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Ausdrucks

— 03-06-2010 —

Gestern eine Mail erhalten in der es nach einiger anfänglicher Lobhudelei um die Tatsache ging, dass die Druckansicht des letzten Blogeintrages “im Gegensatz zum Text” alles andere als druckreif wäre. Die Kommentare wären nach Meinung des E-Mail-Schreibers für den Druck nicht weiter relevant (wenn er wüsste; ich habe jetzt Wichsmaterial für die nächsten zwei bis drei Wochen) und auch sonst befand sich zu viel Clutter (klingt so viel netter als Müll) drumherum.

Ich schaute mir die Sache pflichtbewusst an und fand das Szenario wie beschrieben, was mich aber nicht weiter wunderte, da die Einrichtung eines Druck-Stylesheets für die Blogs nie wirklich auf einer meiner To-Do-Listen aufgetaucht ist. Das wird sich ehrlich gestanden auch so schnell nicht ändern. Um aber dennoch die Druckwilligen zu beglücken, folgt an dieser Stelle eine Empfehlung, die sich an anderen Stellen im Netz ebenfalls hervorragend eignet, um einen längeren Text in gedruckter Form für zB die Bahn oder die nächste Vorlesung (hier musste ich gerade an meinen Neffen denken) vorzubereiten.

Die Rede ist vom Readability-Bookmark der arc90-Gruppe, das automatisiert große Textpassagen in einer Webseite findet und diese nach Bedarf und anpassbar für den Druck vorbereitet.

Der Spaß wurde direkt an den üblichen Verdächtigen getestet, aber mit eher mauem Ergebnis:

MTGBlogs.de — Wie wohl bei allen auf Wordpress basierenden Geschichten klappt es hervorragend. Die Navigation und die Kommentare werden entfernt, Bilder und Decks im Eintrag selbst werden beibehalten.

Couchmagic.de — Klappt ebenfalls ganz gut, was ebenfalls an dem Wordpress-Unterbau liegt. Unschönerweise werden die Decks nicht mit übertragen, so dass man da teils Lücken hat. Dafür klappt die Browser-eigene Druckfunktion dank entsprechendem Stylesheet hervorragend, weil mit Decks.

PlanetMTG.de — Auch hier Probleme mit den Decks. Die großen Bilder dürften so manche Druckerpatrone ans Existenzminimum bringen.

MagicUniverse.de — Wieder ohne Decks (das Script scheint einen eingebauten Netdecking-Filter zu haben) und die Kommentare werden mitausgedruckt, was bei so manchem Kommentar vom Bullshit Bruno aus Berlin zu vermehrtem Papiervebrauch führen kann.

DeckCheck.net — Jupp, noch immer keine Decks beim Ausdruck. Dafür gibt es dort die hauseigene Druckseite mit vorgezogenen Linien für Namen & DCI-Nummer.

DailyMTG.com — Die immer mehr einem Comic ähnelnden Artikel werden ebenfalls ohne Decks konvertiert aber ein Klick auf den Drucker oben rechts schafft Abhilfe.

StarCityGames.com — No Decks, no Fun, aber auch hier hilft die heimeigene Technik und der “Print this article!”-Link im Kopf des Artikels wird euer Freund.

ChannelFireball.com – Aus Decklisten wird eine Reihe unansehnlicher Kartenbilder, was die Sache für GerryT-Artikel eher unbenutzbar macht.

Blackborder.com — Die letzte zu testende Seite und selbst hier glänzen die Decks durch Abwesenheit (was meiner Meinung nach bei der Seite nur bedingt schlecht ist). Ebenfalls abwesend: eine Druckansicht.

Sehr ernüchternd das alles, aber vielleicht findet der ein oder andere die ein oder andere andere Verwendung dafür.

Für Freunde und Verwandte des iPhones sei noch Instapaper empfohlen. Macht in etwa dasselbe nur wird dabei gleichmal der Baumbestand geschont und es lassen sich bequem Zuhause getaggte Lesestücke woanders und wieanders abrufen. Wenn man nicht weiß, was man lesen soll, gibt es mit “Give me something to read” gleich die hauseigenen Appetizer obendrauf. So einen der Amerika-Fokus nicht weiter stört. Erfahrungsgemäß geht die Magic-Artikel-Quote gegen 0.

Wie gut oder schlecht das mit den gelisteten Seiten funktioniert, kann ich mangels iPhones nicht sagen. Neulich im T-Punkt wurde mir selbiges von einer Verkäuferin vorgeschlagen, doch als ich meinte, dass wenn ich mit mir selbst spielen wollte, ich nur die Hand in die Hosentasche schieben müsste, war auch dieses Thema und diese Verkäuferin und dieser T-Punkt gestrichen.

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They build a Pyramid

— 31-05-2010 —

Habe die Tage den vermutlich 4ten Geburtstag meines Neffen und Patenkindes gefeiert. Nach dem üblichen Kaffee, Kuchen und Klatsch gingen wir Männer (also er und ich) in der einsetzenden Dämmerung noch eine Runde um den Block, um mal ein wenig Quality-Time miteinander zu verbringen. Seine Kindergarten- und Zu-Bett-Geh-Schedule überschneidet sich leider nur zu oft mit meinem 9-to-5-Rhythmus.

Er plaudert ganz gerne und ist eine Wortschatzerweiterung von gut 50 Einheiten davon entfernt als Quasselstrippe durchzugehen. Entsprechend begnügte er sich die erste Hälfte des Ganges damit, mir von seinen Erlebnissen im Kingergarten (Lego ist immer noch der Hit bei der Zielgruppe der 3- bis 5-Jährigen), von seiner zukünftigen Sandkastenliebe (er weiß es noch nicht, aber ich habe die Gespräche der Erwachsenen beim Kuchen futtern belauscht; “Sie sind ja so süß…”) und von einem eifrigen Mitglied der Arbeiterklasse namens Bob, dessen Fuhrpark Michael Knight vor Neid erblassen liesse, zu berichten.

Nach eben der Hälfte der Wege schien er sein Pulver verschossen zu haben - vielleicht störten ihn auch nur meine peinlichen Zwischenfragen bezüglich der Namen und Typen der diversen Baustellenfahrzeuge - und wir liefen einige Schritte still vor uns hin, was seine Geduld derart strapazierte, dass er mich mit den Worten aufforderte: “Jetzt du!”

Nur wo anfangen? Ich ersparte ihm meine Meinungen zu den Filmfestspielen in Cannes von vor ein paar Wochen, zumal er die Übertragung des Grand Finals am vergangenen Wochenende eher nicht gesehen haben dürfte. Stattdessen erzählte ich Magic-related Stuff, da er bereits bei einem der letzten Male recht interessiert zugehört hatte.

Meine “feindliche” Übernahme (es war mehr eine Meuterei seitens der Spieler) der FNM-Judgetätigkeiten im CD-Shop Spielekram in Oberhausen nahm er freudig zur Kenntnis, wenn wohl auch nur, weil er hoffte, dass wir den “Spiele”-Teil in die Tat umsetzen würden. Doch weit gefehlt. Einmal angestoßen und in Fahrt gekommen, sprudelte es inkontinent aus mir heraus. Als nächsten Punkt holte ich etwas weiter aus und breitete eine These inklusive eines kleinen historischen Abrisses vor ihm aus, aus der hervorgeht das Magic Online in negativer Weise dafür sorgte und immer noch sorgt (ich ignorierte an der Stelle den Fakt, dass er mit dem Begriff “Abwärtsspirale” nicht so viel anfangen konnte), dass “Paper”-Magic so ist wie es jetzt ist, was nur bedingt gut ist, da ein Ende dieser Talfahrt nicht in Sicht scheint. Mein Sprachzentrum schaltete auf Autopilot und so sprach, ja dozierte ich eher folgendes:

“Guckt man sich die Historie vieler Spieler und deren Nutzungsverhalten mit der Software an, zeigt sich auffallend oft derselbe Verlauf, der nicht weniger selten durch das Programm und dessen eher hohe Anforderungen an den Nutzer (nicht nur bezüglich der Geduld) bedingt ist. Am Anfang steht man nämlich mit ziemlich leeren Händen da. Durch den Mangel an Karten und deren verhältnismäßig hohem Beschaffungsgrad (dies in Verbindung mit dem eventuellen Unverständnis des Preises für virtuelle Ware; selbst wenn das durch die diversen MMOs relativiert wurde) wenden sich MODO-Einsteiger dem Limited-Play zu, um überhaupt etwas mit der Plattform anfangen zu können. Je nach Kontostand, Ausdauer und Aktivität im Offline-Magic lässt sich zwar auch online eine nette Kollektion aufbauen, das Gros der Spieler begnügt sich aber mit ein wenig Gedaddel hier, random Pauper dort und eben dem gelegentlichen Draft. Dadurch wurde Draften nicht nur online en vogue. Die Akzeptanz des Boosteröffnens schaffte spielend den Sprung ins Reale und dominiert seitdem nicht nur die unzähligen FNMs im Lande. Das hatte zwei negative Auswirkungen, die recht gut den aktuellen Stand darstellen: Der durchschnittliche Kartenpreis fällt (ebenfalls MODO inspiriert) und es gibt vermeintlich weniger Varianz in den Decks.

Ersteres lässt sich einfach erklären und passierte in zwei Schritten: Gerade zu Beginn von MODO war es ein leichtes seine Drafts durch den Verkauf turnierinteressanter Karten zu refinanzieren. Dadurch, dass es eine Mehrzahl dieser verkaufbaren, weil wertvollen Karten gab, war das ein ziemlicher Selbstläufer. Dieses Konzept wurde übertragen und versucht auf die Karten, die man beim FNM-Draft abgriff, anzuwenden. Plattformen wie eBay und andere halfen hierbei ungemein, beschleunigten aber letztlich nur den zweiten Schritt. Je mehr Leute das nämlich machten, um so günstiger wurden die Karten. Zur Erklärung dessen bedarf es nur einer einfachen Wirtschaftsgleichung mit den Variablen viele Karten, viele Anbieter aber nur eine deutlich geringere Anzahl Nachfrager.

Dass es trotz alledem einige Kandidaten gibt, die mit schier unglaublichen Preistags um die Ecke kommen, hat denselben Grund wenn auch nur in Verbindung mit der zweiten noch zu erklärenden Auswirkung, der geringen Varianz an Turnierdecks (dies klammert Legacy größtenteils aus). Diese Eintönigkeit sorgt dafür, dass nur bestimmte, wenige Karten nachgefragt werden, die aber durch natürliche Begrenzungen (Wizards kann nur X Exemplare der Karte Y drucken, davon erreichen trotz eBay und Co. aber auch nur Z Stück den heimischen Markt, wovon aber aufgrund des schnellsteigenden Preises nur ein Bruchteil gekauft und somit genutzt werden) das Angebot knapp hält, was den hohen Preis bestimmt.

Doch wie kommt es zu dieser zweiten Auswirkung?

Es ist nicht attraktiv Constructed-Events auf MODO zu bestreiten. Die Preise dafür stehen selten im Verhältnis zu dem, was man bekommt, auch wenn nachgewiesen ist, dass der gerne mal zitierte EV (”expected value” = das was hinten rauskommt, wenn man vorne was reinsteckt) für Drafts geringer ist als fürs Constructed, was aber durch die hohen Einstiegs- und Upkeepkosten ins Constructed-Biz egalisiert wird. Dass sich der eigene Kartenpool hinter einem Stück Schweizer Käse nicht zu verstecken schafft, versteht sich oftmals von selbst und dass einige wenn auch wenige Decks auf MODO einfach nicht funktionieren, bzw. zu umständlich zu spielen sind (man denke an Combodecks), tut sein Übriges. Von dem einmonatigen Rückstand nach Release einer neuen Edition ganz zu schweigen.

Ergo draftet man. Oft und viel und mit den bereits erklärten Auswirkungen. Da man aber auch in der realen Welt immer öfter draftet und das Constructedplay zu einem Minimum, fast schon einer Pflichtübung, degradiert wird, bleibt weder groß Raum noch Man- oder Brainpower, um sich mit dem jeweils aktuellen Format (halt immer das was Wizards PTQs, GPs und/oder NatQs vorgeben) zu befassen. Darum beschränkt sich ein Großteil der Allgemeinheit (die Schnittmenge zu den eBay&Co-Nutzern dürfte übrigens nicht gerade klein ausfallen) damit bereits bekannte Decks gegeneinander zu werfen, um wenigstens und wenn dann schon auf diese Weise eine Chance zu haben.

Das Problem dabei ist aber, dass wenn das zu viele machen, die teils nicht ohnehin schon sagenhaft seltenen Karten noch einen Tick seltener, sagenhafter und eben überzogen teurer werden. Addiert man die langanhaltende und verständliche (kein Format ist derzeit gesünder) Legacy-Euphorie dazu, ist das Chaos aber leider weniger das Playset Jace komplett.”

Hier unterbrach er mich mit den Worten “Onkel Micha - Arm”, nach denen ich ihn hochhub, trug und mit meiner Tirade fortfuhr.

