Mono Ton
— 25-03-2010 —
Ich drückte in den letzten Wochen aktiv die Einzelkartenpreise nach unten und zwar auf eine Weise, in der es in letzter Zeit (so ab Shards, meine ich) immer öfter getan wird. Ich war dabei weiß Gott nicht alleine, es waren mehrere beteiligt und wir alle taten es meist mehrmals am Abend, wenn auch der eine mehr der andere weniger erfolgreich, so doch alle auf dieselbe Weise; einen Booster öffnend, eine Karte rausnehmend und den Rest nach links weitergebend.
Doch statt euch zu erklären, wie das mit dem Prinzip von Angebot und Nachfrage so funktioniert (oder wo die Babies herkommen; man könnte sagen, da gab es hier im Blogschon genug Anschauungsmaterial), habe ich ein paar Beobachtungen und Behauptungen zusammengetragen, die sich alle um eine Aussage drehen: Monocolor-Draften ist eine sehr brauchbare Strategie im ZZW-Draft.
Denkt man an die Anfänge des ZZZ-Drafts, so ist das wahrlich keine Neuheit, hat man doch direkt Schwarz mit seinen Blutsaugern am Hals im Sinn. So offensichtlich das aber auf dem Papier ist, so weniger offen und so weniger sah man es an den Drafttischen, weil man nicht die Böcke hatte sich mit den anderen Sieben um die Farbe zu streiten, so dass dann nur der eine, der die Nachricht nicht mitbekam, zur Farbe griff und den Tisch ownte. Dies aber wohl mehr Fantasie denn Wirklichkeit.
In der Realität sieht es häufig anders aus. Nicht selten greift man ein, drei Picks in das eine Beet, um sich, weil man meint, das andere ebenfalls bewässern zu können und weil es eben bewässerbar ausschaut, auch noch einen zweiten Schuh einer anderen Farbe anzuziehen. Zwei Farben ist für viele das Maximum. Einige wenige Wagemutige gehen sogar bis auf 2,25 hoch und damit hat es sich. Doch wieso in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah? Es gibt schließlich einige gute Gründe ein- statt zweigleisig zu fahren.
Generell ist es so, dass man durch das sture Einsammeln aller Karten einer Farbe dafür sorgt, dass in der unmittelbaren Nähe um einen herum mit anderen Farbtöpfen gespielt wird, was daraufhin wieder dafür sorgt, dass die Karten in der beschnittenen Farbe gerne mal ein, zwei Plätze weiter wandern, als sie es sonst täten, so dass sie dankend eingesammelt werden können. Dabei kann es natürlich passieren, dass selbst die Jungs im Shop zwei Ortschaften weiter mitbekommen, dass man bis zum Hals in eben jener Farbe hängt und dass die Nebenmannen einem einige Juwelen nicht gönnen und sie stattdessen im Sideboard parken. Das sollte aber nicht zu oft passieren, da sich neben dem zu hatenden Juwel gerne mal eine Karte befindet, die es problemlos ins Maindeck schafft, so dass man sich bzgl. des Hatens darauf beschränkt in den letzten Picks nur keine Uncommon durchrutschen zu lassen.
Speziell für ZZW (und zuvor eben ZZZ) bekommt dieser Aspekt einen weiteren Aspekt (quasi “Son of Aspekt”), der nicht zu verachten ist und daraus besteht, dass es eben viele Commons und Uncommons gibt, die ein derart tiefes Deck verlangen, weil sie sonst nur ein Schatten ihrer selbst wären. Exemplarisch seien hier Mind Sludge, Bareback Baloth, Molten Ravager und die ganzen Fußballer aus Worldwake zu nennen, die es gerne mal eine zweite Runde um den Tisch schaffen, eben weil das zweigleisige Denken in vielen Köpfen vorherrscht. Nicht zu vergessen, die paar Intimidate-Kreaturen werden ebenfalls aufgewertet (auch wenn das durch die vorhandenen Artefaktkreaturen fast schon zu vernachlässigen ist; wurde nur ob der Vollständigkeit erwähnt).
