Die Bahn kommt
2. Juli | Allgemein | 25 Kommentare
irgendwann bestimmt nochmal an. Neulich habe ich mir aus dem BahnBonus-Programm ein sechsmonatiges Spiegel-Abo bestellt. Und dann habe ich festgestellt, dass das bedeutet, dass ich der Bahn im letzten Jahr mindestens 5000 € in den Hals geworfen habe. Egal, genug Zeit in Zügen verbracht, um über verschiedene Magic- und Nichtmagicthemen nachzudenken. Auf geht's!
Magic 2011 - Das Testament des Schreckens
Eigentlich nicht. Gefällt mir bis jetzt ganz gut. Auch wenn Mana Leak ein wenig darauf hindeutet, das Jace/Gideon-Control erstmal das Deck2Beat werden wird. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Leck das MidRange-Geschwurbel in den Griff kriegen wird. Aber ein Counter, der im frühen Spiel alles und im späten Spiel nix macht sollte doch gerade das Gegenteil bewirken. Naja, ich bin unglaublich schlecht in Spekulationen, daher warte ich mal auf den vollen Spoiler (und auf Scars of Mirrodin).
Achja, diese Titanen sehen nett aus. Sind aber auch irgendwie interessant sowohl für Casual- als auch Turnierspieler, was die Preise nicht gerade klein halten wird. Was einige Leute ja erst als neue Entwicklung sehen, interessant.
Fußball-WM
Ein animiertes GIF sagt mehr als 1000 Worte:
Neues Extended
Ist eigentlich ganz nett. (Hat das jemand tatsächlich irgendwann anders gesehen?)
Zwei Sachen gefallen mir nicht ganz so 100%: Ich hätte gerne mal ein Extended gespielt, in dem Ravnica und Timespiral die ältesten Blöcke sind - letzteres kann ich ja immer noch auf MTGO tun.
Und ich warte jetzt mal gebannt auf “Overextended” - ich fände es schade, wenn die Ravnica-Duals (die eigentlich sehr schön und fair designed sind) nur noch als Budgetalternative im Legacy existieren würden.
Hey - kleines Verschwörungsszenario gefällig? Wizards haben ja gesagt, dass sie ursprünglich ein Format namens “Double Standard” einführen wollten. Davon sind sie aber abgerückt, weil es schon genug verschiedene Formate gibt, und haben Extended umgewandelt. Was wäre denn, wenn das mysteriöse “Overextended” Legacy nicht ergänzen, sondern ersetzen würde?
“Dear Players,
after extensive testing, we have decided that the so-called ‘Dual-lands’ are too good and too costly to be used in widely played formats. Thus, we have decided to allow only cards from Mercadian Masques forward in the Legacy format. But fear not, Dual-Fans, you can still play your beloved Underground Seas in the exiting Vintage Format!”
Irgendwie sowas. Zuzutrauen wäre es ihnen…
Archenemy
Habe ich auch mal angestet, und eigentlich einen langen Blogeintrag drüber geschrieben, komplett mit zusammenhangloser Anekdote aus meinem Privatleben und einem Appell an Andi P. Halt alles, was dazu gehört. War dann aber doch zu albern (und zu lang), daher hier die Kurzform.
Mein Problem hat der OdinFK im pmtg-forum schon gut zusammengefasst:
“Das Match war in meinen Augen ziemlich einseitig, im Wesentlichen waren wir das Schlachtvieh für ein überlegenes Deck, das dann auch noch ziemlich unfaire Schemes abbekommen hat. Mark erklärt uns, dass Archenemy am fairsten ist, wenn man 3 gegen 1 zockt. 2 zu 1 ist meist zu Gunsten des Enemies und ab 4 zu 1 bekommt dieser meist Probleme.”
Na toll. Drei gegen einen, das bedeutet vier Spieler. Und für vier Spieler gibt es weiß Gott schon genug faire, interessante Varianten. Was ich brauche ist einmal eine gute Multiplayervariante für drei Leute. Drei Leute kommt häufig vor, und außer Angriff-nach-links gibt es nix, was fair ist (wenn man, wie ich, FFA nicht ausstehen kann). Daher hatte ich große Erwartungen in das Produkt gesetzt.
Hat irgendwer ‘ne Idee für mich, wie man das ausbalanzieren kann? Der Erzfeind hat nur 30 (statt 40) Lebenspunkten, oder es gibt nur in jedem zweiten Zug einen Scheme?
Junggesellenabschiede
Ich hör in letzter Zeit sowohl im RL als auch in der Magic-Blogosphere oft von Leuten, die Stress mit ihren Hochzeitsvorbereitungen haben, Jungesellenabschied, Polterabend, etc.
Ich habe an meinem Junggesellenabschied am Abend vor meiner Hochzeit mit meinen 2 besten Freunden und einem Kasten Becks Championsleague bei meinem Bruder geguckt. Spätromische Dekadenz, ich weiß. Eigentlich wollte ich an dem Abend in Unterbuchsen ein MTGO-Sealed spielen (Ravnica war gerade neu raus), dabei Gyrospizza mit extra Zwiebeln und doppelt Fleisch futtern und Pilsdosen auf meiner nackten Plauze balanzieren. Was ich damit sagen will: Nein, nicht dass ich das langweiligste Leben der Welt habe (möglich…). Sondern hier ein Tipp für alle Verlobte: Man kann auch ohne Drama heiraten! Macht die Sache wesentlich entspannter!
Komische Sachen über Eternalspieler, Teil 1
Wie sie sich über das Mystical-Banning aufregen. Dabei hat Tom L.P. auf dailymtg.com im Erklärungsartikel vollkommen recht: Der Tutor und ANT/Reanimator waren zu stark, und das Banning geht vollkommen klar. Die Gegenfrage “Wenn die Decks so stark waren, warum ist das Legacymeta dann so vielfältig?” hat er auch gleich mitbeantwortet: Weil 80% der Legacyspieler nun mal am Sonntag “ihren Haufen” mitnehmen und zum Spaß zocken. Das ist wie immer nicht wertend gemeint, aber wahr.
Ich bin froh, dass der Tutor geht, und das sage ich, obwohl ich ein Deck spiele, das gerade seine beiden besten Matchups verloren hat.
Komische Sachen über Eternalspieler, Teil 2
Beim Pfingstevent in Hanau konnte ich einen - für mich - eigenartigen Trend beobachten: Der Hype auf “Modified Art”-Karten. Die Sachen reihten von “genial” bis “geschmacklos”. Ich fand, dass teilweise wirklich schöne Veränderungen dabei waren. Was mich wundert und teilweise irritiert hat, ist die aufrichtige Bewunderung, die den Besitzern der modifizierten Karten entgegen gebracht wird. Sicherlich gibt es für unterschiedliche Spieler unterschiedliche Motivationen, unserem Hobby nachzukommen, und die Motivation “eine tolle Sammlung haben” ist gerade bei Eternalspielern weit verbreitet. Aber wenn die Spieler die Karten wenigstens selbst verschönern würden - das wäre dann das Magicäquivalent zu Warhammer. Aber so konnte ich mehrere Gespräche mitanhören, die zusammengefasst ungefähr so abliefen:
Spieler A: “Guck mal hier, ich habe etwas gegoogled und dann bei Ebay 15€ für eine 20-Cent-Karte ausgegeben.”
Spieler B: “Alter, wie geil bist Du denn!”
Das meiner Meinung nach lustigste daran ist, dass einer der ältesten Jedi-Mind-Tricks im Legacy noch oft funktioniert: “Lege ich mal eine Insel (7th Edition WB)” - “Gott was für ein N00b, da brauche ich mit FoW, Stifle oder Daze nicht zu rechnen.”
Magic 2011 - Das Testament des Schreckens 2
Immer noch nicht. Seit ich diesen Blog gestern angefangen habe sind noch knapp 10 richtig gute Karten mehr gespoilt worden. Mann, wird das ein geiles Set…
So, das war es dann erstmal, tschüss bis zum nächsten Mal, und solange erklärt Euch dieser Junge hier, was einen BigTasty zu'nem BigTasty macht:
-E.
P.S.: Toll, youtube löscht die Videos, die ich verlinke. Probiert es hier.
Wie kommt's?
28. Mai | Allgemein | 21 Kommentare
Na, dann will ich den beim Manuel angekündigten Blogeintrag mal zu Ende schreiben. Eigentlich wollte ich ja letzten Sonntag mal wieder Legacy spielen, aber es kamen schon wieder meine Eltern zu Besuch. Naja, sie wollten sich ihre drei Wochen alte Enkelin ansehen, da kann ich das nachvollziehen.
Während ich also die letzten paar Wochen nachts einen Säugling in der Wohnung hin- und hergetragen habe, versuchte ich, ein paar Teile zusammenzusetzen, um eine Antwort auf eine Frage zu kriegen, an der ich schon länger knabbere. Kleine Warnung vorneweg: Es folgen ein paar schlecht recherchierte Gedankensplitter, vielleicht wurde alles schon mehrfach gesagt oder ist obvobvobv, aber ich versuche einfach, das mal für mich zusammenzusetzen.
