MTG Blogs Portal · Random Blog ·
· Log dich ein · Registriere dich jetzt

Was wirklich geschah…

— 17-08-2008 —

Ich hatte kaum den letzten Blog-Eintrag veröffentlicht und mich mit der Absicht vom Rechner abgewandt, für ein paar Stunden in der Obhut der beiden Schröder-Schwestern (ihreszeichens Musik-Studentinnen (7tes Semester; Master-Studiengang an der Folkwang) und nymphoman wie Sodom mal Gomorrha zum Quadrat) zu verweilen, um mich danach in den unterstützenden Kommentaren zu sonnen, als es - mein Hintern hatte kaum das Stuhlpolster entrührt - klingelte. Es war das Telefon und ich ging schauen, wer denn wohl. Aber trotz ISDN-Späße keine Nummer. Nicht nur das, auch nach der Abnahme des Hörers weder Stimme noch Stöhnen (die Schröder-Schwestern können es manchmal kaum erwarten). Also legte ich auf.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Plötzlich stand eine Horde Männer in schwarz-weiß gestreiften Judge-Shirts in meinem Appartment, die sich gerade durch körperliche Eigenschaften (man denke mehr an McFit denn an McDonalds) von den von mir bekannten Judges (naja, Magic-Spieler im Allgemeinen) unterschied. Noch ehe ich wegen Unsporting Conduct und Assault den Head-Judge appealen konnte, machte mein Kopf unangenehme Bekanntschaft mit einem harten Gegenstand der eher beulenverursachenden Sorte und mir gingen die Lichter aus.

Als ich erwachte, war es immer noch dunkel. Also machte ich die Augen auf und siehe da, ich befand mich in Dreieich, genauer in der Hasbro Deutschland-Zentrale, dritter Stock, Abteilung “WotC Organized Play” (derzeit nur Magic, andere Spiele setzen sich auf dem deutschsprachigen Markt nie lange genug durch, um es vom zweiten Stock (hier werden arme Expert Stores dazu geknechtet die non-Magic Produkte zu verkaufen, wenn sie ihren Status denn behalten wollen) in den erwähnten Dritten zu schaffen). Da war ich nun, besser saß ich nun, an einem Tisch und mir gegenüber das tumbe Trio; allen voran Ingo Muhs, deneben Matthias Kubiak und Oliver Knaup. Ingo war derjenige der meine offenen Augen richtig deutete und begann mir ins Gesicht zu schreien.

Wie ich denn und was ich mir denn und man hätte mich ja schon länger und einzig die Tatsache, dass ich mal mit der Frau des Bosses und die wäre ja jetzt auch und Tropfen und Steine (ich so: “Hagel??”; er so: “nein, heiße”) und so weiter und so fort.

Ich schaute offensichtlich verdutzt, also weihte man mich wie in einem guten Agentenstreifen ein. Netterweise weniger schreiend, dafür zeitweise alle drei auf einmal.

Fakt wäre, Magic ist tot; in Deutschland, Österreich und in Bälde auch in der Schweiz. Es sei unaufhaltbar, aber damit die drei Knaben, die mir all das flüsterten, nicht zurück in die Duelmasters-Playtest-Abteilung abgeschoben würden, müsste man eben international so tun als ob. Ergo, die crappy Site (mtg.de), ergo, der Witz an Nationals Nebenprogramm und ergo, Andreas Pischner. Hier wurde ich hellhörig. Meine Augen leuchteten nicht mehr, sie mussten gebrannt haben, denn plötzlich lachte Matthias Kubiak auf und gab mir eine Tour durch die höllischen Machenschaften, mit denen die deutschsprachige Community in den letzten drei Jahren gebeutelt wurde.

Zuerst versuchte man es mit verkehrter Psychologie. Man kaufte sich Christopher Eucken (ein Schnäppchen, wie man mir garantierte und wie ich gerne glaubte) und wollte mit ihm als Anti-Spieler dafür sorgen, dass Leute mehr Magic spielen, weil niemand so werden wollte wie er, was man ja wird, wenn man wenig und/oder sehr schlecht zockt. Der Plan schlug offensichtlich fehl. Genosse Eucken hatte kurz nach dem Shakehands mit TrashT einen Höhenflug, tickte völlig aus und sah alles (vor allem die DCI-Ratingliste) verkehrt rum. Mittlerweile ist er geistig und körperlich ausgebrannt, dümpelt nur noch so rum und belästigt immer seltener das Internet.

Also brauchte man einen Plan B, oder besser einen Plan P, den man in der Gestalt des Andreas Pischner zu finden gedachte. Auch er wurde gekauft (”Da reicht monatlich ein random Planeshift Themendeck und der Knabe ist glücklich - die Wiederholungen bemerkt der nie” - Zitat Ingo M.) und ruhig in die Ecke seiner Berliner Wohnung gestellt, damit die drei aus Dreieich selbst in die virtuelle Haut des Andy P. schlüpfen konnten, um durch gesteigerte Aktivitäten im Internet ihren Job zu behalten.