Ein weiterer Vorteil zeigt sich in der oft schon benötigten Manabasis. Statt wie üblich die Farben zu splitten und mit je neun Ländern einer Farbe im Deck zu starten, kann man je nach Wagemut nicht nur ein Land cutten, sondern bekommt zusätzlich die Erlaubnis völlig Mana-AngstTM frei die brauchbareren Non-Color Lands, wie Quicksand, Dread Statuary, Tectonic Edge (das mit Abstrichen) zu spielen. Dabei sollte man aber nicht auf die Idee kommen, so viele Non-Bascis ins Deck zu quetschen, wo nur geht, weil das wiederum einigen der MVPs im Deck schaden könnte. Und man wird auf die seltenen Manlands aus demselben Set verzichten müssen, was verschmerzbar ist, weil sie eben genau das sind, selten.
Zu guter Letzt ein Vorteil, der gleichzeitig ein Nachteil ist. Zendikar zeichnet sich in der Farbverteilung innerhalb eines Boosters gerade dadurch aus, dass es nicht wirklich eine Verteilung gibt, bzw. die Verteilung derart verteilt ist, dass öfter mal Booster vorkommen, in denen vier rote Karten neben je einer grünen und einer weißen Karte schlummern. Sollte es sich dabei um den ersten Booster handeln, tut man gut daran die weiße oder die grüne Karte zu picken (je nach Qualität halt), um dem Nebenmann ein Signal zu geben, dass er in der Farbe wohl eher weniger Material zu erwarten hat, was eben dadurch positiv wird, dass man im zweiten Booster aus dieser Richtung bessere Karten in der abgeschnittenen Farbe erwarten kann. Ist man in einem anderen Fall bereits im zweiten Booster und mit beiden Beinen auf dem roten Zug hat man den Super-GAU schlechthin. In einem Pack mit Inferno Trap, Bladetusk Boar, Goblin Shortcutter und Molten Ravager alles bis auf die Fallenkarte weitergeben zu müssen, wird nicht nur den zuvor noch beschnittenen Nebenmann verwirren (insert lautstarkes “WTF” von rechts here), sondern sich womöglich negativ auf den weiteren Draftverlauf auswirken. Erwähnter Nebenmann könnte auf die Idee kommen, dass man statt der Inferno Trap eine andere brauchbare Uncommon nahm (Trusty Machete oder Vampire Nighthawk, um nur zwei zu nennen) und mutmaßen, dass Rot von einem nicht so präferiert wurde, wie man die ersten 14 Karten das Gefühl hatte.
Dadurch wird offensichtlich, dass das System besser in einem Achteck aus Spielern funktioniert, die über Vorkenntnisse im Format verfügen und die desöfteren Draften. Von ihnen werden die Signale besser erkannt, die entsprechend gute Einschätzung der Karten sorgt dafür, dass ein Kor Outfitter im dritten Pick nicht als Signal dafür gehalten wird, dass Weiß offen ist wie ein Scheunentor, und sie sind so letztlich leichter beeinflussbar. Auch wissen sie um der Anforderungen, die gewisse Karten (eben jene oben exemplarisch erwähnten) mit sich bringen, was öfter dazu führt, dass sie gerade nicht genommen werden, was ja genau das ist was wir wollen.
Doch wie macht man es nun?
Erstmal sollte man sich über die Möglichkeiten im Klaren sein. Den Spoiler zu kennen, hilft ungemein. Für die einzelnen Farben zeigte sich in meiner Erfahrung, dass Schwarz, Rot und Grün hervorragende Einzelgänger sind. In Schwarz und Rot wird man vielleicht noch mit einem Nebenmann zu kämpfen haben, wenn dieser die Finger nicht vom Removal lassen konnte, aber wenn er relativ früh merkt, dass diese Quelle versiegt ist, lässt er einen entsprechend in Ruhe und verbucht den frühen Pick in der Kategorie “Wenn ich schon nicht damit spielen kann, ist es gut, dass es niemand anders kann”. Grün steht fast völlig ohne Removal da, spielt deswegen gerne mal das Removal der grauen Herren, Blazing Torch, oder macht das was Grün schon eh und je immer am Besten konnte, nach rechts gedreht werden.
