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Ein Keks für jede Gelegenheit

16. Oktober 2009 | Allgemein | 9 Kommentare

Die Produktdiversifizierung bei Magic - das Problem beschäftigt mich schon seit längerem. Sowohl DasManuel als auch der Zeromant haben es ja auch schon in ihren Blogs thematisiert. Gerade gestern hat Wizards mit “Phyrexia vs. The Coalition” die nächste Box angekündigt. Jetzt bin ich neulich auf der Arbeit vollkommen zusammenhanglos auf eine Studie einer Werbeagentur zum Thema “Lebensmittel der Zukunft” gestoßen.

Dort war unter anderem das Produktportfolio der Keksbäckerei Bahlsen aufgelistet. Zuoberst der klassische Bahlsen-Butterkeks. Die werten Mitdreißiger unter den Lesern werden sie kennen, die gelbe Plastikpackung, die euch Mutti immer gegeben hat, wenn ihr auf der Autofahrt in dänische Ferienhaus zu quengelig wurdet.

Darunter waren Bilder der modernen Keksvariationen, z. B.

Das ganze wurde dann sehr schön mit folgendem Spruch zusammengefasst:

“Früher gab es einen Keks für jede Gelegenheit. Jetzt gibt es für jede Gelegenheit einen Keks.”


Andere Sache: In letzter Zeit lese ich häufig den Blog GeekDad. Den Grund könnt Ihr Euch eventuell denken. Eine ganz hervorragende Seite, die sich mit den essentiellen Problemen der Kindeserziehung befasst, z. B. “Wann sind die Kinder alt genug, um sich mit ihnen Army of Darkness anzusehen?” GeekDad hatte auch eine exklusive Previewkarte für Zendikar, Gigantiform.
Jetzt hat Wizards acht Magic-Online-Spieler, darunter den Gründer von GeekDad, zu einem MTGO-Funturnier nach Renton eingeladen. Ein weiterer eingeladener Spieler ist Peter Jahn, Autor auf Starcitygames. Er ist so ungefähr 40, und schreibt in seinen Artikeln neben Judging, MTGO und EDH auch gerne mal über sein Privatleben - z. B. dass er das Haus seiner Tante renovieren und verkaufen musste, um das Altenheim für sie bezahlen zu können. Das hört sich nicht wie die Probleme von turnierspielenden Schülern und Studenten an.
Ich denke, an diesen beiden Spielern und dem Event kann man zwei Dinge sehen: Zum einen, dass Magic:Online sich nicht nur an Turnierspieler richtet, zum anderen, dass Wizards die Zielgruppe der Ü30 in ihrem Marketing immer noch im Visier haben.


Eine dritte Sache: Gestern auf dem Heimweg habe ich mal versucht, mich von meinen 13 Jahren Erfahrung als Magicspieler zu lösen und das Magicangebot wie ein interessierter, nicht zu tief involvierter Neu-Casualspieler zu betrachten. Daher bin ich in vier Geschäfte (extra nicht in den örtlichen Hobbyshop) gegangen, um mir mal anzusehen, was es gibt, und was ich mir für um und bei 30 € für das Maximum an Spielspaß kaufen könnte.

Das Kaufhaus: Hier gibt es Intropacks und Booster der letzten 3-4 Editionen. Früher hätte es wohl Booster, Tournamentpacks und Precons gegeben. Hier hat sich damit nix geändert, im Großen und Ganzen. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Intropacks den alten Precons als Einsteigerprodukt überlegen sind (allein schon wegen der Regelbeilage), von daher keine Veränderung. Ich würde kaufen: Ein Intropack plus Booster.

Das klassische Spielwarengeschäft: Hauptgeschäftsfelder sind hier Kinderspielzeug, Prinzessin Lilyfee-Produkte und Brettspiele. Es gibt nur Pokemon und YuGiOh, aus dem Magicgeschäft hat sich der Laden zurückgezogen. Die älteren/anspruchsvolleren Spieler holen sich ihren Kick mit Dominion und Agricola. Aha.
Ich kaufe: Dominion.

Das moderne Spielzeuggeschäft: Actionfiguren, Playstation, etc. Diese Kategorie von Läden profitiert zusammen mit den Comicshops wohl am meisten von den neuen Produkten: Der Laden hat keine Einzelkarten (mehr), aber die komplette Produktlinie mit Dueldecks, Planechase, Boostern und Intropacks. Früher konnte man in solchen Shops halt Booster kaufen, es sei denn, der Besitzer hat sich den Krampf gegeben und Einzelkarten verkauft. Jetzt hat man als Spieler eine große Auswahl, und der Besitzer ein großes Angebot mit überschaubarem Aufwand. Ich nehme mit: Divine vs. Demonic.

Der Videospieleladen: Hier gab es ein sehr interessantes Angebot. Drei Alara-Block Intropacks, eins aus jeder Erweiterung, für insgesamt 20 Euro. Leider mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelt, was die Sache vermiest hat. Das Shards und das Confluxdeck passten immer ganz gut zusammen, das Reborndeck schlug aus der Reihe (z. B. “Naya”-Decks aus Shards und Conflux zusammen mit dem U/B-Deck aus Reborn). Schade. Aber die Idee war gut.

*Bonustrack* amazon.de: Ist ja auch eine Anlaufstelle für interessierte Gelegenheitskäufer. Leider ein totaler Flop. Die 5 obersten Produkte bei einer Suche nach “Magic The Gathering” sind.

