MTG Blogs Portal · Random Blog ·
· Log dich ein · Registriere dich jetzt

Autoren Archiv

M11 - Titan Quest

Freitag, Juli 16th, 2010

Werte Leser,

jawohl, auch in M11 tut es dem PowerCreep keinen Abbruch. Ich frage mich, wann der philosophische Urzustand, quasi die göttliche Schablone, die Natuzzi-Couch der Magicwelt, einer guten Kreatur erreicht ist. aber, Aber, ABER: Mana Leak ist reprinted, endlich, und wie egal es halt wieder ist weil das Moskau Inkasso, operierend auch unter dem Namen Gaea's Revenge vor der Türe lauert. Gut ist auch der Primeval Titan. Schon mal Turn 4 Kozilek hardgecastet? Nein? Damit wirds was:

4 Ancient Stirrings
4 Everflowing Chalice
4 Explore
4 Summoning Trap
2 All is Dust
4 Joraga Treespeaker
4 Primeval Titan
2 Triskelion
4 Kozilek, Butcher Of Truth
4 Emrakul, the Aeons Torn

19 Forest
4 Eldrazi Temple
1 Eye of Ugin

Sideboard

1 Mold Shambler
1 Bojuka Bog
4 Acidic Slime
1 Triskelion
4 Gaea's Revenge
4 Obstinate Baloth

Nach ersten Tests wird schnell klar: Das Deck ist einfach nur unfair. Erstaunlich oft wird die Falle für 0 gewirkt, weil der Gegner wegen des Titans auf dem Stack direkt inkontinent wird.
Ursprünglich wollte ich ja U/G Trap präsentieren, aber das Mindeshaltbarkeitsdatum dieses Decks war schon beim Kauf überschritten.
Unglaublich gut gegen Weenies und Grüne Tofuwürstchen ist das Triskelion, das sich in M11 auch mal wieder die Ehre gibt und der Artifact Creature Slot im Gegensatz zu M10 mit Darksteel-Colossus nicht ganz so weggeworfen aussieht, zudem ist die dreibeinige Foltermaschine auch noch tutorbar über Eye of Ugin und kann im Stirrings gefunden werden. Somit gelingen auch gute Kurvendraws trotz des relativ vollgestopften oberen Endes. Blöd sind natürlich nervige Tectonic Edges auf eben jenes Eye oder die Tempel, aber wo ein Titan ist, wird auch ein Weg gemacht.

Das Sideboard ist für Mono-G erstaunlich vielseitig. Obstinate Baloth wirft man gerne in den Blightning, das 1of Bojuka Bog nimmt sich den Vengevines und Bloodghasts vielleicht auch mal an, und man könnte auch noch Brittle Effigies unterbringen, wenn man vor den genannten Wiedergängern besonders Angst hat oder eben mehr All Is Dust, wenn die Planeswalker-Plage überhand nimmt.
U/x-Kontrolle will die Moskauer Inkasso auch nie auf der anderen Seite des Boards sehen, die einzig sinnvolle Abhilfe wäre das Chumpen mit Sphinx of Jwar Isle oder eben DoJ. Ob der nach dem Boarden aber noch eine Gefahr darstellt, überlässt man am besten Genosse Zufall oder seinen Reading Skills.

Abgerundet wird das trostlose Gemüse noch mit Acidic Slime, womit auch gleich das Mana-Race gewonnen wird.

Echt super!

Lattentreffer

Freitag, Juni 18th, 2010

Mann, jetzt HAUT DAS SCHEISS DING DOCH REIN!!!

Ausverkauf!

Donnerstag, April 29th, 2010

Werte Leser,

heute mal keinen englischen Titel. Aus Protest. Heute morgen, beim Stöbern durch die Schlagzeilen verschiedener News-Seiten, fiel es einmal mehr auf: Die etablierten Mainstream-Medien sind eigentlich nichts weiter als aasfressende Hyänen, die sich von einer Sensation auf die nächste stürzen. Jetzt ist Griechenland ganz groß im Geschäft - halt nur von hinten. Es vergeht kein viertel Tag, ohne dass man noch den aktuellen Entwicklungen der griechischen Finanzsituation entfliehen kann. Ja, klar, einfach keine Nachrichten lesen. Was steht schon Großartiges drin? Nach der Wiege der Demokratie wird jetzt auch noch Spanien in seiner Kreditwürdigkeit von der Ratingagentur “Mother's & Fucker's” oder wie sie auch heißt heruntergestuft. Was machen Ratingagenturen eigentlich sonst so, außer die Weltwirtschaft diktieren? Ich meine, wenn jeder auf die Empfehlungen dieser windigen Häuser hört, dann ist doch eigentlich klar, wo der Ziegenbock den Honig hat.

Wenn man so um sich liest, dann kriegt man auch Strömungen ab, die einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion thematisieren. Kurzum: Ihr seid Mongos. Auch eine gemeinsame Währung ist wie eine Ehe: In guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod euch scheidet. Es war ja nur der Plan einer gemeinsamen Währung, Europa weiter zusammenzuschweißen und das ist halt leider nach mal dick nach hinten losgegangen. Auch wenn der Ausstieg wohl die einzige Option ist, die noch Spurenelemente von Vernunft enthält, zeigt die Sachlage eben, dass das Vorhaben an sich schon mal keine gute Idee war. Was passiert denn dann bei der nächsten Staatspleite? Portugal raus? Spanien raus? Alle raus? Ist wie bei einem Krebstumor, der gestreut hat. Nach und nach werden die Organe rausgesägt bis nur noch Matsch übrig ist. Tolle stabile Währung, die wir da haben. Und vor allem handlungsunwillige Politiker, die die Hosen zu voll haben um dem ganzen Surrealwirtschaftstreiben mal einen Riegel vor zu schieben.
Oh nein, ich halt mal lieber mein Maul, sonst bleiben noch die Parteispenden aus.
So siehts aus, meine kartendrehenden Freunde. Die Schakale warten auf euer marodes, von Germany's Next Top Model, DSDS, und Ulamog's Schläger aufgeweichtes Fleisch.

Warum ich darüber schreibe? Weil ich gerade Bock dazu habe. Eigentlich sollten hier noch die Erkenntnisse von U/G Trap folgen, und das werden sie auch, es ist halt nur so, dass einmal mehr erstaunliche Parallelen zutage gefördert werden.
Es gibt ja heutzutage quasi keine echten Rogue-Decks mehr. Man spricht heute von einem Rouge-Deck, wenn es seine Ausschweifungen in unbekannte Gefilde damit kund tut, 3 Karten von einem gängigen Tier1Deck gegen suboptimale, situative Lösungen einzutauschen, nur weil halt auf Turnier X mit mehr Y gerechnet wurde. Das ist dann ganz großes Tennis und das Deck wird in alle Welt herausposaunt als der Messias, der Heiland, die Pyramide aus 5400 Dosen Askania Pils für 11 Cent.
Ich glaube, es gibt zwei Gründe dafür, nein halt, drei Gründe:

-Magic ist degeneriert geworden.