Ich glaube dem Pischner und allen anderen ja gerne, wenn er sich endlos darüber aufregt, dass Turniermagic, gerade im Standard, viel teurer geworden ist. Geradezu unerschwinglich. Trotzdem wird Magic, auch auf Turnierniveau, immer erfolgreicher. Der GP Washington hat da ein eindeutiges Zeichen gesetzt. Neue Editionen verkaufen sich wie geschnitten Brot. Und, ganz wichtiger Punkt: Diese Phantasiedecks wie Mythic Bant werden durch die Bank auch gespielt. Und nicht nur von den PTQ-Grindern und den “Ich habe keine cards, dafür kenne ich people”-Leuten. Auch an unteren Tischen von NQs, wo in den späteren Runden immer die Fundecks und die Anfänger saßen, duellieren sich Vengevine Naya und Superfriends. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre die größte Hürde nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit der Karten: Die Spieler wären bereit, Jace zu den absoluten Phantasiepreisen zu kaufen, wenn es denn welche gäbe!
Ziemlich widersprüchlich, imho.
Wie kommt's?
Ich habe vielleicht schonmal darauf hingewiesen, dass ich beruflich im Ernährungs/Lebensmittel-PR-Bereich tätig bin. Auf der Arbeit bin ich auf eine Studie einer Werbeagentur gestossen, die sich mit den Änderungen des Konsums in Zeiten der Krise befasst. Eine andere Studie, nicht die, auf die ich mich vor ein paar Monaten mal bezogen habe.
Wenn Ihr in den letzten Monaten mal einkaufen wart, könnten Euch vielleicht die Luxusmarken aufgefallen sein, die es neuerdings bei jeder Kette gibt. “REWE Feine Welt”, um mal ein Beispiel zu nennen. Diese Marken sind eine reine Reaktion auf die Krise. Wieso reagieren die Märkte auf die Krise mit Luxusmarken? Weil aus “Komm, wir gehen essen und danach ins Kino” in der Krise häufig ein “Komm, wir gucken eine DVD und machen es uns auf der Couch gemütlich” wird.
Ist das die Antwort? Magic ist so beliebt, weil es so ein billiges Hobby ist?
Eine andere Geschichte. Ich bin ein ziemlicher Hardcore-Nerd, schon seit Schulzeiten. Leider bin ich ein Rohrkrepierer, was die klassischen Nerdfähigkeiten betrifft: Ich bin schlecht in Mathe und im Umgang mit Computern. Meine Kumpels aus der DSA-Gruppe hingegen waren alle Mathegenies und Computercracks. Von so einem möchte ich jetzt erzählen: Besagter Bekannter hat Informatik und BWL studiert und arbeitet jetzt bei einem multinationalen Versicherungskonzern in der Rückversicherung für Rückversicherungen. Er versichert also Versicherungen, die Versicherungen versichern. Mit anderen Worten: Er macht diesen Quark, der uns alle erst so in die Scheiße reingeritten hat. Er sitzt also in seinem Büro und schiebt 65 Stunden in der Woche Zahlen auf Excel-Spreadsheets hin und her und verdient dafür einen knapp sechstelligen Betrag im Jahr. Er ist Single und wohnt in einer 3-Zimmer-Wohnung, die er mit nutzlosem, teuren Zeug vollgestellt hat. Er ist so der Typ, dem man, als das erste Guitar Hero rauskam, ein entsprechendes Youtube-Video gezeigt hat, und er hat sich auf dem Weg nach Hause eine 360 mit Klampfe gekauft, weil er es so witzig fand. Kleingeld für ihn.
Jetzt ist die Krise da, und er muss auch ein bisschen sparen: Fußi-WM? Der alte Plasma kriegt das auch noch hin. Zocken? Das neue Alienware-Notebook kann noch warten. Vielleicht doch ein altes, neues Hobby wie Magic? Ein Jace kommt so teuer wie ein Splinter Cell Conviction, hat aber einen wesentlich höheren Wiederspiel- und vor allem Wiederverkaufswert. Und noch eine Stufe extremer - Wochenendtrip: Statt nach Portugal lieber nach Peine, NQ spielen. Da kommt man auch unter die Leute, und es ist billiger als der BeachClub. Denn abgesehen davon wünscht man sich in unsicheren Zeiten vermehrt eine soziale Komponente, da geht man auch öfter auf Turniere, auch wenn man es nicht so 100% drauf hat.
Wertbeständig, billiger als andere Sachen und sozial - Das ist anscheinend das Erfolgsgeheimnis des Turniermagics.
Ein andere Bekannter hat gesagt, dass man sich auch und gerade in schwierigen Zeiten mal “was gönnen will”. Ich denke, er hat recht.
Ich denke aber, dass meine ganze Theorie noch einen Schwachpunkt hat: Auch wenn ich die 200 Tacken für das Playset Jace garantiert wiederkriege: 200€ muss man erstmal haben, und dann auch noch bereit sein, sie für 4 Magickarten auszugeben.
So, dass war jetzt wohl der fünfte MTG-Blogseintrag zum Thema “Sparen”.
-E.
EDIT: Verdammt, ich habe die lustigen Bildchen vergessen.
Zum Serienende von LOST präsentiere ich mal das GraphJam-Special.
I think we're LOST
Safety Dance
21. April | Allgemein, Limited | 12 Kommentare
Yeah, Wochenende! Endlich hat man mal wieder Zeit! Ich konnte zum Beispiel die 13 Folgen der neunten und letzten Staffel von “Scrubs” gucken. Oder “Scrubs: Med School”, wie es der Erfinder nennen wollte. Eigentlich habe ich mich lange geweigert, das zu tun, denn die Serie war für mich mit der achten Staffel zu Ende. Jetzt habe ich es doch getan, und es ist, wie es nicht anders sein könnte: Die neue Handlung um die Medizinstudenten ist echt gut. Streckenweise ist die “neue” Serie besser als die siebte oder achte Staffel. Umso geknickter bin ich, dass es jetzt tatsächlich endgültig vorbei ist. IMHO (auch wenn ich mit dieser Meinung vielleicht relativ alleine bin) die beste Serie aller Zeiten. Daher hier ein Tribut an Christopher Turk, MD:
Achja, Magic spielen war ich auch noch. Selbes Turnier wie der Zilla.
Folgendes Deck habe ich zu einem glorreichen Drop nach Hälfte der Spielzeit geführt. (Den kompletten Pool habe ich dieses Mal - der Übersichtlichkeit halber - auf eine Backpage ausgelagert. Verbesserungsvorschläge sind wie immer willkommen.) Ich habe gerade keine Lust die Karten zu übersetzen, deshalb gibt es deutsche Namen. Kartenverlinkung sollte ja klappen.
1 Schatten aus dem Zof-Wald
1 Skorpion aus Bala Ged
1 Mordender Nirkana
1 Die Sanften auffressen
1 Skelettierter Wurm
1 Verzweifeln lassen
1 Düsternisjäger
2 Vendetta
1 Letzter Kuss
1 Totemgelenktes Hartebeest
1 Dämmerglanz-Beschwörer
2 Makindi-Greif
1 Dolchrücken-Basilisk
1 Kozileks Jäger
1 Rache der Beute
1 Stampfer-Junges
1 Schattenhafte Spinne
1 Nest-Eindringling
1 Wachstumskrämpfe
1 Brutaufseher
1 Sich entfaltende Wildnis
4 Ebene
7 Wald
6 Sumpf
Vielleicht hätte ich rot statt weiß spielen sollen. Oder die Hand of Emrakul statt des Wurms. Auf alle Fälle die Hyäne statt der Spinne. Hätte ich in den Runden vier bis sechs sicher auch gemacht. Aber dieses Turnier war das erste Mal in zehn Jahren, dass ich auf einem Prerelease frühzeitig gedroppt bin. Normalerweise spiele ich Prereleases immer zu Ende, selbst wenn ich - wie am Sonntag - übel auf die Fresse kriege. Es geht ja um nix, und man kann in den späteren Runden immer noch mal mit alternativen Builds experimentieren. Der wichtigste Grund für mich zu bleiben ist aber: Ich habe 22 Tacken bezahlt, und werde 80% der Karten in dem Sealedpool nie wieder nach dem Turnier in die Hand nehmen. Da kann man auch bis zum Schluss bleiben, und ein bisschen Spaß haben. Nur ist dieser Spaß dieses Mal komplett ausgeblieben… Ich reihe mich widerstandslos ein die Gruppe der RoE-Hasser.
Zugegebenermaßen waren am Sonntag genug Frisuren und falsch gelesene Karten dabei. Aber auch wenn ich Ulamog's Crusher jedes Mal vom Tisch gekriegt habe, hing ich danach jedes Mal so sehr in den Seilen, dass mich der nachgelegte Leveler umgebracht hat. Oder umgekehrt. Das Spiel, in dem ich mir mit 2 Vendettas auf der Hand zwei 1/5er und einen 2/8er angesehen habe war auch nicht spaßfördernd. Ich denke, man wird mich in den nächsten Wochen eher nicht beim Draften sehen. Auch das ist für mich ein Novum. Normalerweise gebe ich einem miesem Sealedformat nochmal im Draft eine Chance, aber dieses Mal sicher nicht.
So, abermals genug geheult. Ich geh dann jetzt mal wieder mein Buch lesen. “Little Brother” von Cory Doctorow als Gratis-E-Book auf meiner koreanischen Open-Source-Konsole. Dabei werde ich mich wie der größte Hacker aller Zeiten fühlen. Zumindest so lange, bis ich das nächste Mal Kubuntu davon überzeugen muss, dass ich Linkshänder bin.
-E.