Nun machte alles einen Sinn. Der Pischnersche Output war immer derart groß, dass ich glaubte, er schriebe für drei (ist es doch genau umgekehrt!!). Ebenso die Pischnersche Omnipräsenz, als würde er auf drei Seiten gleichzeitig Surfen und Kommentieren.

Tja, und ich sei nun Scooby Doo und seine Bande und brächte alles durch mein kleines gallisches Dorf namens GerMagic durcheinander. Man wollte mir schon länger den Saft abdrehen, aber ich verstoß kaum gegen geltendes Recht, hatte, wie erwähnt, die Frau des Bosses am Sack (”eher sie mich”, wie ich korrigierend einwarf) und der DeckCheck sei zu groß, um ihn einfach so aus dem Äther zu husten. Mich kaufen hatte ebenfalls keinen Sinn (da halte ich es wie Diogenes), also bliebe nur ein Ausweg, sie wollten auch meinen Platz einnehmen und aus GerMagic einen willenlosen Zombie machen, wie sie es bereits aus PlanetMTG gemacht hätten, auf dem sie Artikel aus dem Dojo Archiv recycleten.

Ich schluckte. Ich schluckte hörbar ein zweites und ein drittes Mal, um mir Zeit zu verschaffen und, um die Sache noch mehr nach einem trashigen Agentenfilm aussehen zu lassen. Um uns herum befand sich nicht viel. Ein PC hier und da, ein signiertes David Hasselhoff Poster, eine Deutschlandkarte mit einem Kalender dicht dran, an denen offensichtlich die PTQ-Orte und Termine mit Dartpfeilen “organisiert” wurden und, hier leuchteten meine Augen erneut, ein Spieltisch. Einer dieser Papptische, wie man sie aus Expertstores kennt. So einer mit unzähligen Tippfehlern (Google Translate lässt grüßen) und Kreisen für zwanzig Lebenspunkte und kleinen rechteckigen Feldern, um Yu-Gi-Oh!-Spieler auf den richtigen Pfad zu bringen. Selten mit Erfolg.

Nun redete ich zur Abwechslung und schlug den dreien ein Abschiedsspiel vor. Sie gegen mich, Best-of-1, sie durften die Decks stellen, ich durfte entscheiden ob ich beginnen oder eine Karte ziehen wollte. Einzige Bedingung an mein Deck: weißrandige Mountains (wenn schon draufgehen, dann wenigstens stilvoll!!)

Sie überlegten nicht lange und gingen auf meinen letzten Wunsch ein. Eigentlich wäre mal wieder ein Pischner-Foren-Eintrag fällig gewesen (das erklärte die Abwesenheit einer der Drei alle fünf Minuten während der letzten zwei Stunden meines “Besuchs”), aber die Welt wird wohl auch ohne auskommen.

Die Drei schoben ein paar Karten hin und her, öffneten Schubladen, holten Decks hervor, sleevten wie wild rum, einer sprach kurz in ein Walkie-Talkie, ein anderer checkte seine Mails, man schob mir einen Kaffee hin und nach gefühlten wie realen zwanzig Minuten hatten sie vier Stapel vor sich liegen und “eine Überraschung parat”, wie sie groß ankündigten. Ich begutachtete mein Deck (55 weißrandige Mountains, 1 rotrandige Plains, 4 Squire) in Pokemon-Hüllen (ungefähr so ausgelutscht und durchgeweicht, als hätte man sie aus den Mülleimer eines Porno-Film-Sets gezogen) und machte mich auf eine Menge Mulligans gefasst, als Justus Rönnau den Raum betrat.

Er war einer der aufstrebensten Level 3 (oder war er gar schon 4) Judges aus Deutschland bis er eines Tages wie vom Erdboden verschluckt (wohl durch die ebenfalls Hasbro-affine Marionette Paluschke ersetzt) noch nicht mal mehr in Dülmen auftauchte. Stilecht im rot-schwarzen Shirt wurde er als Head-Judge vorgestellt. Eine Hausregel des dritten Stocks besagt, dass alle Spiele von einem offiziellen Judge überwacht und nach offiziellen Regeln gespielt werden müssten.

Es konnte also losgehen. Ich mischte meinen Witz von Deck, präsentierte und bekam meinerseits drei Decks präsentiert. Obschon es gar nicht meine Art ist, pileshuffelte ich jeden Haufen in 5-er Piles und beim zweiten Deck wollten sich nicht so ganz fünf Haufen zu je 12 Karten machen lassen. Eine Karte fehlte. Ich zählte erneut, ließ Justus zählen, wir checkten kurz, ob die Karte vielleicht in einem der anderen Decks war (sie nutzten alle unterschiedliche Hüllenmotive; angefangen von Akroma über den Lotus bis zu dem Kartenrücken, von dem eben genau eine fehlte), aber ohne Erfolg. Justus rulte entsprechend mit einem Game Loss für das Trio und ich hatte gewonnen.