Ja, ist es. Als David sich zum RoE PreRelease durchgerungen hat und wir so bei JensK im Laden standen, wunderte er sich, bzw. war er schockiert über die Tatsache, dass Karten wie Pithing Needle und Birds of Paradise momentan bei 4-5 € (Ladenpreis wohlgemerkt) angekommen sind. (Anm. d. Red.: David spielte das letzte Mal vor über einem Jahr aktiv Magic) Es ist ja so: Birds Of Paradise waren irgendwann mal der Renner, als man noch in im zweiten Zug einen nichtgrünen, nichtweißen, nichtblauen, Nichtartefakt-Spell casten wollte, der auch was konnte. Z.B. Stone Rain. Aber hier wurde ja erklärt, das Landzerstörung für drei ja total frustrierend sei, sogar für einen selbst, wenn die Strategie nicht aufgeht. Also wurden dann Dinge gedruckt wie Noble Hierarch und Rhox War Monk und wieder einmal mehr wissen wir, wo der Ziegenbock den Honig hat.
Birds Of Paradise sind so überflüssig geworden wie Lagac Lizards und Voracious Cobras. Das Problem geht eigentlich Hand in Hand mit dem der Pithing Needle: Durch die Regeländerungen werden jetzt unendliche Male mehr Karten gedruckt, die entweder mit 187-Effekten (ich weigere mich, “enters the battlefield” zu verwenden) oder Static Abilities auftrumpfen. Die Zahl der aktivierten Fähigkeiten, die man so abstellen muss, ist deutlich zurückgegangen, Manlands mal ausgenommen. Aber in diesem Fallbeispiel ist es ja so, dass man ohne Removal keinen Blumentopf mehr gewinnt, also vertraut man auf ein erfolgreich zerstörtes, aktiviertes Manland und dem daraus gewonnenen Tempovorteil. Das selbe gilt auch für die Level-Up Pflegefälle. Wozu also noch Pithing Needle?

-Das Internet und die Dunkelheit

Mehr denn je werden Turnierlisten übers Internet veröffentlicht, und eben dann auch kopiert und ausprobiert. Das führt zwangsläufig zu Einheitsbrei auf Events. Dazu gesellt sich die in Grund 1 genannte Tatsache, dass Deckbauern einfach die Möglichkeiten genommen wurden, Decks zu kreieren. Man muss sich am offensichtlich guten/besseren orientieren. Fallbeispiel Jund: Dieses Deck gewinnt ja nur so 25% aller Turniere. Rechnet man es auf die Anzahl der Archetypen um, wird einem direkt schlecht. Schaut man sich die Top8-Belegungen der letzten Wochen an, ist auch direkt alles klar. Captain Obvious ist der Mann der letzten Tage, das offensichtlich Gute immer und überall.

-Und sonst so?

Das führt mich wieder zu der eingangs angeprangerten Macht der Medien. Die Leute machen es sich zu einfach, immer das Vorgekaute zu verdauen. Steter Tropfen hölt den Stein. Steter Bloodbraid Elf hölt den Gegner aus. Aber macht es Spaß? Genausogut könnte man bei einer namhaften Geflügelfabrik am Fließband stehen und kranke Gockel aussortieren.
Ich erinnere mich an 2005, da brauchte man mit weniger als 12 Artefaktremoval im Maindeck gar nicht bei einem Turnier antreten. Analog: Ohne den passenden Mirrorplan braucht man momentan gar nicht bei einem Turnier antreten. Der Unterschied ist halt, dass damals der Mirrorplan war, einfach der bessere Spieler zu sein. Übersetzt heißt das heute: “3 oder 4 Bituminous Blast im Main?”
Die Diversität fehlt, weil wir, die breitgefächerte, breitgetretene Meinung eingehämmert kriegen; das Offensichtliche, die Einfachheit in die Hände gelegt bekommen.
Oder auch: Liest, hört oder sieht man noch was von Haiti?

Bloodbraid Elf ist die Heidi Klum, Putrid Leech der Dieter Bohlen des Magic. Zusammen sind sie nur eins: Geballte Spastik (woher hab ich das nochmal?)

Crush ‘em!

Montag, April 19th, 2010

Werte Leser,

auch Ye Olde Countermagic sieht sich für einen kleinen Statusreport veranlasst. Das RoE Prerelease am Sonntag im JK-Store im Frankfurt wurde mitgenommen, wenn auch nur zur Hälfte.
Erster und letzter Eindruck: Sealed wird immer mehr zum Lotto und Kindergeburtstag bei McDonald's. Bei RoE geht es so richtig los ab Turn 5, wenn die Leveler auf annehmbares Erfahrungsniveau hochgefahren wurden. Davor ist alles egal, sprich Klobigkeit ohne Ende. Einzig und allein, wie von Matze und Manuel erkannt, einige auserwählte Gulaschkanonen wie z.B. der “>Champion der Nullen wissen, wie die Butter aufs Brot kommt. Abseits von Bärengröße ist eigentlich alles egal, auf die schiere Power kommt es an. Oder doch nicht? Ulamog's Crusher sah in der Theorie eigentlich aberwitzig aus, in der Praxis ist er doch durchaus handlebar, da er dann kommt, wenn der Gegenüber öfter schon Power 8 auf dem Tisch hat und Landmassen weitgehend opferbar sind - es sei denn, man will im Gegenzug halt seinen Bembler auspacken oder die 8:Ability seines Wizards anschalten - was dann nach erstem Annihilieren nicht mehr möglich ist.

Mein Pool war bis auf Schwarz als eindeutige Farbe eher durchwachsen, letzten Endes entschied ich mich für einen B/U-Build, der ziemlich vielversprechend aussah. Meisi hatte es dann auch bestätigt: DieWellenbeobachter aus Halimar sind “ganz okay”. Highlights meines Decks hingegen waren Verzehrende Dämpfe und Die Sanften auffressen. Und ich muss schon sagen: Verzehrende Dämpfe im Midgame gut timen - das ist schon die halbe Miete.
Hinzu gesellten sich noch Doppel-Vendetta (bestes Removal in diesem Format!) und der Abklatsch-Counterspell, dessen Drawback hier auch weitgehend irrelevant war.

Das wurde auch gleich im ersten Match deutlich: Im ersten Spiel gewinne ich überlegen mit Midgame-Dämpfe und Vendetta, gefolgt von gelevelten Wellenbeobachtern, die meinem U/G-Splash-w Gegner ordentlich übers Lifetotal bügeln. Im zweiten Spiel geht es hin und her, ich habe im Race irgendwann den schwarzen 8:-Magier online, mein Gegner hat aber Ulamog's Schläger, den ich eine zeitlang noch in Schach halten kann und irgendwann auf 9 bin während die Wellenbeobachter wieder ordentlich Wellen kaputtbeobachten, aber im entscheidenden Zug kommt dann der schattenhafte Aal auf den Schläger und es geht ins dritte Spiel. Da sind es wieder Midgame-Dämpfe, die die gegnerische Boardpräsenz wegnagen und eine Vendetta auf einen grünen 8:Magier, gefolgt von einer zweiten glücklichen Vendetta auf die random Wurst, die von den Eldrazi zwangsverpflichtet werden sollen. Schwein gehabt.