“Ein weiterer nicht zu unterschätzender Fakt ist die Tatsache, dass sich der generelle Ablauf nach Erscheinen einer Edition verändert hat. Konzentrierte man sich früher darauf welche der frisch releasten Karten es wohl ins Deck schaffen und welche neuen Decks sich aus der jeweiligen Edition erschaffen lassen, liegt der Fokus aktuell darauf sich erst einmal durch die diversen Draft-Archetypen zu picken, bevor diese einen Monat später auch auf Magic Online umgesetzt werden, wo der ganze Spaß bequem von Zuhause und nur in Boxershorts bekleidet von neuem beginnt. Die Constructed-Formate bleiben in diesem Szenario fast durchgängig auf der Strecke. Ausnahme auch hier wieder das Legacy-Format.

Bleiben wir kurz bei dem Format. Ist es doch das Format, das nicht so degeneriert ist wie Vintage, das aber dennoch alle Vorteile vereint, die der geneigte und zum Teil langjährige oft Casual-Spieler als Argument akzeptiert. Er kann fast alle Karten spielen, die sich in seiner Sammlung finden und die Unzahl an möglichen weil spielbaren und turnierrelevanten Decks spricht für sich selbst. Dass das technische Niveau der meisten Legacy-Spieler nicht gerade hoch ist (dies eine eher beobachtete denn bewiesene These) ist ebenfalls ein positiver Faktor. Letztlich aber ist es das Format an dem Wizards in den letzten Jahren am wenigsten gedreht hat, was mich zurück zur ursprünglichen Behauptung und zurück in den eigentlichen Fluss bringt.

Die turnierrelevanten Constructed-Formate haben eine insgesamt geringere Halbwertszeit. Außerhalb von PTQ-Seasons wird zB nie Extended gespielt, Block bleibt den Pros überlassen und Standard war gerade in der letzten Zeit durch die vermeintliche Jund-Dominanz stark verpönt. Doch es war weniger, dass Jund so dominant war, es war meines Erachtens eher, dass sich niemand groß mit dem Standard-Format auseinandergesetzt hat, eben weil es nicht notwendig war. Jetzt, wo National Qualifier und PTQs locken, haben wir eine breite Palette an Decktypen und Jund ist teilweise froh mit ins Boot genommen zu werden.

Natürlich sticht die Omnipräsenz des jüngsten Kartentypes, der Planeswalker, schon arg ins Auge, doch ist auch das mehr als verständlich, wenn man bedenkt, dass es der wohl unantastbarste Kartentyp ist, den wir haben. Selbst Länder leben derzeit gefährlicher. Viele der weltenwandernden Zeitgenossen haben eine eingebaute kugelsichere Weste, mit denen sie sich vor dem angreifenden Getier schützen, oder sie werden, ganz vom Deckbauer beabsichtigt, durch entsprechende Maßnahmen abgesichert, bis sie ihre ebenfalls eingebaute Kartenvorteilsmaschinerie in voller Größe entfalten können.

Zusammenfassend und überspitzt lässt sich also sagen, dass Magic Online Magic tötet und die Planeswalker fett grinsend danebenstehen und zusehen.”

Ich wartete seinen Applaus gar nicht erst ab und wollte mich direkt weiter in eine energische These zu den Wizards'schen Unzulänglichkeiten in allen Dingen digital und den Unzulänglichkeiten des deutschen Organised-Play-Teams in allen Dingen Organised Play stürzen (die Beweisführung zu beiden Themen ist so einleuchtend, dass sie selbst für sein Alter greifbar ist), als ich bemerkte, dass er - seinen Kopf auf meiner Schulter ruhend - bereits eingeschlafen war und trotz meiner forschen Argumentation und meiner strikten Wortwahl wohl doch eher von Bob und Baustellen als von Jace und dem Bloody Stupid Angel träumte.

Richtig zu beneiden der kleine Mann…

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Mono Ton

— 25-03-2010 —

Ich drückte in den letzten Wochen aktiv die Einzelkartenpreise nach unten und zwar auf eine Weise, in der es in letzter Zeit (so ab Shards, meine ich) immer öfter getan wird. Ich war dabei weiß Gott nicht alleine, es waren mehrere beteiligt und wir alle taten es meist mehrmals am Abend, wenn auch der eine mehr der andere weniger erfolgreich, so doch alle auf dieselbe Weise; einen Booster öffnend, eine Karte rausnehmend und den Rest nach links weitergebend.

Doch statt euch zu erklären, wie das mit dem Prinzip von Angebot und Nachfrage so funktioniert (oder wo die Babies herkommen; man könnte sagen, da gab es hier im Blogschon genug Anschauungsmaterial), habe ich ein paar Beobachtungen und Behauptungen zusammengetragen, die sich alle um eine Aussage drehen: Monocolor-Draften ist eine sehr brauchbare Strategie im ZZW-Draft.

Denkt man an die Anfänge des ZZZ-Drafts, so ist das wahrlich keine Neuheit, hat man doch direkt Schwarz mit seinen Blutsaugern am Hals im Sinn. So offensichtlich das aber auf dem Papier ist, so weniger offen und so weniger sah man es an den Drafttischen, weil man nicht die Böcke hatte sich mit den anderen Sieben um die Farbe zu streiten, so dass dann nur der eine, der die Nachricht nicht mitbekam, zur Farbe griff und den Tisch ownte. Dies aber wohl mehr Fantasie denn Wirklichkeit.

In der Realität sieht es häufig anders aus. Nicht selten greift man ein, drei Picks in das eine Beet, um sich, weil man meint, das andere ebenfalls bewässern zu können und weil es eben bewässerbar ausschaut, auch noch einen zweiten Schuh einer anderen Farbe anzuziehen. Zwei Farben ist für viele das Maximum. Einige wenige Wagemutige gehen sogar bis auf 2,25 hoch und damit hat es sich. Doch wieso in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah? Es gibt schließlich einige gute Gründe ein- statt zweigleisig zu fahren.

Generell ist es so, dass man durch das sture Einsammeln aller Karten einer Farbe dafür sorgt, dass in der unmittelbaren Nähe um einen herum mit anderen Farbtöpfen gespielt wird, was daraufhin wieder dafür sorgt, dass die Karten in der beschnittenen Farbe gerne mal ein, zwei Plätze weiter wandern, als sie es sonst täten, so dass sie dankend eingesammelt werden können. Dabei kann es natürlich passieren, dass selbst die Jungs im Shop zwei Ortschaften weiter mitbekommen, dass man bis zum Hals in eben jener Farbe hängt und dass die Nebenmannen einem einige Juwelen nicht gönnen und sie stattdessen im Sideboard parken. Das sollte aber nicht zu oft passieren, da sich neben dem zu hatenden Juwel gerne mal eine Karte befindet, die es problemlos ins Maindeck schafft, so dass man sich bzgl. des Hatens darauf beschränkt in den letzten Picks nur keine Uncommon durchrutschen zu lassen.

Speziell für ZZW (und zuvor eben ZZZ) bekommt dieser Aspekt einen weiteren Aspekt (quasi “Son of Aspekt”), der nicht zu verachten ist und daraus besteht, dass es eben viele Commons und Uncommons gibt, die ein derart tiefes Deck verlangen, weil sie sonst nur ein Schatten ihrer selbst wären. Exemplarisch seien hier Mind Sludge, Bareback Baloth, Molten Ravager und die ganzen Fußballer aus Worldwake zu nennen, die es gerne mal eine zweite Runde um den Tisch schaffen, eben weil das zweigleisige Denken in vielen Köpfen vorherrscht. Nicht zu vergessen, die paar Intimidate-Kreaturen werden ebenfalls aufgewertet (auch wenn das durch die vorhandenen Artefaktkreaturen fast schon zu vernachlässigen ist; wurde nur ob der Vollständigkeit erwähnt).

Ein weiterer Vorteil zeigt sich in der oft schon benötigten Manabasis. Statt wie üblich die Farben zu splitten und mit je neun Ländern einer Farbe im Deck zu starten, kann man je nach Wagemut nicht nur ein Land cutten, sondern bekommt zusätzlich die Erlaubnis völlig Mana-AngstTM frei die brauchbareren Non-Color Lands, wie Quicksand, Dread Statuary, Tectonic Edge (das mit Abstrichen) zu spielen. Dabei sollte man aber nicht auf die Idee kommen, so viele Non-Bascis ins Deck zu quetschen, wo nur geht, weil das wiederum einigen der MVPs im Deck schaden könnte. Und man wird auf die seltenen Manlands aus demselben Set verzichten müssen, was verschmerzbar ist, weil sie eben genau das sind, selten.

Zu guter Letzt ein Vorteil, der gleichzeitig ein Nachteil ist. Zendikar zeichnet sich in der Farbverteilung innerhalb eines Boosters gerade dadurch aus, dass es nicht wirklich eine Verteilung gibt, bzw. die Verteilung derart verteilt ist, dass öfter mal Booster vorkommen, in denen vier rote Karten neben je einer grünen und einer weißen Karte schlummern. Sollte es sich dabei um den ersten Booster handeln, tut man gut daran die weiße oder die grüne Karte zu picken (je nach Qualität halt), um dem Nebenmann ein Signal zu geben, dass er in der Farbe wohl eher weniger Material zu erwarten hat, was eben dadurch positiv wird, dass man im zweiten Booster aus dieser Richtung bessere Karten in der abgeschnittenen Farbe erwarten kann. Ist man in einem anderen Fall bereits im zweiten Booster und mit beiden Beinen auf dem roten Zug hat man den Super-GAU schlechthin. In einem Pack mit Inferno Trap, Bladetusk Boar, Goblin Shortcutter und Molten Ravager alles bis auf die Fallenkarte weitergeben zu müssen, wird nicht nur den zuvor noch beschnittenen Nebenmann verwirren (insert lautstarkes “WTF” von rechts here), sondern sich womöglich negativ auf den weiteren Draftverlauf auswirken. Erwähnter Nebenmann könnte auf die Idee kommen, dass man statt der Inferno Trap eine andere brauchbare Uncommon nahm (Trusty Machete oder Vampire Nighthawk, um nur zwei zu nennen) und mutmaßen, dass Rot von einem nicht so präferiert wurde, wie man die ersten 14 Karten das Gefühl hatte.

Dadurch wird offensichtlich, dass das System besser in einem Achteck aus Spielern funktioniert, die über Vorkenntnisse im Format verfügen und die desöfteren Draften. Von ihnen werden die Signale besser erkannt, die entsprechend gute Einschätzung der Karten sorgt dafür, dass ein Kor Outfitter im dritten Pick nicht als Signal dafür gehalten wird, dass Weiß offen ist wie ein Scheunentor, und sie sind so letztlich leichter beeinflussbar. Auch wissen sie um der Anforderungen, die gewisse Karten (eben jene oben exemplarisch erwähnten) mit sich bringen, was öfter dazu führt, dass sie gerade nicht genommen werden, was ja genau das ist was wir wollen.

Doch wie macht man es nun?

Erstmal sollte man sich über die Möglichkeiten im Klaren sein. Den Spoiler zu kennen, hilft ungemein. Für die einzelnen Farben zeigte sich in meiner Erfahrung, dass Schwarz, Rot und Grün hervorragende Einzelgänger sind. In Schwarz und Rot wird man vielleicht noch mit einem Nebenmann zu kämpfen haben, wenn dieser die Finger nicht vom Removal lassen konnte, aber wenn er relativ früh merkt, dass diese Quelle versiegt ist, lässt er einen entsprechend in Ruhe und verbucht den frühen Pick in der Kategorie “Wenn ich schon nicht damit spielen kann, ist es gut, dass es niemand anders kann”. Grün steht fast völlig ohne Removal da, spielt deswegen gerne mal das Removal der grauen Herren, Blazing Torch, oder macht das was Grün schon eh und je immer am Besten konnte, nach rechts gedreht werden.

Wie immer beim Draften ist man abhängig von dem was die Booster hergeben. Generell ist man ja beim Draft angehalten nicht gerade die Farbe zu nehmen, von denen gleich zwei oder mehr Karten spielbar sind, weil sonst der Drafter zur Linken ebenfalls in derselben Farbe landet; etwas, das für den zweiten Booster nicht zu empfehlen ist. Für die zu beschreibende Strategie wäre es noch fataler. Es sollte also die ersten ein bis drei Picks alles wie gehabt laufen. Erkennt man in diesen drei - gerne auch vier oder fünf - Picks, dass eine Farbe unterdurchschnittlich oft fehlt, bzw. dadurch glänzt, dass sie eben kaum aus dem Booster schillert, heißt es zugreifen. Im optimalsten Fall ist das genau die Farbe mit der wir bereits in den ersten drei Picks geliebäugelt haben und die daraufhin in unseren Picks landete.

Ist die Farbe einmal gefunden, der Ball quasi auf dem 11-Meter-Punkt platziert, heißt es abziehen. Ab da wird aggressiv die Farbe gegriffen, komme was wolle. Die Mitdrafter dürfen und werden sicherlich mitbekommen auf welches Pferd man setzt, sie werden aber zu sehr mit ihrem eigenen Lauf beschäftigt sein, oftmals eine zweite Farbe vermuten (für dessen Fehlen sich der Drafter vor einem verantwortlich zeichnet) und kaum bis gar nicht den Draft stören, so dass man in den späteren Picks noch gerne die Karten mit den “hohen” Farb-Anforderungen abgreifen kann.

