Tour de Force - Teil 2 von ungefähr 3
— 11-01-2010 —
Überspringen wir meine Nicht-Performance im Vintage-Teil des Events, um uns direkt mit dem zweiten Grand Prix Trial des German Magic I Wochenendes zu beschäftigen. Doch bevor wir zu dem bereits bekannten und erprobten Runde für Runde Szenario kommen, noch zwei Begebenheiten, die einen nicht gerade geringen Einfluss auf das Geschehen hatten.
Da mir das Deck am Vortag eigentlich sehr gefiel und ich nun auch Teile der anderen 50% der Karten kannte (das mit den missed Triggern wollte aber immer noch nicht so recht), mutete ich meinem Autopiloten etwas mehr als eine Bruchlandung zu und war bereit es erneut mit dem Slogger zu wagen. Nun war es aber leider so, dass der Felix seine Pyroblasts benötigte und Alex ebenfalls nicht ohne vierte Chalice of the Void ins Vintage-Wagenrennen wollte, also brauchte ich Ersatz. Die Anmeldung rückte bedenklich nahe, die Panik war entsprechend hoch und die Deckliste bisher leer. Alex half mir, wo er nur konnte, er machte sogar eine Chalice ausfindig, doch die war foil und nicht seine. Alex seine, die ich am Vortag nutzte, war zwar ebenfalls prämiert, aber hier hatte ich weniger Bedenken, wenn die danach keine 2,50 Euro mehr wert war. Ich würde ihm eine neue besorgen, er würde mir zweimal kräftig in den Unterleib treten und die Sache wäre gegessen. Ich lehnte entsprechend ab, auch wenn ich das Triplet Blasts vom selben Spender gerne in Empfang nahm (nochmals danke, Björn, die Karten habe ich noch, der Alex weiß Bescheid und Iserlohn ist ja eh erst in ein paar Tagen).
Auf der Suche nach einer Alternative kramte ich in Alex Ordner und stieß auf Thoughts of Ruin und Goblin Charbelcher. Beide waren verlockend, die Hexerei ließ sich aber nicht so recht mit dem Hellbent-Gedanken des Decks vereinbaren, so dass ich zum Artefakt griff. Mit diesem hatte ich bereits zu Mirrodin-Zeiten meinen Spaß gehabt und die Slogger im Deck würden sich garantiert über ein Wiedersehen freuen.
Für die zweite Begebenheit muss ich ein wenig länger ausholen. Es ist indirekt zweigeteilt, weswegen ich mit dem kleineren Übel anfange. Das Vintage-Event wurde aufgrund plötzlich einsetzendem Schneefalls über Nacht um eine Stunde nach hinten verschoben, die Startzeit des Trials hingegen blieb dieselbe und befand sich kurz nach Ende der zweiten Runde des Vintage-Turniers. So konnten etwaige Legacy-Aspiranten, die erst beim Stand von 1-2 den goldenen Löffel abgeben wollten, um es danach erneut mit Goyf & Co. aufzunehmen, dies nicht mehr tun, was letztlich in nur 28 oder 29 Teilnehmern resultierte. Bedenkt man, dass es ab 32+ Spieler weitere Byes gibt, ein nicht zu unterschätzender Fakt.
Ein viel größerer Fakt und auch das größere Übel war der Judge des Trials. Dieser wollte aus Bequemlichkeitsgründen den Trial an der freien Tischreihe zwischen dem Vintage-Spielbereich und dem “Wohnbereich” (wo es halt Nahrung, Toiletten und Ausgänge gab) stattfinden lassen, obschon sich auf der Empore fernab von Time Vault & Co. genug Platz befand und die Atmosphäre für die Trial-Spieler definitiv eine angenehmere gewesen wäre. Ich sprach ihn darauf an, machte deutlich, dass die Sache sehr unschön für die Trial-Teilnehmer werden würde, zumal die Runden der beiden Events nicht parallel liefen, so dass wir oft noch in der Halbzeit wären, während die Vintage-Spieler bereits ihre Runde beendet hatten und sich aufgrund der Lage immer schön an uns vorbeischieben würden. Auch auf das Nadelöhr an dem zur rechten und zur linken je eine Legacy-Partie stattfände (und von der man bildlich gesprochen behaupten könnte, dass eine Prostituierte im Flatrate-Modus weniger Verkehr hat als eben jene T-Kreuzung (auch wenn die Verkehrsteilnehmer wohl dieselben wären ;-)), machte ich extra aufmerksam, stieß aber auf taube Ohren. Die Gegenseite argumentierte mit eventuellen Deckchecks (es wurden natürlich keine gemacht) und Judge-Mangel (nicht wirklich mein Problem, sondern eher eins des Veranstalters), was in weniger Pausen seinerseits ausarten würde (auch hier wurden vermutlich keine gemacht). Hinzu kam die Tatsache, dass auch für unseren kleinen Trial die Mikrofon- und Lautsprecherkombination genutzt wurde, was zu weiterem Unverständnis meinerseits führte.
Ich sollte die erste Runde natürlich direkt mal am Nadelöhr zocken und hatte nicht selten das Gefühl, dass der nächste Vintagespieler, der seinen Rucksack über den Tisch fegte, nicht nur die dort befindlichen Decks mitnahm. Es geschah zwar nichts, aber entspannt zocken war anders.
Dass es dennoch vergnüglich wurde, lag zum größten Teil an meinem Gegner, der mich erst in Angst und Schrecken versetzte, als er mit Ancient Tomb und Chrome Mox begann. In den Mox warf er aber einen Aven Mindcensor, so dass ich nicht das Mirror fürchten musste. Dass Stephan die drei Mana nutzte, um einen Morph zu legen, machte die Sache dann aber wieder unschön. Er hatte im zweiten Zug die dazugehörige Ebene und der Exalted Angel schlug mir ins Gesicht. Ich hielt ein paar Runden stand, um vielleicht weitere Feinheiten seines Decks kennenzulernen, doch da kam nicht viel, was ja auch nicht musste.
Im zweiten Spiel legte ich die Nadel auf die Jitte, was reichte. Im Dritten versuchte er es erneut mit dem Engel, doch ich hatte ebenfalls einen 4/5er und zwar den, der Engel vom Himmel holt.
Nach dem Spiel ging ich erneut zum Judge und machte erneut auf die missliche Lage aufmerksam, doch er blieb so hart, wie der Gips an seinem Arm.
In der zweiten Runde war mir das nicht wirklich egaler, aber ich saß nun nicht mehr am Öhr. Mein Gegner, Daniel, hatte Tags zuvor Top8 gemacht, wie ich erst später erfahren sollte, und ist ein Mitglied des Hasslocher Team [SPOD]. Dass neben ihm Herrn Czolk - ebenfalls [SPOD]er saß, sorgte für einigen Trashtalk, was aber keinen Einfluss auf das Spiel hatte. Im ersten rannte ich mit dem Drachen ins Daze, verpasste einige Mauler-Trigger, schlug ihn aber dennoch bis auf zwei runter, bevor das Board durch einen Trinket Mage und einen Phyrexian Dreadnought gestalled wurde. Ich hob natürlich den Belcher from the Top und spielte ihn grinsend. Über eine Chalice wäre Daniel sicherlich erfreuter gewesen. Der Belcher rülpste einmal recht fruchtlos, beim zweiten Anlauf zeigte ich aber nicht zuerst das Land.
Zwischen den Spielen erzählte ich ihm freizügig und unehrlich, dass ich nur einen Belcher spielen würde, da keine vierte Trinisphere aufzutreiben gewesen war. Er brachte die gestern zitierte Sache mit der “kubanischen Krawatte”, was er in den Tagen wohl öfter sagte.