Im Trubel der entstand, die drei diskutierten wild und angestrengt mit dem Judge, machte ich mich aus dem Staub. Durch die Tür, rechts (vielleicht auch links), den Gang runter, am Aufzug vorbei (der würde nur meinen Standort verraten) die Treppen suchend und findend, dann runter, zu weit, plötzlich im Keller (stand zumindest an der Wand), Schritte über mir, also doch rein in den Keller.

Hier sah ich viele Türen alle mit einem vergitterten Sichtfenster, aus einigen drangen Stimmen, die meine Bewegung mitbekommen hatten. Ich lief durch das Stimmengewirr, vermeinte irgendwo ein oft nicht mehr ganz so kraftvolles “Bauernsalat” gefolgt von einem vereinzelten “Lü” zu hören, hatte aber keine Zeit, um meine Befürchtungen zu verifizieren. Weiter ging es, nur wohin?? Vor mir erschien eine Tür völlig ohne Sichtfenster, dafür aber mit einem Magnetkartenleser zum Öffnen. Da wäre mir ein Sichtfenster fast lieber gewesen. Da ich nichts anderes hatte, nahm ich die 60ste Karte, die mir vorher bereits zum Sieg verholfen hatte, und zog sie durch die Apparatur. Siehe da, die Tür öffnete sich. Ich drehte die Karte kurz um, um mir das Bild anzuschauen und es war ein Voltaic Key. Nice One!! Ich also ab durch die Tür und durch das unterirdische Parkhaus in die Freiheit.

Freiheit ist leider nicht ganz korrekt, verbrachte ich doch den Monat damit im Untergrund, dank diverser Magic-Connections zum Beispiel nach Brasilien, Japan und Ratingen-Lintorf, durch die Weltgeschichte zu reisen, um bald hier bald dort einen Draft zu zocken und wieder Herr über GerMagic zu werden. Das teuflische Trio hatte bereits meinen Web-Account sowie sämtliche E-Mail-Accounts geknackt (das Passwort “Pussyjuice” wollte nirgends mehr so recht) und tourte nun auch als “EvilBernd” durch das deutsche Netz, euch allen Sand auf die Augen streuend (die Kommentare zum letzten Blog-Eintrag wurden zB fast schon chinesisch olympionik zensiert).

Nun weile ich fernab des WotC'schen Zugriffs auf dem einzigen Kontinent auf dem sie sich noch nicht ausbreiteten und lasse mir gleich kurz von einer Großbäuchigen die Eichel veredeln (ein eher zweifelhaftes aber willkommenes Begrüßungs-Ritual), um danach mit dem Medizinmann (zugleich ein fescher Computer-Hacker) weitere Teile des GerMagic-Imperiums zurückzuerobern und gegen weitere Angriffe aus der Hasbro.de-Zentrale gefeit zu machen.

nach oben

8 Kommentare für 'Was wirklich geschah…'

  • Also doch keine Google-Bots… es gibt alles einen Sinn.

    17. August 2008 | 02:58
  • Herr Bredt,sie sind ein sehr sehr kranker Mensch.

    Madras
    17. August 2008 | 12:24
  • huch und was ist mit den SchröderSchwestern,die warten sicher noch

    muf0n
    17. August 2008 | 13:16
  • genitaler eintrag ;)

    17. August 2008 | 17:30
  • zuerst wollte ich lachen, dann wollte ich klatschen doch dann entsinnte ich mich meiner “Zwangsjackenconnections” und meldete Dich an. Ip ist schon geknackt und bald bist Du daheim. Zurück din der Gummizelle.

    Aber Glaub mir, es wird Dir gefallen…ich komme Dich Besuchen und demnächst werden wir eh alle vom Ingo M. entführt, der ist in Wahrheit vom anderen Stern und ist nur hier hin gekommen um die Magicseuche frei zu setzen.

    Ich freue mich…

    gez.

    Al Capone

    Pee-Dee-2
    17. August 2008 | 18:27
  • Ich sag nur Lülülü :-)

    Spam
    17. August 2008 | 22:34
  • Wenn die Schröder-Schwestern nicht wären würde ich sagen: “Einfach genial - eben Pischner-Like”!

    Georg Schnurr
    18. August 2008 | 10:21
  • Was wirklich geschah… mit Christopher Eucken:
    http://forumserver.twoplustwo.com/member.php?u=121893
    :O

    Kousuke
    19. August 2008 | 14:52

Was zum Beitrag beitragen