MTG Blogs Portal · Random Blog ·
· Log dich ein · Registriere dich jetzt

'Allgemein'

Finderlohn

Montag, August 23rd, 2010

Das Finale der Deutschen Meisterschaft habe ich aufgrund von Nichtteilnahme ja nur knapp verpasst. Stattdessen versuchte ich mich mehr oder weniger (eher weniger) erfolgreich an diversen Side und sonstigen Events, wobei mir aufgrund von Altersdemenz tatsächlich mein komplettes Portemonnaie verloren ging.

Da man so unwichtige Dinge wie ebenjenes Portemonnaie ja erst gute 24 Stunden später wirklich vermisst war ich umso erfreuter, dass selbiges mitsamt sämtlichen Inhalts bei den verantwortlichen Judges abgegeben wurde. Leider konnten mir diese nicht mehr sagen, wer die gute Seele war.

Also: Wenn du das hier liest, derjenige bist, der mein Portemonnaie abgegeben hat und mir ein paar konkrete Angaben zu Aussehen und Inhalt machen kannst, dann wartet ein Finderlohn auf dich.

MfGM.

P.S.: Ja geeiiiillll, ab 2011 baut WotC mir meine Decks. Brain off, truckloads of fun on!

Haha wie schlecht…

Mittwoch, August 18th, 2010

… Hasbro Deutschland doch ist. Zitat (offizielle?) Seite der Deutschen Meisterschaft:

Freitag, 20. August - Pro Tour Pro Tour #1 2011, Format wird noch bekannt gegeben, 1 Slot

Ich rufe also bei der angegeben Nummer 06103-3011-333 an und höre mir erstmal 2 Minuten ein melodiöses Freizeichen an. Dann, weil intelligent, die 06103-3011-0 gewählt und zack, Dame am Apparat (Name wird aus rechtlichen Gründen nicht genannt).

D: DerüblicheBegrüßungssalmon
M: Hallo, ich würde gerne jemanden sprechen der mir Auskunft zur Deutschen Magic-Meisterschaft geben kann.
D: Oh, das ist dumm, die sind gerade alle weggegangen (O-Ton). Was wollen Sie denn wissen?
M: Am 20sten ist ein Pro Tour Qualifier. Ich würde gerne wissen a) welches Format, b) ab wann man sich anmelden kann und c) wann der startet?
D: Oh, ja, puh, das ist dumm, die Leute die das wissen sind gerade alle weggegangen… Und morgen fahren die alle gaaanz früh auf die DM…
M: Eventuell können Sie einen der Kollegen mobil erreichen?
D: Ah nee, die haben alle gar kein Handy und wenn, habe ich denen ihre Nummern gar nicht.
M: Dann… können Sie mir jetzt nicht helfen oder mir sagen, wer mir helfen kann?
D: Nein.
M: o.O Ja dann… danke…
D: DerüblicheAbschiedssalmon, *legtauf*

Eventuell war die Dame Österreicherin. Ich meine, einen leichten Akzent vernommen zu haben.

MfGM.

From the Vault: The Annoying Orange. Jetzt auch scharf mit Wasabi.

M11 - Titan Quest

Freitag, Juli 16th, 2010

Werte Leser,

jawohl, auch in M11 tut es dem PowerCreep keinen Abbruch. Ich frage mich, wann der philosophische Urzustand, quasi die göttliche Schablone, die Natuzzi-Couch der Magicwelt, einer guten Kreatur erreicht ist. aber, Aber, ABER: Mana Leak ist reprinted, endlich, und wie egal es halt wieder ist weil das Moskau Inkasso, operierend auch unter dem Namen Gaea's Revenge vor der Türe lauert. Gut ist auch der Primeval Titan. Schon mal Turn 4 Kozilek hardgecastet? Nein? Damit wirds was:

4 Ancient Stirrings
4 Everflowing Chalice
4 Explore
4 Summoning Trap
2 All is Dust
4 Joraga Treespeaker
4 Primeval Titan
2 Triskelion
4 Kozilek, Butcher Of Truth
4 Emrakul, the Aeons Torn

19 Forest
4 Eldrazi Temple
1 Eye of Ugin

Sideboard

1 Mold Shambler
1 Bojuka Bog
4 Acidic Slime
1 Triskelion
4 Gaea's Revenge
4 Obstinate Baloth

Nach ersten Tests wird schnell klar: Das Deck ist einfach nur unfair. Erstaunlich oft wird die Falle für 0 gewirkt, weil der Gegner wegen des Titans auf dem Stack direkt inkontinent wird.
Ursprünglich wollte ich ja U/G Trap präsentieren, aber das Mindeshaltbarkeitsdatum dieses Decks war schon beim Kauf überschritten.
Unglaublich gut gegen Weenies und Grüne Tofuwürstchen ist das Triskelion, das sich in M11 auch mal wieder die Ehre gibt und der Artifact Creature Slot im Gegensatz zu M10 mit Darksteel-Colossus nicht ganz so weggeworfen aussieht, zudem ist die dreibeinige Foltermaschine auch noch tutorbar über Eye of Ugin und kann im Stirrings gefunden werden. Somit gelingen auch gute Kurvendraws trotz des relativ vollgestopften oberen Endes. Blöd sind natürlich nervige Tectonic Edges auf eben jenes Eye oder die Tempel, aber wo ein Titan ist, wird auch ein Weg gemacht.

Das Sideboard ist für Mono-G erstaunlich vielseitig. Obstinate Baloth wirft man gerne in den Blightning, das 1of Bojuka Bog nimmt sich den Vengevines und Bloodghasts vielleicht auch mal an, und man könnte auch noch Brittle Effigies unterbringen, wenn man vor den genannten Wiedergängern besonders Angst hat oder eben mehr All Is Dust, wenn die Planeswalker-Plage überhand nimmt.
U/x-Kontrolle will die Moskauer Inkasso auch nie auf der anderen Seite des Boards sehen, die einzig sinnvolle Abhilfe wäre das Chumpen mit Sphinx of Jwar Isle oder eben DoJ. Ob der nach dem Boarden aber noch eine Gefahr darstellt, überlässt man am besten Genosse Zufall oder seinen Reading Skills.