Nach einem Mulligan bekam ich dank Mox in der ersten Runde eine Chalice für 1 resolvt, wohl aber auch nur, da Daniel bereits die Engineered Explosives am Start hatte und damit recht vergnügt zwei zu eins tauschte. Ich vergaß weitere Mauler-Trigger und eine einsame Mishra's Factory streckte mich nieder.
Ich versuchte on the Play mal um das Daze herumzuspielen, indem ich im zweiten Zug den Mauler legte, aber noch den Affen in der Hinterhand habe. Es war egal, weil er nicht in Counterlaune war. Er tat auch sonst nicht viel in diesem Spiel, da ihn ein Magus of the Moon vom scheinbar benötigten Mana abschnitt.
Zwischen der zweiten und dritten Runde eine plötzliche Wendung. Ich beobachtete nicht unweit vom Öhr, mich mit Jonas über die Missstände unterhaltend und Pfefferminztee trinkend, wie der Judge etwas an den Tischnummern tat. Er kam auf die Idee, die Tische rechts und links vom Öhr für den Legacy-Spielbetrieb zu sperren, um vielleicht doch nicht dafür sorgen zu müssen, den Gamestate bei auf dem Boden verstreuten Decks wiederherstellen zu dürfen. Als er damit fertig war, starrte er erwartungsvoll in unsere Richtung und ich begann mich lauter mit Jonas über meine Nase zu unterhalten, und wie unschön doch gerade die Kruste sei, die sich nach mehrmaliger Nutzung selbst von den guten Tempos zeigte. Mein Tipp in diesem Zusammenhang übrigens: Handcreme.
Der Judge sollte mich in Runde 5 direkt auf die Tischnummerngeschichte ansprechen und schien so etwas wie Lob zu erwarten, doch ich hatte nur weitere Kritik für ihn übrig (gerade auch wegen des Deckcheckarguments). Ich beendete die Diskussion schließlich mit einem schroffen “Whatever” und widmete mich wieder dem Spiel gegen Herrn Czolk, das wir nur spielten, um unseren ID etwas angenehmer zu gestalten.
Wie einigen vielleicht aufgeht, fehlen da doch noch zwei Runden. Eine bestritt ich gegen Eske aus Finnland. Der war stereotypisch mit Fischen unterwegs, wovon sich im ersten nicht viel mehr zeigte, als das Meer um die beiden Inseln auf seiner Seite. Ein Slogger in der ersten Runde und ein Daze auf die Trinisphere danach warfen ihn weiter zurück, als er schwimmen konnte.
Ich hatte bis dahin zwar noch keinen Fisch gesehen, boardete aber entsprechend. Was ich ebenfalls noch nicht gesehen hatte, war die Karte Mind Harness. Zumindest waren meine Erinnerungen daran derart getrübt, dass ich sie mir durchlas, als er sie auf meinen Drachen parkte. Dass er zuvor ein Standstill an ein zweites gekettet hatte, warf diesmal mich aus dem Boot.
Um auch für das dritte Spiel im Bild zu bleiben, könnte man sagen, dass Eske ganz schön auf dem Trockenen saß. Eine Insel macht eben noch Feuchtbiotop. Dass ich die Trinisphere legte, bevor er selbiges mit dem Aether Vial oder gar dem Mind Harness machen konnte, besiegelte die Partie.
Ich hätte nun locker reindrawen können, aber Drawen ist was für Weichkekse, zumal mein Gegner erst ablehnte, als ich entsprechend anbot. Dann mal ran. Zwar nicht an die Fische, obschon auch Tomi aus Finnland kam, sein Deck aber eher kanadischen Ursprungs war. Recht schnell wurde ihm klar, dass er das Draw hätte annehmen sollen, da die Match-Up-Quote so bei 90% gegen ihn steht, wie er mir gestand, als ich Magus und Gathan Raiders auspackte. Der Magus hat in diesem Match-Up keine hohe Lebenserwartung tat seinen Dienst aber gut genug, so dass Tomi das zweite Spiel beginnen durfte.
In diesem gab es zwei erwähnenswerte Situationen. Zum einen fand ich es sehr fischig, dass Tomis Kompagnon den Judge zur Seite nahm und ihn bat, den Status der immer größer werdenden Armee an Tarmogoyfs zu checken. Was ich merkte, als der Judge mitten im Spiel nach unseren Friedhöfen griff. Wir nutzten Würfel, um den Goyf auf brauchbaren 4/5 zu halten und es wurde bisher noch kein Ponder gespielt, so dass keine Hexereien präsent waren. Zu der Situation lässt sich sagen, dass ich weiß, dass die Würfel beim Goyf keine gute Idee sind, auch nicht gerne gesehen werden, aber es waren weder meine noch meine Idee und das geforderte Nachzählen hinterlässt auch jetzt noch einen salzigen Geschmack auf der Zunge.
Die andere Situation war eben die Sache mit den drei Goyfs auf seiner Seite und einem Slogger wie einem Drachen auf meiner Seite. Er ist auf 12, ich auf 1 und ich habe einen Affen sowie einen Slogger in der Hand. Weiterhin Blood Moon bedingte fünf rote Manaquellen auf dem Tisch. Er gibt ab, ich ziehe und weiß, dass ein Chrome Mox mir den Sieg bringt. Langsam pelle ich die Karte vom Tisch, sehe ein Artefakt, dessen Casting Cost 0 ist, und lege eine Chalice auf den Tisch.
Bei noch drei verbleibenden Minuten, einigten wir uns schließlich auf das Draw.
Meine Quote für Grand Prix Trials in letzter Zeit ist nicht schlecht. Bei drei gespielten Trials jeweils die Top8 erreicht, aber ständig im Halbfinale das Aus (davon nur einmal freiwillig). Zeit für den Durchbruch?? Natürlich nicht. Um es kurz zu machen, den Trial gewinnt der Herr Czolk, wie er an anderer Stelle recht verblümt und verdammt lesbar schildert (er ist halt zu awesome).
Die nächsten beiden Runden sind, wie auch meine Notizen dafür, bis auf eine noch zu schildernde Situation, eher spärlich. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr und wollte nur noch nach Hause.
Das Viertelfinale geht dank Draw im ersten (siehe unten) über vier Spiele und im Halbfinale bekommt Eske aus Runde 3 seine verdiente Revanche (und vermutlich endlich sein Freischwimmerabzeichen [scnr]).
Kommen wir zum Draw, das Diskussionpotential hat; zumindest haben wir im Auto ein wenig drüber diskutiert.
Andreas zockte Naya Zoo. Die Lifetotals standen 6 zu 5 für mich und ich drehte gerade für lethal damage nach rechts, als er Lightning Bolt auf mich spielte und mit Price of Progress als letzte Handkarte das Draw rausholte. Einen Turn vorher hätte das nicht geklappt, weil ich da nur ein Non-Basic im Play hatte. Das zweite habe ich vor dem Angriff gespielt, ohne, dass es für den Angriff relevant gewesen wäre. Ich konnte und bin letztlich davon ausgegangen, dass er maximal einen Instant am Start hatte. Zwei Runden zuvor hatte er nämlich noch seinen 4/5er Goyf als Chumpblocker für meine Gathan Raiders genutzt, weil ihm zum Upgrade nämlich unter anderem der Instant fehlte. Aufgrund einer Sylvan Library war es verdammt unwahrscheinlich, dass er einen der beiden Instants nicht vorher hätte “ziehen” können, um seinen Goyf entsprechend zu retten. Er hatte zu dem Zeitpunkt auch noch Progress-sichere Lebenspunkte.
