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Gerade nerdig genug

ANMERKUNG: Dieser Blogeintrag wurde bereits am Montag nach der DM begonnen, jetzt aber erst fertig gestellt. Wundert euch also nicht, das ich teilweise von Dingen rede, als wären sie gestern gewesen.

So, da bin ich wieder, stinkend und verschwitzt zurück von meiner Reise ins wunderschöne, wenn auch bestialisch heiße Aschaffenburg, in dem fast alle Frauen Waden haben wie Profifussballer und ein Döner so viel kostet wie in anderen Städten eine Pizza inklusive Getränk. Aber ne schöne DM haben die da, das ist echt der Wahnsinn…

Doch zuerst einmal: Musik!


Representing the northside! C to the Anada, bitch!

Da ich nicht qualifiziert war und bei Denny kostenlos in Aschaffenburg übernachten durfte, fuhr ich bereits am Mittwoch nachmittag zusammen mit Christian und dem Zeitler-Daniel los. Die Strecke war nicht sonderlich kompliziert (”Fahren sie 115km und dann rechts halten.”), also gibt es wieder mal nix zu erzählen. Der Abend war auch ziemlich ruhig und wir verbrachten ihn Schlappeseppl-schlürfend und Guitar Hero - Metallica zockend. Gelegentlich durfte einer von uns auch Dennys Ego aufpolieren, indem er gegen ihn bei FIFA09 haushoch verlor.

Donnerstag ging es zu den Grindern. Mein Interesse an Standard hatte sich nicht wesentlich erhöht, also hoffte ich darauf das durch die auf 32 Personen verkleinerten Meatgrindern der Draftgrinder mal vor 16 Uhr starten würde. Während ich wartete, zeigte Bambi uns allen mal, wie man Magic spielt. Zum ersten Mal seit ungefähr einem Jahr nahm er die Karten in die Hand und fuhr erstmal mit Kithkins fehlerfrei durch den ersten Grinder, wobei er im Halbfinale dank Harm's Way im Maindeck noch unseren eigenen Andreas mit RW Control umfuhr.

Der erste Draftgrinder startete so gegen halb eins, und ich draftete Bant mit Splash auf schwarz und Fusion Elemental. In der ersten Runde durfte ich Flippi die geheimen Synergien zwischen Marisi's Twinclaws und Exaltedguys und im zweiten Spiel die zwischen fünf verschiedenen Basics und Fusion Elemental zeigen. Danach machte ich das gleiche mit Sebastian Born, auch wenn der im ersten Spiel mit Turn 1 Noble Hierarch, Turn 2 Dauntless Escort so loslegte das ich dachte ich wäre aus Versehen in einen Standardgrinder rübergeschoben worden. Schon ging es weiter in den zweiten Draft, der allerdings komplett in die Hose ging. Irgendwie landete ich später in Jund, musste aber noch blau splashen, damit ich noch so Würste wie Skyclaw Thrash zocken konnte. Auch der Last Pick Last Pack Anathemancer landete noch im Deck. Gerade als ich verloren hatte, startete der letzte Draftgrinder, also war der Donnerstag für mich schon abgehakt. Wir organisierten noch einen M10 - KoMa / Forendraft, bei dem ich trotz gutem Deck nur 1-2 gehen durfte und mir beim Rarepick meinen vierten Foil Djinn of Wishes absteckte. Bambi zeigte mir im dritten Match noch, was man braucht um sich zu quen. Turn 1 Llanowar Elves, Turn 2 Elvish Archdruid, Turn 3 Shivan Dragon, Turn 4 Lava Axe, Turn 5 Lava Axe. So einfach kann Magic sein.

Während des Drafts wurde Daniel 3 (Daniel 1 bin ich, Daniel 2 ist der Zeitler) beim Stand von 0-2 noch dazu gezwungen, die Biervorräte für heute zu organisieren. Wir dachten, es wäre okay wenn sich die zwei Kästen es hinter dem Drafttisch gemütlich machen, aber pünktlich zum Rarepicken kam Ingo (Muhs) mit der Betreiberin des Stadthallenverkaufsstandes und guckte uns böse an. Anscheinend war selbst das Abstellen von alkoholhaltigen Getränken in der Halle verboten, aber da wir uns eh im Aufbruch befanden, machten wir uns deswegen keinen Kopf und wir begaben uns “auf dem schnellsten Weg” zu Dennys Bude, wobei wir uns beim “auf dem schnellsten Weg” auf den waschechten Aschaffenburger Daniel 3 verließen, der aber wohl eher “Besichtigungstour durch die heruntergekommensten Teile der Stadt inklusive Main” verstanden hatte. Immerhin bekamen wir noch die Schlappeseppl-Brauerei zu sehen. Daniel 2 bestellte noch “wegen eines Todesfalles in der Familie” sein Hotelzimmer ab, da beim Denny zu pennen erstens günstiger und zweitens wesentlich bierhaltiger war.