RL vs. VR, Pauper Edition
7. April | Allgemein, Pauper | 7 Kommentare
In meinem letzten Blogeintrag habe ich das Magic-Online Pauperformat angesprochen. In den Kommentaren dazu findet sich mindestens ein Hinweis auf Spieler, die im so genannten “echten” Leben auch gerne paupern. Jetzt juckt es mich jedesmal in den Fingern, mit dem Satz “RL und MTGO kann man doch überhaupt nicht vergleichen!” zu kommentieren. Die Cardpools sind zu unterschiedlich, und MTGO-Pauperlisten dürften im echten Leben zu nix zu gebrauchen sein. Aber stimmt das überhaupt noch? Sind nicht mit dem Tempest-Block, Urza's Saga und den den Classic-only-Editionen die Cardpools vergleichbar geworden? “Naja, recherchierst Du das mal nach”, dachte ich mir, “mal sehen, was dabei rauskommt”. Die Rechercheerfahrung lässt sich in etwa so beschreiben:
Es ist einfach… keine schöne Erfahrung. Im RealLife gibt es zum einen die obskuren 8-Karten-Booster Editionen mit ihren C1, C2 und Cwasweißich-Seltenheiten (Desert? Srsly?) Dann gibt es komische Reprints in nichtcodierten Basesets, und schließlich noch große Mengen an Karten ohne Online-Äquivalent.
Dafür hat es auf Magic:Online veränderte Seltenheiten auf den Reprints der Masters I, II und III-Sets.
Ich habe einfach mal drei Kandidaten rausgegriffen, die ich bemerkenswert finde. Dabei arbeite ich mich vom harmlosesten zum wichtigsten vor.
1. Der Atog
Es gab Diskussionen in der MODO-Paupercommunity, ob Affinity zu broken wäre, wenn man die Artefaktländer unrestricted. In den ersten Regelversionen waren sie auf eine Kopie beschränkt, und das Cranial Plating ist bis heute verboten. Es hat sich herausgestellt, dass Affinity durchaus in Ordnung ist, so lange es keinen Arcbound Ravager für den Disciple of the Vault gibt. Ohne den Atog, der auf MODO eine ungewöhnliche Kreatur ist, bleibt als Alternative nur der Krark-Clan Grunt, der harmlos ist. Fling stünde online auch bereit…
Wie sehr stärkt der Atog aber das RL-Pauper-Affinity?
2. Daze & Gush
Ein ganz anderer Fall. Diese zwei Karten gib es auf Magic-Online als Commons, bisher aber nur in der Jace vs. Chandra-Box. Damit sind sie selten und verhältnismäßig teuer, und werden entsprechend wenig gespielt. Ich weiß nicht, welches Potenzial ein “Blue Skies” in Pauper hätte, man sieht es einfach zu selten.
3. Hymn to Tourach & High Tide
Sind auf MTGO reprinted, aber als Uncommon in einer der Master-Erweiterungen. Fallen Empires gibt es so nicht auf Magic online. Die Hymne würde als einer der besten schwarzen Sprüche aller Zeiten das Format ziemlich aufmischen. Und High Tide, nunja, ich glaube, das ist der Grund, warum auf den RL-Pauperturnieren in Berlin die Frantic Search gebannt ist. Und die beiden anderen “Partners in Crime”, Cloud of Faeries und Snap, fehlen auch (noch).
Um die Formate etwas besser vergleichen zu können habe ich drei typische und erfolgreiche Decks des Magic:Online-Paupers rausgesucht. Eine Frage an die RL-Pauperer: Hätten diese Decks Chancen in Eurem Meta?
Ein Aggrodeck
Ein Kombodeck
Ein Kontrolldeck
Und wo Ihr eh gerade am Kommentieren seid: Welche Schlüsselkarten des “echten” Pauper fehlen sonst noch im “virtuellen”?
Resturlaub
5. April | Allgemein | 22 Kommentare
Ja, da waren noch zwei Wochen alter Urlaub, die bis Ende März verbraucht werden mussten. Was habe ich mir nicht alles vorgenommen… Unter anderem natürlich ganz viel Magic spielen. Wann hat man sonst schonmal Zeit dazu. Na gut, die Erfolge in diesem Projekt kann man ganz gut hiermit zusammenfassen:
In den zwei Wochen habe ich es tatsächlich einmal zum draften geschafft, und habe dabei den größten Müll aller Zeiten eingesammelt. Verdientermaßen bin ich dann 0-3 gegangen. Ok, soweit dann kein Problem. Gehen wir halt noch zum großen KFNM und dem Legacyturnier am Ostersamstag. Wie, da kommt Besuch? Das war dann einer jener Tage, an denen man sich wünscht, einem gesellschaftlich anerkanntem Vereinssport nachzugehen…
Vielleicht kommt Euch ja folgende Szene bekannt vor:
Die Eltern: “Heh, am Samstag kommt Tante Anni. Das heißt, ihr müsst da sein, trockenen Kuchen futtern und euch Geschichten über die Vertreibung aus Schlesien anhören. Wenn ihr brav seid, dann kriegt ihr auch dreißig Pfennig und einen Vortrag darüber, was man 1919 für 30 Pfennig alles hätte kaufen können!”
Die tennisspielende Schwester: “Da habe ich Punktspiel!”
Eltern: “OK, Du bist raus!”
Man selber: “Öhm, Magicturnier?”
Eltern: “Ach, sei nicht albern.”
Aber wenn Magic ein Vereinssport mit regelmäßiger Anwesenheitsspflicht wäre, dann wäre es wahrscheinlich auch nix für mich.
Naja, guckst Du mal im pmtg-forum nach, was am Karfreitag beim FNM los war. Bestimmt nicht viel. Ach, Babak sagt, der Laden war zu klein? Super. Dafür ist das Ostersamstag-Legacy nach dem albernen 8-Leute-3-Merfolk-3-DragonStompy-Desaster letzten Monat doch garantiert ausgefallen. Ach nein, 16 Leute und ein ernstzunehmendes Metagame? Wie. schön.
Damit blieb dann noch das gute Magic aus dem Internet, aka MODO, was für mich Pauper bedeutet.
Das Format macht auch großen Spaß, es ist fair, ausbalanziert und gut ausdifferenziert. Es gibt gute, aber nicht brokene Kombodecks, schnelle, aber nicht zu starke Aggrodecks und Counterspell und Duress sind faire, gute Karten.
Aber auch hier gibt es ein Haar in der Suppe: Aven Riftwatcher.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine so harmlose Karte mal dermaßen in den Wahnsinn treiben würde, aber sie hat's geschafft. Es ist noch nichtmal die Karte selber, und das Deck, in dem sie mich in den Wahnsinn treibt, ist in keinster Weise ein Deck to beat, aber… gna.
Wenn mein Gegner mit Plains, Swamp, Azorius Chancery anfängt, dann weiß ich schon, dass dieses Spiel wahrscheinlich übers Zeit-Aus entschieden wird. Und Aven Riftwatcher-Momentary Blink-Flashback-Grim Harvest ist beim besten Willen keine unfaire Strategie - ich habe nur einfach keine Zeit dafür!
Ansonsten hatte ich noch einen Kumpel zu Besuch. WoW-Spieler. Da habe ich die Gelegenheit genutzt, mal das World of Warcraft-Miniaturenspiel rauszukramen. Ein sehr schönes Spiel - liebevoll gestaltete Figuren, verständliche, balanzierte Regeln, und natürlich mittlerweile toter als tot. Dieses Mal war ich jedoch schlauer, und habe nur ein paar Minis gekauft, um zwei Armeen oder “Parties” zusammenzustellen. Das Ganze habe ich dann als fertiges Produkt zu meinen Gesellschaftsspielen gestellt. Könnte das Spiel noch leben, wenn ich xxx Booster gekauft hätte und auf Turniere gegangen wäre? Möglicherweise ja, wahrscheinlich nein. Aber für ‘ne Runde zwischendurch macht es Spaß, und ich muss mich nicht aufregen, viel Geld versenkt zu haben. Das gelingt mir mit Magic gut genug.
So, das war genug Geheule für einen Tag. Ich muss jetzt weiter meine Steuererklärung machen.
Dann habe wenigstens ein Projekt geschafft.
Frohe Restostern!
-e.
P. S.: Hier noch was für die kulturelle Bildung.
Blip Festival - Nerds machen Tanzmusik mit GameBoy/NES-Soundchips. Sehr empfehlenswert.
Halt, Hammerzeit!
31. Januar | Allgemein, Limited | 17 Kommentare
Das Bild ist zugegebenermaßen schon steinalt. Aber ich finds klasse, und da ich in meinem Sealedpool am Samstag einen Hammer des Verderbens hatte, nutze ich die Gelegenheit, das Foto in meinen PreReleaseblog einzubauen. Auch wenn diesmal keine Sealed-PTQs im Anschluss an das Release kommen, gibt es hier trotzdem meinen Pool zum Selberbauen. Ich freue mich über jeden “Du Noob, warum spielst Du nicht …?”-Kommentar.