Felix und Alex waren auf der Rückfahrt im Auto der Meinung, dass mein Play falsch war, weil ich damit letztlich nicht den Sieg rausgeholt hatte. Ich bin anderer Meinung und glaube aufgrund der Informationen, die ich hatte, eben nicht, dass nur, weil es dadurch das Draw gab, das Play falsch war.
Die Tage dann noch ein paar unsortierte Gedankengänge und Erinnerungsbrocken zum Event.
Tour de Force - Teil 1 von ungefähr 3
— 09-01-2010 —
Das Mädchen mit der hellen Strumpfhose setzte sich auf meinen Schoß, wir knutschten wie 15-Jährige und sie kommentierte die Haaransammlung in meinem Gesicht mit der Bemerkung, dass ich mich mal wieder rasieren könnte. Ich schob ihr im Gegenzug die Hand bis zum Ellbogen zwischen die knisternden Schenkel und gab das “Kompliment” postwendend zurück. Grinsend schloß ich die Augen und als ich sie wieder öffnete, waren aus der einen Frau gleich drei geworden, die sich - an meinem Platz vorbei - den Weg zur Türe bahnten. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass der Zug gerade in Essen einfuhr und so machte ich mich - als bedürfe es eines weiten Grundes - den weiblichen Körpern hinterher.
Als ich mir keine 20 Minuten später auf dem Fußweg nach Hause (an ein Taxi war am Neujahrsmorgen um 5 Uhr früh leider weder zu denken, geschweige denn zu hoffen) an einem Altpapiercontainer meine Blase entleerte, fragte ich mich was die ungesündere Idee war: keine fünf Stunden später im Auto von Alex Lebensgefährtin gen Hanau zu sitzen, oder nicht ganz unbeteiligt an den leeren Flaschen Wein in SlimDs Küche zu sein.
Jetzt, mit ein wenig zeitlichem Abstand und mehr Schlaf zwischen den Rippen, fällt die Antwort sicherlich einfacher, aber damals, ja damals. Damals hatte ich noch den Plan ins Hotel einzuchecken, die drei anderen Jungs (Alex, Felix und Lars) das Mädchenformat Highlander spielen zu lassen und erst, nachdem ich ein Kätzchen in der Toilette ertränkt hatte, zu ihnen zu stoßen, um ihnen beizeiten und bei entsprechenden Spielfehlern einen Schlag auf den Hinterkopf (quasi reversed Saito-Style) zu verpassen, dass es verdächtig nach Outside Slapsistance aussähe.
Gelegenheit für letzteres sollte sich genug finden - teilweise drehten sich sogar Spieler um, um zu schauen, wem denn da Beifall geklatscht wurde, aber die Hoteldame wollte nicht so recht mitspielen, denn wir standen um 14 Uhr vor verschlossener Türe. Wir klingelten wo nur ging, aber da nichts ging, gingen wir.
Die Site passte zu ihrer Beschreibung und ich gesellte mich, das Highlanderformat wie den Rest der Truppe links liegen lassend, zur Sideevent-Anmeldung, um mein Glück bei einem Mirage/Visions/Weatherlight-Draft zu versuchen. Mein Glück scheiterte bereits bei der Anmeldung, weil sich den Tag über nicht mehr als sechs Leute (mich eingeschlossen) fanden, die Lust hatten, Spirit of the Nights, Simoons und Aboroths zu draften. Um mir dennoch sinnvoll die Zeit zu vertreiben (und wann immer ich nicht gerade Kopfstöße verteilte), kümmerte ich mich um meine Nase, die bereits am Vorabend dafür sorgte, dass das was in meinem Raclette-Pfännchen zischte nicht immer nur der Schweizer Käse war. Ich exte das Sixpack Taschentücher in meinem Messenger-Bag wie kein Zweiter und als ich das hier tippe, will mir, angelehnt an Saito oben und der Tatsache, dass es erst lief und danach gerieben wurde, der Begriff “reversed Masturbation” in den Sinn. Ich ignoriere ihn, aber wenn ihr das hier lest, wohl nicht gekonnt genug.
Selbst der Versuch, mich mit meiner Legacy-Deckwahl zu beschäftigen, fiel ins Rotzwasser, so dass ich für den zweiten Tag kurzerhand beschloss das Dredge-Deck im Hotel zu lassen und mir stattdessen mit folgender Liste den 9-Runden Spaß zu gönnen:
Slogg Shock
4 Arc-Slogger
3 Taurean Mauler
3 Rakdos Pit Dragon
4 Gathan Raiders
4 Magus of the Moon
3 Blood Moon
3 Trinisphere
4 Chalice of the Void
1 Sword of Fire and Ice
1 Pyrokinesis
4 Simian Spirit Guide
4 Seething Song
4 Chrome Mox
4 City of Traitors
4 Ancient Tomb
10 Mountain
Banquilo
3 Pyroblast
2 Boil
3 Pyroclasm
3 Tormod's Crypt
1 Pithing Needle
Der Deckname wurde posthum geändert, da sich “Tour de Force” besser als Blogtitel machte. Creative freedom ftw…
Meine Überlegungen zum Deck sind so einfach wie kurz. Der Mauler wird im aktuellen Metagame nicht wirklich groß (Aether Vial, Combo, Dredge; die Liste liesse sich fortsetzen) und würde wahre Größe eigentlich nur gegen Zoo zeigen, wenn er da nicht bereits veräschert im Graveyard läge. Die Trinisphere ist mir zu redundant und auch wenn die Karte bevorzugt immer im ersten Zug gelegt werden will, denke ich, dass die Chancen diesbezüglich größer sind, als im späteren Spiel die zweite eben nicht from the Top zu heben, wenn die erste bereits liegt. Das Schwert hat mich nie überzeugt und Umezawa's Jitte wäre eine besser Wahl gewesen.
Ich ahnte bereits, dass ich am zweiten Tag nicht viel fitter sein würde, so dass ich mir selbst ein Deck verschrieb, von dem der interne Autopilot wenigstens 50% der Karten mal in der Hand gehabt und mit ihnen geflogen ist (um im Bild zu bleiben). Die anderen 50% bescherten mir entsprechend zwei Warnings und mehr missed Trigger als ich in der Öffentlichkeit zugeben möchte. Leider zählten die Länder (u.a.die zehn white-bordered Mountains) zu den ersten 50%.
Beginnen wir direkt mit dem ersten Warning, wenn auch noch nicht das für mich.
Mein Gegner Kosti ist aus Finnland und hatte sich definitiv das falsche Deck für den Tag ausgesucht. Ich begann freundlich mit Chalice auf 1, die Trinisphere danach läuft in die Force (of Will, für Leute, die erst später zugeschaltet haben), aber da nicht viel mehr kam, entleerte ich meine Hand und zwei Gathan Raiders gaben alles. Er versuchte zwar die Combo mit lethal Damage Angriff auf dem Stack, fizzled aber trotz multipler Resets.
Zur Abwechslung schaute ich mir Paris an und hatte drei Runden lang Déjà vus, weil mein Chalice immer ins Remand rannte. Das ging so weit, dass er - als ihm scheinbar die Remands ausgingen - das Artefakt sogar via Force hardcast countern konnte. Meine Lebenspunkte bewegten sich dank Ancient Tomb bis auf zwei runter und ich hoffte richtig, als er sich via Cunning Wish nicht die blaue Char-Variante wünschte, sondern den Geniestreich, was aber ebenfalls reichte.