Abgerundet wird das trostlose Gemüse noch mit Acidic Slime, womit auch gleich das Mana-Race gewonnen wird.

Echt super!

Lattentreffer

Freitag, Juni 18th, 2010

Mann, jetzt HAUT DAS SCHEISS DING DOCH REIN!!!

Barrenland

Donnerstag, Mai 27th, 2010

Magic ödet. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber es ödet. Zumindest in weiten Teilen. Für mich völlig untypisch macht mir letzthin nur noch Draft (RotE obv.) Spaß, was komisch ist, da mir Limited eigentlich nie wirklich Spaß macht. Ansonsten:

T2 - Öde.
Highlander (Turnier-Niveau) - Öde.
Multiplayer - Öde (oha).

Vielleicht wachse ich aus dem Spiel heraus. Oder stoße es mental ab, wie mein Daumen einen Holzsplitter. Vielleicht ist aber auch einfach Sommer, und damit verbunden ein Loch. Mal sehen, was nach meinem Urlaub (lese: …meiner jährlichen Magic-Entziehungskur) so geht. Ob wieder etwas geht.

Dem Trend (nach)folgend allerlei Gedanken über dies und das, damit der erste Blog-Eintrag nach 3 Monaten nicht vollends kläglich wird.

Zum Thema Sparen (und dem Gegenteil davon)

Ich weiß, es wurde schon dutzende, ach was, hunderte Male gesagt. Nichtsdestotrotz überkam mich bei der jüngsten Preisprüfung auf MKM der DM-Rappel (Für alle Euro-Gebohrenen: ‘Deutsche Mark', nicht ‘Deutsche Meisterschaft') und ich habe mal umgerechnet, was diverse Karten in DM kosten täten:

Jace, the Cunt Sculptor: 87,99 DM (Achtundachtzig! Mark)
Gideon Jura: 70,39 DM
B€ng€l: 58,47 DM

Mit Verlaub: Zuviel ist zuviel. Ich habe mich zur Einführung der Mythic Rare sowie mehrere Male danach mit Jens Kessel und Magic-Spielern über das Thema Preissteigerung durch MR unterhalten. Zu Beginn klangen Argumente wie ‘Rares sind durch Mythics allgemein günstiger geworden’ in meinen Ohren noch annähernd logisch, mittlerweile denke ich jedoch, dass dies keineswegs ein ‘Verdienst’ der Mythic Rare ist, sondern dieser vielmehr den zur Verfügung stehenden P2P-Handelswegen (MKM o.ä.) zugeschrieben werden muss.

Aber 88 D-Mark (ich bleibe fürs Erste dabei) für eine T2-taugliche Karte ausgeben? Hat es das schon jemals gegeben? Noch gruseliger ist es im Block, da bestanden sämtliche Top 8 aller Turniere (bis vor kurzem, siehe unten) aus ‘568-Karten-plus-32-Jace’.

Als ärgerlich empfinde ich vor allem die mangelnde Möglichkeit, sich oben genannte (oder ähnliche) Karten anzueignen:

Man tauscht mit guten Freunden und muss so nicht 3 Bausparverträge auflösen. Klappt leider auch eher selten, da diese die kostbaren Goodies selbst behalten möchten.

Man tauscht mit dem Händler seines Vertrauens 1.000 Crap- und Rares gegen z.B. einen Jace. Klappt theoretisch, nur bringt eine Karte eben auch nichts.

Man kauft die Karten und verzichtet auf den nächsten Kurzurlaub. Und dann erklärt man das seiner Freundin…

Man kauft Displays, hofft auf die Mythics und bricht, sollten sie nicht vorhanden sein (alternativ: Bricht, weil man 3 Wrexial, the Risen Deep, aber keinen Jace aufgemacht hat).

Zum Thema Highlander

Am Samstag auch in Hanau Highlander gespielt. 4 Runden, vier Mal gegen 4C / 5C Good Stuff zum 2:2 gelangweilt und ein wenig Gedanken zu Highlander als Turnier-Format gemacht.

Meine Meinung, nunmehr: Da spiel’ ich lieber Legacy (was ich sicherlich nie tun werde, was wiederum der Aussage mehr Gewicht verleiht). Das ist weniger eintönig als dieses Gekrampfe. Der Grundgedanke, nämlich die Konstanz im Format, ist in meinen Augen eher ein Fluch.

Ich habe alle ‘guten’ Karten? Dann den Best-Off-Haufen gespielt. Ich habe Sie nicht oder möchte nicht Unsummen investieren? Dann das bestmögliche aggressive Deck gebaut. So ist es und so wird es bleiben. Ob mit jeder Edition 1-5 neue verbaubare Karten erscheinen, ist für das große Ganze irrelevant.

Dann diese Karten, die unendlich dominieren: Life from the Loam. Wasteland. Library of Alexandria. Sensei's Divining Top. Für Kreativität bleibt da weniger Platz als in allen anderen Constructed-Formaten (okay, T1 mal aussen vor gelassen). Von Spaß möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht mehr sprechen.

Kurz gefasst ist Turnier-Highlander in meinen Augen ein statisches Best-Off-Format mit den zusätzlichen Nachteilen, unsanktioniert und umständlich zu sein (Fetchen-Mischen-Topf-Dredge ist gängiges Mantra).

Potenzial sehe ich dennoch. Und zwar in drastischen Regeländerungen, die das Format deutlich von gängigen abheben würden. Beispielsweise: Verbot sämtlicher Tutoren. Ja, ich weiß. Ketzer. Darüber nachdenken könnte man trotzdem.

