar drin, aber dafür ist er ja nicht gekommen.
Bei den Leuten die so konstante Ergebnisse abliefern ist leider auch immer die Frage, ob sie saubere Spieler sind (du redest nur von Skill, aber ob das wirklich nur der pure playskill ist sei mal dahingestellt).
Ich bestreite wirklich nicht, dass sich Skill, wie auch immer er geartet ist, am Ende durchsetzt, aber es ist eben schwer so viel Zeit zu investieren, dass man den bekommt. Von Magic zu Leben ist eine Illusion und wenn man mal das Glück hat auf den Train zu kommen verpflichtet das einen ja auch nicht dazu sein Studium hängen zu lassen, oder private Interessen nicht mehr zu verfolgen.
Wenn ich drei Byes für nen GP hätte würde ich natürlich auch viel eher hinfahren, aber wenn ich diese nicht habe, dann lasse ich es einfach, weil es sich niemals lohnen kann. Ich bin wirklich jemand der viel Zeit in Magic investiert, aber davon habe ich im Überfluss, woran es mangelt ist das Geld, von daher vermag mich auch nur eine gute Chance auf ebendieses locken!
16. September · 01:50
Man darf nur, wenn man eben nicht so viel Zeit in Magic investiert, nicht erwarten, dass man dann obenauf schwimmt…
Ich glaube auch dass das allgemeine Geheule ein Problem ist. Ich kann von mir selbst sagen, dass ich früher ein unheimlicher Heuler war, wenn ich mal flooded oder screwed war, aber im Endeffekt hat Raul recht! Erst wenn man das Spiel sonst fehlerfrei gespielt hat, hat man das Recht sich über Glück oder Pech zu beschweren. Und ein Spiel mal ohne Fehler zu beenden, das kriegen die wenigsten hin.
16. September · 01:54
ashraf creme?
aber die begeisterung, mit der er dabei ist, sehe ich sonst nur bei meinem patenkind, wenn es mit seinem traktor spielt
16. September · 08:10
Holla, ich bin überrascht. So viel Diskussion af hohem Niveau, das atte ich gar nicht erwartet, danke Jungs!
Ich stimme raul zu, die eigene Qualitätsanmutung (und damit verbunden die Qualitätsanmutung des Gegners…) ist manchmal etwas verschoben. Es kann einem eben passieren, dass auch der normalerweise etwas weniger konzentrierte Gegner einen guten Tag erwischt, und dann verliert man, obwohl man das normalerweise nie täte. Sonst könnte ich auch nie gegen einen SimonG gewinnen
Was die PTQs angeht: Ich denke, man kann da einen Gewinn aus oben genanntem Grund nie einplanen. Die Top8 ja, aber ab dann, in der Single Elimination und mit dem Druck, da ist es eben Glückssache. Und Tai war ja auch schon auf der Tour, wenn ich mich recht entsinne.
Ich glaube einfach es gibt sowohl weniger Superpros als auch weniger Bauern in Deutschland. Denn nur weil der Superpro es etwas anders gespielt hätte, muss das Play vom Bauern kein Fehler gewesen sein, siehe Olaf in der einen Szene mit den Mutavaults. Sein Plan war einfach anders, als TrashT gedacht hat
16. September · 08:35
@zocktol:
“Wenn Deutschland sich in 2009 profilieren will, dann geht das nur an der Basis - und das will ich erstmal sehen.”
Was ich meinte, war, dass man für die kommende Season nicht gucken soll, wie sich die handvoll Pro-Spieler machen, sondern wie es mit den Spielerzahlen weitergeht - von Prerelease und FNMs bis zu den PTQs. Sonst geht es uns bald wie Holland (4 Leute beim GP Rimini - bitte?). Insgesamt würde ich mir gerade jetzt, wo es mir so wichtig wie nie erscheint, sehr viel Einsatz von WotC, TOs und Spielern wünschen was Organized Play und die sogenannten ‘Grassroots'-Programme angeht…
Übrigens an dieser Stelle angemerkt: Dass der GP Rimini Sieger YuGiOh-Nationals-Meister war, ist ein hervorragendes Beispiel für einen erfolgreich “konvertierten” Spieler, das Nachahmungspotential erhoffen lässt.
@Teardrop:
Na gut, du hast gewonnen. Dabei habe ich schon jede Runde die aberwitzigsten Stunts gemacht und trotzdem verloren - aber so ist es im Magic nunmal, und das ist auch gut so. Ohne Randomness hat man Schachverhältnisse und wer das schonmal kompetetiv gespielt hat weiß dass Magic einfach das bessere Spiel ist. Ansonsten kann ich noch Bridge empfehlen, wie das ja auch einige Holländer entdeckt haben. Nur dass jedes Spiel außer Magic und Poker erstmal Sponsoren braucht, damit Geld fließt. Da lebt man als Pro-Spieler dann von den Lehrgangswochenenden mit älteren Damen in schicken Golfclub-Hotels.
16. September · 08:41
sorry, noch ein Nachtrag:
In der größten und beliebtesten holländischen PTQ-Location waren für die PT Berlin, die ja wirklich um die Ecke ist, keine 40 Leute anwesend. Im Gegensatz dazu waren die Zahlen aus Deutschland noch etwas positiver, aber auch schon alarmierend. Vielleicht wird es besser, wenn Shards kommt und erstmal wieder Limited gespielt wird. Ansonsten müssen wir uns einfach damit abfinden, dass die PTQs im Großteil auch von Leuten gewonnen werden, von denen man noch nie gehört hat - eine ganz natürliche Entwicklung, wenn weniger Leute kommen und sich weniger intensiv vorbereitet wird. Ich selbst habe die gesamte Saison nur halbherzig verfolgt, und einen PTQ in Hollywood, einen in Aachen (meiner Heimatstadt) gespielt (im Vergleich: Für PT LA bin ich noch mit Tai nach Nürnberg gefahren, mit dem Plan, am Tag danach Hamburg zu spielen…). Nach einer Streak von 2-1 gewonnen Matches, deren Sieg ich primär auf meine Mulligans zurückführe, habe ich dann im Finale das Faeriemirror 1-2 verloren - genauso leicht, wie das auch schon viel früher hätte passieren können.
16. September · 09:22
@SimonG:
).
Sag ich ja, Du konntest nichts machen, und mein Verdienst dabei war eben nur, keine haarsträubenden Fehler gemacht zu haben. Ich wollte auch nicht angeben, nur ein Beispiel gebrauchen (naja, und ein wenig angeben
@Thema:
Mir ist noch etwas eingefallen, und das soll jetzt keine “Einzelkritik” am TMM sein: Wieso ist man eigentlich so Gewinnorientiert? Magic ist ein Hobby, Hobbies kosten Geld! Stellt Euch doch mal den Fussballfan (um bei dem Beispiel zu bleiben) vor, der seiner Mannschaft zum UEFA-Cup hinterherreist. Der zahlt nur drauf. Und viele andere Leute auch.