Beim Mischen fürs dritte Spiel hob er überraschend die Hand und brüllte (man wird ihn sogar im Heimatland gehört haben) nach einem der Offiziellen. Mir wurde Angst und Bange, weil ich ja eben noch randomisierend sein Deck in Händen hielt und zitternd (er vor Wut auf sich selbst, wie sich später rausstellte) warteten wir auf jemandem, dem er erklären konnte, dass er vergass das Wish-Target aus dem zweiten Spiel wieder an seinen Platz zu wünschen.
Ich sah mich bereits auf dem Weg zur Toilette, als der Judge uns beide darüber aufklärte, dass ab just eben jenem Tag die neuen Regel- und Verwarnungs-Policies in Kraft getreten waren, so dass er - zumal er es meldete - das erwähnte Warning bekam und die Karte zurücksideboarden durfte. Nicht ganz auf den Kopf gefallen, wollte ich ebenfalls sehen, welche Karte denn da den Weg ins Exil (vor einem halbem Jahr wäre diese bildliche Beschreibung passender gewesen) fand. Man will ja niemandem gönnen, dass der gute Sideboardplan erst beim Mischen aufkommt. Es war aber die Urza's Saga Rare und Spiel 3 konnte beginnen. Und wie es begann. Nach Chalice 1, gefolgt von Trinisphere und dem erneuten Gathan Raiders Duo wagte ich einen kleinen Intelligenztest, als ich bei liegendem Fetchland und 11 Lebenspunkten seinerseits meine letzte Handkarte in Form eines Magus of the Moon spielte. Er fetchte, griff zu seinen Karten und als der Groschen fiel zu meiner ausgestreckten Hand.
Da seit dem letzten Warning nicht viel Zeit vergangen war, kommen wir direkt zum nächsten, aber immer noch auf des Gegners Seite (diese Spannung und dieser Genitiv…).
Marcel zockte Naya Zoo und Zoos fressen Arc-Slogger ja bekanntlich zum Frühstück, wie Spiel 1 glänzend bewies. Beim Shufflen fürs zweite Spiel, war diesmal ich es, der den Arm hochriss und nach einem Judge verlangte. Brüllen ist nicht so mein Ding, also erklärte ich Marcel vorher, dass mir bei meiner speziellen und zum Patent angemeldeten Mischtechnik (es sieht so aus, als würde ich 5er-Haufen vom Deck des Gegners abzählen) einige wenige Hüllen aufgefallen waren, die sich signifikant vom Rest unterschieden. Der Judge bestätigte leider meine Bedenken und da Magic auf dem Competetive-Level seit Jahresanfang eben zum Sport für Weicheier geworden ist (am 31sten Dezember hätte man ihm dafür vor allen Leuten Korkenzieher in die Harnröhre gedreht - mindestens), kam auch er für diesen Lapsus mit einem Warning davon. Ich half ihm beim Umsleeven und verlor direkt mal, da ich die Manamassen in meiner Hand und auf dem Tisch nicht stemmen konnte.
Das Mana schien zu wissen, dass im zweiten Spiel etwas nicht so richtig lief und so gönnte es mir nach City, remove triple Affen, slam den Slogger auf den Tisch, den Mountain (mit Ansage; wieder etwas, was ich gerne mache und was zu oft klappt, was aber nur zu empfehlen ist, wenn die Hüllen clean sind oder nicht zu viele Judges um den Tisch herumstehen) um eine meiner zwei verbleibenden Handkarten zu spielen: Blood Moon. Er war weniger tief beeindruckt, da der rote Teil seines Decks ihm hold war. End of random Turn und mit einer Karte im Friedhof, will er mir den guten Slogger via Lightning Bolt und dann aktivem Grim Lavamancer grillen, doch ich habe meine lichten zwei Minuten und erledige den Mancer in response auf den Bolt, der zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht im Friedhof, sondern auf dem Stack weilt, wie wir uns von einem Judge bestätigen laiessen. Ich war so stolz auf mich, ich putzte mir zur Feier erstmal kräftig die Nase.
Kommen wir endlich zu meinem ersten Warning, für das aber nicht der Deckcheck zu Beginn der dritten Runde verantwortlich war (da musste ich nur eine Hülle austauschen), sondern das erst später kam, als ich bei liegendem Trinisphere und nur zwei Mountains auf dem Tisch (den Rest hatte Michael (Steinecke, btw) bereits entsorgt) versuchte eine Chalice für 1 zu spielen. Das ging natürlich nicht und wir hatten alles was zu lachen, zumal mein Gegner wie ich selbst einen Judgelevel intus haben (meiner ist mehr so auf dem Papier zu suchen, wie ihr wisst). Es kamen keine weiteren Länder, es mussten aber auch keine weiteren Judges kommen. Wie man es mit den Ländern richtiger macht, zeigte mir Michael im zweiten Spiel, in dem sein Dark Confidant und ihm auf 4 Leben, eben nur jene Länder mit Casting Cost 0 aufdeckte.
Zeit für ein Ichorid-Deck. Ich notierte mir “spielt unsauber” in ähnlicher Schrift auf meinen Block und Aktionen wie Careful Study spielen, mich ‘Okay’ sagen lassen und dann noch den stinkenden Imp in den Imp discarden wollen, sind der Grund dafür. Er hätte das erste Spiel sogar noch gewonnen, weil ich zu freundlich bin und ihm solche Aktionen durchgehen ließ (natürlich nicht, ohne ihn vorher darüber aufzuklären, was er da gerade falsch gemacht hat; wenn es mir denn schon mal auffällt), wenn er denn einen Flame-Kin Zealot statt einer zweiten Iona im Deck gehabt hätte. Hatte er nicht, auch nicht unter den vier noch nicht gedredgten Karten und entmotiviert ging es ins zweite Spiel, in dem ebenfalls keine Legende den Tisch betrat, wohl aber ein grimmiger Slogger.
Nach einem Spiel ohne Warnings, wird es Zeit für den Ausgleich zwischen meinen und denen der Gegner. Im von mir völlig unerwarteten Mirror, legte mir Max dank zweier Chrome Moxe einen Rakdos Pit Dragon im ersten Zug vor die Nase und klatschte entsprechend in die Hände, weil in denen keine Karten mehr waren. Ich zeigte ihm drei Mountains und schon schneller als mir lieb war ein, da in meiner Hand leider keine multiplen Seething Songs und kein dazugehöriger Slogger wartete.
Das Wissen, dass er nichts wusste, brachte mir nicht viel, da ich selbst nicht wusste, was nun zu tun war. Aus dem Sideboard kamen keine Spiegeltricks - ich hatte aus Verlegenheit ein paar Shattering Sprees und Pyroclasms gegen Trinisphere und Blood Moon geboardet - und der erneute Abstecher in die französische Hauptstadt machte die Sache nicht besser. Einzig die Gathan Raiders blieben mir treu, doch als ich bei liegender Chalice für 0 versuchte über einen zweiten gemorpht gewirkten Raider meine Hand leer zu bekommen, fiel ihm zum passenden Zeitpunkt auf, dass der Morph durch die Chalice gar nicht erst seinen Auftritt hätte bekommen dürfen. Zu eben jenem Zeitpunkt hatte ich bereits zwei auf alle gebrannt und den anderen Ex-Morph gen Osten gedreht, so dass der Judge herdurfte. Ich gestand direkt, dass ich bereits für einen ähnlichen Fehler verwarnt worden war und wartete darauf, dass ich Max zu seinem Sieg gratulieren konnte, doch auch der sogenannte Upgrade-Pfad für Strafen wurde am Jahresende um eine Spur breiter gemacht, so dass man jetzt ein Trio Warnings für einen Soloauftritt Gameloss benötigt.
