Decklisten der Top8 PTQ HH
— 28-10-2008 —
Vorhin eine E-Mail vom stets dankenswerten Paluschke erhalten, der die Top8 Draft-Decks des wochenendlichen PTQs in Hamburg aufs virtuelle Papier brachte (TMM top8ete und berichtete). Da ich vorhin zusätzlich selbst einen Draft vergeigte und ich Falkos Arbeit nicht mit meinem Mail-Trash-Ordner “belohnen” möchte, hier die Decks, noch unkommentiert weil gleich Schlafenszeit, die Kartennamen verlinkt und das Komplettpaket leider noch nicht mit Sebs MtG-Helper WP-Plugin veredelt (einen etwaigen Draft-Viewer müsst ihr euch denken, dazu die Aüglein ganz ganz fest zudrücken, bis sich Blitze und kleine Egelwesen auftun und durch die Dunkelheit zucken, und dann noch ein wenig mehr):
Im Land der verpassten Möglichkeiten
— 26-10-2008 —
Wir verließen unseren Held das letzte Mal, als er kurz davor war, sich in irgendeinem nicht näher definierten Land auf dem afrikanischen Kontinent von einer irgendwie nicht näher definierten Großbäuchigen genüsslich die Eichel veredeln zu lassen. Die Eichelveredelungsaktion verlief glücklicherweise nicht ganz reibungslos, in der Sahara enstand eine neue Oase, die Kamele freuen sich, die Palmen wedeln sanft im Wüstensturm, doch unser Held (that's me) ist bereits wieder in Deutschen Landen in geheimer Mission, um neue Untaten des trüben Trios aus Dreieich aufzudecken (bloß nicht zu verwechseln mit dem Trüby Trio, weil die machen supernice eclectic Jazz-Musik).
Als Sextoys-Händler (Toys für Adults halt) auf der Spiele-Messe in Essen und after having nice buttsex with a female elf, kam der Long (Name nicht geändert; Fake-Namen lagen der Redaktion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor) zu mir an den Stand, kaufte komisches Latex-Material und berichtete davon, was in seinem Laden in Essen so ging. Immerhin fragte ich danach und er antwortete netterweise. Es ging natürlich nichts, zumindest nichts mit Magic-Bezug, dafür lief (eher rannte) das Geschäft mit den Yu-Gi-Oh!-Jüngern…
[kurzer Einschub]
Um das Rätsel mit der Popularität des Yu-Gi-Oh!-Spiels bei der Spieler-Basis (so um die 13, unrasiert, noch zwei Jahre bis zum ersten Alkohol- oder Drogenentzug verbleibend) gegenüber des Magic-Spiels zu lösen: es ist die Sprache. Yu-Gi-Oh! wird zum Großteil auf deutsch verteilt und eben gezockt und es gibt keine 262 Vokabeln (aka Special Abilties Schrägstrich Keyword Shizz) die man lernen muss, um auch nur halbwegs sinnvoll eine Karte nach rechts zu drehen.
Wieso wir früher doch mit Magic begonnen haben: Es gab nix anderes.
[Ende des kurzen Einschubs]
In einem unscheinbaren Nebensatz fragte mich der zuvor noch um Mengenrabatt für das Doppeldildo-Set (es wären ja zwei…) Feilschende, ob ich etwas von der “Store Challenge” gehört hätte. Ich hatte nicht und er klärte den Nebel meines Unwissens.
Die Store Challenge ist ein smoothes 2HG-Turnier am Sonntag der Pro Tour Berlin, wo eine handvoll verlesener Expert-Stores (falls es den Begriff noch gibt) ein Team aus zweifingervoll verlesenen Magic-Spielern zu einem Prestige-Event antreten lassen, in dem es um Booster und T-Shirts und einem im Laden signierenden Magic-Artist (ich tippe hier ja auf Franz Vohwinkel, weil der aus Wuppertal ist und die Anreise nicht so lang) und einem 2-Seiten Special über den Laden im Magic-Magazin und einem original Magic-Druckbogen (der muss auf der DM übrig geblieben sein). Ausschreibungen zur Store Challenge gab es bereits im August diesen Jahres.
