Draft- statt Fußball-Fieber
— 10-06-2008 —
Ich bin sicherlich einer der wenigen, der diese Tage bei runden Dingen eben nicht an Leder denkt. Stattdessen überlege ich mir, welche Stärke / Widerstandskraft wohl eine “Nationalelfe” hätte, dass ein Foul definitiv ein Spontanzauber wäre (ein Tor entsprechend eine Hexerei; Ecke, Freistoß und Elfmeter analog) und, dass gerade das “Handspiel” eher unter die Dusche als auf den Platz gehört.
Aber man kommt halt nicht drum rum. So auch gestern, beim Shadowmoore-Draft im Chez Dannys in Mülheim adR, als ausgewählte Handys freudvoll vibrierten, um Halbzeitstände zu verkünden, oder daran zu erinnern, dass es ja schon spät sei und das Bett so leer und so (okay, das wohl nur auf meinem Handy).
Der Draft begann recht friedlich. Man positionierte mich zwischen dem Kiri (der ist für aggressive Haufen bekannt) und dem Marc, der gerne BG draftet, zumindest in den beiden Drafts an denen wir beide teilnahmen - alles andere als aussagekräftig also - und ich meinte mit einem Steel of the Godhead einen guten ersten Pick getan zu haben. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung (satte zwei SCG-Premium-Artikel, die beide vom U/W-Aggro Draft-Typ handelten) kam mir das wie ein gutes Zeichen vor. Ich machte mit einer Briarberry Cohort einen weiteren Schritt in diese Richtung, als Blau ausblieb. Nicht direkt, aber die Spielqualität der schwarzen Karten nahm zu, während die der blauen Karten sich im Initiate-Bereich tummelten. Also sah ich schwarz. Hier und da griff ich in die Mühl-Strategie, aber mit nur einem Memory Sluice keine fruchtbare Entscheidung. Im fünften Pick des zweiten Boosters entdeckte ich im hinteren Abteil eine Oona, wie sie ängstlich und einsam und vor allem ungewollt auf einer Bank saß. Ich zählte die Karten, vergewisserte mich, ob die Karte real war, wollte gar fast einen Knicktest machen, checkte mein Wasser, aber nein, sie war echt. Kiri beschenkte mich von rechts später noch mit einem Murderous Redcap, ich strich eine Menge blauer Karten aus meinem Repertoire und das kam dabei rum:
1 Ghastly Discovery
1 Merrow Wavebreakers
1 Silkbind Faerie
1 Elsewhere Flask
1 Scuttlemutt
1 Wingrattle Scarecrow
1 Oona, Queen of the Fae
1 Torpor Dust
1 Gravelgill Axeshark
1 Fate Transfer
1 Incremental Blight
2 Glooomlance
1 Corrupt
1 Murderous Redcap
1 Cinderbones
2 Cultbrand Cinder
1 Faerie Macabre
1 Traitor's Roar
1 Crowd of Cinders
2 Smolder Initiate
4 Island
13 Swamp
In der ersten Runde gab ich Davids Kartenstapel den gemischten Todeskuss. Es ist eine Technik, die ich von Zeit zu Zeit anwende, gerade, wenn ich sehe, wie zuvor die Land / Spell-Verteilung auf intelligente 2 zu 1 gebracht wird. Zur Erhaltung des weltlichen Gleichgewichts, mulliganten wir beide im ersten Spiel, doch während er auf zwei Ebenen vertrocknete (es zeigte sich offensichtlich keine Insel) gab ich ihm links wie rechts mit zufälligen Kreaturen aus meinem Wunderladen. Das zweite Spiel versprach interessanter zu werden, weil wir gefühlte 5 Turns nichts machten außer Länder legen und wo ich das Scuttlemutt präsentierte, hatte er den Oversoul of Dusk. Einfach so, mit fünf Ebenen. Großer Sport. Ich legte dafür Oona, er zeigte mir wie passend Armored Ascension sich auf der Seele machte und schon waren 11 meiner Lebenspunkte dahin. Ab da blockte ich jede Runde mit einem grünen 1/1 Faerie Rogue Token, bis ich genug davon hatte, er einsah, dass blocken doch nicht so überwertet ist und von der Offensive in die Defensive wechselte, bevor ich ihn mit der Masse überflog. Irgendwo dazwischen spielte das Incremental Blight seine kleine aber entscheidende Rolle. Der ursprüngliche Plan meinerseits war übrigens das Scuttlemutt auf die Aura zu benutzen, um sie schwarz einzufärben, aber Scuttlemutt ist zum einen kein Rolling Stones Fan und macht zum anderen nur an Kreaturen rum.
