Zwei Köpfe, ein Deck
— 10-02-2009 —
Am Mittwoch gab man, also ich, sich im Litfass in Essen die Ehre und zwar wollte man, wieder ich, an einem der kleinen netten Tische sitzen und eins seiner, also meiner, frisch kreierten Casual-Decks in die Fronten aus gestandenen Mannen (und Marion; die Frau ist schier überall und aktiviert so stets meinen Political Correctness-Filter) werfen.
So weit so einleuchtend. Aufgrund der Tischgrößen kommt es im Litfass öfter zu Viererkonstellationen, die, weil Chaos scheinbar verpönt, regelmäßig in 2HG-Orgien ausarten. (Irgendwo in diesem Satz ist eine fette Möglichkeit einen ganzen Bus voller anzüglichen Bemerkungen zu parken, aber ich will einfach die Lücke nicht finden - shizz!!)
Soviel zur Einleitung der Einleitung, kommen wir zur eigentlichen Einleitung.
Ich hatte drei Decks am Start:
• eine rot-schwarze Aggro-Discard-Monströsität mit den Verrottenden Ratten aus meinem Draftdeck vom Prerelease
• ein Versuch mit Urborg Elves auf der Retrace-Flashback-Life from the Loam-Schiene mit Quiet Speculation Engine nicht von den Gleisen abzukommen; es war letztlich nicht zügig genug
• mein “Wizards of the Yavimaya Coast”-Deck
und alle drei wurden in den Ring (okay, so rund sind die Tische dort letztlich nicht, sie haben aber - zu meiner Verteidigung - runde Ecken) geworfen. Das Wizards-Deck war dabei am erfolgreichsten - was sich ändern wird, wenn ich einen Ersatz für die Rakdos Guildmages gefunden habe, deren Aktivierung einfach zu manaintensiv ist -
Kurzer Aside vom Aside
Dass es im Magic zwei Arten des Spielens gibt (Constructed / Limited) und sich der Fokus der Designer&Entwickler rund um MaRo (und leider auch der Spieler, wie mir scheint) immer mehr zum Limited hinbewegt, sorgt meines Erachtens dafür, dass Karten, wie eben der Rakdos Guildmage, weil sie eine Fähigkeit haben, die im Limited einfach zu stark ist, diese Fähigkeit eben überteuert erhalten. Man vergleiche nur einmal den Rakdos Guildmage mit dem Simic Guildmage und die erste Fähigkeit vom Rakdos Guildmage mit Last Gasp aus demselben Block.
weiter mit dem Aside ersten Grades
und das Wizards-Deck war es auch, was mir gerade in die Hände fiel, als es darum ging mich ein wenig abzulenken und den Kopf von der Arbeit freizubekommen. Ein bis zwei Schwimmzüge mit dem Goldfisch wirken da bei mir sehr entspannend (onaniert hatte ich obv bereits).
Das Deck ist von mir schon auf das 2HG-Format ausgerichtet worden, hat es doch selbst keine wirkliche Option zu gewinnen (vom Angriff mit einer Horde Spitzhütler nach einem Biorhythm mal abgesehen). Es geht dabei mehr ums Rumzömmeln, ein wenig Rumtricksen und dem Zweitkopf dabei zu helfen, aus dem Quark zu kommen. Der Magus of the Candelabra ist dabei offensichtlich der sechszackige Schlüssel zum Erfolg.
So beim Goldfischen dann (irgendwo gerade müsst ihr die Überleitung zum Hauptteil verpasst haben), überkam mich die Lust ein 2HG-Deck der eher extremeren Art zu bauen. Eins, wo es letztlich fast egal ist, was der Zweitkopf spielt, welches aber schon auf's Teamplay bedacht ist und nicht im Solitär-Modus solange nach rechts und links getappt wird, bis den anderen am Tisch inklusive mir die Freude vergangen ist.