Ich bin vielleicht offline nicht ganz so aktiv, wie ich gerne wäre, aber online habe ich meinen Schwengel im Teich, doch eine Store Challenge ist da noch nicht vorbeigeflossen. Zumal so eine Store Challenge und das Repräsentieren eines Stores, eine Mega-Möglichkeit für eine landesweite Turnierreihe gewesen wäre. Ein nettes kleines 2HG-Event, um dem Sieger-Team die Möglichkeit zu geben in Berlin im Namen des Shops mal kräftig auf die Kacke zu hauen.
Doch der Zug ist leider durchgefahren. Einfach so, ohne Halt, noch nicht einmal die Post hat er mitgenommen. Naja, fast. Der Ralph aus dem Auenland (Name aus Werbezwecken und weil es einfach eine supernette Aktion von ihm ist und damit die Hasbro-Brüder wissen, wo sie am Montag anrufen müssen, nicht geändert) gab dem Christoph und mir die Möglichkeit da eventuell doch aufzutauchen, wir müssten uns nur schnell (so bis heute halt) entscheiden und er täte seine Vitamin B-Pillen einwerfen. Aber leider wird das nichts, da es mir an Zeit mangelt (trotz der heutigen einen Stunde, die ich mit diesem Blogeintrag vertat). Ich darf dem Christoph nur nichts vom kostenlosen T-Shirt erzählen, weil er mich sonst kommenden Samstag höchstpersönlich von ‘ner Frau runterkratzt, um mich notfalls unter Gewaltanwendung bis in die Kapitale zu schleifen.
Heute also der letzte Tag der Spiele-Messe in Essen. Ich werde in Hemd und dunklen Schuhen an einem unscheinbaren Stand stehen, sächselnd frisch-importierte Silikon-Waren unters bedauernswerte Volk bringen und nebenbei darüber nachdenken, wem man die Schuld für diese doch recht offensichtliche Möglichkeit, die Turnierquote in den Stores zu erhöhen, in die ungeputzten Schuhe schieben könnte…
Evil entert eBay
— 12-10-2008 —
Trotz einer gewissen Standleitung ins weltweite Web, sind meine bisherigen Kontakte rund um den Internet-Handel von Einzelkarten eher als “bejungfraut” zu bezeichnen. Die gemachten Erfahrungen waren auch nie wirklich die besten. Als ich zB das letzte Mal etwas bei eBay ergatterte, dauerte es zu lange und die via E-mail mitbestellten Mouth of Ronom habe ich nie gesehen.
Doch jetzt habe ich einen Grund. Sein Name lautet Sarkhan Vol und da er foil ist, wird er nie das Innere eines meiner Decks erblicken. Da macht es für mich schon mehr Sinn andere damit zu beglücken, zumal mir das Gelegenheit bietet mein bestes Unwissen zum Thema abzulassen. Der Planeswalker hat natürlich eine Macke (einen später noch zu besprechenden Schnittfehler auf der linken oberen Frontseite; ich zog ihn so aus dem Booster und weinte innerlich, weil ich meinen vorzeitigen Ruhestand damit wohl in den Wind schießen kann).
Kommen wir vom Was zum Wie und Wo. Aus den Gesprächen Anderer konnte ich für das Wo gleich zwei Antworten finden: eBay & MagicKartenMarkt.de. Den MKM schloss ich direkt auch wieder aus, weil ich es damit mal versuchte und mir die Sache recht unbenutzbar vorkam. Ich schickte hilfsbereit eine Mail an die Knaben, doch wurden meine Vorschläge mehr belächelt (eher verlacht) als in die Tat umgesetzt (was nicht zwingend ein Muss ist, aber man hätte mich wenigstens belügen können, so wie ich das immer mache, wenn mir Vorschläge zu GerMagic geschickt werden).