Interessant ist immer der erste Pick des zweiten Boosters. Je nach Beschaffenheit der Huevos bleibt man seiner Linie trotz Spoiler-Pick in einer anderen Farbe treu und greift zum mittelwertigen Ersatz in der eigenen Farbe. Da aber auch beim Draften die Technik entscheidet, spielt die Größe eher eine untergeordnete Rolle, so dass der Griff zum Spoiler beizeiten der richtige sein kann. Es kommt eben schon ein wenig darauf an, welcher Spoiler es ist und wie splash- bzw. integrierbar die Karte ist. Wenn man zB bereits tief mit dem Arsch in den Bergen sitzt, dann aber ein Vampire Nighthawk vorbeigeflattert kommt, fällt eine Entscheidung nicht leicht. Macht man sich zu viele der vorigen Picks kaputt, weil plötzlich BB in Runde 3+ supportet werden will, sollte der Griff eher zu einer Karte mit roten Manakosten gehen. Hat man dabei aber nur die Wahl zwischen Goblin Bushwhacker und Goblin War Paint, kann man ja immer noch den Batman hatepicken.

Bleiben wir abschließend bei etwaigen Splashes. Blau zB geht immer gut und gerne. Mit Karten wie Vapor Snare oder Umara Raptor macht man sich wahrscheinlich keine Freunde (auch wenn der Raptor hoffentlich welche findet…), wird sie aber problemlos ins Deck integrieren können. Weiß und Rot sind ebenfalls splashfreudig, weil die splashwürdigen Karten meist die Form von Removal annehmen und das selten in den frühen Zügen benötigt wird. Schwarz hingegen ist dermaßen schwarz, dass ich versucht bin politisch nicht korrekte Nebensätze in diesen hier zu integrieren. Grün geht es letztlich nicht besser. Harrow ist nicht wirklich eine Karte, um den Splash sicher zu machen, und nach kurzem Überlegen will mir als Karte eigentlich nur Territorial Baloth einfallen, für den ich ein paar Bäume fällen würde.

Zur Veranschaulichung und für die Studenten im Raum noch ein Paar exemplarische Decklisten (mit und ohne Splash):

1 Skitter of Lizards
1 Goblin Bushwhacker
2 Akoum Battlesinger
2 Highland Berserker
3 Goblin Shortcutter
1 Goblin War Paint
1 Molten Ravager
2 Crusher Zendikon
1 Slaughter Cry
1 Magma Rift
2 Claws of Valakut
1 Inferno Trap
1 Bladetusk Boar
1 Unstable Footing
2 Spire Barrage
1 Chandra Ablaze
1 Smoldering Spire
16 Mountain

1 Guul Draz Vampire
1 Soul Stair Expedition
1 Pulse Tracker
1 Bloodghast
4 Vampire Lacerator
1 Ruthless Cullblade
1 Blood Seeker
5 Surrakar Marauder
1 Vampire Nighthawk
1 Mindless Null
1 Crypt Ripper
1 Brink of Disaster
2 Vapor Snare
1 Sky Ruin Drake
1 Unknown Rare
1 Quicksand
1 Soaring Seacliff
1 Piranha Marsh
3 Island
11 Swamp

Zur weiteren Veranschaulichung ein Mono-Color Draft von Pete Jahn. Es gab auch eine nette Anleitung für Mono-Rot Drafter von einer spanischen Seite, den ich erst geboorkmarked hatte, dann aber verwarf und jetzt nicht mehr finden kann.

[UPDATE] Charly hat in seinem Blog ebenfalls ein paar praktische Exempel zum Thema statutiert.

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Heart-On

— 14-02-2010 —

Meiner Blase hatte ich es zu verdanken, dass aus dem “Oh yeah, heute steht mal weder Turnier, noch Kirche, noch Sleepover an, da lässt sich smooth ausschlafen” ein “Hey, wach auf du fauler Sack, du bist noch zu jung für ein Wasserbett” wurde und dies bereits um kurz vor 9. Ich also raus aus dem Schlaf, raus aus dem Bett, rein in die Nasszelle, rein in die Klamotten vom Vortag (netterweise braucht die Nase etwas länger, um aus den Federn zu kommen), eine Cap auf den Kopp und raus in den Schnee.

Schnee. Überall. Teilweise sogar noch in der Luft, aber zu oft und zu verlockend auf den vielen geparkten Autos, die sich vor meinem inneren Auge in Leinwände auf vier Rädern verwandelten. Nur was zeichnen?? Ich dachte direkt an Peace-Zeichen, die eine nette Abwechslung zu dem eher rechtsgerichteten Gedankengut wären, das sich sonst so auf den beschneiten Windschutzscheiben in der Gegend finden lässt. Um dabei nicht unfreiwillig Werbung für eine Stuttgarter Autofirma zu machen (Wie waren eigentlich die Verkaufszahlen von Mercedes im Sommer der Liebe?? Bei der Art von prädestiniertem Branding und den Möglichkeiten, die sich mit dem Stern bieten, ist es eigentlich verwunderlich, dass das Auto der Hippies der buntbemalte VW-Bus wurde… Ich schweife ab.), brauchte ich ein Negativ-Modell (spätere Recherchen im Internet zeigten, dass das Peace-Zeichen ein “männlicher”, weil dreibeiniger Mercedes-Stern ist).

Es gibt in meiner Gegend (”, meine Straße, mein Zuhause, mein Block…”) natürlich keinen einzigen Benz (nur zu viele Opel, was wohl das erwähnte Gedankengut erklärt, wenn ich mir deren Logo so näher betrachte), und wenn hätte ich ihn unter dem Schnee garantiert nicht erkannt. Also verwarf ich den Weltfrieden-Gedanken, den man Sonntag morgens kurz vor 9 halt so hat und kramte in meinem Oberstübchen nach einer passenden Alternative. Selbiges war durch die vorherrschende Kälte bereits im Aufwachmodus und ein Gedanke schlich sich auf leisen Sohlen in die Aufmerksamkeitszentrale: “Valentinstag”; zu einfach fast schon.

Um nicht zu auffällig zu wirken - es gibt hier einige schlafgestörte alte Damen mit einem Kissen vor dem stets-geöffneten Fenster, einem nervösen Zeigefinger und einer wählbereiten Drehscheibe (japp, so alt) - beschränkte ich mich bei meinem Soft-Vandalismus auf eindeutig weibliche Fahrzeuge (einem Ford Ka, den ich sogar unterm Schnee erkannte, und zwei weiteren Kleinwagen mit hellblauer Lackierung; sowie einen dritten Wagen dieser Art, auf dessen Stoßstange ein Regenbogen unter dem Schnee hervorlugte) und malte diesen schwungvoll Herzen (”erst den Vogel, dann das V”) a-front. Sinn dieser Übung war, wenn schon nicht für Weltfrieden zu parolisieren, dann doch wenigstens für ein bisschen intimes Gekuschel, da ich mir dachte, dass jeder halbwegs intelligente Mann ohne zu zögern den Credit für diese Aktion übernehmen wird und weiß, wie er sich dafür zu entlohnen hat. Go for it Boys!!

Wenn ihr mich aber jetzt entschuldigt, der Darjeeling hat Betriebstemperatur erreicht, da ist ein Ei auf dem besten Wege geköpft zu werden und diverse Rosinenbrötchen warten nur darauf bei lebendigem Leibe verspeist zu werden.

PS: Linkliebe: Silent Night Mix by Whyte Oktober (Februar wäre jetzt um so vieles passender gewesen) — für Musikfreunde mit eklektischem Musikgeschmack, wobei ich nach einer halben Stunde immer zum Anfang zurückspule; ich bin da eher der Kopfnicker and I like dem juicy beats…

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140 und mehr

— 06-02-2010 —

Gerade eben den zweiten Teil von Handsomes Jund Primer editiert - geht in zwei Stunden online und es lohnt sich wach zu bleiben.

Zuvor ungesund ernährt und dabei “Moon” geschaut, der mich an “Up” erinnerte, den ich die Woche mit meinem Neffen sah. Grund dafür war, dass man nicht merkte, dass schon wieder anderthalb Stunden ins Land gezogen sind. Klare Definition von “kurzweilig”, auch wenn der Kleine wohl noch ein paar Jahre warten muss, bis wir uns den zusammen anschauen. Sam Rockwell kam mir bekannt vor, was an “Choke” liegt und an der Tatsache, dass ich seinen Namen immer mit Dean Stockwell verwechsele.

Mich mit Blick auf meine Magic-Karten Ordner nach dem Films gefragt (sie stehen halt direkt nicht unweit des Monitors), wann mich Wizards das letzte Mal so überrascht hat. Ravnica vermutlich; Lorwyn mit Abstrichen - eher Morningtide.

In Handsomes Primer auf einen seiner Twitter-Links geklickt. Dann auf den anderen. Dann selbst eingeloggt (dient nur der Namenssicherung; für MySpace kam ich zu spät, auf Facebook habe ich kein Facebock…) und mir angeschaut, was die Verfolgten so von sich geben. Klarer Favorit: Shit my Dad says.

Random Leute getweetstalked, erst in Berlin gelandet, dann im Intro Magazin, was mich an das relativ neue Album von Vampire Weekend erinnerte. Eine Google-Suche (”‘Bandname’ + ‘Albumtitel’ + blogspot”) und den ersten nicht-englisch klingenden Bloglink später, sind es noch 11 Minuten, bis die MP3s auf meiner Platte sind (es wird nicht lange dauern, bis sie da wieder runter sind).

Auch bei Intro eingeloggt, festgestellt, dass ich dort schon lange nicht mehr war, aber schon seit noch länger angemeldet bin. Sollte mal meine persönliche Top5 überarbeiten; “Charles&Eddie - Would I lie to You” würde einen hochrutschen, weil “Les Rythm Digitales - Sometimes” raus wäre. Stattdessen neu auf der 5: “Queens of the Stone Age - Another Love Song“.

Im Intro-Forum immer noch dieselben Knaben wie vor x Jahren. Will hier keine Namen nennen, aber viele kamen mir bekannt vor, auch viele Threads (was deren teilweise enorme Länger erklärt). Punkcows TV-Tips für die kommenden Tage zB. Ohne Farbfernsehgerät wird das zwar für mich eine graue Nummer, aber auch am TV-Programm hat sich nichts getan. Es scheint für Leute gemacht, die morgens nicht früh rausmüssen und gerade die - so das Klischee - interessiert die Art von TV-Programm nicht wirklich. Zum Abschalten.

PS: Dann lieber tumblen: Inpromtu.de

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iLike

— 28-01-2010 —

Ich war schon immer der Meinung und habe stets versucht selbiges irgendwie nachzuweisen, die IT-Welt und die Magic-Welt (ich weltenwandere daneben noch auf der Pussy- und der Teigwaren-Welt) liegen verdammt nahe beieinander.

Diese Woche ist es endlich soweit und ich kann beweisen, wieso dem so ist. Auf der einen Seite steht Worldwake, dessen Prereleases an diesem Wochenende sind - besucht mutige Mannen, Marion und mich zum gemütlichen Miteinander am Sommtag in Mülheim - und auf der anderen Seite steht Steve Jobs mit dem iPad, einer Mischung aus iPhone und Bilderrahmen, das er am Mittwoch präsentierte (den Teigwaren-Freunde, die das Event oder den Rummel drumherum verpassten, sei die NYT Bits Coverage ans Lebkuchenherz gelegt).

Wo da jetzt abgesehen von dem Neuigkeiten-Faktor die Gemeinsamkeiten sind?? Es sind die Reaktionen.

Als am Dienstag der Spoiler komplettiert wurde (und eigentlich schon in den beiden Wochen zuvor), war die generelle Stimmung wie der erste Kommentar zum kompletten Spoiler auf GerMagic:

“is ja so gut wie nix gutes dabei”

Ignoriert man die Schlümpfe (das sind die, die immer noch auf der Ankündigung von Wizards rumreiten, dass Blau durch die Edition in aktuellen Formaten wieder mitspielen dürfte), bleibt zwar nicht mehr viel übrig (you bored much??), aber der generelle Konsens scheint zu sein, dass die Edition bis auf einige starke Eckpfeiler (namentlich Jace, Kazuul und der Abyssal Persecutor, um gerade genug zu nennen, damit der Tisch nicht wackelt) doch eher underwhelmt.

Beim iPad (ich will immer “iPayd” schreiben; Freudian??) nicht viel anders. Erneut vom IT-Blog der NYT zusammengefasst, sind die Meinungen in den amerikanischen Techblogs eher verhalten und man beschränkt sich darauf nach einem kurzen Blick auf die Highlights die Lowlights ins Rampenlicht zu rücken und degradiert das interessante Stück Technik auf die Attribute “eBook Reader” und “Disappointment” (mehr dazu v.a. in John Battelles Blog).

Und letztlich??

Ich weiß es noch nicht, aber die Edition sieht wie das iPad verdammt nice aus. Ich bin für beides zu haben, kann die negativen Stimmen entsprechend überhaupt nicht nachvollziehen und vermute, wie hoffe, dass sie zum einen unbegründet sind und zum anderen damit zusammenhängen, dass sich niemand im Internet an die alte Weisheit hält, dass wenn man nix (und vor allem nix Nettes) zu sagen hat, man einfach mal die Finger still halten sollte, statt sich uninspiriert, unkonstruktiv und unhöflich (irgendwie) zu äußern.

