Er will doch nur spielen
— 26-06-2009 —
Gestern war ich mit meinem 3-jährigen Neffen auf einem Spielplatz. Ich hatte schon länger nicht mehr das Vergnügen - sowohl was meinen Neffen, als auch was den Spielplatz betraf - bin aber erfreut zu berichten, dass das mit dem Schaukeln immer noch klappt und sich mein Neffe ebenfalls deutlich an seinen “O Mi” (das ist kurz für “Onkel Micha”, weil ich meiner Schwester zu spät verdeutlichte, dass ich nicht allzu scharf auf die Vorsilbe “Onkel” bin) erinnert.
Nun muss ich gestehen, dass das Tummeln im Sand nicht mehr ganz so erfüllend war, wie es vor Jahrzehnten noch den Anschein hatte, so dass ich die Zeit für mich damit zu überbrücken gedachte, ein paar ausgesuchte Monologe zu halten. Nach dem anfänglichen Thema der Bienchen und der Blümchen (die Variante in der beides nicht wirklich anfassbar ist, weil ersteres sticht und letzteres am Wegesrand gerne in die Schussrichtung markierender Hunde gerät; für die andere Variante erscheint er mir noch zu jung, obwohl ich meinte, dass eines der beiden ebenfalls präsenten türkischen Zwillingsmädchen ein Auge auf ihn geworfen hatte, aber ich kann das Angebot mit dem Teilen der Schaufel auch überinterpretieren) schwamm ich ein wenig auf der Suche nach passendem Gesprächsstoff. Letztlich entschied ich, dass es eh egal ist, was ich ihm vorsprudele, solange ich seinen Spielfluss nicht unterbrach.
Also begann ich damit die aktuellen Magic Regeländerungen durchzukauen. Vielleicht hatte er als Noch-Außenstehender (meine Weißrand-Landsammlung ist ihm im Falle meines Falles bereits notariell vermacht und mit seiner, von seiner Mutter aufgezwungenen und von mir durch ausgesuchte Geschenke unterstützten, Winnie Pooh-Affinität scheinen die Weichen korrekt gestellt (ich muss ihm nur klar machen, dass man den 100-Morgen Wald tappen kann, um einen Grizzly Bären zu wirken)) eine differenziertere Meinung und könnte mir auf seine kindliche, von mir entsprechend zu interpretierenden Art einen Hinweis geben.
Ich wurde nicht enttäuscht.
So begann ich noch bei der Schaukel zwischen diversen “Wusch” und “Und los”, die ihn beherzt auflachen ließen, die Namensänderungen aufzulisten und anzumerken, dass man genauso gut “Sandkasten” (es lag förmlich vor unseren Füßen) statt “Battlefield” hätte wählen können. Die Wunsch-Problematik ließ ich außen vor, kam aber nicht umhin ihm im Holzhaus, das er dazu nutzte, um mir imaginäres Eis zu verkaufen (witzigerweise hatte er zwar Erdbeeren, die wohl kurz vorm Verfall waren, da er sie mir mehrfach anbot, aber keine Schokoladensauce; die Imagination ist auch nicht mehr das, was sie mal war), meine Sichtweise zum Mana Pool aufzuschlüsseln. Im Sandkasten letztlich, ich hatte ihm gerade die neuen Blockregeln mit einem Stöckchen in den Sand skizziert und ihm versucht klarzumachen, was ich damit meine, wenn ich sage, dass man dem Mogg Fanatic die Potenz nahm, sah er - nicht auf meine Erläuterungen zu Deathtouch wartend - mich an und fragte: “O Mi, spielen?”
Wie recht er doch hat…
(Ende des ersten Akts. Neffe exits zum Baden to the left, Hobbits enter to the right)
Ergo ist Zocken die Devise und just diesen Samstag bietet sich in dem Zusammenhang im Dortmunder Auenland ein Grand Prix Trial für Brighton an. Es werden die Booster Packs rausgeholt und fröhlich Sealed gedeckt. Das Problem ist nur, dass die bisherige Trial-Vergangenheit im Auenland alles andere als berauschend war, was so die Teilnehmerzahlen betrifft (der letzte - es war einer für Barcelona - fand mit drei Mann offensichtlich nicht statt). Das liegt garantiert nicht am Auenland (alle, die mal da waren, werden an dieser Stelle sicherlich zustimmend den Kopf up&down bewegen). Nur woran dann??
