iLike
— 28-01-2010 —
Ich war schon immer der Meinung und habe stets versucht selbiges irgendwie nachzuweisen, die IT-Welt und die Magic-Welt (ich weltenwandere daneben noch auf der Pussy- und der Teigwaren-Welt) liegen verdammt nahe beieinander.
Diese Woche ist es endlich soweit und ich kann beweisen, wieso dem so ist. Auf der einen Seite steht Worldwake, dessen Prereleases an diesem Wochenende sind - besucht mutige Mannen, Marion und mich zum gemütlichen Miteinander am Sommtag in Mülheim - und auf der anderen Seite steht Steve Jobs mit dem iPad, einer Mischung aus iPhone und Bilderrahmen, das er am Mittwoch präsentierte (den Teigwaren-Freunde, die das Event oder den Rummel drumherum verpassten, sei die NYT Bits Coverage ans Lebkuchenherz gelegt).
Wo da jetzt abgesehen von dem Neuigkeiten-Faktor die Gemeinsamkeiten sind?? Es sind die Reaktionen.
Als am Dienstag der Spoiler komplettiert wurde (und eigentlich schon in den beiden Wochen zuvor), war die generelle Stimmung wie der erste Kommentar zum kompletten Spoiler auf GerMagic:
“is ja so gut wie nix gutes dabei”
Ignoriert man die Schlümpfe (das sind die, die immer noch auf der Ankündigung von Wizards rumreiten, dass Blau durch die Edition in aktuellen Formaten wieder mitspielen dürfte), bleibt zwar nicht mehr viel übrig (you bored much??), aber der generelle Konsens scheint zu sein, dass die Edition bis auf einige starke Eckpfeiler (namentlich Jace, Kazuul und der Abyssal Persecutor, um gerade genug zu nennen, damit der Tisch nicht wackelt) doch eher underwhelmt.
Beim iPad (ich will immer “iPayd” schreiben; Freudian??) nicht viel anders. Erneut vom IT-Blog der NYT zusammengefasst, sind die Meinungen in den amerikanischen Techblogs eher verhalten und man beschränkt sich darauf nach einem kurzen Blick auf die Highlights die Lowlights ins Rampenlicht zu rücken und degradiert das interessante Stück Technik auf die Attribute “eBook Reader” und “Disappointment” (mehr dazu v.a. in John Battelles Blog).
Und letztlich??
Ich weiß es noch nicht, aber die Edition sieht wie das iPad verdammt nice aus. Ich bin für beides zu haben, kann die negativen Stimmen entsprechend überhaupt nicht nachvollziehen und vermute, wie hoffe, dass sie zum einen unbegründet sind und zum anderen damit zusammenhängen, dass sich niemand im Internet an die alte Weisheit hält, dass wenn man nix (und vor allem nix Nettes) zu sagen hat, man einfach mal die Finger still halten sollte, statt sich uninspiriert, unkonstruktiv und unhöflich (irgendwie) zu äußern.
Stattdessen freudige Erwartungshaltung meinerseits und meine persönliche, beim Überfliegen des Spoilers erstellte TopX des Sets, die Format-unspezifisch zu Werke geht und die Karten listet, bei denen ich mir denke, dass ich sie gerne mal nach rechts drehen würde, bzw. für sie gerne Mana in den Pool nähme. Da ich faul bin und weil es spät ist, kurz der Link zum Spoiler, damit die folgende Liste nicht zu kryptisch wird (die Links und Kartenbilder gehen wohl erst in ein paar Stunden); Parallelen ziehen müsst ihr selbst:
Fledgling Griffin, Join the Ranks, Loam Lion, Marsh Threader, Marshal's Anthem, Perimeter Captain, Ruin Ghost, Veteran's Reflexes, AEther Tradewinds, Halimar Excavator, Horizon Drake, Permafrost Trap, Quest for Ula's Temple, Tideforce Elemental, Vapor Snare, Wind Zendikon, Agadeem Occultist, Caustic Crawler, Corrupted Zendikon, Dead Reckoning, Nemesis Trap, Urge to Feed, Chain Reaction, Claws of Valakut, Crusher Zendikon, Kazuul, Tyrant of the Cliffs, Roiling Terrain, Searing Blaze, Slavering Nulls, Bestial Menace, Leatherback Baloth, Terastodon, Vastwood Animist, Vastwood Zendikon, Wolfbriar Elemental, Novablast Wurm, Everflowing Chalice, Lodestone Golem, Razor Boomerang, Creeping Tar Pits, Lavaclaw Reaches, Raging Ravine, Tectonic Edge [ymmv]
In diesem Sinne, viel Spaß bei den Prereleases!!
Zendikar is raus und aus
— 02-10-2009 —
Der folgende Eintrag hatte News-Charakter, bis ich anfing mehr als üblich ins Blaue rein zu phantasieren und sich viele Aussagen, die ich treffen werde nicht wie sonst üblich durch den ein oder anderen Link belegen lassen.
Heute ist der offizielle Erstverkaufstag der neuen Edition, ein Tag, der in der Regel Freude in jedem noch so kleinen Zimmerlein verbreitet und selbst mir ist schon ganz wuschig. Es gibt nur ein paar Probleme, Zendikar ist nämlich bereits ausverkauft.
Einige meiner nicht näher zu nennenden Quellen berichteten, dass das Zeug in Amerika schon nicht mehr zu haben ist (was bedeutet, dass die dortigen Distributoren nichts mehr von Wizards kaufen können und auch selbst nichts mehr haben, was sie an ihre on- wie offline Händler verticken können).
In Deutschland sieht es leider nicht viel besser aus. Der deutsche Distributor Universal Cards ist scheinbar ebenfalls leer (zumindest was englische Displays betrifft) und hat wirtschaftlich bis strategisch unrichtig erstmal die Abgabepreise für die englische Zendikar-Produktreihe erhöht, ohne aber selbst viel auf Lager zu haben. Das wäre ja alles nicht so tragisch, wenn man denn wenigstens alle Händler erfolgreich beliefert hätte. Ihr ahnt was kommt. Wie mir von einigen anderen nicht näher zu nennenden Quellen mitgeteilt wurde, ist das mitnichten der Fall. Viele Ladenbesitzer werden heute also den Laden öffnen und ihre etwaigen Kauf-Anfragen und bereits getätigte Vorbestellungen nur unzureichend erfüllen können. Man fühlt sich an From the Vault: Exiled erinnert.
Was bedeutet das für die nahe Zukunft?
Die Erstauflage von Zendikar ist beim Hersteller vergriffen. Bitte weichen Sie bis zum Erscheinen des Nachdrucks auf den Artikel W250900A aus. Der Nachdruck wird voraussichtlich Ende KW 43 erscheinen.