Stattdessen freudige Erwartungshaltung meinerseits und meine persönliche, beim Überfliegen des Spoilers erstellte TopX des Sets, die Format-unspezifisch zu Werke geht und die Karten listet, bei denen ich mir denke, dass ich sie gerne mal nach rechts drehen würde, bzw. für sie gerne Mana in den Pool nähme. Da ich faul bin und weil es spät ist, kurz der Link zum Spoiler, damit die folgende Liste nicht zu kryptisch wird (die Links und Kartenbilder gehen wohl erst in ein paar Stunden); Parallelen ziehen müsst ihr selbst:

Fledgling Griffin, Join the Ranks, Loam Lion, Marsh Threader, Marshal's Anthem, Perimeter Captain, Ruin Ghost, Veteran's Reflexes, AEther Tradewinds, Halimar Excavator, Horizon Drake, Permafrost Trap, Quest for Ula's Temple, Tideforce Elemental, Vapor Snare, Wind Zendikon, Agadeem Occultist, Caustic Crawler, Corrupted Zendikon, Dead Reckoning, Nemesis Trap, Urge to Feed, Chain Reaction, Claws of Valakut, Crusher Zendikon, Kazuul, Tyrant of the Cliffs, Roiling Terrain, Searing Blaze, Slavering Nulls, Bestial Menace, Leatherback Baloth, Terastodon, Vastwood Animist, Vastwood Zendikon, Wolfbriar Elemental, Novablast Wurm, Everflowing Chalice, Lodestone Golem, Razor Boomerang, Creeping Tar Pits, Lavaclaw Reaches, Raging Ravine, Tectonic Edge [ymmv]

In diesem Sinne, viel Spaß bei den Prereleases!!

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Tour de Force - Teil 2 von ungefähr 3

— 11-01-2010 —

Überspringen wir meine Nicht-Performance im Vintage-Teil des Events, um uns direkt mit dem zweiten Grand Prix Trial des German Magic I Wochenendes zu beschäftigen. Doch bevor wir zu dem bereits bekannten und erprobten Runde für Runde Szenario kommen, noch zwei Begebenheiten, die einen nicht gerade geringen Einfluss auf das Geschehen hatten.

Da mir das Deck am Vortag eigentlich sehr gefiel und ich nun auch Teile der anderen 50% der Karten kannte (das mit den missed Triggern wollte aber immer noch nicht so recht), mutete ich meinem Autopiloten etwas mehr als eine Bruchlandung zu und war bereit es erneut mit dem Slogger zu wagen. Nun war es aber leider so, dass der Felix seine Pyroblasts benötigte und Alex ebenfalls nicht ohne vierte Chalice of the Void ins Vintage-Wagenrennen wollte, also brauchte ich Ersatz. Die Anmeldung rückte bedenklich nahe, die Panik war entsprechend hoch und die Deckliste bisher leer. Alex half mir, wo er nur konnte, er machte sogar eine Chalice ausfindig, doch die war foil und nicht seine. Alex seine, die ich am Vortag nutzte, war zwar ebenfalls prämiert, aber hier hatte ich weniger Bedenken, wenn die danach keine 2,50 Euro mehr wert war. Ich würde ihm eine neue besorgen, er würde mir zweimal kräftig in den Unterleib treten und die Sache wäre gegessen. Ich lehnte entsprechend ab, auch wenn ich das Triplet Blasts vom selben Spender gerne in Empfang nahm (nochmals danke, Björn, die Karten habe ich noch, der Alex weiß Bescheid und Iserlohn ist ja eh erst in ein paar Tagen).

Auf der Suche nach einer Alternative kramte ich in Alex Ordner und stieß auf Thoughts of Ruin und Goblin Charbelcher. Beide waren verlockend, die Hexerei ließ sich aber nicht so recht mit dem Hellbent-Gedanken des Decks vereinbaren, so dass ich zum Artefakt griff. Mit diesem hatte ich bereits zu Mirrodin-Zeiten meinen Spaß gehabt und die Slogger im Deck würden sich garantiert über ein Wiedersehen freuen.

Für die zweite Begebenheit muss ich ein wenig länger ausholen. Es ist indirekt zweigeteilt, weswegen ich mit dem kleineren Übel anfange. Das Vintage-Event wurde aufgrund plötzlich einsetzendem Schneefalls über Nacht um eine Stunde nach hinten verschoben, die Startzeit des Trials hingegen blieb dieselbe und befand sich kurz nach Ende der zweiten Runde des Vintage-Turniers. So konnten etwaige Legacy-Aspiranten, die erst beim Stand von 1-2 den goldenen Löffel abgeben wollten, um es danach erneut mit Goyf & Co. aufzunehmen, dies nicht mehr tun, was letztlich in nur 28 oder 29 Teilnehmern resultierte. Bedenkt man, dass es ab 32+ Spieler weitere Byes gibt, ein nicht zu unterschätzender Fakt.

Ein viel größerer Fakt und auch das größere Übel war der Judge des Trials. Dieser wollte aus Bequemlichkeitsgründen den Trial an der freien Tischreihe zwischen dem Vintage-Spielbereich und dem “Wohnbereich” (wo es halt Nahrung, Toiletten und Ausgänge gab) stattfinden lassen, obschon sich auf der Empore fernab von Time Vault & Co. genug Platz befand und die Atmosphäre für die Trial-Spieler definitiv eine angenehmere gewesen wäre. Ich sprach ihn darauf an, machte deutlich, dass die Sache sehr unschön für die Trial-Teilnehmer werden würde, zumal die Runden der beiden Events nicht parallel liefen, so dass wir oft noch in der Halbzeit wären, während die Vintage-Spieler bereits ihre Runde beendet hatten und sich aufgrund der Lage immer schön an uns vorbeischieben würden. Auch auf das Nadelöhr an dem zur rechten und zur linken je eine Legacy-Partie stattfände (und von der man bildlich gesprochen behaupten könnte, dass eine Prostituierte im Flatrate-Modus weniger Verkehr hat als eben jene T-Kreuzung (auch wenn die Verkehrsteilnehmer wohl dieselben wären ;-)), machte ich extra aufmerksam, stieß aber auf taube Ohren. Die Gegenseite argumentierte mit eventuellen Deckchecks (es wurden natürlich keine gemacht) und Judge-Mangel (nicht wirklich mein Problem, sondern eher eins des Veranstalters), was in weniger Pausen seinerseits ausarten würde (auch hier wurden vermutlich keine gemacht). Hinzu kam die Tatsache, dass auch für unseren kleinen Trial die Mikrofon- und Lautsprecherkombination genutzt wurde, was zu weiterem Unverständnis meinerseits führte.

Ich sollte die erste Runde natürlich direkt mal am Nadelöhr zocken und hatte nicht selten das Gefühl, dass der nächste Vintagespieler, der seinen Rucksack über den Tisch fegte, nicht nur die dort befindlichen Decks mitnahm. Es geschah zwar nichts, aber entspannt zocken war anders.

Dass es dennoch vergnüglich wurde, lag zum größten Teil an meinem Gegner, der mich erst in Angst und Schrecken versetzte, als er mit Ancient Tomb und Chrome Mox begann. In den Mox warf er aber einen Aven Mindcensor, so dass ich nicht das Mirror fürchten musste. Dass Stephan die drei Mana nutzte, um einen Morph zu legen, machte die Sache dann aber wieder unschön. Er hatte im zweiten Zug die dazugehörige Ebene und der Exalted Angel schlug mir ins Gesicht. Ich hielt ein paar Runden stand, um vielleicht weitere Feinheiten seines Decks kennenzulernen, doch da kam nicht viel, was ja auch nicht musste.

Im zweiten Spiel legte ich die Nadel auf die Jitte, was reichte. Im Dritten versuchte er es erneut mit dem Engel, doch ich hatte ebenfalls einen 4/5er und zwar den, der Engel vom Himmel holt.

Nach dem Spiel ging ich erneut zum Judge und machte erneut auf die missliche Lage aufmerksam, doch er blieb so hart, wie der Gips an seinem Arm.

In der zweiten Runde war mir das nicht wirklich egaler, aber ich saß nun nicht mehr am Öhr. Mein Gegner, Daniel, hatte Tags zuvor Top8 gemacht, wie ich erst später erfahren sollte, und ist ein Mitglied des Hasslocher Team [SPOD]. Dass neben ihm Herrn Czolk - ebenfalls [SPOD]er saß, sorgte für einigen Trashtalk, was aber keinen Einfluss auf das Spiel hatte. Im ersten rannte ich mit dem Drachen ins Daze, verpasste einige Mauler-Trigger, schlug ihn aber dennoch bis auf zwei runter, bevor das Board durch einen Trinket Mage und einen Phyrexian Dreadnought gestalled wurde. Ich hob natürlich den Belcher from the Top und spielte ihn grinsend. Über eine Chalice wäre Daniel sicherlich erfreuter gewesen. Der Belcher rülpste einmal recht fruchtlos, beim zweiten Anlauf zeigte ich aber nicht zuerst das Land.

Zwischen den Spielen erzählte ich ihm freizügig und unehrlich, dass ich nur einen Belcher spielen würde, da keine vierte Trinisphere aufzutreiben gewesen war. Er brachte die gestern zitierte Sache mit der “kubanischen Krawatte”, was er in den Tagen wohl öfter sagte.

Nach einem Mulligan bekam ich dank Mox in der ersten Runde eine Chalice für 1 resolvt, wohl aber auch nur, da Daniel bereits die Engineered Explosives am Start hatte und damit recht vergnügt zwei zu eins tauschte. Ich vergaß weitere Mauler-Trigger und eine einsame Mishra's Factory streckte mich nieder.

Ich versuchte on the Play mal um das Daze herumzuspielen, indem ich im zweiten Zug den Mauler legte, aber noch den Affen in der Hinterhand habe. Es war egal, weil er nicht in Counterlaune war. Er tat auch sonst nicht viel in diesem Spiel, da ihn ein Magus of the Moon vom scheinbar benötigten Mana abschnitt.

Zwischen der zweiten und dritten Runde eine plötzliche Wendung. Ich beobachtete nicht unweit vom Öhr, mich mit Jonas über die Missstände unterhaltend und Pfefferminztee trinkend, wie der Judge etwas an den Tischnummern tat. Er kam auf die Idee, die Tische rechts und links vom Öhr für den Legacy-Spielbetrieb zu sperren, um vielleicht doch nicht dafür sorgen zu müssen, den Gamestate bei auf dem Boden verstreuten Decks wiederherstellen zu dürfen. Als er damit fertig war, starrte er erwartungsvoll in unsere Richtung und ich begann mich lauter mit Jonas über meine Nase zu unterhalten, und wie unschön doch gerade die Kruste sei, die sich nach mehrmaliger Nutzung selbst von den guten Tempos zeigte. Mein Tipp in diesem Zusammenhang übrigens: Handcreme.

Der Judge sollte mich in Runde 5 direkt auf die Tischnummerngeschichte ansprechen und schien so etwas wie Lob zu erwarten, doch ich hatte nur weitere Kritik für ihn übrig (gerade auch wegen des Deckcheckarguments). Ich beendete die Diskussion schließlich mit einem schroffen “Whatever” und widmete mich wieder dem Spiel gegen Herrn Czolk, das wir nur spielten, um unseren ID etwas angenehmer zu gestalten.

Wie einigen vielleicht aufgeht, fehlen da doch noch zwei Runden. Eine bestritt ich gegen Eske aus Finnland. Der war stereotypisch mit Fischen unterwegs, wovon sich im ersten nicht viel mehr zeigte, als das Meer um die beiden Inseln auf seiner Seite. Ein Slogger in der ersten Runde und ein Daze auf die Trinisphere danach warfen ihn weiter zurück, als er schwimmen konnte.

Ich hatte bis dahin zwar noch keinen Fisch gesehen, boardete aber entsprechend. Was ich ebenfalls noch nicht gesehen hatte, war die Karte Mind Harness. Zumindest waren meine Erinnerungen daran derart getrübt, dass ich sie mir durchlas, als er sie auf meinen Drachen parkte. Dass er zuvor ein Standstill an ein zweites gekettet hatte, warf diesmal mich aus dem Boot.

Um auch für das dritte Spiel im Bild zu bleiben, könnte man sagen, dass Eske ganz schön auf dem Trockenen saß. Eine Insel macht eben noch Feuchtbiotop. Dass ich die Trinisphere legte, bevor er selbiges mit dem Aether Vial oder gar dem Mind Harness machen konnte, besiegelte die Partie.

Ich hätte nun locker reindrawen können, aber Drawen ist was für Weichkekse, zumal mein Gegner erst ablehnte, als ich entsprechend anbot. Dann mal ran. Zwar nicht an die Fische, obschon auch Tomi aus Finnland kam, sein Deck aber eher kanadischen Ursprungs war. Recht schnell wurde ihm klar, dass er das Draw hätte annehmen sollen, da die Match-Up-Quote so bei 90% gegen ihn steht, wie er mir gestand, als ich Magus und Gathan Raiders auspackte. Der Magus hat in diesem Match-Up keine hohe Lebenserwartung tat seinen Dienst aber gut genug, so dass Tomi das zweite Spiel beginnen durfte.

In diesem gab es zwei erwähnenswerte Situationen. Zum einen fand ich es sehr fischig, dass Tomis Kompagnon den Judge zur Seite nahm und ihn bat, den Status der immer größer werdenden Armee an Tarmogoyfs zu checken. Was ich merkte, als der Judge mitten im Spiel nach unseren Friedhöfen griff. Wir nutzten Würfel, um den Goyf auf brauchbaren 4/5 zu halten und es wurde bisher noch kein Ponder gespielt, so dass keine Hexereien präsent waren. Zu der Situation lässt sich sagen, dass ich weiß, dass die Würfel beim Goyf keine gute Idee sind, auch nicht gerne gesehen werden, aber es waren weder meine noch meine Idee und das geforderte Nachzählen hinterlässt auch jetzt noch einen salzigen Geschmack auf der Zunge.