Im zweiten Match gegen RGB geht es auch hin und her, Rene Kraft betitelt das Leveln der jeweiligen Critter und dem Sich-Gegenüber-Stehen auch treffend als Portal-Magic. Irgendwann countere ich mit einem Bloß (weg damit!) Legen einen Fattie und sehe, dass er bei 8 Mana Kozilek schon auf der Hand hat + Gebähren der Brut, und da berühren sich zwei Drähte in meinem Hirn, die sich eigentlich nicht berühren sollten. Als er nämlich im nächsten Turn “Gebähren der Brut” machen will, denke ich (durch voriges Überlesen im Spoiler), dass die Brut nur dann geboren wird, wenn man schon einen Eldrazi-Spasti hat. Das Kleingedruckte mit “Sonst bringe einen Spielstein ins Spiel” blendet mein wirrer Verstand mehrfach gekonnt aus. Als dann alles klar ist, ist auch alles klar, weil meine beiden Wellenbeobachter sowas von Wellen beobachten, dass es für Rene keine Chance mehr gibt, den Schlächter der Wahrheit rauszulassen. Schwein gehabt.
Im zweiten Spiel kommen dann wieder verzehrende Dämpfe und alles halt und ich gewinne nach gegenseitigem Abrüsten, weil das letzte Removal für meinen Ulamog's Schläger fehlt.

Das dritte Match darf ich dank dem dritten verlorenen Würfelwurf gewinnen und siehe da: Die Drucktaktik geht auf, nachdem ich eine Hand mit runenbedecktem Servitor, dem 1BB 4/4 Vampirknecht und noch irgendwas gehalten habe und Vorenthalten und Bloß Legen meinen Gegner (U/G) länger im Screw lassen. Es wird zwar noch knapp, da auch wie mein erster Gegner Domestizierung am Start hat, aber Wellenbeobachter beobachten halt Wellen. Das zweite Spiel verliere ich, ich weiß nicht mehr genau warum - es hat nur etwas mit einem gut getimten Regress zu tun. Im entscheidenden Spiel gibt es wieder Midgame-Dämpfe und all das, und auch Wellenbeobachter aus Halimar, und der David guckt auch zu und sieht zu und so, und einen Müsliriegel esse ich auch, und auf die Toilette müsste ich auch, aber leider zeigt sich kein “Die Sanften auffressen”. Aber das macht auch nichts, weil die Wellenbeobachter ja auch mal klein und putzig waren und jeder eine dritte, vierte und fünfte Chance verdient hat.

So stehe ich dann 3-0 und behaupte einfach mal, von RoE Sealed alles gesehen zu haben, was es zu sehen gibt. Zuhause wartet noch eine Waschmaschine darauf, angeschlossen zu werden, und das wird dann auch anschließend nach dem Drop in Angriff genommen.

Merke: Immer genügend Wellenreiter einbauen. Das reicht dann.

Zilla out!

…Of Death!

Mittwoch, April 14th, 2010

Liebe Leser,

Hattrick! Jedenfalls fühlt es sich so an, wenn ich innerhalb kürzester Zeit die mtgblogs-Sphäre mit drei Beiträgen verwöhne (dieses Wort habe ich aus der Kurzgeschichtensparte der neuen Blitz-Illu. Arztbesuche sind was ganz Feines).
Heute gibt es ein wenig mehr Content als neulich noch, und zwar ganz amtlich die offizielle Ye Olde Countermagic RoE Prognose.
Beleuchtet werden die meiner voreingenommenen Meinung nach vielversprechendsten Karten aus Rise Of The Eldrazi in Bezug auf das entstehende Standard-Metagame. Der Spoiler ist zwar noch nicht ganz voll, aber einige vielversprechende Karten sind bereits aufgetaucht. Sollte es danach noch etwas geben, was einen Nachschub verdient, wird dieser -wenn auch unwahrscheinlich- erfolgen.

Insgesamt hat es den Eindruck, man will bei Wizards wieder etwas am Temporegler nach links drehen und den Powercreep etwas weiter ans hintere Ende der Manakurve verlagern. So gibt es zwar wie in jeder Edition Bratwürste, die hier aber eher wie die trostlose Salatbeilage auf einem Schnitzelteller wirken, es sei denn, man düngt sie mit Tonnen an Mana, damit sie etwas mehr können als ein Headless Horseman und bangt dann um ihr Überleben. Angesprochen sei hier die Leveler-Mechanik, die auf den ersten Blick leider ziemlich klobig rüberkommt. R&D wollte mit diesem Konzept wohl dem Manaflood entgegenwirken, aber ist ihnen das auch gelungen?

Hier ein kleiner Blick auf ein paar vielversprechende Kandidaten.

1. Student of Warfare

Bonanza

Hier haben wir es quasi mit einem Klassiker zu tun. Dieser strebsame Geselle liest sich auch irgendwie wie W, 3/3 Firststrike, Echo WW. Im zweiten Zug einen angreifenden, firststrikenden 3/3er zu haben ist in vielen Fällen schon ziemlich gut und besser als ein Kird Ape, Wild Nacatl usw. Allerdings hat man zu diesem Zeitpunkt schon drei Mana in eine Karte investiert und es wäre für das Tempo nicht gerade förderlich, diese an einem Blitzschlag sterben zu sehen. Es ist wie “damals”, als das Standard-Format noch von glubschäugigen Liliputanern beherrscht wurde und man wartete, wenn der Aggromann 3 Mana in seine Figure of Destiny schmiß, damit man dann seinen Terror aus- und ihn an den Eiern packen konnte.
Das man dieses Dilemma bei quasi allen Levelern hat, zeigt auch der folgende Genosse.

2. Kargan Dragonlord

Olé

Hier bekommt man für 2 Mana erst mal den Bär, was bei einer strammen Kurve nicht unbedingt das Schlechteste sein muss. Der Vorteil gegenüber seines weißen Kollegen ist, dass er direkt nach dem Casten schon etwas mehr Boardrelevanz hat. Aber man sieht es gleich, hier müssen schon 4 rote Mana fließen, damit aus dem Burschen was wird. Friendly Greetings from Captain Obvious. Allerdings könnte es sein, dass der Dragonlord für RDW interessanter wird als der Kriegsschüler für WW. 4/4 Flying ist offensiv in der Regel besser als 3/3 First Strike. Und auch in der dritten Ausbaustufe weiß der Drachenreiter zu überzeugen, sollte es jemals dazu kommen.

3. Guul Draz Assassin

Komm du mir mal auf Level 2!