Wie immer beim Draften ist man abhängig von dem was die Booster hergeben. Generell ist man ja beim Draft angehalten nicht gerade die Farbe zu nehmen, von denen gleich zwei oder mehr Karten spielbar sind, weil sonst der Drafter zur Linken ebenfalls in derselben Farbe landet; etwas, das für den zweiten Booster nicht zu empfehlen ist. Für die zu beschreibende Strategie wäre es noch fataler. Es sollte also die ersten ein bis drei Picks alles wie gehabt laufen. Erkennt man in diesen drei - gerne auch vier oder fünf - Picks, dass eine Farbe unterdurchschnittlich oft fehlt, bzw. dadurch glänzt, dass sie eben kaum aus dem Booster schillert, heißt es zugreifen. Im optimalsten Fall ist das genau die Farbe mit der wir bereits in den ersten drei Picks geliebäugelt haben und die daraufhin in unseren Picks landete.
Ist die Farbe einmal gefunden, der Ball quasi auf dem 11-Meter-Punkt platziert, heißt es abziehen. Ab da wird aggressiv die Farbe gegriffen, komme was wolle. Die Mitdrafter dürfen und werden sicherlich mitbekommen auf welches Pferd man setzt, sie werden aber zu sehr mit ihrem eigenen Lauf beschäftigt sein, oftmals eine zweite Farbe vermuten (für dessen Fehlen sich der Drafter vor einem verantwortlich zeichnet) und kaum bis gar nicht den Draft stören, so dass man in den späteren Picks noch gerne die Karten mit den “hohen” Farb-Anforderungen abgreifen kann.
Interessant ist immer der erste Pick des zweiten Boosters. Je nach Beschaffenheit der Huevos bleibt man seiner Linie trotz Spoiler-Pick in einer anderen Farbe treu und greift zum mittelwertigen Ersatz in der eigenen Farbe. Da aber auch beim Draften die Technik entscheidet, spielt die Größe eher eine untergeordnete Rolle, so dass der Griff zum Spoiler beizeiten der richtige sein kann. Es kommt eben schon ein wenig darauf an, welcher Spoiler es ist und wie splash- bzw. integrierbar die Karte ist. Wenn man zB bereits tief mit dem Arsch in den Bergen sitzt, dann aber ein Vampire Nighthawk vorbeigeflattert kommt, fällt eine Entscheidung nicht leicht. Macht man sich zu viele der vorigen Picks kaputt, weil plötzlich BB in Runde 3+ supportet werden will, sollte der Griff eher zu einer Karte mit roten Manakosten gehen. Hat man dabei aber nur die Wahl zwischen Goblin Bushwhacker und Goblin War Paint, kann man ja immer noch den Batman hatepicken.
Bleiben wir abschließend bei etwaigen Splashes. Blau zB geht immer gut und gerne. Mit Karten wie Vapor Snare oder Umara Raptor macht man sich wahrscheinlich keine Freunde (auch wenn der Raptor hoffentlich welche findet…), wird sie aber problemlos ins Deck integrieren können. Weiß und Rot sind ebenfalls splashfreudig, weil die splashwürdigen Karten meist die Form von Removal annehmen und das selten in den frühen Zügen benötigt wird. Schwarz hingegen ist dermaßen schwarz, dass ich versucht bin politisch nicht korrekte Nebensätze in diesen hier zu integrieren. Grün geht es letztlich nicht besser. Harrow ist nicht wirklich eine Karte, um den Splash sicher zu machen, und nach kurzem Überlegen will mir als Karte eigentlich nur Territorial Baloth einfallen, für den ich ein paar Bäume fällen würde.