Ich kam auf folgenden grünen Zweig:
4 Magus of the Vineyard
4 Eladamri's Vineyard
4 Magus of the Candelabra
4 Kitchen Finks
4 Squallmonger
4 Feral Hydra
4 Forgotten Ancient
3 Garruk Wildspeaker
3 Puppet Strings
4 Candelabra of Tawnos
1 Zuran Orb
4 Mishra's Factory
2 Gaea's Cradle
2 Llanowar Reborn
3 Treetop Village
11 Forest
Das Hauptaugenmerk liegt offensichtlich darauf, dem Zweitkopf bei der Manaentwicklung unter die Arme zu greifen. Das macht der Weingarten auch beschwipsterdinge für das gegnerische Siamesenduo, doch werden die eher selten den Effekt der Hydra nutzen wollen, noch werden ihnen Länder und Kreaturen enttappt - zumindest nicht von mir.
Die Idee mit der Feral Hydra stammt dabei vom Ingo, die Squallmonger sind ein Ifh-Biff Efreet Ersatz (dessen Lebenserwartung ähnlich der des Warmongers ist, den ich mal testete, nur nie zu sehr überzeugt und überzeugend) und die Mishra's Factory erhielten den Vorzug gegenüber den neuzeitlichen Mutavaults, weil man sie auf Changelings, etwaige eigene Fabriken, Urza's Factory Token und den Assembly-Workern selbst des Partners aktivieren kann. Alternativ kann man zur Blinkmoth Nexus greifen, nur gibt es da (noch) weniger Ziele.
Das Deck ist eher theoretischer Natur. Seltene Artefakte aus Editionen von vor Fallen Empires sind mir absent und mein Dritter Planeswalker ist in der Reinigung. Dennoch demonstriert es, nur auf dem Papier, wie interaktiv sich 2HG-Decks gestalten lassen, wenn man ein wenig die Augen offenhält.
Dafür muss man sich noch nicht einmal mit dem Zweitkopf abgesprochen haben. Es reicht, sich die Karten, die man spielt, genauer durchzulesen, wie mir erst neulich bei Quiet Speculation auffiel. Die lässt sich nämlich auch super auf den Partner spielen, so er denn dran gedacht hat Flashback-Karten ins Deck zu packen. Gleiches gilt für fast jeden Kartenziehspruch oder eben die diversen Enttap-Effekte, wie oben exemplarisiert. Was erstaunlicher nicht geht, ist in des Partners Friedhof rumstochern, um ihm unter die rekursiven Arme zu greifen. Zumindest nicht in Grün und selbst Schwarz dürfte da Probleme haben.
Abschließend geht es, also ich, noch einen Schritt weiter. Wieso denn beim 2HG aufhören?? Die Emperor-Variante dürfte gleichfalls von einem derartigen Deck profitieren, so man denn in der Mitte sitzt und seine Schäfchen zur Rechten und zur Linken unterstützen will.
Das müsste man, immer noch ich - gerne auch ihr, mal ausprobieren…
Just playing…
— 05-09-2008 —
Fakt ist, ich spiele nicht mehr so häufig, wie ich eigentlich sollte und wollte. Das schlägt sich in fast paralleler (oder war es analog??) Weise auf meine Blogtätigkeiten aus, was bemerkt wird und unweigerlich dazu führt, dass hier weniger Inhalt präsent ist. Eine schöne flüssige Kausalkette, wobei schön nur im Bezug auf die Logik zu verstehen ist.
Fakt ist weiterhin, dass mir im Moment der Hals kratzt. Wo ich früher bei Gleichartigem bei Gleichgeschlechtlichen zuviel des homophilen Fellatio unterwarf, frage ich heute, ob es ein paar Schuss mehr aus der kleinen gelben Flasche in den Tee sein darf, die zwar äußerlich einer Zitrone ähnelt, innerlich aber ziemlich fruchtlos (schönes Wort - heute erst in einer E-Mail verwendet und fast geweint, als ich “Send” klickte) daherkommt. Meist nicke ich mir selbst zu.
Eine Vermutung hingegen ist, dass beide Fakten in einem Zusammenhang (mehr oder weniger kausal) stehen. So war ich Mittwoch im Litfass Magic zocken, musste dafür durch nieseligen Regen, Ingo hat mich auch ziemlich nass gemacht (siehe unten) und es war eventuell sogar noch kalt, et voila, Freitags das Kratzen im Hals!!