Auf Level 0 ungefähr so gut wie Mon's Plündernde Goblins hat dieser Mann hier das Problem, beim Leveln nach 2 Mana pro Aufstieg zu gieren. Für 6 kriegt man schon mal den positiven Tausch hin und sollte es hier auf Level 4 gebracht werden, hat man es mit einer echten Vernichtungsmaschine zu tun. Oder mit dem Force Field, falls man sich doch einem Baneslayer Angel gegenüber sieht - was ja auch ein nicht zu vernachlässigendes Feature sein kann.

4. Hallo, eigentlich sollte ich ein guter blauer Leveler sein, aber da gibt es diese Wizards-Policy, die Sätze verbietet, in denen gleichzeitig die Wörter “blau” und “gut” vorkommen.

5. Kazandu Tuskcaller

Tokenmaschine

Im Vergleich zum Master of the Wild Hunt leider immer das Wurstbrot. Immerhin sind die Tokens aber 3/3 und können damit auch besser Gesichter eintreten. Der entscheidende Vorteil des Masters ist aber eben, dass man quasi Zugriff auf grünes Removal hat. Somit weiß ich auch gar nicht mehr, warum ich den Tuskcaller hier als Honorable Mention aufliste :D
Vielleicht liegt es daran, dass die Ausbeute an brauchbaren Level-Up Kreaturen eher dürftig ausfällt. Es gäbe noch den Mana-Elfen, der sich sein Vorankommen selbstfinanziert, nur damit dann später aus allen Elfen Fyndhorn Elder werden. Aber will man das wirklich? Braucht man den Swasilandfaktor, der dafür sorgt, dass Spendengelder an kleine Männer einfach immer verschwinden?

Nur, um dann einfach von Smother oder seinem großen Bruder Consume the Meek, einen Strich durch die Rechnung zu erhalten?

Ye Olde Countermagic verneint klar. Leute, zählt euch lieber zu den coolen Magiern, die ihr Removal auf einen hart großgezogenen Leveler mit Freuden werfen.

Kommen wir zum zweiten Teil, nämlich den dicken Dingern.

Hier gibt es einiges zu holen, allen voran die fetten Eldrazi-Endbosse. Ich habe es schon im vorletzten Blog gepredigt: EOT Summoning Trap auf Emrakul ist echt kein Spaß. Für den Gegner. Wohlwissend, das man auf den Timewalk verzichtet, aber dennoch: Hat der Gegner da keinen Pinger mit Basilisk-Collar am Start, wird direkt das Board zerbröselt und für gefühlte 45452 Schadenspunkte rübergedriftet. Auch Ulamog, the Infinite Gyre schafft das (auch im Collar-Präzedenzfall), wenn auch nicht so glanzvoll. Es ist ja auch so: Im Race vorne zu liegen und dann Annihilator 4-6 abzukriegen, kann einen schon vor schwere Entscheidungen stellen. Rette ich lieber meine Ländereien, weil ich noch Nachschub auf der Hand habe? Dann habe ich mir selbst ein Ei gelegt, weil ich davon ausgehe, dass der Gegner das Removal für meine Männer hat. Oder bin ich wild entschlossen und schmeiß die Länder weg, weil ich weiß, dass ich es trotzdem noch schaffe, die letzten Schadenspunkte durchzudrücken?
Mit gelungenem Eldrazi will man ja auch immer in die Offensive gehen, ansonsten hat er in etwa den Stellenwert eines Defenders mit Deathtouch. Daher kann er eigentlich nicht blocken, was ihn zu einem CONSTANT ATTACKER macht (Mike Lopez, sic). Klar soweit? Der gegnerischen Übermacht kann nur Herr werden, wer ordentlich reinlangt. Somit ergibt sich dann oft das Progenitus-Syndrom: Dass das Race entweder innerhalb 1-2 Turns eingeholt wird (und der Gegner gleich mit den Bach runter geht, wer verkraftet schon 20+ Schäden in zwei Combat Phases und hat danach noch ein nennenswertes Board?) oder man aber sowieso schon in ärgste Bedrängnis geraten ist, so dass eigentlich das Mass Removal (eher) helfen würde. Diese Theorie basiert auf der Tatsache, dass man entweder Emrakul oder Ulamog am Start hat - Kozilek ist mit seinen spottbilligen 10 Mana zwar am ehesten aufs Schlachtfeld zu packen, krankt dann aber eher an fehlender Ausfallsicherheit.

In der Eldrazi Uncummon-Sparte macht der Artisan of Kozilek noch mit die beste Figur, da er für 9 gleich drei boardrelevante Vorteile in sich vereint.
-Fetter Body
-Reanimate
-Jeff Waters

Es gibt aber auch Nicht-Eldrazi-Fatties, die einer Erwähnung würdig sind:

Hühühüdra

Äh, wann genau ist das Teil hier besser als ein Terrastomper? Wird Terrastomper gespielt? Wird Kalonian Behemoth gespielt?
Seht ihr. Finger weg von dem Teil.

Eine bessere Figur macht schon dieses längliche Ungetüm:

Pelakka Wurm

Das ist schon eine Ansage. Hier wird geschickt das Progenitus-Syndrom umgangen, indem gleich mal der dicke Lifegain mitkommt. Sollte es der Gegner also nicht schaffen, im nächsten Angriff mehr als 7 Schaden durchzudrücken, hat sich der 187 schon gelohnt und man hat Tempovorteil. Geil, Tempovorteil mit einem 7Mana Beatstick ;)
Hinzu kommt, dass er sich bei Ableben recyclet und mit 7/7er Body eben auch den nötigen Druck auf den Kessel gibt. Könnten wir hier den ersten grünen Mettmann haben, der sich im Standard einen Namen ertrampeln wird?

So, genug Grün, kommen wir nun zu meinem liebsten Thema.

Die beste blaue Karte in Rise Of The Eldrazi

See Beyond

Ich habe mir die blauen Karten X-fach angesehen. Es kommt nicht viel bei rum. Hier haben wir es aber mit Card Quality der gehobenen Klasse zu tun. Wie oft ist Divination für 2U besser als quasi ein -1 Brainstorm? Halt nein, mit See Beyond muss ich mir keine Sorgen machen, den teuren Spell in zwei Runden wieder zu haben, ich mische ihn ja gekonnt irgendwohin. Wenn Divination im Mid-/ Lategame Land + Spell findet, will man dann nicht eher See Beyond machen und Spell erhalten + schlechten Spell/Land gegen guten Spell eintauschen? Ja, ich glaube, das will man.

Ansonsten gibt es da noch

Heartstone, any1?

Ein Heartstone in Blau? In zweifacher Ausführung + Spawnsire of Ulamog geht man dann Infinite (Infinite Gyre, hahaha), aber das verlangt ja glücklicherweise niemand. Offenkundig sollen hier die weiter oben genannten Leveler gepusht werden. Das blöde ist nur: Alle halbwegs brauchbaren Leveler haben eh schon eine Level-Up-Gebühr von 1 (oder eben 2, dann nur der marginale Vorteil), oder sie sind einfach nur, Achtung Mario H., bekotzungswürdig. Ein weiterer Nachteil: Die Training Grounds sind eine Karte. Sie zu spielen und später wett zu machen, dürfte in vielen Fällen ein schwieriges Unterfangen werden.