Zur Veranschaulichung und für die Studenten im Raum noch ein Paar exemplarische Decklisten (mit und ohne Splash):
1 Skitter of Lizards
1 Goblin Bushwhacker
2 Akoum Battlesinger
2 Highland Berserker
3 Goblin Shortcutter
1 Goblin War Paint
1 Molten Ravager
2 Crusher Zendikon
1 Slaughter Cry
1 Magma Rift
2 Claws of Valakut
1 Inferno Trap
1 Bladetusk Boar
1 Unstable Footing
2 Spire Barrage
1 Chandra Ablaze
1 Smoldering Spire
16 Mountain
1 Guul Draz Vampire
1 Soul Stair Expedition
1 Pulse Tracker
1 Bloodghast
4 Vampire Lacerator
1 Ruthless Cullblade
1 Blood Seeker
5 Surrakar Marauder
1 Vampire Nighthawk
1 Mindless Null
1 Crypt Ripper
1 Brink of Disaster
2 Vapor Snare
1 Sky Ruin Drake
1 Unknown Rare
1 Quicksand
1 Soaring Seacliff
1 Piranha Marsh
3 Island
11 Swamp
Zur weiteren Veranschaulichung ein Mono-Color Draft von Pete Jahn. Es gab auch eine nette Anleitung für Mono-Rot Drafter von einer spanischen Seite, den ich erst geboorkmarked hatte, dann aber verwarf und jetzt nicht mehr finden kann.
[UPDATE] Charly hat in seinem Blog ebenfalls ein paar praktische Exempel zum Thema statutiert.
Bernd der Baumeister
— 25-10-2009 —
Am Samstag zu Dortmund eben der PTQ. Da ich fand, dass ich ein brauchbares Deck hatte, damit aber geschmeidige 0-3-drop performte, frage ich mich und hiermit auch euch, was da falsch gelaufen ist (zum Zwecke dieser Übung gehen wir davon aus, dass ich nicht acht Spiele in Folge spielte, als wäre ich gerade aus dem Dornröschenschlaf erwacht und hätte noch nie Karten in der Hand gehabt, zumal die zwei Trials und ein paar Sealed Events der digitalen Art dagegen sprächen).
Ich habe die irrelevanten Farben direkt raussortiert, da Grün kein Fleisch und Rot kein Feuer - und wenn in Form von Magma Rift, Torch Slinger, Lavaball Trap und Valakut, the Molten Pinnacle - enthielt.
Die restlichen Farben waren derart verteilt:
Weiß
1 Kor Duelist
1 Steppe Lynx
3 Kor Skyfisher
1 Kor Aeronaut
1 Armament Master
1 Kazandu Blademaster
1 Ondu Cleric
1 Kor Outfitter
1 Makindi Shieldmate
1 Pillarfield Ox
1 Caravan Hurda
1 Shepherd of the Lost
1 Nimbus Wings
Blau
1 Caller of Gales
1 Tempest Owl
2 Umara Raptor
1 Sky Ruin Drake
1 Seascape Aerialist
1 Sphinx of Lost Truths
1 Sphinx of Jwar Isle
1 Shoal Serpent
1 Quest for Ancient Secrets
1 Spell Pierce
1 Trapfinder's Trick
1 Into the Roil
1 Paralyzing Graps
1 Cancel
1 Lethargy Trap
1 Summoner's Bane
2 Whiplash Trap
Schwarz
1 Guul Draz Vampire
1 Vampire Lacerator
1 Surrakar Marauder
1 Gatekeeper of Malakir
1 Vampire Nighthawk
2 Heartstabber Mosquito
1 Hagra Crocodile
1 Nimana Sell-Sword
1 Halo Hunter
1 Bog Tatters
1 Soul Stair Expedition
1 Mire Blight
1 Grim Discovery
1 Needlebite Trap
Schwarz völlig ignorierend, weil mir die Kor-Knaben in Weiß und 5+-Drops in Blau zusammen mit dem geflügelten Ally-Duo ausreichend erschienen, kam ich zu folgendem Deck:
Deck
1 Kor Duelist
1 Steppe Lynx
3 Kor Skyfisher
1 Kor Aeronaut
1 Armament Master
1 Kazandu Blademaster
1 Ondu Cleric
1 Kor Outfitter
1 Makindi Shieldmate
1 Shepherd of the Lost
2 Umara Raptor
1 Sphinx of Lost Truths
1 Sphinx of Jwar Isle
1 Into the Roil
2 Whiplash Trap
1 Stonework Puma
1 Spidersilk Net
1 Adventuring Gear
1 Trailblazer's Boots
1 Seijiri Refuge
7 Island
9 Plains
Jetzt, mit ein wenig mehr Abstand und mehr Zeit und einem sortierten Pool (die Sortierung wurde beim PTQ nicht announced, ist noch nicht mal offiziell - soweit ich weiß - und eines von beiden sollte geändert werden) drängte sich mir erst U/B auf, weil die Mananaforderungen nicht so grau sind und die Equipkosten aufs Angenehmste reduziert werden, doch letztlich hätte es wohl W/B sein müssen:
1 Steppe Lynx
1 Guul Draz Vampire
1 Vampire Lacerator
1 Ondu Cleric
3 Kor Skyfisher
1 Kazandu Blademaster
1 Kor Aeronaut
1 Surrakar Marauder
1 Stonework Puma
1 Makindi Shieldmate
1 Vampire Nighthawk
1 Gatekeeper of Malakir
1 Hagra Crocodile
1 Nimana Sell-Sword
2 Heartstabber Mosquito
1 Halo Hunter
1 Shepherd of the Lost
1 Adventuring Gear
1 Nimbus Wings
Das Mantra des Turniers war übrigens “18 Lands minimum und nur bittebittebitte den Würfelwurf gewinnen, um auch ja beginnen zu können”. Letzterem kann ich mich anschließen, bin bisher aber immer ganz gut mit Manabasen kurz vor der Volljährigkeit gefahren und habe das eine Land nie vermisst. Dass ich für das B/W von dieser Meinung abweiche, liegt ganz klar daran, dass bei dem Deck eine Runde ohne Landdrop wie ein Time Walk für den Gegner wirkt und letztlich auch ist. Eine Meinung die zwar ebenfalls häufig ist und generalisierend auf alle Decks angewendet wird, der ich mich aber nur ungern anschließe.
Das Deck maximiert den Nutzen, der sich aus dem Skyfisher pressen lässt ohne gleichen. Beliebte Ziele sind offensichtlich der Gatekeeper, wie auch die Mosquitos (entsprechendes Mana auf dem Tisch vorausgesetzt), aber selbst wenn es nur der Puma ist, hat man nichts dagegen, wenn ererneut sein Revier “markiert”. Im argsten Fall muss man eben das Land nehmen und direkt wieder ausspielen und den nicht-sicken Rest nach rechts drehen.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich in dem Format vor Qualität über Konsistenz warne. Wer also auf die Idee kommt, dass Deck doch direkt Esper-Style einzutüten, um dem Gegner die Allies und die ganzen Spoiler nur so wieder und wieder um die Ohren zu klatschen, der sei davor gewarnt, dass ein Fehltritt - Land-technisch derart, dass Mana zwar vorhanden, aber falschfarben - sehr schnell sehr schmerzhaft bestraft wird. Es bedarf schon einer ausgesuchten Masse an Refugien und mindestens einem Harrow, bevor sich so etwas in den meisten Fällen sinn- und siegreich umsetzen lässt, wie ein Blick über die Manakosten der besseren Zendikar-Karten - nicht nur meines Pools - zeigt.
Showing Off
— 19-10-2009 —
Wenn mich jemand fragte, antwortete ich stets, dass wenn ich mir die Byes holte, Paris fällig wäre. Was ich dachte, war stets, dass meine Zendikar-Limited Erfahrungen letztlich zu gering sein dürften, um auch nur annähernd über die deutsch-belgische Grenze zu gelangen, so dass meine Motivation wie eh und je lautete, dabei sein ist alles und bloß nicht zu sehr verzocken (und wenn, dann bitte derart, dass mir es selbst nicht auffällt).
Letztlich ist es nicht so, dass ich es nicht versucht hätte und bei den gleich zwei Möglichkeiten, die sich mir vorvergangenes Wochenende boten, tat ich sicherlich nicht schlecht dabei. Doch letztlich war es so, wie es bereits an der Fußgängerbrücke, die man unterquert wenn man Dortmund Richtung Bochum mit dem Zug verlässt, und später dann in meinem Block stand: “No surprising News”.
Weitere Zettel dieses Blocks sind mit T-Konten gefüllt, auf denen die Anfangssaldi stets gleich sind und die ein “ME” im Soll und den “OP” im Haben anzeigen. Es gibt deren viele und nicht das geringste Anzeichen doppelter Buchführung, aber was unten rauskam, war oft zu meinen Gunsten.