Ich persönlich habe noch verhältnsmässig wenig Geld für Magic ausgegeben, auch weil ich konsequent immer wieder Karten verkauft habe. Aber die Möglichkeit, selbst bei einem Random FNM bis zu 20 Euro zu gewinnen, die gibt es doch nur hier, oder? Uns geht es, was die finanzielle Seite angeht, einfach zu gut. Da müsste mehr Bereitschaft sein, für sein Hobby auch einfach mal draufzuzahlen.(Obwohl das auch mit Prolounge und so einfacher fallen würde, sicherlich!) Wir haben schließlich keine Monatsbeiträge, Platzgebühren oder Verschleißgegenstände (ok, Hüllen).
16. September · 09:48
hm bei mir ergibt sich diese gewinnorientierung einfach daraus, dass normalerweise alles andere, womit ich derart viel zeit verbringe, auch einen entsprechenden finanziellen gegenwert bringt.
ich bin eben in allen bereichen “competitive” und war nie der casualspieler. mir ist die story hinter magic vollkommen gleich und auch die artworks etc. interessieren mich einen dreck
ich gebe eigentlich abgesehen von reisekosten und startgebühren auch fast
kein geld aus, aber man muss ja auch die opportunitätskosten sehen. wenn ich einen mododraft mit 57% rake spiele, könnte ich stattdessen auch 8 sngs mit ca. 10% rake und höherem buyin spielen.
16. September · 10:56
Doping ist die Lösung.
16. September · 10:58
Hobbys sollen Spaß machen.
Magic ist mein Hobby.
Magic macht mir Spaß.
Hobbys kosten leider Geld.
(Bei normalen Hobbys kommt hier ein Schnitt, bei Magic gehts aber weiter.)
Ich bezahle für mein Hobby kein Geld, sondern verdiene meist sogar etwas damit.
Ich habe durch mein Hobby viele tolle Leute
kennen gelernt.
Mit meinem Hobby fliege ich (meist gratis/billig) mit meinen Freunden durch die ganze Welt.
Ich habe ein tolles Hobby!
Und das obwohl ich nicht gut bin in meinem Hobby.
lg Phips
16. September · 11:16
@Phips: Wenn du “nicht gut” bist, dann verrate mir, wie du Geld damit verdienst und wie du oft gratis fliegst. Würde mich interessieren.
Zumal du ja über Erfolglosigkeit nicht klagen kannst oder?
16. September · 11:50
“Da müsste mehr Bereitschaft sein, für sein Hobby auch einfach mal draufzuzahlen”
Diese Bereitschaft muss dann auch von dir kommen.
Seitdem ich dich kenne, bist du zu keinen ptq gefahren und fast gar keinen gp( der etwas weiterentfernt lag(außer wolrds in paris)).
Ich wäre zb auch für 64 euro nach Rimini gefahren. Aber leider fehlte das Geld bei Kumpels, die ev. mitgekommen wären
Nach Paris wird das genauso sein.
In dem Punkt hast du Recht, aber vllt. kommst du ja mal mit
16. September · 11:51
@ Teardrop obv
16. September · 12:10
@kenshin:
Ich schreibe wöchentlich Artikel für ein großes deutsches Magic-Portal. Damit verdiene ich mir die Booster / das Geld fürs Draften.
Ich kann somit 2-3x pro Woche for free Draften, gewinne (weil ich durch Regelmäßigkeit viel übe) oft die Drafts und kann daher immer die teuerste Rare (10 Euro+) nehmen. Diese (Firstpick-)Rares verkaufe ich auf ebay oder ähnlichen Alternativen. Die anderen Rares, Commons und Uncommons behalte ich für meine Sammlung.
Mit den damit verdienten Euros kann ich mir locker 2-3 Mal im Jahr den Flug oder die alternative Anreise zu einem etwas entfernteren GP oder PT leisten.
Wenn man darüberhinaus nicht zwingend dem Erfolg nachläuft, sondern einfach mit Freude und Spaß viel spielt (auch FNM & Co.) dann stellt er sich irgendwann von alleine ein.
Wenn ich keine Lust auf Magic habe, spiele ich einfach nicht. Schließlich ist es ein Hobby.
lg Phips
16. September · 12:17
Hier reden alle nur vom “Zeit investieren”, Mühen und Hobby. Aber macht das wirklich SPASS, samstags abends nicht weggehen zu können so lang man möchte, weil man sich sonntags viel zu früh morgens ins Auto wirft um 200km mit dem Auto zu fahren und dann auf dem Turnier eh nix zu bekommen? Das ist für mich nicht nur draufzahlen, das ist für ein Hobby 1. extrem unentspannend 2. frustrierend und 3. zeitraubend. Verschwendete Lebenszeit. “Das hätte man sich sparen können.”
Dann doch lieber die ganze T8 qualifizieren zB, dann werden konstante Leistungen auch entlohnt. Ansonsten ist eine konstante Leistung in etwa dasselbe, wie 100 statt einem Lottolos zu kaufen.
16. September · 12:19
Tja wenn ich mir meine Magicartikel vergolden lassen könnte, würde ich das tun. In deiner Position sind wohl die allerwenigsten, auch wenn es an sich erstrebenswert wäre. Ich kann mich auch nicht über mangelnden Erfolg meinerseits beklagen, in relation zu meiner Selbsteinschätzung war das letzte Magic Jahr ziemlich gut (die NQs mal ausgenommen, aber ich bin ja sozusagen “entschädigt” worden)
16. September · 12:36
@ Steco:
Ich glaube du hast den falschen Ansatz. Wenn ich samstags forgehen möchte, solange ich will - dann mach ich das. Wenn ich dann noch Bock habe, stehe ich auch sonntags auf und spiele Magic. Weil es mir Spaß macht. Wenn nicht, dann nicht.
Und wenn ich sage: Ich spiele gerne einen PTQ, der 200 km entfernt ist - einfach um des SPIELENS willen, unabhängig vom Erfolg, dann verzichte ich auch mal darauf, Samstags fort zu gehen. (Und gehe freitags.)
Ich bin, was Fortgehen betrifft, nun wirklich kein Kind von Traurigkeit. Aber nichtsdestotrotz spiele ich oft lieber einfach Magic.