Zum Thema Block

RG Eldrazi! Das Deck habe ich letzte Woche für die Multiplayer-Runde gebaut und dann Zack-Zack, gewinnt es einen mächtigen Magic League Trial. Trotzdem ist es richtig gut. Wie ich es in San Juan spielen würde, wenn ich in San Juan wäre (was ich, dieser Aussage zur Folge, nicht bin):

7 Forest
5 Mountain

4 Raging Ravine
4 Kazandu Refuge

4 Eldrazi Temple

24

4 Nest Invader
4 Kozilek's Predator
4 Emrakul's Hatcher
3 Kozilek, Butcher of Truth
3 Brood Warden
2 Emrakul, the Aeons Torn

20

4 Brood Birthing
4 Growth Spasm
3 Awakening Zone
3 Momentous Fall
2 Comet Storm

16

Brood Warden sollten natürlich Eldrazi Monument sein, aber Momentous Fall ist in dem Deck toll und die/der/das Warden passt dazu besser.

Die übliche Vorgehensweise ist das Rampen in Kozilek. Irgendwann kann man dann sogar ‘Endlos-Loops’ mit Emrakul, Extrazug, opfern in Momentous Fall machen. ‘Endlos-Loop’ in Anführungszeichen, weil das nicht so wirklich endlos ist bis der Gegner besiegt wird.

Im Sideboard möchte man Anti-Burn und jeweils Karten gegen Kontrolle und Vampire. Pelakka Wurm ist gegen Burn schon ein robuster Anfang und zusammen mit Momentous Fall GG.

Und Zack. Ende.

MfGM.

From the Vault: Nike-Fußball-Werbung. Erstklassig, egal ob neu oder alt.

Ausverkauf!

Donnerstag, April 29th, 2010

Werte Leser,

heute mal keinen englischen Titel. Aus Protest. Heute morgen, beim Stöbern durch die Schlagzeilen verschiedener News-Seiten, fiel es einmal mehr auf: Die etablierten Mainstream-Medien sind eigentlich nichts weiter als aasfressende Hyänen, die sich von einer Sensation auf die nächste stürzen. Jetzt ist Griechenland ganz groß im Geschäft - halt nur von hinten. Es vergeht kein viertel Tag, ohne dass man noch den aktuellen Entwicklungen der griechischen Finanzsituation entfliehen kann. Ja, klar, einfach keine Nachrichten lesen. Was steht schon Großartiges drin? Nach der Wiege der Demokratie wird jetzt auch noch Spanien in seiner Kreditwürdigkeit von der Ratingagentur “Mother's & Fucker's” oder wie sie auch heißt heruntergestuft. Was machen Ratingagenturen eigentlich sonst so, außer die Weltwirtschaft diktieren? Ich meine, wenn jeder auf die Empfehlungen dieser windigen Häuser hört, dann ist doch eigentlich klar, wo der Ziegenbock den Honig hat.

Wenn man so um sich liest, dann kriegt man auch Strömungen ab, die einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion thematisieren. Kurzum: Ihr seid Mongos. Auch eine gemeinsame Währung ist wie eine Ehe: In guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod euch scheidet. Es war ja nur der Plan einer gemeinsamen Währung, Europa weiter zusammenzuschweißen und das ist halt leider nach mal dick nach hinten losgegangen. Auch wenn der Ausstieg wohl die einzige Option ist, die noch Spurenelemente von Vernunft enthält, zeigt die Sachlage eben, dass das Vorhaben an sich schon mal keine gute Idee war. Was passiert denn dann bei der nächsten Staatspleite? Portugal raus? Spanien raus? Alle raus? Ist wie bei einem Krebstumor, der gestreut hat. Nach und nach werden die Organe rausgesägt bis nur noch Matsch übrig ist. Tolle stabile Währung, die wir da haben. Und vor allem handlungsunwillige Politiker, die die Hosen zu voll haben um dem ganzen Surrealwirtschaftstreiben mal einen Riegel vor zu schieben.
Oh nein, ich halt mal lieber mein Maul, sonst bleiben noch die Parteispenden aus.
So siehts aus, meine kartendrehenden Freunde. Die Schakale warten auf euer marodes, von Germany's Next Top Model, DSDS, und Ulamog's Schläger aufgeweichtes Fleisch.

Warum ich darüber schreibe? Weil ich gerade Bock dazu habe. Eigentlich sollten hier noch die Erkenntnisse von U/G Trap folgen, und das werden sie auch, es ist halt nur so, dass einmal mehr erstaunliche Parallelen zutage gefördert werden.
Es gibt ja heutzutage quasi keine echten Rogue-Decks mehr. Man spricht heute von einem Rouge-Deck, wenn es seine Ausschweifungen in unbekannte Gefilde damit kund tut, 3 Karten von einem gängigen Tier1Deck gegen suboptimale, situative Lösungen einzutauschen, nur weil halt auf Turnier X mit mehr Y gerechnet wurde. Das ist dann ganz großes Tennis und das Deck wird in alle Welt herausposaunt als der Messias, der Heiland, die Pyramide aus 5400 Dosen Askania Pils für 11 Cent.
Ich glaube, es gibt zwei Gründe dafür, nein halt, drei Gründe:

-Magic ist degeneriert geworden.

Ja, ist es. Als David sich zum RoE PreRelease durchgerungen hat und wir so bei JensK im Laden standen, wunderte er sich, bzw. war er schockiert über die Tatsache, dass Karten wie Pithing Needle und Birds of Paradise momentan bei 4-5 € (Ladenpreis wohlgemerkt) angekommen sind. (Anm. d. Red.: David spielte das letzte Mal vor über einem Jahr aktiv Magic) Es ist ja so: Birds Of Paradise waren irgendwann mal der Renner, als man noch in im zweiten Zug einen nichtgrünen, nichtweißen, nichtblauen, Nichtartefakt-Spell casten wollte, der auch was konnte. Z.B. Stone Rain. Aber hier wurde ja erklärt, das Landzerstörung für drei ja total frustrierend sei, sogar für einen selbst, wenn die Strategie nicht aufgeht. Also wurden dann Dinge gedruckt wie Noble Hierarch und Rhox War Monk und wieder einmal mehr wissen wir, wo der Ziegenbock den Honig hat.
Birds Of Paradise sind so überflüssig geworden wie Lagac Lizards und Voracious Cobras. Das Problem geht eigentlich Hand in Hand mit dem der Pithing Needle: Durch die Regeländerungen werden jetzt unendliche Male mehr Karten gedruckt, die entweder mit 187-Effekten (ich weigere mich, “enters the battlefield” zu verwenden) oder Static Abilities auftrumpfen. Die Zahl der aktivierten Fähigkeiten, die man so abstellen muss, ist deutlich zurückgegangen, Manlands mal ausgenommen. Aber in diesem Fallbeispiel ist es ja so, dass man ohne Removal keinen Blumentopf mehr gewinnt, also vertraut man auf ein erfolgreich zerstörtes, aktiviertes Manland und dem daraus gewonnenen Tempovorteil. Das selbe gilt auch für die Level-Up Pflegefälle. Wozu also noch Pithing Needle?