Zeit für den Danny. Wir hatten uns als einzige die schwarzen Freuden geteilt, als befänden wir uns in einem Freudenhaus an der Elfenbeinküste (wobei Elfenbein ja eher auf weiße oder für die ganz-um-die-Kniekehlen-Denker auch grüne Freuden hindeutet). Er kombinierte gleich zwei Incremental Blight mit zwei Kulrath Knights und hatte zudem Murderous Redcap sowie eine Gloomlance im Gepäck. Nur bei den sonstigen Kreaturen musste er mit dreifach Oona's Gatewarden und Co. zurückstecken. Aber erst einmal musste ich einstecken. Meinem frühen Druck fiel mein ganzes Removal zum Opfer; ich verteilte es, als wäre Karneval in Rio (jopp, ich bin urlaubsreif). Wie das mit dem Druck aber nunmal so ist, irgendwann geht's nicht mehr und dann fällt er ab, der Druck. Mir fallen hier explizite Beispiele ein, aber defacto bedeutet es, dass er einen Ritter beschwor, einen anderen Ritter daneben pflanzte, die Gloomlance für meine Oona zückte und ich auf Sumpf-Flut für meine einzige Handkarte (Corrupt) und Dannys 14 Lebenspunkten hoffen durfte. Kurz nachdem ich die zweite Insel zog, war ich dahin, trotz Corrupt. In Spiel zwei war es dann doch das Corrupt, dass ihn zur Strecke brachte, gerade, als es er sich auf 7 stabilisierte und begann den Tisch vollzupflastern.
Im Spiel kamen wir zu der Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich mit meinem Murderous Redcap angreife und der Danny mit seinem blockt? Er tat es bereit- bis unfreiwillig mit einer Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und katzenhafter Neugierde und das große Rätselraten begann. Ich ging die Sache natürlich logisch und für mich vorteilhaft an und entschied folgendermaßen:
Beide Rotkäppchen sterben, beide Persist-Effekte gehen auf den ominösen Stapel und da ich der aktive Spieler bin, darf meiner unten schlafen. Ergo muss Dannys zuerst raus, wo der Schadenseffekt auf den Stapel geht und er ein Ziel für den einen Schadenspunkt zu bestimmen hat (es traf eine bald sehr tote Vogelscheuche meinerseits). Danach erhebt sich mein Redcap und poppt Dannys, um als “last Goblin Assassin standing” zu überleben.
Spiel Drei war nicht viel länger, weil er die Länder zog und ich die Spells. Er verzockte es hier auch ein wenig, weil er eben nicht das Disturbing Plot spielte, um sich eine seiner Kreatur zurückzuholen. Er muss hier das Conspire mehr als Pflicht denn als Kür abgetan haben.
Dann eben der Jörg. Irgendwie landen in seinem Deck immer die Mirrorweaves, so auch diesmal. Wir sollten ihn mal mit anderen Boostern draften lassen.
Er hatte den unverschämten RGW-Haufen mit zweifachem Devoted Druid für den einfachen Deus of Calamity und weiteren schweren Jungs aus der Common-Krabbelkiste. Ich ging 0-2 ohne Verlängerung ein. Im ersten Spiel weil sich nur ein Corrupt als potentielle Gegenwehr zeigte und im zweiten Spiel, weil zwar schon 3 Länder auf der Starthand waren, aber alles darüber hinaus erst viel zu spät auf die Idee kam, mitspielen zu wollen.
Bei 8 Mann reichte es trotzdem für den zweiten Platz und somit beim Rare-Drafting für Mystic Gate, Deus of Calamity, Spawnwrithe und Plague of Vernim in exakt dieser Reihenfolge und den Foil-Karten sei Dank.