@ Kenshin: Jeder wird für Artikel adäquat bezahlt. Ich bekomme sicher nicht viel mehr als jeder “Prerelease-Reporter”. Einfach mal ne Mail an magicuniverse.de und nachfragen.
lg
16. September · 12:46
Drei Dinge:
1. MU zahlt wirklich sehr gut.
2. FNMs sind der beste und einfachste Moneymaker, den man als Magicspieler hat.
3. Phips hat Recht.
16. September · 12:57
Ahja:
4. Wenn man am Wochenende nen PTQ zocken will, macht man einfach unter der Woche einen drauf :p
16. September · 13:08
über dieses thema habe ich mich schon sehr oft mit vielen leuten unterhalten.
was in deutschland fehlt, sind starke testgruppen. wann waren denn deutsche spieler stark? es war immer dann wenn mehrere gute spieler sich zusammengesetzt haben und sich mit dem spiel beschäftigt haben (phoenix foundation,team M!R,…). das dieses konzept funktioniert sieht man aktuell in österreich. dort hilft es kurzfristig nur einem spieler in der gruppe, da er einfach viel besser ist als die anderen, aber langfristig lohnt es sich auch für die anderen.
wo jetzt hier das problem ist, ist dass diese gruppen fast nie unterstützt und gefördert werden. zur zeit der bundesliga wurden diese manschafften immer gesponsort und hatten zugriff auf unendliche kartenpools.
zu meinen freunden gehören richtig gute spieler, wie martin zimmermann und patrick meissner. wir haben auf der dm platz 8, 9 und 10 belegt, und das ganze ohne viel direktes testen für die dm. wenn wir regelmäßig testen würden und das auch gefördert würde, könnte ich mir schon sehr gut vorstellen, dass wir es alle irgendwann auf den train schaffen.
also was ich mit dem ganzen hier sagen möchte, ist dass es viele talentierte spieler in deutschland gibt, sie aber selten motiviert genug sind, das ganze etwas ernster zu nehmen und sich systematisch auf alle turniere vorbereiten.
16. September · 13:18
Ich muss Babak hier voll und ganz zustimmen! Ich würde mich jetzt zwar nicht zu den deutschen Top Spielern zählen, aber man kann durch testen wirklich unglaublich viele diskrepanzen bei den Playskills wettmachen. Die drei mal bei denen ich WIRKLICH getestet habe, also über 5 oder 6 Wochen konstantein Format mit vielen Matches täglich, austausch mit Freunden und real life testsessions/mws testsessions mit bekannten habe ich immer Erfolg gehabt (erstes mal 2 ptq top8 inkl. quali, zweites mal 6-4 auf der pro tour in valencia (halte ich für durchaus gut für meine Verhältnisse), drittes mal aktuelle block season 3/3 PTQs top8 und dann auch die quali…). Mal sehen ob das testen diesmal wieder Früchte trägt. Irgendein Pro hat das mal in der Magic Show gesagt: “Testen ist unglaublich wichtig. Du solltest all die kleinen Fehler, die man normalerweise beim erkunden des Decks macht, schon vor der Pro Tour gemacht haben, denn da kannst du es dir nichtmehr leisten.” (Frei übersetzt)
16. September · 14:02
@nmn:
Ich erhebe weder den Anspruch, ein guter Spieler zu sein, noch will ich mich qualifizieren, weil mir für die Turniere einfach die zeit fehlt. Nur als Beispiel: Bei der DM, im Falle einer Top8, hätte ich concedet, ich habe keine Zeit für die Worlds im Dezember.
Ich bin auf 3 GPs gewesen, einen habe ich gespielt. Ich war bei den Worlds in Paris. Und ich habe in meinem Leben 4 PTQs gespielt, dazu noch ca. 7 NQs. Für mehr hat meine Zeit nie gereicht, ich habe aber auch nie geglaubt, mit diesem Zeitaufwand etwas zu erreichen.
Wer etwas erreichen will, der muss demnach mehr Zeit aufwenden.
Und wenn ich könnte, würde ich draufzahlen!
16. September · 14:39
@babak: falls du das MU-Team ansprichst, hat Phips dazu einen Wasserstandsbericht geschrieben. Aus den Ratingsteigerungen ist ersichtlich, dass sich das Konzept für alle Beteiligten grundsätzlich trägt. Einige haben mehr hinzugewonnen als andere, aber ich denke, dass dies auch durch eine gewisse Varianz bedingt ist und sich weitere Erfolge auch für die ‘nicht-Teamleiter’ einstellen, der eventuell einen Erfahrungsvorsprung hatte.
@Kenshin: vergolden, versilbern, bronzieren… alles ist möglich. Muss man nur drüber sprechen.
16. September · 14:55
Babak hat ja auch von kurzfristigen Erfolgen gesprochen, Marcus.
16. September · 14:58
@atog28
ich hatte da zwischen kurzfristigen und langfristigen erfolgen unterschieden.
wie schaut es eigentlich mit einem team in deutschland aus, dass von mu unterstütz wird?
16. September · 15:39
@ Test-Gruppe
Dass es in Deutschland keine starke Testgruppe gibt liegt, stimmt. Ich mein die paar Pros die wir haben kochen sich offensichtlich ihr eigenes Süppchen.
Wär ja quasi mal ne Invite-Only Community interessant, in der getestet wird
Dann wäre Magic als Zeitvertreib mal zwischendurch auch interessanter, wenn man über MWS auf GUTE Testpartner mit GUTEN Decks treffen könnte. Da ne gute Seite zu machen wär auf jeden Fall interessant, konzipieren könnt ich das, aber umsetzen müsste es jemand anders 
(So mit einzelnen Seiten für Decktypen wo Kommentare usw eingetragen werden könnten, Win-Percentages eingepflegt werden usw)
16. September · 16:30
go evil go evil
16. September · 16:30
Ich denke, die Mailing-Liste für die WM ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Deutschland hat immer noch genug Leute, die begabt-Schrägstrich-verrückt genug sind, um so viele PTQ's wie möglich abzugrasen. Wäre doch gelacht, wenn man die nicht vernetzen könnte. Wenn man da eine gute Mischung findet und die Leute auch wirklich dabei bleiben, hat man sofort ein gutes Team, das was reißen kann. Wer's mag kann der Gruppe ja dann auch irgendeinen affigen Namen geben, damit man auf jedem PTQ sagen kann: “Ey Mann, ich bin von Team Irgendwas!”
16. September · 17:12
@Teardrop:
Nein, Du hättest nicht concedet. “hätte” schreibt sich nämlich sehr einfach. Und als ich eine Woche vor der DM mich mit AP unterhalten habe, waren wir beide einhellig der Meinung, dass wir eh nicht nach Memphis wollen und eher droppen würden (er kann das bestätigen).
Wenn es dann aber läuft und läuft und läuft…, dann brichst Du nicht zwischendrin ab, dann steckst Du lieber die moralische Niederlage ein.
16. September · 17:43
Olaf, auch Deinen Glauben an die Menschheit in allen Ehren, aber ich habe da wirklich KEINE Zeit, deshalb hätte ich NIEMALS jemand anderem den Slot geklaut. Das wäre extrem schlecht für die Community gewesen.
Außerdem war ich sowieso nur auf Displays scharf, die gab's eher für 4-8
16. September · 17:57
denke babak spricht da das wichtigste an … nen passende menge an guten testpartner ist sehr wichtig und dann noch die richtige testmotivation und “umgebung”
16. September · 18:08
dass testgruppen extrem wichtig sind sehe ich beim WoW-TCG, durch den kleineren Pool an guten Leuten weiß man genau. wer mit wem testet. Und die Leute gewinnen dann auch, weil das Spiel nicht so random ist.
16. September · 18:32
Dass WOW nicht so random ist halte ich für ein Gerücht… Der Aspekt des Manascrew und -flood fällt natürlich weg, aber man kann genausogut auf Quests screwed oder flooded sein und weil es in WOW auch teilweise ziemlich irre Karten gibt (brokeness) ist da auch ein hoher random Faktor, nämlich wer zieht mehr kranke Verbündete oder Fähigkeiten…
16. September · 18:43
Naja, ich denke ein Problem bei Magic im Moment ist absolut das Nachwuchsproblem. Denn das immer wieder Leute mit dem Spielen aufhören werden ist klar. Wenn dann keiner nachkommt, werden es logischer Weise immer weniger.