(Wenn wir jetzt alle ganz still sind, können wir hören, wie sich Aristoteles im Grabe umdreht…)
Doch genug der qualvollen Einleitung. Ich war zocken, ergo gibt es einen Blogeintrag. Das muss nicht immer so sein. So wurde ich am Samstag in Hannover mit dem Christoph auf dem Fahrersitz ein Teil des viertplatzierten Teams des 2HG-Events, aber ich habe null Notizen, null Erinnerung und nur eine Hälfte der Decks und nicht genug Inspiration mir die andere Hälfte (oder die 8 langen Runden) aus den Fingern zu saugen. Ich weiß nur noch, dass ich eine Menge Spaß hatte, (wie so) oft mit Frauen sprach und mich Christoph mit genug Keksen bestach, um über seine Frisuren den Mantel des Schweigens zu legen (psst, der Atog hat's auf Band…).
Inspiriert durch das Savor the Moment aus dem Magic-Magazins-Booster baute ich am Mittwoch Nachmittag wie ein Berserker an folgendem Haufen:
4 Plumeveil
4 Cloud Sprite
4 Rishadan Airship
1 Venser, Shaper Savant
1 Quicksilver Elemental
2 Jodah's Avenger
2 Serra Sphinx
1 Jace Beleren
2 Seal of Removal
3 Disperse
1 Trickbind
2 Psionic Blast
1 Dominate
1 Mystic Speculation
2 Sleight of Hand
3 Savor the Moment
1 Umezawa's Jitte
1 Trip Noose
4 Talisman of Dominance
1 Gemstone Caverns
2 Stalking Stones
3 Lonely Sandbar
2 Desert
17 Island
Zum Deck im Allgemeinen lässt sich sagen, dass ich darauf abzielte mit Karten zu spielen, die mir in der Vergangenheit (in der, die weiter zurück liegt, als sagen wir mal so ab Champions of Kamigawa) Freude bereiteten (ich war mal ein großer Blue Skies Spieler; verratet es keinem) und diese mit Karten (so ab Mirrodin) zu mischen, die ich schon immer mal spielen wollte. Random Jitte dazu (so als Plan B) und fertig. Als Metagame schwebte mir eine der gemütlichen 2HG-Runden (die sich durch die vielen Vierer-Tische im Litfass immer aufdrängen) vor.
Relevante Karten im Einzelnen:
Savor the Moment
Für drei Mana, zieht man eine Karte, darf - sofern vorhanden - ein zusätzliches Land legen und Kreaturen, die man in diesem Zug ebenfalls spielt/e, haben “Pseudo-Eile”. In Verbindung mit Vigilance-Kreaturen (Blau hat da eine ausgesuchte Auswahl, aber nicht viel, was man zweimal durch ein Gloryhole betrachten würde) lassen sich Relentless Assault-ähnliche Effekte erzeugen. Ingo meinte, er werde sie mal in seinem Stasis-Deck versuchen. Sicherlich nicht die schlechteste Idee. Eine Verbindung mit Merrow Commerce ist naheliegend, ein Abstecher gen Grün dank Mobilize oder Seedborn Muse bietet sich ebenfalls an.
Mystic Speculation
Beim erstmaligen Ausspielen überkam mich ein typischer Fall von “RtfC”. Es ist nämlich eine Sorcery. Demnächst greife ich wieder zu Impulse, Brainstorm, oder Top + Fetchlands. Alternativ noch Serum Visions, Ponder oder mehr Sleight of Hand. Gibt es hier eigentlich eine inoffizielle Ranking-List?? Eine TopX lässt sich doch bestimmt zusammenbasteln (jetzt mal so aus dem Kopf raus, mit ein wenig MC.info-Support):
1. Brainstorm
2. Sensei's Divining Top
3. Impulse
4. Ponder
4 1/2. Portent / Omen
5. Serum Visions
6. Sleight of Hand
7. Opt
8. Mystic Speculation
[ymmv - discuss below]
Quicksilver Elemental
Wenn vier Leute am Tisch sitzen und ich das Elementar parat habe, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch ich in den Genuss komme, Kiki-Jiki-ähnliche Effekte zu vollführen, random Karten zu ziehen, weil jemand einen Archivar am Start hat, oder sonst irgendwelche Späße. Würde ich öfter spielen, wenn mein Ordner sie öfter hergäbe.