Wir haben aktuell die 40ste Kalenderwoche, so dass da noch einiges zu verschlafen ist, bis sich wieder Zendikar Displays in den Regalen finden lassen. Und da wäre noch das Wort “voraussichtlich”. Meines Wissens nach werden die Karten für den Oktober-Release bereits Anfang August gedruckt, damit sie pünktlich in der vorletzten September-Woche an die Distributoren geht, die sie zeitnah an die Prerelease-Teilnehmer und kurz danach auch an die on- wie offline Händler versenden. KW 43 wirkt also utopisch.
Weitere Problemfelder tun sich auf. So ist bald Zendikar-Sealed PTQ-Saison, die bestimmt ganz prickelnd wird, wenn sie mit deutschem Produkt oder zu erhöhten Preisen gespielt wird.
Last but not least, die Schatzkarten. Man könnte meinen, Wizards hat diesbezüglich sein Pulver verschossen und die nächste Druckwelle wird ohne die Goldstückchen auskommen müssen, dem ist aber nicht so. Da Wizards selbst bekannt ist, dass es nie bei nur einem Druck bleibt, werden sie sicherlich genug Candelabra of Tawnos übrigbehalten haben, die sie uns in die Booster packen können.
Hoffentlich…
Er will doch nur spielen
— 26-06-2009 —
Gestern war ich mit meinem 3-jährigen Neffen auf einem Spielplatz. Ich hatte schon länger nicht mehr das Vergnügen - sowohl was meinen Neffen, als auch was den Spielplatz betraf - bin aber erfreut zu berichten, dass das mit dem Schaukeln immer noch klappt und sich mein Neffe ebenfalls deutlich an seinen “O Mi” (das ist kurz für “Onkel Micha”, weil ich meiner Schwester zu spät verdeutlichte, dass ich nicht allzu scharf auf die Vorsilbe “Onkel” bin) erinnert.
Nun muss ich gestehen, dass das Tummeln im Sand nicht mehr ganz so erfüllend war, wie es vor Jahrzehnten noch den Anschein hatte, so dass ich die Zeit für mich damit zu überbrücken gedachte, ein paar ausgesuchte Monologe zu halten. Nach dem anfänglichen Thema der Bienchen und der Blümchen (die Variante in der beides nicht wirklich anfassbar ist, weil ersteres sticht und letzteres am Wegesrand gerne in die Schussrichtung markierender Hunde gerät; für die andere Variante erscheint er mir noch zu jung, obwohl ich meinte, dass eines der beiden ebenfalls präsenten türkischen Zwillingsmädchen ein Auge auf ihn geworfen hatte, aber ich kann das Angebot mit dem Teilen der Schaufel auch überinterpretieren) schwamm ich ein wenig auf der Suche nach passendem Gesprächsstoff. Letztlich entschied ich, dass es eh egal ist, was ich ihm vorsprudele, solange ich seinen Spielfluss nicht unterbrach.
Also begann ich damit die aktuellen Magic Regeländerungen durchzukauen. Vielleicht hatte er als Noch-Außenstehender (meine Weißrand-Landsammlung ist ihm im Falle meines Falles bereits notariell vermacht und mit seiner, von seiner Mutter aufgezwungenen und von mir durch ausgesuchte Geschenke unterstützten, Winnie Pooh-Affinität scheinen die Weichen korrekt gestellt (ich muss ihm nur klar machen, dass man den 100-Morgen Wald tappen kann, um einen Grizzly Bären zu wirken)) eine differenziertere Meinung und könnte mir auf seine kindliche, von mir entsprechend zu interpretierenden Art einen Hinweis geben.
Ich wurde nicht enttäuscht.
So begann ich noch bei der Schaukel zwischen diversen “Wusch” und “Und los”, die ihn beherzt auflachen ließen, die Namensänderungen aufzulisten und anzumerken, dass man genauso gut “Sandkasten” (es lag förmlich vor unseren Füßen) statt “Battlefield” hätte wählen können. Die Wunsch-Problematik ließ ich außen vor, kam aber nicht umhin ihm im Holzhaus, das er dazu nutzte, um mir imaginäres Eis zu verkaufen (witzigerweise hatte er zwar Erdbeeren, die wohl kurz vorm Verfall waren, da er sie mir mehrfach anbot, aber keine Schokoladensauce; die Imagination ist auch nicht mehr das, was sie mal war), meine Sichtweise zum Mana Pool aufzuschlüsseln. Im Sandkasten letztlich, ich hatte ihm gerade die neuen Blockregeln mit einem Stöckchen in den Sand skizziert und ihm versucht klarzumachen, was ich damit meine, wenn ich sage, dass man dem Mogg Fanatic die Potenz nahm, sah er - nicht auf meine Erläuterungen zu Deathtouch wartend - mich an und fragte: “O Mi, spielen?”
Wie recht er doch hat…
(Ende des ersten Akts. Neffe exits zum Baden to the left, Hobbits enter to the right)
Ergo ist Zocken die Devise und just diesen Samstag bietet sich in dem Zusammenhang im Dortmunder Auenland ein Grand Prix Trial für Brighton an. Es werden die Booster Packs rausgeholt und fröhlich Sealed gedeckt. Das Problem ist nur, dass die bisherige Trial-Vergangenheit im Auenland alles andere als berauschend war, was so die Teilnehmerzahlen betrifft (der letzte - es war einer für Barcelona - fand mit drei Mann offensichtlich nicht statt). Das liegt garantiert nicht am Auenland (alle, die mal da waren, werden an dieser Stelle sicherlich zustimmend den Kopf up&down bewegen). Nur woran dann??
Klar ist die Zahl der Ausflüchte, die ganz gerne in so einem Zusammenhang rausgekramt werden, zahlreich bis unaufhörlich, aber wie haltbar sind sie?? Ich nehme mir mal drei Farblose und ein Rotes in den Pool, brenne solange es noch geht für einen und Dismantle das ganze:
Ich habe keine Zeit
Das Totschläger-Argument. Stimmt in einigen Fällen sogar, in den anderen Fällen ist Zeit durch Lust zu ersetzen und man kommt zum selben Ergebnis. Die Unlust resultiert aber in vielen Fällen aus einigen noch zu nennenden Aspekten, ist also heilbar.
Ich will gar nicht nach Brighton
Musst du ja auch nicht. Das ist ja das tolle. Selbst wenn man im Finale steht, kann man durch Zug an der entsprechenden Drop-Reißleine noch gefahrlos aussteigen und demjenigen die Byes überlassen, der sie will und nötig hat. In vielen Fällen wird sich diese Person dafür sogar erkenntlich zeigen. Man sollte aber nicht darauf bestehen.