Die andere Situation war eben die Sache mit den drei Goyfs auf seiner Seite und einem Slogger wie einem Drachen auf meiner Seite. Er ist auf 12, ich auf 1 und ich habe einen Affen sowie einen Slogger in der Hand. Weiterhin Blood Moon bedingte fünf rote Manaquellen auf dem Tisch. Er gibt ab, ich ziehe und weiß, dass ein Chrome Mox mir den Sieg bringt. Langsam pelle ich die Karte vom Tisch, sehe ein Artefakt, dessen Casting Cost 0 ist, und lege eine Chalice auf den Tisch.

Bei noch drei verbleibenden Minuten, einigten wir uns schließlich auf das Draw.

Meine Quote für Grand Prix Trials in letzter Zeit ist nicht schlecht. Bei drei gespielten Trials jeweils die Top8 erreicht, aber ständig im Halbfinale das Aus (davon nur einmal freiwillig). Zeit für den Durchbruch?? Natürlich nicht. Um es kurz zu machen, den Trial gewinnt der Herr Czolk, wie er an anderer Stelle recht verblümt und verdammt lesbar schildert (er ist halt zu awesome).

Die nächsten beiden Runden sind, wie auch meine Notizen dafür, bis auf eine noch zu schildernde Situation, eher spärlich. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr und wollte nur noch nach Hause.

Das Viertelfinale geht dank Draw im ersten (siehe unten) über vier Spiele und im Halbfinale bekommt Eske aus Runde 3 seine verdiente Revanche (und vermutlich endlich sein Freischwimmerabzeichen [scnr]).

Kommen wir zum Draw, das Diskussionpotential hat; zumindest haben wir im Auto ein wenig drüber diskutiert.

Andreas zockte Naya Zoo. Die Lifetotals standen 6 zu 5 für mich und ich drehte gerade für lethal damage nach rechts, als er Lightning Bolt auf mich spielte und mit Price of Progress als letzte Handkarte das Draw rausholte. Einen Turn vorher hätte das nicht geklappt, weil ich da nur ein Non-Basic im Play hatte. Das zweite habe ich vor dem Angriff gespielt, ohne, dass es für den Angriff relevant gewesen wäre. Ich konnte und bin letztlich davon ausgegangen, dass er maximal einen Instant am Start hatte. Zwei Runden zuvor hatte er nämlich noch seinen 4/5er Goyf als Chumpblocker für meine Gathan Raiders genutzt, weil ihm zum Upgrade nämlich unter anderem der Instant fehlte. Aufgrund einer Sylvan Library war es verdammt unwahrscheinlich, dass er einen der beiden Instants nicht vorher hätte “ziehen” können, um seinen Goyf entsprechend zu retten. Er hatte zu dem Zeitpunkt auch noch Progress-sichere Lebenspunkte.

Felix und Alex waren auf der Rückfahrt im Auto der Meinung, dass mein Play falsch war, weil ich damit letztlich nicht den Sieg rausgeholt hatte. Ich bin anderer Meinung und glaube aufgrund der Informationen, die ich hatte, eben nicht, dass nur, weil es dadurch das Draw gab, das Play falsch war.

Die Tage dann noch ein paar unsortierte Gedankengänge und Erinnerungsbrocken zum Event.

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Tour de Force - Teil 1 von ungefähr 3

— 09-01-2010 —

Das Mädchen mit der hellen Strumpfhose setzte sich auf meinen Schoß, wir knutschten wie 15-Jährige und sie kommentierte die Haaransammlung in meinem Gesicht mit der Bemerkung, dass ich mich mal wieder rasieren könnte. Ich schob ihr im Gegenzug die Hand bis zum Ellbogen zwischen die knisternden Schenkel und gab das “Kompliment” postwendend zurück. Grinsend schloß ich die Augen und als ich sie wieder öffnete, waren aus der einen Frau gleich drei geworden, die sich - an meinem Platz vorbei - den Weg zur Türe bahnten. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass der Zug gerade in Essen einfuhr und so machte ich mich - als bedürfe es eines weiten Grundes - den weiblichen Körpern hinterher.

Als ich mir keine 20 Minuten später auf dem Fußweg nach Hause (an ein Taxi war am Neujahrsmorgen um 5 Uhr früh leider weder zu denken, geschweige denn zu hoffen) an einem Altpapiercontainer meine Blase entleerte, fragte ich mich was die ungesündere Idee war: keine fünf Stunden später im Auto von Alex Lebensgefährtin gen Hanau zu sitzen, oder nicht ganz unbeteiligt an den leeren Flaschen Wein in SlimDs Küche zu sein.

Jetzt, mit ein wenig zeitlichem Abstand und mehr Schlaf zwischen den Rippen, fällt die Antwort sicherlich einfacher, aber damals, ja damals. Damals hatte ich noch den Plan ins Hotel einzuchecken, die drei anderen Jungs (Alex, Felix und Lars) das Mädchenformat Highlander spielen zu lassen und erst, nachdem ich ein Kätzchen in der Toilette ertränkt hatte, zu ihnen zu stoßen, um ihnen beizeiten und bei entsprechenden Spielfehlern einen Schlag auf den Hinterkopf (quasi reversed Saito-Style) zu verpassen, dass es verdächtig nach Outside Slapsistance aussähe.

Gelegenheit für letzteres sollte sich genug finden - teilweise drehten sich sogar Spieler um, um zu schauen, wem denn da Beifall geklatscht wurde, aber die Hoteldame wollte nicht so recht mitspielen, denn wir standen um 14 Uhr vor verschlossener Türe. Wir klingelten wo nur ging, aber da nichts ging, gingen wir.

Die Site passte zu ihrer Beschreibung und ich gesellte mich, das Highlanderformat wie den Rest der Truppe links liegen lassend, zur Sideevent-Anmeldung, um mein Glück bei einem Mirage/Visions/Weatherlight-Draft zu versuchen. Mein Glück scheiterte bereits bei der Anmeldung, weil sich den Tag über nicht mehr als sechs Leute (mich eingeschlossen) fanden, die Lust hatten, Spirit of the Nights, Simoons und Aboroths zu draften. Um mir dennoch sinnvoll die Zeit zu vertreiben (und wann immer ich nicht gerade Kopfstöße verteilte), kümmerte ich mich um meine Nase, die bereits am Vorabend dafür sorgte, dass das was in meinem Raclette-Pfännchen zischte nicht immer nur der Schweizer Käse war. Ich exte das Sixpack Taschentücher in meinem Messenger-Bag wie kein Zweiter und als ich das hier tippe, will mir, angelehnt an Saito oben und der Tatsache, dass es erst lief und danach gerieben wurde, der Begriff “reversed Masturbation” in den Sinn. Ich ignoriere ihn, aber wenn ihr das hier lest, wohl nicht gekonnt genug.

Selbst der Versuch, mich mit meiner Legacy-Deckwahl zu beschäftigen, fiel ins Rotzwasser, so dass ich für den zweiten Tag kurzerhand beschloss das Dredge-Deck im Hotel zu lassen und mir stattdessen mit folgender Liste den 9-Runden Spaß zu gönnen:

Slogg Shock
4 Arc-Slogger
3 Taurean Mauler
3 Rakdos Pit Dragon
4 Gathan Raiders
4 Magus of the Moon

3 Blood Moon
3 Trinisphere
4 Chalice of the Void
1 Sword of Fire and Ice
1 Pyrokinesis

4 Simian Spirit Guide
4 Seething Song
4 Chrome Mox
4 City of Traitors
4 Ancient Tomb
10 Mountain

Banquilo
3 Pyroblast
2 Boil
3 Pyroclasm
3 Tormod's Crypt
1 Pithing Needle

Der Deckname wurde posthum geändert, da sich “Tour de Force” besser als Blogtitel machte. Creative freedom ftw…

Meine Überlegungen zum Deck sind so einfach wie kurz. Der Mauler wird im aktuellen Metagame nicht wirklich groß (Aether Vial, Combo, Dredge; die Liste liesse sich fortsetzen) und würde wahre Größe eigentlich nur gegen Zoo zeigen, wenn er da nicht bereits veräschert im Graveyard läge. Die Trinisphere ist mir zu redundant und auch wenn die Karte bevorzugt immer im ersten Zug gelegt werden will, denke ich, dass die Chancen diesbezüglich größer sind, als im späteren Spiel die zweite eben nicht from the Top zu heben, wenn die erste bereits liegt. Das Schwert hat mich nie überzeugt und Umezawa's Jitte wäre eine besser Wahl gewesen.

Ich ahnte bereits, dass ich am zweiten Tag nicht viel fitter sein würde, so dass ich mir selbst ein Deck verschrieb, von dem der interne Autopilot wenigstens 50% der Karten mal in der Hand gehabt und mit ihnen geflogen ist (um im Bild zu bleiben). Die anderen 50% bescherten mir entsprechend zwei Warnings und mehr missed Trigger als ich in der Öffentlichkeit zugeben möchte. Leider zählten die Länder (u.a.die zehn white-bordered Mountains) zu den ersten 50%.

Beginnen wir direkt mit dem ersten Warning, wenn auch noch nicht das für mich.

Mein Gegner Kosti ist aus Finnland und hatte sich definitiv das falsche Deck für den Tag ausgesucht. Ich begann freundlich mit Chalice auf 1, die Trinisphere danach läuft in die Force (of Will, für Leute, die erst später zugeschaltet haben), aber da nicht viel mehr kam, entleerte ich meine Hand und zwei Gathan Raiders gaben alles. Er versuchte zwar die Combo mit lethal Damage Angriff auf dem Stack, fizzled aber trotz multipler Resets.

Zur Abwechslung schaute ich mir Paris an und hatte drei Runden lang Déjà vus, weil mein Chalice immer ins Remand rannte. Das ging so weit, dass er - als ihm scheinbar die Remands ausgingen - das Artefakt sogar via Force hardcast countern konnte. Meine Lebenspunkte bewegten sich dank Ancient Tomb bis auf zwei runter und ich hoffte richtig, als er sich via Cunning Wish nicht die blaue Char-Variante wünschte, sondern den Geniestreich, was aber ebenfalls reichte.

Beim Mischen fürs dritte Spiel hob er überraschend die Hand und brüllte (man wird ihn sogar im Heimatland gehört haben) nach einem der Offiziellen. Mir wurde Angst und Bange, weil ich ja eben noch randomisierend sein Deck in Händen hielt und zitternd (er vor Wut auf sich selbst, wie sich später rausstellte) warteten wir auf jemandem, dem er erklären konnte, dass er vergass das Wish-Target aus dem zweiten Spiel wieder an seinen Platz zu wünschen.

Ich sah mich bereits auf dem Weg zur Toilette, als der Judge uns beide darüber aufklärte, dass ab just eben jenem Tag die neuen Regel- und Verwarnungs-Policies in Kraft getreten waren, so dass er - zumal er es meldete - das erwähnte Warning bekam und die Karte zurücksideboarden durfte. Nicht ganz auf den Kopf gefallen, wollte ich ebenfalls sehen, welche Karte denn da den Weg ins Exil (vor einem halbem Jahr wäre diese bildliche Beschreibung passender gewesen) fand. Man will ja niemandem gönnen, dass der gute Sideboardplan erst beim Mischen aufkommt. Es war aber die Urza's Saga Rare und Spiel 3 konnte beginnen. Und wie es begann. Nach Chalice 1, gefolgt von Trinisphere und dem erneuten Gathan Raiders Duo wagte ich einen kleinen Intelligenztest, als ich bei liegendem Fetchland und 11 Lebenspunkten seinerseits meine letzte Handkarte in Form eines Magus of the Moon spielte. Er fetchte, griff zu seinen Karten und als der Groschen fiel zu meiner ausgestreckten Hand.

Da seit dem letzten Warning nicht viel Zeit vergangen war, kommen wir direkt zum nächsten, aber immer noch auf des Gegners Seite (diese Spannung und dieser Genitiv…).

Marcel zockte Naya Zoo und Zoos fressen Arc-Slogger ja bekanntlich zum Frühstück, wie Spiel 1 glänzend bewies. Beim Shufflen fürs zweite Spiel, war diesmal ich es, der den Arm hochriss und nach einem Judge verlangte. Brüllen ist nicht so mein Ding, also erklärte ich Marcel vorher, dass mir bei meiner speziellen und zum Patent angemeldeten Mischtechnik (es sieht so aus, als würde ich 5er-Haufen vom Deck des Gegners abzählen) einige wenige Hüllen aufgefallen waren, die sich signifikant vom Rest unterschieden. Der Judge bestätigte leider meine Bedenken und da Magic auf dem Competetive-Level seit Jahresanfang eben zum Sport für Weicheier geworden ist (am 31sten Dezember hätte man ihm dafür vor allen Leuten Korkenzieher in die Harnröhre gedreht - mindestens), kam auch er für diesen Lapsus mit einem Warning davon. Ich half ihm beim Umsleeven und verlor direkt mal, da ich die Manamassen in meiner Hand und auf dem Tisch nicht stemmen konnte.