Weiß:
1 Shieldmate's Blessing
1 Sunspring Expedition
1 Narrow Escape
1 Makindi Shieldmate
1 Pillarfield Ox
1 Kor Cartographer
1 Arrow Volley Trap
1 Kor Skyfisher
1 Kor Duelist
1 Journey to Nowhere
1 Rest for the Weary
1 Guardian Zendikon
1 Kor Firewalker
1 Apex Hawks
1 Hada Freeblade
1 Marsh Trader
1 Veteran's Reflexes
Blau:
1 Archive Trap
1 Sea Gate Loremaster
1 Welkin Tern
1 Paralysing Grasp
1 Shoal Serpent
1 Trapfinder's Trick
1 Seascape Aerialist
1 Windrider Eel
1 Selective Memory
1 Sejiri Merfolk
1 Twitch
1 Spell Pierce
1 Spell Contortion
1 Aether Tradewinds
1 Wind Zendikon
1 Mysteries of the Deep
Schwarz:
2 Hagra Crocodile
1 Mire Blight
2 Blood Seeker
1 Feast of Blood
1 Vampire Nighthawk
1 Quag Vampires
1 Bojuka-Brigant
1 Shoreline Salvager
1 Smother
1 Tomb Hex
1 Jagwasp Swarm
Rot:
1 Geysir Glider
1 Tuktuk Grunts
1 Quest for the Holy Flame
1 Demolish
1 Spire Barrage
1 Akoum Battlesinger
1 Slavering Nulls
1 Searing Blaze
1 Breaker Zendikon
1 Cosi's Ravager
1 Bull's Rush
1 Claws of Valakut
Grün:
1 Khalni-Heart Expedition
1 Timbermaw Larva
1 Scythe Tiger
1 Joraga Bard
1 Oran-Rief Survivalist
2 Nissa's Chosen
1 Gigantiform
1 Primal Bellow
1 Explore
1 Joraga Warcaller
1 Snapping Creeper
2 Graypelt Hunter
1 Harabaz Druid
1 Leatherback Baloth
1 Grappler Spider
1 Feral Contest
Länder und Artefakte:
1 Spidersilk Net
1 Pioneer Boots
1 Hammer of Ruin
1 Walking Atlas
1 Hedron Rover
1 Kabira Crossroads
1 Sejiri Steppe
1 Bojuka Bog
Das Blau war ziemlich schnell raus, Rot ist meiner nach auch eher meh. Wa mich wirklich angefressen hat ist die Tatsache, dass ich keine Rare/Uncommon/Common gekriegt habe, die ich gerne in anderen Formaten gespielt hätte… (Calcite Snapper, plz?)
Oh, und ich hatte sowohl ein Schlangen- als auch ein Wolf- und ein Elefanten-Token, aber kein Bestial Menace. ![]()
Damit läuft es auf Grün, Schwarz oder Weiß raus. Das habe ich dann gespielt:
1 Hammer of Ruin
1 Vampire Nighthawk
1 Quag Vampires
1 Bojuka-Brigant
1 Shoreline Salvager
1 Smother
1 Tomb Hex
1 Jagwasp Swarm
1 Joraga Bard
1 Oran-Rief Survivalist
2 Nissa's Chosen
1 Gigantiform
1 Primal Bellow
1 Explore
1 Joraga Warcaller
1 Snapping Creeper
2 Graypelt Hunter
1 Harabaz Druid
1 Leatherback Baloth
1 Grappler Spider
11 Forest
7 Swamp
Grün bietet sich als Hauptfarbe an, Schwarz hat immerhin etwas Removal und den Nighthawk. Ich hätte gerne Rot gespielt für die Sengenden Strahlen, hatte aber Angst, RR nicht ordentlich unterstützen zu können. Den Hammer habe ich eigentlich immer raus gebordet, meistens für das Spidersilk Net, da ich fast immer von irgendwelchen Fliegern überrannt wurde.
Zum Turnier: 48 Leute sind da - es ist kuschelig in Jens Laden. (Sachma, Jens, willst Du nicht in den leerstehenden Plus umziehen?) Die erste Runde bin ich an Manascrew eingegangen, die Runden zwei, drei und vier haben Gigantiform und/oder Vampire Nighthawk gewonnen. Manchmal konnte ich auch Survivalist in Graypelt Hunter in Joraga Bard legen, einmal hatte ich auch Nissa's Chosen, Warcaller mit Kicker eins gefolgt von Joraga Bard. In Runde fünf habe ich festgestellt, dass ich die Anzahl an Sümpfen und Wäldern vertauscht habe, was die zahlreichen Mulligans erklären dürfte (*facepalm*). Runde sechs gewinne ich dank korrekter Manabasis (Und Vampire Nighthawk). Macht insgsamt 4-2.
Und noch eine letzte Frage zum Hammer:
Nachdem ich in der zweiten Runde gewonnen habe zeigt mir mein (eher junger) Gegner sein Deck. Er spielt UWg-Allies, was in Anbetracht von Doppel Umara Raptor nicht falsch ist. Ich kann ihn von der grundsätzlichen Spielbarkeit von Ondu Cleric und Makindi Shieldmate und damit von einer Beschränkung auf die Farben Blau und Weiß überzeugen. In seinem Sideboard finde ich außerdem einen Stoneforge Mystic. Leider hat er in seinem Pool nur eine einzige Ausrüstung, ich glaube, es war besagter Hammer of Ruin. Hier ist noch alles einigermaßen klar (obwohl der Hammer schon nicht so geil ist), beide sollten ins Deck.
Aber wie wäre es bei noch marginaleren Equipments?
Explorer's Scope?
Spidersilk Net?
Oder sogar Pioneer's Boots?
Machen Sie den Mystic spielbar? Beziehungsweise, macht der Mystic sie spielbar?
-E.
Lichtbogenslogger!!!!
22. Januar | Allgemein, Legacy | 14 Kommentare
Obwohl das Jahresendkesseln in Hanau spielerisch mit einem kombinierten 6-7 über zwei Legacytage nicht soooo berauschend war, habe ich mich trotzdem letzten Samstag aufgemacht, um im örtlichen Shop ein paar Runden Legacy zu spielen. Nachdem ich in Hanau versucht habe, beim DragonStompy auf den techigen „Kein Arc-Slogger“-Zug aufzupringen und es bitter bereut habe, ist der Lichtbogenslogger jetzt wieder im Team. Doch bevor ich weitermache: Das obligatorische Legacyblog-Gitarrenvideo.
The greatest and best Song in the World.
Wie gesagt, Hanau war Lichtbogensloggerfrei. Dafür habe ich drei Jitten als Removal Main gespielt, und Flametongue Kavus im Board für die Matchups, in denen ich mehr Removal brauche und Magus of the Moon rausboarde (Goblins, Merfolk). Den wirklich wirklich dummen Satz aus meinem letzten Arcsloggerblog, dass ich im richtigen Meta auch vier Jitten spielen würde, habe ich dann auch spätestens im dritten Spiel gegen Jesse Hatfield bereut, als ich einen Hellbent Pit-Dragon mit Jitte auf dem Tisch hatte, und mir wirklich jede Karte in meinem Deck das Spiel gewonnen hätte, außer der zweiten Jitte natürlich…
Neben den Lichtbogenleuten ist auch die Trinisphere wieder ins Maindeck gewandert, wenn auch nur drei Mal. Das hier ist meine Liste:
4 Rakdos Pit-Dragon
4 Gathan Raiders
4 Magus of the Moon
4 Simian Spirit Guide
3 Arc-Slogger
3 Taurean Mauler
4 Chalice of the Void
3 Blood Moon
3 Trinisphere
2 Umezawa’s Jitte
4 Seething Song
4 Chrome Mox
4 City of Traitors
4 Ancient Tomb
10 Mountain
Sideboard
3 Pithing Needle
3 Pyrokinesis
2 Tormod’s Crypt
2 Powder Keg
2 Anarchy
2 Pyroblast
1 Red Elemental Blast
Für den Tipp mit den Anarchys muss ich mich nochmal bei d0ner bedanken – beziehungsweise dafür, dass er mich überzeugt hat, sie zu spielen. Am Samstag um 12 bin ich also im Shop angetreten, wie 18 andere Spieler auch. Macht insgesamt fünf Runden.
Leider hat der neben dem Shop gelegene Punksupermarkt für immer geschlossen. Normalerweise würde ich mich ja erst anmelden, dann lecker lecker kaltes Schnitzel aus dem anderen Shop holen, und gut gefüttert losspielen. Was habe ich noch für Alternativen? Beef Jerky und Cheeseburger aus der Dose vom Globetrotter? Fleischwaffeln von dem Dönermann, von dem der Jens Hautausschlag und Atemnot kriegt? Naja egal, auf zu
Runde eins: ANT (oder war es Fetchlands Tendrils? EPIC Storm? Iggy Pop???)
Jedenfalls Storm. Das ist schnell erzählt. Im ersten Spiel kann ich ihn mit eigentlich allem zuschmeißen (Chalice, Trinisphere, Blood Moon) was ich habe und ihn unspektakulär totschlagen.
Für das zweite Spiel boarde ich Nadeln und Pyroblasts gegen Jitten, Slogger und ich glaube einen Seething Song. Gerade die Blasts waren Gold wert. Ich kann eine frühe 3Sphere und einen eher kleinen Beater legen (ich glaube einen Spirit Guide). Er versucht zweimal, die Sphäre end of turn zu bouncen (einmal Hurkyl's Recall, einmal Chain of Vapor), ich habe aber beide Male den Blast.
1-0 Matches, 2-0 Spiele.