Hier noch mal schnell Schwarz:

Gasangriff

Von einigen Spielern bereits auf ein fragwürdiges Podest gehievt. Countermagic-Prädikat: Fast optimal. Entweder man hat 2:1 plus Lifegain für 3B, oder man hat 1:1 + Lifegain für 3B und Tempovorteil, weil der Gegner in seinem nächsten Turn lieber nicht den Critter ausspielt. Gegen das megamäßige Eldrazi-Ramp Deck und seinen ganzen Spawns natürlich eher der Nixkönner, ansonsten aber eine solide Controlkarte. Besiegt übrigens auch die verhasste Sphinx of Jwar Isle und Wall of Denial.

Last But Not Least

Q: Die beste Karte in Rise of the Eldrazi fürs kommende T2?

A: Da lässt er sich nicht lang bitten.

Gideon

So, das wars erstmal. Und immer dran denken: Nur ein toter Tajuru Preserver ist ein guter Tajuru Preserver.

IÄ! Shub-Niggurath!

Alison Hell!

Dienstag, April 6th, 2010

Werte Leserschaft,

ein kurzer Zwischenruf aus den subterranen N!-Labors, die gerade wieder auf Hochtouren laufen.
Schaut man sich den Partial Spoiler auf MtgSalvation an, so gewinnt man mitunter den Eindruck, im Wizards Designteam würden neuerdings auch megalomanische Despoten unterkommen, die bisher noch nicht die Chance hatten, sich entsprechend zu profilieren. Allein die erste Sparte, nämlich die ganze farblose Eldrazi-Baggage strotzt nur so von zweistelligen Casting Costs. Lustig: Casting Cost hier ist auch immer gleich die Converted Mana Cost. Voll einfach!
Aber nicht nur das infernalische Trio rund um den fliegenden Besenreiser mit dem klangvollen Namen Emrakul, The Aeons Torn turnen die Timmeys dieser Welt an, nein, auch günstigere Eldrazi Machtworte wissen, für Gesprächsstoff zu sorgen. Beispiel?

Another one bites!

Das Gute daran: Jetzt hat auch Mono Blau Kontrolle Mass Removal.
Das Schlechte daran: Jetzt hat auch Mono Grün Mass Removal.

Ich las schon Beschwerden darüber, dass diese Karte den Mythic Rare Status verabreicht bekommen hat. Aber das ist auch verständlich. Also nicht die Beschwerden. Ich meine, ja, sie kostet 7 Mana. Aber hat denn keiner daran gedacht, wie diese unendlich das Format (Standard, wohl gemerkt) warpen wird? Jaja, noch lacht ihr. Bis dann die Plays kommen wie Turn 1 Eldrazi Tempel, Turn 2 Eldrazi Tempel gefolgt von Everflowing Chalice, Turn 3 dann Halimar Depths weil man den Scheiß finden muss, um dann Turn 4 erstmal die Abrissbirne auspacken und sämtliches Gesocks inklusive schäbiger Planeswalker in ihre atomaren Bestandteile zu zerlegen. Der Nachteil an Planar Cleansing waren ja bisweilen seine anstrengenden Manakosten von 3WWW sowie der Tatsache, dass eben jene Chalice nicht als Beschleuniger herhalten konnte (und wenn doch, dann hat man bei der Deckkonzeption irgendwas falsch gemacht). Jetzt ist der Kelch am Start und how lucky, so ein random Rare Land hilft auch noch dabei, in dieses anspruchslose Teil reinzuacceleraten (geiles Wort).
Ernsthaft, All is Dust, da ist der Name Programm.

Ansonsten sei noch jedem Johnny ans Herz gelegt, sich ein Playset Summoning Trap zu zu legen, bevor der Preis dieser Karte auf das Niveau eines Quadratmeter Baulands in Tokyo hochschnellen wird. EOT Trap in Besenreiser, da vergeht einem das Lachen, echt jetz.
Achso, was kann Emmy besser, was nicht schon eine Iona konnte? Den Sack zu machen, aber direkt. Da ist einem auch der Extra Turn egal.

Hulk

Manchmal muss man eben verlieren, um zu gewinnen.

Zilla Out.

The End is nigh!

Mittwoch, März 31st, 2010

Liebe Leser (und solche, die es werden wollen),

Brüssel war und ist der letzte Dreck. Ich weiß nicht, es gibt eigentlich kein Wort und kein Satzkonstrukt, dass einer angemessenen Beschreibung dieses Molochs würdig ist. Ich könnte jetzt noch vor Hass einfach sinnlos aufplatzen (was einige von euch freuen würde), wenn ich an die Wegfindung in der Europahauptstadt denken muss. Vor allem, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

Folgend ein kostenloser, ernst gemeinter Ratschlag: Solltet ihr irgendwann mal mit dem Auto nach Brüssel wollen, scheißt drauf. Lasst es einfach. Ernsthaft. Es ist der pure Wahnsinn. Ein paar Schlaubi Schlümpfe unter euch werden sich jetzt denken “Ey wat will der denn, voll der Noob! Ich hab Navi am Start und alles wird gut!”. Na gut. Schauen wir doch erst mal auf die Karte.

Jaja

Man sieht hier die Brüsseler Innenstadt. Zur Verdeutlichung habe ich mal die relevanten Kennzeichnungen, sprich die normalen Straßen, rot hervorgehoben.

Oh Gott!

Was tut man also, wenn das Hotelzimmer, dass man gebucht hat, nicht an einer Hauptstraße liegt? Klar, man gibt einfach den Straßennamen in sein Navigationsgerät ein und fährt drauf los.

Es gibt leider nur ein Problem dabei: Sobald eine Umleitung ausgeschildert ist, ist man im Arsch.

Was tut man dann? Klar, durchfragen.
Viel Erfolg hierbei in Brüssel.

In unserem Fall (wir, das waren Flippi, Dirk aus Mainz nur die erste Halbzeit, und meine Wenigkeit) lag das Hotel zwischen dem Brüssel Binnenhafen und dem Hauptschienenverkehr. Diesen bilderbuchartigen Ghettostreifen kann man von Westen oder Osten kommend nur über zwei Brücken erreichen. Ich glaube, wir haben an die 10 Leute gefragt und selbst Leute im richtigen Stadtviertel - mit anderen Worten vermeintlich Ortskundige - wussten nicht, wo sich die Straße, in welcher das Unterschlupf bietende Domizil lag, befand. Nach 4 Stunden des Umherirrens waren wir dann gegen 22 Uhr am Ziel angekommen, einem abgehalfterten Motel mit Codeschluss an der Tür im schönsten Viertel der Brüsseler Innnenstadt, Schaerbeek. Gibt man “Schaerbeek, Brussels” in die Google Bildsuche ein, findet man sowas hier: Schaerbeek

Leider habe ich bei der Bildwahl nicht übertrieben. Man stelle sich neben diesem Sandsteinbau noch eine viel befahrene Straße mit lauter Müll auf dem Bürgesteig vor, garniert mit einem geschäftigen Treiben ziemlich finsterer Gesellen und fertig ist das Potrait von Schaerbeek, vielmehr der Jollystraat, in der wir Obdach fanden.