Deswegen habe ich mir in der letzten Zeit öfters die Frage gestellt, woran liegt das? Dann habe ich mich daran erinnert, dass wir zu Beginn der Turniere in Aurich immer wieder neue Leute dazwischen hatten. Allerdings war es so, dass diese nach einigen Turnieren auf den hinteren Ränge immer total angenervt waren und nicht wieder gekommen sind. Und mit der Zeit gab es einfach eine feste Clique von Spielern, die gekommen sind. Veränderungen gab es einfach keine mehr. Bis diese Leute studieren gegangen sind und es damit aus mit dem Magic in Aurich war. Nun neu in Papenburg mache ich genau die selben Erfahrungen. Es gibt die 10 Stammspieler, die viel Zeit und Geld investieren aber darüber hinaus einfach niemanden. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Was glaubt ihr, woran dies liegen könnte? Waren es bei euch zu Zeiten von Mirrodin auch mehr Newbies?
16. September · 18:43
Ich hab jetzt zwar nicht alles gelesen, aber doch schon einiges und ich muss mich hier einfach Raul, SimonG und Alex F. (Nachtmacher) anschließen.
Ich bin auch der Ansicht, dass Magic sehr viel Skill benötigt. Klar kann es passieren, dass man einfach mal verliert, weil der Gegner lucked oder man selber Pech hat, aber oft passiert es auch, dass man einfach selber nicht optimal gespielt hat und das muss man dann auch einsehen! Alex hat das ja auf dem NQ in Mayen schmerzlich gegen mich erfahren, als ich einfach superschlecht gespielt habe und er einfach trotzdem keine Chance hatte das Spiel zu gewinnen. Sicher sind solche Situationen frustrierend, aber wenn ich sehe wie konstant manche Leute einfach gut in Magic sind dann beeindruckt mich das doch.
Und ich denke nicht, dass das nur von Cheaterei herführt. Ich hab selber zwar kaum GP Erfahrung und PT schon gar nicht, aber als ich letztes Jahr dem Saitou beim Spielen zugesehen habe wusste ich nach ein paar Minuten zuschauen, dass da einfach einer sitzt, der das Spiel besser kann als die meisten Anderen und der damit auch verdient Player of the Year geworden ist.
Klar haben die Pros Vorteile dadurch, dass sie sich quasi alles leisten können und dadurch mehr Chancen auf Punkte haben. Wenn ich die Kohle hätte würde ich sicher auch viel mehr rumfahren und fliegen um GPs und PTQs zu spielen, aber wenn ich so ein guter Spieler wäre wie z.b. Saitou es ist, könnte ich mir das vllt sogar leisten.
All in all, sicher ist Magic Luck, aber mit genug Talent und Ehrgeiz an das Spiel, kann man einfach so gut sein, dass man konstant gute Ergebnisse abliefert, auch ohne Cheating.
Wer denkt andere Nationen seien besser weil sie cheaten, könnte genauso denken, dass Roland Bode, Jan Ruess und TrashT nur an der Spitze des deutschen Magic stehen, weil sie besser cheaten als die anderen Deutschen, aber schlechter als die Spieler der anderen Länder… un das is wohl quatsch.
17. September · 10:01
@ Der Doktor - hier sehe ich auch das Kernproblem.
Wir haben auf der einen Seite überzeugte Stamm-Spieler, die über die Qualität der Sets und der Turniere klagen, und die Antworten auf den Blog spiegeln das wieder.
Was fehlt, sind die jungen Anfänger.
Wenn ich an meine Anfangszeiten zurückdenke, habe ich nicht mit einem wöchentlichen Draft angefangen, sondern damit, dass ich (m)ein Deck hatte, und dafür Karten zusammengesucht habe. Und dann damit spielen wollte - Fun Turniere oder Constructed FNM.
Wenn ich in die Veranstaltungskalender so reinsehe, bieten nur sehr wenige Shops etwas anderes als Draft für FNM an. Und Draft findet keine neuen Spieler!
Besonders nicht, wenn Du den 14-Jährigen erklären willst, dass nur mit englischen Karten gedraftet wird.
Ich sehe hier das Hauptproblem - wie soll ein Einsteiger eigentlich Zugang zur Szene finden? Indem er ein Prerelease spielt, und dann gleich losdrafted? Oder alternativ mit Highlander und Legacy einsteigt, den einzigen Formaten, die über PTQs hinaus regelmäßg in den Shops angeboten werden?
Das ist für mich der Punkt, an dem ich dann immer denke, dass für Einsteiger ein Constructed FNM wahrscheinlich ziemlich klasse wäre - die sterben nur gerade aus… (Bringen für den Shop auch weniger Knete als Draft…)
17. September · 11:27
@pixysmile: das Problem kenne ich so aus Oldenburg. Aber das ist nicht nur für die Neueinsteiger problematisch, sondern auch für einen selber, da man total aus dem T2 rauskommt.
Und selbst wenn man Constructed Turniere hat, dann ist das so eine Sache. Wir haben hier noch Constructed Turniere. Aber das Problem ist, dass die gespielten Decks alle durchweg solide gebaut sind. Dann versuch erst mal als Anfänger dazwischen zu kommen. Ich selber sehe das Problem aktuell, da ich kaum noch aktuelle Karten habe und nun neu anfangen darf. Du bekommst zunächst einmal richtig einen auf die Eumel.
Zu meiner Startzeit war es so, dass an den unteren Tischen auch noch andere Anfänger waren und es dort dann dank des Swiss System halt auch spannende Spiele gab. Liegt auch daran, dass unsere ganze Clique zu dem Zeitpunkt angefangen hat. Aber eben auch noch andere Spieler.
Deshalb kann ich mich pixysmile nur anschließen. Es sollten mehr Möglichkeiten geboten werden, Zugang zu der Szene zu bekommen.
Ich habe das ne Zeitlang über T2 Common only Turniere probiert. Das hat sehr gut geklappt, leider bin ich nach meinem Umzug noch nicht wieder dazu gekommen. Man muss es nur schaffen, das Format auch den Pros schmackhaft zu machen.
18. September · 00:54
Wisst ihr was das hauptproblem an Magic ist! Es wird einfach von viel zu vielen arroganten Arschlöchern gespielt die meinen sie hätten die intelligenz mit löffeln gegessen. Immer dieses beschweren über das Spiel um ja keine eigenen unzulänglichkeiten zuzugestehen.
Was ich auch immer wieder feststellen muss wie unglaublich schlecht viele Spieler sind. Wenn ich da an die DM denke. Ich schätze mich als nicht guten Spieler ein und habe kaum praxis gehabt für die DM. Trotzdem habe ich sehr oft gegen Leute gespielt die einfach schlechter gespielt haben!