Für den Rest des Turniers schwomm ich also und meine kommenden Matches sollten durch etwaige Regel-Unkenntnis meinerseits (ich wollte den Alex noch im Auto zu der Thematik Chalice/Trinisphere ausgequetscht haben) nicht unwesentlich erschwert werden, was mir für dieses Match aber relativ Latte war, da mir eine der gegnerischen Kreaturen mit einer Jitte in der Hand eine - Zitat Daniel Scherer - kubanische Krawatte - Zitat Ende - verpassen wollte und sollte. Da konnte selbst der Slogger nichts mehr reißen, weil er selbst nicht feuerfest genug war, um als 3/4er einer Pyrokinesis zu entgehen.
Der Zwischenstand nach dieser Runde war also 3 zu 2 in Matches und 2 zu 2 in Warnings. Da ging noch einiges sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite. Ich würde an dieser Stelle gerne etwas über die Performance der anderen Mitfahrer berichten, damit das hier nicht in einem Ego-Trip par excellence ausartet, doch ich kenne die Daten nicht mehr, da sie nicht in meinem Block landeten. Lars war zu diesem Zeitpunkt wohl bereits ausgeschieden und draftete Mono-Black Zendikar für sein eigenes Erfolgserlebnis, Alex schwankte beim Spielen wohl immer noch zwischen der Entscheidun, ob er sich gegen Deck A jetzt besser Iona oder die Sphinx of the Steel Wind in den Friedhof buddelt, oder ob es eben doch Deck B war, aber nur, wenn die eigenen Lifetotals im zweistelligen Bereich waren, und Felix hat nicht nur mir des Nachts genug “gegeben”, so dass ich über seine Performance den sagenumwobenen Mantel des Schweigens (Aura; “Target blogger shuts his trap until end of entry.”) breite. Also weiter im Text.
Der nächste Halt war erneut Finnland. Ich wusste durch geschicktes Trashtalking in der ersten Runde, dass die Finnen mit mehr als einem Auto da waren und dass deren Tech nicht wirklich vorhanden war. Ergo durfte ich mich nicht auf ein Wiedersehen mit High Tide freuen. Die spielen, so mir bekannt, auch keine Underground Sea, die dank Präsenz des allmächtigen Magus eher alt als blau-schwarz aussahen. Er legte neben das eine noch zwei Länder, eine verräterische Lotus Petal, ohne damit aber mehr zu machen, als von meinen Tieren eingestampft zu werden.
Im zweiten Spiel hielt ich die riskante Hand mit fünf Ländern, Chalice und etwas, was ich mit einem großen “B” abkürzte, ohne mich jetzt daran erinnern zu können, doch sein Duress war schneller als meine Chalice, so dass ich nicht mehr tat, als ihm beim Zusammensammeln seiner Kombo zuzusehen. 20 Lebenspunkte sind ein nettes Polster, wenn man das Ad Nauseam spielt und gemeinsam schauten wir und zählten wir uns meiner oder seiner Niederlage entgegen. Da ich genug Manaquellen, einen Topf, einen Mystical Tutor, wie ein Duress sah, unterbrach ich seine angestrengten Überlegungen, ob er tiefer als 5 Lebenspunkte gehen sollte, erzählte ihm, was er denn jetzt zu tun hätte, und ließ ihn gewähren. Das Duress erwähnte ich nicht extra und er war so dankbar, dass er es - trotz meiner zwei Handkarten und genug Mana beiderseits - im Stapel der Nichtbeachteten ließ und naiver als Rotkäppchen geradewegs auf den bösen Wolf zusteuerte. Eine meiner beiden Handkarten war nämlich ein Pyroblast, das sich wahnsinnig auf den Tutor freute, als dieser statt eben dem Duress die Hand des Gegners verließ. Ich unterbrach seinen Griff nach seiner Bibliothek mit einem Griff zu meinem Mountain und zum Instant und deutete damit auf seine Option zur Win-Option. Da fiel es ihm wie Kontaktlinsen aus den Augen und ich hatte irgendwie schon ein schlechtes Gewissen, zumal man es so auslegen könnte, als hätte ich ihn absichtlich da rein laufen lassen, doch er sah die Sache ganz locker und den Fehler definitiv auf seiner statt eine böse Absicht auf meiner Seite. Weiterhin sah er in einer Top-Aktivierung einen weiteren Tutor, der uns zum dritten Spiel brachte. Mein schlechtes Gewissen war entsprechend wie weggeblasen.
Ich spare mir an dieser Stelle Sprüche, wie “Nettigkeit siegt immer” oder so ein Humbug und behaupte, dass es purer Zufall war, dass er bei nur 6 Lebenspunkten im dritten Spiel natürlich das Ad Nauseam im Gleichnamigen aufdeckte und es diesmal für ihn nicht reichte.
Die Reise durchs Legacy-Wunderland sollte im “It's the Fear”-Staat weitergehen. Ich hatte an dem Tag eh eine bunte Mischung an Decks gesichtet und am Ende des Tages fast das komplette Legacy-Gauntlet durch. Einzig das Ad Nauseam sollte mir zweimal begegnen. Aber eben noch nicht jetzt.
In diesem Teil des Landes - so verrät mir mein selbstgeschriebener Fremdenführer - kann es notwendig und hilfreich sein, die Chalice auch mal auf 3 zu legen. Das dauert seine Zeit, aber wenn man den Gegner davon abhalten will, die bösen Karten zu spielen, die sich der Sebastian zuvor via Intuition gesucht hatte, muss der Würfel eben auch mal Überstunden machen. Tarmogoyf, Eternal Witness und Vedalken Shackles sind eine Ansage, denen ich aber durch die erwähnte Chalice größer zwei eine Absage erteilte.
Dass ich auch anders kann, ein Spiel später. Engineered Explosives liegt bereits für 3 und ich lege ihm eine Trinisphere hin, damit sich das Zünden auch so richtig lohnt. Ich slowrollte aber ein Boil, so dass ich mit 5-2 in die 8te Runde konnte.
Es war mittlerweile spät, wobei mir an dem Tag bereits 12 Uhr zu spät war, weil der Körper noch vom Jahreswechsel, vom Schlafmangel und der Erkältung deftigst gejetlagged war. Meinem Gegner ging es nicht viel anders. Manuel war mir förmlich dankbar, als ich via 1st Turn Slogger den Sack in vier Runden dicht machte.
Schnell spielen konnte er selbst, was er Spiel 2 bewies. Trotz liegendem Magus und einer Chalice auf 1 schlängelte sich sein Ad Nauseam bereits im dritten Zug ins Freie und wir begannen erneut zu zählen. Er zählte falsch, was mir aufging, weswegen wir erneut zählten, wofür ich mich später selbst ermahnte, weil er hätte bei virtuellen 4 Leben ja ruhig noch ein paar teure Spells aufdecken können (was er nicht tat, wie ich überprüfen sollte). So hielt er an, weil ich nicht die Klappe, und kettete Cabal Ritual and Cabal Ritual an Lotus Petal an Lion's Eye Diamond an Hellbent Tutor an “Reicht der Stormcount endlich??”. Eben alles was die Chalice und den Mann im Mond bleich aussehen ließ.