Runde zwei: Dream Halls
Mein Gegner spielt eine ziemlich exakte Kopie der Siegerliste aus Hanau. Man sagt zwar, dieses Deck wird vom Sormhate nicht so stark getroffen, aber ein Chalice auf eins lässt ihn in Spiel eins nicht wirklich mitspielen. Ich prügle ihn soweit runter, dass er mit seiner Lim-Dul's Vault auch nichts Gescheites mehr suchen kann, und schon boarden wir für das zweite Spiel. Ich nehme total wirres Zeug rein. Auf alle Fälle Blasts, und auch die beiden Anarchys, da das Deck ja unter anderem mit Progenitus gewinnt. Äh ja.
Ich halte eine Hand ohne Stompyländer aber mit einigen Tretern (u. a. Simian Spirit Guide), einem Magus oder Blood Moon und vor allem einem Pyroblast. Er beginnt mit einem Brainstorm, bei dem ich lange überlege, ob ich countern soll, bevor ich mit dagegen entscheide. In meinem Zug lege ich nur einen Mountain, er spielt einen Thoughtseize und wählt nach etwas Nachdenken den Blast. Hm. Kam mir zu dem Zeitpunkt falsch vor, ich hätte die Disruptionkarte genommen. Auf der anderen Seite hatte er auch schon ein Basic im Spiel und konnte im nächsten Zug nochmal fetchen, also war es wohl richtig. Ich habe mich nach diesem Seize aber entschieden, den Mooneffekt erst gar nicht mehr zu legen, sondern gleich mit dem Treten anzufangen. So war ich einen Zug schneller im Beatdownmodus, was dann auch gereicht hat.
2-0 Matches, 4-0 Spiele
Runde drei: Imperial Painter
Ein sehr schönes Deck, gefällt mir gut. Wäre für mich auch eine leichte Anschaffung, nur 50 €, also 10 für die Painter und 40 für die Grindstones. Oh, ich habe den Imperial Recruiter vergessen. Also doch eher 450 €.
Er gewinnt den Würfelwurf und legt mit einem Painter's Servant auf Blau los. Da bin ich um so glücklicher, dass ich in meinem Zug mit Chalice auf eins nachziehen kann. Er wird den Chalice nicht los, und ich kann ihn mit einem Gathan Raiders überrennen. Mache ich eigentlich was Verbotenes, wenn ich meine Raiders jedesmal mit dem Kommentar „Und dann beschwöre ich Akroma, Angel of Fury im Verteidigungsmodus“ lege?
Ich boarde alle Moon-Effekte raus und hole Blasts, Nadeln und ich glaube eine Pyrokinesis.
Im zweiten Spiel schlägt dann zum ersten Mal an diesem Tag die große Inkonsistenz zu, und ich mulligane auf vier Karten runter. Die Vier haben es dafür aber auch in sich: Mountain, City of Traitors, Pithing Needle, Taurean Mauler…
Er beginnt wieder mit einem Painter auf Blau, ich lege die Nadel auf Grindstone und fange an zu kloppen. Er aber auch, und er kann meinen Mauler mit einem Pyroblast abrüsten. Ich ziehe noch mehr Klopper nach, tausche aber irgendwann die City gegen ein Ancient Tomb aus, um Mountains nachlegen zu können und einen Arcslogger zu spielen. Leider spiele ich mit diesem Tomb eine völlig überflüssige Trinisphere, die dazu führt, dass ich mit dem Blocken einen Zug zu früh anfangen muss. Aber er kann mich nicht nur mit seinen kleinen Kameraden (die mittlerweile von Figure of Destiny verstärkt werden) angreifen, sondern auch noch die Nadel mit Shattering Spree zerstören und mich gleichzeitig decken und totschlagen.
Im dritten Spiel fangen wir wieder mit Painter auf Blau und Chalice auf eins an. Ich kann ihn rasch unter Druck setzen, er versucht es im letzten Zug vor seinem Tod (während ich ausgetappt bin) mit einem replizierten Spree und Grindstone, ich kontere mit alternativ gewirktem (Simian Spirit Guide) Pyroblast auf seinen Painter's Servant…
3-0 Matches, 6-1 Spiele
Runde vier: GW Survival (Richtig, kein Blau!)
Mein Gegner bietet mir ein Draw an. Wir sind die einzigen Spieler mit neun Punkten zu diesem Zeitpunkt, also müssen wir die letzte Runde eh spielen, egal was passiert. Ich denke kurz darüber nach, entscheide mich aber für’s Spielen (schließlich bin ich dafür gekommen).
Das erste Spiel ist schnell erzählt: Er legt im ersten Zug eine Mother of Runes und kann dann relativ ungestört Survival in Iona in Loyal Retainers spielen.
Ich boarde total schlecht die Blood Moon-Effekte für Nadeln, Powder Kegs und Tormod’s Crypt raus. Warum in drei Teufels Namen die Krypten und nicht die Anarchys? Der Plan war, mich noch besser gegen Iona aus dem Grave abzusichern, was natürlich immer noch nicht die fehlenden Anarchys entschuldigt.
Das zweite Spiel ist aber ähnlich unspektakulär wie das erste: Trinisphere in Gathan Raiders in Rakdos Pit-Dragon zwingen uns ins Entscheidungspiel.
Und hier sind die Vier wieder, und Deine Nadel vibriert, wenn alter Adel regiert… leider sind die Vier nicht Smudo, Thomas, Michi und Andi sondern Land, Land, Nadel und Tormod’s Crypt, aber die Drei werden wohl kaum besser werden. Da ich die Iona-Bedrohung ja auch mit der Gruft abschalten kann überlege ich mir, was ich dann mit der Nadel machen soll, und piekse dann die Mutter. (Ursprünglich endete dieser Satz auf “…ich steche seine Mutter ab”, aber man kann es auch übertreiben…) Dafür schlägt er mich dann mit Küchenhutzeln, die Jitten tragen, tot. Ich hätte den Draw nehmen sollen. Oder wenigstens mit der Nadel warten sollen. Mutti hat er übrigens rausgeboardet. Was wäre wohl eine von Angela Merkel signierte Mutter der Runen wert?
3-1 Matches, 7-3 Spiele
Runde fünf: Canadian Threshold
Zum Abschluss nochmal ein gutes Matchup. Wie gut, das zeigt sich in einer Aufgabe seitens meines Gegner, als ich im ersten Zug den Blood Moon lege. Ich boarde Pyroblasts für irgendwas anderes (Ich denke, es waren Magus of the Moon – die sind in dem Matchup eh nicht so heiß, und on the draw zu langsam).
Er fängt mit Nimble Mongoose an, ich lege wenig bis gar nix. Er will mir im dritten Zug meine Hand mt einer Vendilion Clique zersägen, ich kann dabei mit einem Pyroblast noch eine Force ziehen. Er lässt mich einen Moon unter die Bibliothek legen, dafür ziehe ich einen Chalice nach…
Er legt dann noch einen Tarmogoyf nach. Darauf lege ich einen gemorphten Gathan Raiders, mit dem ich im nächsten Zug ausgetappt (Pit Dragon nachgelegt) mit zwei Handkarten in den bereits erwähnten 3/4-Goofy angreife. Er vergewissert sich nochmal, wie die Raiders funktionieren, und blockt. Ich werfe einen Arcslogger in die Raiders und mache mir mit Simian Spirit Guide ein Mana. Später tauscht er dann noch einen Mongoose gegen den Drachen, verliert aber letztendlich gegen Chalice & Raider.
4-1 Matches, 9-3 Spiele
Auch dieses Mal entgeht mir das Doppelland, für den Zweitplazierten gab es ein Judge Rewards Pernicious Deed. Mit der Liste bin ich soweit zufrieden, nur mit dem Board noch nicht. Spielt eigentlich kein Mensch mehr Dredge? Der Graveyardremoval fliegt endgültig raus, das andere Zeug muss auch mal reichen. Zur Not habe ich ja noch Powder Keg (gegen Tokenhorden) und Pyroblast (gegen Breakthrough^^) im Board…
Bonus Anekdote!
Nach dem Turnier habe ich das Deck nochmal schnell auf Extended AIR umgeproxt, um ein bisschen zu daddeln. Im Spiel gegen einen Merfolkspieler ergab sich folgendes Flashback ins letztjährige Standardformat:
Er ist auf neun Leben, ich habe einen Deus of Calamity auf dem Tisch und möchte gerne in diesem Zug mit Demigod of Revenge den Sack zumachen.
Er: (*windmillslam Cryptic Command*) COUNTERBOUNCE!!1!!
Ich: Ja, ist OK. Kann dann der Demigodtrigger resolven?
Bonus Video!
Handsome hat geschrieben, das beste HipHop-Video aller Zeiten käme von Jay-Z. Er irrt sich.
Bonus Deckliste!
Nächstes Mal probiere ich es Mal mit einer etwas experimentelleren, beatdownlastigeren DragonStompyliste (stammt von mtgthesource.com):
4 Gathan Raiders
4 Simian Spirit Guide
4 Magus of the Moon
4 Taurean Mauler
4 Voracious Cobra
3 Sulfur Elemental
3 Grafted Wargear
2 Umezawa’s Jitte
2 Powder Keg
4 Chalice of the Void
3 Trinisphere
3 Blood Moon
4 Chrome Mox
4 Acient Tomb
4 City of Traitors
8 Mountain
Kommentare?
Bonus Worldwake-Analyse
Treasure Hunt wird dafür sorgen, dass “XX Lands” auch auf dieser Seite des Atlantiks öfter gespielt werden wird.
-e.