Liegt das daran das es keinen wichtig ist zu gewinnen?
18. September · 21:02
@Meisi: Also deine beiden Absätze passen irgendwie nicht wirklich zusammen. Für mich klingt der zweite Absatz unglaublich herablassend und arrogant.
Das Problem mit “arroganten Arschlöchern” ist für mich ein Phänomen. Denn das Komische ist, dass die meisten guten Leute (nicht die, die einmal Top8 bei nem PTQ gemacht haben, sondern die, die entweder richtig Erfolg haben oder ihn verdient hätten und es aber aus anderen vielleicht persönlichen Gründen nicht schaffen)fair, nett, ruhig und konzentriert sind. Absolut grausame Gegner wie coole Trashtalker, Nervensägen, Heulsusen usw. sind immer die, die eigentlich nicht wirklich gut sind (gerade auch, wenn sie lucky mal Top8 machen)!
Zum Thema: Natürlich weiß niemand, welche Strategie WotC nun so wirklich verfolgt, keine Firma legt ihre komplette Marketingstrategie offen. Aber so wie es den Anschein hat, ist es ja schon so, wie Kenshin ganz weit oben schreibt: Ziel ist es, möglichst bedepperte Kreaturen zu drucken und den Spells die Zähne zu ziehen. Besonders Counter und Draw sind das ultimative Böse, aber auch wenn es nicht so auffällt - auch Discard und Removalspell können bei der Kreaturenqualität nicht mithalten, denn 1:1 tauschen reicht da nicht, weil man ja verliert, wenn man den Removal zu spät zieht. Die Clock die EINZELNE Kreaturen setzen ist mittlerweile einfach zu schnell. Und warum? Vermutlich, um das Spiel zu einem “Kreaturenbattle” zu machen um neuen Spielern den Einstieg zu erleichtern. Aus meiner Sicht ist das aber der Riesenfehler. Denn die alte Spieler, die genau die Vielfältigkeit und Komplexität geliebt haben sind angekotzt. Nicht jeder hört sofort auf, aber Beschwerden werden als “Geheule” abgetan. Und bei vielen ist mittlerweile deutlich die Frustrationsgrenze erreicht wenn man die Kommentare so liest. Und die neuen Spieler, kommen die denn? Nein! Natürlich nicht, denn die ganzen super Kreaturen mit crazy Fähigkeiten sind auch nicht “leichter” zu verstehen und der Reiz, den das Spiel zu den Zeiten ausgeübt hat, als ich anfing, den würde ich als Neuling beim Durchlesen der Shards of Alara Karten sicher nicht spüren. Aus meiner Sicht also ist die Werbung für neue Spieler also nicht angekommen und einen Großteil der alten Spieler hat man damit indirekt einfach den Kampf angesagt. Just my 2 cent.
18. September · 21:16
hhhmmm gilt draften nciht immer als super skillvoll, so ein Draftdeck besteht doch zum großteil aus Kreatueren. Also sind Kreaturen an sich nicht das große Übel.
18. September · 22:20
@random: das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, counter sind in limiteddecks in der Regel schwach und auf Grund der Tatsache, dass man sich nicht auf gewisse rares oder combokarten in rauhen mengen verlassen kann muss man eben über andere Wege gewinnen. Wenn jeder drafter 2 Oona haben könnte, 4 Cryptic Command und 4 Firespout würde er diese Karten sicherlich fast jedem Draftdeck vorziehen. Constructed ist etwas anderes als Limited. Tarmogoyf ist im Limited auch nicht unbedingt schlimm, weil man eine unglaublich geringe Chance hat ihn zu ziehen und weil er eventuell nicht optimal wächst (zumal auf Grund der Kreaturenlastigkeit spotremoval beliebter ist).
Übertrieben gute Kreaturen in Playsets sind das Problem und die Mangelnde Qualität der Antworten in Spell Form. Jetzt kommt mir bitte keiner mit “aber cryptic command…”, das ist eine außnahme die in ihren kosten auch noch unglaublich restriktiv ist. Ich persönlich frage mich wirklich, was an UU Counter target spell so schlimm sein soll im aktuellen extended und type 2. Wizards hat es doch jetzt schon einige Jahre in Folge geschafft kein wirkliches Controldeck mehr entsehen zu lassen (Teachings sei hier mal eine Außnahme, das war noch in dem Stile, aber im Block wurde es dann auch am Ende zum 5c Boardcontrolmonster), außer Boardcontroldecks, die die Kontrolle aber nicht halten können und deshalb über fette Tiere wie Oona oder Drachen gewinnen müssen/mussten. Irgendwann muss auch mal wieder Instant Carddraw von akzeptabler Qualität und Counterspells mit an andere Spells angepasstem Powerlevel gedruckt werden. Ich sehe nicht, wo das das Spiel früher kaputt gemacht hat, ich sehe nur wie es es heute platter werden lässt.
19. September · 12:30
Das stimmt so aber auch nicht. Richtig ist, dass das Spiel in den letzten Jahren wieder mehr zum Kreaturenkampf wird, und das ist meines Erachtens auch gut so! Einerseits ist das nämlich gar nicht so stumpf wie jeder sagt, korrekt angreifen und blocken ist eben oft nicht so einfach. Außerdem sind hardcore-Controldecks in erster Linie 1: Langweilig! Nichts nervt mehr, als ein Gegner, der alles verbietet. Das sage ich jetzt nicht, weil ich Counter nicht mag, im Gegenteil. Das Spiel lebt von der Interaktion, und die gab es bei sumpfen Controldecks oft einfach nicht. Bei den Decks war das Spiel halt nach 5 Spielen eigentlich vorbei, leider dauert es dann noch 30 Runden, bis man wirklich gewonnen hatte. Momentan sieht es so aus, dass auch ein Controldeck recht früh beginnen muss eine Clock zu setzen, und Aggrodecks durchaus auch mit den nachgezogenen Karten was anfangen können - auch, wenn es nicht stupider Burn ist. Das bringt dem Spiel mehr Interaktion und macht letztlich - finde ich - mehr Spaß. Und wenn man sich Decks wie Quick'n Toast und Reveillark ansieht, kann mir auch keiner erzählen, dass das Meta nur aus stumpfen Aggrodecks besteht. Problematisch ist eventuell, dass jedes Deck auch in den ersten Runden was machen muss, wenn es nicht oft einfach aussichtslos auf dem Board zurückfallen will, aber auch dafür gibt es Mittel und Wege. Ich denke ernsthaft, dass Skill mittlerweile massiv unterbewertet wird, weil jeder nur sieht, wie er wegen Screw / Flood / Goddraw gewinnt oder verliert, aber die Spiele die dazwischen liegen, die fallen keinem auf. Denn dann müsste man ja einsehen, dass man grade die gewinnen hätte können, wenn man besser gespielt hätte.