Wie spät es war, merkte man im dritten Spiel unter anderem daran, dass ich erneut versuchte bei liegender Trinisphere eine Chalice für 1 mit eben nur zwei Mountains aus dem Tisch zu beschwören, ohne es letztlich zu machen. Wenn man nur zwei Länder hat, beweist einem das Deck ganz gerne mal, wie böse es zu seinem eigenen Herrn und Meister sein kann, denn statt einem Artgenossen zog ich eine Parade des Who is Who der teureren Spells im Deck. Er topdeckt irgendwann die Chains of Vapor für mein Artefakt und der Spuk war vorbei.
Das Turnier leider noch lange lange nicht. Benjamin aus Runde 9 sagte mir zwar nicht, wie alt er war, doch aufgrund seiner Gebähren und seiner beiden Homies, von denen der eine mir für diese Uhrzeit und auch sonst eigentlich zu oft ins Spiel quatschte, würde ich so auf “kurz vor Haare am Sack” tippen.
Man muss wahrlich kein guter Spieler sein, um mit Enchantress das Dragon Stompy mit gleich drei Oblivion Rings und einer ähnlichen Anzahl Runed Halo in Schach zu halten. Seine Lebenspunkte gönnten sich den Halbzeitstand aber darüber hinaus bedurfte es seines eigenen Fetchlandes, um ihn in den Einstelligen zu kratzen.
Spiel zwei lief ähnlich ab. Der dicke Knabe neben mir wurde immer aufgeregter; ich zwar auch, aber im anderen Sinne und so sehe ich es nur als Genugtuung an, dass ich ihm seinen einzigen Enchantress-Effekt durch das eine geboardete Pyroclasm entsagte und ein Fenster im Solitary Confinement-Replenish-Continuum nutzte, um über Seething Song, Slogger und Shock, Shock, Shock für Stille am Tisch zu sorgen.
Da das erste Spiel zu lange dauerte, hatten wir für das Dritte nicht mehr viel Zeit. Beim Mischen bat ich einen vorbeilaufenden Judge auf Slow Play und Outside Assistance zu achten. Sätze wie “Du hast schon lange kein Runed Halo mehr gespielt” sind das zwar nicht wirklich, aber wer so viel redet, sagt vielleicht auch mal mehr als er sollte. Ich hätte es dann sogar schaffen können, wenn er nur Wild Growth-Effekte gezogen hätte, was er nicht tat, also genug der Konjunktive.
Der Knabe war übrigens der einzige Gegner an diesem Tag, der keinen GerMagic-Button von mir bekam. Ich musste zwar zu oft den DeckCheck erwähnen, um entsprechende Props einzuheimsen, aber davon gibt es eben noch keine Buttons.
Generell waren alle Gegner an diesem Tag äußerst releaxed und man hatte eine Menge Spaß. Wie der Spaß mit dem Vintage-Event (eigentlich eher dem Legacy Sideevent GPT) weitergeht, erfahrt ihr die Tage. Ich tippe hier auf, weil am Sonntag.
Legactheniker
— 17-12-2009 —
Man mag es bereits woanders gelesen haben, 2010 startet derart turniertemporeich, dass man sich wünschte, man könnte den Tempostat auf dieser Geschwindigkeit feststellen. Nicht alle diese müssten von Turnierankündigungsinkompetetentia JensK veranstaltet werden, dessen Ankündigungen alleine mehr abschreckend denn eincheckend sind. Einer meiner Highlights 2009 ist nicht umsonst folgender Forenthread in dem es Inkompetentia mit Zeroverstand ausbattlet und ich mich nicht entscheiden konnte, wer von beiden weniger Recht hatte. Ich beließ es bei einem Unentschieden, gab beiden einen Punkt und beschäftigte mich stattdessen mit dem beworbenen Objekt selbst, der Website http://www.germanmagic.de. Die Domain kam mir uninspiriert bekannt vor, dass sie im Camino nicht bedienbar war, zeigt ebenfalls, wer hier die Zügel in der Hand hielt.
Doch genug der anderen Unzulänglichkeiten, kommen wir zu meinen, den Eternalformate, in denen die Turniere zu Beginn des Jahres nun mal eben stattfinden (ich ignoriere hier Highlander, da ich selbiges in Hanau machen werde).
Vintage ist dabei in meinen Augen das Format mit mehr Karten, als man sein kleines Schwänzchen nach schütteln könnte, heruntergestutzt auf eine Liste, die im Highlander entweder als Deck- oder als Bannedliste brauchbar wäre, die aber - trotz des tollen Einstiegs - eine eher unspektakuläre Nummer zu werden scheint, da sich mein Powerlevel auf Emtpy befindet und keine Batterien aufzutreiben sind. Klar weiß ich, dass es auch ohne geht, aber es wäre wie Limited ohne Spoiler zu zocken, wärend um einen herum alle anderen Engel und Drachen aus den Toren stoßen.
Legacy ist kaum anders nur sind hier die Powerkarten nicht nur blau sondern auch noch grün und in meiner Sammlung nicht wirklich präsenter. Grob umschrieben gibt es in dem Format drei Decktypen: Decks mit Tarmogoyf, Decks gegen den grünen Mann und Decks that try to couldn't care less. Letztere gilt es im Auge zu behalten. Aber erstmal Musik; immerhin nannte ich schon einmal das L-Wort und diesmal sind dabei nicht die Lesben gemeint (was zum Ende hin noch zu ändern wäre).
Wobei, wer will schon Musik?? Ist ja keine Jukebox hier, also weiter im Text.
Meine erste Annäherung an das Format - von den Fehleintragungen im DeckCheck abgesehen - bestand aus einem Anruf beim Alex vor nun gut vier Wochen, um ihn auf ein Legacyturnier in Düsseldorf hinzuweisen. Ich sollte wohl erwähnen, dass es seinerzeit eben jener Alex war, der mich noch ein paar Wochen in der Vergangenheit zurück auf den Hanaugig hinwies und sogar einlud, mit ihm, dem Felix und dem Lars gen Süden zu düsen.
Aber zurück zum Februartermin der Düsseldorfer Legacyliga. Laut heimischem Eventkalender sollte dieser am 11ten stattfinden, was ich dem Alex flüsterte, unrühmlicherweise aber war die Angabe falsch, weil es statt dem 11ten der 18te war. Dieser Lapsus wurde Samstag früh von mir erkannt, stellte sich aber als nicht so tragisch heraus, da Alex eh alle Hände mit den Reifen seines Autos voll zu tun hatte. Spulen wir auf letzte Woche vor, klingelt beim Alex erneut das Handy und wieder ist es meine Stimme, die ihm ins Ohr säuselt und den kommenden Samstag als Probe vorschlug, weil wieder die Legacyliga in Düsseldorf stattfinden sollte. Ich garantierte ihm, den Termin dreimal auf vier verschiedenen Seiten gecheckt zu haben und er garantierte mir, dass die Reifen an seinem Auto den Winter über keinerlei Beachtung mehr benötigten. Ergo war er dabei. So bis Samstag morgen kurz vor 9 - ich suchte gerade nach Zahnseide - als Alex - der Schuft - mir via SMS gestand, dass er am Abend etwas Falsches getrunken gegessen hatt und absagen müsste.