Also eBay. Dort ist bereits seit dem 1sten April 1999 ein Account vorhanden (guess my name), was mich nicht nur verdammt alt macht, sondern auch verdammt inaktiv, wenn man bedenkt, dass auf über 9 Jahre nur 33 Punkte entfallen (was auch immer ein Punkt ist; ich bin nicht wirklich interessiert). Ein weiterer Grund für eBay sind die Last-Minute-Deppen, die im Alk-Vollrausch Sekunden vor Auktionsende untypische Summen in den Rechner hacken. Da ist mir der MKM in vielerlei Hinsicht zu starr.
Ich logge mich ein, nachdem ich mir mein Passwort habe zuschicken lassen und will verkaufen. Ergo klicke ich in dem Menü links auf “Artikel verkaufen”, der mich zu einer Übersicht meiner noch nicht verkauften, meiner bereits verkauften und der eventuell vorbereiteten Verkäufe bringt. Nirgends ein Link, um einen neuen Artikel zu verkaufen. Ich versuche es mit der alten Ansicht (immer dieser Beta-Shizz halt), werde aber nicht fündiger (höchsten pfundiger, weil ich nebenher Oblaten-Lebkuchen mit Schokoüberzug futtere).
In gelb auf weiß erblicke ich einen 3-Punkte-Plan, der mich das Artikel verkaufen lehren soll. Lehrbedürftig wie ich bin, gehe ich Schritt für Schritt durch. Ein Verkäuferkonto (Punkt 1) habe ich bereits (keine Ahnung in welchem Jahrhundert das angelegt wurde), ein PayPal-Konto (Punkt 2) ist nur optional, wäre aber vorhanden und Punkt 3 lädt mich dazu ein, das Verkaufsformular auszufüllen. Wenn ich es doch nur fände.
Ich beschließe “Mein eBay” sein eBay sein zu lassen und kümmere mich kurz um meine Wäsche. Die muss aufgehangen werden. Wenigstens da weiß ich, wie das geht. Als ich zum Rechner zurückkehre und die eBay-Seite ein weiteres Mal an diesem Tage aufsuche, fällt mein Blick auf die rechte obere Seite. Da ist ein kleines unscheinbares Menü mit den Punkten “Kaufen, Verkaufen, Mein eBay, Community, Hilfe”. Ich habe leichte Zweifel, klicke aber dennoch auf “Verkaufen” und lande nicht, wie erwartet, wieder im “Mein eBay”-Informationsmenü für meine noch nicht, aber bitte bitte sehr bald getätigten Verkäufe (naja, dem einen halt). Lange macht es der Sarkhan Vol nicht mehr an der Spitze der zu kaufenden Karten. Stattdessen das Verkaufsformular. In mir jubelt und jucheet es, so von wegen Freude und Götterfunken und es kann weitergehen.
Erstmalige Verkäufer dürfen an dieser Stelle ein kleines Telefongespräch einfügen. So zur Verifizierung irgendwelcher Daten. Ich vergaß welche. Meine Telefon-Pin habe ich ebenfalls vergessen, hoffe aber, dass ich zur Not einfach noch mal angerufen werde. Die Telefonstimme war nicht weiblich. Das würde ich überarbeiten lassen.
Das 3-Minuten-Formular für Schnelle erscheint mir genau das richtige zu sein. Ist ja nicht so, als hätte ich mit dem Rest der Seite nicht schon genug Zeit vertrödelt.
1. Artikelbezeichnung
Damit kenne ich mich aus. Ist quasi wie der Blogtitel für einen noch zu schreibenden Blogeintrag, nur geht es weniger darum sexistisch und wortwitzelnd dazustehen, sondern dem geneigten Käufer und etwaigen Suchern genug auf die Kralle zu geben, dass sie gar nicht anders können, als den Mauszeiger über die Worte zu schieben. 55 Zeichen sind eine Ansage und “Sarkhan Vol foil - Mythic Rare Shards of Alara englisch” eine punktlandende Aussage. Es fehlt mir nur das “Planeswalker” aber dafür ist in der Artikelbeschreibung noch genug Platz. Man sollte darauf achten Worte in die Bezeichnung zu packen, die man selbst verwenden würde, um nach dem Artikel zu suchen. Denn wenn man es selbst nicht findet, wie sollen es dann die anderen??