Meiner Meinung nach wäre es auf der einen Seite sogar moralisch vertretbar jermandem die Byes zu nehmen, obwohl man sie selbst nicht braucht, da der Aspekt des “möge der Bessere gewinnen” immer irgendwie mitschwingt. Das ist aber nicht zu extrem zu sehen und würde für diese Ausführungen hier zu weit führen. Auf der anderen Seite wäre ich wohl auch super angepisst, wenn mir jemand die Byes klaut und verfallen lässt. Also sehr doppelmorallastig das ganze…
Es ist mir zu teuer
Klar, 25 Euro sind eine Hausmarke, aber da wir alle Magic spielen und die Karten ja irgendwo herkommen müssen, ist es zum einen nur verständlich, dass man Geld dafür bezahlt und die Hausmarke zum anderen gar nicht mehr so hoch, wenn ich mir die Preise des sekundären Markts für bestimmte Formate anschaue. Dass man mit den eingesetzten 25 Euro eventuell nicht den Gegenwert an Karten erhält, den man sich von eBay & Co. vorschreiben lässt, liegt an euch. Will sagen, da seid ihr selbst Schuld. Hier empfehle ich einen Ausblick über den virtuellen Kartenteller hinaus. (Vergleiche: “Beim MKM gibt’s Fling für zwei Cent!“)
Zumal neben dem Sealed-Material (und hier hoffe ich für den Ralph, dass es brave sechs Booster gibt, wie es mittlerweile Standard ist) noch ein Draft drin ist (eine entsprechende Performance vorausgesetzt) und Ralph sehr großzügig ist, was eventuelle Boosterpreise (ebenfalls Performance-abhängig) anbelangt.
Sealed Deck (oder Limited generell) ist nicht mein Format
Das Tolle an den Limited-Formaten ist doch, dass sie eigentlich keine Formate sind, sondern eher eine Möglichkeit, das Wissen und die Erfahrung und vor allem die Spielpraxis, die man in anderen Formaten sammelte, auf eine unbekannte Umgebung anzuwenden. Statt also stumpf nach Schema F die Karten gen rechts zu drehen und im Sumpf der Eintönigkeit steckenzubleiben ohne vorwärts zu kommen, kann man an den Limited-Formaten hervorragend seine Magic-Muskeln trainieren und sein Repertoire erweitern.
Ich habe keine Lust gegen das random Kid mit den X+3 Spoilern zu verlieren
Natürlich gibt es im Alara-Sealed Spoiler und natürlich kann es sein, dass jemand mehr als gesund wäre spielen darf, aber Wizards hat in den letzten Jahren derart viel in diese Richtung getan, dass man gar nicht anders kann, als das aktuelle Sealed-Format als “gesund” zu bezeichnen. Außerdem lässt sich selbst das random Kid noch besiegen, wenn es denn wirklich so random und so Kid ist.
Es ist zu warm
Den Aspekt hatte ich gestern noch ganz oben auf der Liste und wäre so der eine Punkt, bei dem ich selbst ins Grübeln käme. Die Wetterbedingungen fürs Wochenende und die Region stehen aber auf Sturm und Rotz und Wasser. Ergo, das perfekte Kartenzockwetter.
Bis morgen dann!!
Grundlagenforschung
— 11-06-2009 —
Weitere Fragen zu den Regeländerungen und Antwortversuche.
Wieso eigentlich Regeländerungen??
Gerade in Amerika sagt man ja ganz gerne: “Never change a running system.” Daraus lässt sich ableiten, dass es mit Magic vielleicht doch nicht so gut bestellt war, wie man ob der vielen “Magic ist tot”-Verneiner vermuten könnte.
Die Situation ist derzeit ungefähr dieselbe, wie die der Bundesregierung in Bezug auf die Renten. Wir haben viele Alteingesessene, aber kaum jemanden, der von unten (quasi die Jüngeren/Einsteigenden) nachrutscht. Letztlich zeichnet sich fast schon eine umgedrehte Pyramide ab (so rein demographisch gesprochen).
Jetzt ist es weiterhin so, dass die “Alten” im Magic abhängig von den Jüngeren sind, zumindest in einem Bereich, nämlich dem Turnierspiel. Wenn hier viele Ältere “abspringen” und kaum “Frischfleisch” nachkommt, steht die Turnierszene vor einem Problem. Und genauso ist es bereits. Mir liegen zwar keine Zahlen vor, aber wenn ich mir als jüngstes Beispiel den PTQ in Dortmund letzte Woche anschaue, fühle ich mich mehr als nur bestätigt. Bis auf Pascal (”der Finanzhai”) gab es wohl niemandem im Raum, der nicht schon fett Haare am Sack hatte (bei der einen Mitspielerin mutmaßt man noch) und dementsprechend abseits der 14 Jahre war. Und das im Ruhrpott, dem einwohnerreichsten Bundesland (die Qualität dieser Einwohner mal außer acht gelassen).
Wieso gibt es kaum Nachwuchs??
Es gibt da noch dieses andere Spiel (eigentlich sind es mehrere, aber ich nehme nur dieses eine, die Begründungen sind für die anderen Spiele dieselben), das es wie kein zweites versteht die Gunst der Jugend an sich zu binden. Die Rede ist offensichtlich von Yu-Gi-Oh! und die Gründe für die große Popularität des Spiels sind dreifach:
- das Spiel ist relativ einfach; es gibt keine 50+ Sonderfähigkeiten, die man “übersetzen” muss, weil alles was man braucht auf den Karten selbst steht - das Konzept mit den Fallenkarten und dem Kampf kriegt man ebenfalls in fünf Minuten erklärt
- die überwiegende Sprache für das Spiel ist deutsch; ergo gibt es noch weniger zu “übersetzen” (das wird auch gerade bei Kindern mit Migrantenhintergrund sehr deutlich, die entsprechend nicht zweimal “übersetzen” müssen)
- es gibt da diese TV-Serie…
Wenn man also in dem Alter ist, wo aus dem Spielplatz plötzlich der Schulhof wird und man ins Hobbyalter kommt, welches Spiel wird man dann spielen?? Das, wo man die Hintergründe bereits aus dem Fernseher kennt und bei dem der Einstieg ungefähr so schwer ist, wie ein aufgeblasener Luftballon, oder das, wo eher das ältere Semester relativ eingeschworen rumzockt, mit einem erschlagenden Bündel an Fremdwörtern in englischer Sprache nur so um sich wirft und “selbsterklärend” höchstens mal in Schrägschrift daherkommt??
Zwischenfazit
Magic sollte einfacher werden. Das weiß man auch bei WotC, immerhin will man Produkt verkaufen und Produkt verkauft sich eben besser an Leute, die noch keinen 24/7-Zugang zum Internet haben und entsprechend eher zu Toys R'us oder dem Fantasy-Laden um die Ecke watscheln, um dort für teureres Geld ihre zwei Boosterpackungen die Woche abgreifen.
