So habe ich beim Artikel vom Florian Reiter kommentiert.
AP und Phips hatten da einen “Holy War”
Ich dachte mir, da steht vielleicht was in meinem Kommentar, was von Interesse für manche sein könnte.
Also mal konkret!!
READ DA SHIT!

Das ist ja auch gerade das schöne an diesem Spiel. Das es einfach nicht bis ins allerletzte Detail erklärt und beherrscht werden kann.
Warum gewinnen manche Leute und andere nicht. Ist es nur Glück. Gibts auch eine mentale Komponente usw.

Das Hauptproblem bei solchen Diskussionen ist, dass es verabsäumt wird die Grundvoraussetzungen festzulegen.
Prozentzahlen ohne Bezugsgröße sind bekanntlich sinnlos. Daher war dieser Vergleich leider sinnlos. Wenn man sich die Verteilung der Magic Skills wie eine Gaussche Glockenkurve vorstellt, kommt mir 95% in 2 Wochen (6 Drafts) zuviel vor.

Ich sage euch jetzt mal meine Erfahrung mit Limitedformaten.
Anfangs wird es grundsätzlich eingeschätzt. Zendikar: Schnell.

Das Ding ist nun, dass sich die Archetypen und die Herangehensweise an Draftformate ändern. Das bedeutet, dass ich z.B. immer auf der Suche nach Nischen bin, die mir eine Edge einräumen. Und oft findet man die auch. Dimir-Mill, All-Removal.dec in Timespiral Block, Schimmel.dec, etc. Ich war schon öfter diesen entscheidenden Schritt voraus. Meiner Meinung nach kann man zwar zu 95% nach 2 Wochen ein mittelmässiger solider Drafter im Format werden.
Wenn das dass Ziel ist. So be it.
Richtig gut wird man aber nur wenn man ein Format, seine Karten und Interaktionen verinnerlicht hat UND weiß was alles möglich ist oder erkennen kann ob irgendwo noch was drin ist. Das bedeutet ständige Exploration und Neuevalurierung von Karten, Farbkombinationen, Archetypen, Interaktionen usw. Das sind keine leeren Worthülsen. Das ist wirklich nötig um besser zu sein als die anderen. “Dank” MOL muss man einfach noch viel mehr machen.
Ich für mich behaupte ein Format nach 12-30 Drafts verstanden habe zu draften. Es reicht ja auch nicht zu wissen was man denn draften will, sondern muss man ja auch antizipieren was die anderen und wann sie es draften wollen. Wenn ich die meiner Meinung nach entscheidenden Karten einfach einen Pick höher als die anderen nehme, habe ich einen Vorteil. Aus der reinen Theorie heraus kann man das nicht einmal annähernd einschätzen. Auch die Praxis ist da nur eine Annäherung. Man kann ja nie wissen wer was wo wann und wie draften will, man kann aber Erfahrung sammeln und so versuchen etwas einzuschätzen. Viele draften ja einfach nach öffentlicher Meinung.

Um ein Format aber RICHTIG zu verinnerlichen benötigt es wesentlich mehr Drafts. Wie viele es nun wirklich sein müssen hängt vom Format ab. Richtig überlegen fühle ich mich meist erst nach 50 (sehr kleine Formate, Masters Edition, Coldsnap) bis 200 Drafts.

Ein abschließendes Bsp. Ich war ja bekanntlich 2ter auf meiner ersten PT und meiner Meinung nach war das nicht mal annähernd auf mein Spiel zu schieben. Aber ich hatte ca. 100 RL Drafts im Format. Weil wir einfach 1-3 Drafts am Tag, 7 Tage die Woche gemacht haben. Das war VIEEEEL mehr als die meisten anderen. Auch international. So kannte ich das Format sehr gut. Besser vielleicht als die meisten PROs.

Das reicht erstmal.
Peace.

PS: Ich mag diese ganzen Vereinfachungen trotzdem nicht, gebe aber AP und Tobi schon recht, dass man nicht so pussyhaft schreiben sollte. Anyway, im nachhinein kriegt man immer sein Fett ab. Egal wie man es macht. Wenn ich von etwas 100%ig überzeigt bin, dann bring ich das auch so rüber. Aber alles drunter muss auch in gewisser Weise vage bleiben. Magic ist einfach nicht simpel. Es ist komplex.