Bleibt ein kleines Fazit, weil ich jetzt gleich den Rechner verlasse, um die Sache mit dem Fellatio jemander zu überlassen, die keine Probleme mit dem Hals hat:
Da sich mir “nur” Ingo als Sparring-Partner bot (das aber ausdauernde 2.5 Stunden), lässt sich über die beabsichtigte Performance im richtigen (sprich größeren) Gewässer nicht so viel sagen. Ingo hat einen Haufen Decks (bloß nicht zu verwechseln mit “Ingo hat Haufen Decks”, was fernab jeglicher Realitäten liegt) und mich mit fast jedem vermöbelt.
Okay, das Spiel gegen die Goblins habe ich eventuell verzockt, da ich die von Herrn Müller aufgestellte Gleichung “Jitte > Goblins” dank meiner Addition zu “Jitte + EvilBernd <= Goblins" verschlechterte. Das Spiel gegen die U/W-Garde rund um dem Whitemane Lion verlor ich zu recht in dem Augenblick, wo ich dem Ingo erklärte, wie dieser Reveillark denn genau funktioniert. Da war dann noch etwas mit Feen, mit Enchantresses und mit schwarzen aggressiven Männern, aber da ich zwischendurch zu meinem Five Mana Deluxe wechselte, ging ich nicht vollends unter.
To be continued…
Teilchen unbeschleunigt
— 27-04-2008 —
Ein Deck sollte wie ein guter Film sein. Man braucht den ein oder anderen Hauptdarsteller, eine Menge cooler Action, dabei nicht zu wenig Sex und letztlich einen brauchbaren Plan. Natürlich kann man es auch mit einer Reihe an unzusammenhängenden Versatzstücken ausprobieren, hier und da eine Phrase aus dem Katalog dreschen und sich letztlich nicht zu selten wundern, wieso das mono-weiße Goblindeck nicht so wollte, wie man es sich Stunden zuvor noch auf dem Papier - dem geduldigen - veranschaulichte.
Diese Herangehensweise ist eher etwas für Kurzgeschichtensammlungen (man merke sich das Schlagwort “Anthologien” in dem Zusammenhang), da kann man einen Titel zu Ende lesen, ihn durch und durchlesen und danach beiseite legen wohlwissend, dass es im nächsten Text um eine völlig neue Dame und einen völlig neuen Herren geht. Ich bin versucht an dieser Stelle Elfriede Jelinek zu zitieren, weil die Frau die letzte Woche alleine zweimal in mein Leben drang. So sah ich im Rausch, dem drögen, den Film “Die Klavierspielerin” (zum dritten Male) und gab mir am Dienstag in der Essener Box drei ihrer fünf Prinzessinendramen (der Reihe folgend von römisch eins bis drei). Im Film kam es weniger zur Geltung, aber die Sprachgewalt der guten Dame lässt sich nicht anders beschreiben als eben durch die Gewalt selbst. Doch was das Zitieren betrifft, trifft man auf den offiziellen Seiten neben viel textlicher Freizügigkeit auf den Hinweis (frech zitiert, hah!!):
Sämtliche hier wiedergegebenen Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis in keiner Form wiedergegeben oder zitiert werden.
Dann eben Magic-Decks. Decks der Art, dass man meinen könnte, sie wären mir aus einem Guss aus den Ordnern gerutscht, um die Spieltische zu erobern, Gegner zu verzweifelten Taten zu treiben und dabei genug Umdrehungen zu produzieren, dass der Grappa nur neidisch aus dem benachbarten Regal schauen kann. Nebenbei wird der eigene Name in die Liste mit Batman Feinden geritzt und darauf gewartet, dass die Dame, der man gestern noch die Schenkel strich, von ihrem Spaziergang zurückkehrt, den Kuchen in der einen und eine Tasse Gingko Limonengras-Tee in der anderen Hand.