Klar ist die Zahl der Ausflüchte, die ganz gerne in so einem Zusammenhang rausgekramt werden, zahlreich bis unaufhörlich, aber wie haltbar sind sie?? Ich nehme mir mal drei Farblose und ein Rotes in den Pool, brenne solange es noch geht für einen und Dismantle das ganze:
Ich habe keine Zeit
Das Totschläger-Argument. Stimmt in einigen Fällen sogar, in den anderen Fällen ist Zeit durch Lust zu ersetzen und man kommt zum selben Ergebnis. Die Unlust resultiert aber in vielen Fällen aus einigen noch zu nennenden Aspekten, ist also heilbar.
Ich will gar nicht nach Brighton
Musst du ja auch nicht. Das ist ja das tolle. Selbst wenn man im Finale steht, kann man durch Zug an der entsprechenden Drop-Reißleine noch gefahrlos aussteigen und demjenigen die Byes überlassen, der sie will und nötig hat. In vielen Fällen wird sich diese Person dafür sogar erkenntlich zeigen. Man sollte aber nicht darauf bestehen.
Meiner Meinung nach wäre es auf der einen Seite sogar moralisch vertretbar jermandem die Byes zu nehmen, obwohl man sie selbst nicht braucht, da der Aspekt des “möge der Bessere gewinnen” immer irgendwie mitschwingt. Das ist aber nicht zu extrem zu sehen und würde für diese Ausführungen hier zu weit führen. Auf der anderen Seite wäre ich wohl auch super angepisst, wenn mir jemand die Byes klaut und verfallen lässt. Also sehr doppelmorallastig das ganze…
Es ist mir zu teuer
Klar, 25 Euro sind eine Hausmarke, aber da wir alle Magic spielen und die Karten ja irgendwo herkommen müssen, ist es zum einen nur verständlich, dass man Geld dafür bezahlt und die Hausmarke zum anderen gar nicht mehr so hoch, wenn ich mir die Preise des sekundären Markts für bestimmte Formate anschaue. Dass man mit den eingesetzten 25 Euro eventuell nicht den Gegenwert an Karten erhält, den man sich von eBay & Co. vorschreiben lässt, liegt an euch. Will sagen, da seid ihr selbst Schuld. Hier empfehle ich einen Ausblick über den virtuellen Kartenteller hinaus. (Vergleiche: “Beim MKM gibt’s Fling für zwei Cent!“)
Zumal neben dem Sealed-Material (und hier hoffe ich für den Ralph, dass es brave sechs Booster gibt, wie es mittlerweile Standard ist) noch ein Draft drin ist (eine entsprechende Performance vorausgesetzt) und Ralph sehr großzügig ist, was eventuelle Boosterpreise (ebenfalls Performance-abhängig) anbelangt.
Sealed Deck (oder Limited generell) ist nicht mein Format
Das Tolle an den Limited-Formaten ist doch, dass sie eigentlich keine Formate sind, sondern eher eine Möglichkeit, das Wissen und die Erfahrung und vor allem die Spielpraxis, die man in anderen Formaten sammelte, auf eine unbekannte Umgebung anzuwenden. Statt also stumpf nach Schema F die Karten gen rechts zu drehen und im Sumpf der Eintönigkeit steckenzubleiben ohne vorwärts zu kommen, kann man an den Limited-Formaten hervorragend seine Magic-Muskeln trainieren und sein Repertoire erweitern.
Ich habe keine Lust gegen das random Kid mit den X+3 Spoilern zu verlieren
Natürlich gibt es im Alara-Sealed Spoiler und natürlich kann es sein, dass jemand mehr als gesund wäre spielen darf, aber Wizards hat in den letzten Jahren derart viel in diese Richtung getan, dass man gar nicht anders kann, als das aktuelle Sealed-Format als “gesund” zu bezeichnen. Außerdem lässt sich selbst das random Kid noch besiegen, wenn es denn wirklich so random und so Kid ist.