Die Bahn - Testament des Schreckens
15. Januar | Allgemein | 16 Kommentare
Eigentlich wollte ich diesen Eintrag in Anlehnung an Zilla “M11 - Testament des Schreckens” nennen, aber die atemberaubende Bahnfahrt von Berlin nach Frankfurt gestern Abend hat zu diesem treffenderen Titel geführt. Nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Freund der Bahn und regelmäßiger Kunde – darauf deutet zumindest die silberne Bahncard 50 Comfort in meinem Geldbeutel hin – aber manchmal ist zu viel einfach zu viel. Ich bin kein großer Freund von „stundenlang alleine Bahn fahren und auf dem Boden schlafen“, nicht auf Magicturnieren und erst recht nicht nach Geschäftsreisen im feinen Anzug. Während ich also in meinem Vorkriegs-IC, der in jeder Kurve „Kill me, please“ gestöhnt hat, ersatzweise statt im ICE nach Hause gejuckelt bin, habe ich ein bisschen was zu den Magicthemen der letzten Woche ins Netbook getackert. Das ganze hier wird mehr so ein „Mixed Bag“.
M11 – Testament des Schreckens
Magic 2011 wirft allmählich erste Schatten voraus. Was lustig ist, schließlich ist genau noch gar keine Karte bekannt. Aber die jährliche Rotation des Grundsetzes macht sich bemerkbar. Ersten wurden neue Planeswalker-Dueldecks angekündigt, denen wohl ein M10 Booster beiliegen wird. Ein Kommentator wies auch gleich darauf hin, dass ein M10 Booster genau einen Monat vor dem M11-Release (wenn die Dueldecks erscheinen) ja doch eher suboptimal ist. Stimmt. Uncool. Aber was sollen Wizards denn sonst reintun? Die halbierte Haltbarkeit des Basesets hat erste unangenehme Auswirkungen…
Ansonsten bin ich echt wie ein Flitzebogen auf den Inhalt des Sets gespannt. Magic 2011 wird ja auch zur Hälfte aus neuen Karten bestehen. Das heißt, dass alle „neuen“ Magic 2010-Karten in die Reprinthälfte wandern. Wo bereits die Reprinthälfte von Magic 2010 auf sie wartet. Und 10000 andere Karten. Neben der unglaublich spannenden Frage, auf welchen Namen Grizzly Bears und Sabretooth Tiger ab Juli hören werden, frage ich mich doch, welche Rares es nicht ins neue Set schaffen. Allzuviel Platz gibt es nicht. Der €ng€l wurde ja schon für eine zweite Runde bestätigt, des gleichen Jace Beleren. Aber wie sieht es mit seinen Planeswalkerkollegen aus? Mittlerweile gibt es in jeder Farbe eine Alternative zu den Lorwyn-Veteranen (und z. B. Elspeth könnte einen zweiten Printrun gut vertragen) aber selbstverständlich wären neue PWs der Moneymaker des Sets. Oder wie sieht es aus mit neuen Duals? Würden Wizards das bringen? Ich bin gespannt. Fest steht aber, dass wir uns nach einem Jahr von „neuen“ Rares verabschieden müssen, und ich hoffe, sie beschränken sich auf interessante, aber nicht zu teure Karten (Ant Queen, Djinn of Wishes fände ich auch schon schade) und lassen die Finger von den Tournament Staples…
Interessant bis lächerlich wäre ein weiterer ZyklusTriballords. Die sind immer ein Verkaufsargument, und ich glaube, ihre Auswirkungen auf die alten Turnierformate (hier v. a. Legacy) gehen Wizards am Arsch vorbei.
Der blaue Reiter
Eigentlich wollte ich ja noch was zum Blauartikel von Tom LaPille schreiben, aber alles was ich sagen wollte wurde mir im Blauartikel von Handsome schon weggenommen. Zwei Sachen habe ich noch: Ich finde den Artikel von LaPille gerade als Follow-Up zu MaRos Disney Cruise sehr spannend, spezifisch ziele ich dabei auf die Cola-Geschichte ab:
Es ist Wizards (und vor allem Hasbro!) total egal, wie ein Problem zustande kommt. Hauptsache ist, dass es gelöst wird! In diesem Fall: „Hm, Spieler hassen es mehr, wenn ihr Fatty gecountert wird, als wenn er sofort zerstört werden würde.“ – „Aber das ist doch total irrational!“ – „Egal, sie hassen es, also gibt es keine guten Counter mehr, Ende der Geschichte!“
Ich frage mich, ob sie es wohl mal mit folgender Karte probieren würden:
Some people are idiots – UU
Instant
Choose one – Counter target Instant or Sorcery Spell; or destroy target nonland permanent that entered the battlefield this turn.
Ich weiß, funktional total unterschiedlich vom Counterspell, vielleicht besser, vielleicht schlechter. Aber mich würde interessieren, ob die „Problemgruppe“ wohl den Unterschied verstehen würde…
Öl ins Legacyfeuer
Habt Ihr das aus Fort Worth gehört?
Ich fasse kurz zusammen:
1. Das SCG Open in Legacy wird mit dem Rules Enforcement Level „Competetive“ gespielt.
2. Die Judges entscheiden sich aus Jux und Dollerei, diesen REL auch tatsächlich anzuwenden.
3. Ein Viertelfinale und das Finale werden dadurch entschieden, dass je ein Spieler nicht in der Lage ist, regelkonform Magic zu spielen.
4. Die Legacycommunity regt sich über die machtgeilen Judges auf, die ihre Minderwertigkeitskomplexe an den Legacyspielern auslassen müssen.
Alles klar?
Mein Eintritt in die Drückerkolonne
Gerade gelesen, dass Judges für die Teilnahme an FNMs bis Ende April das dicke Papp-BlingBling in Glitzer abgreifen können. Meine DCI-Karte mit der Balance-Illustration versucht mich daran zu erinnern, dass ich in der Theorie dafür ja auch berechtigt bin. Das Ende der Frist korreliert günstigerweise mit dem errechneten Geburtstermin meiner Tochter, die wird sich bestimmt über einen Meddling Mage und drei Wünsche als Geburtsgeschenk freuen. Gucken wir doch mal kurz in die Flasche, was beim Kessel FNM-mäßig so abläuft, und siehe da, Freitag, 16:30 Uhr Standard für lau. Super, nur leider hatte ich mit Standard abgeschlossen, und dementsprechend sind keine Karten mehr da. Hm. Da treten wir doch mal, um es mit Schulle zu sagen, mit Macht gegen die Crapbox und gucken, was unten rausfällt. Hier war doch irgendwo noch mein River Kelpie-Deck, das muss man doch für ein Grixis Kontrol scavengen können. Ah, hier, hm, Shivan Reef, Underground River, ich wusse, dass es Gründe gab, weshalb ich das Standardspiel eingestellt habe…
Egal, Grixis Control mit der mächtigen Crumbling Necropolis/Terramorphic Expanse-Manabase wird gespielt! Geht ja um nix. Samstag nochmal ein paar Commons kaufen und mich erkundigen, ob die Turniere überhaupt stattfinden…
Überhaupt möchte ich mal was zu der „Drückerkolonne“ sagen: Wieso überhaupt Drückerkolonne? Ich halte das ganze eine der besten Aktionen seit langem, um FNMs zu promoten. Und das nicht nur, weil ich zufällig davon profitiere… immerhin werden so nicht nur Judges angespornt, öfter zu FNMs zu gehen, sondern auch dazu, sich für ihre Veranstaltung einzusetzen. Und ich dachte immer, mehr FNMs wären was positives, im Gegensatz zu einer Drückerkolonne. Und, wenn ich mich recht erinnere, wird niemandem etwas weggenommen, oder?
Mehr Casualprodukt
Folgendes habe ich gerade im Blog von seanchui zum Thema „Archenemy“ kommentiert:
„Ich glaube allmählich, die Motivation hinter diesem Zeug nachvollziehen zu können.
Ich denke, die Hauptzielgruppe von PlaneChase waren damals so folgende Spielergruppen:
Spieler 1: Noob mit “verbessertem” Precon
Spieler 2: Budgetspieler mit ausgetechtem Pauperdeck
Spieler 3: Turnierspieler mit Standardturnierdeck
Spieler 4: Assi mit sogenanntem “Type 1-Multiplayerdeck”
Diese vier Leute konnte man mit den PlaneChasekarten gut unter einen Hut bringen - PC hat alles random gemacht und Qualitätsunterschiede bei Spielern und Decks nivelliert… Das hätte ein Stapel mit 40 Random Global Enchantments in der Mitte, von denen in einem vorher festgelegen Intervall die oberste aufgedeckt wird halt auch getan, aber was soll's.
Archenemy zielt imho auf folgende Spielergruppe:
Spieler 1: Der Spieler mit 15 Jahren Erfahrung und unendlichem Cardpool
Spieler 2,3 und 4: Seine Padawans, die mit ihren ersten selbtgebauten Decks antreten wollen.
Der natürliche Weg wäre halt, sie zu vertrimmen, damit sie lernen, wie man ordentliche Decks baut, aber man legt ja in letzter Zeit keinen Wert mehr darauf, dass sich Spieler verbessern.
Was mich persönlich allerdings am meisten anpieselt ist, dass man wahrscheinlich wieder schlecht konstruierte Decks dazu kaufen muss (die Zielgruppe des Produktes mag das anders sehen.)“
Es ist hier wieder einmal ein Produkt mit einer ganz bestimmten Zielgruppe. Wer nicht dazu gehört findet es uninteressant, nur ist, glaube ich, in diesem Fall die Zielgruppe sehr überschaulich.