Decks, ihr wollt sie doch auch. Die Benutzerzahlen vom DeckCheck sprechen Bände, Vampire Weekend singt im Hintergrund und alles ist gut. Zur Feier des heutigen Sonntages entleere ich meinen Desktop, auf dem das ein ums andere Deck in so mancher unkompliziert betitelten Textdatei schlummert.
Aus “RRRRR.odt” hole ich das Wort “alttestamentarisch” im Zusammenhang mit einer Ecke (um die ging es rum) und dem folgenden Deck (eigentlich nur die Kreaturen, weil “RRRRR.odt” - wie die anderen Dateien - nur Fragmente enthält, aber da ich die Decks bereits zu Ende bebaute, weiß ich, wie die Geschichten ausgegangen wären):
Five Mana Deluxe
3 Avarax
4 Arc-Slogger
1 Kumano, Master Yamabushi
1 Heartless Hidetsugu
1 Siege-Gang Commander
1 Torchling
1 Hunted Dragon
2 Chandra Nalaar
1 Jiwari, the Earth Aflame
4 Seething Song
2 Giant Solifuge
1 Wand of the Elements
1 Pulse of the Forge
1 Blood Moon
3 Magma Jet
2 Browbeat
1 Lightning Bolt
1 Epochrasite
1 Molten Disaster
2 Pyroclasm
1 Beacon of Destruction
1 Goblin Charbelcher
2 Mind Stone
1 Sol Ring
1 Mox Diamond
1 Mana Vault
1 Gemstone Caverns
23 Mountain
Der Sage nach hat der olle SlimDieta jetzt noch Alpträume von dem Deck. Es war eins seiner Düsseldorfer Multiplayer-Happenings zu dessen Ehren ich mich aufmachte, um den schönen Seething Song zu schmettern. Und wie ich sang. Wie ein Engelein mit gülden Schamhaar - zart die Harfe streichend. Ein Arc-Slogger im zweiten Zug ist machbar bis da gewesen, der Rest wird just for Fun gespielt. Random einer der multiplen Gegner umrülpsen ist genauso fetzig, wie selbstlanddestruktiv mit dem Wand of the Elements 3/3er aus den Bergen zu treiben und in den ungleichen Kampf zu schicken.
Spaßfaktor! Spaßfaktor! (aus der Jelinek-Seite, aber nicht verraten…)
Eine weitere Datei auf meinem Desktop wartet mit dem vielsagenden Namen “Oriss.odt” auf. Die Einleitung spricht für sich und soll hier auszugsweise wiedergegeben werden:
“Abseits der grausam kalten, egoistisch bis unbarmherzigen und alles in allem nur in den Pausen humorvollen Turnierszene (obschon sich selbst hier Ungunst in Fragen wie “Wie stehst du??” wiederspiegelt), gibt es den netten und kuscheligen Bereich der Casual-Magie. Doch selbst hier ist nicht nur Pussies und Rosen und alttestamentarische Einflüsse wie zum Beispiel dem Zorn Gottes warten an jeder Manakurve, so dass wir noch einen Schritt weiter gehen und uns in eine Welt fabulieren in der Massenzerstörung passè ist (zu oft wird der Spielspaß gleich mit zerstört), Countermagie nur sporadisch zum Einsatz kommt (zum Beispiel, um sie zu transmuten) und die Burnspells statt wie aus Maschinengewehren eventuell noch als Kanonenknaller auftauchen.”
Da ist es wieder, das Alte Testament. Richtig biblisch. Naja, ist ja auch Sonntag.