Geil sind übrigens auch die Brüsseler Verkehrsteilnehmer. Man stelle sich eine einspurige Hauptstraße vor, links mit Straßenbahnlinie und rechts mit Parkstreifen. Es ist keine Seltenheit, dass Autos auf der Straße mit eingeschaltetem Warnblinker halten und der Fahrer gepflegt eine Runde mit random Fußgängern labert. Die Motorradfahrer sind das allergeilste: Forcen sich an einer zweispurigen Ampelkreuzung bis vorne durch und BESCHWEREN sich mit Hupkonzert und wilden Gesten bei den Autofahrern, die ihnen ja quasi den wegversperren. Das sind nur zwei der beobachteten Tatbestände, wofür hierzulande direkt wieder der Tod durch den Strang ausgepackt werden würde.

Jedenfalls entpuppte sich die Absteige auch als Safehouse unterste Güte, in dem es mich nicht gewundert hätte, wenn sich auf durchgeschimmelten Matratzen irgendwelche crackabhängigen Penner in ihrem eigenen Kot gesuhlt hätten.

Ohne Abendessen ging es ins Bett, wobei Flippi irgendwann gegen 1 Uhr meinte, er müsste dann doch noch zu Abend essen, aber halt leider reversiv. Es war wohl zu viel Brüssel im Leitungswasser. Mit genügend zeitlichem Vorlauf ließ man auch das Frühstück ausfallen und machte sich um 6.40 auf, man musste ja noch 1-2 Stunden Wegfindung bis zur Site einplanen.

…Einatmen, ausatmen. Einatmen…

…dort angekommen ordentlich auf die Fresse gekriegt (warum spiele ich auch Polymorph), Baguette für 5,50, Kaffee für 1,80 und Nudeln für 6,20 (die von einer arroganten Bitch am Cateringstand abkassiert wurden) eingefahren, Side Event gespielt, von Random Belgier mit Mono Black Kackwürste aber dann doch Turn 5 Eldrazi Monument gefolgt Achselzucken, Grunzen durch die Nase weil verschlucktes Lachen und überheblichen Statements besiegt, und zwar in beiden Spielen, Hutschnur weggeflogen, Flippi davon abgehalten, Runde 8 zu spielen weil das bloße Zuschauen und Starren auf die Manabase seines Decks schon rote Augen verursachte, Flippi einkassiert, Dirk einkassiert, Standpunkt vertreten, dass Brüssel mitsamt Einwohner und am Besten GP-Teilnehmer mit Annihilator 3496733479 noch mal eingestampft und vielleicht, VIELLEICHT irgendwann mal in 10.000 Jahren neu aufgebaut werden sollte und gegen 22.00h, auf eine zweite Nacht und die 78 € die man für dieses rattenverseuchte Drecksloch noch löhnen musste scheißend beschlossen, die Heimreise anzutreten, logistisches Masterminding mit Überlegung, das Hotel mit Taxi aufzusuchen, auszuchecken und zurück zur Site, damit man sich wieder nicht verfährt, gescheitert durch random Sprachfehler (oder war es der Akzent?) des Taxifahrers, also doch zum Hotel mit dem Auto, 90 Minuten Wegfindung und mein nicht vorhandenes Französisch zum Anlabern von Random Passanten und Shopkeepern mit Migrationshintergrund inklusive, im Hotel auscheckend, fluchend, schluchzend, schreiend, zurück zur Site, zurück zu Dirk, zurück auf den Ring und zurück noch Deutschland.

LECK MICH AM ARSCH, KACKBRÜSSEL!

“Sphinx hauen kaputt!”

Montag, Januar 25th, 2010

Liebe Leser,

aus aktuellem Anlass ein paar Takte aus dem Countermagic-Ministerium für Liebe, da der übliche Rant ja nun schon länger ausblieb.

Worldwake. Begutachtet man die aktuellen Enthüllungen des Spoilers, so fragt man sich einmal mehr, ob die Pappe-Designer nicht doch vielleicht irgendwie irgendetwas falsch machen/verstehen.

Wie sonst kann man sich Ausfälle des Kalibers

Goliath Sphinx - 5UU

Flying

8/7

erklären?

Es ist, als ob man die Farbe Blau (fürs Constructed) damit kurieren will, in dem man sie in das Korsett anderer Farben zwängt. Die Frage, die sich einem stellt, ist doch, welche Bereicherung ein aufgedunsener Mahamoti-Djinn für Blau darstellt. Ein anderes Beispiel:

Sejiri Merfolk - 1U
Creature - Merfolk Soldier
As long as you control a Plains, Sejiri Merfolk has first strike and lifelink.
2/1

Will man ein Merfolkdeck für diesen Typen einweißen? Oder will man nicht einfach gleich White Weenie zocken, für das man dann ähnliche Geschöpfe in gut zur Verfügung hat? Es versteht niemand. Es fühlt sich nur - zumindest für mich - ziemlich falsch an.
Die merkwürdigen Kreationen wollen kein Ende nehmen. Auch in der Counter-Abteilung sieht es düster aus: Ein Flash Counter für U (Dispel), und ein Complicate in - Gruß an Mario H. - bekotzungswürdig (Spell Contortion). Ich erinnere mich gerade an diesen Artikel auf der offiziellen Magicseite, in dem der Lead Designer so erklärt, dass die Leute es nicht mögen, wenn ihre Tatzelwürmer gecountert werden und sie es vorziehen, wenn eben jener Wurm dann terminated, dark banished, terrorized, chared, oder was auch immer wird. Es fühle sich dann eher danach an, dass die Kreatur etwas geleistet hätte. Und ja, das hat sie auch, sie hat den Gegner nämlich eine bessere Karte als den fauligen situativen Counter gekostet.