-Das Internet und die Dunkelheit

Mehr denn je werden Turnierlisten übers Internet veröffentlicht, und eben dann auch kopiert und ausprobiert. Das führt zwangsläufig zu Einheitsbrei auf Events. Dazu gesellt sich die in Grund 1 genannte Tatsache, dass Deckbauern einfach die Möglichkeiten genommen wurden, Decks zu kreieren. Man muss sich am offensichtlich guten/besseren orientieren. Fallbeispiel Jund: Dieses Deck gewinnt ja nur so 25% aller Turniere. Rechnet man es auf die Anzahl der Archetypen um, wird einem direkt schlecht. Schaut man sich die Top8-Belegungen der letzten Wochen an, ist auch direkt alles klar. Captain Obvious ist der Mann der letzten Tage, das offensichtlich Gute immer und überall.

-Und sonst so?

Das führt mich wieder zu der eingangs angeprangerten Macht der Medien. Die Leute machen es sich zu einfach, immer das Vorgekaute zu verdauen. Steter Tropfen hölt den Stein. Steter Bloodbraid Elf hölt den Gegner aus. Aber macht es Spaß? Genausogut könnte man bei einer namhaften Geflügelfabrik am Fließband stehen und kranke Gockel aussortieren.
Ich erinnere mich an 2005, da brauchte man mit weniger als 12 Artefaktremoval im Maindeck gar nicht bei einem Turnier antreten. Analog: Ohne den passenden Mirrorplan braucht man momentan gar nicht bei einem Turnier antreten. Der Unterschied ist halt, dass damals der Mirrorplan war, einfach der bessere Spieler zu sein. Übersetzt heißt das heute: “3 oder 4 Bituminous Blast im Main?”
Die Diversität fehlt, weil wir, die breitgefächerte, breitgetretene Meinung eingehämmert kriegen; das Offensichtliche, die Einfachheit in die Hände gelegt bekommen.
Oder auch: Liest, hört oder sieht man noch was von Haiti?

Bloodbraid Elf ist die Heidi Klum, Putrid Leech der Dieter Bohlen des Magic. Zusammen sind sie nur eins: Geballte Spastik (woher hab ich das nochmal?)

Crush ‘em!

Montag, April 19th, 2010

Werte Leser,

auch Ye Olde Countermagic sieht sich für einen kleinen Statusreport veranlasst. Das RoE Prerelease am Sonntag im JK-Store im Frankfurt wurde mitgenommen, wenn auch nur zur Hälfte.
Erster und letzter Eindruck: Sealed wird immer mehr zum Lotto und Kindergeburtstag bei McDonald's. Bei RoE geht es so richtig los ab Turn 5, wenn die Leveler auf annehmbares Erfahrungsniveau hochgefahren wurden. Davor ist alles egal, sprich Klobigkeit ohne Ende. Einzig und allein, wie von Matze und Manuel erkannt, einige auserwählte Gulaschkanonen wie z.B. der “>Champion der Nullen wissen, wie die Butter aufs Brot kommt. Abseits von Bärengröße ist eigentlich alles egal, auf die schiere Power kommt es an. Oder doch nicht? Ulamog's Crusher sah in der Theorie eigentlich aberwitzig aus, in der Praxis ist er doch durchaus handlebar, da er dann kommt, wenn der Gegenüber öfter schon Power 8 auf dem Tisch hat und Landmassen weitgehend opferbar sind - es sei denn, man will im Gegenzug halt seinen Bembler auspacken oder die 8:Ability seines Wizards anschalten - was dann nach erstem Annihilieren nicht mehr möglich ist.

Mein Pool war bis auf Schwarz als eindeutige Farbe eher durchwachsen, letzten Endes entschied ich mich für einen B/U-Build, der ziemlich vielversprechend aussah. Meisi hatte es dann auch bestätigt: DieWellenbeobachter aus Halimar sind “ganz okay”. Highlights meines Decks hingegen waren Verzehrende Dämpfe und Die Sanften auffressen. Und ich muss schon sagen: Verzehrende Dämpfe im Midgame gut timen - das ist schon die halbe Miete.
Hinzu gesellten sich noch Doppel-Vendetta (bestes Removal in diesem Format!) und der Abklatsch-Counterspell, dessen Drawback hier auch weitgehend irrelevant war.

Das wurde auch gleich im ersten Match deutlich: Im ersten Spiel gewinne ich überlegen mit Midgame-Dämpfe und Vendetta, gefolgt von gelevelten Wellenbeobachtern, die meinem U/G-Splash-w Gegner ordentlich übers Lifetotal bügeln. Im zweiten Spiel geht es hin und her, ich habe im Race irgendwann den schwarzen 8:-Magier online, mein Gegner hat aber Ulamog's Schläger, den ich eine zeitlang noch in Schach halten kann und irgendwann auf 9 bin während die Wellenbeobachter wieder ordentlich Wellen kaputtbeobachten, aber im entscheidenden Zug kommt dann der schattenhafte Aal auf den Schläger und es geht ins dritte Spiel. Da sind es wieder Midgame-Dämpfe, die die gegnerische Boardpräsenz wegnagen und eine Vendetta auf einen grünen 8:Magier, gefolgt von einer zweiten glücklichen Vendetta auf die random Wurst, die von den Eldrazi zwangsverpflichtet werden sollen. Schwein gehabt.