Immer noch zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich in den zwei Tagen an zwei GPTs zweimal das Halbfinale erreichte, ohne aber den Sack letztlich voll zu machen. Ein nicht unschöner Schnitt, der meinen Boosterbestand wesentlich vergrößerte und wohl auch mein Limited-Rating in noch nie gewesene Höhen katapultierte (letzteres nur der Vollständigkeit halber erwähnt).
Zugegeben, in Dortmund war es schon etwas einfacher, wenn man als 12te rdas Turnier kurz vor Anmeldeschluss komplettiert und ein Blick übers Teilnehmerfeldchen einen - selbst mit gutem Gewissen und nur einem Hauch der Magicspieler sonst so anhaftenden Überheblichkeit - alleine drei Spieler identifizieren lässt, die sich später wie intern prognostiziert am unteren nicht-draftenden Ende der Standings befinden. Am anderen Ende meine Wenigkeit dank folgendem Deck:
1 Cliff Threader
1 Kor Skyfisher
1 Kazandu Blademaster
1 Ondu Cleric
1 Makindi Shieldmate
1 Kor Cartographer
1 Journey to Nowhere
1 Pitfall Trap
1 Narrow Escape
1 Goblin Bushwhacker
1 Plated Geopede
1 Goblin Shortcutter
1 Torch Slinger
1 Ruinous Minotaur
1 Bladetusk Boar
1 Geyser Glider
2 Tuktuk Grunts
1 Murasa Pyromancer
1 Burst Lightning
1 Chandra Ablaze
1 Explorer's Scope
1 Expedition Map
1 Teetering Peaks
1 Kabira Crossroads
7 Plains
8 Mountain
Erwähnbare Sideboardkarten:
2 Unstable Footing
1 Nimbus Wings
1 Bold Defense
1 Brave the Elements
1 Devout Lightcaster
Eine runtergeloste dritte Runde und ein Sluft, der unbedingt zocken will, später darf ich mir beim Top8-Draft als erster aussuchen, wo ich denn sitzen möchte, um folgendes zu draften:
2 Welkin Tern
1 Aether Figment
1 Tempest Owl
1 Merfolk Wayfinder
1 Merfolk Seastalkers
1 Windrider Eel
1 Spell Pierce
1 Cancel
2 Paralyzing Grasp
1 Whiplash Trap
2 Steppe Lynx
2 Kor Aeronauts
1 Kor Skyfisher
1 Noble Vestige
1 Pillarfield Ox
1 Emeria Angel
2 Pitfall Trap
1 Arrow Vollay Trap
1 Kabira Crossroads
8 Plains
8 Island
Erwähnbare Sideboardkarten:
1 Brave the Elements
1 Lethargy Trap
2 Bold Defense
1 Trapmaker's Snare
1 Nimbus Wings
1 Quest for the Holy Relic
Das wirkt schon realitätsnaher. Letztlich war es wohl die handvoll Füller, die mir das Genick brach. Im Halbfinale gegen ein Deck zu spielen, das kaum angriff, half nicht sonderlich, weil die Trapkarten so gut wie kaum eine Reichweite haben (was okay ist, da man sich so weniger darüber aufregt, dass einem die Krabbe bereits die zweite Pitfall Trap in den Graveyard befördert). Die Sideboardkarten sind übrigens deswegen erwähnenswert, weil sie die einzigen anderen Karten in U/W waren und das obschon ich dank dem Engel eigentlich konstant ab Booster 1 in den Farben war.
