The End is nigh!
Mittwoch, März 31st, 2010Liebe Leser (und solche, die es werden wollen),
Brüssel war und ist der letzte Dreck. Ich weiß nicht, es gibt eigentlich kein Wort und kein Satzkonstrukt, dass einer angemessenen Beschreibung dieses Molochs würdig ist. Ich könnte jetzt noch vor Hass einfach sinnlos aufplatzen (was einige von euch freuen würde), wenn ich an die Wegfindung in der Europahauptstadt denken muss. Vor allem, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.
Folgend ein kostenloser, ernst gemeinter Ratschlag: Solltet ihr irgendwann mal mit dem Auto nach Brüssel wollen, scheißt drauf. Lasst es einfach. Ernsthaft. Es ist der pure Wahnsinn. Ein paar Schlaubi Schlümpfe unter euch werden sich jetzt denken “Ey wat will der denn, voll der Noob! Ich hab Navi am Start und alles wird gut!”. Na gut. Schauen wir doch erst mal auf die Karte.

Man sieht hier die Brüsseler Innenstadt. Zur Verdeutlichung habe ich mal die relevanten Kennzeichnungen, sprich die normalen Straßen, rot hervorgehoben.

Was tut man also, wenn das Hotelzimmer, dass man gebucht hat, nicht an einer Hauptstraße liegt? Klar, man gibt einfach den Straßennamen in sein Navigationsgerät ein und fährt drauf los.
Es gibt leider nur ein Problem dabei: Sobald eine Umleitung ausgeschildert ist, ist man im Arsch.
Was tut man dann? Klar, durchfragen.
Viel Erfolg hierbei in Brüssel.
In unserem Fall (wir, das waren Flippi, Dirk aus Mainz nur die erste Halbzeit, und meine Wenigkeit) lag das Hotel zwischen dem Brüssel Binnenhafen und dem Hauptschienenverkehr. Diesen bilderbuchartigen Ghettostreifen kann man von Westen oder Osten kommend nur über zwei Brücken erreichen. Ich glaube, wir haben an die 10 Leute gefragt und selbst Leute im richtigen Stadtviertel - mit anderen Worten vermeintlich Ortskundige - wussten nicht, wo sich die Straße, in welcher das Unterschlupf bietende Domizil lag, befand. Nach 4 Stunden des Umherirrens waren wir dann gegen 22 Uhr am Ziel angekommen, einem abgehalfterten Motel mit Codeschluss an der Tür im schönsten Viertel der Brüsseler Innnenstadt, Schaerbeek. Gibt man “Schaerbeek, Brussels” in die Google Bildsuche ein, findet man sowas hier:
Leider habe ich bei der Bildwahl nicht übertrieben. Man stelle sich neben diesem Sandsteinbau noch eine viel befahrene Straße mit lauter Müll auf dem Bürgesteig vor, garniert mit einem geschäftigen Treiben ziemlich finsterer Gesellen und fertig ist das Potrait von Schaerbeek, vielmehr der Jollystraat, in der wir Obdach fanden.
Geil sind übrigens auch die Brüsseler Verkehrsteilnehmer. Man stelle sich eine einspurige Hauptstraße vor, links mit Straßenbahnlinie und rechts mit Parkstreifen. Es ist keine Seltenheit, dass Autos auf der Straße mit eingeschaltetem Warnblinker halten und der Fahrer gepflegt eine Runde mit random Fußgängern labert. Die Motorradfahrer sind das allergeilste: Forcen sich an einer zweispurigen Ampelkreuzung bis vorne durch und BESCHWEREN sich mit Hupkonzert und wilden Gesten bei den Autofahrern, die ihnen ja quasi den wegversperren. Das sind nur zwei der beobachteten Tatbestände, wofür hierzulande direkt wieder der Tod durch den Strang ausgepackt werden würde.
Jedenfalls entpuppte sich die Absteige auch als Safehouse unterste Güte, in dem es mich nicht gewundert hätte, wenn sich auf durchgeschimmelten Matratzen irgendwelche crackabhängigen Penner in ihrem eigenen Kot gesuhlt hätten.
Ohne Abendessen ging es ins Bett, wobei Flippi irgendwann gegen 1 Uhr meinte, er müsste dann doch noch zu Abend essen, aber halt leider reversiv. Es war wohl zu viel Brüssel im Leitungswasser. Mit genügend zeitlichem Vorlauf ließ man auch das Frühstück ausfallen und machte sich um 6.40 auf, man musste ja noch 1-2 Stunden Wegfindung bis zur Site einplanen.
…Einatmen, ausatmen. Einatmen…
…dort angekommen ordentlich auf die Fresse gekriegt (warum spiele ich auch Polymorph), Baguette für 5,50, Kaffee für 1,80 und Nudeln für 6,20 (die von einer arroganten Bitch am Cateringstand abkassiert wurden) eingefahren, Side Event gespielt, von Random Belgier mit Mono Black Kackwürste aber dann doch Turn 5 Eldrazi Monument gefolgt Achselzucken, Grunzen durch die Nase weil verschlucktes Lachen und überheblichen Statements besiegt, und zwar in beiden Spielen, Hutschnur weggeflogen, Flippi davon abgehalten, Runde 8 zu spielen weil das bloße Zuschauen und Starren auf die Manabase seines Decks schon rote Augen verursachte, Flippi einkassiert, Dirk einkassiert, Standpunkt vertreten, dass Brüssel mitsamt Einwohner und am Besten GP-Teilnehmer mit Annihilator 3496733479 noch mal eingestampft und vielleicht, VIELLEICHT irgendwann mal in 10.000 Jahren neu aufgebaut werden sollte und gegen 22.00h, auf eine zweite Nacht und die 78 € die man für dieses rattenverseuchte Drecksloch noch löhnen musste scheißend beschlossen, die Heimreise anzutreten, logistisches Masterminding mit Überlegung, das Hotel mit Taxi aufzusuchen, auszuchecken und zurück zur Site, damit man sich wieder nicht verfährt, gescheitert durch random Sprachfehler (oder war es der Akzent?) des Taxifahrers, also doch zum Hotel mit dem Auto, 90 Minuten Wegfindung und mein nicht vorhandenes Französisch zum Anlabern von Random Passanten und Shopkeepern mit Migrationshintergrund inklusive, im Hotel auscheckend, fluchend, schluchzend, schreiend, zurück zur Site, zurück zu Dirk, zurück auf den Ring und zurück noch Deutschland.
LECK MICH AM ARSCH, KACKBRÜSSEL!