  1. 9. Edition Themendecks
  2. Zeitspirale Turnierpackungen
  3. 10. Edition Booster (für 4,99 €)
  4. Lorwyn-Zyklus alle 4 Romane, plus 3 Booster für 30 € (hey, das ist auf einer Buchhandelsseite eigentlich ein vernünftiges Angebot)
  5. 9. Edition - Der Schnelleinstieg

Hmm. Das war unbefriedigend, das habe ich mir besser vorgestellt. Alles überalterte Produkte, meistens auch noch zu teuer.
Alles in allem muss ich aber sagen, dass ich heutzutage für meine 30 Euro Taschengeld mehr & sinnvollere Sachen gekriegt hätte als ‘96, wo ich für sich allein genommene unspielbare “Starterpacks” und ein paar Booster hätte kaufen können.

-E.

9 Kommentare

  1. atog28s Avatar
    atog28 am 16. Okt 2009 um 09:30:

    Ah, an das Jahr erinnere ich mich gut. Da bekam man Displays für 58,64 Mark…

  2. Zipfelklatscha am 16. Okt 2009 um 09:41:

    Schön zu sehen das es auch mal jemanden gibt der das ganze Positiv sieht. Alle anderen sahen ja schon das aus für Real Life Magic!!!

    @ Atog ja damals hatte ich leider selten mal 58,64 über 10 DM Taschengeld die woche reichte nich und Magic war nur Zweitrangig auf Position eins mit 12 jahren waren (süß)waren!
    Und die ersten Dates^^

  3. Random am 16. Okt 2009 um 10:52:

    @ Zipfelklatscha:

    Lies: Koks und Nutten.

    @Topic: kann ich Zipfel nur zustimmen.
    Den keksspruch fand ich gut ;)

  4. wannabevintages Avatar
    wannabevintage am 16. Okt 2009 um 12:05:

    Die Einsteigerfreundlichkeit (zumindest von der Intention her) ist auf jeden Fall besser geworden. Ich erinnere mich, damals das 4th Edition Regelbüchlein aus dem Starterdeck durchgelesen zu haben… mehrfach. Das war schon hart.

    Andererseits ist die Regelbeilage der Intro Packs auch eher unübersichtlich und dürftig. Ich denke, dass die Hauptverbreitungsart von Magic immer noch über das “Beibringen” des Spiels von Spielern an Interessierte läuft.

    Dafür sind die Duel Decks / Intro Packs perfekt, das hab ich schon gemerkt.

  5. amazon am 16. Okt 2009 um 12:07:

    gabs bei amazon nicht auch mal displays?

  6. DasManuel am 16. Okt 2009 um 12:10:

    ‘…Früher gab es einen Keks für jede Gelegenheit. Jetzt gibt es für jede Gelegenheit einen Keks…’

    Das ist aber wieder die Aussage ‘Muß man alle haben’. Sonst gäbe es ja evtl. eine Gelegenheit, zu der man nicht den passenden Keks hat. Insofern nicht ganz zur Meinung der auf bestimmte Gruppen spezialisierten Magic-Produkte passend.

    Ja, ich weiß. Haarspalterei.

    MfGM.

  7. endijians Avatar
    endijian am 16. Okt 2009 um 12:30:

    DasManuel: Ich habe das mal ausgebessert.

    Aber ja, das Keksbeispiel hinkt in einem Punkt - Kekse kann man nicht nach Erwerb noch modifizieren (Wir haben es ja versucht! Weiß Gott, was haben wir es versucht!)(Wobei, ich habe mal eine Packung Butterkeks mit ein paar Boostern Schokolade und einer großen Packung Fett von MKM zu einem leckeren KalterHund.dec umgebaut. Das durfte man aber auch nicht zu oft an einem Abend spielen.) Jedenfalls, natürlich muss man sich letztendlich immer mit seinen Mitspielern arrangieren, was man spielt / wie Decks gebaut werden. Da ändert die Tatsache, dass die Karten in anderen, neuen Zusammenstellungen außer Boostern erhältlich sind nichts.

    Atog, bloggenerator: Es geht mir ja gar nicht darum, billig Displays zu kaufen. Sondern welche Auswahl Produkte ich als Gelegenheitsspieler/Anfänger in einem normalen Geschäft (i. e. nicht Hobbystore) finden kann, und wie einsteigerfrendlich die sind. Displays gibts bei amazon aber noch.

  8. atog28s Avatar
    atog28 am 16. Okt 2009 um 19:31:

    Es ist ja nur, dass du genau das Jahr herausnimmst, als man Homelands-Displays verschleuderte und das wirkt nicht als fairer Vergleich. Ausserdem sind die Karten teurer geworden (30 EUR Taschengeld - OMG, wie wenig Kaufkraft das ist…)

  9. endijians Avatar
    endijian am 16. Okt 2009 um 19:43:

    Homelands-Displays. LoL.
    Ich sagte doch, ich suchte nach Spielspaß :-D

    Neee, im Ernst: Die 30 Euro waren nur so aus der Luft gegriffen. Keine Ahnung mehr, was damals an Taschengeld gekriegt habe. 30 Euro sind es heute ;-)
    Damals werden es wohl 30 Mark gewesen sein.
    Abe wie dem auch sei, die Spielerperson, die ich mir ausgedacht habe und in denie ich versucht habe, mich hinein zu versetzen, geht nicht in Läden, in denen man Displays verkauft werden.
    Wobei, der Comicshop würde das sogar tun.

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