Jetzt bringt es aber nichts, wieder so etwas wie Portal in die Läden zu bringen, denn das wird keiner der gerade erwähnten älteren Semester immer bei sich haben, um dem gerade über die Tischkante guckenden Kid ein paar Sorceries Hexereien und Kreaturen in die Hand zu drücken.
Auch die als WPN-Level getarnte Drückerkolonne (so die Sache mit den Mindestneuanmeldungen pro Quartal, sonst keine GPTs mehr (gibt es noch GPTs??)) brachte nur bedingten Erfolg.
Also gilt es das Spiel einfacher zu machen.
Ist das gut??
Es wäre gut, wenn dabei für die aktiven Spieler nicht so viel auf der Strecke bliebe.
Jede der Änderungen (okay, der Mulliganteil nicht), die man uns auftischte, macht eine oder mehrere (öfter mehrere) Karten schlechter, weil weniger reich an Optionen. Es fühlt sich an, als hätte man 50% der existierenden Magic-Karten kastriert. Schnipp-schnapp, Schnibbel ab. Und ich rede dabei nicht nur von dem Combat Damage Desaster. Wie glaubwürdig ist eigentlich eine Regeländerung, für die man direkt eine Ausnahme (Deathtouch) einführen muss, damit es nicht zu offensichtlich ist, wie unsauber man da beschnitten hat??
Zvi Mowshowitz schrieb zum Beispiel (Pflichtlektüre btw!!) zum Combat Damage:
“It is not obvious at first glance whether this adds or subtracts strategic depth from the combat itself, although it is almost certain at least in the short term to decrease the strategic depth of people’s decks and cards. There are clear scenarios it makes less interesting, and clear scenarios it makes more interesting but the ones where it gets more interesting it does so by disincentivising the player to have the cards in question in the first place because he no longer has a clean option available. Yes, as Aaron Forsythe has pointed out when you block with a Nantuko Husk and a Siege-Gang Commander you can change the situation from one where I have a clean option that wins me the combat into one where I have several options and it is not clear which one is best (technically that’s a double block but it’s the same idea). There will also be cases in which I used to have multiple good options and now have only one left. The problem is the most likely response to this is to not play with Nantuko Husk and Siege-Gang Commander. The deck in question is probably now unplayable.”
und auch:
“To summarize the strategic implications, Magic will become strategically simpler and involve less skill. We will see more creatures with high power and high toughness and strong inherent always-on abilities. We will see less creatures with activated abilities such as regeneration, pumping abilities and especially sacrifice abilities. We will see more creature removal at the expense of pump spells, bounce spells and damage prevention. As cards rotate the cards may adjust to somewhat mitigate these effects.”
Fazit
Magic wird also einfacher, weil weniger komplex. Wird das aber das jüngere Volk dazu bewegen, sich mehr mit Magic auseinanderzusetzen?? Ich denke nicht. Es gibt es eben immer noch 50+ Sonderfähigkeiten, die sich hinter kryptischen Bezeichnungen wie “Exhume”, “Sweep” und “Affinity” verstecken und den Einstieg erschweren und die acht Events im Jahr in denen man dazu verdammt ist mit deutschen Karten zu spielen, machen den Braten meines Erachtens auch nicht fett.
Zumal es dem Spiel an gutem Einstiegsmaterial fehlt. Die Intro-Packs sind da sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es ihnen an reiner Kartenmasse mangelt, da 40 eben nicht gleich 60 (da macht auch der Booster nicht viel) und man mit seinen zwei Rares immer noch recht ohne Hosen dasteht.
Yu-Gi-Oh!-Spieler haben es da einfacher. Die bekommen Decks mit allen erdenklichen Tournament-Staples schön spielfertig verpackt. Natürlich geht das zulasten des sekundären Kartenmarkts, aber das interessiert die Neulinge zunächst wenig. Die neuen Duel Decks gehen scheinbar in diese Richtung, haben aber immer noch das Problem, dass sie zu komplexe Karten haben und nur in englischer Sprache erhältlich sind. Ich blätterte gerade durch das Divine vs. Demonic und mit Akroma, Angel of Wrath ist wohl alles gesagt.
Meines Erachtens sollte man sich mit dem Status des Spiels abfinden und aufhören Magic in eine Parklücke zu bugsieren, die schon seit Jahren zu klein ist. Stattdessen könnte eine Auflockerung der FNM-Formate zu einem besseren Ergebnis führen. Bietet man dort zum Beispiel Highlander, Pauper und 2HG an, erreicht man eine Spielergruppe, denen man nicht erst das Spiel beschneiden muss. Aber dieser Gedankengang ist noch relativ unausgegoren…
Magic: the Brothel??
— 26-04-2009 —
Es ist 8e früh, der Kaffee dampft noch unberührt, die Müslimilch läuft mir ungehindert das Kinn herab und in Bälde stehe ich vor der üblichen Meute im AWO-Vergnügungszentrum Heiligenhaus und mime in meiner lebenslustigen Abart den einzigen Judge im Raum mit der handelsüblichen “Pro Player”-Einstellung (”pro” mehr griechisch, denn gut bezahlt).
Nachdem das Setting steht (okay, ich könnte noch erwähnen, dass mein Radiowecker mir “Die Zeit heilt alle Wunder” der Helden vorspielte, um mich aus dem Schlaf zu kriegen (ich musste mitsummen, also klappte es)) nun der Hammer (damit meine ich mal nicht meine Morgenlatte). So beim (mehrmals) täglichen MTGPop-Check stolperte ich über einen MTGSalvation Rumor Mill Thread, derart benannt, als hätte ihn das deutsche Übersetzerteam in die Finger gekriegt: “Strengething Our Core“.
Die offensichtliche Lese- und Rechtschreibschwäche des Autors (jetzt nicht ich) zu ignorieren, fällt aufgrund des Bildes, das sich dem Publikum bietet, nicht schwer:

Ich bin jetzt alles andere als prüde, aber in meinem RSS-Reader bekomme ich regelmäßig weniger anzügliche Bilder präsentiert (hier empfehle ich “Synthetic Pubes” und “Debauchette“; beide obv NSFW, dafür abseits des Hochglanz-Pink-Pussy-Programms, quasi mit Stil für den Stiel). Es kann eventuell auch an der Uhrzeit liegen (heute Abend hätte ich vielleicht ganz andere Sachen zu dem Bild gemacht… ähm, nein), aber wie unpassend ist das Bild eigentlich??