Kaum bei Denny angekommen (das heißt ungefähr zu dem Zeitpunkt, als die letzte Flasche des ersten Kastens sich rapide leerte) fiel uns auf, das die meisten von uns vergessen hatten im Laufe des Tages mal was zu essen (auch wenn man sich das bei mir kaum vorstellen kann), also maschierten wir nochmal zurück Richtung Stadthalle um zu dönern. Während wir also über die weiblichen Waden lästernd dort herum standen, wurden wir von ein paar Wesen, die eben jene Waden spazieren trugen, angesprochen ob wir denn auch wegen dem Afrikafestival hier wären. Man muss sich vorstellen: Ich als fetter 2 Meter großer Typ mit “mtg-forum” T-Shirt, Christian mit langen Haaren und einem schwarzen T-Shirt, auf dem ein netter Junger Mann mit Corpsepaint dargestellt war, über dem in martialischen Buchstaben “Kaninchen Opfern!” oder ähnliches stand, und der Rest der Horde sah auch nicht wirklich der Kopfnickermusik zugeneigt aus. Unsere Antwort war: “So ähnlich.”

Nachdem wir, als der zweite Kasten gerade den Geist aufgab feststellten, das EDH nicht mehr viel Sinn macht, kam auch schon Denny vom Afrikafestival und freute sich ob der gläsernen Verzierung, in der wir seine Wohnung hinterlassen hatten. Kurz darauf fielen wir alle ins Bett, inklusive derjenigen denen gerade auffiel das sie ab 1 Uhr nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kamen.

Freitag war nicht viel geplant, und ich stand als einziger in der Wohnung früh auf, da ich ein paar Leuten versprochen hatte, noch Karten für die DM bzw. den PTQ mitzubringen. Ich nahm mir noch die Zeit einen Kaffee zu trinken, um auf die Beine zu kommen, und zwar bei Denny, dann bei der ersten Bäckerei, dann bei der zweiten Bäckerei, und schließlich nochmal in der Halle. Nachdem ich die Karten ausgehändigt hatte, ging ich erstmal zurück in die Fußgängerzone. Und holte mir einen Kaffee. Dann kaufte ich Dennis (Nolte) aus einer Laune heraus jede Menge Booster ab, darunter 13 Alara Reborn Booster für unter 2 Euro pro, die ich auch direkt aufmachte. Maelstrom Pulse, Thought Hermorrhage, Spinx of the Steel Wind Foil, und nochmal Thought Hermorrhage. Geht doch.

Weiter passierte am Freitag nichts berichtenswertes. Ich draftete noch so zwei bis drei Mal M10, Abends konsumierten wir nochmal eine Menge Bier, und unsere wackeren für die DM qualifizierten Recken Jonas und Bambi gingen 6-1 bzw. 5-2, aber irgendwie habe ich den größten Teil des Tages aus der Erinnerung gestrichen.

Samstag standen zwei wichtige Punkte auf dem Plan: Das Legacy-PTGSTW-Turnier und die Players Party. Eigentlich wollte ich wie in Iserlohn noch mal Denny's Dreadstill spazieren führen, aber er brauchte ein paar der Karten kurzfristig selbst. Unwillig lies ich mich auf Monoblue Control ein und bekam dann vor allen Dingen aus mangelnder Erfahrung von Treshold und Solidarity auf den Sack, verprügelte dann Dragon Stompy und lies mir dann von einem merkwürdigen Natural Order Deck zeigen, wie man Counterbalance benutzt.

Bereit? Er hat 2 Noble Hierach, Counterbalance und Länder und kennt die oberste Karte seiner Bibliothek nicht. Ich lege mit 4 Mana draußen Engineered Explosives für 1, und er vergisst erstmal die Balance. Ich denke mir also “Na gut, dann probier ich was anderes.” und lege Meddling Mage. Diesmal denkt er an die Balance und revealt einen irrelevanten 2 Mana Spell. Toll. Im nächsten Zug zockt er Natural Order ohne offenes Mana. Ich mach Force Spike, er revealt Brainstorm. Er holt sich den Progenitus und legt DANN ein Fetchland. Ich denke: Kein Problem, hast ja noch Nevinyrral's Disk. Ich lege sie in meinem Zug. Er fetcht in Response, ich mische sein Deck noch mal wie ein Blöder, Counterbalance resolvt: Natural Order. So wird Magic gespielt.