Es ist zu warm
Den Aspekt hatte ich gestern noch ganz oben auf der Liste und wäre so der eine Punkt, bei dem ich selbst ins Grübeln käme. Die Wetterbedingungen fürs Wochenende und die Region stehen aber auf Sturm und Rotz und Wasser. Ergo, das perfekte Kartenzockwetter.
Bis morgen dann!!
Grundlagenforschung
— 11-06-2009 —
Weitere Fragen zu den Regeländerungen und Antwortversuche.
Wieso eigentlich Regeländerungen??
Gerade in Amerika sagt man ja ganz gerne: “Never change a running system.” Daraus lässt sich ableiten, dass es mit Magic vielleicht doch nicht so gut bestellt war, wie man ob der vielen “Magic ist tot”-Verneiner vermuten könnte.
Die Situation ist derzeit ungefähr dieselbe, wie die der Bundesregierung in Bezug auf die Renten. Wir haben viele Alteingesessene, aber kaum jemanden, der von unten (quasi die Jüngeren/Einsteigenden) nachrutscht. Letztlich zeichnet sich fast schon eine umgedrehte Pyramide ab (so rein demographisch gesprochen).
Jetzt ist es weiterhin so, dass die “Alten” im Magic abhängig von den Jüngeren sind, zumindest in einem Bereich, nämlich dem Turnierspiel. Wenn hier viele Ältere “abspringen” und kaum “Frischfleisch” nachkommt, steht die Turnierszene vor einem Problem. Und genauso ist es bereits. Mir liegen zwar keine Zahlen vor, aber wenn ich mir als jüngstes Beispiel den PTQ in Dortmund letzte Woche anschaue, fühle ich mich mehr als nur bestätigt. Bis auf Pascal (”der Finanzhai”) gab es wohl niemandem im Raum, der nicht schon fett Haare am Sack hatte (bei der einen Mitspielerin mutmaßt man noch) und dementsprechend abseits der 14 Jahre war. Und das im Ruhrpott, dem einwohnerreichsten Bundesland (die Qualität dieser Einwohner mal außer acht gelassen).
Wieso gibt es kaum Nachwuchs??
Es gibt da noch dieses andere Spiel (eigentlich sind es mehrere, aber ich nehme nur dieses eine, die Begründungen sind für die anderen Spiele dieselben), das es wie kein zweites versteht die Gunst der Jugend an sich zu binden. Die Rede ist offensichtlich von Yu-Gi-Oh! und die Gründe für die große Popularität des Spiels sind dreifach:
- das Spiel ist relativ einfach; es gibt keine 50+ Sonderfähigkeiten, die man “übersetzen” muss, weil alles was man braucht auf den Karten selbst steht - das Konzept mit den Fallenkarten und dem Kampf kriegt man ebenfalls in fünf Minuten erklärt
- die überwiegende Sprache für das Spiel ist deutsch; ergo gibt es noch weniger zu “übersetzen” (das wird auch gerade bei Kindern mit Migrantenhintergrund sehr deutlich, die entsprechend nicht zweimal “übersetzen” müssen)
- es gibt da diese TV-Serie…
Wenn man also in dem Alter ist, wo aus dem Spielplatz plötzlich der Schulhof wird und man ins Hobbyalter kommt, welches Spiel wird man dann spielen?? Das, wo man die Hintergründe bereits aus dem Fernseher kennt und bei dem der Einstieg ungefähr so schwer ist, wie ein aufgeblasener Luftballon, oder das, wo eher das ältere Semester relativ eingeschworen rumzockt, mit einem erschlagenden Bündel an Fremdwörtern in englischer Sprache nur so um sich wirft und “selbsterklärend” höchstens mal in Schrägschrift daherkommt??
Zwischenfazit
Magic sollte einfacher werden. Das weiß man auch bei WotC, immerhin will man Produkt verkaufen und Produkt verkauft sich eben besser an Leute, die noch keinen 24/7-Zugang zum Internet haben und entsprechend eher zu Toys R'us oder dem Fantasy-Laden um die Ecke watscheln, um dort für teureres Geld ihre zwei Boosterpackungen die Woche abgreifen.