Ich ging trotzdem, nur wusste ich noch noch nicht wohin, da ich kurz zuvor noch las, dass im Dortmunder Auenland ebenfalls ein Legacyevent für diesen Tag angesetzt war. So stand ich um viertel nach 9 am Bahnhof Altenessen, wusste, dass der Zug gen Dortmund um 25 und der andere gen Düsseldorf um 35 fuhr und war verblüfft ob der Wahrscheinlichkeit, die für so ein Setting besteht. Ich wusste weiterhin, dass beide Züge wie dafür geschaffen waren, mich jeweils zeitig zum jeweiligen Turnier zu bringen. Eine Entscheidung musste also her und zwar binnen zehn Minuten. Also tat ich das, was man immer in dieser Situation tut; ich ging zur Bäckerei in unmittelbarer Bahnhofsnähe und besorgte mit Frühstück, was aus mehr bestand als aus den bisher verfrühstückten zwei Tassen Kaffee. Die Bäckersdame spielte ihre Rolle in diesem Plot nur bedingt gut, da sie meinen Blick auf ihre Wanduhr mit Zeitnot interpretierte und mich nach einer kurzen Nachfrage einem älteren Herren vorzog, um mir eine belegte Fitnessstange (ein netter Fund für Freunde von Doppeldeutigkeiten) und eine Flasche Vanillemilch zu verkaufen. Ergo stand ich um 20 nach 9 wieder am Bahnsteig und hatte erneut die Wahl.
Die möglichen Entscheider halfen nicht wirklich bei einer Entscheidung. Das Turnier in Düsseldorf hat meines Wissens nach einen festen Spielerstamm (eben ligabedingt), deren Anzahl mir aber unbekannt ist. Außerdem ist mir der Stadtkern sympathischer und bietet dank der dortigen Museen und der Tatsache, dass SlimD in der Stadt weilte, interessante Alternativen. Für Dortmund sprach die Location mit dessen Besitzer man hervorragend klönen kann. Zudem wusste ich, dass der Shop gerne von einigen lokalen Legacygrößen frequentiert wird. Hier fielen mir unter anderem Dennis Rosinski und der dt. Legacy-Meister von anno 200x, dessen Name mir nie einfällt, von dem ich aber weiß, dass seine Freundin Diana heißt (wenn es mehr weibliche Magicspielerinnen gebe, würde ich mir mehr Namen merken). Diese stachen das Argument Quantität durch Qualität aus, da ich mir vorgenommen hatte, meinen Wissensstand über das Format bedeutend aufzufrischen. Es gab für Dortmund noch eine gewisse Ungewissheit ob des Termins, aber die vernachlässigte ich. Noch benötigte Einzelkarten fürs Deck bekäme ich an beiden Locations gleich gut/schlecht.
Letztlich entschied die Bahn für mich, da ich keine Lust hatte länger zu warten und in den ersten Zug stieg, der sich mir näherte. Da die Bahn für Überraschungen gut ist, sei verraten, dass ich diese Zeilen bereits in einem gut gefüllten Abteil gen Dortmund schrieb, während mir ein älterer Knabe mit schlechten Zähnen und noch schlechterem Atem über die Seite linste, um meine Handschrift zu entziffern. Dass er sich während der Zugfahrt plötzlich mit seiner Frau, ihm gegenüber aber im Munde gleich, über Düsseldorf zu unterhalten begann, war für mich Beweis genug, dass er wenigstens Bruchstücke hat lesen können.
Der Dortmunder Bahnhof war bereits gut gefüllt und die Ankunft des Regional Expresses machte die Sache nicht besser. Man schob und quetschte sich aktiv aber auch passiv gen U-Bahn wo das Thema fortgesetzt wurde. Nichtsdestotrotz fiel mir eine jüngere Frau auf, die eine knallgelbe Jutetasche trug, welche mit dem CD-Motiv von Fatboy Slims “You've come a long Way, Baby” bedruckt war. Da ich sehr gute Erinnerungen an das Album hatte - ich war nie der große CD-Käufer aber diesen Silberling hatte ich und habe ihn noch heute - lächelte ich und sah, dass auch die Trägerin lächelte. Sie stieg am Stadthaus aus, wie auch ich, und lief zu dem U-Bahn-Ausgang, den ich ebenfalls nutzen wollte, also folgte ich ihr. An der Glastür war ich einen Schritt schneller als sie, kratzte sämtliche Gentlemanmuskeln in mir zusammen und hielt ihr die Türe auf. Sie lächelte, ging durch, drehte sich aber kurz dahinter wieder um und wartete darauf, dass ich ebenfalls durch die Tür schritt, bevor sie scheu fragte, was ich denn jetzt vorhätte.
Mit “Nichts, was sich nicht verschieben ließe” antwortete ich das einzig richtige und die nächste Runde wurde eingeleitet. Sie war am Zug, deutete die Straße zum Auenland hinauf und dann auf ihre Tasche. Diese Bewegung begleitete sie mit der Erklärung, dass sie gerade Frühstück für sich und ihre Katze besorgt, die Katze aber nichts dagegen hätte, wenn es statt einer Croissanthälfte mal wieder nur aus der Dose gebe. Ich versprach mich im Gegenzug bei Gelegenheit dafür bei dem Fellfreund zu revanchieren und nervös über Fatboy Slims Brighton-Gig plaudernd, ging es ins Ungewisse, wo nur der Weg unter unseren Füßen bekannt war, und letztlich auch nur ihr.
Als wir das Auenland passierten, drängte sich eine Stimme in unsere Unterhaltung und ein Blick zur Seite verriet mir, wieso mir die Stimme so bekannt vorkam. Ich wand mich vom grüßenden Guido ab und wollte gerade entschuldigend ansetzen, dass ich wenigstens mal kurz Hallo sagen müsste, doch es war niemand mehr da. Sie war weg, die gelbe Tasche mit dem dicken Jungen drauf war weg, das zweite Frühstück inkl. des eventuellen Nachtischs war weg und mein Verstand wohl auch. Also stieß ich die Tür zum Auenland auf, erkannte direkt die Gruppe Magicspieler in der rechten Ecke und grüßte lautstark mit den Worten “Okay Männer, wer will ins Gesicht??”
Das Turnier konnte beginnen.
Doch womit eigentlich? Ich hatte an dem Tag zwei fast komplette Decks am Start. Alex wollte das Dredge-Deck mit drei Brücken zocken (eine fehlte halt, dafür hatte ich mit “Tridge” einen passenden Decknamen parat, sollte sich keine 4te Brücke finden lassen) und meine Wenigkeit hatte den Arc-Slogger im Visier mit noch zu lernenden Chalice/Trinisphere-Rafinessen aber fehlenden Magi of the Moon, sowie je einer Chalice respektive Trinisphere. Ein Blick in die Auenland'schen Ordner sorgte letztlich für die Entscheidung, da eine Bridge from Below aus der Sicht meines Geldbeutels betrachtet um einiges kleiner als die vier etwaigen anderen Karten ist. Ich nannte das Deck trotzdem “Tridge”. Der guten alten Zeiten keine zwanzig Minuten vorher wegen.
Der Lutz in der ersten Runde hatte ähnliche Probleme, nur schipperten seine vier Sinkholes noch über den großen Teich, so dass sein Plan, mich zu screwen und in der Zwischenzeit mit Tarmogoyfs und Hypnotic Spectern auf mir rumzueiern, nur bedingt glattlief. Als ich auf vier Lebenspunkten angelangt war und er bereits zum Fatality ansetzte, wusste ich, dass es ungefähr jetzt an der Zeit war, etwas zu tun. Also dredgte ich via Coliseum fröhlich vor mich hin, bis mein Friedhof schön voll und unübersichtlich war und fragte ihn, ob er aufgab.