So wurde wenigstens ein Tor in diesem Spiel abgestaubt…
EvilBernd lädt ein…
— 06-05-2008 —
…zum fröhlichen Standard-Zocken als Vorbereitung auf den National Qualifier in Dortmund am 14ten Juni!!
Unterbrechen wir die Trauerphase nach meiner Grand Prix Brüssel Performance (zumal ich nicht wirklich in Trauer bin, die Niederlagen völlig in Ordnung gehen und das Unentschieden mit mehr Zeit eher ebenfalls dort endete, statt auf dem benötigten Sieg) und wenden uns einer meiner kleinen Ideen zu, die ich vor gut zwei Wochen hatte.
Beginnend mit 24sten Mai wird es als vorbereitende Maßnahme an den drei Samstagen vor dem erwähnten National Qualifier am 14ten Juni in Dortmund (für mich bewegungsfaulen Knecht der einzig zu spielende) ein paar ausgesuchte Standard-Turniere in diversen Locations im Ruhrpott und Umgebung geben:
- Samstag, 24.05.: SpielMix / Aachen; Drachental / Düsseldorf; Villa Rü / Essen
- Samstag, 31.05.: Spielzeit / Krefeld
- Samstag, 07.06.: Auenland / Dortmund
(weitere Infos, wie Startzeiten und genaue Ortsbeschreibungen, nach Klick auf den jeweiligen Veranstaltungsort)
Ich erhalte dabei segensreiche Unterstützung sowohl von den teilnehmenden Veranstaltern, als auch von meinen Judge-Kollegen Ute Kronenberg aus Aachen und dem Mike-Marcel Schneider aus Duisburg. (Dass da drei Termine auf einen Tag fallen, liegt eindeutig an meiner Unfähigkeit der Koordination; entsprechend müssen mehr Spieler mitzocken, also bringt eure große Schwester mit!!)
Da im Vordergrund das Testen steht, der Spielspaß aber nicht zu kurz kommen soll und Preise letztlich ebenfalls nicht fehlen dürfen, präsentiere ich mit freundlicher Unterstützung der teilnehmenden Locations (fettes Danke, btw) und nach kreativen Beiträgen von Ute und MMS folgende Fakten, die für alle Termine durchweg gelten:
- Format: Standard (inklusive Shadowmoor, da ja schon legal)
- alle Turniere sind DCI-sanktioniert und werden alternativ von mir (Essen, Krefeld und Dortmund), Ute (Aachen) und MMS (Düsseldorf) gejudged
- Startpreis: 3,- Euro; für jeden Spieler wandert dafür ein Booster in den Preispool für die besten X (der am Ende des Turnier entleert wird, wir wollen ja keine Boosterburn nehmen)
- gespielt wird die normale Rundenanzahl abhängig von der Spielerzahl + 1 Runde; maximal aber 6 Runden
- Decklisten sind Pflicht, werden aber nur veröffentlicht, sofern man entsprechend gut abschneidet und nicht auf der Deckliste vermerkt, dass man die “Tech” eben nicht veröffentlicht sehen will. Ergo, wenn man zwar mitzocken will, aber die unendlich fette Tech hat, kurz auf der Deckliste vermerken, dass keine Veröffentlichung gewünscht wird
- unabhängig davon, ob es Vermerke auf den Decklisten gibt, wird zeitnah ein Metagame-Breakdown veröffentlich; dieser wird alle Decks beinhalten, nur eben nicht den Inhalt
Fragen oder Voranmeldungen?? Mailt mir: webmaster@germagic.de
Die Teilnehmerzahlen sind übrigens auf 28-32 Spieler pro Location begrenzt (Essen ist hier die Ausnahme, zur Not verlagern wir das Legacy-Pack nach draußen ;-).
Geplant war die Reihe übrigens schon ab dem 10ten Mai, so dass 5 Termine zur Verfügung ständen, aber da rutschte mir sowohl der Grand Prix Trial Birmingham jetzt am Samstag in Dortmund (den ich in schwarzen und weißen Streifen (gedacht, da ich zu faul bin, das Shirt mal zu bügeln) absolviere) als auch der allseits beliebte und derzeit noch unterrepräsentierte Highlander Grand Prix am 17ten Mai in Bochum dazwischen.