Ein paar Stündchen später saß ich in Dülmen, hatte gerade einen unscheinbaren Pool registriert und bekam meinen persönlichen Groundhog Day geschoben:
1 Goblin Shortcutter
1 Molten Ravager
1 Ruinous Minotaur
1 Torch Slinger
1 Geyser Glider
2 Tuktuk Grunts
2 Magma Rift
1 Inferno Trap
1 Unstable Footing
1 Chandra Ablaze
1 Steppe Lynx
1 Kor Skyfisher
1 Kor Aeronaut
1 Kor Sanctifiers
1 Kor Cartograph
1 Pillarfield Ox
1 Journey to Nowhere
1 Day of Judgment
1 Conqueror's Pledge
1 Explorer's Scope
1 Trusty Machete
1 Kabira Crossroads
Erwähnbare Sideboardkarten:
1 Nimbus Wings
1 Seismic Shudder
Die Wings boardete ich vermutlich immer, da ich nur einmal gegen blau spielte und es sonst in vielen Spielen so war, dass man (in diesem Falle ich) sich wünschte, dass eine Kreatur mit Evasion und ‘ner dicken Hose auf der eigenen Seite des Boards lag. Sonst musste entweder getrickst werden, was die Manabasis ein wenig überforderte, oder durch zu viele eigene oder zu wenig gegnerische Kreaturen gewonnen werden. Dass letzteres nur gegen einen Gegner klappte, da aber gleich in beiden Spielen, wird den Day of Judgment sicher nicht beliebter gemacht haben.
Da 52 Leute anwesend waren, reichte am Sonntag das Erreichen des Finales für die Möglichkeit auf den Byeschlaf, was mir aber erneut vergönnt blieb. Wenn auch absichtlich, denn mit folgendem Deck lässt sich meiner unbescheidenen Meinung nach nur schwer verlieren:
2 Guul Draz Vampire
1 Blood Seeker
1 Bloodghast
3 Surrakar Marauder
2 Nimana Sell-Sword
1 Vampire's Bite
1 Grim Discovery
1 Hideous End
3 Welkin Tern
1 Gomazoa
2 Merfolk Seastalkers
1 Sky Ruin Drake
1 Shoal Serpent
1 Into the Roil
1 Whiplash Trap
1 Piranha Marsh
2 Jwar Isle Refuge
7 Island
7 Swamp
Der Piranha Marsh verdiente sich seinen Slot aufgrund der Vampire und der Geschichte mit den 10 Leben. Der Gedanke war offensichtlich, dass 10 Leben größer 11 Leben sind…
Im Viertelfinale habe ich nicht wirklich darüber geweint, dass mir das Deck auf fünf Spells zehn Länder präsentierte, weil drei der fünf die Marauder waren und der Gegner zwar Artefakte legte, diese aber weder Power geschweige denn Toughness hatten.
Das Halbfinale begann ich mit der Frage, ob der Andre (Luff - seineszeichens Nats Top8 und meine einzige Niederlage in den Swissrunden an diesem Tag; dreimal dürft ihr raten, was mir länger im Gedächtnis bleibt) denn überhaupt nach Paris wolle und wie es mit Talis & Logis aussehe. Als er beides bejahte, stellte ich meine nächste Frage an den Judge und ließ mir versichern, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, an dem mir Andre ein unmoralisches Angebot machen darf (unzensiert habe ich relativ bold gefragt, ob jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, an dem mir der Andre erzählt wie sehr er mir den Schwanz lutschen möchte (so oder knapp ähnlich und nicht zur Nachahmung empfohlen)).
Der Judge bestätigte und Andre und ich gaben uns die Ehre mit den Decks mehr als nur eine kurze Runde im Viertelfinalpark zu drehen. Zwischendrin setzt sich Genosse Judge - Michael W. nebenbei erwähnt - zu uns, blätterte in seinem iPhone und meinte, dass er die Stelle, die bestätigt, was er gerade bestätigte (die Möglichkeit des Price-Splits und des Drops vor der letzten Runde eines GPT), nicht mehr finden könnte und das unsere Absprache deswegen regelungerecht wäre. Es folgten ein paar Minuten in denen ich wahlweise droppe, mal concede (was aufgrund der Booster-Absprache eben Bribery wäre und für Andre und mich tiefergehende Konsequenzen hätte), dann unser Spiel für offiziell erklärt wird, um es dann letztlich doch wieder zu revidieren. Es ging also hin und her, ich wurde vielleicht etwas lauter, aber es wollte sich keine Lösung finden, bis Michael dann doch über den Passus stolperte, der meinen Drop und meine abgesahnten Booster legitimisierte. Das Spiel gegen Andre verlor ich übrigens, weil er es mir derbe mit dem Giant Shroud gab, bevor ich es ihm mit Grim Discovery auf Piranha Marsh und eben jenen Landdrop für Intimidate geben konnte.