2. Wahl der Kategorie
Mein Pfad durch das Kategorien-Labyrinth: “Sammeln & Seltenes > Trading Cards > Magic > Sonderkarten, Foils”. Die ganzen Foilfanatiker werden schon wissen, wo sie zu suchen haben. Dachte ich. Im Nachhinein - also mit mehr als 15 Minuten eBay-Erfahrung - hätte ich mich wohl für “In Print” entscheiden sollen, da sich niemand einen rechten Bären schert, wo man was platziert.
3. Bilder
Klar, das Gatherer-Bild geht immer. Da der Sarkhan Vol zum einen aber eine Macke hat und zum anderen noch foil ist, macht es vielleicht mehr Sinn, die Digicam zu zücken. Es empfiehlt sich darauf zu achten, dass keine reflektierenden Genitalien zu sehen sind. Es sollte auch nicht das “Wo ist der Planeswalker”-Suchbild werden. Ich machte fanatische zweihundert Bilder und wollte mich dann letztlich doch gegen eins entscheiden, wo ich den Ex-Weltenwanderer extravagant mit GerMagic-Buttons und Graskrümeln ausstaffiert hatte, und mehr für eins, wo man sich den Makel genau anschauen kann. Beides klappte nicht. Also bleibt's beim Gatherer-Bild und detailreichen Beschreibungen im nächsten Punkt.
4. Artikelbeschreibung
Nothing too fancy, wie der Volksmund weiß. Ich lasse die Kuh im Dorf, die Bäuerin im Stroh und zücke nicht so oft den GerMagic-Joker. Die zu ersteigernde Karte wird umfangreich beschrieben, die Versand-Klamotten ausklamüsert und an jeder zweiten Stelle erwähnt, dass es ein Privatverkauf ist, ihr mich mit eurem Widerspruchsrecht mal am Analtrakt könnt und die einzige Gewährleistung, die ich gebe, die ist, dass ich liefere, wenn ihr zahlt und ich nicht liefere, wenn ihr nicht zahlt.
Ich war versucht, die Karte mit einem fingiertem Draftbericht auszuschmücken, so von wegen dritter Booster, First Pick, dann doch alle fünf Farben und alles geowned und Stock aunomma, aber mir fehlt die Muße, und die Muse hat sich erst für nach 21 Uhr angekündigt.
5. Preis & Gültigkeit & Porto
Mir gefällt die 1-Euro-Nummer, also wird an diesem Rad nicht gedreht. Da heute Sonntag ist und Sonntag abends genug nichts im TV kommt, auf das genug Leute vor dem Monitor statt vor der Glotze hängen, lasse ich auch die 7 Tage vor- und festeingestellt. Es bleibt zu hoffen, dass der erwartete Preisverfall für den Fires of Yavimaya-Verschnitt nicht zu schnell voranschreitet.
Beim Porto vertraue ich auf die Deutsche Post und bin mit 1 Euro recht zufrieden. Wer mehr will, kann dies via Mail mit mir absprechend. Das erwähnte ich irgendwo in der Artikel-Beschreibung. Ein guter Tipp in diesem Zusammenhang sind die kostenfreien Postkarten, die immer ganz gerne in Cafes und Kneipen aushängen. Dazwischen füht sich eine Einzelkarte gleich noch ein wenig wohlerer. Es wird auch nicht zu eng im Briefumschlag.
6. Zahlungsmethode
An meinen Bankdaten muss ich nicht rumspielen, da sich diese innerhalb der letzten 9 Jahren nicht geändert hat. Sehr vorteilhaft das. Paypal habe ich zwar auch, aber das habe ich noch seltener genutzt als eBay.
Ja, das war es fast. Das fertige Ergebnis ist nun zu bestaunen (und selbstredend zu bebieten) und für mich (so für die nächsten Male) bleibt nur noch die Frage an die ganzen eBay-Cracks im Lande, was ihr besser gemacht hättet??