19. September · 14:19
@justanothernoob & Kenshin: Macht mal eure Augen auf und den Reality Check. BITTE. Ihr labert einfach Müll. Sehen wir uns mal die dominanten Decks der zurückliegenden Formate an:
Ravnica/Time Spiral T2: Dragonstorm, Solar Flare, Gruul
Time Spiral/Lorwyn T2: Faeries, Reveillark, GB Elves, Mono-R
Letzte Extended-Saison: NLU, Tron, Dredge
Time Spiral Block: Teachings, Teachings, Teachings
Lorwyn Block: Kithkin, Faeries, 5c Control
Also, ich sehe da genau drei reinrassige Aggro-Decks. (Auch wenn diese verknappte Darstellung natürlich nicht hundertprozentig akkurat ist.)
Und jetzt sehen wir uns mal die formatdefinierenden Karten dieses Standard-Formates an (muss als Beispiel reichen):
Ancestral Vision, Thoughtseize, Cryptic Command, Bitterblossom, Chameleon Colossus, Rune Snag, Firespout
Komisch, nicht?
Was ist die Message? Control-Decks sind IMMER NOCH möglich. Sie sind sogar IMMER NOCH in der Überzahl gegenüber den reinrassigen Aggro-Decks! Nun könnte man natürlich argumentieren, dass Control-Decks deswegen Erfolge erzielen, weil sie von besseren Spielern pilotiert werden. Aber es liegt auch daran, dass es die Wizards erst in den vergangenen Blöcken geschafft haben, den Powerlevel der Kreaturen auf ein ausbalanciertes Level zu bringen. Klar ist es scheiße für den Control-Spieler, von einem einzelnen Doran oder Chameleon Colossus eingestampft zu werden - aber fragt mal den Aggro-Spieler, wie es ist, gegen einen einzelnen Wrath of God zu verlieren, um den man in der Regel einfach nicht gut herumspielen KANN. Heult nicht rum, nur weil Control-Decks plötzlich ab und an gegen Aggro verlieren.
Ahja, ich glaube das Argument wurde auch irgendwo gebracht: Aggro-Decks unterscheiden sich NICHT sonderlich von Control-Decks im Skill, den man zum Pilotieren braucht. Testet mal das Kithkin vs. Q'n T-Matchup und seht, welches Deck ihr leichter zu spielen findet in dieser Situation. Oder spielt das Kithkin-Mirror. In 90% der Fälle gewinnt das der bessere Spieler.
“außer Boardcontroldecks, die die Kontrolle aber nicht halten können und deshalb über fette Tiere wie Oona oder Drachen gewinnen müssen/mussten.”
Über was soll ein Control-Deck denn sonst gewinnen? Millstone? Übrigens: Die historisch allerersten Control-Decks haben Serra Angel als Gewinnoption benutzt. War Magic damals schon tot?
19. September · 14:23
Hab in meiner lustigen Aufzählung beim TSP-Block Pickles vergessen. Auch kein Aggro-Deck, übrigens…
19. September · 15:54
@Handsome: Wer hier Müll redet ist schon fraglich. Du schreibst halt nur die Beispiele auf, die dir in den Kram passen. Was ich eigentlich sagen will ist nicht, dass ich Combodecks nachweine oder MonoU langweilerdecks zurückhaben will, sondern, dass ich denke, dass im aktuellen Umfeld Hardcounter für UU oder Softcounter für 1U total angemessen und nötig sind und auch instant carrdraw nichtmehr so vernichtend stark ist. Grundsätzlich können Boardcontroldecks nur stark werden, wenn sie genug Opfer in Form von Aggrodecks finden. QnT und Flare gewinnen fast garnicht gegen Combo, Teachings im Type 2 war gerade deswegen gut… Das bedeutet schon, dass man damit einer Aggro dominanz mit einer angepassten Kontrollstrategie entgegenwirken will.
Jetzt mal der Reality Gegencheck:
TSP Block: War Teachings wirklich das dominierende Deck? Am Ende der Season schon, aber da spielte es schon nurnoch 1-2 Counterspells Maindeck, also war es ein Boardcontroldeck. Aber vorher gab es da WW, Mono Red (das auch GPs gewann), Mana Ramp, dann mit Future Sight die diversen Goyf und Blink Listen und sogar das Sliverdeck. Jetzt behaupte nochmal, dass Control das Meta dominierte.
Ravnica/TSP: Aha eine brokene Mechanik wird angeführt, dass Spells besser sind? Womit gewinnt denn dragonstorm? Ja genau mit Hellkites… Genauso wie Tron das zu der Zeit tat… Was zu der Zeit auch noch gut war war das BG Discard Deck, und das war unter anderem Wegen Goyf in Verbindung mit Confi ziemlich gut! Ohne Confi war das Deck schon zu schlecht… Angelfire ist wieder ein Boardcontroldeck genauso wie Solar Flare und auch hier sind es wieder die lächerlichen Kreaturen, die das Deck stark machen (Glatzenengel, Body Double, Akroma, Court Hussar, Lightning Angel) Als weiteres Combodeck in dem Format: Projekt X, das sich wiederum auf Kreaturen stützt und den Aggro und Comboplan hat.
Letzte Extended Season: Domain Zoo gewinnt zwei GP. Ne kein Aggro Deck voller undercosted Viechzeugs, gell? Dredge und Storm sind zwei krasse Designfehler, bei denen Spells nicht mit der richtigen Stärke, sondern mit zu hoher gebaut wurden. Cancel ist ein Beispiel für einen zu schlechten Counter, Manadrain ein zu guter. Tron war zwar OK aber so viel machte das dann am Ende gegen NLU und Deathcloud auch nicht mehr. Die Power von NLU stützt sich eigentlich hauptsächlich auf Goyf und die 5 Color Blue Manabase. Dank des Goyfes muss man sich schon früh keine Sorgen gegen Aggro mehr machen (Goyf ist sozusagen Fluch und Segen in einem). Was war wirkich gut? Loam mit Countryside Crusher und Terravore, Affinity, RGb beatz war auch beliebt und in Amerika erfolgreich. Im Extended ist aber auch noch eine Menge an guten Counterspells legal.
Aktuelles Type 2: Feen werden von dem dominierenden MonoR verdrängt und selbst das Controlige Reveillark (mit oder ohne Combo) macht da nicht viel dagegen. Meervolk und Kithkin tun ihr übriges. Nur weil ein Deck 7 Counterspells spielt ist es noch lange kein Controldeck im eigentlichen Sinne. Das was am nächsten an ein Permission Deck kommt ist in der Tat Feen, aber auch hier sind irgendwie alle Karten gut und besonders Karten wie spellstutter sprite und Mistbind Clique sind hart (natürlich auch die Command aber erst ab turn 4 zu countern ist in nem permission deck halt schrott). QnT ist und war einfach kein permission Deck, nur weil es 3-4 Cryptic spielte. Und dieses Deck war auch nur brauchbar, weil es gegen Decks mit vielen Tieren gewann. Aber auch hier waren mal wieder Evok Kreaturen als Spellersatz im Einsatz.