Es ist ja so: Irgendwann dachten sich die Wizards, dass Counter krass broken sind. Also musste man sie krass abschwächen. Alles klar dann. Fortan gab es entweder selektive Counter, noch schlechtere Softcounter oder Hard-Counter (ich muss die ganze Zeit beim Schreiben aufpassen, dass ich bei “Counter” das “o” nicht vergesse) mit Drawbacks beyond all Reason. Im Bereich der selektiven Counter hatte man dann unter anderem Remove Soul / Essence Scatter, das dem Tatzelwurm noch direkt im Äther den Hahn zudreht. Aber auch nur dort - einmal das Schlachtfeld betreten war der Remove Soul ungefähr so nützlich wie ein Strandtuch auf dem Mount Everest. Warum sollte man also den Cunter spielen, wenn man nicht einfach noch schwarz für Doom Blade splashen konnte?
Oder gleich noch Rot statt Blau spielen für Terminate, um auf Nummer sicher zu gehen. Jetzt mal ehrlich: Das Einzige, was man heute noch vorrangig cuntern muss, ist das Removal des Gegners. Der Rest ist irgendwie irrelevant geworden. Das fatale Detail an der Geschichte: Es hilft ja kein Remove Soul. Also muss stattdessen das Negate her. Negate macht sonst aber nicht viel, außer ab und an auch noch einen Planeswalker weg. Was macht Planeswalker auch noch ein? Richtig, Kreaturen. Mit mehr Kreaturen hat man auch die Chance, die gegnerischen Removalkapazitäten zu überladen. Und läuft Gefahr, volle Kanne in das Mass Removal zu laufen. Aber is ja nich. Wenn Aggro-Decks aufeinander prallen, muss sich niemand davor fürchten. Ansonsten reicht ein Woolly Thoctar ja aus, um Feuer unterm Kessel (also, nicht die Person jetz!) zu machen. Hilfe, nicht den Faden verlieren.

Was ich sagen will, ist, es gibt immer weniger Gründe, Cunter zu spielen. Und das Argument, dass sich Spieler blöd vorkommen, wenn ihr Sprüche gecuntert werden, ist auch nicht das schlagkräftigste. Vielmehr hätte es Sinn gemacht, die ganzen Timmeys mal auf Gegenzauber einzustimmen und ihnen beizubringen, dass die ein ganz natürlicher Bestandteil dieses Spiels sind, und genauso mit ihren Nachteilen zu kämpfen haben wie sie Vorteile bieten.

Okay, genug davon. Der WWK-Spoiler wartet schließlich noch mit ein paar anderen Leckerbissen auf. Einer davon wäre der Abyssal Persecutor. Und tatsächlich, was für ein Brett. Einige Strömungen behaupten ja, er könne im Standard nichts wegen der Präsenz des Baneslayer Angels oder der Wall of Denial. Kappes. In dem Deck, in dem der Persecutor gespielt werden wird, sind diese Karten hoffentlich kein Problem. Mit genügend Fleshbag Maraudern und Malakir Gatekeepern klappts dann auch mit dem Dämon.
Ansonsten begrüßen wir den Druck eines neuen Instant Card Draws, namentlich Mysteries of the Deep, das mit genug Fetchländern dann quasi zwischen Inspiration und Opportunity angesiedelt ist. Rot liefert mit dem Bazaar Trader wieder eine Main Win Condition für das Lich-Deck und vielleicht weiß ja auch der Volcanic Geyser 2.0 a.k.a. Comet Storm zu überzeugen. Weiß bietet mit dem Loam Lion einen zooigen, weißen Counterpart des Kird Apes und wächst ebenfalls an, wenn man Wälder kontrolliert. Interessant auch der Kor Firewalker, der Rot sowas von host, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Bekommt Jund jetzt endlich mal einen vor den Latz geknallt? Vielleicht mit dem Recken für WW, solange noch nicht 4/5 Shroud mit eingebauter Zauberwerkstatt für 3UU gedruckt wird.
Grün überzeugt wieder mit abwesender Raffinesse - hier kriegt man eigentlich nur Treter, allen voran Leatherback Baloth und Joraga Warcaller (Elrdazi Green, anyone?) Im Artefakt-Department gibts leichten Aufwind zu verzeichnen, Everflowing Chalice liefert endlich mal wieder Mana Acceleration in den 4er Slot, die nicht grün ist.
Der Cycle an neuen Commonländern ist auch nicht von schlechten Eltern, aber Bojuka Bog mit seinem eingebauten Crypt-Effekt dürfte reichlich überschätzt sein, denn Friedhöfe wollen eigentlich überwiegend mit Instant-Speed umgegraben werden. Hier glänzt Halimar Depths und, you read it here first, die Sejiri Steppe (When Sejiri Steppe enters the battlefield, you may have target creature gain protection from the color of your choice until end of turn), die ab und zu auch wohl auch mal vom Knight of the Reliquary gefunden werden wird.

So, damit hätten wir auch den obligatorischen Preview-Umriss

Wir sehen uns dann in Brüssel, wenn ich euch mit Goliath Sphinx kaputtflegele.

Gehirnfasching ™

Freitag, November 27th, 2009

Werte Leser,

ein kurzer Zwischenruf aus dem Thinktank des N!-Labors.

Warum gibt es im T2 keinen Instant Carddraw mehr? Diese Frage stellt man sich, insbesondere ich mir schon seit längerer Zeit. Was ist so verwerflich an der Möglichkeit, einfach mal am Ende des Zuges neues Material auf die Kralle zu kriegen? Liegt es daran, dass vermeintliche Draw-Go-Strategien, die Mitte der 90er sich noch größerer Beliebtheit erfreuten und berüchtigt dafür waren, den Spielern ein müdes Lächeln ins Gesicht zu zaubern, heutzutage verpönt sind? Damals, zu Zeiten des Counter'Hammers, Forbidian, usw. waren es erwiesenermaßen die üppige Anzahl an Gegenzaubern, die dem Blaumagier seine dünne Haut retteten. Hatte man die ersten Gefahren abgewehrt, konnte man, sobald sich ein Zeitfenster öffnete, seine Hand wieder auffrischen. Dies geschah über verschiedensten Card-Draw, waren es Whispers of the Muse, Opportunity, und sogar die damals verpönte Inspiration kam hier und da zum Einsatz. (Von den tolleren Sachen wie Ophidian darf ich nicht reden, schließlich geht es hier um Instants.)

Heute würde man sich nach einem 3U Instant, der aus seiner Hand eine Hand+1 macht, die Finger so lange lecken, bis sie so aussehen wie Kate Moss nach zweijähriger Wattediät. Ganz zu schweigen von Hunger fo…äh, Thist for Knowledge. Aber was wäre daran so schlimm, einen - sagen wir - akzeptablen Instant Card-Draw zu haben? Mit dem Wegfall von Cryptic Command aus dem Standard sind Counterstrategien weitestgehend wieder in der Versenkung verschwunden. Der Nachteil an schlechtem Countermaterial besteht darin, dass man sein Spiel zunehmend im eigenen Zug gestalten muss. Sah es in der Vergangenheit doch so aus, dass alles Wichtige vom Gegner in dessen Zug weggecountert, dann im End Step vielleicht noch der Kartenzieher nachgeschoben wurde und der eigene Turn darin bestand, eine Karte zu ziehen, ein Land zu legen und “Go” zu sagen. Als Controlspieler heutzutage muss man sich proaktiver um das Spielgeschehen kümmern. Das tat man schon zu Zeiten von U/W Control mit Mass Removal, dem Legen von fetten Dingern als Finishern (und deren Beschützen durch Countern des gegnerischen Removals), aber auch Discardstrategien, die dem Kontrahenten vorab den Wind aus den Segeln nahmen, erfreuten sich größerer Beliebtheit.