Jetzt bringt es aber nichts, wieder so etwas wie Portal in die Läden zu bringen, denn das wird keiner der gerade erwähnten älteren Semester immer bei sich haben, um dem gerade über die Tischkante guckenden Kid ein paar Sorceries Hexereien und Kreaturen in die Hand zu drücken.
Auch die als WPN-Level getarnte Drückerkolonne (so die Sache mit den Mindestneuanmeldungen pro Quartal, sonst keine GPTs mehr (gibt es noch GPTs??)) brachte nur bedingten Erfolg.
Also gilt es das Spiel einfacher zu machen.
Ist das gut??
Es wäre gut, wenn dabei für die aktiven Spieler nicht so viel auf der Strecke bliebe.
Jede der Änderungen (okay, der Mulliganteil nicht), die man uns auftischte, macht eine oder mehrere (öfter mehrere) Karten schlechter, weil weniger reich an Optionen. Es fühlt sich an, als hätte man 50% der existierenden Magic-Karten kastriert. Schnipp-schnapp, Schnibbel ab. Und ich rede dabei nicht nur von dem Combat Damage Desaster. Wie glaubwürdig ist eigentlich eine Regeländerung, für die man direkt eine Ausnahme (Deathtouch) einführen muss, damit es nicht zu offensichtlich ist, wie unsauber man da beschnitten hat??
Zvi Mowshowitz schrieb zum Beispiel (Pflichtlektüre btw!!) zum Combat Damage:
“It is not obvious at first glance whether this adds or subtracts strategic depth from the combat itself, although it is almost certain at least in the short term to decrease the strategic depth of people’s decks and cards. There are clear scenarios it makes less interesting, and clear scenarios it makes more interesting but the ones where it gets more interesting it does so by disincentivising the player to have the cards in question in the first place because he no longer has a clean option available. Yes, as Aaron Forsythe has pointed out when you block with a Nantuko Husk and a Siege-Gang Commander you can change the situation from one where I have a clean option that wins me the combat into one where I have several options and it is not clear which one is best (technically that’s a double block but it’s the same idea). There will also be cases in which I used to have multiple good options and now have only one left. The problem is the most likely response to this is to not play with Nantuko Husk and Siege-Gang Commander. The deck in question is probably now unplayable.”
und auch:
“To summarize the strategic implications, Magic will become strategically simpler and involve less skill. We will see more creatures with high power and high toughness and strong inherent always-on abilities. We will see less creatures with activated abilities such as regeneration, pumping abilities and especially sacrifice abilities. We will see more creature removal at the expense of pump spells, bounce spells and damage prevention. As cards rotate the cards may adjust to somewhat mitigate these effects.”
Fazit
Magic wird also einfacher, weil weniger komplex. Wird das aber das jüngere Volk dazu bewegen, sich mehr mit Magic auseinanderzusetzen?? Ich denke nicht. Es gibt es eben immer noch 50+ Sonderfähigkeiten, die sich hinter kryptischen Bezeichnungen wie “Exhume”, “Sweep” und “Affinity” verstecken und den Einstieg erschweren und die acht Events im Jahr in denen man dazu verdammt ist mit deutschen Karten zu spielen, machen den Braten meines Erachtens auch nicht fett.
Zumal es dem Spiel an gutem Einstiegsmaterial fehlt. Die Intro-Packs sind da sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es ihnen an reiner Kartenmasse mangelt, da 40 eben nicht gleich 60 (da macht auch der Booster nicht viel) und man mit seinen zwei Rares immer noch recht ohne Hosen dasteht.
Yu-Gi-Oh!-Spieler haben es da einfacher. Die bekommen Decks mit allen erdenklichen Tournament-Staples schön spielfertig verpackt. Natürlich geht das zulasten des sekundären Kartenmarkts, aber das interessiert die Neulinge zunächst wenig. Die neuen Duel Decks gehen scheinbar in diese Richtung, haben aber immer noch das Problem, dass sie zu komplexe Karten haben und nur in englischer Sprache erhältlich sind. Ich blätterte gerade durch das Divine vs. Demonic und mit Akroma, Angel of Wrath ist wohl alles gesagt.