Gezieltes Marketing (Hallo mid- bis postpubertierendes Publikum) hin oder her, aber irgendwie missfällt mir das Bild. Es suggeriert “Käuflichkeit”, jetzt aber auf schmutzige und billige Art und Weise. Die ausgestreckte Hand (”Sucki, sucki! Ten dollar. Me love you long time.” - okay, dafür sind die Augen zu mandelförmig), die sich selbst öffnende Korsage, das Wasser, der “erregierte” Felsen. Selbst der Slogan darunter: “New cards, new whores”…
Fantasy ist was anders. Statt einem Zelt in der Hose braucht der Magier von Welt einen Dreispitz auf dem Kopf (oder waren das die Zauberer??). Ritter, Drachen, Goblins, Feuerbälle das ganze Programm halt. Da ist meines Erachtens nach kein Platz für “Arielle, der Wasserfreundin vom Hafenstrich”.
Unvirtuoses Realitätsdilemma
— 03-01-2009 —
Ich wollte die Tage zwischen den Feiertagen dazu nutzen meine unsortierten Magickarten in ein brauchbareres, weil findbareres, Durcheinander zu bringen. Meine Morningtide-Karten liegen staubbedeckt auf zwei größeren Haufen rum und suchen Obdach, das schwarz-rote LD-Deck von vor zwanzig Jahren ist ebenfalls fällig und eigentlich könnte man die Timeshifted-Karten doch alle schön zurück zu ihrem Ursprung führen. Wen interessiert da schon das Editionssymbol??
Das Problem nur, das ist eine Schweinearbeit. Ich nutze für meine Sammlung den Klassiker in Form der größeren und stabileren Ordner von Ultra Pro in diversen Designs (leider gab man die Editionsordner wohl zu Invasion auf, so dass da jetzt immer Generische herhalten müssen, weil sich auch noch nicht mal mehr welche mit “Magic”-Schriftzug finden lassen) und dazu passende 9-Fächer Seiten. Da ich eine halbwegs strikte “4 Kopien pro Karte”-Politik habe, ist das mehr als ausreichend. Wenn man nicht viele Decks gleichzeitig spielt, geht das, zumal bei vielen Rares eher die alternative “Ich hätte gerne” oder die “Ich brauche davon keine 4 Kopien pro Karte”-Denkweise zum Zuge kommt.
Dann aber der Akt des Sortierens an sich. Zuerst werden die Karten nach Edition (sofern nicht schon, wie eben bei Morningtide), Farbe und dem englischen Alphabet sortiert, es müssen die dazugehörigen Ordner gefunden werden (in letzter Zeit vertue ich mich ganz gerne mit dem Editionssymbol; man wird alt), dann der passende Platz und dann wird gefüllt. Findet sich (das passiert so meist gegen Ende) noch ein kleiner Stapel mit Karten, oder ich komme auf die Idee, dass es an der Zeit ist das Body Double.dec aufzulösen, geht der Spaß von vorne los.
Eine unendliche Spirale, die mir schon lange kein Vergnügen mehr bereitet. Ich probierte für einige Zeit die diversen digitalen Möglichkeiten aus, aber beim Deckbau nicht durch Ordner blättern, sondern irgendwelche Begriffe in eine Suchleiste zu tippen und irgendwelche Schalter umlegen, nimmt dem Ganzen ihren visuellen Reiz und spontane Entdeckungen gibt es auch nicht (neulich zB den Urborg Elf entdeckt, der es direkt in mein neuestes Fundeck schaffte).
Andersherum wäre es viel gemütlicher. Ich suche mir die Karten, indem ich angeregt durch meine Ordner stöbere und wenn die Karten nicht mehr benötigt werden, reicht eine kurze SQL-Anweisung oder ein Klick auf einen Button, um alles wieder in Ordnung zu bringen. So irgendwie analog (naja, mehr digital) zu der Idee von John Battelle, der sich im Supermarkt seine eigene Such- und Informationsstrategie heraufbeschwört, oder Google CEO Eric Schmidt, der GPS und Personal Assistants beschwört. Wenn es so etwas für die Karten in meinem Ordner gäbe…
Vielleicht muss ich auch nur mein System umwerfen. Statt der Ordner zB Pappboxen, so diese netten Länglichen in weiß oder von Ultra Pro mit Magic-Motiven. Die erleichtern das Zurücksortieren mE um einiges, sind aber, wenn man die Karten nicht in Hüllen hat, nicht so gut für den Kartenrand (gerade der obere, wenn man da mit dem Finger entlang und wer weiß, wo der vorher war, und so); und in Boxen voller eng aneinander liegender Karten stöbern ist ebenfalls nicht wirklich anregend.
Eine wirklich machbare Alternative wären die Enzyklopädien (es gibt sie in sechs einzelnen, oder wie, verlinkt, als Gesamtband) , die es mal vor Jahren gab. Das waren DinA4 große Bücher mit Abbildungen aller Karten schön nach Editionen sortiert. Eignet sich hervorragend zum Stöbern. Daneben die Boxen, um die Karten später zu finden und ich wäre ein glücklicher EvilBernd, quasi HappyBernd. Doch auch hier gibt es nur Probleme. Die Enzyklopädien wurden nach Apocalypse eingestellt und die Kartentexte entsprechen gerade bei früheren Karten nicht dem heutigen Stand (hier starre ich auf den Kreaturentyp).
Man hat es nicht einfach.
Benetzt
— 07-12-2008 —
Ich verbrachte große Teile des gestrigen Tages vor dem PC, programmatischer Dinge, und da kommt man, wenn man sich, wie ich, gerne ablenken (neudeutsch: prokrastinieren) lässt, nicht umhin öfter mal auf das MTGPop-Bookmark zu klicken, um zu sehen, was die Tage so ging, um nicht vollends im Code-Dschungel zu vers(t)umpfen.
Hier meine Highlights:
Andreas “Zeroverstand” Pischner kam in einem, mit seinem IQ betitelten, Blogeintrag auf die Idee fast die komplette Lösung des PlanetMTGschen Gewinn- und Gedankenspiels zu veröffentlichen. Das braucht natürlich schon Cojones, aber höchstens in Form von Eiersalat in den Gehirnwindungen. In den dortigen Kommentaren spielen sich seifenopernverdächtige Szenen ab. Wer also die letzte Folge von GZSZ verpasst hat, kommt garantiert auf seine Kosten.
Wieso die Lösung nicht komplett ist?? Es fehlt der Tarmogoyf, den man - mit 60 Kopien im Deck - dazu nutzt, den Gegner mit großem Augenzwinkern und zweideutigen Bewegungen zur Aufgabe zu bewegen.