Das Mana schien zu wissen, dass im zweiten Spiel etwas nicht so richtig lief und so gönnte es mir nach City, remove triple Affen, slam den Slogger auf den Tisch, den Mountain (mit Ansage; wieder etwas, was ich gerne mache und was zu oft klappt, was aber nur zu empfehlen ist, wenn die Hüllen clean sind oder nicht zu viele Judges um den Tisch herumstehen) um eine meiner zwei verbleibenden Handkarten zu spielen: Blood Moon. Er war weniger tief beeindruckt, da der rote Teil seines Decks ihm hold war. End of random Turn und mit einer Karte im Friedhof, will er mir den guten Slogger via Lightning Bolt und dann aktivem Grim Lavamancer grillen, doch ich habe meine lichten zwei Minuten und erledige den Mancer in response auf den Bolt, der zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht im Friedhof, sondern auf dem Stack weilt, wie wir uns von einem Judge bestätigen laiessen. Ich war so stolz auf mich, ich putzte mir zur Feier erstmal kräftig die Nase.

Kommen wir endlich zu meinem ersten Warning, für das aber nicht der Deckcheck zu Beginn der dritten Runde verantwortlich war (da musste ich nur eine Hülle austauschen), sondern das erst später kam, als ich bei liegendem Trinisphere und nur zwei Mountains auf dem Tisch (den Rest hatte Michael (Steinecke, btw) bereits entsorgt) versuchte eine Chalice für 1 zu spielen. Das ging natürlich nicht und wir hatten alles was zu lachen, zumal mein Gegner wie ich selbst einen Judgelevel intus haben (meiner ist mehr so auf dem Papier zu suchen, wie ihr wisst). Es kamen keine weiteren Länder, es mussten aber auch keine weiteren Judges kommen. Wie man es mit den Ländern richtiger macht, zeigte mir Michael im zweiten Spiel, in dem sein Dark Confidant und ihm auf 4 Leben, eben nur jene Länder mit Casting Cost 0 aufdeckte.

Zeit für ein Ichorid-Deck. Ich notierte mir “spielt unsauber” in ähnlicher Schrift auf meinen Block und Aktionen wie Careful Study spielen, mich ‘Okay’ sagen lassen und dann noch den stinkenden Imp in den Imp discarden wollen, sind der Grund dafür. Er hätte das erste Spiel sogar noch gewonnen, weil ich zu freundlich bin und ihm solche Aktionen durchgehen ließ (natürlich nicht, ohne ihn vorher darüber aufzuklären, was er da gerade falsch gemacht hat; wenn es mir denn schon mal auffällt), wenn er denn einen Flame-Kin Zealot statt einer zweiten Iona im Deck gehabt hätte. Hatte er nicht, auch nicht unter den vier noch nicht gedredgten Karten und entmotiviert ging es ins zweite Spiel, in dem ebenfalls keine Legende den Tisch betrat, wohl aber ein grimmiger Slogger.

Nach einem Spiel ohne Warnings, wird es Zeit für den Ausgleich zwischen meinen und denen der Gegner. Im von mir völlig unerwarteten Mirror, legte mir Max dank zweier Chrome Moxe einen Rakdos Pit Dragon im ersten Zug vor die Nase und klatschte entsprechend in die Hände, weil in denen keine Karten mehr waren. Ich zeigte ihm drei Mountains und schon schneller als mir lieb war ein, da in meiner Hand leider keine multiplen Seething Songs und kein dazugehöriger Slogger wartete.

Das Wissen, dass er nichts wusste, brachte mir nicht viel, da ich selbst nicht wusste, was nun zu tun war. Aus dem Sideboard kamen keine Spiegeltricks - ich hatte aus Verlegenheit ein paar Shattering Sprees und Pyroclasms gegen Trinisphere und Blood Moon geboardet - und der erneute Abstecher in die französische Hauptstadt machte die Sache nicht besser. Einzig die Gathan Raiders blieben mir treu, doch als ich bei liegender Chalice für 0 versuchte über einen zweiten gemorpht gewirkten Raider meine Hand leer zu bekommen, fiel ihm zum passenden Zeitpunkt auf, dass der Morph durch die Chalice gar nicht erst seinen Auftritt hätte bekommen dürfen. Zu eben jenem Zeitpunkt hatte ich bereits zwei auf alle gebrannt und den anderen Ex-Morph gen Osten gedreht, so dass der Judge herdurfte. Ich gestand direkt, dass ich bereits für einen ähnlichen Fehler verwarnt worden war und wartete darauf, dass ich Max zu seinem Sieg gratulieren konnte, doch auch der sogenannte Upgrade-Pfad für Strafen wurde am Jahresende um eine Spur breiter gemacht, so dass man jetzt ein Trio Warnings für einen Soloauftritt Gameloss benötigt.

Für den Rest des Turniers schwomm ich also und meine kommenden Matches sollten durch etwaige Regel-Unkenntnis meinerseits (ich wollte den Alex noch im Auto zu der Thematik Chalice/Trinisphere ausgequetscht haben) nicht unwesentlich erschwert werden, was mir für dieses Match aber relativ Latte war, da mir eine der gegnerischen Kreaturen mit einer Jitte in der Hand eine - Zitat Daniel Scherer - kubanische Krawatte - Zitat Ende - verpassen wollte und sollte. Da konnte selbst der Slogger nichts mehr reißen, weil er selbst nicht feuerfest genug war, um als 3/4er einer Pyrokinesis zu entgehen.

Der Zwischenstand nach dieser Runde war also 3 zu 2 in Matches und 2 zu 2 in Warnings. Da ging noch einiges sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite. Ich würde an dieser Stelle gerne etwas über die Performance der anderen Mitfahrer berichten, damit das hier nicht in einem Ego-Trip par excellence ausartet, doch ich kenne die Daten nicht mehr, da sie nicht in meinem Block landeten. Lars war zu diesem Zeitpunkt wohl bereits ausgeschieden und draftete Mono-Black Zendikar für sein eigenes Erfolgserlebnis, Alex schwankte beim Spielen wohl immer noch zwischen der Entscheidun, ob er sich gegen Deck A jetzt besser Iona oder die Sphinx of the Steel Wind in den Friedhof buddelt, oder ob es eben doch Deck B war, aber nur, wenn die eigenen Lifetotals im zweistelligen Bereich waren, und Felix hat nicht nur mir des Nachts genug “gegeben”, so dass ich über seine Performance den sagenumwobenen Mantel des Schweigens (Aura; “Target blogger shuts his trap until end of entry.”) breite. Also weiter im Text.

Der nächste Halt war erneut Finnland. Ich wusste durch geschicktes Trashtalking in der ersten Runde, dass die Finnen mit mehr als einem Auto da waren und dass deren Tech nicht wirklich vorhanden war. Ergo durfte ich mich nicht auf ein Wiedersehen mit High Tide freuen. Die spielen, so mir bekannt, auch keine Underground Sea, die dank Präsenz des allmächtigen Magus eher alt als blau-schwarz aussahen. Er legte neben das eine noch zwei Länder, eine verräterische Lotus Petal, ohne damit aber mehr zu machen, als von meinen Tieren eingestampft zu werden.

Im zweiten Spiel hielt ich die riskante Hand mit fünf Ländern, Chalice und etwas, was ich mit einem großen “B” abkürzte, ohne mich jetzt daran erinnern zu können, doch sein Duress war schneller als meine Chalice, so dass ich nicht mehr tat, als ihm beim Zusammensammeln seiner Kombo zuzusehen. 20 Lebenspunkte sind ein nettes Polster, wenn man das Ad Nauseam spielt und gemeinsam schauten wir und zählten wir uns meiner oder seiner Niederlage entgegen. Da ich genug Manaquellen, einen Topf, einen Mystical Tutor, wie ein Duress sah, unterbrach ich seine angestrengten Überlegungen, ob er tiefer als 5 Lebenspunkte gehen sollte, erzählte ihm, was er denn jetzt zu tun hätte, und ließ ihn gewähren. Das Duress erwähnte ich nicht extra und er war so dankbar, dass er es - trotz meiner zwei Handkarten und genug Mana beiderseits - im Stapel der Nichtbeachteten ließ und naiver als Rotkäppchen geradewegs auf den bösen Wolf zusteuerte. Eine meiner beiden Handkarten war nämlich ein Pyroblast, das sich wahnsinnig auf den Tutor freute, als dieser statt eben dem Duress die Hand des Gegners verließ. Ich unterbrach seinen Griff nach seiner Bibliothek mit einem Griff zu meinem Mountain und zum Instant und deutete damit auf seine Option zur Win-Option. Da fiel es ihm wie Kontaktlinsen aus den Augen und ich hatte irgendwie schon ein schlechtes Gewissen, zumal man es so auslegen könnte, als hätte ich ihn absichtlich da rein laufen lassen, doch er sah die Sache ganz locker und den Fehler definitiv auf seiner statt eine böse Absicht auf meiner Seite. Weiterhin sah er in einer Top-Aktivierung einen weiteren Tutor, der uns zum dritten Spiel brachte. Mein schlechtes Gewissen war entsprechend wie weggeblasen.

Ich spare mir an dieser Stelle Sprüche, wie “Nettigkeit siegt immer” oder so ein Humbug und behaupte, dass es purer Zufall war, dass er bei nur 6 Lebenspunkten im dritten Spiel natürlich das Ad Nauseam im Gleichnamigen aufdeckte und es diesmal für ihn nicht reichte.

Die Reise durchs Legacy-Wunderland sollte im “It's the Fear”-Staat weitergehen. Ich hatte an dem Tag eh eine bunte Mischung an Decks gesichtet und am Ende des Tages fast das komplette Legacy-Gauntlet durch. Einzig das Ad Nauseam sollte mir zweimal begegnen. Aber eben noch nicht jetzt.

In diesem Teil des Landes - so verrät mir mein selbstgeschriebener Fremdenführer - kann es notwendig und hilfreich sein, die Chalice auch mal auf 3 zu legen. Das dauert seine Zeit, aber wenn man den Gegner davon abhalten will, die bösen Karten zu spielen, die sich der Sebastian zuvor via Intuition gesucht hatte, muss der Würfel eben auch mal Überstunden machen. Tarmogoyf, Eternal Witness und Vedalken Shackles sind eine Ansage, denen ich aber durch die erwähnte Chalice größer zwei eine Absage erteilte.

Dass ich auch anders kann, ein Spiel später. Engineered Explosives liegt bereits für 3 und ich lege ihm eine Trinisphere hin, damit sich das Zünden auch so richtig lohnt. Ich slowrollte aber ein Boil, so dass ich mit 5-2 in die 8te Runde konnte.

Es war mittlerweile spät, wobei mir an dem Tag bereits 12 Uhr zu spät war, weil der Körper noch vom Jahreswechsel, vom Schlafmangel und der Erkältung deftigst gejetlagged war. Meinem Gegner ging es nicht viel anders. Manuel war mir förmlich dankbar, als ich via 1st Turn Slogger den Sack in vier Runden dicht machte.

Schnell spielen konnte er selbst, was er Spiel 2 bewies. Trotz liegendem Magus und einer Chalice auf 1 schlängelte sich sein Ad Nauseam bereits im dritten Zug ins Freie und wir begannen erneut zu zählen. Er zählte falsch, was mir aufging, weswegen wir erneut zählten, wofür ich mich später selbst ermahnte, weil er hätte bei virtuellen 4 Leben ja ruhig noch ein paar teure Spells aufdecken können (was er nicht tat, wie ich überprüfen sollte). So hielt er an, weil ich nicht die Klappe, und kettete Cabal Ritual and Cabal Ritual an Lotus Petal an Lion's Eye Diamond an Hellbent Tutor an “Reicht der Stormcount endlich??”. Eben alles was die Chalice und den Mann im Mond bleich aussehen ließ.

Wie spät es war, merkte man im dritten Spiel unter anderem daran, dass ich erneut versuchte bei liegender Trinisphere eine Chalice für 1 mit eben nur zwei Mountains aus dem Tisch zu beschwören, ohne es letztlich zu machen. Wenn man nur zwei Länder hat, beweist einem das Deck ganz gerne mal, wie böse es zu seinem eigenen Herrn und Meister sein kann, denn statt einem Artgenossen zog ich eine Parade des Who is Who der teureren Spells im Deck. Er topdeckt irgendwann die Chains of Vapor für mein Artefakt und der Spuk war vorbei.

Das Turnier leider noch lange lange nicht. Benjamin aus Runde 9 sagte mir zwar nicht, wie alt er war, doch aufgrund seiner Gebähren und seiner beiden Homies, von denen der eine mir für diese Uhrzeit und auch sonst eigentlich zu oft ins Spiel quatschte, würde ich so auf “kurz vor Haare am Sack” tippen.

Man muss wahrlich kein guter Spieler sein, um mit Enchantress das Dragon Stompy mit gleich drei Oblivion Rings und einer ähnlichen Anzahl Runed Halo in Schach zu halten. Seine Lebenspunkte gönnten sich den Halbzeitstand aber darüber hinaus bedurfte es seines eigenen Fetchlandes, um ihn in den Einstelligen zu kratzen.

Spiel zwei lief ähnlich ab. Der dicke Knabe neben mir wurde immer aufgeregter; ich zwar auch, aber im anderen Sinne und so sehe ich es nur als Genugtuung an, dass ich ihm seinen einzigen Enchantress-Effekt durch das eine geboardete Pyroclasm entsagte und ein Fenster im Solitary Confinement-Replenish-Continuum nutzte, um über Seething Song, Slogger und Shock, Shock, Shock für Stille am Tisch zu sorgen.