Diese Verschiebung der Wahrnehmung von Controldecks sind jedoch mit der Tatsache verwurzelt, dass es eben keine gescheiten Gegenzauber mehr gibt - sie sind entweder zu teuer (Cancel, ja!), haben einen Drawback oder sind zu situativ (Negate, Essence Scatter) oder eine Color Commitment jenseits von Gut und Böse (Double Negative, Punish Ignorance). Es fehlt das einfach NEIN! mit angemessener Preisgestaltung.
Nun wird es wieder Argumente geben. Argumente der Machart: “Ja, Wizards will halt Kreaturen wieder Aufwind verpassen, das Spiel in die Red Zone verlagern, und das ist sowieso ein Trend, der sich wieder verschieben wird.”
Natürlich ist das so. Diese Argumente können auch gelten, aber sie können nicht über die Designschwächen hinwegtäuschen, die meiner Meinung nach in der (jüngsten) Vergangenheit offenbart wurden. Anscheinend wird sich nicht intensiv genug mit dem Thema “Neutralisieren von Zaubersprüchen in einer zeitgemäßen, fairen Art, die nicht am Spielspaß nagt” beschäftigt. Das ist aber ein anderes Kapitel. Fakt ist: Die krassen Gegenzauber fehlen. Warum fehlt auch weitestgehend der Instant Card Draw? Und warum existieren Karten, die eine Hexerei sind, wobei sie auch genau so gut ein Spontanzauber sein könnten und damit auch spielbar?

Beispiel:

Juhu!

6 Mana muss man natürlich auch erstmal haben, um das Teil anzubringen. Hinzu kommt die Zweifarbigkeit. Das schränkt die Konfiguration des Decks, in dem der Spruch letzten Endes landen wird, noch zusätzlich ein. Um 7 Leben zu erhalten, kann man eine Angel's Mercy spielen. Die kostet 2WW und ist damit 2 Mana günstiger. Um zwei Karten zu ziehen, sind wir wieder bei der eingangs erwähnten Inspiration angelangt und damit bei 3U. Wollten wir beides und das auch noch in einer Karte, würde uns dieser Luxus 5UWW kosten. Das sind Sage und Schreibe 8 Mana!

Würde der Kartenzieher die aktuellere Divination oder gar ein Esper Charm sein, kämen wir in unserer Milchmädchen Rechnung ein Mana billiger weg. Beide Versionen haben aber so ihre Tücken: Inspiration stammt aus einer anderen Zeit, Divination ist eine Sorcery und das UWB Charm ist… dreifarbig (was aber an sich schon eher eine Ausnahme darstellt, immerhin hat auch hier eine versatile Karte mit drei unterschiedlichen Modi; allerdings im unteren Preissegment) - damit kann man keinen Vergleich zur Qualität eines Instants aufbauen.

Es bleibt also nur der Feldversuch. Nehmen wir an, wir haben Version 1, also das 5UWW-Teil in einem Deck. Von dem Lifegain versprechen wir uns einen besseren Stand gegen aggressive Decks, während der Kartenvorteil uns gegen andere Controldecks helfen soll. Soweit, so gut. Es gibt aber ein paar Probleme mit dieser Karte, genauer gesagt nur eins: Sie ist einfach viel zu teuer! Bis wir mit unserem hypothetischen Controldeck 8 Mana zusammen haben, sind wir vom Aggrodeck entweder schon drei Mal überfahren worden oder konnten uns stabilisieren - ohne diese Karte spielen zu können/müssen, sodass sie im weiteren Spielverlauf weitgehend irrelevant wird.
Im Control-Matchup ist das Problem ein anderes: So wichtig Lifegain gegen den aggressiven Haufen ist, so unwichtig ist er gegen Kontrolle. Hier kommt der Carddraw zum Tragen, der aber im Vergleich zu anderen Sprüchen, die teilweise nur die Hälfte kosten und noch mehr können, eher mau ausfällt. Natürlich ist jegliche Art von Kartenvorteil in diesem Aufeinandertreffen Gold wert, solange er bezahlbar bleibt.
Zwischenfazit: Natürlich haben wir hier zwei brauchbare Effekte auf einer Karte vereint, aber die Kosten der fiktiven Instantvariante würden die Leistungen übersteigen, sodass keine sinnvolle Anwendung möglich wird.

Es bleibt also nur eins: An der Preisschraube drehen. Aber wie weit nach unten? Ab wann geht die Verhältnismäßigkeit verloren? Ich glaube, dass 6 Mana für Kiss of the Amesha gerechtfertigt sind - für einen Instant. Die Karte ist dann nach wie vor zu einem Zeitpunkt spielbar, an dem noch nichts entschieden ist, und ihr Effekt ist nicht gleich GG.
Als Hexerei will niemand etwas von der Karte wissen. Wäre sie als Instant broken? Ein paar Punkte in der Argumentation sprechen dagegen. Ein Fix in der Farbanforderung würde noch Abhilfe in Sachen Balance haben. Am Ende des Tages hätte man z.B.:

Kiss of the Amesha 2.0 - 3WUU

Instant

Draw 2 cards and gain 7 life.

Sieht doch ganz gut aus, oder? Dass damit dem Environment geschadet wird, wage ich einfach mal frecherweise zu bezweifeln. Wie schon gesagt: Heute spielt sich mehr im eigenen Turn ab als im gegnerischen. Daher das Pläydoyer aus den N!-Labs: Mehr Instant Card Draw, und blaue Magier werden wieder glücklicher!

Auflösen!

(Oh mann, nur ein menschenverachtender Kommentar in diesem Eintrag. Man wird ja auch nicht jünger.)

Let there be White!

Freitag, Oktober 16th, 2009

Nachdem ich längere Zeit durch Abwesenheit geglänzt hab, hier mal wieder der kurze Zwischenruf aus dem Ministerium für Liebe (1984, gell):

Weil Mono Blue mal wieder so gut ist wie Frauentausch unterhaltsam, habe ich in fremden Gewässern gefischt und man sieht es gleich, das Deck baut sich fast von selbst.

4 Knight of the White Orchid
4 Kor Cartographer
4 White Knight
1 Emeria Angel
1 Iona, Shield of Emeria
3 Captain of the Watch
1 Carnage Altar
3 Armillary Sphere
4 Day of Judgment
4 Conqueror's Pledge
4 Path to Exile
2 Oblivion Ring
1 Planar Cleansing
4 Emeria, the Sky Ruin
4 Kabira Crossroads
16 Plains

Mit dem guten Rampdraw (Orchid Knight gefolgt von Cartographer) etabliert man schnell einen Captain of the Watch oder ein Conqueror's Pledge. Da Emeria nicht legendär ist, auch gleich mal das Playset rein. Hier liegt auch der Hauptplan fürs Lategame. Mit Recurring Captain of the Watch und Cartographer bastelt man sich das allerbeste Board zusammen für Conqueror's Pledge für 1000. Magic kann so einfach sein. Hä? Volcanic Fallout?

Im Sideboard dann (more…)