Schriftverkehr
— 28-11-2008 —
Kurz ein paar Worte zur derzeitigen Situation hier auf MTGBlogs.de (und damit auf GerMagic). Dies sollte eigentlich in Kommentarform unter Kenshin's Blogeintrag geschehen, aber ich dachte mir, so ein paar offizielle Worte in halboffizieller Form sorgen dafür, dass man uns nicht gleich die Flughäfen dicht macht.
Nur wo beginnen?? Die Kritik ist zahlreich, es wird in alle Ecken und Enden gedeutet, sogar der Zeromant hatte nix besseres zu tun, als mal wieder Kritik vom Kai zu kegeln (wer hätte das gedacht…), aber im Grunde ist es dieselbe Kritik, die sich zu Beginn von MTG Blogs schon in den Kommentaren fand.
Trotzdem gehe ich auf zwei der Kritikpunkte (es sind die größten und sie sollten die anderen gleich mit umkugeln) ein.
Qualität
Wer definiert Qualität?? Ich will das nicht für andere machen. Ich will auch nicht, das ihr das generalisiert macht und es ein System auf MTG Blogs/GerMagic gibt, der sagt, hier die Blogs da, die sind gut, die da drüben wachsen noch und der dunkle kugelige Fleck da am Horizont, das ist der Spam. Qualität ist im Internet ein sehr dehnbarere Begirff, aber mir gefällt die Variante der “persönlichen Qualität”, wo jeder für sich selbst entscheiden kann, was ihm gefällt und was nicht. Das eine wird besucht, das andere eben nicht. Bei den Blogs entsprechend gelesen vs. ignoriert. Um es plastischer zu machen, persönliche Qualität ist, wenn man beim Eismann statt zur Vanille zur Schokolade greift, oder bei den Schmuddelfilmen statt den Rasierten eher die Prägnanten bevorzugt. Jupp, persönliche Qualität ist also Geschmack. Dem einen schmeckt es, wenn ein Text fehlerfrei ist, der andere kann auch mit dem Dillettantentum einer schwarzen Wolke leben und wir alle lüben den Frisör.
Geschmack bringt mich direkt zum nächsten Punkt:
Übersichtlichkeit
Wenn da mal eben so in kurzer Folge bis zu zwanzig Einträge über die GerMagic-Startseite huschen, dann kann da schon mal was danebengehen, bzw. man verpasst etwas, wenn man eben nur die GerMagic-Startseite zu Rate zieht, um in den Blogs auf dem Laufenden zu bleiben. Dort werden stets sechs Einträge prominent platziert und, nach kurzer Draufsicht erkennbar, zeitlich angerichtet. In aller Regel reicht das auch. Wenn es etwas mehr sein darf, empfehle ich wahlweise einen RSS-Feed (hier wählt man den Allgemeinen, oder für jeden Blog, der einem geschmacklich zusagt, einen eigenen), MTG Pop, oder die MTG Blogs-Startseite. Wenn das alles nicht hilft, bliebe noch Google…
Das war es eigentlich - wobei, einer geht noch. Der Pischner kritisiert die Offenheit, die auf MTG Blogs herrscht. Jeder Dödel könne sich anmelden und Selektion ist was für den Biologie-Unterricht (meine Worte). Da sag ich mal, willkommen im Internet. Nicht, dass es nicht Ironie genug wäre, dass die Kritik, dass es zu einfach wäre sich irgendwo anzumelden und loszubloggen, von gerade jemandem kommt, der sich bei dem freien und kostenlosen Blog-Anbieter Wordpress.com sein virtuelles Zuhause schaffte. Ob es besser wird, wenn die Texte erst durch ein Kriterium (einen Redakteur; man zahlt was) geschleust werden, wage ich zu bewezeifeln.
MTG Blogs ist eben nicht viel anders als Wordpress.com nur geht es hier (mal mehr, mal weniger) um Magic und da einen gesammelten Platz zu haben, wo sich jeder in dem Bereich austoben kann, scheint mir nicht verkehrt zu sein. Deswegen freut es mich, wenn sich Leute anmelden und ich persönlich bin sehr gespannt darauf weitere Blogeinträge von
zu lesen. Die werden zwar nicht immer meinen Geschmack treffen, aber das müssen sie ja auch nicht.