Da das erste Spiel zu lange dauerte, hatten wir für das Dritte nicht mehr viel Zeit. Beim Mischen bat ich einen vorbeilaufenden Judge auf Slow Play und Outside Assistance zu achten. Sätze wie “Du hast schon lange kein Runed Halo mehr gespielt” sind das zwar nicht wirklich, aber wer so viel redet, sagt vielleicht auch mal mehr als er sollte. Ich hätte es dann sogar schaffen können, wenn er nur Wild Growth-Effekte gezogen hätte, was er nicht tat, also genug der Konjunktive.

Der Knabe war übrigens der einzige Gegner an diesem Tag, der keinen GerMagic-Button von mir bekam. Ich musste zwar zu oft den DeckCheck erwähnen, um entsprechende Props einzuheimsen, aber davon gibt es eben noch keine Buttons.

Generell waren alle Gegner an diesem Tag äußerst releaxed und man hatte eine Menge Spaß. Wie der Spaß mit dem Vintage-Event (eigentlich eher dem Legacy Sideevent GPT) weitergeht, erfahrt ihr die Tage. Ich tippe hier auf, weil am Sonntag.

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Legactheniker

— 17-12-2009 —

Man mag es bereits woanders gelesen haben, 2010 startet derart turniertemporeich, dass man sich wünschte, man könnte den Tempostat auf dieser Geschwindigkeit feststellen. Nicht alle diese müssten von Turnierankündigungsinkompetetentia JensK veranstaltet werden, dessen Ankündigungen alleine mehr abschreckend denn eincheckend sind. Einer meiner Highlights 2009 ist nicht umsonst folgender Forenthread in dem es Inkompetentia mit Zeroverstand ausbattlet und ich mich nicht entscheiden konnte, wer von beiden weniger Recht hatte. Ich beließ es bei einem Unentschieden, gab beiden einen Punkt und beschäftigte mich stattdessen mit dem beworbenen Objekt selbst, der Website http://www.germanmagic.de. Die Domain kam mir uninspiriert bekannt vor, dass sie im Camino nicht bedienbar war, zeigt ebenfalls, wer hier die Zügel in der Hand hielt.

Doch genug der anderen Unzulänglichkeiten, kommen wir zu meinen, den Eternalformate, in denen die Turniere zu Beginn des Jahres nun mal eben stattfinden (ich ignoriere hier Highlander, da ich selbiges in Hanau machen werde).

Vintage ist dabei in meinen Augen das Format mit mehr Karten, als man sein kleines Schwänzchen nach schütteln könnte, heruntergestutzt auf eine Liste, die im Highlander entweder als Deck- oder als Bannedliste brauchbar wäre, die aber - trotz des tollen Einstiegs - eine eher unspektakuläre Nummer zu werden scheint, da sich mein Powerlevel auf Emtpy befindet und keine Batterien aufzutreiben sind. Klar weiß ich, dass es auch ohne geht, aber es wäre wie Limited ohne Spoiler zu zocken, wärend um einen herum alle anderen Engel und Drachen aus den Toren stoßen.

Legacy ist kaum anders nur sind hier die Powerkarten nicht nur blau sondern auch noch grün und in meiner Sammlung nicht wirklich präsenter. Grob umschrieben gibt es in dem Format drei Decktypen: Decks mit Tarmogoyf, Decks gegen den grünen Mann und Decks that try to couldn't care less. Letztere gilt es im Auge zu behalten. Aber erstmal Musik; immerhin nannte ich schon einmal das L-Wort und diesmal sind dabei nicht die Lesben gemeint (was zum Ende hin noch zu ändern wäre).

Wobei, wer will schon Musik?? Ist ja keine Jukebox hier, also weiter im Text.

Meine erste Annäherung an das Format - von den Fehleintragungen im DeckCheck abgesehen - bestand aus einem Anruf beim Alex vor nun gut vier Wochen, um ihn auf ein Legacyturnier in Düsseldorf hinzuweisen. Ich sollte wohl erwähnen, dass es seinerzeit eben jener Alex war, der mich noch ein paar Wochen in der Vergangenheit zurück auf den Hanaugig hinwies und sogar einlud, mit ihm, dem Felix und dem Lars gen Süden zu düsen.

Aber zurück zum Februartermin der Düsseldorfer Legacyliga. Laut heimischem Eventkalender sollte dieser am 11ten stattfinden, was ich dem Alex flüsterte, unrühmlicherweise aber war die Angabe falsch, weil es statt dem 11ten der 18te war. Dieser Lapsus wurde Samstag früh von mir erkannt, stellte sich aber als nicht so tragisch heraus, da Alex eh alle Hände mit den Reifen seines Autos voll zu tun hatte. Spulen wir auf letzte Woche vor, klingelt beim Alex erneut das Handy und wieder ist es meine Stimme, die ihm ins Ohr säuselt und den kommenden Samstag als Probe vorschlug, weil wieder die Legacyliga in Düsseldorf stattfinden sollte. Ich garantierte ihm, den Termin dreimal auf vier verschiedenen Seiten gecheckt zu haben und er garantierte mir, dass die Reifen an seinem Auto den Winter über keinerlei Beachtung mehr benötigten. Ergo war er dabei. So bis Samstag morgen kurz vor 9 - ich suchte gerade nach Zahnseide - als Alex - der Schuft - mir via SMS gestand, dass er am Abend etwas Falsches getrunken gegessen hatt und absagen müsste.

Ich ging trotzdem, nur wusste ich noch noch nicht wohin, da ich kurz zuvor noch las, dass im Dortmunder Auenland ebenfalls ein Legacyevent für diesen Tag angesetzt war. So stand ich um viertel nach 9 am Bahnhof Altenessen, wusste, dass der Zug gen Dortmund um 25 und der andere gen Düsseldorf um 35 fuhr und war verblüfft ob der Wahrscheinlichkeit, die für so ein Setting besteht. Ich wusste weiterhin, dass beide Züge wie dafür geschaffen waren, mich jeweils zeitig zum jeweiligen Turnier zu bringen. Eine Entscheidung musste also her und zwar binnen zehn Minuten. Also tat ich das, was man immer in dieser Situation tut; ich ging zur Bäckerei in unmittelbarer Bahnhofsnähe und besorgte mit Frühstück, was aus mehr bestand als aus den bisher verfrühstückten zwei Tassen Kaffee. Die Bäckersdame spielte ihre Rolle in diesem Plot nur bedingt gut, da sie meinen Blick auf ihre Wanduhr mit Zeitnot interpretierte und mich nach einer kurzen Nachfrage einem älteren Herren vorzog, um mir eine belegte Fitnessstange (ein netter Fund für Freunde von Doppeldeutigkeiten) und eine Flasche Vanillemilch zu verkaufen. Ergo stand ich um 20 nach 9 wieder am Bahnsteig und hatte erneut die Wahl.

Die möglichen Entscheider halfen nicht wirklich bei einer Entscheidung. Das Turnier in Düsseldorf hat meines Wissens nach einen festen Spielerstamm (eben ligabedingt), deren Anzahl mir aber unbekannt ist. Außerdem ist mir der Stadtkern sympathischer und bietet dank der dortigen Museen und der Tatsache, dass SlimD in der Stadt weilte, interessante Alternativen. Für Dortmund sprach die Location mit dessen Besitzer man hervorragend klönen kann. Zudem wusste ich, dass der Shop gerne von einigen lokalen Legacygrößen frequentiert wird. Hier fielen mir unter anderem Dennis Rosinski und der dt. Legacy-Meister von anno 200x, dessen Name mir nie einfällt, von dem ich aber weiß, dass seine Freundin Diana heißt (wenn es mehr weibliche Magicspielerinnen gebe, würde ich mir mehr Namen merken). Diese stachen das Argument Quantität durch Qualität aus, da ich mir vorgenommen hatte, meinen Wissensstand über das Format bedeutend aufzufrischen. Es gab für Dortmund noch eine gewisse Ungewissheit ob des Termins, aber die vernachlässigte ich. Noch benötigte Einzelkarten fürs Deck bekäme ich an beiden Locations gleich gut/schlecht.

Letztlich entschied die Bahn für mich, da ich keine Lust hatte länger zu warten und in den ersten Zug stieg, der sich mir näherte. Da die Bahn für Überraschungen gut ist, sei verraten, dass ich diese Zeilen bereits in einem gut gefüllten Abteil gen Dortmund schrieb, während mir ein älterer Knabe mit schlechten Zähnen und noch schlechterem Atem über die Seite linste, um meine Handschrift zu entziffern. Dass er sich während der Zugfahrt plötzlich mit seiner Frau, ihm gegenüber aber im Munde gleich, über Düsseldorf zu unterhalten begann, war für mich Beweis genug, dass er wenigstens Bruchstücke hat lesen können.

Der Dortmunder Bahnhof war bereits gut gefüllt und die Ankunft des Regional Expresses machte die Sache nicht besser. Man schob und quetschte sich aktiv aber auch passiv gen U-Bahn wo das Thema fortgesetzt wurde. Nichtsdestotrotz fiel mir eine jüngere Frau auf, die eine knallgelbe Jutetasche trug, welche mit dem CD-Motiv von Fatboy Slims “You've come a long Way, Baby” bedruckt war. Da ich sehr gute Erinnerungen an das Album hatte - ich war nie der große CD-Käufer aber diesen Silberling hatte ich und habe ihn noch heute - lächelte ich und sah, dass auch die Trägerin lächelte. Sie stieg am Stadthaus aus, wie auch ich, und lief zu dem U-Bahn-Ausgang, den ich ebenfalls nutzen wollte, also folgte ich ihr. An der Glastür war ich einen Schritt schneller als sie, kratzte sämtliche Gentlemanmuskeln in mir zusammen und hielt ihr die Türe auf. Sie lächelte, ging durch, drehte sich aber kurz dahinter wieder um und wartete darauf, dass ich ebenfalls durch die Tür schritt, bevor sie scheu fragte, was ich denn jetzt vorhätte.

Mit “Nichts, was sich nicht verschieben ließe” antwortete ich das einzig richtige und die nächste Runde wurde eingeleitet. Sie war am Zug, deutete die Straße zum Auenland hinauf und dann auf ihre Tasche. Diese Bewegung begleitete sie mit der Erklärung, dass sie gerade Frühstück für sich und ihre Katze besorgt, die Katze aber nichts dagegen hätte, wenn es statt einer Croissanthälfte mal wieder nur aus der Dose gebe. Ich versprach mich im Gegenzug bei Gelegenheit dafür bei dem Fellfreund zu revanchieren und nervös über Fatboy Slims Brighton-Gig plaudernd, ging es ins Ungewisse, wo nur der Weg unter unseren Füßen bekannt war, und letztlich auch nur ihr.

Als wir das Auenland passierten, drängte sich eine Stimme in unsere Unterhaltung und ein Blick zur Seite verriet mir, wieso mir die Stimme so bekannt vorkam. Ich wand mich vom grüßenden Guido ab und wollte gerade entschuldigend ansetzen, dass ich wenigstens mal kurz Hallo sagen müsste, doch es war niemand mehr da. Sie war weg, die gelbe Tasche mit dem dicken Jungen drauf war weg, das zweite Frühstück inkl. des eventuellen Nachtischs war weg und mein Verstand wohl auch. Also stieß ich die Tür zum Auenland auf, erkannte direkt die Gruppe Magicspieler in der rechten Ecke und grüßte lautstark mit den Worten “Okay Männer, wer will ins Gesicht??”

Das Turnier konnte beginnen.

Doch womit eigentlich? Ich hatte an dem Tag zwei fast komplette Decks am Start. Alex wollte das Dredge-Deck mit drei Brücken zocken (eine fehlte halt, dafür hatte ich mit “Tridge” einen passenden Decknamen parat, sollte sich keine 4te Brücke finden lassen) und meine Wenigkeit hatte den Arc-Slogger im Visier mit noch zu lernenden Chalice/Trinisphere-Rafinessen aber fehlenden Magi of the Moon, sowie je einer Chalice respektive Trinisphere. Ein Blick in die Auenland'schen Ordner sorgte letztlich für die Entscheidung, da eine Bridge from Below aus der Sicht meines Geldbeutels betrachtet um einiges kleiner als die vier etwaigen anderen Karten ist. Ich nannte das Deck trotzdem “Tridge”. Der guten alten Zeiten keine zwanzig Minuten vorher wegen.

Der Lutz in der ersten Runde hatte ähnliche Probleme, nur schipperten seine vier Sinkholes noch über den großen Teich, so dass sein Plan, mich zu screwen und in der Zwischenzeit mit Tarmogoyfs und Hypnotic Spectern auf mir rumzueiern, nur bedingt glattlief. Als ich auf vier Lebenspunkten angelangt war und er bereits zum Fatality ansetzte, wusste ich, dass es ungefähr jetzt an der Zeit war, etwas zu tun. Also dredgte ich via Coliseum fröhlich vor mich hin, bis mein Friedhof schön voll und unübersichtlich war und fragte ihn, ob er aufgab.