Meines Erachtens sollte man sich mit dem Status des Spiels abfinden und aufhören Magic in eine Parklücke zu bugsieren, die schon seit Jahren zu klein ist. Stattdessen könnte eine Auflockerung der FNM-Formate zu einem besseren Ergebnis führen. Bietet man dort zum Beispiel Highlander, Pauper und 2HG an, erreicht man eine Spielergruppe, denen man nicht erst das Spiel beschneiden muss. Aber dieser Gedankengang ist noch relativ unausgegoren…
Still ill
— 07-06-2009 —
Ich fühlte mich bereits nach dem Aufstehen invincible, trank meinen Kaffee entsprechend schwarz, schaute weder nach links noch rechts beim Straßeüberqueren und ehe ich mich versah, stand ich 4-0, brauchte einen weiteren Sieg aus den nächsten beiden Runden für einen Fuß in der Top8 und überlegte ernsthaft die Brünette aus der Bar dazu zu überreden, dass sie mir auf der Bühne vor versammelter Mannschaft meinen Buschmann blies.
Hohoho, 4-0 bereits, nein das geht zu schnell…
[REWIND]
.seilb nnamhcsuB neniem tfahcsnnaM retlemmasrev rov enhüB red fua rim eis ssad ,nederrebü uz uzad raB red sua ettenürB eid tfahtsnre etgelrebü dnu 8poT red ni ßuF nenie rüf nednuR nedieb netshcän ned sua geiS neretiew nenie ethcuarb ,0-4 hci dnats ,hasrev hcim hci ehe dnu nereuqrebüeßartS mieb sthcer hcon sknil hcan redew etuahcs ,zrawhcs dnehcerpstne eeffaK neniem knart ,elbicnivni nehetsfuA med hcan stiereb hcim etlhüf hcI
[STOP]
[PLAY]
Am Vorabend des Standard-PTQs zu Dortmund idlete ich ein wenig im #mtg.de - mein quasi-Orakel - um meine aktuelle Deckwahl evaluieren zu lassen. Zur ungefähr gleichen Zeit wurden die LCQ-Decks der PT Honolulu (aka PT “We couldn't care less about the Format”) bekannt und da ich ebenfalls Elves in der Queue hatte, schien meine Deckwahl nicht so verkehrt zu sein. Einzig das Funkemariechen mufl0n versuchte mich dazu zu überreden so einen random Cascade-Haufen mit Enlisted Wurm zu zocken, weil das zwei Modo-Events Top8ete. Sein Argument, dass er damit 1-2 gegen Feen gespielt hatte, wollte mich nicht wirklich überzeugen.
Also Elfen. Ungefähr so:
11 Freunde
4 Llanowar Elves
4 Imperious Perfect
4 Wren's Run Vanquisher
3 Civic Wayfinder
4 Putrid Leech
2 Chameleon Colossus
4 Thoughtseize
3 Nameless Inversion
2 Maelstrom Pulse
3 Profane Command
1 Hurricane
1 Loxodon Warhammer
2 Garruk Wildspeaker
4 Gilt-Leaf Palace
4 Llanowar Wastes
2 Reflecting Pool
1 Twilight Mire
4 Treetop Village
3 Mutavault
2 Swamp
3 Forest
Sideboard
2 Hurricane
2 Terror
2 Infest
2 Jagged-Scar Archers
1 Snakeform
1 Pithing Needle
2 Kitchen Finks
2 Hurricane
3 Guttural Response
Dank entsprechender Leihgaben vor und vom Orti, dem Ashraf und dem Eugen, dem ich für zwei französische Mutavaults mein fast neues (zweimal getragen, einmal gewaschen) Judge-Shirt vertradete, konnte ich die Liste tatsächlich so zocken, wie sie hier steht.