Der einzige lustige Webcomic zu MtG schließt zum Jahreswechsel seine virtuellen Kanäle und verbleibt als Archiv. Ergo hat es sich ausgemongrelt für UG Madness. Ein Nachfolger scheint aber bereits gefunden zu sein. Wir nehmen den Atog, setzen ihm drei random Panels vor die Nase und zeigen ihm, wie man runde Sprechblasen macht. Das hat einmal geklappt, das sollte öfter machbar sein.
Für Leute, die nach immerhin (wann wurde doch gleich Morningtide released??) Monaten noch nicht die Nase voll vom Feenstaub haben, sei zum einen der seine UK-Champs-Erfahrungen aufarbeitende Blogeintrag von penfold67 empfohlen (er schaffte es später sogar auf die TCGPlayer-Startseite) und zum anderen noch der leicht be- bis nachdenklich anregende Text zu einer Sideboard-Strategie im Mirror.
Oh und dann habe ich gestern Abend/Nacht noch Nikolaus gespielt. Ich idlete so im #mtg.de rum, hatte #magic-league so nebenbei laufen, da sich dort niemand auf meine Frage
EvilBernd: any hot girls up for cs??
meldete, bis sich dort folgendes abspielte:
Dakkon555 entered the room.
Dakkon555: i have a deck on magic-league!
Dakkon555: i am the best magic player ever!
Dakkon555: i have a question
Dakkon555: since the site moved urls
Dakkon555: will my deck be on deckcheck.net?
***Weedmonkey facepalms
Weedmonkey: you sir, need to aim higher
EvilBernd: is it an interestingt deck dakkon??
Dakkon555: me?
Dakkon555: i wanna be on deckcheck.net
Dakkon555: :(
derflippi: dakkon speaking with the source for his question :)
derflippi: or the answer.
Dakkon555: its been my dream
Dakkon555: for like
derflippi: who knows.
Dakkon555: b/c most m-l trials are
EvilBernd: well, i got connections…
Dakkon555: ^^
Dakkon555: weedmonkey
Dakkon555: why do i need to aim higher?
Dakkon555: im on the internet
Dakkon555: so that will help my chances of getting a 2HG partner at worlds
Dakkon555: maybe even PV will be my partner if he scrubs out of the main event
Dakkon555: ^^
EvilBernd: now you are dreaming
EvilBernd: ;-)
Ich schlüpfte also in meine rot-weißen Stiefelchen, ließ mir vom Flippi die aktuelle Magic-League-Startseite zeigen (die ziehen da mit den Servern um; aktuelle URL für die Liga ist http://magicleague.startlogic.com/) und erfüllte dem Dakkon555 seinen Wunsch.
Dass ich zuvor M.A.S.H. geschaut hatte, dürfte dabei eine relevante Rolle gespielt haben…
Schriftverkehr
— 28-11-2008 —
Kurz ein paar Worte zur derzeitigen Situation hier auf MTGBlogs.de (und damit auf GerMagic). Dies sollte eigentlich in Kommentarform unter Kenshin's Blogeintrag geschehen, aber ich dachte mir, so ein paar offizielle Worte in halboffizieller Form sorgen dafür, dass man uns nicht gleich die Flughäfen dicht macht.
Nur wo beginnen?? Die Kritik ist zahlreich, es wird in alle Ecken und Enden gedeutet, sogar der Zeromant hatte nix besseres zu tun, als mal wieder Kritik vom Kai zu kegeln (wer hätte das gedacht…), aber im Grunde ist es dieselbe Kritik, die sich zu Beginn von MTG Blogs schon in den Kommentaren fand.
Trotzdem gehe ich auf zwei der Kritikpunkte (es sind die größten und sie sollten die anderen gleich mit umkugeln) ein.
Qualität
Wer definiert Qualität?? Ich will das nicht für andere machen. Ich will auch nicht, das ihr das generalisiert macht und es ein System auf MTG Blogs/GerMagic gibt, der sagt, hier die Blogs da, die sind gut, die da drüben wachsen noch und der dunkle kugelige Fleck da am Horizont, das ist der Spam. Qualität ist im Internet ein sehr dehnbarere Begirff, aber mir gefällt die Variante der “persönlichen Qualität”, wo jeder für sich selbst entscheiden kann, was ihm gefällt und was nicht. Das eine wird besucht, das andere eben nicht. Bei den Blogs entsprechend gelesen vs. ignoriert. Um es plastischer zu machen, persönliche Qualität ist, wenn man beim Eismann statt zur Vanille zur Schokolade greift, oder bei den Schmuddelfilmen statt den Rasierten eher die Prägnanten bevorzugt. Jupp, persönliche Qualität ist also Geschmack. Dem einen schmeckt es, wenn ein Text fehlerfrei ist, der andere kann auch mit dem Dillettantentum einer schwarzen Wolke leben und wir alle lüben den Frisör.
Geschmack bringt mich direkt zum nächsten Punkt:
Übersichtlichkeit
Wenn da mal eben so in kurzer Folge bis zu zwanzig Einträge über die GerMagic-Startseite huschen, dann kann da schon mal was danebengehen, bzw. man verpasst etwas, wenn man eben nur die GerMagic-Startseite zu Rate zieht, um in den Blogs auf dem Laufenden zu bleiben. Dort werden stets sechs Einträge prominent platziert und, nach kurzer Draufsicht erkennbar, zeitlich angerichtet. In aller Regel reicht das auch. Wenn es etwas mehr sein darf, empfehle ich wahlweise einen RSS-Feed (hier wählt man den Allgemeinen, oder für jeden Blog, der einem geschmacklich zusagt, einen eigenen), MTG Pop, oder die MTG Blogs-Startseite. Wenn das alles nicht hilft, bliebe noch Google…
Das war es eigentlich - wobei, einer geht noch. Der Pischner kritisiert die Offenheit, die auf MTG Blogs herrscht. Jeder Dödel könne sich anmelden und Selektion ist was für den Biologie-Unterricht (meine Worte). Da sag ich mal, willkommen im Internet. Nicht, dass es nicht Ironie genug wäre, dass die Kritik, dass es zu einfach wäre sich irgendwo anzumelden und loszubloggen, von gerade jemandem kommt, der sich bei dem freien und kostenlosen Blog-Anbieter Wordpress.com sein virtuelles Zuhause schaffte. Ob es besser wird, wenn die Texte erst durch ein Kriterium (einen Redakteur; man zahlt was) geschleust werden, wage ich zu bewezeifeln.
MTG Blogs ist eben nicht viel anders als Wordpress.com nur geht es hier (mal mehr, mal weniger) um Magic und da einen gesammelten Platz zu haben, wo sich jeder in dem Bereich austoben kann, scheint mir nicht verkehrt zu sein. Deswegen freut es mich, wenn sich Leute anmelden und ich persönlich bin sehr gespannt darauf weitere Blogeinträge von
zu lesen. Die werden zwar nicht immer meinen Geschmack treffen, aber das müssen sie ja auch nicht.
