Dienstag, Stammtisch. Zum ersten Mal seit längerer Zeit kann ich einen Draft so richtig genießen. Das lag vor allem daran, dass ich punkto Rating (Quali für Worlds) zum siegen verdammt war. Und da spielt es sich nicht sehr entspannt.

Mit vielen weisen Ratschlägen machte ich mich nun auf Zendikar auf dessen Geschwindigkeit zu prüfen. Der Plan? Ausprobieren und sehen ob es funktioniert.

1p1p gab es dann erstmal Living Tsunami über Hideous End und Umara Raptor. Da ich dem blauen Fattie Spoilerqualität zuschreibe, keine sehr schwere Wahl.
Ich muss natürlich an dieser Stelle erwähnen, dass dies erst mein zweiter ZEN-Draft war und auch mein zweiter ZEN-Event.

Im weiteren Verlauf versuchte ich möglichst “Blau” zu bleiben und da ich im zweiten Booster ein paar Oran-Rief Survivalist aufsammeln konnte, war “Grün” nun meine Zweitfarbe.

Hier ist dann mal das Deck, doch nicht komplett. 20 Karten waren gesetzt und ich frage euch nun: “Was hättet ihr gespielt?”

2 Welkin Tern
3 Oran-Rief Survivalist
1 Aether Figment
1 Umara Raptor
1 Reckless Scholar
2 Living Tsunami
1 Jogara Bard
1 Mold Shambler
1 Territorial Baloth
1 Kazuul Warlord

1 Harrow
1 Whiplash Trap
3 Into the Roil
1 Summoner´s Bane

3 Cards Missing

9 Island
7 Forest
1 Mountain

Zur Debatte standen:

2 Expedition Map
1 Adventuring Gear
2 Kraken Hatchling
1 Gomazoa
1 Ze Zendikar Farguide
1 Paralyzing Grasp
1 Quest for the Gemblades

Weiters hatte ich ein Teetering Peaks, dass aber nicht mitspielen durfte.

Ich entschied mich letztendlich für:

1 Expedetion Map
1 Quest for the Gemblades
1 Paralyzing Grasp

Nun zu den gesammelten Erfahrungen:

Runde 1 ging es gegen den lieben Viktor, wenn mich nicht alles täuscht, ein Austauschstudent aus Litauen. Dieser konnte mich schon mal beim PTQ besiegen. Dementsprechend vorgewarnt war ich.

Spiel 1 muss ich gleich auf 6 Karten und ziehe mehr Länder als Spells und irgendwie will da so gar nichts zusammen passen.
Auf seiner Seite hingegen fließt Milch und Honig.
Grazing Gladehart, Living Tsunami, 2 Khalni Heart Expedition und etliches mehr.

Spiel 2 kann ich ganz knapp mit dem Waldtarner (Zendikar Farguid) für mich entscheiden und Spiel 3 kurve ich ihn um.

Runde 2 wartet Gernots B/R/W auf mich und W ist, dass weiß ich leider schon, Emeria Angel. Den kann ich, ein Blick auf die Deckliste zeigts, nicht dauerhaft entsorgen.

Spiel 1 sieht sehr gut aus für mich, doch viele Länder und 3 “in a row” am Ende des Spiels, lassen mich noch in Rückstand geraten.
Sein Deck hat zwar nicht so aufregende Tiere, aber einiges an Removal.

Spiel 2 gewinne ich, trotz wiederholter Flut.

Spiel3 gibts erneut einen dicken Haufen Länder. Es sieht auch schon recht schlecht aus, mein Tsunami versucht zu racen. Mit Into the Roil und Whiplash Trap schafft er es am Ende doch noch.

Runde 3 gehts dann gegen B/R Aggro und den Hr. Schleinzer.

Spiel 1 gewinnt er noch irgendwie, doch die beiden anderen Spiel gehen an mich. Diesmal durfte die Krake nach dem boarden mitspielen und, siehe da, sie enttäuschte nicht.

Am Ende trotz durchwachsener Draws gewonnen. Gut, ein paar feine Draws waren schon auch dabei.

Was habe ich gelernt?

1.) Kontrolle gibt es aus mehreren Gründen nicht. Es fehlen die Uncommon-Sweeper und es mangelt an Carddraw. Kann mir beim besten Willen nicht vorstelle wie das aussehen soll. Aber das wird ja aktuell an vielen Stellen diskutiert. Kann mir da jemand sagen wie man sich “Control” vorstellen soll?

2.) Zurückfallen=Tod.

3.) Gierig sein ist sehr gefährlich. Ich sag nur diverse Kicker Karten. Da muss man aufpassen nicht zu weit zurück zu fallen. Also Kampf der Gier. Es geht ja bei Magic nicht nur um Kartenvorteil, sondern auch um Tempovorteil. Und das dürfte wohl in Zendikar ein wichtiger Faktor sein. Das ganze erinnert spieltechnisch an Visions. Auf MOL hab ich da mehrere VVV Drafts gemacht und da gehts richtig ab. Flanking, Undo, Man O´War. Da war blocken fast unmöglich. Landfall ist Flanking nicht unähnlich (auf den kleinen Aggro-Tieren, klar, oder?). Auch sind die Tiere alle 2/2 und zu Hause bleiben heißt die Entscheidung über den Kampf dem Gegner zu überlassen. Das will man nicht und so macht man meist lieber in Angriff. Allies beim Gegner bedeutet immer, dass man nicht weiß, wie groß die im nächsten Zug werden.
Deswegen ist Angriff die sicherere Variante. Einfach besser zu kalkulieren.

Nun ein paar Karteneinschätzungen.

Summoner´s Bane: Gefiel mir gar nicht schlecht. Versuchen ein bisschen im Race vorne zu sein und dann den Counter anbringen. Sollte eigentlich meist Game sein. Wenn der Gegner drum rum spielt, dann kann man immer noch das Into the Roil auszocken und den Gegenüber mit doofem Gesichtsausdruck zurücklassen.

Kraken Hatchling: war eine solide SB-Karte und ist mit Equipments auch für das Maindeck vorstellbar.

Mold Shambler: Der Effekt findet oft ein lohnendes Ziel, einzig die Kosten sind gar nicht so leicht aufzubringen. Daher primär ein Hill Giant.

Living Tsunami: Bomb. “It´s written all over the card!”

Paralyzing Grasp: Fand ich ausgesprochen enttäuschend. Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?

Expedition Map: Zu langsam. Leider.