Ich spielte ähnliches beim NatQ in Aachen in modifizierter (aka schlechterer) Form (weil ohne Leeches und Hurricane), so dass mir der Denkfehler mit den Reflecting Pools als Twilight Mire Ersatz erst während des Turniers aufging. Wobei, wenn ich länger drüber nachdenke, brachte mich der Orti vor dem Turnier bereits auf die Schiene, als ich ihm den Pool als Wooded Bastion Double vorschlug. Irgendwie gaben meine Synapsen nicht preis, dass man seine Argumentation mit dem Qasali Pridemage eben auch auf den Leech übertragen konnte.
Jetzt wieder [FastForward] durch die Runden:
Runde 1 - Dirk - Cruel Control ohne Stuntmen dafür mit Ethersworn Adjudicator
Er war ein wenig nervös, zockte entsprechend, schaffte es aber mich im zweiten Spiel trotz seines Mulligans darauf hoffen zu lassen, dass sich zu meinem Hurricane eine Guttural Response gesellte, um es vielleicht durch einen zu offensichtlichen Counterschlagabtausch zu schaffen. Als er neben seine Wall of Reverence noch den Mythic Man parkte, gab ich doch auf, um es ihm im Dritten so richtig zu geben:
Llanowar Elf into mehr Elf und Vanquisher into gedroppter Mutavault und Perfect into All in und Scoop. Dass er bis auf Länder legen (und das noch in der falschen Reihenfolge, wie wir danach durchsprachen) nichts machte, half.
Runde 2 - Fabian - Feen
Im ersten Spiel überraschte ihn der Maindeck Hurricane derart, dass er ihn sich erst durchlesen und danach zusammenschieben musste, als er meinte mit einem Sower und einer Spellstutter alles unter Kontrolle zu haben. Spiel 2 habe ich zwar mehr Hurricane und Response aber auch den Mulligan und einen Lebenspunkt weniger als er als ich auf 0 stand. Wie nett der Hurricane ist, zeigte sich erneut in Spiel drei, als ihn ein Thoughtseize ohne Hosen ließ und seine getopdeckte Vendilion Schwestern gleich zwei Kopien davon auf meiner Hand offenbarten.
Runde 3 - Alexander Kreuz - Feen
Ich sollte seine einzige Niederlage in den Swiss bleiben, wofür ich mich nicht wirklich etwas kaufen kann. Der Würfelwurf ging wie so oft zu meinen Gunsten aus (bei sechs Würfeln entschied ich mich sinnigerweise für gerade, obwohl er wohl lieber höher oder tiefer hören wollte) und ich begann druckvoll und fehlerhaft. Wie so oft. Ein Angriff mit Leech, Wayfinder und Perfect handelte statt den erwarteten 7 bis 9 nur 2 Schadenspunkte aus, weil er das Agony Warp hatte, womit ich nicht rechnete, obwohl ich zum mufl0n noch sagte, dass es der bessere Terror wäre, weil er gleich zwei Kreaturen foggt.
Spiel zwei lief darauf hinaus, dass seine Bitterblossom an uns beiden nagte, ich fleißig Länder zog, sie aber auch haben wollte, da auf meiner Hand Hurricane und Response auf den günstigsten Zeitpunkt für ihr fulminantes Finale warteten. Das kam, als ich zu allem Überfluss noch Thoughtseize hob. Meine neun Länder sahen sich also seinen sechs ungetappten gegenüber (er griff zuvor mit einer Faerie Conclave an, womit ich rechnete, was aber nur gut war, da neun ungetappte Länder noch unschöner für mich gewesen wären) und bei den Lebenspunkten war es kaum anders mit 9 zu 7 für mich. Ich spielte das Rubapensieri, er counterte mit Command und zog mehr Karten, danach Hurricane für sechs und alles war in Ordnung, da ich eben noch das Mana für die Response hatte und eine Spellstutter nicht genug Feen-Freunde zusammengetrommelt gekriegt hätte.
Runde 4 - Peter - Cruel Cascade
Ich begann mal wieder, er nahm freundlicherweise zwei Mulligans und irgendwo inmitten war da noch ein Loxodon Warhammer meinerseitig. Er begann, topdeckte fröhlich einen Cryptic Command, einen zweiten, dann ein Cruel Ultimatum, das uns beiden ein Warning einbrachte, weil er keine Kreatur reanimierte von den Toten auferstehen ließ, und ich hatte erneut den Warhammer, der mich von den Halbtoten (also so auf drei Gummipunkten stehend) ins Reich der Lebendigeren holte.