Ich droppe also und schaue mir an, wie Lino in die Top 8 stürmt und Jonas knapp davor scheitert. Immerhin reichts für ihn für ein Rating-Q für die PT Austin. Zwischendurch durchwühle ich noch die berühmte Kesselbox und finde einen Foil Lorescale Coatl für 50 Cent, den ich mit immensem Gewinn an die Legacyleute loswerde. Dann geht es auch schon Richtung Players Party.

Dort pfeife ich mir erstmal einen leckeren enorm großen Burger zwischen die Kauleisten und schlürfe zusammen mit Martin, Daniel Z., Jonas und Christian ein Bierchen (oder auch zwei oder drei). Dann ruft Tobi den Trivia-Contest aus. Ohne das ich weiß, was die Preise sind, schließe ich mich mit Martin und Jonas zu einem Grüppchen zusammen. Als Teamname musste gezwungenermaßen eine Magickarte her. Als mein erster Vorschlag “Die Twiddles” von meinen Teamkameraden nicht akzeptiert wurde, wurden kurzfristig “Die bronzenen Sexbomben” ausgepackt. Zuerst versuchten wir noch, den Contest auf der Bowlingbahn zu spielen, aber durch die Lautstärke und die Tatsache das wir ~60 Mann waren waren wir gezwungen, auf den Platz vor der Stadthalle zu wechseln.

In den ersten paar Fragen hielten wir uns ganz gut und nur das “S.W.A.T.“-Team mit seinen Horden an spoilerauswendiglernenden Judges konnte überhaupt mit uns mithalten. Lediglich bei der Frage nach den bisherigen DM-Finalbegegnungen schwächelten wir etwas, da noch nicht mal Jonas, der eigentlich die Lifetime Achievements eines jeden Pros aufsagen kann, irgendeine Ahnung darüber hatte. Dann kam die letzte Frage, bei der man alle Kreaturen aufzählen sollte, die eine einzigartige Power/Toughnesszusammenstellung hatten, und zwar inklusive aller Kreaturen aus Unhinged. Bei dieser Frage waren wir eindeutig gehandicampt, da Jonas und Martin fiese, ernsthafte Turnierspieler sind und mein fotographisches Gedächtnis in Sachen Karten auch merklich zurückgegangen ist. Am Ende hatten wir bei dieser Aufgabe nur 9(?) Punkte, während nahezu alle anderen Teams zweistellig waren. Das SWAT-Team gewann erwartungsgemäß, aber auch Lino und Kollegen als Team “Zobelbraune Riesenhirsche” und das Team “Onkel Istvan” zogen noch an uns vorbei, so dass wir am Ende nur vierter wurden. Durch einige glückliche Zufälle (zB. das Lino leider Top 8 spielen musste) rutschte allerdings unser gesamtes Team noch in den Supersonderspezialdraft hinein, von dem ich überhaupt erst bei der Preisverleihung erfuhr. Wir entschlossen uns die Sage zu verbreiten, das wir absichtlich genau diesen Platz belegten, um überall behaupten zu können das wir “Gerade Nerdig genug” seien, um uns für solche Events zu qualifizieren. Den Rest des Abends verbrachten wir dementsprechend biertrinkend, globbernd und allgemein floloppend, wenn auch nicht ganz so lange wie die Horde, die nachts noch in irgendeinem Club einmaschierte. Eigentlich schade das wir nicht dabei waren, denn ich habe am nächsten Tag noch Geschichten von spuckenden Nutten und ähnlichem gehört.

Am Sonntag traf ich immer noch leicht schwankend in der Halle ein, ungehalten darüber das man auf dem Fussweg keinen einzigen Kaffee bekommen konnte und freute mich das Martin, der schon da war, noch wesentlich schlimmer aussah. Während wir auf den Start des Supersonderspezialdrafts warteten, beschränken sich unsere Unterhaltungen auf unartikulierte Grunzlaute. Diese Grunzlaute wurden nur minimal leiser, als ich direkt neben Jonas und Martin gesetzt wurde und ein paar Booster in die Hand gedrückt bekam. Ich verkniff mir das Raredraften größtenteils (außer einem Wrath (NICE DAY OF JUDGEMENT, WIZARDS) und draftete einen UGr Haufen mit Overrun, Might of Oaks, Blaze, Blanchwood Armor und vor allen Dingen Doppel-Molimo und Avatar of Might. Ja, das tolle Bild aus der Wizards-Coverage ist von mir.

Über den Draft gibt es leider etwas wenig zu sagen, da ich gegen die wirklich coolen Decks nicht spielen durfte (also MiDis Monorot oder das Doppel-Phage, Doppel-Plague Wind Deck.)