Im Land der verpassten Möglichkeiten
— 26-10-2008 —
Wir verließen unseren Held das letzte Mal, als er kurz davor war, sich in irgendeinem nicht näher definierten Land auf dem afrikanischen Kontinent von einer irgendwie nicht näher definierten Großbäuchigen genüsslich die Eichel veredeln zu lassen. Die Eichelveredelungsaktion verlief glücklicherweise nicht ganz reibungslos, in der Sahara enstand eine neue Oase, die Kamele freuen sich, die Palmen wedeln sanft im Wüstensturm, doch unser Held (that's me) ist bereits wieder in Deutschen Landen in geheimer Mission, um neue Untaten des trüben Trios aus Dreieich aufzudecken (bloß nicht zu verwechseln mit dem Trüby Trio, weil die machen supernice eclectic Jazz-Musik).
Als Sextoys-Händler (Toys für Adults halt) auf der Spiele-Messe in Essen und after having nice buttsex with a female elf, kam der Long (Name nicht geändert; Fake-Namen lagen der Redaktion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor) zu mir an den Stand, kaufte komisches Latex-Material und berichtete davon, was in seinem Laden in Essen so ging. Immerhin fragte ich danach und er antwortete netterweise. Es ging natürlich nichts, zumindest nichts mit Magic-Bezug, dafür lief (eher rannte) das Geschäft mit den Yu-Gi-Oh!-Jüngern…
[kurzer Einschub]
Um das Rätsel mit der Popularität des Yu-Gi-Oh!-Spiels bei der Spieler-Basis (so um die 13, unrasiert, noch zwei Jahre bis zum ersten Alkohol- oder Drogenentzug verbleibend) gegenüber des Magic-Spiels zu lösen: es ist die Sprache. Yu-Gi-Oh! wird zum Großteil auf deutsch verteilt und eben gezockt und es gibt keine 262 Vokabeln (aka Special Abilties Schrägstrich Keyword Shizz) die man lernen muss, um auch nur halbwegs sinnvoll eine Karte nach rechts zu drehen.
Wieso wir früher doch mit Magic begonnen haben: Es gab nix anderes.
[Ende des kurzen Einschubs]
In einem unscheinbaren Nebensatz fragte mich der zuvor noch um Mengenrabatt für das Doppeldildo-Set (es wären ja zwei…) Feilschende, ob ich etwas von der “Store Challenge” gehört hätte. Ich hatte nicht und er klärte den Nebel meines Unwissens.
Die Store Challenge ist ein smoothes 2HG-Turnier am Sonntag der Pro Tour Berlin, wo eine handvoll verlesener Expert-Stores (falls es den Begriff noch gibt) ein Team aus zweifingervoll verlesenen Magic-Spielern zu einem Prestige-Event antreten lassen, in dem es um Booster und T-Shirts und einem im Laden signierenden Magic-Artist (ich tippe hier ja auf Franz Vohwinkel, weil der aus Wuppertal ist und die Anreise nicht so lang) und einem 2-Seiten Special über den Laden im Magic-Magazin und einem original Magic-Druckbogen (der muss auf der DM übrig geblieben sein). Ausschreibungen zur Store Challenge gab es bereits im August diesen Jahres.
Ich bin vielleicht offline nicht ganz so aktiv, wie ich gerne wäre, aber online habe ich meinen Schwengel im Teich, doch eine Store Challenge ist da noch nicht vorbeigeflossen. Zumal so eine Store Challenge und das Repräsentieren eines Stores, eine Mega-Möglichkeit für eine landesweite Turnierreihe gewesen wäre. Ein nettes kleines 2HG-Event, um dem Sieger-Team die Möglichkeit zu geben in Berlin im Namen des Shops mal kräftig auf die Kacke zu hauen.
Doch der Zug ist leider durchgefahren. Einfach so, ohne Halt, noch nicht einmal die Post hat er mitgenommen. Naja, fast. Der Ralph aus dem Auenland (Name aus Werbezwecken und weil es einfach eine supernette Aktion von ihm ist und damit die Hasbro-Brüder wissen, wo sie am Montag anrufen müssen, nicht geändert) gab dem Christoph und mir die Möglichkeit da eventuell doch aufzutauchen, wir müssten uns nur schnell (so bis heute halt) entscheiden und er täte seine Vitamin B-Pillen einwerfen. Aber leider wird das nichts, da es mir an Zeit mangelt (trotz der heutigen einen Stunde, die ich mit diesem Blogeintrag vertat). Ich darf dem Christoph nur nichts vom kostenlosen T-Shirt erzählen, weil er mich sonst kommenden Samstag höchstpersönlich von ‘ner Frau runterkratzt, um mich notfalls unter Gewaltanwendung bis in die Kapitale zu schleifen.
Heute also der letzte Tag der Spiele-Messe in Essen. Ich werde in Hemd und dunklen Schuhen an einem unscheinbaren Stand stehen, sächselnd frisch-importierte Silikon-Waren unters bedauernswerte Volk bringen und nebenbei darüber nachdenken, wem man die Schuld für diese doch recht offensichtliche Möglichkeit, die Turnierquote in den Stores zu erhöhen, in die ungeputzten Schuhe schieben könnte…
Standard??
— 21-09-2008 —
Heute Gestern also das Standard-Event beim Card Con in Dortmund. Ich berichtete, ihr last. Lest mehr:
Nach First Pick Puncture Bolt gefolgt von Mudbrawler Cohort aus dem schwachen Booster, gab es als zweiten Pick des zweiten Boosters den Deus of Calamity und irgendwo noch die Tattermunge Witch. Ergo gab es viel Rot mit einem Hauch von Grün für eben die Hexe und den Aerie Ouphes aus Eventide. Eventide war gar so nett, dass ich doppel-Clout of the Dominus in den vorletzten Picks bekam (okay, das ist nicht so selten) aber das auf einen meiner fünf U/R-Knaben (2 Hopper, ein Bandit, eine Crag Puca und dem handelsüblichen Mimic) und die Sause konnte starten.
Moment, werdet ihr jetzt denken, Standard-Turnier und der Evil erzählt uns hier was von seinem random Schimmelhaufen, der letztlich nur für den zweiten Platz reichte, weil Michael Müllers U/W-Aura auf dem 3/3, nicht von roten Kreaturen blockbar, das Spiel sehr zu seinem Vorteil umbog??