Im zweiten Match gegen RGB geht es auch hin und her, Rene Kraft betitelt das Leveln der jeweiligen Critter und dem Sich-Gegenüber-Stehen auch treffend als Portal-Magic. Irgendwann countere ich mit einem Bloß (weg damit!) Legen einen Fattie und sehe, dass er bei 8 Mana Kozilek schon auf der Hand hat + Gebähren der Brut, und da berühren sich zwei Drähte in meinem Hirn, die sich eigentlich nicht berühren sollten. Als er nämlich im nächsten Turn “Gebähren der Brut” machen will, denke ich (durch voriges Überlesen im Spoiler), dass die Brut nur dann geboren wird, wenn man schon einen Eldrazi-Spasti hat. Das Kleingedruckte mit “Sonst bringe einen Spielstein ins Spiel” blendet mein wirrer Verstand mehrfach gekonnt aus. Als dann alles klar ist, ist auch alles klar, weil meine beiden Wellenbeobachter sowas von Wellen beobachten, dass es für Rene keine Chance mehr gibt, den Schlächter der Wahrheit rauszulassen. Schwein gehabt.
Im zweiten Spiel kommen dann wieder verzehrende Dämpfe und alles halt und ich gewinne nach gegenseitigem Abrüsten, weil das letzte Removal für meinen Ulamog's Schläger fehlt.

Das dritte Match darf ich dank dem dritten verlorenen Würfelwurf gewinnen und siehe da: Die Drucktaktik geht auf, nachdem ich eine Hand mit runenbedecktem Servitor, dem 1BB 4/4 Vampirknecht und noch irgendwas gehalten habe und Vorenthalten und Bloß Legen meinen Gegner (U/G) länger im Screw lassen. Es wird zwar noch knapp, da auch wie mein erster Gegner Domestizierung am Start hat, aber Wellenbeobachter beobachten halt Wellen. Das zweite Spiel verliere ich, ich weiß nicht mehr genau warum - es hat nur etwas mit einem gut getimten Regress zu tun. Im entscheidenden Spiel gibt es wieder Midgame-Dämpfe und all das, und auch Wellenbeobachter aus Halimar, und der David guckt auch zu und sieht zu und so, und einen Müsliriegel esse ich auch, und auf die Toilette müsste ich auch, aber leider zeigt sich kein “Die Sanften auffressen”. Aber das macht auch nichts, weil die Wellenbeobachter ja auch mal klein und putzig waren und jeder eine dritte, vierte und fünfte Chance verdient hat.

So stehe ich dann 3-0 und behaupte einfach mal, von RoE Sealed alles gesehen zu haben, was es zu sehen gibt. Zuhause wartet noch eine Waschmaschine darauf, angeschlossen zu werden, und das wird dann auch anschließend nach dem Drop in Angriff genommen.

Merke: Immer genügend Wellenreiter einbauen. Das reicht dann.

Zilla out!

…Of Death!

Mittwoch, April 14th, 2010

Liebe Leser,

Hattrick! Jedenfalls fühlt es sich so an, wenn ich innerhalb kürzester Zeit die mtgblogs-Sphäre mit drei Beiträgen verwöhne (dieses Wort habe ich aus der Kurzgeschichtensparte der neuen Blitz-Illu. Arztbesuche sind was ganz Feines).
Heute gibt es ein wenig mehr Content als neulich noch, und zwar ganz amtlich die offizielle Ye Olde Countermagic RoE Prognose.
Beleuchtet werden die meiner voreingenommenen Meinung nach vielversprechendsten Karten aus Rise Of The Eldrazi in Bezug auf das entstehende Standard-Metagame. Der Spoiler ist zwar noch nicht ganz voll, aber einige vielversprechende Karten sind bereits aufgetaucht. Sollte es danach noch etwas geben, was einen Nachschub verdient, wird dieser -wenn auch unwahrscheinlich- erfolgen.

Insgesamt hat es den Eindruck, man will bei Wizards wieder etwas am Temporegler nach links drehen und den Powercreep etwas weiter ans hintere Ende der Manakurve verlagern. So gibt es zwar wie in jeder Edition Bratwürste, die hier aber eher wie die trostlose Salatbeilage auf einem Schnitzelteller wirken, es sei denn, man düngt sie mit Tonnen an Mana, damit sie etwas mehr können als ein Headless Horseman und bangt dann um ihr Überleben. Angesprochen sei hier die Leveler-Mechanik, die auf den ersten Blick leider ziemlich klobig rüberkommt. R&D wollte mit diesem Konzept wohl dem Manaflood entgegenwirken, aber ist ihnen das auch gelungen?

Hier ein kleiner Blick auf ein paar vielversprechende Kandidaten.

1. Student of Warfare

Bonanza

Hier haben wir es quasi mit einem Klassiker zu tun. Dieser strebsame Geselle liest sich auch irgendwie wie W, 3/3 Firststrike, Echo WW. Im zweiten Zug einen angreifenden, firststrikenden 3/3er zu haben ist in vielen Fällen schon ziemlich gut und besser als ein Kird Ape, Wild Nacatl usw. Allerdings hat man zu diesem Zeitpunkt schon drei Mana in eine Karte investiert und es wäre für das Tempo nicht gerade förderlich, diese an einem Blitzschlag sterben zu sehen. Es ist wie “damals”, als das Standard-Format noch von glubschäugigen Liliputanern beherrscht wurde und man wartete, wenn der Aggromann 3 Mana in seine Figure of Destiny schmiß, damit man dann seinen Terror aus- und ihn an den Eiern packen konnte.
Das man dieses Dilemma bei quasi allen Levelern hat, zeigt auch der folgende Genosse.

2. Kargan Dragonlord

Olé

Hier bekommt man für 2 Mana erst mal den Bär, was bei einer strammen Kurve nicht unbedingt das Schlechteste sein muss. Der Vorteil gegenüber seines weißen Kollegen ist, dass er direkt nach dem Casten schon etwas mehr Boardrelevanz hat. Aber man sieht es gleich, hier müssen schon 4 rote Mana fließen, damit aus dem Burschen was wird. Friendly Greetings from Captain Obvious. Allerdings könnte es sein, dass der Dragonlord für RDW interessanter wird als der Kriegsschüler für WW. 4/4 Flying ist offensiv in der Regel besser als 3/3 First Strike. Und auch in der dritten Ausbaustufe weiß der Drachenreiter zu überzeugen, sollte es jemals dazu kommen.