Aber eine Sache muss noch erwähnt werden: Ich habe endlich jemanden mit mehr als einer Pro Tour Top 8 besiegt!(!!1) Beim Stand von 2-1 durfte ich gegen Jan Ruess ran. Okay, in einem Spiel war er screwed und im anderen dominierte meine Kartenqualität (und das Naturalize auf seinen Loxodon Warhammer), aber ich beschwere mich ja auch nicht, wenn die Sonne scheint.

(Der letzte Abschnitt ging offensichtlich nicht gegen Jan, aber die Liste meiner Siege gegen wirkliche Pros ist noch relativ übersichtlich.)

Danach verloren ich, Martin und Jonas noch einen Teamdraft gegen Raul Pojoran, Mathias Passin und… err… noch jemanden (sorry), aber das konnte meine Freude über eine schöne DM nicht schmälern.

Wir stiegen also ins Auto, riefen Konsti und Babak nochmal fröhlich “NERDS!” zu, und dann diskutierten Christian und ich ungefähr 70 Kilometer lang, ob wir noch zu einem Burger King fahren wollten. Als wir uns gerade entschlossen hatten, nicht mehr zu fahren, fuhren wir gerade an einem vorbei und Zeitler schaltete sich ein: “Ey, da ist ein Burger King. Lass mal hinfahren, ich hab voll Hunger.”

Naja, da muss man wohl auch dabei gewesen sein.

Man sieht sich im nächsten Jahr!

Welle der Indifferenz

2009 - Die Welt sie schien zu stehen. Es war Sommer, ich schrieb Blogs. Am Baggersee wäre ich viel lieber…”

Nun ist es also raus. M10 wird die Menschheit ins Verderben stoßen und schon bald werden die Nazis auf Dinosauriern durch den Iran reiten. Die sensationslüsterne Masse an Leuten, die leider alt genug sind um selbst Kommentare zu verfassen, stürmt zu germagic um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen, da sie leider noch nicht alt genug sind eben solche Kommentare auf englisch auf dem Magic-Mutterschiff zu verfassen. Da wird sich darüber mockiert, das man mit den neuen “fantasievollen” Bezeichnungen für Zonen und Spielhandlungen tatsächlich auch selbst mal mitbekommt, das man hier ein ziemlich nerdiges Spiel spielt, in dem sich Drachen und Trolle gegenseitig die Hirse einklopfen. Vergleiche mit Yu-Gi-Oh werden gezogen, da nun auch dem letzten aufgefallen sein dürfte das das Spiel einen High Fantasy-Hintergrund hat, für den sich pubertäre 16jährige in ihrer Schule schämen, weil sie an ihrem Wochenende Karten spielen und nicht rotzbesoffen mit einem Joint im Hals auf der Kirmesdisco verbringen. Mal im Ernst, wer nicht mit dem Hintergrund eines Spiels klar kommt, der soll es eben lassen. Ich persönlich kenne aber niemanden, der beim Schach nicht mitspielt, weil ihm das zu brutal ist wenn der König die Königin schlägt.

Interessanter ist da schon, das der Combat Damage inzwischen nicht mehr über den Stack geht. Das war bisher eine der besten Möglichkeiten, als erfahrener Spieler Anfänger an die Wand zu spielen. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sollte man sich fragen WARUM das so ist. Die Wizards haben nämlich durchaus recht, wenn sie sagen das die aktuelle Regelung total unintuitiv ist und die neuen Regeln für neue Spieler wesentlich mehr Sinn machen. Insgesamt unterstütze ich diese Änderung.

Weiterhin wird der Manabrand entfernt. Auch das vereinfacht die Regeln etwas, auch wenn nur in Grenzfällen der Manabrand überhaupt eine Rolle spielt, zumindestens wenn man kein Vintage spielt (Halloooo, Mana Drain!) Karten, die eine größere Menge Mana produzieren, werden etwas besser, und dieses dämliche Selbst-Burnen für Pulse of the Forge et cetera hat endlich ein Ende. Ich hab einfach das Gefühl das viele so sehr auf die alte Regelung bestehen, das sie gar nicht bemerken wie unwichtig die Änderung eigentlich ist. Der wichtigste Teil, nämlich das der Manapool sich jetzt nach jedem Step entleert (und man deshalb nicht mehr auf Mistbind Clique reagieren kann, indem man Mana in den Pool zieht, dann im Draw Step die Karte zieht und diese dann für das Mana ausspielt), wird in der Kritik nahezu komplett übersehen.

Achja, und Ball Lightning in dein Gesicht aunomma.

Doc