Jahreswechsel in Hanau
War ‘ne schöne Veranstaltung. Ich war vor allem überrascht, wie viele Leute den Namen „endijian“ kennen. War nett, so viele Leute aus dem Internet mal im RL kennenzulernen. Ich denke, ich treffe einen Teil der Frankfurter Legacyspieler diesen Samstag, worauf ich mich sehr freue.
Bis dann!
-e.
Ein Keks für jede Gelegenheit
16. Oktober | Allgemein | 9 Kommentare
Die Produktdiversifizierung bei Magic - das Problem beschäftigt mich schon seit längerem. Sowohl DasManuel als auch der Zeromant haben es ja auch schon in ihren Blogs thematisiert. Gerade gestern hat Wizards mit “Phyrexia vs. The Coalition” die nächste Box angekündigt. Jetzt bin ich neulich auf der Arbeit vollkommen zusammenhanglos auf eine Studie einer Werbeagentur zum Thema “Lebensmittel der Zukunft” gestoßen.
Dort war unter anderem das Produktportfolio der Keksbäckerei Bahlsen aufgelistet. Zuoberst der klassische Bahlsen-Butterkeks. Die werten Mitdreißiger unter den Lesern werden sie kennen, die gelbe Plastikpackung, die euch Mutti immer gegeben hat, wenn ihr auf der Autofahrt in dänische Ferienhaus zu quengelig wurdet.
Darunter waren Bilder der modernen Keksvariationen, z. B.
- Pickup
- Minikeks
- Schokokeks
- Minischokokeks
- usw.
Das ganze wurde dann sehr schön mit folgendem Spruch zusammengefasst:
“Früher gab es einen Keks für jede Gelegenheit. Jetzt gibt es für jede Gelegenheit einen Keks.”
Andere Sache: In letzter Zeit lese ich häufig den Blog GeekDad. Den Grund könnt Ihr Euch eventuell denken. Eine ganz hervorragende Seite, die sich mit den essentiellen Problemen der Kindeserziehung befasst, z. B. “Wann sind die Kinder alt genug, um sich mit ihnen Army of Darkness anzusehen?” GeekDad hatte auch eine exklusive Previewkarte für Zendikar, Gigantiform.
Jetzt hat Wizards acht Magic-Online-Spieler, darunter den Gründer von GeekDad, zu einem MTGO-Funturnier nach Renton eingeladen. Ein weiterer eingeladener Spieler ist Peter Jahn, Autor auf Starcitygames. Er ist so ungefähr 40, und schreibt in seinen Artikeln neben Judging, MTGO und EDH auch gerne mal über sein Privatleben - z. B. dass er das Haus seiner Tante renovieren und verkaufen musste, um das Altenheim für sie bezahlen zu können. Das hört sich nicht wie die Probleme von turnierspielenden Schülern und Studenten an.
Ich denke, an diesen beiden Spielern und dem Event kann man zwei Dinge sehen: Zum einen, dass Magic:Online sich nicht nur an Turnierspieler richtet, zum anderen, dass Wizards die Zielgruppe der Ü30 in ihrem Marketing immer noch im Visier haben.
Eine dritte Sache: Gestern auf dem Heimweg habe ich mal versucht, mich von meinen 13 Jahren Erfahrung als Magicspieler zu lösen und das Magicangebot wie ein interessierter, nicht zu tief involvierter Neu-Casualspieler zu betrachten. Daher bin ich in vier Geschäfte (extra nicht in den örtlichen Hobbyshop) gegangen, um mir mal anzusehen, was es gibt, und was ich mir für um und bei 30 € für das Maximum an Spielspaß kaufen könnte.
Das Kaufhaus: Hier gibt es Intropacks und Booster der letzten 3-4 Editionen. Früher hätte es wohl Booster, Tournamentpacks und Precons gegeben. Hier hat sich damit nix geändert, im Großen und Ganzen. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Intropacks den alten Precons als Einsteigerprodukt überlegen sind (allein schon wegen der Regelbeilage), von daher keine Veränderung. Ich würde kaufen: Ein Intropack plus Booster.
Das klassische Spielwarengeschäft: Hauptgeschäftsfelder sind hier Kinderspielzeug, Prinzessin Lilyfee-Produkte und Brettspiele. Es gibt nur Pokemon und YuGiOh, aus dem Magicgeschäft hat sich der Laden zurückgezogen. Die älteren/anspruchsvolleren Spieler holen sich ihren Kick mit Dominion und Agricola. Aha.
Ich kaufe: Dominion.
Das moderne Spielzeuggeschäft: Actionfiguren, Playstation, etc. Diese Kategorie von Läden profitiert zusammen mit den Comicshops wohl am meisten von den neuen Produkten: Der Laden hat keine Einzelkarten (mehr), aber die komplette Produktlinie mit Dueldecks, Planechase, Boostern und Intropacks. Früher konnte man in solchen Shops halt Booster kaufen, es sei denn, der Besitzer hat sich den Krampf gegeben und Einzelkarten verkauft. Jetzt hat man als Spieler eine große Auswahl, und der Besitzer ein großes Angebot mit überschaubarem Aufwand. Ich nehme mit: Divine vs. Demonic.
Der Videospieleladen: Hier gab es ein sehr interessantes Angebot. Drei Alara-Block Intropacks, eins aus jeder Erweiterung, für insgesamt 20 Euro. Leider mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelt, was die Sache vermiest hat. Das Shards und das Confluxdeck passten immer ganz gut zusammen, das Reborndeck schlug aus der Reihe (z. B. “Naya”-Decks aus Shards und Conflux zusammen mit dem U/B-Deck aus Reborn). Schade. Aber die Idee war gut.
*Bonustrack* amazon.de: Ist ja auch eine Anlaufstelle für interessierte Gelegenheitskäufer. Leider ein totaler Flop. Die 5 obersten Produkte bei einer Suche nach “Magic The Gathering” sind.
- 9. Edition Themendecks
- Zeitspirale Turnierpackungen
- 10. Edition Booster (für 4,99 €)
- Lorwyn-Zyklus alle 4 Romane, plus 3 Booster für 30 € (hey, das ist auf einer Buchhandelsseite eigentlich ein vernünftiges Angebot)
- 9. Edition - Der Schnelleinstieg
Hmm. Das war unbefriedigend, das habe ich mir besser vorgestellt. Alles überalterte Produkte, meistens auch noch zu teuer.
Alles in allem muss ich aber sagen, dass ich heutzutage für meine 30 Euro Taschengeld mehr & sinnvollere Sachen gekriegt hätte als ‘96, wo ich für sich allein genommene unspielbare “Starterpacks” und ein paar Booster hätte kaufen können.
-E.
Lichtbogenslogger
12. Oktober | Allgemein, Legacy | 6 Kommentare
War schon immer eine meiner Lieblingskarten. Ich habe ihn ziemlich durchgehend gespielt, vom ersten Prerelease, in dem ich einen geöffnet habe, über Mirrodin-Block-PTQs bis er aus Standard raus rotiert ist. Und jedes Mal kam irgendein “Experte” und hat mir erklärt, wie schlecht es ist, für zwei Schaden 10 Karten aus meiner Bibliothek zu entfernen…
Jetzt spiele ich den einäugigen Kartennachteil fröhlich im Legacy weiter.
Halt, was, Legacyblog? Da muss laut Mtgblogs-Regelwerk ein Metalvideo rein? Hm, was nehmen wir da? Das hier ist glaube ich ganz nett.
So, zurück zu meinem Lieblings-Raucherdeck. Dragon Stompy wurde zu Planar Chaos-Zeiten u. a. von ArneF (siehe hier) als Aggrodeck mit kleiner Empty the Warrens Combo erfunden. Mit Future Sight kam dann der Magus of the Moon dazu, und das Deck wurde zum Aggro-Disruption-Deck.
Der harte, unveränderliche Kern des Decks sieht so aus:
4 Arc-Slogger
4 Rakdos Pit Dragon
4 Magus of the Moon
4 Simian Spirit Guide
4 Gathan Raiders
4 Chalice of the Void
2 Blood Moon
10 Mountain
4 City of Traitors
4 Ancient Tomb
4 Chrome Mox
4 Seething Song
Zweimanaländer, Chrome Moxe, Song und Spirit Guide sorgen für die explosiven Starts. Magus & Moon legen die Manabasis der meisten Legacydecks lahm - gerne auch im ersten Zug, bevor der Gegner sich das Standarland fetchen kann. Drachen, Slogger und Raiders beenden das Spiel meist in einer oder zwei Kampfphasen. Von den großen Krittern wird am meisten über den Slogger diskutiert, ich halte ihn aber für unverzichtbar. Chalice auf eins (oder sogar zwei) im ersten Zug behindert viele Decks, einen selbst aber gar nicht. Das Deck funktioniert - aufgrund fehlender Ein- oder Zweimanakarten - auch ganz gut unter einer Counterbalance.
Weitere mögliche Kreaturen sind:
2 - 4 Taurean Mauler - Wenn das Deck rund läuft, spielt der Gegner keine Sprüche, ist klar. Aber nun ist das Leben nunmal kein Wunschkonzert. Auch der gute “Ulf” bestraft den Gegner für's Mitspielen, und wächst schnell auf Tarmogröße. Außerdem ist er der Held gegen Tribaldecks - gegen Merfolk ist er ein Must-Counter, da er mindestens 3/3 und unblockbar ist. Behält auch gegen Humility seine Größe, dank der Counter.