Fakt ist halt, dass sich zum Standard-Event satte 6 Spieler (naja, 5 Spieler und der Martin Brenner) bekannten, was halt zu wenig ist. Im Legacy-Teil schaffte man zwar das doppelte, aber das doppelte von 6 ist auch nur das Dutzend (ein sehr lautes Dutzend - super störend teilweise die Legacy-Spieler, da freut man sich, wenn die mal aus der Pubertät raus sind (random Diss Ende)), was relativ wenig ist, wenn man bedenkt, dass man damit gerade gut genug einen Eierkarton füllt und noch zwei Eier übrig hat, um so manchen Control-Spieler auszustatten (okay, genug random Disses for today).
Zurück zu den nackten Zahlen. Sechs Spieler plus zwei Offizielle gleich ein Draft. Unsanktioniert, da Ute den Daniel entbehren konnte (zwei Judges für zwölf Leute klingt doch zu sehr nach ABM) und dieser einfach mir nichts dir nichts die “Fragmente von Alara”-Booster aus dem Kofferraum zauberte. Er arbeitet ja nicht umsonst bei Universal (wohl aber nicht mehr lange). Okay, es war leider doch kein SoA beim Draft(s.o.); aber er hat sie vertickt, verdammt günstig sogar…
Die erste Runde durfte der Ralph dran. Er hat sich was Grün/Rotes gebastelt mit gewichtiger Gewichtung auf Grün, was nicht nur auf den Wistful Selkie zurückzuführen war (dank Murphy gab es natürlich das Play, wo er Turn drei den Mountain neben die zwei Wälder packt und stöhnt, weil der Selkie nicht raus zum Spielen konnte).
Spiel 1 war schnell vorbei. Ich hatte den 1 Drop, gefolgt von Stream Hopper plus Aura als 2 Drop, was zusammen dank Giant Baiting zwei Runden später für den Sieg reichte. Spiel 2 zeigte sich, dass 16 Länder doch etwas zu geizig sein können, weil nicht eins davon auf der Starthand Platz nahm. Also Mulligan und die weniger aggressive Hand, wenn auch wieder mit Hopper und ernergischem Durchsetzungsvermögen. Ich prügelte ihn von 20 auf 17 auf 11 (Cohort + Aura) auf 8 (die Kohorte musste ab hier aussetzen, weil zu viele Blocker; sie starb eh einen Zug später wegen eines unnötigen Angriffs meinerseits) auf 5 (auch nur, weil Ralph es zuließ, dass mein Hopper in letzter Sekunde (also quasi, nachdem er die Blocker schon deklariert hatte) über den 4/4er drüberhüpfte (man merke, Shroud != Unblockable) auf 4 (die Aura verschwand im Rachen des Wickerbough Elder) auf nichts mehr, weil der 1/1er plus 12 Lands nicht viel gegen eine stetig wachsende Armee auf der Gegenseite unternahm. Spiel 3 zeigte sich bei mir eine Mana-Normalverteilung (also alles, wo Spells größer Länder) und das Match war nach sechs Turns besiegelte Sache.
Runde 2 gegen den Herrn Brenner, der extra die anderthalb Stunden gefahren war, um sich hier den Draft zu gönnen Standard zu spielen. Hätten wir mit unseren Standard-Decks performt, wäre ich mit meinem Stuffy Doll / Spitemare / Pyroclasm-Ungetüm ungefragt in sämtliche Ritzen gefistet worden (da kennt der Brenner sich aus, seine neueste Obsession: ManDingo, nicht zu verwechseln mit Mandingo). So aber pilotierte er die schwerfällige U/W-Armada, während meine Mannen leichtfüßig und grazil (naja, zumindest leichtfüßig) über die Red Zone tänzelten. Erwähnenswert nur Spiel 2, weil er nur da Gegenwehr leistete. Und was für welche. Im Damage Race unterlag ich, fast, da 1 Lebenspunkt bekanntlich 1 Lebenspunkt ist und ich mit meinem Noggle Bandit im Play gegen seine drei Jungs noch genau einen Ausweg hatte: es muste das zweite Clout her. Eins lag bereits im Friedhof und der einzige spielerfeindliche Burnspell (Puncture Blast) lag darüber.
Ich habe selten so treffend getopdeckt.
Bleibt das Finale gegen Herrn M. Müller. Er begann das erste Spiel (er hatte meinen Ungerade-würfelnden Würfel entlarvt und nutzte das zu seinem Vorteil), ich fuhr nach Paris, ich verzockte, er gewann. Die Situation ungefähr so: Er kontrolliert Ballynock Cohort - getappt, weil im Angriffs-Modus, zwei ungleiche Mimics und eine Mistmeadow Witch (dazu passend sieben ungetappte Ländereien) im Spiel. Ich einen Intimidator Initiate, eine Tattermunge Witch, den Stream Hopper und die Aerie Ouphes auf meiner Seite. Die Witch (seine, obv) musste weg. Auf der Hand hatte ich dafür einen Mountain (bei fünf Gleichgenannten im Spiel) und eine Clout of the Dominus, ich zog aber einen Puncture Bolt. Lebenspunktestand: ich 7, er 8.
Das gute Play (nicht zu verwechseln mit dem guten A, das ist ein anderer Sender) wäre ergo gewesen, Clout auf den Hopper anzutäuschen und den Initiate auf einen der beiden Mimics zu aktivieren. Seine Witch entfernt meinen Hopper und wird vom Puncture Bolt in den Nebel zurückgeschossen aus dem sie gekrochen kam, was für eine zweite Aktivierung des Initiates für den zweiten Mimic sorgt. Danach kann ich ihn gemütlich mit dem Ouphe und der Tattermunge attackieren und auf 3 Lebenspunkte bringen, während die 1-Drops die Stellung halten. Das schlechte Play war es, zwar die Witch wie oben beschrieben abzuschalten (auch wenn er sie sich auf die Hand zurückbouncte), aber nicht einmal den Initiate zu aktivieren und entschrechend auch nicht anzugreifen, sondern einfach “Go” zu sagen.
Spiel 2 begann dann ich und er fuhr nach Paris (ich lieh ihm meine Google-Maps-Reiseroute) und ich gewann.
Als wären Barrenton Cragtreads nicht genug, legte er später im dritten Spiel (meine Jungs kamen nicht so recht aus dem Quark) ein Steel of the Godhead auf eben jene und aus “für mich nicht blockbar” wurde “für mich nicht blockbar im Quadrat mit Sahne”. Die Sahne bestand aus Lebenspunkten für ihn und einer Arterienverfettung bei mir. Das alte Schleckermaul.
Beim Rarepicken am Ende konnte ich mich nicht beschweren: Cascade Bluffs, Boartusk Liege, Wort, the Raidmother (da hatte ich im Draft einen Puncture Bolt drüber gepickt) und Memory Plunder, den ich dem SlimDieta die Tage auf einem der von mir gejudgten Pre/Release-Events in die Poritze einführen werde. Der mag so etwas.