Doch wieso gab unser Held nun doch kurz vor dem Ziel auf? Waren es die Preis-Booster (es waren M10 Booster, was ich zwar erst später erfuhr, was aber meine Meinung nur geringfügig geändert hätte)? Hatte Andre tatsächlich mit einem Blowjob gelockt? Waren es Zweifel an dem Deck? Wollte ich mir vielleicht die ersten drei Runden in Paris aufsparen, um nur ja Zendikar-Sealed zocken zu können?
Wir werden es wohl nie erfahren…
Zendikar is raus und aus
— 02-10-2009 —
Der folgende Eintrag hatte News-Charakter, bis ich anfing mehr als üblich ins Blaue rein zu phantasieren und sich viele Aussagen, die ich treffen werde nicht wie sonst üblich durch den ein oder anderen Link belegen lassen.
Heute ist der offizielle Erstverkaufstag der neuen Edition, ein Tag, der in der Regel Freude in jedem noch so kleinen Zimmerlein verbreitet und selbst mir ist schon ganz wuschig. Es gibt nur ein paar Probleme, Zendikar ist nämlich bereits ausverkauft.
Einige meiner nicht näher zu nennenden Quellen berichteten, dass das Zeug in Amerika schon nicht mehr zu haben ist (was bedeutet, dass die dortigen Distributoren nichts mehr von Wizards kaufen können und auch selbst nichts mehr haben, was sie an ihre on- wie offline Händler verticken können).
In Deutschland sieht es leider nicht viel besser aus. Der deutsche Distributor Universal Cards ist scheinbar ebenfalls leer (zumindest was englische Displays betrifft) und hat wirtschaftlich bis strategisch unrichtig erstmal die Abgabepreise für die englische Zendikar-Produktreihe erhöht, ohne aber selbst viel auf Lager zu haben. Das wäre ja alles nicht so tragisch, wenn man denn wenigstens alle Händler erfolgreich beliefert hätte. Ihr ahnt was kommt. Wie mir von einigen anderen nicht näher zu nennenden Quellen mitgeteilt wurde, ist das mitnichten der Fall. Viele Ladenbesitzer werden heute also den Laden öffnen und ihre etwaigen Kauf-Anfragen und bereits getätigte Vorbestellungen nur unzureichend erfüllen können. Man fühlt sich an From the Vault: Exiled erinnert.
Was bedeutet das für die nahe Zukunft?
Die Erstauflage von Zendikar ist beim Hersteller vergriffen. Bitte weichen Sie bis zum Erscheinen des Nachdrucks auf den Artikel W250900A aus. Der Nachdruck wird voraussichtlich Ende KW 43 erscheinen.
Wir haben aktuell die 40ste Kalenderwoche, so dass da noch einiges zu verschlafen ist, bis sich wieder Zendikar Displays in den Regalen finden lassen. Und da wäre noch das Wort “voraussichtlich”. Meines Wissens nach werden die Karten für den Oktober-Release bereits Anfang August gedruckt, damit sie pünktlich in der vorletzten September-Woche an die Distributoren geht, die sie zeitnah an die Prerelease-Teilnehmer und kurz danach auch an die on- wie offline Händler versenden. KW 43 wirkt also utopisch.
Weitere Problemfelder tun sich auf. So ist bald Zendikar-Sealed PTQ-Saison, die bestimmt ganz prickelnd wird, wenn sie mit deutschem Produkt oder zu erhöhten Preisen gespielt wird.
Last but not least, die Schatzkarten. Man könnte meinen, Wizards hat diesbezüglich sein Pulver verschossen und die nächste Druckwelle wird ohne die Goldstückchen auskommen müssen, dem ist aber nicht so. Da Wizards selbst bekannt ist, dass es nie bei nur einem Druck bleibt, werden sie sicherlich genug Candelabra of Tawnos übrigbehalten haben, die sie uns in die Booster packen können.
Hoffentlich…