Im Text selbst nudelte ich Oriss, Samite Guardian von oben bis unten durch. Angefangen vom Namen (der in ihrem Fall sogar eine Rolle spielt) über die Spruchkosten (ebenfalls nicht zu verachten), gab es beim Bild eine kleine “Toilettenpause”, um dann entspannter die Typenzeile, den Kartentext und den Bruch unten rechts zu analysieren. Was dabei heraus kam, war zum einen klebrig, zum anderen ein Juwel von einem Deck:
Oriss’ Gesangsverein trällert: “The Whitemane Lion sleeps tonight”
4 Oriss, Samite Guardian
4 Whitemane Lion
2 Stonecloaker
2 Shriekmaw
1 Mangara of Corondor
1 Seht's Tiger
2 Reveillark
2 Phyrexian Rager
2 Martyr of Sands
3 Necrotic Sliver
4 Grim Harvest
2 Pit Keeper
2 Undertaker
4 Cloud Key
1 Grave Pact
2 Coldsteel Heart
1 Urborg, Tomb of Yawgmoth
2 Vivid Marsh
4 Caves of Koilos
5 Swamp
11 Plains
(man beachte, dass sich der Cloud Key netterweise auch den Evoke-Kosten annimmt!!)
(man beachte weiterhin, dass ich im Grundkonzept davon ausging, dass Reveillark die Kreaturen auf die Hand befördert (das wäre unendlich geschmeidig gewesen!!), ist aber nicht so - man hörte das “Shizz” sicherlich bis hinter Frankfurt an der Oder…)
Was eine Schönheit. Ich goldfischte das Deck ein paar Tage lang, abends vorm Einschlafen, was aber keine gute Idee war, weil ich danach immer derart verzückt vor dem Kartenstapel saß, dass an Schlaf nicht zu denken war.
Neben Oriss gab ich mir Linessa, Zephyr Mage (hierzu kein Deck, weil ich über Unsommon, Vedalken Aethermage und Boomerang nicht hinauskam. Klar, Venser passt, Riftwing Cloudskate ebenfalls, aber blau ist nicht gut Freund mit dem Friedhof. Da bleibt Linessa eher länger liegen, als es sich für eine Dame gehört) und Baru, Fist of Krosa. Die beiden anderen “Großen” verkniff ich mir, da der rote nur in eine Richtung will, deren Straße mir zu sehr befahren schien und eine Suche nach Korlash im DeckCheck mit zu vielen Ergebnissen endete.
Aber Baru muss noch gefistet werden. Das Deck zu ihm ist derart offensichtlich, dass es euch gleich aus dem Monitor in die Sleeves rein rutscht. Er mag Wälder und Länder ganz speziell, darüber hinaus ist er ein Druide, ich sach mal so,
Druiden-Tribal.dec!!11Elf
4 Llanowar Elves (Elf Druide)
4 Heritage Druid (Elf Druide)
4 Boreal Druid (Elf Druide)
4 Civic Wayfinder (Elf Druide)
3 Imperious Perfect (Elf Warrior)
4 Elvish Harbinger (Elf Druide)
4 Baru, Fist of Krosa (Mensch Druide)
4 Gilt-Leaf Archdruid (Elf Druide)
4 Primal Command / Summoner's Pact
3 Overrun / Wurmcalling / Squall Line / Hurricane
22 Forest
Schwimmen wir exemplarisch dem Goldfisch hinterher:
1ster Zug: Wald, Llanowar Elves
2ter Zug: Wald, Elvish Harbinger für den Archdruid
3ter Zug: Wald, Archdruid
4ter Zug: Heritage Druid (zieht mehr Wald), Wald, Civic Wayfinder (durch Tappen von Heritage, Archdruid und Harbinger) es wird erst das Land gesucht, dann die Karte durch den Archdruiden gezogen; wir lucken uns Baru und können ihn sogar ausspielen
5ter Zug: Win durch Aufgabe
Da genau elf verschiedene Karten benutzt werden, ist es legitim, dem Deck den Namen seiner Lieblingsfußballmannschaft zu geben, oder gar “Elf Freunde”. Die Möglichkeiten sind zahlreich.
Und so endet der Text hier. Abrupt. Wie die letzte Folge von “WDR3.pm“, der Radio-Sendung für die Leute, die Samstag Nachmittags überhaupt nichts mit Fußball anfangen können.
Wer weiterlesen will, dem seien alte Berichte meinerseits auf die Augen gepresst, über die ich bei Recherchen zu diesem Quelltext stolperte:
Hinten anstellen und Super lächerlich. Das waren noch good Times!!