2 - 4 Sulfur Elemental - Der Mann für's Landstill-Meta, uncounterbar dank Split Second und tötet Decree of Justice-Token. Gegen White Weenie nicht so gut wie man glaubt, da er meistens nur 3/1-Silver Knights produziert.
1 Akroma, Angel of Fury - Sie ist meistens ein fünfter Raider, manchmal kann man sie auch aufmorphen, was lustig ist, und alle paar Jahre kann man sie gegen Landstill auch mal offen spielen, was obv. sehr gut ist.
Andere Kandidaten werden auch stark diskutiert, Alternativen konnten sich bis jetzt noch nicht durchsetzen. Fünf-Mana-Kreaturen (z. B. Tephraderm) müssen stärker sein als Arc-Sslogger, Vier-Mana-Drops (Flametongue Kavu) müssen stärker sein als der Drache, und Sachen für drei Mana konkurrieren mit den Oben genannten 3 Kandidaten um Slots.
Dann bewerben sich noch folgende Artefakte um die letzten Slots:
4 Trinisphere - helfen gegen Kombo, und waren in den DragonStompy Decks, die auf großen Turnieren erfolgreich waren (GP Chicago oder Bazaar of Moxen), im Maindeck. Wenn man sie dort nicht spielt, dann wenigstens im Sideboard. Ach ja, spätestens dort sollten dann auch die zwei fehlenden Blood Moons zu finden sein.
1 - 4 Umezawa's Jitte - Wenn man Equipment spielen will, dann sind das die ersten Kandidaten. Zwei gehen eigentlich immer klar. Bevor ich mit anderen Ausrüstungskarten anfange gehe ich aber auch auf vier hoch. In einem Metagame, in dem vier Jitten gut sind, spielt man nämlich auch gerne mal eine Jitte als Jittenremoval oder hat gerne eine Backup-Jitte auf der Hand. Equipments sind eh schon nicht sehr hilfreich, wenn man Hellbent ist und bleiben will, daher halte ich nicht viel vom Sword of Fire and Ice. Removal ist nett, ja, +2/+2 auch, aber die beiden Schutzfähigkeiten sind nicht so geil (Pro: Red ist ja quasi schon im Toughnessbonus integriert), und Carddraw ist nicht unbedingt förderlich mit acht Hellbent-Kreaturen. Das Sword of Light and Shadow ist zwar von den Protections besser, aber im Gegensatz zum Faerie-Stompy mit Mulldrifter und Shoreline Ranger kann man den Raise-Dead-Trigger nicht all zu gut ausnutzen. Aber wie gesagt, mehr als vier Jitten sind eigentlich nicht nötig.
Mit der folgenden Liste bin ich dann letzten Samstag bei einem kleinen (12 ppl) Shopturnier angetreten:
10 Mountain
4 City of Traitors
4 Ancient Tomb
4 Chrome Mox
4 Seething Song
4 Arc-Slogger
4 Rakdos Pit Dragon
4 Magus of the Moon
4 Simian Spirit Guide
4 Gathan Raiders
4 Taurean Mauler
4 Chalice of the Void
4 Blood Moon
2 Umezawa's Jitte
Sideboard:
4 Trinisphere
3 Pithing Needle
4 Pyroclasm
2 Powder Keg
1 Akroma, Angel of Fury
1 Ingot Chewer
Zum Sideboard: 3spheres sind klar, die Kegs helfen gegen Aggro und alles was mit Token spielt (z. B. Dredge). Statt der Pyroclasms (gegen Aggro) spielen viele Pyrokinesis, die mir allerdings immer noch fehlen. Die PNeedles sind die wichtigste Waffe gegen den größten Feind des Decks, Aether Vial, und sollten eigentlich zu viert sein. Akroma und Chewer sind der Metaslot, darin spiele ich entweder zwei Boils, zwei Tormod's Crypt, zwei FTKs oder halt die geballte Randomness, so wie diesmal.
Runde 1: Loam (BRG)
Ich weiß, dass mein Gegner Loam spielt. Daher muss ich weder mit Swords noch Force rechnen und kann im ersten Spiel gefahrlos den 1st-Turn-Slogger rauslassen, der das Spiel auch problemlos gewinnt. Ich boarde die vier in diesem Matchup nutzlosen Blood Moons raus (die Magi bleiben als Gray Ogre und Jittenhalter drin) und hole die zwei Kegs, Akroma und den Ingot Chewer.
Im zweiten Spiel kann ich im ersten Zug einen Pit Dragon spielen, mit Powder Keg einen 5/6-Goyf abservieren und schließlich mit Gathan Raiders zwei große Hellbent-Kreaturen auf den Tisch kriegen. Auch wenn ich einen Chrome Mox an ein Shattering Spree verliere kann ich mit einem nachgezogenen Mountain den Drachen über den zweiten Goofy rüberfliegen lassen.
1-0 Matches, 2-0 Spiele.
Jetzt kommt die wichtigste Strategie des DragonStompy-Spielers (neben einer gesunden Portion Fatalismus): Auch wenn das Deck ausreichend Zeit für Zigaretten lässt, zwischen den Runden ordentlich scouten!
Runde 2: 3-Color-Goodstuff (BWG)
Auch hier weiß ich bereits, was der Gegner spielt, ein dreifarbiges Aggrodeck mit wenig bis keinen Basiclands. Daher spiele ich auch im ersten Zug relativ furchtlos den Magus of the Moon mit viel Kartennachteil (ich glaube, es war Mountain, Chrome Mox und ein exilierter Spirit Guide). Er legt zwar noch einen Wald und einen 0/1-Goyf zu seinem Scrubland-Mountain, gibt aber auf als ich noch ein zweites Tier beschwöre. Ich boarde ein paar Mauler gegen Kegs und Pyroclasm.
Auch im zweiten Spiel kann ich im ersten Zug einen Blood Moon wirken. Ich habe eine Strähne. Er legt noch einen Sumpf und versucht mit Dark Confidant doch noch ins Spiel zu kommen, gibt aber auf als ich im vierten Zug den Pit Dragon spiele.
2-0 Matches, 4-0 Spiele.
Runde 3: Monobraunes Stax.
Hier hat mein Scouting versagt (Zeit hatte ich genug, aber ich war noch Kaffe trinken, rauchen, eklige Sandwiches aus dem Plus essen, usw). Ich gucke meine Starthand an, denke “Was soll's” und spiele einfach mal mutig den Arc-Slogger im ersten Zug auf ein leeres Board. Stellt sich raus, dass er ein rein artefaktbasiertes Metalworker-Stax spielt. Glück gehabt. Ich boarde Powder Kegs und den Ingot Chewer für Chalices.
Im zweiten Spiel kann ich im zweiten Zug wieder den Arc-Slogger spielen, damit seinen Metalworker erschießen und dann widerstandslos gewinnen.
3-0 Matches, 6-0 Spiele.
Es gibt noch ein Spiel zwischen zwei Spielern mit 6 Punkten, ANT gegen kanadisches Threshold. Ich weiß, dass ich gegen den Sieger ran muss, deshalb spielen die beiden einfach mal unentschieden. Damit fällt drawen in der letzten Runde aus.
Runde 4: Ad Nauseam Tendrils
Ich verliere den Würfelwurf und halte eine Hand ohne Chalice. Dafür könnte ich aber im ersten Zug einen Magus of the Moon spielen und im zweiten Zug mit Arc-Slogger eine schnelle Clock nachlegen. Chalice ist allerdings die wichtigste Karte in diesem Matchup, ich weiß nicht, ob mich diese Entscheidung noch in den Arsch beißen wird.
Mein Gegner nimmt einen Mulligan und legt folgendermaßen los: Flooded Strand, Lotus Petal, Dark Ritual, Dark Ritual, Ad Nauseam.
Soviel also dazu.
Ich boarde zwei Moons, zwei Mauler, einen Arc-Slogger und die Jitten raus, was natürlich vollkommen falsch war. Die Blood Moons müssen natürlich drin bleiben, raus müssten Jitten, mehr Slogger und eventuell Mauler. Rein kommen die Trinisphären und die Nadeln.
Ich habe wieder keinen Chalice auf der Hand, dafür kann ich im ersten Zug einen Magus of the Moon spielen, eine Nadel auf den Topf nachlegen und im dritten Zug wieder den Arc-Slogger spielen. Ob das an Disruption reicht?
Er legt im ersten Zug die Ebene aus seinem Sideboard, bremst mich mit einem Orim's Chant für einen Zug aus und kann sich dann, nachdem ich ihn auf 9 Leben gebracht habe, mit einer Insel von oben die Combo auch ohne Ad Nauseam zusammenbasteln. Naja, mein Glück hat für die ersten drei Runden gereicht.
3-1 Matches, 6-2 Spiele.
Meine Glückssträhne ist aber noch nicht zu Ende: Außer mir hat noch ein Spieler 9 Punkte, sein Opponent Match Win ist aber 8,33% besser als meiner. Damit wird er Zweiter und muss ein angeranztes, weißrandiges Plateau mit nach Hause nehmen, während ich mich über einen dritten Platz und einen nagelneuen, glitzernden FNM Goblin Ringleader freuen darf. Yay.
-E.