Ich vermutete selbst, dass es eben nicht reichen würde, verriet das aber nicht, sondern verwies stattdessen auf die Sphinx of Lost Truths und das Dread Return in meinem Friedhof für den Rest meiner Bibliothek, und zögernd aber überzeugt gab er auf. Das war fast zu einfach, wobei es seinerseits auf 16 Leben und mit einem Vampire Nighthawk auf dem Tisch besser gewesen wäre, mich weiter durch die Sache taumeln zu lassen.

Und wie ich taumelte. Da ich am Vorabend den Goldfisch nur mit sicken Beats aus der Macht der Montänen zu Fischstäbchen verarbeitete, war meine Vorbereitung für das Dredge-Deck derart, dass ich wusste, dass Dredge ein Replacement-Effekt war, den man nicht via Pithing Needle abstellen konnte.

Im zweiten Spiel taumelten wir weiter. Ich dredgte unaufmerksam den Imp für sechs Karten, bot ihm an, den Judge zu rufen, was er ablehnte, zumal ich argumentierte, dass ich direkt danach (Breakthrough halt) ja noch für mehr dredgen würde. Wie gesagt, wir bekleckerten uns beide nicht mit Ruhm. Ich hatte Bridge im Friedhof und griff mit einem Ichorid fröhlich in den ungetappten Nighthawk (again) an, obwohl ich meine Brücke eigentlich behalten wollte. Er sah es nicht, oder achtete nicht drauf und statt 2:1 zu tauschen, tauschten wir Zombie-Token für drei Lebenspunkte. Die Brücke hatte eh keine hohe Lebenserwartung, da sie einen Zug später mit samt ihren frisch erworbenen Freunden aus dem Deck gerupft wurden. Da ich aber Iona reingeboardet hatte und meine Ichorids sich nur so durch die anderen schwarzen Kreaturen des Decks pflügten, ging es auch ohne die Verzauberung.

Der Alexander in der zweiten Runde wusste nicht nur, wie man besser spielt, sondern auch was man besser hätte spielen sollen. Das erste Spiel konnte ich recht lucky dadurch gewinnen, dass ich beim blinden Cabal Therapy auf seine Hand das Exhume erwischte. Zugegeben, ein dickes Tier in seinem Friedhof gab einen nicht minder entscheidenen Hinweis und ich entschied mich nur gegen das Reanimate, weil mir das Exhume zuerst nicht einfallen wollte, als es aber fiel, war ich derart beglückt, dass ich es direkt ansagte.

Beim Boarden flachste ich mit dem Bernd neben mir, der das Deck ebenfalls im Rucksack hatte (aber auf dem Tisch mit BGW Loam unterwegs war), über die diversen Sideboardmöglichkeiten. Rein wollte eigentlich eine Menge, nur welche Karten man aus dem Ichorid-Deck rausnimmt, das stand leider nicht auf dem anderen Blatt vor mir. Vielleicht keine so schlechte Idee, die Boardingpläne für Hanau derart vorzubereiten. Sicherlich auch keine schlechte Idee Boardingpläne vor dem eigentlichen Turnier zu haben und diese nicht erst in situ aus dem Hut zaubern zu müssen.

Da Alexander Zugriff auf schwarzes Mana hatte und seinen Friedhof brauchte, entschied ich mich gegen Needles (für Relics und/oder Crypts) und für Chain of Vapor, sowie Iona, um ihm eventuell die Reanimatonsmöglichkeiten zu nehmen. Leider kam ich auf den Trichter erst eine Runde später, als ich gegen erwähntes BGW Loam vom Bernd zocke und da die weniger sinnigen Nadeln für Relics und Crypts boardete. Gegen Alex machte ich es aber noch richtig, was egal war, da er Exhume auf Sphinx of the Steel Wind ansetzte und die gute Dame vier mal mit dem Gong schlug.

Blieb Spiel 3. Alex ging beim Mulligan ins Mathematische, was sich auf meinem Scorepad derart ausdrückt, dass er M hoch 2 +1 schaffte. Das waren gleich drei Mulligans, die meinen eigenen vor Neid zwar erblassen, aber im besseren Licht dastehen liessen, wäre die Hand, die ich hielt, nicht so furchtbar lahm gewesen. Mein erstes Play nach einem Coliseum und einer City war ein Golgari Thug. Ein Coliseum und ein Imp später und schon bin ich auf 14 (irgendwie gab es da noch die Cabal Therapy zu Beginn). Es dauerte lange, sehr lange, leider zu lange, denn als er auf 4 stabilisierte, machte er das hinter einem Blazing Archon. Der Archon und meine Imps starrten sich an, während ich in meinem Deck nach Antworten suchte. Eine schmerzhafte Chain of Vapor (ich hatte halt nur Painlands auf dem Tisch, was sich die Runde zuvor schon sehr amüsant machte, als ich von 9 auf 5 ging, weil ich Deep Analysis aus der Hand spielte; Flashbacken konnte ich da dann natürlich vergessen) wurde von der Macht verspeist und eine der anderen drei Kopien wollte sich nicht zeigen, da konnte ich noch so viele Länder - in diesem Fall eben Cephalid Coliseum - opfern. Letztlich reichte Sickening Dreams für x = 2, um mich und meine wackeren Gefährten aus dem Spiel zu pusten.

Der Alexander erklärte mir bereits vor dem Spiel, wieso es die bessere Wahl gesewen war nach Dortmund zu kommen, statt in Düsseldorf zu zocken und für ihn waren es ganz klar die Preise. Es bekam nämlich jeder Spieler eine Einzelkarte und der erste gar ein Doppelland. Ein Umstand, der für mich - s.o. - nicht wirklich Entscheidungscharakter hat und bei einem Startgeld von 7,50 EUR ebenfalls im Rahmen war, aber erklär das mal der Jugend, die für ihr Geld noch nicht groß hat arbeiten müssen ;-)

Weiter ging es und zwar mit dem aforementioned Bernd. Neben mir - wie ich mir immer wieder einrede - einer der bekanntesten Bernds aus NRW, auch wenn seine Performance (man denke an die Top8 neulich in Paris) sagen wir mal “konstanter” war als meine. Er zockte wie ebenfalls aforementioned das BGW Loam, das ich sehr gut kannte, weil ich keine Woche zuvor dem Erik Hegemann noch den Primer zum Deck für MagicUniverse verschönerte. Der Haken bei der Editorentätigkeit: Man achtet mehr auf grammatikalische Unstimmigkeiten und welche Überschrift wie dick zu platzieren ist, als auf so irrelevante Sachen wie eben die Deckliste.

Jetzt hatte ich aber mal auf die Deckliste geachtet (und die zB auf The Source noch fehlenden Barren Moor addiert) und könnte behaupten, ich boardete die drei Needles im Board für Karten wie zB Top & Explosives, müsste aber (und habe eigentlich schon) gestehen, dass sich mein Sideboardverständnis an dem Tag darauf beschränkte, dass ich versuchte vorher und nachher nur ja 15 Karten dort zu haben. Als Krönung - von mir aus auch mit Verwöhnaroma - startete Bernd Spiel 2 mit Doppel-Leyline of the Void.

Nicht viel anders muss sich Andre gefühlt haben, als ich ihm im zweiten Spiel der vierten und letzten Runde zeige, was so ein Firestorm für 4 verheerendes mit einem freilaufenden Phyrexian Negator macht. Dass er ihn gleich mitopferte, erleichterte mir die Sache ungemein. Sonst wäre es vielleicht haariger geworden.

Apropos “haariger”: Hier wäre eine nette Stelle für ein Musikvideo, oder besser für das Ende des ersten Teils.

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Bernd der Baumeister

— 25-10-2009 —

Am Samstag zu Dortmund eben der PTQ. Da ich fand, dass ich ein brauchbares Deck hatte, damit aber geschmeidige 0-3-drop performte, frage ich mich und hiermit auch euch, was da falsch gelaufen ist (zum Zwecke dieser Übung gehen wir davon aus, dass ich nicht acht Spiele in Folge spielte, als wäre ich gerade aus dem Dornröschenschlaf erwacht und hätte noch nie Karten in der Hand gehabt, zumal die zwei Trials und ein paar Sealed Events der digitalen Art dagegen sprächen).

Ich habe die irrelevanten Farben direkt raussortiert, da Grün kein Fleisch und Rot kein Feuer - und wenn in Form von Magma Rift, Torch Slinger, Lavaball Trap und Valakut, the Molten Pinnacle - enthielt.

Die restlichen Farben waren derart verteilt:

Weiß
1 Kor Duelist
1 Steppe Lynx
3 Kor Skyfisher
1 Kor Aeronaut
1 Armament Master
1 Kazandu Blademaster
1 Ondu Cleric
1 Kor Outfitter
1 Makindi Shieldmate
1 Pillarfield Ox
1 Caravan Hurda
1 Shepherd of the Lost
1 Nimbus Wings

Blau
1 Caller of Gales
1 Tempest Owl
2 Umara Raptor
1 Sky Ruin Drake
1 Seascape Aerialist
1 Sphinx of Lost Truths
1 Sphinx of Jwar Isle
1 Shoal Serpent
1 Quest for Ancient Secrets
1 Spell Pierce
1 Trapfinder's Trick
1 Into the Roil
1 Paralyzing Graps
1 Cancel
1 Lethargy Trap
1 Summoner's Bane
2 Whiplash Trap

Schwarz
1 Guul Draz Vampire
1 Vampire Lacerator
1 Surrakar Marauder
1 Gatekeeper of Malakir
1 Vampire Nighthawk
2 Heartstabber Mosquito
1 Hagra Crocodile
1 Nimana Sell-Sword
1 Halo Hunter
1 Bog Tatters
1 Soul Stair Expedition
1 Mire Blight
1 Grim Discovery
1 Needlebite Trap

Schwarz völlig ignorierend, weil mir die Kor-Knaben in Weiß und 5+-Drops in Blau zusammen mit dem geflügelten Ally-Duo ausreichend erschienen, kam ich zu folgendem Deck:

Deck
1 Kor Duelist
1 Steppe Lynx
3 Kor Skyfisher
1 Kor Aeronaut
1 Armament Master
1 Kazandu Blademaster
1 Ondu Cleric
1 Kor Outfitter
1 Makindi Shieldmate
1 Shepherd of the Lost

2 Umara Raptor
1 Sphinx of Lost Truths
1 Sphinx of Jwar Isle
1 Into the Roil
2 Whiplash Trap

1 Stonework Puma
1 Spidersilk Net
1 Adventuring Gear
1 Trailblazer's Boots

1 Seijiri Refuge
7 Island
9 Plains

Jetzt, mit ein wenig mehr Abstand und mehr Zeit und einem sortierten Pool (die Sortierung wurde beim PTQ nicht announced, ist noch nicht mal offiziell - soweit ich weiß - und eines von beiden sollte geändert werden) drängte sich mir erst U/B auf, weil die Mananaforderungen nicht so grau sind und die Equipkosten aufs Angenehmste reduziert werden, doch letztlich hätte es wohl W/B sein müssen:

1 Steppe Lynx
1 Guul Draz Vampire
1 Vampire Lacerator
1 Ondu Cleric
3 Kor Skyfisher
1 Kazandu Blademaster
1 Kor Aeronaut
1 Surrakar Marauder
1 Stonework Puma
1 Makindi Shieldmate
1 Vampire Nighthawk
1 Gatekeeper of Malakir
1 Hagra Crocodile
1 Nimana Sell-Sword
2 Heartstabber Mosquito
1 Halo Hunter
1 Shepherd of the Lost

1 Adventuring Gear
1 Nimbus Wings

9 Plains
9 Swamp

Das Mantra des Turniers war übrigens “18 Lands minimum und nur bittebittebitte den Würfelwurf gewinnen, um auch ja beginnen zu können”. Letzterem kann ich mich anschließen, bin bisher aber immer ganz gut mit Manabasen kurz vor der Volljährigkeit gefahren und habe das eine Land nie vermisst. Dass ich für das B/W von dieser Meinung abweiche, liegt ganz klar daran, dass bei dem Deck eine Runde ohne Landdrop wie ein Time Walk für den Gegner wirkt und letztlich auch ist. Eine Meinung die zwar ebenfalls häufig ist und generalisierend auf alle Decks angewendet wird, der ich mich aber nur ungern anschließe.

Das Deck maximiert den Nutzen, der sich aus dem Skyfisher pressen lässt ohne gleichen. Beliebte Ziele sind offensichtlich der Gatekeeper, wie auch die Mosquitos (entsprechendes Mana auf dem Tisch vorausgesetzt), aber selbst wenn es nur der Puma ist, hat man nichts dagegen, wenn ererneut sein Revier “markiert”. Im argsten Fall muss man eben das Land nehmen und direkt wieder ausspielen und den nicht-sicken Rest nach rechts drehen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich in dem Format vor Qualität über Konsistenz warne. Wer also auf die Idee kommt, dass Deck doch direkt Esper-Style einzutüten, um dem Gegner die Allies und die ganzen Spoiler nur so wieder und wieder um die Ohren zu klatschen, der sei davor gewarnt, dass ein Fehltritt - Land-technisch derart, dass Mana zwar vorhanden, aber falschfarben - sehr schnell sehr schmerzhaft bestraft wird. Es bedarf schon einer ausgesuchten Masse an Refugien und mindestens einem Harrow, bevor sich so etwas in den meisten Fällen sinn- und siegreich umsetzen lässt, wie ein Blick über die Manakosten der besseren Zendikar-Karten - nicht nur meines Pools - zeigt.

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