A History of Violence – Sligh
— 07-10-2008 —
Da die Reihe “Decks die's draufhatten” seinerzeit leider nach nur drei Beiträgen das Zeitliche segnete, schickte der Falk Bernhardt mir einen scheinbar lange verschollenen vierten Eintrag zur Veröffentlichung hier als quasi Gastbeitrag. Sollten sich weitere Interessenten finden, bin ich gerne bereit, die Reihe wieder aufleben zu lassen. Mailt mir entsprechend.
Präludium
Nachdem der TobiH sich (vor langer Zeit) schon mal um Ravager-Affinity gekümmert hat, wollte ich mich einem Beatdown-Deck zuwenden, welches schon lange vorher Island-Go und Necropotence-Spieler in Angst und Schrecken versetzte: Das Sligh-Deck.
Beginnen werde ich bei der legendären ersten Version dieses Decks, um anschließend kurz die Entwicklung und Umformung des Decks bis ins Jahr 2000 zu betrachten. Daher Schluss mit dem Vorspiel und direkt in medias res (wie der Bernd wohl sagen würde [ich bevorzuge te quiero puta - EB]).
1. Das Sligh.dec
Alles begann 1996, als Paul Sligh auf einem Necro-dominierten PTQ den 2ten Platz erreichte und das Deck in das Blickfeld der Magicgemeinde geriet.
“Orcish Librarian Deck”, PT1 Format, von Paul Sligh, Jun ‘96
2 Dwarven Trader
2 Goblin of the Flarg
4 Ironclaw Orcs
3 Dwarven Lt.
2 Orcish Librarian
2 Brothers of Fire
2 Orcish Artillery
2 Orcish Cannoneers
2 Dragon Whelp
4 Lightning Bolt
4 Incinerate
1 Fireball
1 Immolation
1 Shatter
1 Detonate
4 Brass Man
1 Black Vise
4 Strip Mine
4 Mishra's Factory
2 Dwarven Ruins
13 Mountain
Sideboard
4 Mana Barbs
2 Serrated Arrow
1 Shatter
1 Detonate
1 Fireball
1 Meekstone
1 Zuran Orb
3 Active Volcano
1 An-Zerrin Ruins
Das PT1 Format besagte, dass jedes Deck mindestens fünf Karten aus jeder legalen Edition enthalten musste (daher auch die Goblins of the Flarg – Dwarven Trader usw. Anti-Combo im Deck). Das Deck wurde, obwohl sein Name auf ewig damit verbunden sein wird, jedoch nicht von Paul Sligh, sondern von Jay Schneider entwickelt.
Die Frage die sich jeder stellte, war: Wie kann ein einfarbiger Haufen von teilweise suboptimalen Karten so gut sein??
Die Antwort: Indem dieser Haufen auf ein einzelnes Ziel fokussiert und die Stärke der benutzten Farbe aufs äußerste ausgereizt wird. Revolutionär war das damals neue Konzept der Manakurve, dessen Ziel es war, sein Mana möglichst jede Runde komplett zu nutzen und somit den maximalen Effekt zu erzielen.
Man beachte, dass diese erste Version kein stumpfer Beatdown war, sondern einiges an Utility-Kreaturen spielte. Orcish Cannoneers/Artillery und Brothers of Fire dienten dazu, entweder Hypnotic Specter und/oder Pump-Knights (es war ja Necro-Zeit) aus dem Weg zu räumen, oder zusätzlichen Schaden auf den Gegner zu ballern. Das Sligh.dec konnte also den Kartenvorteil der Necrodecks durch seine Utility teilweise kompensieren und gegen das Necrodeck verwenden, welchem ja immer mehr der Lebenssaft ausging.
Das Konzept änderte sich jedoch mit Erscheinen des Tempest-Blocks, der exzellente Beatdown-Kreaturen brachte und die zukünftige Entwicklung hin zum kompromisslosen Angriffsdeck setzte.