Kurzer Linktipp - Interview mit MaRo
— 25-11-2008 —
Fernab von Schnee (hier in der City ist mehr Matsch denn tatsächlich etwas, was man anderen durchs Gesicht reiben kann), Medienrummel und Flamekuchen las ich gerade in/auf der Magic Deck Vortex ein Interview mt Mark Rosewater. Davon gibt und gab es sicherlich schon viele, aber ich fand sowohl die Fragen als auch die Antworten sehr interessant und dachte mir, da vermutlich nicht viele Leute etwas mit der MDV anfangen können, dass das dann untergeht und damit später niemand sagt, ich hätte ja mal was sagen können, der Link dahin.
Zumal eine Frage dabei war, die mich selbst schon länger beschäftigte: Wieso gibt es so viel “Balance” und so viele Cycles in den Magic-Welten??
In short cycles do a lot to improve players’ abilities to absorb and play with sets and in general, they are very popular.
Mir persönlich zu wischi-waschi. Klar ist es nett, wenn man in etwa weiß, worauf man sich verlassen kann, aber der letztliche Überraschungseffekt fehlt dann doch irgendwie. Ich wünsche mir weniger gradlinig, weil weniger abwechslungsreich, dafür ab und an ein wenig mehr “Oha”-Effekt.
It's a living Creature
— 15-11-2008 —
Es wird mal wieder Zeit für ein Deck. Klar, viele von euch mögen denken, dass es eher mal wieder Zeit für ein paar Blogeinträge meinerseits wäre, aber wieso nicht die Arbeit mit dem Vergnügen mischen und dabei sämtliche Erklärungstatbestände meiner bloggenden Untätigkeit und Magic-spielenden Abwesenheit sämtlichst - eben quasi komplett - und nie zu spät unter den Teppich gekehrt, der nur von oben glänzt, weil das nun mal so ist beim Saugen, deswegen beschwert er sich auch nie, wenn man Dreck unter ihn kehrt. Hauptsache, dass Haupt glänzt.
Next Topic.
Ein Deck also. Ein schönes glänzendes, rundes (rund ist die harmonischste Formgebung der Natur, man denke an Titten - it's so fucking obv!!) Ding. Ein Deck, um mir einen kleinen Traum zu erfüllen und ein wenig auch meine Achtung unter den Magicspielenden Massen zu heben (sofern, egoistisch betrachtet, noch möglich, aber ich denke, da ist immer Raum nach oben). Aber letzteres ist nicht umsonst hintendran gestellt. Zuerst kommen die Träume und das ist diesmal kein feuchter oder gar einer aus den Bergen, den alpigen, sondern einer zum Anfassen. Auch einer, um mich auf die Titelseite dieser meiner Webseite zu bringen. Klar kann und mach ich das auch so, doch mit einem respektablen Grund dahinter kriegt mein Ego unter dem sonst so enganliegendem Knebel mehr Luft.
Will sagen, ich will Kalif werden anstelle des Kalifen. Alternativ wäre ein Dülmen-Sieg etwas, was schon seit langer langer Zeit von mir im geistigen Gepäck rumgeschleppt wird. Irgendwo auf einer einsamen Neurone schwirrt da dieser Gedanke und gerät ins Schwingen, wann immer es mal wieder soweit ist und ein neuer Trader-Termin in erreichbare Nähe rückt. Doch wo zuvor, um ein gleichgeschätztes Alibi vorzuweisen, von dem Thema aus- und wegflüchtend aus der stetig wachsenden Damenriege zitiert, kompromittiert und teilweise, weil netterweise, defloriert wird, wird am 21sten Dezember diesen Jahres der Spieß nicht direkt umgedreht (das tut weh) sondern verpackt gelassen, weil es an eben jenem Sonntag darauf ankommt nicht die Frau an-, sondern das richtige Deck auszupacken.