Die Kaskade-Fähigkeit wollte nicht wirklich überzeugen. So deckte er einmal eine Snakeform aufs leere Board (der Bloodbraid schwebte halt noch in der Luft) auf und das andere Mal “nur” eine Leech.
Runde 5 - Mario - Doran
Bei meinen Trainingseinheiten auf der Workstation (wohl das einzige Workout, was man vielen Magicspielern zumutet - haha) hatte ich einmal das Vergnügen, fand es aber relativ ausgeglichen mit leichten Vorteilen für meine Elfen durch die Synergie-Effekte und die perfekte Nebelmaschine bedingt. Einzig seine Puls-Hoheit machte mir Sorgen. Doch diese machte sich nur im zweiten Spiel bezahlt. Im ersten pulste er mir meine zwei Llanowars während ich ihm seine beiden Hierarchen in den Maelstrom schickte. Dass er daneben nur zwei Painländer als Manaquellen hatte, brachte mir den Sieg.
Das dritte Spiel soll ich - den Meinungen der Zuschauer und auch meines Gegenübers folgend - verzockt haben. Da das hier mein Bericht ist und ich der Meinung bin, dass ich nicht genug Mana für die siegbringenden Aktionen (es ging wohl um einen All In Angriff mit triple Mutavault und Llanowar Elf, bei aber nur fünf totalen Ländern) hatte und die Zuschauer ja mal überhaupt keine Ahnung (da können sie noch so viel Meinung haben), reichte es eben nicht ganz für den Sieg und ein Behemoth Sledgehammer haut mich verdient auf die Verliererstraße.
Runde 6 - Floris - B/W Persist
Hier blieb ich eine Weile und die immerfeuchte Ajani Goldmane schmierte erst einmal dann zweimal ihre komplette Pussyjuice belebend über ausgesuchte Tokens und Küchenhutzel, während meine schwulen Elfen vom Garruk nicht mal annähernd soviel Liebe entgegengebracht bekamen. Sie hätten ihn vielleicht nicht alleine im Wald stehen lassen sollen, wo er ungeschützt den Angriffen ausgesetzt war. Will sagen, ich verzockte es vielleicht erneut, weil ich Garruk legte, danach aber mit allem angriff, ohne einen Mann als Geschwindigkeitsbegrenzer für die Garrukzone zurück zu lassen.
Das Match-Up ist auch nicht wirklich berauschend. Selbst mit dem Hurricane nicht…
Runde 7 - Sebastian aka flynnT - B/R Aggro
Er wollte Musik spielen, wir beraten uns was für welche, er kennt meinen Stil aber nicht, so dass es keinen House (Chicago, Jacking oder Fidget - mir egal) gab und wir relativ still zockten. Es gab auch nicht wirklich was zu erzählen (von dem obligatorischen Pischner-Gedisse abgesehen).
Im Match versuchte ich stets oberhalb der multiplen Boltrange zu bleiben, was mir in beiden Spielen ganz gut geling. Er zockte die Seattle-Version - die mit den beiden random Needles - die nach Ottmars Erachten zu wenig Druck aufbaut und einen zu vollen 3-Mana-Slot hat. Ich gebe ihm da entsprechend recht, würde aber unlogischerweise soweit gehen und einfach aus den Terminates Puncture Blasts machen und die Needles durch Magma Spray ersetzen. Muss man nicht wirklich nachvollziehen.
Nach den Runden gab es nicht wirklich ein Zittern um die Top8, da die ersten drei Tische sich alle fröhlich an die Tische mit den Schnitzeln und Burgern verfrachteten und eine zwischenzeitliche Nachfrage beim Score Keeper ergab, dass der 8te einen Punkt mehr als ich auf dem Konto hatte.
Also gab es noch nettes Boosterbattling mit dem Ashraf - dieser Lich Lord aber auch - und es ging mit folgendem Motto ab nach Hause:
PS: Fette Props an den Wigge für den Sieg!!