2. TBC-Sligh, Mike Long, Worlds 1998
4 Maniacal Rage
4 Sonic Burst
4 Shock
4 Fireslinger
4 Canyon Wildcat
4 Mogg Flunkies
4 Mogg Fanatic
4 Mogg Raiders
4 Jackal Pup
2 Goblin Bombardment
4 Mogg Conscripts
2 Raging Goblin
16 Mountain
18 Tiere für 1 Mana, davon acht mit Power 2, dazu 12 weitere für zwei Mana, vier Kreaturenenchantments (die damals ok waren, da man z.B. auch nervige Blocker rausnehmen konnte, ohne Burn zu verschwenden). Dazu acht Burnspells und zwei Bombardements als Finisher/Utility.
Das Deck spielte zwar noch ein Minimum an guter Utility (Slinger/Bombardement), hat das Konzept einer Manakurve jedoch zugunsten eines Mana-Flashpoints aufgegeben. Soll heißen, mit zwei Mountains ist jeder Spruch im Deck spielbar.
Im Block haben wir also ein sehr kreaturenlastiges Beatdowndeck, resultierend aus der geringen Anzahl an Zorn-Effekten, die dort herumliefen. Zwar gab es Winds of Rath, aber die dominierenden Decks waren Survival, TradeAwake, Suicide Black, White Wheenie und Humble/Prayer.
Im Standard sah es da schon anders aus. Zum Vergleich die T2-Version von Jon Finkel, ebenfalls von den Worlds 1998:
4 Ball Lightning
3 Fireslinger
4 Ironclaw Orcs
4 Jackal Pup
4 Mogg Fanatic
4 Cursed Scroll
4 Fireblast
3 Hammer of Bogardan
4 Incinerate
4 Shock
4 Wasteland
18 Mountain
Diese Version ist deutlich Burn-lastiger (15 DD-Sprüche) und spielt wesentlich mehr Länder. Dies liegt zum einen daran, dass man Ball Lightning im dritten Zug spielen können will (daher mehr rotes Mana) und das Sligh Mirror meist von dem gewonnen wurde, der seine Cursed Scrolls (im Block gebanned) als erster aktiv bekam. Da die T2-Versionen viel mehr Burn spielten, wurden die Flunkies hier recht wenig gespielt, da ihre Kameraden meist umgeballert wurden.
Einschub: Kennt ihr den Flunky-Ironclaw Orc Witz? Nein? Ok! Die beiden stehen Wache für ihren Meister, da tippt der Flunky den Orc an “Hey, da kommt eine Power 2 Kreatur, die machen wir fertig, blockste mit?”, der Orc: “Nö, mach ich nicht”, der Flunky: “Ok, dann blocke ich auch nicht…”. Einschub Ende.
Gegen Kontrolle half damals auch der Hammer of Bogardan (”Der Hammer muss kreisen”). Gegen alles Mögliche natürlich auch das Wasteland für den Random-Screw™.
3. Sligh? Ich kenne nur Red Deck Wins!
Im Jahr 2000 geschah es, der gute alte Name Sligh verschwand (m.E. nach zurecht, da Sligh ein Manakurven-Utility Deck war) und es wurde RDW geboren (der Legende nach, da es nicht gegen Replenish gewonnen hat, bis es in RDW umbenannt wurde).
Sigurd Eskeland, Euros 2000, RDW
4 Goblin Patrol
1 Kris Mage
4 Goblin Cadets
4 Hammer of Bogardan
2 Lightning Blast
3 Rhystic Lightning
4 Shock
4 Seal of Fire
3 Pillage
4 Arc Lightning
2 Parch
2 Viashino Cutthroat
3 Ghitu Encampment
4 Rishadan Port
16 Mountain
Hier sieht man, im Vergleich zur 1998er Version, wie schlecht zwischendurch die roten Karten waren. Massig Sorcery-Burn für 3 Mana, der 2-4 Schäden macht. Lightning Blast! Dazu die zömmeligen Kadetten, nur ein einzelner Kris Mage als “Utility” (in “”, da er nicht wirklich Card-Advantage machte). Aber es bewies eins: Solange es nur irgendwelche schimmeligen Burn-Spells gibt, wird jemand ein Deck daraus bauen und die unvorbereiteten Bauern wegbrutzeln!