Es war noch im letzten Jahrhundert (mhm, das klingt gleich auf mehreren Ebenen alt - auf zu vielen), da ich mein Debüt zu Dülmen gab. Es war zeitgleich mein Magic-Turnier-Debüt. Damals wurde noch in Dülmen den Vintage-Spielern der Hintern gepudert und wir designierten Standard-Kiddies durften nebenher mitzocken. Das reichte für mein erstes dokumentiertes Turnier am 19ten Dezember 1999 für zarte 5 Runden, von denen ich drei gewann, eins ins Unentschieden robbte und eins gegen Holger Althues verlor. Das brachte mir meine ersten 28 Rating-Punkte und, wenn ich es recht in Erinnerung habe, den sechsten Platz, sowie ein paar Booster; irgendwas mit “Urza” im Namen. Damals zockte ich ein G/W Aggro-Deck mit Albino Troll, Rancor, Mother of Runes und einem Playset Wrath of Gods. Keine Ahnung wieso, aber es funktionierte. Ich hatte die Liste aus dem Internet, von einem Spielpartner vom “The King of Fatties” Jamie Wakefield (ich zockte auch relativ lange und erfolgreich sein Secret Force), der Alan hieß, wenn ich auch dies richtig memoriere. Wobei sich mir hier die Frage stellt, ob memorieren der Vorgang des “Speicherns” einer Information, oder deren “Abrufung” ist?? Mir stellt sich weiter die Frage, ob ich das nicht alles schon mal erzählt habe?? Ob ich, als zu bildlich vorgestellter alter Greis im Schaukelstuhl schaukelnd, nur das wiederkäue, was ich bereits mal zum Besten gab?? Vielleicht habe ich ja Glück und ich vergesse das gleich wieder…
Die Mission ist nun klar abgesteckt: Es gilt ein Deck zu bauen, das Deck ausführlichst zu testen (und das nicht nur gegen den Goldfisch, sondern zB auch gegen dessen größere Schwester, dem Merfolk-Deck), sich die benötigten Karten fürs Deck zu besorgen, noch ein wenig mehr zu testen, in Dülmen auf dem Turnier selbst nicht zu viele Fehler zu machen, um endlich mal als Dülmen-Sieger dazustehen. Meine beste Platzierung bisher war ein respektabler 4ter Platz mit G-String (ihr wisst schon, dass mit den nicht ganz so legalen aber effektiven Chokes im Sideboard). Da will ich ein bis drei Schritte weiter gehen.
Zu Schritt zwei fällt mir gerade ins Gewicht:
Wenn ein Deck sich um das Mirror Gedanken machen muss, hat es es geschafft. Dann ist es raus aus dem Rogue-Teich und rein in den großen Pool der Netdecks. Und da wollen wir doch alle hin, denn da schwimmen die Miezen. Da schaut man vom Rand rein, erblickt die große gelbe Pfütze und ist die Frage auf die Antwort, wer da denn in den Pool gepisst hätte. Btw: Sollte eure Pipi nicht gülden glänzen, wendet euch vertrauensvoll an Dr. Drop (nice one, btw!!), der dürfte bald genug Augen zur Verfügung haben, um da ein Kennendes draufzuwerfen.
Doch bevor wir zum Zweiten kommen, müssen wir eins erstmal wieder zukneifen. Wir (also eher ich, aber ich bin Viele, ich bin Generation Bernd, eine Noch-Nie-Dagewesene, ein Quorum, ein Löffelstiel) brauchen ein Deck. Ich habe da schon eine Idee und wie jede gute Idee und wie jedes gute Deck auch hat diese Idee und somit dieses Deck einen Namen. Einen globalen Namen. Einen Namen, der Obama (gratz, btw) gleich zum Weltherrscher katapultiert hätte, anstatt ihn nur vor die Putzkolonne zu spannen. Irgendwie “den” Namen.
Dazu ein Clip:
Der Name: “The Funk”
Das Deck: Beim nächsten Mal.