Was ich sehe, ist das Viele Kreaturen einfach abilitys draufgeklatscht bekommen, die man früher als Spells bekam, nur billiger und mit Body. Aber die Spells erfahren keinen so krassen powercreep. Wrath of God kostet seit 15 Jahren 2WW und die meisten Nachahmer kosten 5 Mana+. 2/2 kostet jetzt regelmäßig ein Mana mit geringem drawback und für Grizzly Bear Mana bekommt man die gute Ability drauf oder den Goyf. Wenn man das berücksichtigt denke ich nicht, dass Counterspell heute noch “zu stark” wäre. Er war es mal, aber heute ist er nurnoch gut.
19. September · 17:33
Also eigentlich ist es ja unnötig, nochmal zu “weinen”. Im Gegensatz - man sollte sich freuen, dass die schleichenden Änderungen betreffend Kartenqualität auch bei vielen gut ankommen und ich tu das auch! Aber ich bin auch froh, dass ich nicht der Einzige bin, der eine klare Vorstellung von Controldecks hat und diese jetz vermisst oder einfach nicht mehr wieder erkennt…
Ein Artikel auf mtgsalvation ist dazu ganz lustig: http://mtgsalvation.com/892-the-game-that-wouldnt-die.html Wer jetzt keinen Bock hat, den ganzen Artikel zu lesen Summary (oder der Gedanke, warum ich den Artikel verlinke): Die einschneidenden Regeländerungen über die sich alle aufregen (neuestens Mythic Rares, Basic Lands in Boostern,…) sind eigentlich Nebensache, wenn man das Spiel mag stört es einen nicht. Die Fehler die Wizards macht, die dem Spiel schaden waren immer subtilerer Natur wie z.B. der Riesenfehler der Affinitymechanik. Das steht so in dem Artikel, Zusatz von mir: Die Änderung im Verhältnis Spellstärke : Kreaturenstärke ist auch ein solcher Fehler.
Und noch ein kleiner Nachtrag um meinen Standpunkt -sollte er verkannt worden sein- deutlicher zu machen. Meine Wunschvorstellung eines möglichen T2 Metas ist nicht 100% MonoU Control. Im Gegenteil, ich bin eher nicht der Countercontrolspieler. Eben jenes BG Rack Deck das Kenshin angesprochen hat habe ich z.B. geliebt. Aber nachdem Dark Confidant rausrotiert ist und man dann konsequenterweise auch noch Phyrexian Arena nicht mehr gebracht hat, hat z.B. Schwarz jeglichen sinnvollen Draw verloren. Damit sind so viele Archtypes unspielbar geworden, nicht nur das Rackdeck. Vom schlechten Discard gar nicht zu reden. Jetzt sagen viele: Aber Thoughtseize. Ja, das ist die Ausnahme wie bei Countern der Command! Aber 4 Karten machen kein Deck. Und das viele Leute z.B. das Rackdeck gern gespielt haben sieht man an ihren Versuchen auf der DM. Der Erfolg blieb aber mehr oder weniger aus und viele wussten das schon vorher. Sie haben es trotzdem gespielt anstelle zu MonoR zu greifen. Vermutlich hatten sie keine Lust auf “Wer zieht früher 5 Mana und mehr Demigods?”(Achtung Übertreibung) Oo Das sind jetzt alles nur Beispiele; es gäbe soviele Karten über die ich mich freuen würde - eben nicht nur Counter. Aber alles was es gibt sind starke bunte Kreaturen. Und das schadet dem Spiel. Es sollte ein Feld geben indem man sowohl Aggro als auch Control spielen kann. Und die Furcht vor dem entstehen einer kreaturenlosen Combo könnte man wenn man mich fragt auch mal hinter sich lassen. Vielfalt in der ART der Decks fände ich wünschenswert. Aber so wie es aussieht (selbst der kurze Schnitt durch die Matas von Handsome zeigt das) ist für mich da ganz klar eine Verarmung festzustellen. Im momentanen T2 sind eigentlich alle Decks Kreaturenhaufen; weder reines Aggro noch reine Kontrolle. Man kann mit MonoR manches Spiel genauso gut Boardcontrol spielen, wie man mit Reveillark manchmal Evasionaggro spielen kann.
Und für mich gehen dem Spiel durch diese Entwicklung wichtige Aspekte verloren. Die Frage ob dadurch mehr Luck ins Spiel kommt ist eine andere. Ich finde ja, da durch mangelnde Möglichkeiten echten Cardadvantage zu erzeugen und übermächtige Einzelkarten, meist Kreaturen, ein guter Longgameplan einfach zu leicht zu zerstören ist. Anderseits werden dadurch auch minimale Missplays entscheidender, was sehr viel Skill und Konzentration verlangt.
19. September · 20:55
Zunächst mal: Ich möchte mich für den Ton in meinem Kommentar entschuldigen, der war unangebracht. Aber: aber.
Kenshin: Bei den Gegenbeispielen, die du anbringst, scheinst du ja am Liebsten zu wollen, dass die Decks gar keine Kreaturen mehr spielen. Du führst allen Ernstes Dragonstorm als Beispiel für deine These an, weil das Deck mit Hellkites gewinnt? Sorry, Decks MÜSSEN irgendwie gewinnen… Tendrils of Agony ist nunmal nicht überall legal
Tog-Decks haben auch mit einer Kreatur gewonnen, genauso wie die uralten Control-Decks mit Serra Angel, und beides WAREN Permission-Decks.
Kenshin, dein Kommentar ist eigentlich eine einzige Beschwerde darüber, dass alle Decks plötzlich Kreaturen spielen. Und das ist jetzt tatsächlich schlimm? (Das momentane Standard ist btw ein eher unglückliches Beispiel, weil es ja von einem Tribal-Block geprägt wird - das verzerrt das ganze Bild natürlich etwas.) Mir scheint einfach, ihr habt eine ganz andere Definition von “Control-Deck” als ich - wenn es also mehr als zwei Kreaturen spielt, ist es kein Control mehr?
Kreaturen sind nun einmal der Dreh- und Angelpunkt dieses Spiels, da schadet es nicht, sie mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Zumal ein Kreaturen-lastigeres Spiel NICHT bedeutet, dass der Skill abnimmt. Es sind nur ganz andere Fähigkeiten gefragt! Ich kann mich noch gut erinnern, wie mir als kleinem Pimpf von einem damaligen Turnierspieler gesagt wurde, dass es Kreaturen im Turnierspiel eigentlich gar nicht gibt, weil sie zu schwach sind. Und ich dachte mir nur: “Was ist denn das Turnierspiel für ein Quatsch?” Und das wäre es auch!
Kreaturen mussten einfach stärker werden, weil sie in der Regel anderen Kartentypen gegenüber inhärente Drawbacks haben: Anfälligkeit für Removal, Summoning Sickness, Sorcery-Speed. Kenshin, Kreaturen sind jetzt nicht plötzlich zu stark - sie waren früher zu schwach!