3. Guul Draz Assassin

Komm du mir mal auf Level 2!

Auf Level 0 ungefähr so gut wie Mon's Plündernde Goblins hat dieser Mann hier das Problem, beim Leveln nach 2 Mana pro Aufstieg zu gieren. Für 6 kriegt man schon mal den positiven Tausch hin und sollte es hier auf Level 4 gebracht werden, hat man es mit einer echten Vernichtungsmaschine zu tun. Oder mit dem Force Field, falls man sich doch einem Baneslayer Angel gegenüber sieht - was ja auch ein nicht zu vernachlässigendes Feature sein kann.

4. Hallo, eigentlich sollte ich ein guter blauer Leveler sein, aber da gibt es diese Wizards-Policy, die Sätze verbietet, in denen gleichzeitig die Wörter “blau” und “gut” vorkommen.

5. Kazandu Tuskcaller

Tokenmaschine

Im Vergleich zum Master of the Wild Hunt leider immer das Wurstbrot. Immerhin sind die Tokens aber 3/3 und können damit auch besser Gesichter eintreten. Der entscheidende Vorteil des Masters ist aber eben, dass man quasi Zugriff auf grünes Removal hat. Somit weiß ich auch gar nicht mehr, warum ich den Tuskcaller hier als Honorable Mention aufliste :D
Vielleicht liegt es daran, dass die Ausbeute an brauchbaren Level-Up Kreaturen eher dürftig ausfällt. Es gäbe noch den Mana-Elfen, der sich sein Vorankommen selbstfinanziert, nur damit dann später aus allen Elfen Fyndhorn Elder werden. Aber will man das wirklich? Braucht man den Swasilandfaktor, der dafür sorgt, dass Spendengelder an kleine Männer einfach immer verschwinden?

Nur, um dann einfach von Smother oder seinem großen Bruder Consume the Meek, einen Strich durch die Rechnung zu erhalten?

Ye Olde Countermagic verneint klar. Leute, zählt euch lieber zu den coolen Magiern, die ihr Removal auf einen hart großgezogenen Leveler mit Freuden werfen.

Kommen wir zum zweiten Teil, nämlich den dicken Dingern.

Hier gibt es einiges zu holen, allen voran die fetten Eldrazi-Endbosse. Ich habe es schon im vorletzten Blog gepredigt: EOT Summoning Trap auf Emrakul ist echt kein Spaß. Für den Gegner. Wohlwissend, das man auf den Timewalk verzichtet, aber dennoch: Hat der Gegner da keinen Pinger mit Basilisk-Collar am Start, wird direkt das Board zerbröselt und für gefühlte 45452 Schadenspunkte rübergedriftet. Auch Ulamog, the Infinite Gyre schafft das (auch im Collar-Präzedenzfall), wenn auch nicht so glanzvoll. Es ist ja auch so: Im Race vorne zu liegen und dann Annihilator 4-6 abzukriegen, kann einen schon vor schwere Entscheidungen stellen. Rette ich lieber meine Ländereien, weil ich noch Nachschub auf der Hand habe? Dann habe ich mir selbst ein Ei gelegt, weil ich davon ausgehe, dass der Gegner das Removal für meine Männer hat. Oder bin ich wild entschlossen und schmeiß die Länder weg, weil ich weiß, dass ich es trotzdem noch schaffe, die letzten Schadenspunkte durchzudrücken?
Mit gelungenem Eldrazi will man ja auch immer in die Offensive gehen, ansonsten hat er in etwa den Stellenwert eines Defenders mit Deathtouch. Daher kann er eigentlich nicht blocken, was ihn zu einem CONSTANT ATTACKER macht (Mike Lopez, sic). Klar soweit? Der gegnerischen Übermacht kann nur Herr werden, wer ordentlich reinlangt. Somit ergibt sich dann oft das Progenitus-Syndrom: Dass das Race entweder innerhalb 1-2 Turns eingeholt wird (und der Gegner gleich mit den Bach runter geht, wer verkraftet schon 20+ Schäden in zwei Combat Phases und hat danach noch ein nennenswertes Board?) oder man aber sowieso schon in ärgste Bedrängnis geraten ist, so dass eigentlich das Mass Removal (eher) helfen würde. Diese Theorie basiert auf der Tatsache, dass man entweder Emrakul oder Ulamog am Start hat - Kozilek ist mit seinen spottbilligen 10 Mana zwar am ehesten aufs Schlachtfeld zu packen, krankt dann aber eher an fehlender Ausfallsicherheit.

In der Eldrazi Uncummon-Sparte macht der Artisan of Kozilek noch mit die beste Figur, da er für 9 gleich drei boardrelevante Vorteile in sich vereint.
-Fetter Body
-Reanimate
-Jeff Waters

Es gibt aber auch Nicht-Eldrazi-Fatties, die einer Erwähnung würdig sind:

Hühühüdra

Äh, wann genau ist das Teil hier besser als ein Terrastomper? Wird Terrastomper gespielt? Wird Kalonian Behemoth gespielt?
Seht ihr. Finger weg von dem Teil.

Eine bessere Figur macht schon dieses längliche Ungetüm:

Pelakka Wurm

Das ist schon eine Ansage. Hier wird geschickt das Progenitus-Syndrom umgangen, indem gleich mal der dicke Lifegain mitkommt. Sollte es der Gegner also nicht schaffen, im nächsten Angriff mehr als 7 Schaden durchzudrücken, hat sich der 187 schon gelohnt und man hat Tempovorteil. Geil, Tempovorteil mit einem 7Mana Beatstick ;)
Hinzu kommt, dass er sich bei Ableben recyclet und mit 7/7er Body eben auch den nötigen Druck auf den Kessel gibt. Könnten wir hier den ersten grünen Mettmann haben, der sich im Standard einen Namen ertrampeln wird?

So, genug Grün, kommen wir nun zu meinem liebsten Thema.