Ich vermutete selbst, dass es eben nicht reichen würde, verriet das aber nicht, sondern verwies stattdessen auf die Sphinx of Lost Truths und das Dread Return in meinem Friedhof für den Rest meiner Bibliothek, und zögernd aber überzeugt gab er auf. Das war fast zu einfach, wobei es seinerseits auf 16 Leben und mit einem Vampire Nighthawk auf dem Tisch besser gewesen wäre, mich weiter durch die Sache taumeln zu lassen.
Und wie ich taumelte. Da ich am Vorabend den Goldfisch nur mit sicken Beats aus der Macht der Montänen zu Fischstäbchen verarbeitete, war meine Vorbereitung für das Dredge-Deck derart, dass ich wusste, dass Dredge ein Replacement-Effekt war, den man nicht via Pithing Needle abstellen konnte.
Im zweiten Spiel taumelten wir weiter. Ich dredgte unaufmerksam den Imp für sechs Karten, bot ihm an, den Judge zu rufen, was er ablehnte, zumal ich argumentierte, dass ich direkt danach (Breakthrough halt) ja noch für mehr dredgen würde. Wie gesagt, wir bekleckerten uns beide nicht mit Ruhm. Ich hatte Bridge im Friedhof und griff mit einem Ichorid fröhlich in den ungetappten Nighthawk (again) an, obwohl ich meine Brücke eigentlich behalten wollte. Er sah es nicht, oder achtete nicht drauf und statt 2:1 zu tauschen, tauschten wir Zombie-Token für drei Lebenspunkte. Die Brücke hatte eh keine hohe Lebenserwartung, da sie einen Zug später mit samt ihren frisch erworbenen Freunden aus dem Deck gerupft wurden. Da ich aber Iona reingeboardet hatte und meine Ichorids sich nur so durch die anderen schwarzen Kreaturen des Decks pflügten, ging es auch ohne die Verzauberung.
Der Alexander in der zweiten Runde wusste nicht nur, wie man besser spielt, sondern auch was man besser hätte spielen sollen. Das erste Spiel konnte ich recht lucky dadurch gewinnen, dass ich beim blinden Cabal Therapy auf seine Hand das Exhume erwischte. Zugegeben, ein dickes Tier in seinem Friedhof gab einen nicht minder entscheidenen Hinweis und ich entschied mich nur gegen das Reanimate, weil mir das Exhume zuerst nicht einfallen wollte, als es aber fiel, war ich derart beglückt, dass ich es direkt ansagte.
Beim Boarden flachste ich mit dem Bernd neben mir, der das Deck ebenfalls im Rucksack hatte (aber auf dem Tisch mit BGW Loam unterwegs war), über die diversen Sideboardmöglichkeiten. Rein wollte eigentlich eine Menge, nur welche Karten man aus dem Ichorid-Deck rausnimmt, das stand leider nicht auf dem anderen Blatt vor mir. Vielleicht keine so schlechte Idee, die Boardingpläne für Hanau derart vorzubereiten. Sicherlich auch keine schlechte Idee Boardingpläne vor dem eigentlichen Turnier zu haben und diese nicht erst in situ aus dem Hut zaubern zu müssen.
Da Alexander Zugriff auf schwarzes Mana hatte und seinen Friedhof brauchte, entschied ich mich gegen Needles (für Relics und/oder Crypts) und für Chain of Vapor, sowie Iona, um ihm eventuell die Reanimatonsmöglichkeiten zu nehmen. Leider kam ich auf den Trichter erst eine Runde später, als ich gegen erwähntes BGW Loam vom Bernd zocke und da die weniger sinnigen Nadeln für Relics und Crypts boardete. Gegen Alex machte ich es aber noch richtig, was egal war, da er Exhume auf Sphinx of the Steel Wind ansetzte und die gute Dame vier mal mit dem Gong schlug.
Blieb Spiel 3. Alex ging beim Mulligan ins Mathematische, was sich auf meinem Scorepad derart ausdrückt, dass er M hoch 2 +1 schaffte. Das waren gleich drei Mulligans, die meinen eigenen vor Neid zwar erblassen, aber im besseren Licht dastehen liessen, wäre die Hand, die ich hielt, nicht so furchtbar lahm gewesen. Mein erstes Play nach einem Coliseum und einer City war ein Golgari Thug. Ein Coliseum und ein Imp später und schon bin ich auf 14 (irgendwie gab es da noch die Cabal Therapy zu Beginn). Es dauerte lange, sehr lange, leider zu lange, denn als er auf 4 stabilisierte, machte er das hinter einem Blazing Archon. Der Archon und meine Imps starrten sich an, während ich in meinem Deck nach Antworten suchte. Eine schmerzhafte Chain of Vapor (ich hatte halt nur Painlands auf dem Tisch, was sich die Runde zuvor schon sehr amüsant machte, als ich von 9 auf 5 ging, weil ich Deep Analysis aus der Hand spielte; Flashbacken konnte ich da dann natürlich vergessen) wurde von der Macht verspeist und eine der anderen drei Kopien wollte sich nicht zeigen, da konnte ich noch so viele Länder - in diesem Fall eben Cephalid Coliseum - opfern. Letztlich reichte Sickening Dreams für x = 2, um mich und meine wackeren Gefährten aus dem Spiel zu pusten.
Der Alexander erklärte mir bereits vor dem Spiel, wieso es die bessere Wahl gesewen war nach Dortmund zu kommen, statt in Düsseldorf zu zocken und für ihn waren es ganz klar die Preise. Es bekam nämlich jeder Spieler eine Einzelkarte und der erste gar ein Doppelland. Ein Umstand, der für mich - s.o. - nicht wirklich Entscheidungscharakter hat und bei einem Startgeld von 7,50 EUR ebenfalls im Rahmen war, aber erklär das mal der Jugend, die für ihr Geld noch nicht groß hat arbeiten müssen ;-)
Weiter ging es und zwar mit dem aforementioned Bernd. Neben mir - wie ich mir immer wieder einrede - einer der bekanntesten Bernds aus NRW, auch wenn seine Performance (man denke an die Top8 neulich in Paris) sagen wir mal “konstanter” war als meine. Er zockte wie ebenfalls aforementioned das BGW Loam, das ich sehr gut kannte, weil ich keine Woche zuvor dem Erik Hegemann noch den Primer zum Deck für MagicUniverse verschönerte. Der Haken bei der Editorentätigkeit: Man achtet mehr auf grammatikalische Unstimmigkeiten und welche Überschrift wie dick zu platzieren ist, als auf so irrelevante Sachen wie eben die Deckliste.
Jetzt hatte ich aber mal auf die Deckliste geachtet (und die zB auf The Source noch fehlenden Barren Moor addiert) und könnte behaupten, ich boardete die drei Needles im Board für Karten wie zB Top & Explosives, müsste aber (und habe eigentlich schon) gestehen, dass sich mein Sideboardverständnis an dem Tag darauf beschränkte, dass ich versuchte vorher und nachher nur ja 15 Karten dort zu haben. Als Krönung - von mir aus auch mit Verwöhnaroma - startete Bernd Spiel 2 mit Doppel-Leyline of the Void.
Nicht viel anders muss sich Andre gefühlt haben, als ich ihm im zweiten Spiel der vierten und letzten Runde zeige, was so ein Firestorm für 4 verheerendes mit einem freilaufenden Phyrexian Negator macht. Dass er ihn gleich mitopferte, erleichterte mir die Sache ungemein. Sonst wäre es vielleicht haariger geworden.
Apropos “haariger”: Hier wäre eine nette Stelle für ein Musikvideo, oder besser für das Ende des ersten Teils.