Was die Counter-Causa angeht: Ich denke auch nicht, dass der gute alte Counterspell zu stark wäre im momentanen Standard. Aber: Die Karte gehört nunmal zu den meistgehassten Spells der Magic-Geschichte, und da gab es für WotC keinen Anlass, die Karte im Core Set zu belassen. Das heißt aber nicht, dass es deswegen keine guten Counter gäbe im momentanen Standard: Rune Snag, Broken Ambitions, Remove Soul, Negate, Cryptic Command… die meisten von denen haben sogar Anwendungen in Early- wie Lategame, können also durchaus den Counterspell mimen, wenn halt auch mit ein bisschen mehr Mühe. Deswegen sind aber nicht gleich Control-Decks kaputt. Ähnlich sehe ich das mit dem Card-Draw: Careful Consideration ist ein mächtiger Spell, Ancestral Vision so gut wie Instant, und die restlichen unterschätzten Kandidaten wie z.B. Think Twice oder Oona's Grace wurden nur deswegen nicht so oft gespielt, weil sie vom Mulldrifter verdrängt wurden. Deswegen waren das aber keine schlechten Spells! Und in SoA ist schon ein Amulett-Instant für drei Mana gespoilert, der zwei Karten zieht…
Fazit: Ja, Kreaturen werden stärker und das Spiel verändert sich dadurch. Wisst ihr, wie Wizards diesen Vorgang bezeichnen? “Fun-Creep”! WotC wissen, dass ein stärker kreaturen-zentriertes Spiel den meisten Spielern mehr Spaß macht UND nichts am Niveau verändert. Das Spiel wird dadurch nicht schlechter; es wird nur anders. Ihr habt halt noch die Ära der Hardcore-Control-Decks miterlebt (von denen es ja auch immer wieder formatdefinierende Exemplare gibt und geben wird!) und seid es einfach nicht gewohnt, dass Kreaturen jetzt plötzlich ebenfalls im Rampenlicht stehen. Und bis in allen Formaten ein Gleichgewicht herrscht, muss sowieso noch eine Menge Zeit ins Land ziehen - denn dafür hat WotC einfach zu viele überstarke Karten und Mechaniken gedruckt, die allesamt NICHT kreaturen-zentriert waren.
Deswegen verstehe ich auch das Gejammer von wegen mangelnder Vielfältigkeit nicht - gab es in der Vergangenheit ernsthaft vielfältigere Metagames als in den letzten beiden Jahren?
(Lustiger Fakt btw, von dem aus man auch für einen Power-Creep bei Spells argumentieren könnte: Whispers of the Muse. Früher gefürchtet, im Time Spiral-T2 angesichts der Konkurrenz nie ernsthaft gespielt worden.)
19. September · 20:57
Vielfältigkeit = Vielfalt obv.
Ich brauch ne Edit-Funktion! :p
20. September · 00:31
Handsome hat das so gut begründet, dass ich fürs laden des Textes glatt 10 Sekunden gebraucht habe, und ich stimme zu. Kreaturen haben Ihre Stärke den Spells angepasst.
Aber, und das soll kein Gegenargument sein: Ich vermisse Decks, die speziell gegen Kreaturenstrategien ausgelegt sind, ohne selbst viele Kreaturen zu benutzen.
Und ich vermisse ein definiertes, übersichtliches Metagame, auf das man sich einstellen kann. Denn im Moment sind zwar alles Kreaturenhaufen, die ich zwar grundsätzlich mag, was allerdings auf Dauer auch langeweilig ist, aber man müsste gegen jedes Deck irgendwie anders boarden, und da reicht der Platz nicht. Im Moment gibt es einfach mehr Decks als Platz im Sideboard, was die Sache zufällig macht.
Imho reicht ein Metagame, in dem es 1-2 Aggrodecks, ein rockartiges Deck (Farben sind mir da übrigens wumpe!), ein KReaturenkontrolldeck und ein reins Kontroldeck gibt. Dazu irgendwas Kombomäsiges, und gut ist.
Im Moment haben wir:
Kithkin und MonoG
MonoR
Merfolk und Faeries
Lark (m/o Kombo)
MonoR Storm
Schwäne
Q'n'T
Elfen
R/B Husk und B/G Rack
G/R Ramp und G/W Ramp-Varianten
Wie soll man sich darauf vorbereiten, wie soll man das alles testen? Da ist die Hauptzufälligkeit doch mehr im DCI-Reporter bi der Matchup Auslosung, und das finde ich nicht gut.
20. September · 06:09
Ich muss sagen, dass ich diesen Kommentar von Handsome hier richtig gut finde! Schließe ich mich 100% an.
20. September · 11:25
Handsome, die Punkte, die du in deinen Kommentar anführst sind alle gut und richtig. Und du hast auch schon geschrieben, dass das einzige Problem ist, dass wir die Dinge anders bewerten. Für mich zumindest stimmt das genau so, für Kenshin kann ich ja nicht mitreden
Ich finde einfach nicht gut, dass Kreaturen der Dreh- und Angelpunkt jeden Spiels sein MÜSSEN. Warum? Es gibt soviele Kartentypen und wenn ich gerne mit einer globigen Sorcery wie Enduring Ideal und unfairen Verzauberungen gewinnen möchte - warum sollte ich das nicht dürfen? Finde das eine sehr seltsame Argumentation, derartige Karten und Combos schwächer zu machen, weil es Leute gibt, die das “doof” finden dagegen zu verlieren Oo Ich würde es auch doof finden, mit meinem MonoB den Colossus nicht handeln zu können und weil ich ohne jeglichen Draw keine Damnation finde umgehauen werde - und trotzdem wird es wohl in absehbarer Zeit immer wieder Pro B Kreaturen geben
Ich versteh nämlich nicht, was daran gut sein soll, dass man jetzt nur noch über Kreaturen gewinnen können darf. Das man Kreaturen spielen MUSS. Das wäre genauso unsinnig, wenn Kreaturen so schwach sind, das man nicht mit ihnen gewinnen kann. Aber das war nun wirklich nie der Fall. Also nimmt die Vielfalt der Möglichkeiten doch einfach ab, was ich schade finde. Mir jedenfalls ist unklar, warum Kreaturenbattle mehr Spaß machen soll (Das das weniger Skill erfordert ist natürlich Unsinn). Von den Decks die Teardrop aufgezählt hat ist BG Rack und Storm momentan eine wackelige Wahl. Klar kann man das spielen, wenn man Lust drauf hat, aber für beide Decks fehlen irgendwie wichtige Karten meiner Meinung nach. Und von den andern Decks sind alle bis auf Swans Combo irgendwie stark kreaturenlastig.
20. September · 11:32
Wie gesagt: Das momentane Metagame wird durch den omnipräsenten Tribal-Block etwas verzerrt. Ich bin mir sicher, dass Standard in einem Jahr wieder ganz anders aussehen wird. (Im Extended z.B. gab es ja mit Ideal und TEPS noch bis zur Rotation zwei Decks, die ganz ohne Kreaturen gewonnen haben - und zumindest letzteres könnte sich über die Rotation retten.)
20. September · 12:35
Während der Urza-Phase waren Kreaturen tatsächlich so schwach, dass man mit der Stragegie niemals gegen Combo gewinnen konnte. Ich begrüsse, dass Kreaturen derzeit wieder stärker sind, aber das führt nur dazu, dass Aggro viel stärker wird und nahezu einen “Combo”-mässigen Goldfischtest absolvieren kann.