Die beste blaue Karte in Rise Of The Eldrazi

See Beyond

Ich habe mir die blauen Karten X-fach angesehen. Es kommt nicht viel bei rum. Hier haben wir es aber mit Card Quality der gehobenen Klasse zu tun. Wie oft ist Divination für 2U besser als quasi ein -1 Brainstorm? Halt nein, mit See Beyond muss ich mir keine Sorgen machen, den teuren Spell in zwei Runden wieder zu haben, ich mische ihn ja gekonnt irgendwohin. Wenn Divination im Mid-/ Lategame Land + Spell findet, will man dann nicht eher See Beyond machen und Spell erhalten + schlechten Spell/Land gegen guten Spell eintauschen? Ja, ich glaube, das will man.

Ansonsten gibt es da noch

Heartstone, any1?

Ein Heartstone in Blau? In zweifacher Ausführung + Spawnsire of Ulamog geht man dann Infinite (Infinite Gyre, hahaha), aber das verlangt ja glücklicherweise niemand. Offenkundig sollen hier die weiter oben genannten Leveler gepusht werden. Das blöde ist nur: Alle halbwegs brauchbaren Leveler haben eh schon eine Level-Up-Gebühr von 1 (oder eben 2, dann nur der marginale Vorteil), oder sie sind einfach nur, Achtung Mario H., bekotzungswürdig. Ein weiterer Nachteil: Die Training Grounds sind eine Karte. Sie zu spielen und später wett zu machen, dürfte in vielen Fällen ein schwieriges Unterfangen werden.

Hier noch mal schnell Schwarz:

Gasangriff

Von einigen Spielern bereits auf ein fragwürdiges Podest gehievt. Countermagic-Prädikat: Fast optimal. Entweder man hat 2:1 plus Lifegain für 3B, oder man hat 1:1 + Lifegain für 3B und Tempovorteil, weil der Gegner in seinem nächsten Turn lieber nicht den Critter ausspielt. Gegen das megamäßige Eldrazi-Ramp Deck und seinen ganzen Spawns natürlich eher der Nixkönner, ansonsten aber eine solide Controlkarte. Besiegt übrigens auch die verhasste Sphinx of Jwar Isle und Wall of Denial.

Last But Not Least

Q: Die beste Karte in Rise of the Eldrazi fürs kommende T2?

A: Da lässt er sich nicht lang bitten.

Gideon

So, das wars erstmal. Und immer dran denken: Nur ein toter Tajuru Preserver ist ein guter Tajuru Preserver.

IÄ! Shub-Niggurath!

Alison Hell!

Dienstag, April 6th, 2010

Werte Leserschaft,

ein kurzer Zwischenruf aus den subterranen N!-Labors, die gerade wieder auf Hochtouren laufen.
Schaut man sich den Partial Spoiler auf MtgSalvation an, so gewinnt man mitunter den Eindruck, im Wizards Designteam würden neuerdings auch megalomanische Despoten unterkommen, die bisher noch nicht die Chance hatten, sich entsprechend zu profilieren. Allein die erste Sparte, nämlich die ganze farblose Eldrazi-Baggage strotzt nur so von zweistelligen Casting Costs. Lustig: Casting Cost hier ist auch immer gleich die Converted Mana Cost. Voll einfach!
Aber nicht nur das infernalische Trio rund um den fliegenden Besenreiser mit dem klangvollen Namen Emrakul, The Aeons Torn turnen die Timmeys dieser Welt an, nein, auch günstigere Eldrazi Machtworte wissen, für Gesprächsstoff zu sorgen. Beispiel?

Another one bites!

Das Gute daran: Jetzt hat auch Mono Blau Kontrolle Mass Removal.
Das Schlechte daran: Jetzt hat auch Mono Grün Mass Removal.

Ich las schon Beschwerden darüber, dass diese Karte den Mythic Rare Status verabreicht bekommen hat. Aber das ist auch verständlich. Also nicht die Beschwerden. Ich meine, ja, sie kostet 7 Mana. Aber hat denn keiner daran gedacht, wie diese unendlich das Format (Standard, wohl gemerkt) warpen wird? Jaja, noch lacht ihr. Bis dann die Plays kommen wie Turn 1 Eldrazi Tempel, Turn 2 Eldrazi Tempel gefolgt von Everflowing Chalice, Turn 3 dann Halimar Depths weil man den Scheiß finden muss, um dann Turn 4 erstmal die Abrissbirne auspacken und sämtliches Gesocks inklusive schäbiger Planeswalker in ihre atomaren Bestandteile zu zerlegen. Der Nachteil an Planar Cleansing waren ja bisweilen seine anstrengenden Manakosten von 3WWW sowie der Tatsache, dass eben jene Chalice nicht als Beschleuniger herhalten konnte (und wenn doch, dann hat man bei der Deckkonzeption irgendwas falsch gemacht). Jetzt ist der Kelch am Start und how lucky, so ein random Rare Land hilft auch noch dabei, in dieses anspruchslose Teil reinzuacceleraten (geiles Wort).
Ernsthaft, All is Dust, da ist der Name Programm.

Ansonsten sei noch jedem Johnny ans Herz gelegt, sich ein Playset Summoning Trap zu zu legen, bevor der Preis dieser Karte auf das Niveau eines Quadratmeter Baulands in Tokyo hochschnellen wird. EOT Trap in Besenreiser, da vergeht einem das Lachen, echt jetz.
Achso, was kann Emmy besser, was nicht schon eine Iona konnte? Den Sack zu machen, aber direkt. Da ist einem auch der Extra Turn egal.

Hulk

Manchmal muss man eben verlieren, um zu gewinnen.

Zilla Out.

The End is nigh!