Die Liste der verschiedenen roten Decks bis 2008 ist in etwa so lang wie die ONS-Liste vom EB (laut seiner Aussage [ich habe eine Wette mit Wizards laufen, wenn sie mich bis zur 15ten Edition nicht einholen, darf ich den Inhalt der 16ten Edition bestimmen - EB]) und alle aufzuzählen (sowohl als auch) soll nicht Sinn dieses Artikels sein. Eventuell ist aber die Erinnerung an die Konzepte der Manakurve und des Mana-Flashpoints dem ein oder anderen hilfreich, wenn demnächst mal wieder Decks gebaut werden.
Fazit: Rot ist in der Tat die Chaos-Farbe, denn sie braucht nicht mal gute Sprüche, um die anderen Farben in Bedrängnis zu bringen. Möget ihr immer den passenden Burn von oben ziehen.
Cu
Falk
Last Minute Ambitionen
— 02-10-2008 —
Morgen also der zweite Heiligenhaus-Termin. Ich lasse passend zum Tag der Deutschen Einheit den Narzisten-Judge raushängen und sorge auf die mir üblich-lässig und sympathische Art für neue Sympathisanten im Magic-Volk.
Es gibt sogar ein Ziel: die 32-Spieler-Marke. Knack knack, zack zack. Wäre doch gelacht, wenn wir Heiligenhaus nicht zur PTQ-Hochburg hochschaukeln. Dann steigt nämlich nicht nur mein Brutto-Judge-Nebenverdienst (ich kann keine Intro-Packs und Schokoriegel kurz vorm MHD-Ablauf mehr sehen), sondern auch die Zahl potentieller PTQ-Locations, PTQs und eben deutschen Pro Tour Spielern (die Niederländer kriegen nie raus, wo Heiligenhaus liegt). Vielleicht lerne ich ja sogar noch etwas als Judge dazu (hört ihr die Hoffnung sterben??).
Aktueller Zwischenstand der Voranmeldungen: 25 Spieler. Fehlen ergo mindestens 7 - das sollte machbar sein. Bringt eure größeren Schwestern ü18 mit, damit ich auch was zum Spielen habe. DCI-Nummern in diesem Falle nicht zwingend Bedingung.
Noch ein paar werbewirksame Sätze: Es kostet nur 19 Euro, beim üblichen Tournament Pack plus drei Boostern Material. Im Startgeld ebenfalls inbegriffen sind eine EvilBernd'sche Performance (auch wenn ich letzten Sonntag bereits einiges an Weihrauch verschossen habe, aber den ein oder anderen zwiespältigen Kalauer gibt's immer; neulich zB in Duisburg gewesen, wo kurz vorm Hauptbahnhof so eine Pseudo-Wetterstation an einem Laternenmast angebracht ist (ein Windrad halt); Kommentar eines Kollegen: “Na klar, Duisburg ist ja auch eine Metropole”, darauf ich: “Mehr ne Meteoropole.”), ein rundenbasiertes Booster-Bingo, die Möglichkeit, wie Lust und Laune, an sanktionierten Side-Events Draft teilzunehmen (hier fällt eine weitere Aufwandsentschädigung für den Verbrauch von Boostern an) und letztlich eine Location im oberen Drittel der Magic-Location-Skala (aka so mit frischer Luft, großen Tischen und fließend Wasser bis Strom).
See you (and you and you) tomorrow!!
Kleiner Nachtrag für ÖPNV-Nutzer:
Der gute Plan ist der folgende: Man kommt irgendwie vor 10:50h am Ratingen Hösel S-Bhf (wahlweise ab Düsseldorf oder ab Essen mit der S6) an, setzt sich dort um 10:54h in den Bus 770 nach Velbert und steigt an der Haltestelle “Mahnmal” (die Haltestelle davor heißt “Unterstadt”) aus. Dann nur noch die Hülsbecker Str. runter gedackelt und schon ist man pünktlich da. Zocker mit eigenem Gefährt nutzen Google Maps.