Mittwoch, März 31st, 2010

Liebe Leser (und solche, die es werden wollen),

Brüssel war und ist der letzte Dreck. Ich weiß nicht, es gibt eigentlich kein Wort und kein Satzkonstrukt, dass einer angemessenen Beschreibung dieses Molochs würdig ist. Ich könnte jetzt noch vor Hass einfach sinnlos aufplatzen (was einige von euch freuen würde), wenn ich an die Wegfindung in der Europahauptstadt denken muss. Vor allem, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

Folgend ein kostenloser, ernst gemeinter Ratschlag: Solltet ihr irgendwann mal mit dem Auto nach Brüssel wollen, scheißt drauf. Lasst es einfach. Ernsthaft. Es ist der pure Wahnsinn. Ein paar Schlaubi Schlümpfe unter euch werden sich jetzt denken “Ey wat will der denn, voll der Noob! Ich hab Navi am Start und alles wird gut!”. Na gut. Schauen wir doch erst mal auf die Karte.

Jaja

Man sieht hier die Brüsseler Innenstadt. Zur Verdeutlichung habe ich mal die relevanten Kennzeichnungen, sprich die normalen Straßen, rot hervorgehoben.

Oh Gott!

Was tut man also, wenn das Hotelzimmer, dass man gebucht hat, nicht an einer Hauptstraße liegt? Klar, man gibt einfach den Straßennamen in sein Navigationsgerät ein und fährt drauf los.

Es gibt leider nur ein Problem dabei: Sobald eine Umleitung ausgeschildert ist, ist man im Arsch.

Was tut man dann? Klar, durchfragen.
Viel Erfolg hierbei in Brüssel.

In unserem Fall (wir, das waren Flippi, Dirk aus Mainz nur die erste Halbzeit, und meine Wenigkeit) lag das Hotel zwischen dem Brüssel Binnenhafen und dem Hauptschienenverkehr. Diesen bilderbuchartigen Ghettostreifen kann man von Westen oder Osten kommend nur über zwei Brücken erreichen. Ich glaube, wir haben an die 10 Leute gefragt und selbst Leute im richtigen Stadtviertel - mit anderen Worten vermeintlich Ortskundige - wussten nicht, wo sich die Straße, in welcher das Unterschlupf bietende Domizil lag, befand. Nach 4 Stunden des Umherirrens waren wir dann gegen 22 Uhr am Ziel angekommen, einem abgehalfterten Motel mit Codeschluss an der Tür im schönsten Viertel der Brüsseler Innnenstadt, Schaerbeek. Gibt man “Schaerbeek, Brussels” in die Google Bildsuche ein, findet man sowas hier: Schaerbeek

Leider habe ich bei der Bildwahl nicht übertrieben. Man stelle sich neben diesem Sandsteinbau noch eine viel befahrene Straße mit lauter Müll auf dem Bürgesteig vor, garniert mit einem geschäftigen Treiben ziemlich finsterer Gesellen und fertig ist das Potrait von Schaerbeek, vielmehr der Jollystraat, in der wir Obdach fanden.

Geil sind übrigens auch die Brüsseler Verkehrsteilnehmer. Man stelle sich eine einspurige Hauptstraße vor, links mit Straßenbahnlinie und rechts mit Parkstreifen. Es ist keine Seltenheit, dass Autos auf der Straße mit eingeschaltetem Warnblinker halten und der Fahrer gepflegt eine Runde mit random Fußgängern labert. Die Motorradfahrer sind das allergeilste: Forcen sich an einer zweispurigen Ampelkreuzung bis vorne durch und BESCHWEREN sich mit Hupkonzert und wilden Gesten bei den Autofahrern, die ihnen ja quasi den wegversperren. Das sind nur zwei der beobachteten Tatbestände, wofür hierzulande direkt wieder der Tod durch den Strang ausgepackt werden würde.

Jedenfalls entpuppte sich die Absteige auch als Safehouse unterste Güte, in dem es mich nicht gewundert hätte, wenn sich auf durchgeschimmelten Matratzen irgendwelche crackabhängigen Penner in ihrem eigenen Kot gesuhlt hätten.

Ohne Abendessen ging es ins Bett, wobei Flippi irgendwann gegen 1 Uhr meinte, er müsste dann doch noch zu Abend essen, aber halt leider reversiv. Es war wohl zu viel Brüssel im Leitungswasser. Mit genügend zeitlichem Vorlauf ließ man auch das Frühstück ausfallen und machte sich um 6.40 auf, man musste ja noch 1-2 Stunden Wegfindung bis zur Site einplanen.

…Einatmen, ausatmen. Einatmen…

…dort angekommen ordentlich auf die Fresse gekriegt (warum spiele ich auch Polymorph), Baguette für 5,50, Kaffee für 1,80 und Nudeln für 6,20 (die von einer arroganten Bitch am Cateringstand abkassiert wurden) eingefahren, Side Event gespielt, von Random Belgier mit Mono Black Kackwürste aber dann doch Turn 5 Eldrazi Monument gefolgt Achselzucken, Grunzen durch die Nase weil verschlucktes Lachen und überheblichen Statements besiegt, und zwar in beiden Spielen, Hutschnur weggeflogen, Flippi davon abgehalten, Runde 8 zu spielen weil das bloße Zuschauen und Starren auf die Manabase seines Decks schon rote Augen verursachte, Flippi einkassiert, Dirk einkassiert, Standpunkt vertreten, dass Brüssel mitsamt Einwohner und am Besten GP-Teilnehmer mit Annihilator 3496733479 noch mal eingestampft und vielleicht, VIELLEICHT irgendwann mal in 10.000 Jahren neu aufgebaut werden sollte und gegen 22.00h, auf eine zweite Nacht und die 78 € die man für dieses rattenverseuchte Drecksloch noch löhnen musste scheißend beschlossen, die Heimreise anzutreten, logistisches Masterminding mit Überlegung, das Hotel mit Taxi aufzusuchen, auszuchecken und zurück zur Site, damit man sich wieder nicht verfährt, gescheitert durch random Sprachfehler (oder war es der Akzent?) des Taxifahrers, also doch zum Hotel mit dem Auto, 90 Minuten Wegfindung und mein nicht vorhandenes Französisch zum Anlabern von Random Passanten und Shopkeepern mit Migrationshintergrund inklusive, im Hotel auscheckend, fluchend, schluchzend, schreiend, zurück zur Site, zurück zu Dirk, zurück auf den Ring und zurück noch Deutschland.

LECK MICH AM ARSCH, KACKBRÜSSEL!